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            <title type="main">Freitag, der 24. Oktober 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band57_1980-10-24</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_01">Freitag, 24. Oktober 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_02">Ing. <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs> war jetzt 2 Wochen in der SU und hat sich bei Professor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122896">Hint</rs> über dessen Desintegrator, insbes. Baustoffherstellung interessiert.<lb/>
Er ist von dieser Erfindung derart begeistert, daß er Laprex jetzt<lb/>
in der westlichen Welt vertreten wird. Er hat dort die Herstellungs<lb break="no"/>verfahren genau studiert, genau geprüft und ist fest davon überzeugt,<lb/>
daß es sich um eine echte Revolution handelt. Er hat den Baustoff<lb/>
dort mit 90 % Sand, der durch den Desintegrator gelaufen ist, und 10 %<lb/>
Kalk vermischt und hat Baustoffe bekommen, die der ÖNORM und DIN,<lb/>
Deutsche Industrienorm, mehr als entsprechen. 4000 kg pro cm² war die<lb/>
Festigkeit größer als Stahl. Er wird jetzt eine Fabrik bauen, die pro<lb/>
Jahr 800 bis 1000 Wohnungseinheiten von 80–100 m² Jahresausstoß ha<lb break="no"/>ben wird. Davon wird er 200 Häuser für sich selbst als Bauunternehmer<lb/>
verkaufen, die restlichen wird er sozusagen entweder exportieren oder<lb/>
in Österreich absetzen. Module über Einfamilienhäuser, Wohnhäuser,<lb/>
sicherlich auch Industrieanlagen sind fertig. Alles wird in Fertigbau<lb break="no"/>weise gemacht. Die bis jetzt von der SGP vertretenen Interessen dieser<lb/>
sowjetischen Erfindung, an der auch Dr. <rs type="person" ref="#per__116926">Entzmann</rs>, Vst-Dir. der SGP, be<lb break="no"/>teiligt ist, waren seiner Meinung nach bis jetzt unzulänglich. Die ge<lb break="no"/>meinsame Gesellschaft Dessim ist eine reine Ideengemeinschaft gewesen oh<lb break="no"/>ne größere finanziellen Rückhalt und schon vor allem keiner Produktion.<lb/>
Die Philosophie besteht überhaupt dort, daß man den Maschinenverkauf<lb/>
durch die SGP forcieren sollte. <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs> steht auf dem Standpunkt, daß<lb/>
er Anlagen erzeugen muß, um diese Anlagen demonstrativ jetzt von ihm<lb/>
dann weltweit verkauft werden. Zu diesem Zweck hat er jetzt mit Dessim,<lb/>
sprich also den Russen, und der SGP die Produktverwertung und Demon<lb break="no"/>stration mit einer Gesellschaft Desro, die Abkürzung soll bedeuten Des<lb break="no"/>integrator plus <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs>, gegründet. Der Einsatz von <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs> wird ca.<lb/>
100 Mio. sein. Er selbst beteiligt sich mit 20 %, wie er mir nachher<lb/>
unter 4 Augen sagte, und der Rest wird von anderen Geschäftsleuten, die<lb/>
er gut kennt und die sich auch dafür interessieren, aufgebracht. Er<lb/>
ist von diesem neuen Verfahren so begeistert und so überzeugt, daß<lb/>
er ab sofort seine ganze Arbeitskraft dieser Idee widmen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_03">Als letztes größeres Bauwerk wird er den Sünnhof auf der Landstraße<lb/>
in ein Hotel und Boutique usw. umbauen, alles unter Wahrung der Auf<lb break="no"/>lagen des Denkmalamtes, auch ein sehr gewagtes Unternehmen, doch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs> ist davon überzeugt, daß er auch damit ein Geschäft machen wird.<lb/>
Da alle seine Projekte bis jetzt gelungen sind und er in Wirklichkeit<lb/>
<pb n="57-1327" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-24_1327.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>heute ein bedeutender fortschrittlicher Unternehmer ist und vor allem<lb/>
als ein solcher gilt, zweifle ich gar nicht, daß dieses Projekt für<lb/>
ihn positiv enden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_04">Für Oberkirchleiten bei St. Oswald in Kärnten hat er<add>[um]</add> 20 Mio. ERP-Ersatz<lb break="no"/>kredit angesucht. Dr. <rs type="person" ref="#per__115176">Grenz</rs> von der Hoteltreuhand hat erklärt, das<lb/>
