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            <title type="main">Dienstag, der 18. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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Vizeaußenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__127183">Komarow</rs> vereinbart hat, der 10-jährige lang<lb break="no"/>fristige Wirtschaftsvertrag soll in Moskau mit <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> unterschrie<lb break="no"/>ben werden, wenn ich dem zustimmen würde. <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> wollte ursprüng<lb break="no"/>lich nach Wien kommen, ist dann schwer erkrankt und schlägt jetzt eben<lb/>
vor, in Moskau zu unterzeichnen. Ich habe sofort zugesagt. Die Sowjets<lb/>
haben jetzt endlich eine andere Papierfabrik für Voith, 960 Mio S unter<lb break="no"/>schrieben, die mir bei der letzten gemischten Kommission in Moskau zuge<lb break="no"/>sagte haben sie den Finnen vergeben. Dies war damals genauso eine<lb/>
politische Entscheidung für Finnland wie jetzt die politische Entschei<lb break="no"/>dung für Österreich gefallen ist. Der österreichischen Schiffswerft<lb/>
Korneuburg und Sudoimport laufen jetzt vielversprechende Verhandlungen<lb/>
für 5 Passagier- und etliche Schubschiffe. Damit wäre die Beschäftigung<lb/>
in diesem kritischen Werk gesichert. Schon allein weil sie Außenhandels<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> für diese Abschlüsse sehr eingesetzt hat, wäre ich<lb/>
auf alle Fälle bereit, seinen Wunsch zu erfüllen und am 21. und 22. De<lb break="no"/>zember nach Moskau zu fliegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_03">Beim Jour fixe in der Handelskammer informierte ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>.<lb/>
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dort den Außenhandelsminister nach Wien einladen. Da Minister ja nur<lb/>
über mich eingeladen werden können, fragte er um eine Zustimmung. Ich<lb/>
erklärte ihm sofort, er hätte stets plein pouvoir, wenn er es für not<lb break="no"/>wendig empfindet, alle Minister nach Wien einzuladen. Damit wollte ich<lb/>
ihm demonstrieren, daß wir in dieser Beziehung vollkommen konform gehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_05">Ich informierte die Handelskammer auch über die Auseinandersetzung<lb/>
zwischen Philips und Grundig bezüglich der zollfreien Einfuhr von<lb/>
Fernsehgeräten. Die Handelskammer war nämlich nicht imstande eine Koordi<lb break="no"/>nierung zwischen diesen beiden Firmen herbeizuführen. Ich bin allerdings<lb/>
nicht sicher, ob es mir gelingt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_06">Dem Wunsch der Handelssektion, Eisenschrott aus der Preisregelung heraus<lb break="no"/>zunehmen, kann ich so lange nicht nachkommen, als nicht eine Zustimmung<lb/>
der Schrottabnehmer, sprich Stahlindustrie vorliegt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird mir<lb/>
diesbezüglich Bescheid sagen.<lb/>
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vormerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_08">Die Drogerien dürfen wie SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> jetzt ausarbeitet, nur mehr dann die<lb break="no"/>sen Namen führen, wenn sie eine Vollkonzession haben und alle Drogerie<lb break="no"/>waren tatsächlich anbieten. Damit sollen die Billigstgroßmärkte DM und<lb/>
Vita, die ja nur die Schnelldreher verkaufen, sich nicht als Drogerie<lb/>
bezeichnen dürfen.<lb/>
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die Wirtschaftstreuhänder erstatten wird. Die AK hat auf die Forderung<lb/>
von 15 % mit einem 5 %-igen Angebot pariert. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sagt, die Tages<lb break="no"/>sätze, die die WIFIs für ihre Betriebsberater verrechnen, sind jetzt<lb/>
schon höher als die Tagessätze der Wirtschaftstreuhänder.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Die Handelskammer wird mir entsprechende Unter<lb break="no"/>lagen schicken. Nächstes Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_12">Dem Wunsch der AK entsprechend habe ich vorgeschlagen, im Rahmen der<lb/>
OECD-Gespräche über die Multis, welche entsprechende Unterlagen dem<lb/>
Handelsministerium liefern müßten, eine eigene Arbeitsgruppe einzuset<lb break="no"/>zen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat dagegen größte Bedenken. Die Multis sind nur bereit, die<lb/>
