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            <title type="main">Donnerstag, der 13. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_01">Donnerstag, 13. November 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_02">Im Marmorsaal mußte ich die 31 anstehenden Dekrete zur Führung des<lb/>
Staatswappens verleihen. Trotz größten Bemühens war es nicht möglich,<lb/>
wenigstens die Wiener davon zu überzeugen, daß es zweckmäßig wäre, wenn<lb/>
ich im Betrieb ihnen diese Urkunde überreiche. Der Grund dafür ist,<lb/>
daß die meisten Firmen glauben, sie müssen ein riesiges Fest veranstal<lb break="no"/>ten, wenn ich in den Betrieb komme und die feierliche Überreichung vor<lb break="no"/>nehme. Ich habe primär das Interesse den Betrieb aber zu besichtigen<lb/>
und mit den Arbeitern in Kontakt zu kommen. Der wahre Grund dafür dürfte<lb/>
aber sein, daß die Firmen das Staatswappen so schnell als möglich be<lb break="no"/>kommen wollen. Die Überreichung im Marmorsaal war deshalb ganz gegen<lb/>
meine Gewohnheit nicht mehr mit einer individuellen Laudatio verbunden.<lb/>
Ich habe einleitend nur festgestellt, daß das Staatswappen derjenige<lb/>
bekommt, der dem Gesetz entspricht, eben ein führendes Unternehmen in<lb/>
der Branche ist. Die Bestätigung dessen erfolgt primär durch die Han<lb break="no"/>delskammer und durch die AK, alle anderen Gesichtspunkte gelten für<lb/>
mich nicht. Vor allem aber ist es keine Entscheidung, die der Handels<lb break="no"/>minister trifft, sondern eben der zuständige Beamte mit den Interessens<lb break="no"/>vertretungen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_03">Ich beabsichtige aber trotzdem in Hinkunft, wenn ich das Dekret unter<lb break="no"/>schreibe, bei dieser Gelegenheit schon zu klären, ob es nicht doch<lb/>
möglich ist, innerhalb kürzester Zeit, lange vor dem allgemeinen Über<lb break="no"/>reichungstermin, einen Betriebsbesuch ganz formlos zu organisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Keinesfalls mehr so viele zusammenkommen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_05">Die Fa. Berthold &amp; Stempel ist 100 Jahre alt, hatte eine größere Feier<lb/>
in ihrem Betrieb organisiert und bei dieser Gelegenheit konnte ich ihr<lb/>
auch das Dekret zur Führung des Staatswappens überreichen. Diese Han<lb break="no"/>delsfirma, welche insbesondere die Druckereimaschinen vertreibt, aber<lb/>
auch repariert, hat sich von unbedeutenden Anfängen vor 100 Jahren<lb/>
zu einer der größten Vertriebsfirmen und Reparaturwerkstätten entwickelt.<lb/>
Der Festredner aus der BRD hatte zwar nur die Zustände in Westdeutsch<lb break="no"/>land geschildert und teils kritisiert, mir teilweise aber wirklich aus<lb/>
dem Herzen gesprochen. Insbesondere erwähnte er, daß heute in Deutsch<lb break="no"/>land es Schwierigkeiten mit der Atomkraftwerkherstellung gibt, während<lb/>
in Frankreich eines nach dem anderen entsteht, die Franzosen also einen<lb/>
beträchtlichen Vorsprung bekommen werden. Von der Fa. Berthold &amp;<lb/>
Stempel meinte er, hätte der Gründer vor 100 Jahren sehr bald als k.u.k<lb/>
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daran hat sich nichts geändert, kaiserlich-königliches Verleihungsdekret<lb/>
vor fast 100 Jahren, jetzt auch wieder eine Dekretverleihung unter<lb/>
K.u.K, nämlich <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>. Insbesondere erwähnte ich aber<lb/>
dann, daß seine Ermahnungen und Hinweise weniger an mich gerichtet<lb/>
waren, sondern 2 Sessel weiter. Dort saß nämlich Vizebürgermeister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, der ja bekanntlicherweise sich mit aller Vehemenz gegen die In<lb break="no"/>betriebnahme von Zwentendorf zur Wehr setzt. Die Lacher hatte ich na<lb break="no"/>türlich auf meiner Seite, obwohl ich sofort erwähnte, es wäre unfair<lb/>