liegt nur noch zur Entscheidung bei dem Minister <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte den Akt vorlegen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_06">Mit Ing. <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs> ist auch Dir. <rs type="person" ref="#per__122894">Hirschfeld</rs> gekommen, der <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs> dafür<lb/>
gewinnen will, die Laprexanlage nach Ägypten und in die Westbank, jetzt<add>[von]</add><lb/>
Israel besetzt, sonst aber Jordanien, ebenfalls zu liefern. Da <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs><lb/>
größten Wert darauf legt, daß wenn jetzt irgend eine solche Anlage<lb/>
wo gebaut wird, unbedingt funktionieren muß, nimmt er sich auch um diese<lb/>
Hilfs-, sprich Entwicklungshilfeprojekte, an. Da ich nicht weiß, ob<lb/>
tatsächlich die notwendigen Mittel von seiten des BKA zur Verfügung<lb/>
gestellt werden, empfahl ist <rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs>, sich vorher mit SC <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> ins<lb/>
Einvernehmen zu setzen. Dir. <rs type="person" ref="#per__122894">Hirschfeld</rs> war fest davon überzeugt, daß<lb/>
durch Zusagen des Bundeskanzlers sowohl für Jordanien, Westbank als<lb/>
auch für Ägypten die Mittel bereits reserviert sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte erkundige Dich bei <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_08"><rs type="person" ref="#per__122881">Rogner</rs> erzählte mir auch, daß die Sowjets einen Versuch mit einem<lb/>
Superbenzinmotor laufen haben, der aus einem Gemisch von 50 % Öl, 30 %<lb/>
Kohle und 20 % Wasser, welches auch desintegriert wurde, erfolgreich<lb/>
lauft. Dafür müßte sich eigentlich die Österr. Mineralölverwaltung inter<lb break="no"/>essieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Beim nächsten Treffen GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_10">SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> beabsichtigt keinesfalls mehr irgendwelche Abteilungen in<lb/>
seiner Sektion aufzulassen. Wenn jetzt jemand wie MR <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> in<lb/>
Pension geht, so werden diese Abteilungen ausgeschrieben. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> ist<lb/>
sich allerdings vollkommen klar darüber, daß wir in diesem Fall auf<lb/>
eine zweckmäßige Besetzung achten müssen. Die wichtigste Frage ist<lb/>
entsprechende Fachleute mit überdurchschnittlichem Können dafür zu<lb/>
gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_11">Ein Dutzend sozialistischer Bürgermeister aus Frankreich sind auf<lb/>
Einladung der SPÖ nach Wien gekommen, um hier mit Gesinnungsfreunden<lb/>
<pb n="57-1328" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-24_1328.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zusammenzutreffen. Bei mir interessierten sie sich insbesondere über<lb/>
die Kernkraftwerksfrage. Ich habe sie im Detail informiert, interessant<lb/>
war nur eine Frage einer Genossin, wie diese Angelegenheit von der<lb/>
SJ aufgenommen wird. Ich haben den Widerstand, der gerade von dieser<lb/>
Gruppe kommt, so, glaube ich, sehr objektiv geschildert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_12">Die Direktoren der Vereinigten Eisfabriken<add>[und]</add> Kühlhallen, <rs type="person" ref="#per__127081">Staufer</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127082">Strobl</rs>, sind mit dem Betriebsrat erschienen, um mit mir die Bevorratung<lb/>
zu diskutieren. In den früheren Jahren hat das Landwirtschaftsministe<lb break="no"/>rium entsprechende Vorräte aus Überschußproduktion zumindestens bedingt<lb/>
halten müssen. Dies galt für Fleisch und Butter usw. Jetzt wird alles<lb/>
entweder sofort exportiert oder die Produktion wird so gelenkt, daß<lb/>
keine Lagermengen entstehen. Die Kühlhäuser mußten sich deshalb um<lb/>
ausländische <choice><choice><sic>Lagerer</sic><corr>Lager?</corr></choice></choice> umsehen. Trotz alledem sind 30 % der Belegschaft,<lb/>
sprich 14 Arbeiter, gekündigt worden. Um die restlichen Arbeitsplätze<lb/>
nicht zu gefährden, ersuchen die Kühlhausvertreter, daß doch alle<lb/>