im Rahmen der österreichischen Gesetze vorgesehen Unterlagen den da<lb break="no"/>für zuständigen Ministerien zu liefern. Ich versuchte wenigstens eine<lb/>
Arbeitsgruppe zustande zu bringen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird mit seinen Leuten noch<lb/>
einmal darüber reden.<lb/>
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die zukunftsträchtige Wirtschaftspolitik der Unternehmer für 300.000 S<lb/>
angeboten. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> beabsichtigt dieses Angebot nicht anzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_14">Bezüglich der EG-Griechenland- und Österreichverträge wird von seiten der<lb/>
Handelskammer festgehalten, daß sie bereit wären, dem Vertrag als posi<lb break="no"/>tiv auch im Parlament zuzustimmen. Die Schwierigkeit liegt derzeit nur<lb/>
bei den Landwirten, die nicht bereit sind, wenn sie nicht eine entspre<lb break="no"/>chende Abschlagszahlung für die Nichterhöhung des Zucht- und Nutzrinder<lb break="no"/>kontingentes von 38.000 auf 45.000 Stk. in der EG durch eine weitere<lb/>
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dafür nicht zuständig bin. Da dieser Vertrag im Parlament nur mit 2/3-<lb/>
Mehrheit beschlossen werden kann, muß sich die ÖVP entschließen, ob sie<lb/>
letzten Endes zustimmt. Ich bin überzeugt, daß die Bauernvertreter bei<lb/>
Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erscheinen werden und vor der Beschlußfassung im<lb/>
Parlament, um wieder eine weitere Unterstützung herauszubekommen.<lb/>
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Wiener Antiquitätenmesse, die Frau Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> eröffnen wird,<lb/>
wofür sich die Handelskammer sehr bedankt, durch eine andere österreichi<lb break="no"/>sche Antiquitätenmesse, einen Tag vorher eröffnet, durch den ehemaligen<lb/>
Wirtschaftsbundgeneralsekretär und jetzigen Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs><lb/>
als Konkurrenzunternehmen eröffnet wird. Die Handelskammer war dazu gar<lb/>
nicht eingeladen. Nur <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hatte diese Einladung bekommen. Eine In<lb break="no"/>formation der Wiener Handelskammer, die <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sofort einholte, ergab,<lb/>
daß es sich dabei um Betriebe handelt, die von der Wiener Antiquitäten<lb break="no"/>messe abgelehnt werden. Die Wiener Antiquitätenmesse wird sehr streng<lb/>
durch ein eigenes Ausstellerforum qualifiziert. Antiquitäten gelten nur<lb/>
inklusive Jugendstil. Eine eigene Jury legt fest, was alles ausgestellt<lb/>
werden darf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Laß Dich bitte vorher vom Wiener Kammeramtsdi<lb break="no"/>rektor <rs type="person" ref="#per__127189">Kainz</rs> informieren.<lb/>
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vorgelegte Studie, die die Handelskammer übrigens nach seiner Behaup<lb break="no"/>tung gar nicht bekommen hat. Ich erkläre sofort, dies könnte sich, wenn<lb/>
überhaupt, nur um ein Versehen handeln, da ja diese Studien von mir nicht<lb/>
zurückgehalten werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte sofort, wenn nicht schon gesche<lb break="no"/>hen, an Dr. <rs type="person" ref="#per__122957">Winkler</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add> übersenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_19">In der Ministerratsvorbesprechung stellt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fest, daß in die NÖ<lb/>
Waldviertelkommission unbedingt tüchtige Beamte entsendet werden müssen.<lb/>
Die Niederösterreicher werden dort ihre parteipolitische Wirtschafts<lb break="no"/>politik verfolgen. Das Kanzleramt, Finanz-, Handels- und Sozialministe<lb break="no"/>rium müssen deshalb die besten Leute schicken. In dieser Gegend kann man<lb/>
nicht erwarten, daß Großunternehmen hinsiedeln. Die Aktivitäten in<lb/>
Moorbad Harbach wirken sich aber bereits auf Weitra, der nächstgrößeren<lb/>
Gemeinde, entsprechend gut aus. Die Regierung als Ganzes muß sich um die<lb break="no"/><pb n="57-1423" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-18_1423.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ses Gebiet kümmern. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> betont ausdrücklich, daß er hier nicht als<lb/>