jetzt weiter zu polemisieren, denn <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> hat ja keine Gelegenheit zu<lb/>
erwidern. Die ausländischen Vertreter aus Westdeutschland, <rs type="person" ref="#per__127159">Neunburger</rs><lb/>
und Linotype, und viele andere Lieferanten waren gekommen. Dies nützte<lb/>
ich natürlich einmal mehr um für Österreich eine Industriewerbung zu<lb/>
starten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_06">Der Verwaltungsgerichtshof hat aus einem Formalfehler den Beschwerden<lb/>
der Aktionsgemeinschaft zum Schutz von Fohnsdorf Rechnung getragen<lb/>
und die Gemeinde muß nun einen neuen Baubescheid erlassen. Wichtig ist<lb/>
nur, daß der Bürgermeister keinen Baustopp bis jetzt verhängt hat.<lb/>
Der Verwaltungsgerichtshof verfolgt jetzt mit dieser neuen Linie den<lb/>
Umweltschutz, sprich also all den Protestanten gegen solche Bauten mehr<lb/>
Rechnung zu tragen. Dies bedeutet, daß jetzt Voitsberg III neu verhan<lb break="no"/>delt werden muß. Die Aufsichtsratssitzung der ÖDK hat, wie mir <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs><lb/>
berichtete, alle Konsequenzen daraus zu ziehen. Da die Landesregierung<lb/>
keine Gegenschrift beim Verwaltungsgerichtshof vorgelegt hat, glaubt<lb/>
der Aufsichtsrat, man könnte gegebenenfalls eine Amtshaftung gegenüber<lb/>
der Landesregierung oder den Beamten geltend machen. Dies bringt sicher<lb break="no"/>lich überhaupt nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll dies genau überprüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_08">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB wurde vereinbart, daß obwohl die Ölwirt<lb break="no"/>schaft gerne jetzt eine Preiserhöhung wünscht und dann im Jänner die<lb/>
Steuerbelastung automatisch überwälzen möchte, damit also eine zweite<lb/>
Preiserhöhung käme, das Handelsministerium auf alle Fälle nur eine<lb/>
einzige Preiserhöhung durchführt. Dir. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> möchte gegebenenfalls<lb/>
zwei Geltungstermine vereinbaren für Benzin vor Weihnachten und nach<lb/>
Benzin jetzt schon vereinbart für Ofenheizöl extra leicht mit 1. Jänner.<lb/>
Ob dies möglich sein wird, bin ich nicht ganz überzeugt. Die AK und der<lb/>
ÖGB haben gegenüber den Ölfirmen sich bezüglich eines Verrechnungssy<lb break="no"/>stems mehr oder minder geeinigt. Sie glauben, daß es möglich sein wird,<lb/>
<pb n="57-1404" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-13_1404.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>obwohl die Ölfirmen eine Unterdeckung von vielleicht 200 S pro t.<lb/>
akzeptieren, würden diese zu 600 S pro t gewinnen zu können. Da ich<lb/>
überzeugt bin, daß dies nicht der Fall sein wird, habe ich mich auch<lb/>
bereit erklärt, über dieses System weiter zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_09">Bezüglich der Gasinlandspreise wurde festgehalten, daß zuerst der Förder<lb break="no"/>zins geregelt werden müßte, bevor eine Preiserhöhung erfolgen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_10">Da die Presse in immer stärkeren Maße die Praktiken der AK angreift,<lb/>
wonach Firmen, die keine gewerkschaftliche Organisation haben, das<lb/>
Staatswappen nicht zugesprochen bekommen, ersuche ich Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> die<lb/>
offenen Fälle jetzt endgültig zu bereinigen. NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> vom ÖGB stimmt<lb/>
mir zu, ich müßte unbedingt die angegriffenen Fälle machen, weil an<lb break="no"/>sonsten der Eindruck entsteht, ich hätte tatsächlich wegen nichtgewerk<lb break="no"/>schaftlicher Organisation ein Gesetz gebeugt. In der Gewerbeordnung<lb/>
