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            <title type="main">Dienstag, der  4. November 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band57_1980-11-04</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_01">Dienstag, 4. November 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_02">Wie erwartet hat Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> beim Jour fixe sofort gefragt,<lb/>
wo Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> bleibt. Diese hat als Präsidiumsmitglied<lb/>
der Wr. SPÖ und Frauen-Obmännin an der Geburtstagsgratulation<lb/>
für Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> teilgenommen.<lb/>
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Kurhotel in Strobl einen Investitionskredit bei der Hoteltreuhand<lb/>
eingereicht hat und 3 Mio. am 26.6. die ERP-Ersatzaktion genehmigt<lb/>
bekommen hat. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ging dem nach und stellte fest, daß, weil an<lb break="no"/>geblich keine Schreibkräfte zur Verfügung stehen, 40 bis 50 Fälle<lb/>
schon genehmigt sind und keine Ausfertigung erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_04">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__112949">KAZDA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Ich wünsche sofort einen<lb/>
genauen Bericht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_05"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hatte auch den Artikel in der Kronen-Zeitung, wo die Fa.<lb/>
Elmar in St. Pölten erklärt, sie würde jetzt auf ein Staatswappen<lb/>
verzichten, selbst wenn man es ihr schenken würde, weil die AK<lb/>
bis jetzt, da die Firma keinen Betriebsrat hat, dagegen Einspruch<lb/>
erhoben hat, u. d. Handelsministerium nicht genehmigte. Er urgierte<lb/>
neuerdings wegen den Firmen Singer, Prack &amp; Matzke, Brüder Henn,<lb/>
Eva<add>[?]</add>, wegen Qualetta<add>[?]</add> und <rs type="person" ref="#per__127104">Resi Hammerer</rs>. Ich versprach neuerdings<lb/>
diese Fälle mit der AK endgültig zu bereinigen. Rechtzeitig teilte<lb/>
ich mit, daß die Wiener Molkerei den 68er bekommt, da der Milch<lb break="no"/>wirtschaftsfonds keine Klassifizierung als führendes Unternehmen<lb/>
durchführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Nächstes Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_07">Die SU hat 20 LKW mit österreichischen Gütern an die Grenze ge<lb break="no"/>schickt, obwohl dort keine Transportgenehmigung mehr vorgewiesen<lb/>
werden konnte, da das Kontingent bereits erschöpft ist. BR <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs><lb/>
hat überall interveniert, derzeit verhandelt eine sowjetisch-österr.<lb/>
Kommission über die Regelung. Die Sowjets geben zwar österreichi<lb break="no"/>schen Firmen entsprechende Genehmigungen, aber verhindern, daß Ge<lb break="no"/>genfracht von der Sowjetunion nach Österreich transportiert werden<lb/>
kann. Dadurch werden die Transporte finanziell uninteressant.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll sich erkundigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_09">Ich informierte die HK, daß jetzt der Ladenschlußausschuß zusammen<lb break="no"/>tritt und daß wir letzten Endes die Studie, die vor 3 Jahren von den<lb/>
Interessensvertretungen und dem Handelsministerium bezahlt wurde, den<lb/>
Journalisten und insbes. den Abgeordneten Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> und Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> zur Verfügung stellen müssen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte, der FPÖ-Vorschlag,<lb/>
der 50 Stunden offenhalten, nach freiem Ermessen der Firma<add>[beinhaltet,]</add> stammte<lb/>
von der Jungen Wirtschaft und wurde dann von der Freiheitlichen Partei<lb/>
übernommen. In diesem Fall könnte z.B. Gerngross und Herzmansky, beide<lb/>