niederösterreichischer Mandatar spricht. LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__115067">Grünzweig</rs> hat einen<lb/>
guten Start, auch gegen den sehr geschickt jetzt bestellten neuen Landes<lb break="no"/>hauptmann <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs>. Waldviertel ist eine gute politische Reserve. Dort<lb/>
könnte die NÖ Partei viele Stimmen gewinnen, um die Mehrheit in Nieder<lb break="no"/>österreich auch bei Landtagswahlen zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Ich möchte über dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs> sprechen.<lb/>
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stets gegen die Partei agiert, hat sie den Vorteil, daß sie bei gewissen<lb/>
Jugendlichen, insbesondere am linken Rand gehört wird und dort größere<lb/>
Veranstaltungen möglich sind. Die Diskussion mit Jugendlichen geht weit<lb/>
über parteipolitische Veranstaltungen hinaus. Nur so kann man verhindern,<lb/>
daß es nicht so wie in Zürich zu schweren Auseinandersetzungen kommt.<lb/>
Die unsicherste Stadt in Europa ist derzeit Zürich. Samstag abends kann<lb/>
man sich nicht einmal in der Bahnhofstraße bewegen. Dieser Inbegriff<lb/>
des Wohlstandes in der Schweiz wird ständig von Jugendlichen zertrümmert.<lb/>
Die Polizei hat das erstemal reingedroschen, dadurch ist <choice><choice><sic>dier</sic><corr>der? dieser?</corr></choice></choice> Widerstand<lb/>
nur größer geworden. Die Jugendlichen haben ihn darauf aufmerksam gemacht,<lb/>
daß jetzt endlich die HTL für Körperbehinderte gebaut werden müßte, die<lb/>
die Bürokratie, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, verhindert. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> stellt fest,<lb/>
daß die ersten Grundstücke bei der <rs type="person" ref="#per__127193">Wotruba</rs>-Kirche und der angeschlossenen<lb/>
Schule von dieser Schule abgelehnt wurden. Ebenso war es nicht möglich,<lb/>
wo die pädagogische Akademie errichtet wird, diese hinzubauen, weil dort<lb/>
wieder wertvolle Bäume nicht geschlagen werden durften. Jetzt ist end<lb break="no"/>lich für diese Körperbehinderten ein Areal gefunden und der Baubeginn<lb/>
erfolgt 1982. Dasselbe gilt übrigens für die Bundesblinden- und die<lb/>
Bundestaubstummenanstalt. Sozialminister <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> verweist darauf,<lb/>
daß 1981 das Jahr der Behinderten sein wird und daher die Beschlüsse ge<lb break="no"/>rade richtig kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_22">Über den <rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs>-Besuch berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, daß eine Versteifung zwischen<lb/>
Ost und West nicht im Interesse der Sowjetunion liegt. Deshalb muß die<lb/>
Entspannungspolitik auch von sowjetischer Seite fortgesetzt werden und<lb/>
er erwartet dafür eine Bereitschaft zur Verständigung. Das Entgegenkom<lb break="no"/>men gegen Österreich ist einfach zu erklären, die Sowjetunion will,<lb/>
daß die DDR mehr Geschäfte mit Österreich macht. Die großen Beziehun<lb break="no"/><pb n="57-1424" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-18_1424.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gen Österreich-BRD mit der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung sollte<lb/>
eben jetzt auch durch die DDR ermöglicht werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, <rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs><lb/>
sei kein sympathischer Zeitgenosse. Er meint, man sollte die Abschlüsse,<lb/>
die gigantisch waren, nicht allzu sehr lobpreisen, damit nicht gönnerhaft<lb/>
die DDR erklärt, sie hätten die österreichische Vollbeschäftigung ge<lb break="no"/>sichert. Alles müßte mit der richtigen Dosierung geschehen. Die derzei<lb break="no"/>tigen deutsch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen zwischen BRD und DDR betra<lb break="no"/>gen 10 Mrd. Mark. 4 Punkte, faßt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zusammen, haben zur Verschlech<lb break="no"/>terung beigetragen. Von der DDR mußte der Tagsatz für Besucher erhöht<lb/>
werden. Die westdeutschen Besucher haben nicht nicht nur am Schwarzmarkt<lb/>
ihre DM gegen 5 DDR-Mark umgetauscht, um ihren Aufenthalt zu bezahlen,<lb/>