steht nämlich nichts drinnen, daß er eine Gewerkschaftsorganisation ha<lb break="no"/>ben muß, ja nicht einmal Betriebsräte. Die AK hätte theoretisch nur<lb/>
festzustellen, ob es sich um ein führendes Unternehmen in der Branchen<lb/>
handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte halte mit AK Kontakt wegen schneller Erle<lb break="no"/>digung der offenen Firmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_12">Eisenschrott sollte jetzt im Preis runtergesetzt werden. Der Schrott<lb break="no"/>verband möchte an der Eisenschrottlenkung unbedingt festhalten. Die<lb/>
HK dagegen möchte die Aufhebung der Preisregelung für Eisenschrott.<lb/>
Wir verbleiben so, daß SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs> die Gespräche mit der<lb/>
verstaatlichten Eisenindustrie führen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_13">Die beantragte Strompreiserhöhung von Wien 8,6 % und von NÖ 6,5 % für<lb/>
die höheren Öl- und insbesondere Gaspreise soll nur dann akzeptiert<lb/>
werden, wenn beide Gesellschaften sich mehr um die Fernwärme kümmern.<lb/>
U.a. wurde festgestellt, daß die NIOGAS in Maria Enzersdorf in ihrer<lb/>
Südstadt die Fernwärmepreise um 100 % erhöhte und es trotzdem zu kei<lb break="no"/>ner befriedigenden Regelung der Anschlußfragen gekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_14">Wir erzielen endlich Einigung, daß den Namen Drogerie nur der Vollkon<lb break="no"/>zessionär tragen darf. Die Großmärkte Vita und DM werden deshalb, auch<lb/>
dann, wenn sie einen Geschäftsführer haben oder eine fachliche Ausbil<lb break="no"/>dung vom Verkäufer nachweisen können, da sie ja nicht das volle<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte jetzt so schnell als möglich durchziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_16">Der Ladenschlußausschuß wird jetzt aktiviert. Dr. <rs type="person" ref="#per__127160">Schwarz</rs> von der AK<lb/>
wollte gerne wissen, was dort gesehen sollte. Die AK und ÖGB waren sehr<lb/>
beruhigt von mir zu erfahren, daß nicht die Absicht besteht, die La<lb break="no"/>denschlußzeit zu ändern, sondern daß es nur notwendig ist über den FPÖ-<lb/>
Vorschlag, der jetzt auch im Parlament verhandelt wird, zu diskutieren<lb/>
und vor allem zu beschließen, daß die jetzt schon 3 Jahre alte Erhe<lb break="no"/>bung über die Ladenschlußzeit dem Parlament und der Presse zur Verfü<lb break="no"/>gung gestellt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_17">Die AK ist mit dem Ergebnis, daß aus Exportförderungsbeiträgen 3 mal<lb/>
100 Mio. S pro Jahr für Forschungsvorhaben österreichischer Exportunter<lb break="no"/>nehmer zur Verfügung gestellt werden, nicht zufrieden. Lt. Bilanz 78,<lb/>
sagt <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, hat die HK 1 1/2 Mrd. S Reserve. Wenn es nach ihm ginge,<lb/>
würde man wahrscheinlich die ganzen Mittel zu irgendwelchen Zwecken<lb/>
heranziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_18">Dr. <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs> vom ÖGB teilt mit, daß die Wirtschaftstreuhänder Gebührener<lb break="no"/>höhung mit 15 % verlangen, zu hoch ist, der ÖGB und die AK würden<lb/>
höchstens 5 % zugestehen. Dies, glauben sie, ist deshalb leichter zu ver<lb break="no"/>teidigen, weil die Wertgebühren ja ständig durch die Werterhöhung<lb/>
steigen, außerdem ist jetzt durch die GesmbH-Gesetznovelle mit einem<lb/>
größeren Arbeitsumfang der Wirtschaftstreuhänder zu rechnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_19">Eine große Beschwerde der AK ist, daß jetzt die HK nicht bereit ist,<lb/>
den Multinationalen Codex, der von der OECD besprochen wurde, in einer<lb/>
ARGE interministeriell zu beraten. Sie sind nicht bereit, einem Beirat<lb/>
zuzustimmen, obwohl gewisse Arbeiten dringendst noch erledigt werden<lb/>
