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            <title type="main">Mittwoch, der 19. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band57_1980-11-19</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_01">Mittwoch, 19. November 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_02">Bunzl &amp; Biach hat einen Schredder zur Altpapierzerkleinerung,<lb/>
welcher dem Datenschutz entspricht, aufgestellt. Dadurch kann er<lb/>
bis zu 500 to im Monat von der Verbrennung retten. Der Arbeits<lb break="no"/>kreis Datenschutz in der Kammer hat bestätigt, daß diese Art<lb/>
der Erfassung und Zerkleinerung dem Datenschutzgesetz entspricht.<lb/>
Eigene Container, die in den Büros aufgestellt werden, werden nachher<lb/>
mit Sicherheitsschlössern verschlossen, eigens in die Anlage trans<lb break="no"/>portiert werden müssen, dort von zwei Arbeitern aufgemacht und<lb/>
händisch der Schredderanlage zugeführt. Dies ist die Folge unseres<lb/>
Datenschutzgesetzes. Ich bin nicht ganz überzeugt, daß alle, die<lb/>
das Gesetz beschlossen haben, gewußt haben, welche Folgen dies im<lb/>
einzelnen auslösen kann. Da ich ja zu jeder noch so unnötigen<lb/>
Eröffnung gerne bereit bin mitzumachen, habe ich auch dort auf<lb/>
den Knopf gedrückt. Bei dieser Gelegenheit danke ich GD <rs type="person" ref="#per__116021">Schmidt</rs> von<lb/>
Bunzl &amp; Biach, der überhaupt diese Investitionen getätigt hat, um<lb/>
Altpapier wieder verwerten zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_03">Bei der ganztägigen Klubtagung der Wr. Gemeinderäte, Bezirksvor<lb break="no"/>steher u. d. Wr. Vorstandes in der Körner-Halle hat <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> das Grund<lb break="no"/>satzreferat gehalten. Die für mich auffälligste Feststellung war,<lb/>
daß 75 % der Bevölkerung dem Umweltschutz und mehr grün positiv<lb/>
gegenüber stehen, wie eine neue IFES-Umfrage ergeben hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Versuch diese Umfrage zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_05">Die größte politische Forderung war die Aufforderung <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>', man<lb/>
müßte versuchen, die nahestehende Industrie und Unternehmungen zu<lb/>
veranlassen, von der Industriellenvereinigung auszutreten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
selbst hat auch in der letzten Zeit besonders immer auf die Finan<lb break="no"/>zierungsmöglichkeiten der ÖVP hingewiesen, die ja ständig die<lb/>
Sozialisten als jetzt von allen unseriösen Quellen finanzierte<lb/>
Partei bezeichnet, ihre Finanzierungsquellen aber geschickt zu<lb/>
tarnen versteht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat deshalb auch einen neuen Vorschlag<lb/>
gestartet, daß jetzt aufgrund des Parteifinanzierungsgesetzes eine<lb/>
Novelle dazu festlegen soll, auch die Spenden der Parteien zu<lb/>
prüfen. Insbes. stößt sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> immer wieder an der Finanzierung<lb/>
der Zeitung Die Presse durch die Handelskammer. Ich besprach mit<lb/>
<pb n="57-1432" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-19_1432.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> vom Freien Wirtschaftsverband die Zu<lb break="no"/>schüsse, die diese Organisation erhält. Der Schlüssel ist 18 %, im<lb/>
Budget der Bundeshandelskammer werden vom Pressefonds 10 Mio. S für<lb/>
die wahlwerbenden Gruppen ausgegeben. Der österreichische Wirtschafts<lb break="no"/>bund erhält davon 8,2 Mio., der Freie Wirtschaftsverband 1,8 Mio. Dieses<lb/>
Geld braucht er dringendst, ansonsten könnte er seine Aktivitäten<lb/>
nicht entfalten. Er behauptet, so wie sein Präsident <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> längere<lb/>