sondern auch noch Geld dort gelassen, damit die DDR-Verwandten besser<lb/>
leben können. In einer Diskussion im Wahlkampf hat <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> erklärt, er<lb/>
müsse sich auch Sorgen um die 17 Mio Geiseln, sprich DDR-Staatsbürger,<lb/>
machen. Die Grenzmarkierung wurde zwischen den Staaten vereinbart und<lb/>
Niedersachsen lehnt nun die Elbgrenzziehungsmarkierung entschieden ab.<lb/>
Im Bundesrat ist man daher nicht durchgekommen. Die Frage, ob es deutsche<lb/>
Staatsbürger in der DDR gibt und die <choice><choice><sic>konsulatorische</sic><corr>konsultatorischen?</corr></choice></choice> Schwierigkeiten<lb/>
in anderen Staaten ergab, sind in Österreich nicht aufgetreten. Wir ha<lb break="no"/>ben die einfache Erklärung, es gibt keinen Staat ohne Staatsbürger, simpel<lb/>
festgestellt, daß natürlich auch DDR-Staatsbürger gibt.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> feststellt, zu erwarten. Der formelle Durchbruch ist der neutralen<lb/>
Unterführung Österreichs überhaupt nur geglückt, weil vorher der Nord-<lb/>
Süd-Gipfel in Wien gerade in diesem Gebiet wertvolle Vorarbeiten lei<lb break="no"/>sten konnte. Es wird jetzt eine 6 Wochen Implementierungsdebatte statt<lb break="no"/>finden und erst im nächsten Jahr wird man überhaupt sehen, ob es zu neuen<lb/>
Maßnahmen kommt. Wichtig wäre, ob es eine europäische Abrüstungskonfe<lb break="no"/>renz geben kann, oder die Wiener Truppenabbaugespräche fortgesetzt<lb/>
werden. Alles hängt von der amerikanischen Delegation ab, die natürlich<lb/>
kein Verhandlungspouvoir besitzt.<lb/>
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sei das einzige Forum von vielen Parteien. Noch niemals sei die Soz.<lb/>
Internationale so breit gefächert gewesen. Dies gilt insbesondere für<lb/>
viele Entwicklungsländer, die heute daran teilnehmen. Das Programm sei<lb/>
nicht wie in der Vergangenheit ein doktrinäres, sondern erlaube eine po<lb break="no"/>litische Toleranz. Die wirkliche Gefahr besteht aber für den mittel<lb break="no"/>amerikanischen Raum. <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> und die Amerikaner werden und wollen ein<lb/>
zweites Kuba dort verhindern. Nicaragua ist daher <sic>größtens</sic> gefährdet.<lb/>
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sich fehlverhalten, kann es zu einer schwereren Belastung als in Viet<lb break="no"/>nam kommen. Das gesamte Präsidium der Sozialistischen Internationale<lb/>
hat sich deshalb sofort als Komitee für Nicaragua gebildet, Motto:<lb/>
Hände weg von Nicaragua. In Bolivien gibt es jetzt zwar eine Militär<lb break="no"/>junta, doch ist das halbe Heer nach wie vor demokratisch eingestellt.<lb/>
Der Vertreter der sozialistischen Partei Boliviens hätte sogar von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollen, daß man weiter Panzer nach Bolivien schickt, wenn das<lb/>
Militär entsprechende Erklärungen abgibt, es wirklich nur für Verteidi<lb break="no"/>gungszwecke zu gebrauchen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sieht dafür keine Möglichkeit.<lb/>
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Zeitschrift, die das Landwirtschaftsministerium an alle Bauern versen<lb break="no"/>det hat, hart angreift. Er hat nicht gewußt, daß der Agrarweltverlag<lb/>
dem Forum gehört, Forum wiederum der Vorwärts AG. Für den Verlag wurde<lb/>
keine Bezahlung von seiten des Ministeriums geleistet. Der Verlag wird<lb/>
aus dem Druckauftrag bezahlt. Dieser Druckauftrag ist ausgeschrieben<lb/>
worden, auch die Erneuerung wurde begrenzt ausgeschrieben und Vorwärts<lb/>
hat dort immer billiger geboten, war sozusagen Bestbieter. Weil das<lb/>
Landwirtschaftsministerium verweigert hat, daß ausländische Maschinen<lb break="no"/>firmen in dieser Agrarwelt werben können, wurde der Inseratentarif von<lb/>
20 auf 25 % erhöht. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> fragt an, wie er sich jetzt verhalten soll,<lb/>
einen anderen Verlag wählen, die Unterlagen auf den Tisch legen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
entscheidet, es soll sich gar nichts ändern. Die Wiener Presse wird von<lb/>
der Handelskammer subventioniert, über den Wirtschaftsbund. Die Agrarier<lb/>