Stellen sich für eine stärkere Lagerung einsetzen. Ich habe ihnen so<lb break="no"/>fort erklärt, daß dafür keine Budgetmittel zur Verfügung stehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_13">Die Werbeagentur Weinberger hat ein neues Panoramafotosystem ent<lb break="no"/>wickelt. Die Fotofirma Hoffmann hat eine amerikanische Kamera erwor<lb break="no"/>ben, wo sie Aufnahmen macht, die der genauen, kartographisch einwand<lb break="no"/>freien Größe entsprechen und nicht wie sonst bei vielen Augenfotos<lb/>
verzerrt ist. <rs type="person" ref="#per__126877">Weinberger</rs> hofft nun, daß er mit diesen Fotos die bis<lb/>
jetzt üblichen systematischen Panoramas ersetzen kann. Ein solches<lb/>
Foto kostet 42.000 S und ist durch Vermietung, 8.000 S pro Jahr, für<lb/>
Ortstafelaufstellungen sehr geeignet. Darunter kann dann eine ent<lb break="no"/>sprechende Firma Reklame machen. 8 Tafeln pro Ort wären die Mindest<lb break="no"/>ausstattung. Ich habe die Gruppe sofort an die ÖFVW verwiesen. Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> soll die entsprechenden Koordinationsgespräche führen. Für die<lb/>
ÖFVW kommt es ja nicht in Frage, wohl aber vielleicht für die entspre<lb break="no"/>chenden Fremdenverkehrsgemeinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte beim nächsten Zusammentreffen mit <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_15">Dr. <rs type="person" ref="#per__127080">Ruppentaler</rs>, Fertigbauwerk<add>[lt. Tagesprogramm </add> der Gemeinde Wien, und Herr <rs type="person" ref="#per__114117">Mayerhofer</rs><lb/>
informierten mit über ein großes Flüssigwasserstoffprojekt. Die Fer<lb break="no"/>tigteilbau errichtet jetzt die neue sowjetische Botschaft bei der<lb/>
Uno City. Dort gibt es einen Botschaftssekretär Alexandrewitsch<lb/>
<pb n="57-1329" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-24_1329.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__127083">Kuprianov</rs>. Dieser erklärt, daß angeblich die Sowjetunion bereit ist,<lb/>
ein großes Flüssigwasserstoffprojekt, das 15 bis 50 Mrd. S kosten<lb/>
könnte, zu errichten. <rs type="person" ref="#per__127080">Ruppentaler</rs> will mich nur vorinformieren, weil<lb/>
er annimmt, daß dieses Projekt bei einer Gemischten sowjetisch-österr.<lb/>
Kommission zur Sprache kommt. Das sehe ich keinesfalls. Dieses Pro<lb break="no"/>jekt müßte, da es ja Sonne, Wasser und Kapital braucht, entweder<lb/>
in Somalia oder in Äthiopien errichtet werden. Ich habe den beiden<lb/>
sofort gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, daß ein westlicher<lb/>
Staat bereit ist, so riesige Investitionen in diesem unsicheren Afrika<lb/>
zu errichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was weiß die Abteilung davon?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_17">Dr. <rs type="person" ref="#per__127085">Koller</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__127084">Wielebnowski</rs>, beide von der Internationalen Bank für<lb/>
Außenhandel, berichten mir von einem Burma-Besuch. Die VÖEST-Alpine hat<lb/>
jetzt den burmesischen Industrieminister eingeladen, um neue Aufträge<lb/>
in Burma zu bekommen. Eine Schmiermittelfabrik 600 Mio. S steht vor dem<lb/>
Abschluß, Kleinkraftwerke für 70 Mio. ebenfalls. Darüber hinaus sollte<lb/>
eine Methanolanlage von 300 Mio. und eine Zellstoffanlage von 2 Mrd.<lb/>
S dem Industrieminister bei seinem Besuch nahegelegt werden. Ich habe<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127084">Wielebnowski</rs> sofort ersucht, er soll bei der Aussprache mit diesem Mi<lb break="no"/>nister neben der VÖEST-Alpine ebenfalls anwesend sein. Die Internatio<lb break="no"/>nale Bank für Außenhandel wird von der Genossenschaftlichen Zentral<lb break="no"/>bank, von der BAWAG, ÖCI, Bankhaus Winter und 20 % Ausländern getragen.<lb/>
Die große Frage ist ja nur, ob die Österreichische Kontrollbank den<lb/>
Kreditrahmen für Burma erhöhen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dort entsprechende Informationen einho<lb break="no"/>len.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_19">Die französische Wochenzeitung Le Point hat einen Redakteur und einen<lb/>
Fotomann geschickt, um über<add>[das]</add> Atomvolksbegehren entsprechende Informa<lb break="no"/>tionen zu bekommen. Allzu befriedigend wird die Aussprache nicht ge<lb break="no"/>wesen sein, weil der Redakteur erstens zu spät gekommen ist und zwei<lb break="no"/>tens in Englisch gehalten wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_20">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB einigten wir uns, daß die Fa. Globus<lb/>