Zeit mir gegenüber schon sagte, daß damit die Organisation des Freien<lb/>
Wirtschaftsverbandes steht und fällt. Von einzelnen Budgets der<lb/>
Landeshandelskammern erhält er dann auch gelegentlich kleinere Be<lb break="no"/>träge, Burgenland, Tirol z.B. je 100.000 S. Mit diesem Geld muß<lb/>
er nicht nur sein Büro führen, sondern auch seine beiden großen Publi<lb break="no"/>kationen herausgeben. Der Selbständige, die Verbandszeitung, erscheint<lb/>
14 mal, wird mit 25.000 gedruckt, den Mitgliedern zugesendet und<lb/>
höchstens von 1000 gelesen. Wichtiger ist daher die Sonderpublikation<lb/>
Selbständige aktuell, diese erscheint derzeit 6 mal, er beabsichtigt<lb/>
sie auf 10 mal pro Jahr zu vergrößern und wird an alle 250.000 Handels<lb break="no"/>kammermitglieder 32 Seiten zugesandt. Der Druck und die ganze Ab<lb break="no"/>wicklung macht der Vorwärts. <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> ist fest davon überzeugt,<lb/>
daß die Zeitung Die Presse eine besondere Finanzierung über einen<lb/>
Verein durch die Bundeshandelskammer erfährt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bespricht mit <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> das Budget genau.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_07">Bei der längeren Sitzung der Bundesregierung, und zwar die Regierungs<lb break="no"/>mitglieder allein, berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß jetzt die Klage von Ver<lb break="no"/>kehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> gegen den seinerzeitigen Steckbrief von Herrn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add> über die LKW-Steuer deshalb mit einem Freispruch <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs><lb/>
geendet hat, weil der Richter zur Begründung erklärt, ein Politiker,<lb/>
insbesondere ein Regierungsmitglied, hat einen höheren Gehalt und müßte<lb/>
daher auch eine höhere Belastung seiner Ehre akzeptieren. Die Klage<lb/>
wurde abgewiesen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> erklärte dazu, es wird in Hinkunft in so einem<lb/>
Fall die Generalprokuratur die Nichtigkeitsbeschwerde einlegen. Da<lb/>
dieser Prozeß bis zum Obersten<add>[Gerichtshof]</add> durchgezogen wurde und von ihm die<lb/>
Klage abgewiesen wird, mit der wahrscheinlich nicht genau wörtlichen<lb/>
Begründung, aber dem Sinne nach, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagte, gibt es in der<lb/>
Republik jetzt zwei Ehrbegriffe. Einen normalen, wo sich jeder gegen<lb/>
dessen Verletzung bei Gericht sein Recht holen kann, und einen der<lb/>
Politiker, welcher eben weniger oder geringer geschätzt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Könntest Du diesen Urteilsspruch des Obersten<add>[Gerichtshofs]</add><lb/>
analysieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_09"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann, daß die Wirtschaftspolitik in der jetzigen<lb/>
Rezessionsphase, die kommen wird, sich von der im 75-er Jahr unter<lb break="no"/>scheiden wird und muß. Derzeit stehen Mittel zur Verfügung, die ge<lb break="no"/>gebenenfalls, wenn sie ausgeschöpft werden, jederzeit ergänzt werden<lb/>
müssen. Seine Erklärung ist, es wäre für Österreich besser, wenn die<lb/>
Mittel so schnell als möglich ausgeschöpft werden, dann hätten wir<lb/>
eben entsprechend gute Projekte, um die Strukturmängel zu ändern.<lb/>
VÖEST-Alpine wird jetzt in Eisenerz einen neuen Betrieb mit 80 Be<lb break="no"/>schäftigten mit 300 Mio. S errichten. Dazu werden 100.000 S pro Arbeits<lb break="no"/>platz und Arbeitsmarktförderungsmittel gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen wir über dieses Projekt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_11">VEW hat zu hohe Beschäftigte. Die Strukturmängel werden sicherlich<lb/>