über die Tullner Zuckerfabrik sind am Kurier beteiligt, die Raiffeisen<lb break="no"/>kassen in Salzburg haben das <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add>-Projekt unterstützt. Durch die Aus<lb break="no"/>schreibung sei alles objektiv und legal verlaufen und man sollte alles<lb/>
offenlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Besprich mit <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs>, wie tatsächlich die<lb/>
Finanzierung der Presse und des Freien Wirtschaftsverbandes erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_28"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat mich bei Beginn der Sitzung schon darauf aufmerksam ge<lb break="no"/>macht, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gegen die Entschließung von <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> bei der 300 Mio. $<lb/>
Kreditgewährung für Polen größte Bedenken hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bringt dies auch<lb/>
dann tatsächlich zur Sprache und meint, er lehnt dieses Entgegenkommen<lb/>
an den Energiesprecher <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> entschieden ab. Dieser will als Laufbursche<lb/>
der Multis nur die Interessen der Handelskammer gegen den Bergbau ver<lb break="no"/><pb n="57-1426" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-18_1426.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>treten. Ich wendete sofort dagegen ein, daß durch die Formulierung<lb/>
der österreichische Bergbau auf alle Fälle geschützt ist. Bei dieser<lb/>
Auseinandersetzung geht es um die Einschaltung der Kohlenimportfirmen.<lb/>
Bisher konnte die verstaatlichte Wirtschaft über eigene Kohlengesell<lb break="no"/>schaften entsprechend versorgt werden. Es gibt kaum mehr einen freien<lb/>
Kohlenhändler, der nicht schon Gaskoks gehört. Jetzt sind die Multis,<lb/>
aber auch die ÖMV, die E-Wirtschaft wird sehr bald folgen, in das Kohlen<lb break="no"/>geschäft eingestiegen. Da in Hinkunft die Ölaktivitäten der Internatio<lb break="no"/>nalen mangels Rohstoff geringer werden, werden sie in Hinkunft beson<lb break="no"/>ders das Kohlengeschäft betreiben. Auf die Dauer können wir es nicht<lb/>
verhindern. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sagt mit Recht, es wäre für ihn günstig, wenn der<lb/>
300 Mio $ an Polen einstimmig im Haus beschlossen werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint,<lb/>
dies sei gar nicht notwendig, denn für diese Kredite gibt es ja die<lb/>
Kohlenlieferungen. Ich erkläre sofort, daß in meinen Augen diese Liefe<lb break="no"/>rung nicht so sicher ist, als es den Anschein hat. Wenn die polnische<lb/>
Kohlenlieferung weiter zurückgeht, muß man wahrscheinlich mit Kürzungen<lb/>
rechnen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte dann abschließend, er wird sich das Ganze<lb/>
noch einmal überlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_29"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> berichtet, daß seinerzeit auf Wunsch der Amerikaner vom Handels<lb break="no"/>ministerium alle Vorbereitungen getroffen wurden, um die Lieferung nach<lb/>
Iran, nur nach dem courant normal, das heißt also im üblichen Ausmaß,<lb/>
wie in der Vergangenheit durchzuführen. Dieser courant normal sei längst<lb/>
überschritten, es müßte jetzt eine Meldepflicht eingeführt werden. Da<lb/>
jetzt Iran mit Irak sich im Krieg befindet, müßte man auch gegenüber dem<lb/>
Irak eine solche Maßnahme setzen. Ich spreche mich gleich ganz entschie<lb break="no"/>den dagegen aus, denn sowohl im Iran als auch im Irak hat unser bishe<lb break="no"/>riges neutrales Verhalten und Nichtanschluß an die Boykottmaßnahmen der<lb/>
Amerikaner sehr positiv sich ausgewirkt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> steht auch auf dem<lb/>
Standpunkt, daß das Ganze zu verschieben ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_30"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> macht mich darauf aufmerksam, daß die Iraker sich jetzt beschwert<lb/>
haben, daß Elin nicht ihren Lieferverpflichtungen nachkommt. Er meint,<lb/>
ich sollte mich dafür einsetzen, daß Elin Leute nach Irak schickt. Ich<lb/>
erkläre sofort, ich kann höchstens mit Elin sprechen. Ich würde nieman<lb break="no"/>den beauftragen oder auch nur dringendst empfehlen, sich ins Kriegsge<lb break="no"/>biet zu begeben. Das muß jeder einzelne selbst entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte stell fest, was an Elin-Lieferungen offen<lb/>