gehören dem selben Unternehmer, ihre Arbeitszeit so einteilen, daß sie<lb/>
jeder zwar nur 50 Stunden in der Woche offen hat, aber durch zeitliche<lb/>
Verschiebung eine äußerst günstige lange Offenhaltenszeit bekämen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> war sehr erfreut von mir zu hören, daß selbst das Sonntagsruhe<lb break="no"/>gesetz durch die gute Lösung von SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> dazu führen wird, daß wir<lb/>
das Ladenschlußgesetz nicht novellieren müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte die entsprechenden Verhandlun<lb break="no"/>gen einleiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_11">Ich berichtete, daß der Gremialobmann <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs> sich wegen des Antidumping<lb break="no"/>gesetzes, Verordnungsermächtigung des Handelsministeriums rückwirken<lb break="no"/>de Abgaben festzulegen, bei mir intervenierte. Namens des Handels wollte<lb/>
er, daß ich diese rückwirkende Regelungsmöglichkeit aus der Regierungs<lb break="no"/>vorlage herausnehmen sollte. Dies lehnte ich ab, denn ich werde die<lb/>
jetzt im GATT-Codex mir gegebenen Möglichkeiten unbedingt wahrnehmen.<lb/>
Ich erklärte mich aber sofort bereit, einen Briefwechsel zwischen<lb/>
Handelskammer und Handelsministerium zu akzeptieren, wo ich diese<lb/>
Bestimmung als Rute im Fenster nur unter ganz gewissen, äußerst selten<lb/>
anzuwendenden Bedingungen festgelegt werden sollen. Ich habe von die<lb break="no"/>ser Aussprache sofort SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> informiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wenn die Handelskammer will, kann ein solcher<lb/>
Briefwechsel vereinbart werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_13">Ich informierte die HK über den Vorschlag des Energiesprechers der ÖVP,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, bezüglich der Kohleimportpolitik. Ich stellte mit aller Deut<lb break="no"/>lichkeit fest, daß der inländische Bergbau unter allen Umständen ge<lb break="no"/>schützt werden muß. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> glaubt, die beste Lösung wäre, die inländi<lb break="no"/>sche Kohle wird von der österreichischen E-Unternehmungen übernommen,<lb/>
alles andere wird dann frei importiert. Dies geht deshalb nicht, weil<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_14">Wir diskutierten dann lange über die Kluberklärung des Handelskammer<lb break="no"/>präsidenten <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs>. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> gaben zu, daß sich die Haupt<lb break="no"/>angriffe ausschließlich gegen den Bundeskanzler und Finanzminister<lb/>
richteten. Mit dem Handelsminister wird nicht nur gut kooperiert, son<lb break="no"/>dern sie können mir überhaupt keine konkreten Vorwürfe machen. Eine<lb/>
lange Debatte nahm natürlich neuerdings die Urlaubsverlängerung von<lb/>
4 auf 5 Wochen Mindesturlaub dabei ein. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erklärte, daß er<lb/>
keine Chance sieht, daß die katholische Kirche bereit ist, Donnerstag-<lb/>
Feiertage auch nur zu verschieben, geschweige denn abzuschaffen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte, durch die Urlaubsverlängerung kommt es zu keiner Entla<lb break="no"/>stung des Arbeitsmarktes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_15">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> dann über die derzei<lb break="no"/>tige Arbeitsmarktsituation berichtet. Im Oktober gab es 50.400 Arbeits<lb break="no"/>lose, um 580 mehr als im Vorjahr, gleichzeitig aber um 6600 Gastarbei<lb break="no"/>ter mehr, insgesamt 185.000. Die Arbeitslosenrate ist 1,7 %. Mit den<lb/>
Arbeitsmarktförderungsbeträgen, die durch die Erhöhung der Arbeitslo<lb break="no"/>senversicherungen 1/2 % zusätzliche Mittel bekommen, möchte er 500<lb/>