vom Gutachter<add>[-Unternehmen; Anm.]</add> Booz-Allen aufgedeckt werden. Jetzt ist schon klar,<lb/>
daß insbesondere im Zentrallager in Wien Überbelag existiert. Die<lb/>
VEW-Betriebsräte wollen keine Zeitnehmer in die Betriebe lassen, keine<lb/>
neuen Maschinen installieren, weil dadurch die Überbesetzung noch<lb/>
deutlicher wird. Ähnliche Betriebe in Deutschland haben keine Verluste.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> wurde direkt angesprochen und meinte, in Judenburg hätte es<lb/>
eine Betriebsversammlung gegeben, wo die Belegschaftsvertreter sehr<lb/>
wohl eingesehen haben, daß eine Reform durchgeführt werden muß. In<lb/>
Mürzzuschlag wird er selbst am 11. eine solche Betriebsversammlung<lb/>
abhalten. Was die Arbeiter, und diese sind ja nur in der Metallarbeiter<lb break="no"/>gewerkschaft organisiert, so ärgert oder verstimmt, ja sogar eine ab<lb break="no"/>lehnende Haltung bis jetzt einnehmen ließ, ist, daß alles auf Kosten<lb/>
der Arbeiter reorganisiert werden soll. Einmal mehr kam, ohne daß er<lb/>
dies besonders herausstrich, der Gegensatz zwischen den Arbeitern und<lb/>
Angestellten klar zutage. Das Management versagt hier. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat<lb/>
dies sofort zugegeben und meinte, der GD <rs type="person" ref="#per__114559">Bayer</rs> kann sich nicht durch<lb break="no"/>setzen und das ÖAAB-Vorstandsmitglied <rs type="person" ref="#per__126592">Neubert</rs> ist überhaupt überflüssig.<lb/>
Eine Änderung bedingt aber sofort, daß ein Politikum daraus wird.<lb/>
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Mürz-Furche in Angriff genommen wird. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hat wieder mit vielen<lb/>
Detailzahlen über Kilometer, die schon ausgebaut sind, im Bau und in<lb/>
Planung, Bundesstraßen, Schnellstraßen, normales Programm, Sonder-,<lb/>
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Wunsch zu erfüllen, vorgetragen. Einmal mehr hörte ich neue Ziffern,<lb/>
insbesondere von notwendigen Finanzmitteln. Jetzt braucht er, um die von<lb/>
ihm vorgelegten Straßenbauten erfüllen zu können, 200 Mrd. S. Bis 1984<lb/>
sei eine Teilfinanzierung möglich, dann gibt es überhaupt keine Fi<lb break="no"/>nanzierungsmittel. Die Belastung aus den Sondergesellschaften trifft<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> immer härter, 2 1/2 Mrd. Rückzahlung, im nächsten Jahr <choice><choice><sic>steigert</sic><corr>Steigerung</corr></choice></choice><lb/>
auf 3 Mrd.,<add>[im]</add> übernächsten 4 Mrd., dann 83 um 4,3 Mrd. im 84-er Jahr.<lb/>
Dann wird die Quote, wodurch neue Straßen gebaut werden können, von<lb/>
64 % der Gesamteinnahmen auf 41 % zurückgehen. Der langen Rede kurzer<lb/>
Sinn war, er hat kein Geld, um diese S-Straße auszubauen. Er braucht<lb/>
dringend 150 Mio. pro Jahr bis 1985, um den Halbe-Ausbau weiterführen<lb/>
zu<add>[können?]</add> und schneller zu beenden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat sofort festgehalten, das<lb/>
sind ca. 1 %. Er würde sogar vorschlagen, man könnte bis zu 200 Mio.<lb/>
S pro Jahr nehmen, allerdings nicht wie <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> unbedingt die zu<lb break="no"/>sätzliche Finanzierung, sondern eben als Sonderprogramm aus dem nor<lb break="no"/>malen Straßenbudget. Dieses beträgt nach <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> 11,8 Mrd. S in diesem<lb/>
Jahr. Da im Halbjahr dann 30 Groschen Mineralölsteuer dazugekommen<lb/>
sind, müßte die Einnahme jetzt 12,3 Mrd. S in diesem Jahr ausmachen.<lb/>