ist und dann mit Direktion verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_32">In der Ministerratssitzung dankt Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> namens der Re<lb break="no"/>gierung <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> für sein geschicktes und erfolgreiches Verhalten bei der<lb/>
Madrider Konferenz. Dies ist ein außergewöhnlicher Akt, der mich sehr<lb/>
überrascht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_33">Zur ASVG-Novelle stellt der Finanzminister fest, daß binnen Jahresfrist<lb/>
ermittelt werden muß, welche Mehrbelastungen dadurch entstehen und er<lb/>
maximal 100 Mio. S dafür veranschlagen kann. Landwirtschaftsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ersucht, daß der Unfallversicherungsschutz, Aufnahme für die<lb/>
Bundesprüfungskommission, die diesmal nicht durchgesetzt werden konnte,<lb/>
das nächste Mal in die nächste ASVG-Novelle aufgenommen werden sollte.<lb/>
Daraus kann man schon entnehmen, wie heute die Sozialversicherung, ver<lb break="no"/>ästelt bis ins letzte Detail, alles regeln soll. Für die paar in der<lb/>
Bundesprüfungskommission anwesenden Agrarvertreter müßte jetzt eine<lb/>
neue Gesetzesnovelle geschaffen werden, damit sie der Unfallversiche<lb break="no"/>rung unterliegen. Dieser Perfektionismus wird auf die Dauer unerträglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_34">GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> teilt mir mit, daß die Nationalbank heuer 6 Mrd. Reingewinn<lb/>
haben wird. Da sie bereits 1 1/2 Mrd. freie Reserve zu jetzigen 4 Mrd.<lb/>
dazulegt, darüber hat sie noch Auslandsrisken von 4 Mrd. Reservefonds<lb/>
plus allgemeine Risken 8 Mrd. Reservefonds, will sie eine halbe Milliarde<lb/>
der Österreichischen Kontrollbank und eine halbe Milliarde der Invest<lb break="no"/>kredit für 7 bis 8 % Zinsen zur Verfügung stellen. Der Zinsertrag von<lb/>
dieser Milliarde soll aber nicht der Nationalbank zufließen, sondern<lb/>
einer Exportförderung. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> möchte, daß ich über dieses Projekt auch<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spreche. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> sofort, mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> habe ich<lb/>
schon gesprochen, dieser ist mit allem einverstanden, nur daß die Na<lb break="no"/>tionalbank nicht auf seine Kosten ein solches Projekt finanzieren sollte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> stellt fest, daß der Finanzminister nur mit 53 % an der National<lb break="no"/>bank beteiligt ist. Der Finanzminister wurde mit einem Schreiben von<lb/>
der Nationalbank über diese Idee informiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_35">Die SWS-Umfrageergebnisse zeigen nach Interpretation <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzls</rs>, daß die<lb/>
Partei doch nicht so schlecht dasteht. Wirklich große Einbußen haben nur<lb/>
die Politiker, insbesondere <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, erlitten. Mit Freude und Stolz er<lb break="no"/>zählt er, daß ich immer sehr gut abschneide. Mir gibt dies überhaupt<lb/>
nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_36">Dr. <rs type="person" ref="#per__127504">Stanzel</rs>, Finanzministerium, interessiert sich jetzt neuerdings für<lb/>
die Nachfolge vom Sektionsleiter der Energiesektion. Ich erkläre ihm so<lb break="no"/><pb n="57-1428" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-18_1428.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>fort, daß er kaum Aussichten hat, wenn er nicht aus der Sektion selbst<lb/>
kommt. Er wäre übrigens der vierte Bewerber. Jetzt gibt es <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__123367">Hladik</rs>. <rs type="person" ref="#per__127504">Stanzel</rs> kann sich allerdings schwer entscheiden, ins<lb/>
Handelsministerium zu kommen, weil er nur bei entsprechender Zusage für<lb/>
die Sektionsleitung aus dem Finanzministerium ausscheiden würde und da<lb break="no"/>durch die zwei Staatskommissärsposten bei den Banken verlieren würde.<lb/>
Seine Frau wird jetzt von <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> weggehen, da sie nicht einmal eine<lb/>
Vertragsbedienstete B werden konnte. Ich erkläre sofort, wir werden uns<lb/>