müßten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Versuche über eine interministerielle Besprechung<lb/>
einen Teilerfolg zumindestens zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_21">In der Fraktion der Lebensmittelarbeiter wurde unser Rechtsschutzkomi<lb break="no"/>tee ergänzt. Der ÖGB macht eine Werbeaktion. IFES hat festgestellt,<lb/>
daß 1/3 der Nichtmitglieder erklärten, sie seien noch nie angesprochen<lb/>
worden, der Gewerkschaft beizutreten. Dies kann ich mir zwar nur<lb/>
schwer vorstellen, IFES liefert aber normalerweise immer verläßliche<lb/>
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Wahllisten erfaßt werden können, anschreiben. Insgesamt soll es sich<lb/>
um 700.000 handeln, bei den Lebensmittelarbeitern ca. 15–30.000. Ich<lb/>
kann mir sehr gut vorstellen, daß es sogar noch wesentlich mehr sind.<lb/>
Wir haben nicht ganz 80.000 beschäftigte Lebensmittelarbeiter und höch<lb break="no"/>stens 33.000 aktive Arbeiter bei unseren 45.000 Mitgliedern erfaßt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_22">Im Verfolg der Auseinandersetzung mit der Brau AG konnte ich bereits<lb/>
voriges Wochenende feststellen, daß zwischen den Betrieben Schwechat<lb/>
und den Brau-AG-Betrieben auf der Betriebsratsebene große Spannungen<lb/>
bestehen. Dies kam dann auch in der Fraktionssitzung zum Ausbruch. Ich<lb/>
habe sofort vorgeschlagen, wir sollten diese Diskussion in dem Vorstand<lb/>
nicht weiterführen, sondern ich werde mich bemühen, ein vermittelndes<lb/>
Gespräch als Obmann zu führen, nachdem es auch dem Gruppenobmann <rs type="person" ref="#per__116992">Simperl</rs><lb/>
nicht geglückt ist, die Fragen zu klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Termin im Ministerium mit Sekr. <rs type="person" ref="#per__126872">Macho</rs> ver<lb break="no"/>einbaren.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_24">In der Vorstandssitzung wurde ein Bericht von mir wenig diskutiert, da<lb break="no"/>für aber mit Lohnfreigabewünsche für Molkereiarbeiter und Tabakarbei<lb break="no"/>ter ergänzt. Da Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> leider wieder an seiner alten<lb/>
Krankheit leidet, hat jetzt der erst vor ein paar Tagen gewählte Zentral<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__116991">Göbl</rs> die Berichterstattung übernommen. Unwahrscheinlich, daß<lb/>
wir jetzt gerade zum richtigen Zeitpunkt diesen notwendigen Schritt<lb/>
in diesem Fall wirklich noch zeitgerecht gemacht haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_25">Die Fa. Quelle in Linz hat das Staatswappen verliehen bekommen. Dort wur<lb break="no"/>de 1957 in Oberösterreich mit 6 Beschäftigten ein 6-Mio.-Umsatz-Betrieb<lb/>
gestartet, heute sind es fast 3.000 mit 3 Mrd. S Umsatz. Natürlich habe<lb/>
ich bei dieser Gelegenheit das Familienmitglied, Schwiegersohn des<lb/>
Gründers <rs type="person" ref="#per__127161">Schickedanz</rs>, gebeten, nicht nur die Grüße an die noch lebende<lb/>
Frau <rs type="person" ref="#per__127162">Schickedanz</rs> auszurichten, sondern auch an die Familie appelliert,<lb/>
sie sollten noch weitere Aktivitäten nach Österreich verlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_26">Die Höchst-Tochter Dicopa, eine Kopierpapierfabrik in Linz, hatte eine<lb/>
große Feier im kaufmännischen Vereinshaus veranstaltet. Vor 25 Jahren<lb/>
in Oberösterreich gegründet, ist diese Firma heute führend im Verkauf<lb/>
von Druckereibedarfsartikeln. Sie stellt eben nicht nur Kopierpapier<lb/>
her, sondern verkauft z.B. auch Druckerplatten. So wie bei der Berthold-<lb/>
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mich noch ein wenig aus meiner Lehrzeit auskenne. Ich habe dies bei<lb/>