Um alle Wünsche aber zu finanzieren, hätte er eine weitere Mehrwert<lb break="no"/>steuererhöhung um 1,06 notwendig. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, früher oder später<lb/>
wird ja wieder 10 Groschen oder sogar mehr draufkommen, weshalb man<lb/>
ohne weiteres eben die anderen kürzt und dadurch dieses Sonderprogramm<lb/>
finanzieren kann. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hat dann nachgegeben und diesen Vorschlag<lb/>
akzeptiert. Er wird den Landeshauptleuten eben jetzt mitteilen, daß<lb/>
die anderen eine entsprechende Kürzung ihrer schon mit ihm abgespro<lb break="no"/>chenen und beschlossenen Ausbaustufen zur Kenntnis nehmen müssen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> hat in seinem Budget eine 7,7 %-ige Steigerung des Benzinver<lb break="no"/>brauches kalkuliert. Im Oktober ist aber wesentlich weniger eingegan<lb break="no"/>gen, da nach seiner Berechnung nur 2,9 % Steigerung war. Bis Oktober<lb/>
sind jetzt 9,4 Mrd. Mineralölsteuer eingeflossen. Er kommt heuer be<lb break="no"/>stimmt nicht auf die 12,3 Mrd., wie ich ihm prophezeite. Bei dieser<lb/>
Gelegenheit erwähnte ich auch gleichzeitig, daß jetzt eine neuerliche,<lb/>
wesentlich höhere Benzinpreiserhöhung bevorsteht, die sicherlich zu<lb/>
einem weiteren Rückgang des Verbrauches führen wird. Da <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
heuer feststellen mußte, daß die Straßen um 24 % Preissteigerung zu<lb/>
verzeichnen haben, bei den Brücken 16 %, möchte er für die Mur-Mürz-<lb/>
Furche eine Sonderarge gründen. Baufirmen sollten sich zu entsprechend<lb/>
billigen Offerten bereiterklären, diesen Bau schnell und preiswert<lb/>
durchzuziehen. Ich verwies darauf, daß das System, wie wir es bei der<lb/>
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weiß, daß die nächste Donaustufe am Soundsovielten begonnen wird<lb/>
und kontinuierlich eine nach der anderen in Angriff genommen wird,<lb/>
gibt es die geringsten Baupreissteigerungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte laß mir eine genaue Zusammenstellung,<lb/>
wie es vorher war und wie es jetzt ist, anfertigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_14"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kam dann auch auf die ÖBB, <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs><add>[auf]</add> den sogenannte Basis<lb break="no"/>tunnel am Semmering zu sprechen. Der Verkehrsminister verwies darauf,<lb/>
daß derzeit Großbauten in Kledering, Wien, seit 78, in Fürnitz bei<lb/>
Villach seit 79 in Bau sind. Kledering wird 86 fertig, Fürnitz danach.<lb/>
Ab diesem Zeitpunkt hat die Bahn dann vorgesehen, den Semmering-<lb/>
Basistunnel in Angriff zu nehmen, um eine Hochgeschwindigkeitsstrecke<lb/>
für 200 km/h sowohl an der Süd-, noch wichtiger aber nach der Bahn auf<lb/>
der Westbahn zu errichten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, dies muß alles vorgezogen<lb/>
werden. Man sollte eine Sondergesellschaft für die Verschiebebahnhöfe<lb/>
gründen, die gleichzeitig dann auch den Tunnel in Angriff nehmen sollte.<lb/>
Für den gesamten Hochgeschwindigkeitsausbau würden 16 Mrd. S erforder<lb break="no"/>lich sein. Der 20 km lange Semmeringtunnel, der 45 Minuten Fahrzeiter<lb break="no"/>sparnis brächte, wird 7 Mrd. kosten, der reine Tunnel 4 Mrd. Zur Pla<lb break="no"/>nung benötigt man 2 Jahre, für den Bau 4 Jahre. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, man<lb/>
müsse dies eben mit Energiesparen begründend vorziehen. Energieer<lb break="no"/>sparnis wird minimal sein, wie <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> feststellte, weil die Bahn<lb/>
nur 1,7 % des gesamten Verbrauches der Elektrizität hat. Wichtiger<lb/>