Mio. S für Strukturverbesserungen geben. Im schwebt vor 160.000 S pro<lb/>
Arbeitsplatz. Die Anträge, die jetzt bei ihm einlaufen, sind Fälle,<lb/>
die schon 2- oder 3-mal solche AMF-Beträge bekommen haben. Hier han<lb break="no"/>delt es sich um reine Konservierung von Arbeitsplätzen, die früher<lb/>
oder später doch nicht zu halten sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort mit dem Sozialministe<lb break="no"/>rium über diese neue Idee Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_17"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> führte den Vorsitz und gab überhaupt keinen Bericht, sondern<lb/>
fragte <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, wie es im Parlament jetzt weitergeht. Da der Abg. <rs type="person" ref="#per__126223">Tull</rs><lb/>
abgesprungen ist, sind jetzt durch 6 Kranke in der SPÖ die Mehrheits<lb break="no"/>verhältnisse sehr kritisch. In der nächsten Sitzung wird auch das Pri<lb break="no"/>vilegiengesetz beschlossen. Da die Parteifinanzierungsgesetze nicht<lb/>
mehr zeitgerecht verabschiedet werden können, ersucht <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, daß<lb/>
das Finanzministerium einer Erhöhung der Klubfinanzierung um 2 Mio. S<lb/>
zustimmt. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> wird die ÖBB-Tariferhöhung im Hauptausschuß ge<lb break="no"/>nehmigt bekommen. Das Sozialministerium muß bis Ende November alle<lb/>
ihre Vorlagen bringen, das Gehaltsgesetz soll am 18.11. im Minister<lb break="no"/>rat sein. Wenn ein Ministerium noch Gesetze in diesem Jahr durchbringen<lb/>
muß, müssen sie auch spätestens im November ins Parlament kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was sagt MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs>, müssen wir noch einbringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_19">In diesem Jahr muß unbedingt der Minimalkonsens zwischen dem Gesund<lb break="no"/>heitsministerium und den einzelnen Ministerien über die Kompetenzüber<lb break="no"/>tragung in die Begutachtung gehen. Das seinerzeitige Versprechen <rs type="person" ref="#per__97668">Krei<lb break="no"/>skys</rs>, in diesem Jahr wird die Kompetenzfrage geregelt, kann sowieso<lb/>
nicht mehr im Parlament erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Sind die Abgrenzungen jetzt mit<lb/>
dem GuSch im Detail erledigt?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_21"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> fragte an, ob er dem Redakteur <rs type="person" ref="#per__127105">Pfitzner</rs> ein Interview geben<lb/>
soll. Dieser hat ihn in Schladming angesprochen, daß nach dem neuen<lb/>
Privilegiengesetz, wo auch die volle Besteuerung der Minister und Abge<lb break="no"/>ordneten vorgesehen ist, er bereit wäre über die privaten Mittel und<lb/>
Verdienste Auskunft zu geben. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> war sehr überrascht zu erfahren,<lb/>
daß die Meinungsumfrage der <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>-Gesellschaft ergeben hat, daß 71 %<lb/>
der Minister zu viel verdienen. Nur bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde gesagt, sei<lb/>
sein Verdienst entsprechend. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte mit Recht, und dies war<lb/>
dann die überzeugende Meinung alle, daß wer immer ein Interview gibt,<lb/>
dabei nur das Negative in den Zeitungen und Massenmedien herausgestri<lb break="no"/>chen wird. Da es sich bei diesem Privilegienabbaugesetz um einen Ini<lb break="no"/>tiativantrag der 3 Parteien im Parlament handelt, sollen auch die Par<lb break="no"/>teien resp. die Abgeordneten entsprechende Interviews geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_22"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bemerkte, daß jetzt mit der Zinsenzuschußaktion, 9 1/2 % Kre<lb break="no"/>dithöchstgrenze kaum ein Geld zu bekommen wäre. <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> korrigierte,<lb/>