den Fall im Handelsministerium genau ansehen, ob wir sie nicht gebrau<lb break="no"/>chen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__112949">KAZDA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie steht der Fall?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_38">Ein Herr <rs type="person" ref="#per__127538">Kunsch</rs>, der <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> und viele andere sehr gut kennt, hat auch<lb/>
mit dem Bundespräsidenten <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> Gespräche geführt, der angeb<lb break="no"/>lich sofort allem zustimmte. Erstens möchte er Gas- und Strom-Meßtest<lb break="no"/>tage haben, wo einmal im Jahr 3 Tage sozusagen genau gemessen wird.<lb/>
Zweitens möchte er eine Medienaktion für Bewußtseinsbildung mit einem<lb/>
Quiz verbinden. Drittens soll eine Verordnung für Steuerersparnis,<lb/>
<choice><choice><sic>dai</sic><corr>die?</corr></choice></choice> ab Jänner gilt, zweckentsprechende Verwendung garantieren. Zivil<lb break="no"/>ingenieure müßten um 170,–– pauschal alle diese Ansuchen bestätigen.<lb/>
Viertens sollte ein Stoffwertekatalog erstellt werden. Für all diese<lb/>
Tätigkeiten erhofft <rs type="person" ref="#per__127538">Kunsch</rs> eine entsprechende Bezahlung. Zentralsekre<lb break="no"/>tär <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> hätte ihm<add>[statt?]</add> der geforderten 70.000 S 10.000 S angeboten. Ich<lb/>
erklärte ihm sofort, wir haben nicht einmal 1 S. Er müsse sich an die<lb/>
EVA oder andere Institutionen zwecks Bezahlung wenden. Die Ideen werden<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> und die Energiesektion prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_39">Herr <rs type="person" ref="#per__127519">Maschinda</rs>, Geschäftsführer der TRW, amerikanische Großfirma mit<lb/>
einem Umsatz von 5 1/2 Mrd. $, hat in Österreich REPA Salzburg gegründet.<lb/>
Im Ostgeschäft haben sie aus Lieferungen 40 Mio. $ Polen, 15 Mio. $<lb/>
Ungarn, 10 Mio. $ CSSR, 2 Mio. $ Bulgarien und 1 1/2 Mio. $ Rumänien ge<lb break="no"/>liefert. Von Polen<add>[sind]</add> jetzt 5 Mio. S ausständig, die sie nicht bezahlt be<lb break="no"/>kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_40">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll ihn unserem Handelsdelegierten<lb/>
empfehlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_41">Dir. <rs type="person" ref="#per__127523">Warasch</rs>, Schifabrik Elan, begleitet von <rs type="person" ref="#per__127533">Saplatnik</rs>, slowenisches Min<lb break="no"/>derheitenreisebüro, und Herrn <rs type="person" ref="#per__127528">Smolle</rs>, der überhaupt für die Wirtschafts<lb break="no"/>fragen der Minderheit sich einsetzt, ersucht, ob wir sie nicht unter<lb break="no"/><pb n="57-1429" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-18_1429.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stützen könnten. Sie haben kaum Chance <choice><choice><sic>im</sic><corr>in den</corr></choice></choice> Skipool aufgenommen zu<lb/>
werden. MR <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> wird ein diesbezügliches Schreiben mit ihm gemeinsam<lb/>
für mich verfassen. Elan erzeugt 180.000 Paar Ski, die zu 98 % expor<lb break="no"/>tiert werden. Die Jugoslawen haben für 48 Mio. S investiert, die Zinsbe<lb break="no"/>lastung drückt jetzt auf die Ertragslage von Elan. <rs type="person" ref="#per__127533">Saplatnik</rs> referiert<lb/>
über ein großes Ausbauprojekt von Petzen. Dies habe ich dann MR <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
erklärt und <choice><choice><sic>ich</sic><corr>ihn</corr></choice></choice> gebeten, er soll mit den Kärntnern abstimmen, wie wir<lb/>
der Reisebüroorganisation von <rs type="person" ref="#per__127533">Saplatnik</rs> helfen können. <rs type="person" ref="#per__127528">Smolle</rs> referiert<lb/>
über die Verhandlungen der Bundesregierung. Die ökonomische Mittel<lb break="no"/>schule, Kindergärtnerinnenfrage, das ORF-Problem scheint in Angriff ge<lb break="no"/>nommen, vielleicht sogar teilweise gelöst, über die Wirtschaftshilfe<lb/>
muß man noch Gespräche führen. Ich erkläre sofort, daß jeder Unterneh<lb break="no"/>mer aus diesem Gebiet von mir genauso behandelt wird wie ein sonstiger<lb/>
österreichischer Unternehmer. Falls er Einzelfälle hat, wo er sich<lb/>