erscheint <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, daß das Sonderwaggonprogramm, das bis 83 lauft,<lb/>
jetzt noch durch 400 Waggons für die Kohlenlieferungen aus der CSSR<lb/>
ergänzt wird, wodurch die SGP gut ausgelastet ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_15">Das größte Problem sind für <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> die 44 Nebenbahnen. Die ÖROK<lb/>
hat seit 73 untersucht. 463 km müßten sofort stillgelegt werden, bei<lb/>
900 km müsse man in Hinkunft mit weiteren Subventionen rechnen. Das<lb/>
typischste Beispiel ist die Bregenzerwaldbahn. Dort müßten Inves<lb break="no"/>titionen von 200–500 Mio. erfolgen, da sie jetzt aus sicherheits<lb break="no"/>technischen Gründen gesperrt wird. Diese Investitionen werden aber<lb/>
auf lange Sicht gesehen sinnlos, denn früher oder später wird die<lb/>
Vorarlberger E-Gesellschaft die Bregenzer Ache aufstauen und ein Kraft<lb break="no"/>werk machen, wodurch der Bahnkörper, der ja unmittelbar neben der<lb/>
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alledem keinerlei Entscheidung getroffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_16"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> empfiehlt, daß die Betriebsansiedlungsgesellschaften jetzt<lb/>
durch eine besondere Aktivität in Erscheinung treten müssen und auch<lb/>
neue zu gründen sind. Wieder einmal hat er die Idee, es müßte in den<lb/>
großen Wirtschaftszeitungen in Amerika, Deutschland, Schweiz, aber<lb/>
auch Österreich annonciert werden. Eine Werbefirma soll das layout<lb/>
für die Propaganda machen. Immer mehr komme ich drauf, daß ich mich in<lb/>
diesem Punkt grundsätzlich von seiner Politik unterscheide. Ich habe<lb/>
vor fast 10 Jahren diese Methode schon als kostspielig und nicht ziel<lb break="no"/>führend abgelehnt. Damals wollte er ja, daß auch das Handelsministerium<lb/>
diesbezügliche Propaganda mit großem finanziellen Aufwand betreiben<lb/>
sollte. Ich verlasse mich da viel mehr auf die subtilere Methode,<lb/>
Einladungen von Unternehmungen, gegebenenfalls Jagdvermittlung, Ordens<lb break="no"/>auszeichnungen und als höchstes dann Staatsbürgerschaftsverleihung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_17"><rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet, daß er jetzt die Arbeitszeitverkürzung, 5 Wochen<lb/>
Urlaub usw. unter einer offensiveren Struktur und Beschäftigungspo<lb break="no"/>litik sehen möchte. Zu diesem Zweck werden aus Arbeitsmarktförderungs<lb break="no"/>mitteln 500 Mio. S reserviert. Nicht wie in der Vergangenheit wäre not<lb break="no"/>leidenden Unternehmen über die Runden zu helfen, sondern neue 5000<lb/>
Arbeitsplätze sollten jetzt geschaffen werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> war davon be<lb break="no"/>geistert, meinte, man müsse gegebenenfalls noch zusätzliche Mittel<lb/>
woanders finden. Bei einer Gesamtinvestition von 30 Mrd. S in der<lb/>
Industrie müßte es möglich sein, diese neue Politik konzeptiv zu ge<lb break="no"/>stalten. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> verwies darauf, daß viel mehr koordiniert werden<lb/>
muß. Jetzt gibt es schon wieder 2 größere Firmen, Kneissl und Funder,<lb/>
die Geld von ihm wollen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, es sei in der Vergangenheit<lb/>
alles immer bestens koordiniert worden. Nur bei der Arbeitsmarktför<lb break="no"/>derung gibt er zu, möge dies vielleicht nicht der Fall gewesen sein.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> verwies darauf, daß im ERP-Verfahren, insbesondere jetzt bei<lb/>
der letzten Tranche von 60 Mio. für die Landwirtschaft, 20 Mio. zur Aus<lb break="no"/>wertung der Milchwirtschaft, 15 Mio. für Mehrzweckhallen und 12 Mio.<lb/>