daß in der Zinsenzuschußaktion der Bundesregierung ja die bewegliche<lb/>
Regelung jetzt der Anleihezinsfuß plus 3/4 %, also 10,25 % jetzt die<lb/>
die Obergrenze ist. Viel kritischer ist, daß der Zinsfuß bei Genehmi<lb break="no"/>gung für die Laufzeit des Antrages gilt. Wenn daher die Zinsen stei<lb break="no"/>gen, aber auch, wenn die Zinsen einmal fallen, muß der Unternehmer den<lb/>
seinerzeit vereinbarten Zinssatz weitertragen. Jetzt seien mehr An<lb break="no"/>träge vorhanden, als Mittel zur Verfügung stehen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, die<lb/>
könne es nicht geben, verwies aber im Besonderen darauf, daß immer<lb/>
von den Unternehmern erklärt wird, seine Hartwährungspolitik hätte<lb/>
zu den schlechten Investitionen oder gar zu den Außenhandelsdefizit<lb/>
geführt. Die Schweizer und die Deutschen haben aber in einer Zeit, wo<lb/>
der Dollar gefallen ist, ihre Währung also wesentlich härter wurde,<lb/>
die größten Exporterfolge gehabt. Jetzt steigt der Dollar, daher müßte<lb/>
die gegenteilige Entwicklung in Österreich einsetzen und dies trifft<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_23">Im Ministerrat wurde die Tagesordnung wie vorgelegt genehmigt. Vertei<lb break="no"/>digungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> bemerkte nur, daß es sich bei der Ausfuhr von<lb/>
den 50 Panzern nicht um neue, sondern um seinerzeit geschenkte ameri<lb break="no"/>kanische alte Panzer handelt, die diese jetzt zurückhaben wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_24">GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> ruft an und meint, ich sollte Heizöl schwer aus der Preisre<lb break="no"/>gelung überhaupt herausnehmen. Ich erklärte ihm sofort, daß ich nur<lb/>
für die amtlichen Preise zuständig bin, Heizöl schwer ist jetzt in<lb/>
der Paritätischen Kommission und er müßte dies mit den Interessensver<lb break="no"/>tretungen vereinbaren. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> sieht Schwierigkeiten in der Heizöl schwer-<lb/>
Versorgung. Ich hatte ihm sofort einleitend mitgeteilt, daß ich nicht<lb/>
mehr Telefongespräche oder Plaudereien mit ihm abhalten möchte, sondern<lb/>
in konkreten Versorgungsfragen schriftliche Unterlagen von ihm verlan<lb break="no"/>ge.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Er hat erklärt, mir einen Brief darüber zu<lb/>
schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_26">Dir. <rs type="person" ref="#per__126565">Ratauscher</rs> von den Planseewerken, den ich wegen der Reuttener<lb/>
Textilwerke fragte, teilte mir mit, sie werden von den 100 freigestell<lb break="no"/>ten Arbeitskräften 75 übernehmen. Im Reuttener Bezirk wird man bestrebt<lb/>
sein, alle unterzubringen. Die neue Schwermetallgranatenproduktion, die<lb/>
streng vertraulich zwischen VÖEST-Alpine, 75 %, und Planseewerk, 25 %,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_27">neuer Gesellschaft in Liezen aufgenommen werden soll, lauft gut an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_28">Dir. <rs type="person" ref="#per__127106">Huber</rs> von der Fa. Wibeba und ein dort beschäftigter Ingenieur<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127107">Kitzwegerer</rs> haben die Idee, man soll auf der Donau eine Elektrifi<lb break="no"/>zierung der Schiffe vornehmen. Mit Hilfe einer Oberleitung würden E-<lb/>
Schiffe anstelle der Dieselschiffe fahren, weniger Umwelt verschmutzen,<lb/>
besser Energie ausnützen und daher rentabel sein. Ich halte diese<lb/>
Idee derzeit für vollkommen undurchführbar. Niemand wird die unge<lb break="no"/>heuren Investitionen durchführen. Die Landschaftsschützer würden sich<lb/>
außerdem wahrscheinlich noch mehr aufregen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Du hättest sie sofort zu Dir. <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs>, DDSG,<lb/>