beschwert fühlt, soll er sie mir unbedingt direkt mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_42">Die Passagendiskussion im AEZ ist diesmal mit den Atomgegner sehr hart.<lb/>
Einer von ihnen regt sich furchtbar auf, beginnt Streit mit einem an<lb break="no"/>wesenden Sicherheitspolizisten. Ich kann dies unter ganzem Einsatz nur<lb/>
einigermaßen beruhigen. Das Ergebnis dieser Diskussion, die sich unter<lb/>
direktem Bedrängen von mir ergibt, ist, daß mein Hut bei dieser Gelegen<lb break="no"/>heit verschwindet. So emotionell aufgeladene Kernkraftdiskussion habe<lb/>
ich noch niemals miterlebt. Ich bin aber trotzdem natürlich nicht von<lb/>
meiner Ansicht abgewichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_43">Auf der Landstraße habe ich den Bezirksräten, die meistens gleichzeitig<lb/>
Sektionsleiter sind, über die Wirtschaftslage, insbesondere Benzinpreis<lb/>
Auskunft geben müssen. Eine Energiediskussion mit Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> im<lb/>
Haus der Begegnung verlief bei 100 %-iger Anwesenheit nur von Genossen,<lb/>
obwohl die Volkshochschule die Rudolfsheimer Bürger eingeladen hatte.<lb/>
Dies war ein krasser Gegensatz zur Nachmittagsdiskussion im AEZ.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-18_44">Ich habe <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> über die zu befürchtende Entwicklung, Umweltschutzgegner<lb/>
gegen das E-Werk in Simmering, aufmerksam gemacht. Jetzt ist eingetreten,<lb/>
was ich Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97913">Schieder</rs> prophezeite. Die Wiener Stadtverwaltung wen<lb break="no"/>det sich gegen das Kohlekraftwerk in Niederösterreich. Früher oder<lb/>
später wird man sich gegen das Wiener wenden. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> nicht im<lb/>
Unklaren gelassen, daß wenn sie 1982 einen Beschluß für den Ausbau des<lb/>
Donaustadt-E-Werkes treffen, dies nicht auf Gas oder Öl sein kann. Die<lb/>
Umweltschutzbestimmungen werden für sie, was immer sie dann entscheiden,<lb/>
sehr teuer zu stehen kommen. <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> gab mir recht, er hat mit den Um<lb break="no"/><pb n="57-1430" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-18_1430.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>weltschutzfragen, Flötzersteig, E-Werk usw., große Sorgen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Knapp, Ilan</persName>
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               <occupation>Leiter Öst. Inst. f. Berufsbildungsforschung (ÖIBF)</occupation>
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               <persName type="label">Hönel, Walter</persName>
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               <occupation>Vertr. slowen. Minderheit; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Komarow, Nikolai D.</persName>
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               <occupation>stv. UdSSR-Außenhandelsmin.</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <persName type="label">Hladik, Rudolf</persName>
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               <persName type="label">Eypeltauer, Beatrix</persName>
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               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
               <persName><surname>Apfalter</surname><forename>Heribert</forename></persName>
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               <occupation>1. Sekr. d. ZK d. DDR</occupation>
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               <occupation>Dir. Schifabrik Elan; Falschschreibung?</occupation>
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               <occupation>öst. Botschafter in Spanien, der Sowjetunion, ab 1981 GS im
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               <persName type="label">Maschinda, A</persName>
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               <occupation>GF Fa. TRW, Gründer REPA Sbg.; Falschschreibung?</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
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               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Bacher, Gerd</persName>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
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