zur Schlachthofkapazitätsvergrößerung eingesetzt werden sollen. Diese<lb/>
Politik müßte man ändern. <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> wieder meinte, im Energie-ERP-<lb/>
Verfahren sollte man die 100 Mio. S streichen und für allgemeine In<lb break="no"/>dustrieinvestitionen verwenden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hätte sich dem sofort ange<lb break="no"/>schlossen. Ich habe schärfstens dagegen protestiert und erklärt, daß<lb/>
die Verbund heuer auf 300 Mio. Kapitalaufstockung durch den Bund ver<lb break="no"/><pb n="57-1437" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-19_1437.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zichtet hat, da kann man nicht die 100 Mio noch wegnehmen. <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs><lb/>
hatte zur Begründung erklärt, für die Riesenaufwände der E-Wirtschaft<lb/>
spielen diese 100 Mio keine bedeutende Rolle. Ich werde daher, dort<lb/>
habe ich es noch nicht angekündigt, trachten, daß man diese 100 Mio<lb/>
S in Zukunft für viele Kleinprojekte von den verschiedensten Gesell<lb break="no"/>schaften einsetzt. Dort darf dann auch nicht mehr gesagt werden, daß<lb/>
dient für die E-Wirtschaft, sondern z.B. eben für die Rauchgasentschwe<lb break="no"/>felung als unbedingt notwendige Investitionshilfe usw.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte nächstes Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_19"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte dann noch, <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> hätte die 100 Mio. S angeboten, die<lb/>
man nicht gleich im Prinzip ablehnen sollte. Gegen das gewaltige Enga<lb break="no"/>gement, das aber für die Stahlindustrie notwendig ist, ist dies ein<lb/>
lächerlich kleiner Betrag. Die Länder sind in den Gesellschaften heute<lb/>
im Aufsichtsrat überproportional vertreten, eine Abtrennung von Eigen<lb break="no"/>tum ist schwer möglich. Da <rs type="person" ref="#per__126988">Krainer</rs> aber jetzt verlangt hat, es soll<lb/>
eine Studie von Prof. <rs type="person" ref="#per__117678">Tichy</rs> gemacht werden, werden sich das BKA und<lb/>
die ÖIAG zu je 1/3 beteiligen, das dritte Drittel zahlt die Steier<lb break="no"/>mark.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_20">Über die Wohnungsproblematik gab es dann eine lange Diskussion. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat seinen plakativen Vorschlag, renovieren statt demolieren, für<lb/>
Wien vertreten. Im Zentrum wohnen die Fremdarbeiter, am Rande die<lb/>
Wiener in den Neubauten. Der Standard ist zu hoch, daher die Wohnung<lb/>
zu teuer. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> erklärte sofort, man müsse erst ein Modell erar<lb break="no"/>beiten, derzeit sei er nicht so weit, irgendetwas konkret sagen zu<lb/>
können. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> dagegen meinte, sie hätte sich mit<lb/>
den Problemen sehr eingehend beschäftigt. Unerklärlich für sie sei,<lb/>
daß über den Wohnhauswiederaufbaufonds mit 100-jähriger Laufzeit<lb/>
Kredite zinsenfrei gegeben werden, wo es jetzt 1,80 pro m² verrechnet<lb/>
wird. Derzeit gibt es Höchstbelastungen, die das 20-fache bei Neu<lb break="no"/>bauten ausmachen. Da in der Summe 100 Mrd. S ausständig sind, könnte<lb/>
man dort aufwerten, entweder, wenn man den Einheitswert dem Verkehrs<lb break="no"/>wert anpaßt, oder sonstige zumindest Kreditlaufzeitverkürzungen macht.<lb/>
Das neue Stadterneuerungsgesetz hat ja keine finanzielle Verbesserung<lb/>
gebracht, sondern nur Verfahrensänderungen. Wien würde zur Assanierung,<lb/>
also renovieren statt demolieren, 130 Mrd. S brauchen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte<lb/>