der Ansprache natürlich weidlich genützt. Da ich dort gleichzeitig den<lb/>
Generaldirektor von Höchst Austria, <rs type="person" ref="#per__127163">Arends</rs>, getroffen habe, habe ich ihn<lb/>
sofort wegen der Differenzen mit dem Betriebsrat angesprochen. Er selbst<lb/>
ist brennend daran interessiert, daß ich dieses Problem bereinige. Er<lb/>
glaubt, er hat alles schon getan, damit jetzt der Betriebsrat nicht mehr<lb/>
gegen eine Staatswappenverleihung für Höchst Austria Einspruch erheben<lb/>
würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte klär dies mit Betriebsrat von Höchst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_28">In der ORF-Sendereihe Aktion Energie wurde ich zur Endrunde eingeladen.<lb/>
Die Diskutanten gegen mich waren leider nicht bereit auf Argumente, die<lb/>
ich brachte, einzugehen, sondern haben ihre Statements schön aufgeschrie<lb break="no"/>ben und natürlich nur runtergelesen. Dies erscheint im Fernsehen<lb/>
vielleicht nicht so typisch, weil sie ja ihren Text meistens auswendig<lb/>
kennen. Es ging zwar um das Problem der Fernwärme, weshalb man auch,<lb/>
weil Linz jetzt mit der VÖEST-Alpine einen größeren Vertrag abgeschlos<lb break="no"/>sen hat, sozusagen am Ort verhandeln wollte. In Wirklichkeit aber ge<lb break="no"/>schieht dies, glaube ich, hauptsächlich, um die Studios überhaupt ein<lb/>
wenig zu beschäftigen. Der Aufwand, um alles dort hinzutransportieren,<lb/>
anschließend hat nämlich innerhalb dieser Sendung noch Prof. <rs type="person" ref="#per__114098">Fantl</rs> seine<lb/>
Tips für die einzelnen Heizkörper gegeben, ist finanziell, ja sogar<lb/>
energiemäßig sehr groß und bringt gar nichts. Die selbe Sendung hätte<lb/>
man ohne weiteres im Wiener Studio abführen können. Vier Punkte wurden<lb/>
besonders kritisiert, daß die Kraftfahrzeugsteuer noch noch Hubraum<lb/>
und nicht nach dem europäischen Verbrauchszyklus geführt wird. Dies<lb/>
wird untersucht, erklärte ich, in Wirklichkeit will das Finanzministe<lb break="no"/>rium aber diese Empfehlung nicht durchführen. Park and ride funktio<lb break="no"/>niert nicht, dies stimmt nur teilweise, denn im ländlichen Raum ge<lb break="no"/>schieht dies seit eh und je. Die Alkoholbeimengungen <choice><choice><sic>ist</sic><corr>werden</corr></choice></choice> in der For<lb break="no"/>schung zu wenig gefördert. Hier gibt es, glaube ich, gar nichts zu for<lb break="no"/>schen, sondern die Frage ist eine reine Preisangelegenheit. Wer zahlt<lb/>
die Differenz zwischen 4,30 S Raffinerie-Superabgabepreis und 9,50,<lb/>
was die Ethanolerzeugung kosten würde. Der vierte und letzte kritische<lb/>
Punkt war, daß für die Geschwindigkeitskontrolle und damit zum Energie<lb break="no"/>sparen zu wenig geschieht. Hier konnte ich darauf verweisen, daß jetzt<lb/>
nicht nur Radars mehr kontrollieren, sondern sogar Schnellrichter ein<lb break="no"/>gesetzt werden. Die ganze Diskussion war meiner Meinung nach nicht<lb/>
sehr erfolgreich, weder für die Sendereihe noch geschweige denn für mich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-13_29">Einzig interessant für mich war, daß Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__114604">Hillinger</rs> vorher<lb/>
mir erklärte, er ist sehr verärgert, <choice><choice><sic>die</sic><corr>daß</corr></choice></choice> die VÖEST-Alpine mit Fernwärme<lb break="no"/>gesellschaft der ESSO abgeschlossen hat und nicht mit der ESG Elektri<lb break="no"/>zitäts- und Fernwärmegesellschaft der Stadtgemeinde. Die Erklärung ist<lb/>
sehr einfach, die ESSO-Gesellschaft hat der VÖEST-Alpine 25 Groschen<lb/>
bezahlt, die ESG hatte höchstens 14 angeboten.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 13.11.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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