schicken sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_30">Aus der DDR ist Dr. <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs>, der Handelsdelegierte, gekommen, um die Be<lb break="no"/><pb n="57-1369" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-11-04_1369.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sprechungen mit <rs type="person" ref="#per__114101">Mittag</rs>, <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> und mir zu fixieren. Gleichzeitig urgiert<lb/>
er neuerdings, daß ich unbedingt an dem Dienstag-Gegenessen teilnehmen<lb/>
sollte. Ich hatte keine Gelegenheit oder werde mich kaum vor diesem<lb/>
sinnlosen protokollarischen Essen drücken können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_31">In Tansania, Uganda und Burundi wird behauptet, ist das große Stau<lb break="no"/>stufenprojekt in der Hand der Österreicher. Die DDR würde sich hier<lb/>
für eine Kooperation sehr interessieren. Österreich soll mit den Nie<lb break="no"/>derländern, Belgiern und Kanada sozusagen der Generalunternehmer<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Essen zusagen und<add>[über]</add> dieses Projekt sofort<lb/>
berichten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_33">Der chinesische Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__117632">Li Qiang</rs> ist zwar zu spät gekom<lb break="no"/>men, dann mit mir nur ins Hotel gefahren. Da in unseren Zeitungen ge<lb break="no"/>rade drinnensteht, daß die Viererbande vor Gericht nicht bereit ist,<lb/>
insbesondere die Witwe <rs type="person" ref="#per__127108">Maos</rs>, ihre Schuld zu bekennen und daher der Pro<lb break="no"/>zeß unterbrochen werden soll, erzählte ich ihm dies. Er hat sich das<lb/>
mit Interesse angehört und dann, wie immer bei Chinesen, keinerlei<lb/>
Kommentar abgegeben, sondern nur eine Bemerkung gemacht, die mir der<lb/>
Übersetzer nicht übersetzte. Da die Chinesen ja bei jeder Frage irgend<lb break="no"/>wie dann vielsagend oder, besser gesagt, nichtssagend lächeln, dies ge<lb break="no"/>hört zur chinesischen Sprache, weiß man bei ihnen ja nie, wie man dran<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_34">Bei der Generalversammlung der deutschen HK hat Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__127095">Schlecht</rs><lb/>
vom Wirtschaftsministerium einen interessanten Vortrag gehalten.<lb/>
Er meinte, im nächsten Jahr wird in Deutschland der Verbraucherpreis<lb break="no"/>index von 5 % im Durchschnitt auf 4 % fallen. Die Bruttoinlandspro<lb break="no"/>duktion wird aber nicht wachsen. Das Leistungsbilanzdefizit, das<add>[mit]</add><lb/>
18 Mrd. DM 78 positiv war, wird heuer auf −30 Mrd. DM steigen. Die<lb/>
Arbeitslosigkeit wird mit 7 Mio. in der EG wahrscheinlich noch höher<lb/>
werden. Allein vom Ölverbrauch müßte, wenn der IEA-Plan durchgeht<lb/>
und sie nur bis 2 1/2 % mehr verbrauchen, die Arbeitslosigkeit auf<lb/>
4 % und mehr steigen. Die derzeitige Korrelation Energie zu BIP 0,8<lb/>
müßte in den 90-er Jahren auf 0,6 gesenkt werden. Am interessante<lb break="no"/>sten aber waren dann seine Ausführungen über Japan. Er meint, wir<lb/>
müßten uns hüten ein Japan-Syndrom zu erreichen. Die Japaner haben auf<lb/>
die Ölkrise nur so reagiert, wie eben die Wirtschaftspolitiker in den<lb/>
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Importquoten festlegen, keine Selbstverschränkungen. Bei diesen Aus<lb break="no"/>führungen ging ein deutliches Raunen durch die deutschen Unternehmer.<lb/>
Der neben mir sitzende Präsident <rs type="person" ref="#per__125559">Rodenstock</rs> hat dann deutlich gesagt,<lb/>
so geht es nicht. Das deutsche Wirtschaftsministerium möchte gegen<lb/>
die japanische Überhandnehmung der Importe keinerlei Maßnahmen setzen.<lb/>