sofort, so könne man dies nicht sehen. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> brachte dann seine<lb/>
Idee, die 30 S Wohnungsbeihilfe nur bis zu einem Betrag von 10.000<lb/>
Einkommen weiterzubezahlen, dann den Rest zu inkammerieren, 1 Mrd. für<lb/>
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Hier wehrte sich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dagegen, denn jetzt bekommt er ca. 800 Mio.,<lb/>
dann muß er noch die höheren Gehälter der öffentlich Bediensteten be<lb break="no"/>zahlen, die über 10.000 S sind, was wieder 200 Mio. kosten würde, sodaß<lb/>
er nach seinen Berechnungen 1 bis 1 1/2 Mrd. nach diesem Plan drauf<lb break="no"/>zahlen würde. Die ganze Wohnungsdebatte wurde dann abgebrochen. Ich<lb/>
habe <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> zugeflüstert, sie hat halt das Pech in einem Ministe<lb break="no"/>rium zu sein, wo nicht so große Pläne gewälzt werden, dabei halt<lb/>
leider nichts herauskommt, sondern Kleinarbeit leisten muß. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
auch uns aufforderte, was aktuell ist, berichtete ich über die Griechen<lb break="no"/>land-EG-Österreich-Verhandlungen. Die Landwirtschaft wird, bevor sie<lb/>
dann im Parlament diesem Gesetz ihre Zustimmung gibt, bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sicher<lb/>
vorsprechen, um die 70 Mio., die sie angeblich Verlust haben, Staats<lb break="no"/>subvention zu verlangen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte, er wird nicht mehr zusagen,<lb/>
als <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und ich bis jetzt zugesagt haben. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat aber bis jetzt<lb/>
zumindestens erklärt, er hat überhaupt keinen Schilling. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
berichtete dann über die Gewerbeordnungsnovelle, wo mobile Verkaufs<lb break="no"/>stellen leichter eingesetzt werden können. Über beides wurde über<lb break="no"/>haupt nicht diskutiert. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> stellte die Frage der Religionsbekennt<lb break="no"/>niseintragung in die Erhebungen zur Debatte. Mit der Kirche hat er<lb/>
sich teils einigen können, teils sind die wichtigsten Fragen noch<lb/>
offen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> erklärte sofort, dies sei für ihn eine der schwierig<lb break="no"/>sten Fragen. Er möchte, bevor irgendetwas entschieden wird, daß dies<lb/>
unbedingt in der Regierung behandelt wird. Auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war dieser<lb/>
Meinung. Für <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> als praktizierenden Katholiken wird dies wahr<lb break="no"/>scheinlich sogar zu einer Kabinettsfrage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_21"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies dann darauf an die hohen Architektenhonorare.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wo werden die und wie wurden sie festgesetzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_23"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragte dann auch noch, ob wir bei der Abwärme etwas tun und<lb/>
ich habe frech geantwortet, mit 15 Mio. S, die unserem Budget zur Ver<lb break="no"/>fügung stehen, ein optimales. Scheinbar hätte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwartet, daß<lb/>
ich sofort höhere Mittel dafür verlange. Da ich weiß, daß der Finanz<lb break="no"/>minister solche garantiert nicht geben kann, habe ich eine solche<lb/>
Forderung erst gar nicht aufgestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_24"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat mir vorher wegen der Idee von <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, eine Exportstiftung<lb/>
von 1 Mrd. zu schaffen, analog dem Jubiläumsfonds, daß er dies ent<lb break="no"/>schieden ablehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Jour fixe AK, ÖGB und HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_26">Die Verhandlungen mit der Ölwirtschaft und den Sozialpartnern wurden<lb/>
nicht im kleinen Rahmen abgeführt, sondern, wie dann GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> als Öl<lb break="no"/>wirtschaftssprecher erklärte, im großen Rahmen, weil man jetzt endlich<lb/>
zu einer Entscheidung kommen möchte. Über das Beschleunigungs- resp.<lb/>
Vereinfachungsverfahren wird, wie Sekr. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> vom ÖGB erklärte, weiter<lb break="no"/>verhandelt. Die HK möchte, daß jetzt aber sehr schnell das Preisprü<lb break="no"/>fungsverfahren abgeschlossen wird. Die ÖGB- und AK-Forderung, daß gleich<lb break="no"/>zeitig auch in der Paritätischen Kommission über die anderen Preise<lb/>
außer den amtlichen verhandelt wird, wurde akzeptiert. Ich erkläre<lb/>
dezidiert eine zweimalige Erhöhung der Preise, zuerst Wunsch der HK,<lb/>
Rohpreissteigerungen usw. und dann ab 1. Jänner durch entsprechende<lb/>
Steueränderungen kommt nicht infrage. Das Ganze muß eine Paketlösung<lb/>
sein. Nach längerer Diskussion wird auch dieser Vorschlag akzeptiert.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> möchte, daß die 55 Groschen, die ab 1. Jänner nach ihrer Be<lb break="no"/>rechnung dazukommen, als absolute Größe sozusagen anerkannt, von der<lb/>
Ölwirtschaft dann entsprechend den privaten Händlern abgedeckt werden.<lb/>
Dagegen spricht sich sogar <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> von BP entschieden aus. Die Öl<lb break="no"/>wirtschaft erwartet, daß letzten Endes dann von mir bei dem endgültigen<lb/>
Preis gesagt wird, was die Händler kriegen und was die Tankstellen<lb/>
bekommen und was der Ölwirtschaft verbleibt. Eine große Beschwerde von<lb/>
der HK war, daß der offizielle Antrag in der Sektion III nach einer<lb/>
Woche noch immer nicht der Sektion V zugeleitet wurde. Da ich aus der<lb/>
Regierungssitzung zu spät gekommen bin, weiß ich nicht, wie diese in<lb break="no"/>terne Information in die Sitzung gebracht werden konnte. Mir ist er<lb break="no"/>stens unerklärlich, daß es diesmal angeblich so lange dauerte, bis<lb/>
die Unterlagen in der V-er sind. Noch unerklärlicher ist es mir,<lb/>
daß dies in einer so offenen Sitzung von unseren Beamten zur Sprache<lb/>
gebracht wird. Ich gab sofort die Erklärung ab, daß mit Einreichen<lb/>
des Antrages das Preisprüfungsverfahren eingeleitet ist und man si<lb break="no"/>cherlich von der III-er nur zugewartet hat, bis eben die jetzt festge<lb break="no"/>setzte Sitzung, die prinzipielle Klarstellung bringt, wie es weiterge<lb break="no"/>hen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wieso kam es zu dieser unerfreulichen<lb/>
Situation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-19_28">Das Fernsehen und die Presse wollten natürlich nach Schluß der Sitzung<lb/>
sofort entsprechende Erklärungen. Die Ölwirtschaft hat jedweden Kommen<lb break="no"/>tar abgelehnt und gemeint, der Handelsminister würde alle Erklärungen<lb/>
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von Verhandlungen habe ich schon lange nicht gehabt. Am Ende der<lb/>
Verhandlungen wird es sicherlich anders aussehen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 19.11.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Mühlbacher, Kurt</persName>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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