Die deutsche Industrie kann aber am japanischen Markt aus verschieden<lb break="no"/>sten Gründen nicht ankommen. Das Konzept Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__127095">Schlechts</rs> war<lb/>
Strukturen verändern, kein Dirigismus, Qualitätsarbeit und Exportenga<lb break="no"/>gement, Ausnützung der komparativen Kosten. Die Wirtschaftspolitik<lb/>
muß die Rahmenbedingungen schaffen, in der Sozialpolitik muß man zu<lb break="no"/>rückhaltend sein, die Investition hat Priorität. Die Mikroprozessoren<lb/>
sind keine Benachteiligung der Angestellten, sondern, im Gegenteil, die<lb/>
Zukunft. Die Stabilitätspolitik muß fortgesetzt werden, die Deutsche<lb/>
Bundesbank muß die Hartwährungspolitik durchziehen, eine Lockerung<lb/>
wäre eventuell derzeit möglich, aber die Zinsendifferenz verbietet es.<lb/>
Mit der Finanzierungs- und Neuverschuldung muß man äußerst vorsichtig<lb/>
vorgehen, im Budget werden um 4 % mehr Ausgaben vorgesehen, aber die<lb/>
Subventionen müssen gekürzt werden. Es kommt zu einer größeren Steuer<lb break="no"/>senkung. Die Sozialpartner wären auf ihre Verpflichtung festzulegen,<lb/>
der Welthandel muß frei bleiben. Auch in der EG muß es bei der Stahl-,<lb/>
Agrar- und Textilproblematik <choice><choice><sic>eine freiere</sic><corr>zu einer freieren</corr></choice></choice> Wirtschaftslösung kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_35">In der Direktoriumssitzung der ÖFVW gab es als wichtigsten Punkt eine<lb/>
lange Diskussion über das Budget. Die Ländervertreter hatten einstim<lb break="no"/>mig beschlossen, es sollen von der Inlandswerbung, die mit 9 Mio. vor<lb break="no"/>gesehen ist, und von dem allgemeinen Werbebudget diese Beträge ge<lb break="no"/>kürzt und 4 1/2 Mio. auf die Zweigstellen aufgestockt werden. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
war dafür nicht bereit. Nach langer Diskussion haben wir uns dann auf<lb/>
2,3 Mio. S Umschichtung geeinigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-11-04_36">Im Bezirksausschuß gab es eine lange Diskussion über die Bezirksfrage<lb/>
der Wohnungsbauten. Teilweise kennen oder vergessen unsere Genossen<lb/>
Informationen, die sie bekommen, oder kennen sie nicht und kritisie<lb break="no"/>ren daher sehr ungerecht. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, der den Vorsitz hatte, mußte sich<lb/>
sehr ärgern und ich selbst war auch überrascht über manche Aussagen.<lb/>
Über den wirtschaftspolitischen Bericht gab es dagegen wesentlich we<lb break="no"/>niger Kritik.<lb/>
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            <head>TAgesprogramm, 4.11.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 62. Ministerratssitzung, 4.11.1980</head>
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               <persName type="label">Kazda, Josef</persName>
               <persName><surname>Kazda</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Beamter Bautenministerium/HM</occupation>
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               <persName type="label">Lanner, Sixtus</persName>
               <persName><surname>Lanner</surname><forename>Sixtus</forename></persName>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Wiesinger, Günther</persName>
               <persName><surname>Wiesinger</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
               <persName><surname>Lausecker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
               <persName><surname>König</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Li, Tschiang</persName>
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               <occupation>chin. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Pfitzner, Helmuth</persName>
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               <occupation>ORF-Parlamentsredakteur</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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