sehr wohl das Staatswappen bekommen wird. Man kann nicht nur, weil die<lb break="no"/>se Druckerei der Kommunistischen Partei gehört, andere Maßstäbe an<lb break="no"/>legen als bei anderen Firmen. Globus exportiert heute einen beträcht<lb break="no"/>lichen Teil der Produktion in die Oststaaten. Außerdem ist Globus<lb/>
<pb n="57-1330" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-24_1330.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>fachlich einwandfrei beurteilt. Die Druckergewerkschaft hat übrigens<lb/>
auch sehr positiv dazu Stellung genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_21">Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> fragt, ob jetzt bei den Molkereien die Staatswappen eben<lb break="no"/>falls nur von den Interessensvertretungen beurteilt werden, oder ob<lb/>
nicht doch, wie von mir beabsichtigt, der Milchwirtschaftsfonds einge<lb break="no"/>schaltet wird. Ich mußte <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> informieren, daß der Milchwirtschafts<lb break="no"/>fonds uns geschrieben hat, er sieht sich außerstande festzustellen, wann<lb/>
eine Firma dieses Wappen führen darf, denn für ihn sind alle Molkerei<lb break="no"/>en gleich. Da Schärdinger schon eines bekommen hat, wird jetzt WIMO<lb/>
ebenfalls von der AK befürwortet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nächstes Jour fixe HK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_23">Die AK, Dr. <rs type="person" ref="#per__114716">Knittler</rs>, wünscht unbedingt, daß jetzt die Kreditauszeich<lb break="no"/>nung über das UWG erfolgt. Das Finanzministerium hat in seinem jetzt<lb/>
<choice><choice><sic>rerst</sic><corr>erst?</corr></choice></choice> im Vorjahr novelliertem Kreditwesengesetz eine Verordnungser<lb break="no"/>mächtigung nur für Kleinkredite bis 400.000 S. Dort muß es kontokorrent<lb break="no"/>mäßig und die Gesamtbelastung im einzelnen auszeichnen. Die AK sagt<lb/>
nun mit Recht, daß Kreditvermittler alles auszeichnen müssen, die Kre<lb break="no"/>ditinstitute nicht. Ich erkläre mich zu einer solchen Maßnahme nur dann<lb/>
bereit, wenn aktenmäßig das Finanzministerium dem zustimmt. Die AK<lb/>
kann sich weder bei der Gesetzwerdung noch dann bei der Durchführung<lb/>
der Gesetze im Finanzministerium Gehör verschaffen und wünscht dann<lb/>
immer, daß ich ihnen die Kastanien aus dem Feuer hole. Da ich nicht<lb/>
bereit bin, meine Kompetenz zu überschreiten, dasselbe hoffe ich ja<lb/>
auch von den anderen Ministern, wird neuerdings gefragt, ob das Finanz<lb break="no"/>ministerium mit einer solchen Vorgangsweise einverstanden ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_24">Die Sonderabgaben auf Rohöl und Derivate, der Gesetzentwurf ist jetzt<lb/>
in den Nationalrat eingebracht, wird natürlich eine Preiskalkulations<lb break="no"/>post sein. Dies kommt sicherlich mit der Besprechung mit der Ölwirt<lb break="no"/>schaft über das neue Preissystem zur Sprache. Von mir wird diese Son<lb break="no"/>derabgabe natürlich anerkannt werden müssen. Da aber die gewünschten<lb/>
Preise niemals genehmigt werden, ist es ein Streit um des Kaisers Bart,<lb/>
ob sie dann letzten Endes berücksichtigt sind oder nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_25">Der Wirtschaftsbeirat hat jetzt eine Studie über die Zahlungsbilanz<lb/>
vorgelegt, wo eine Schlußformel auch sich mit der Kernkraft beschäftigt.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> nimmt zur Kenntnis, daß die HK vielleicht nach dem Volks<lb break="no"/><pb n="57-1331" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-24_1331.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>begehren bereit ist eine Studie ausschließlich für die Kernkraftfrage<lb/>
zu leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_26">Die Grundpreisauszeichnung war seinerzeit als es um das Paket der Nah<lb break="no"/>versorgung, Einführung vom Verkauf unter dem Einstandspreis<add>[ging,]</add> mit der<lb/>
HK vereinbart worden. Der Fachverband für Nahrungs- und Genußmittelin<lb break="no"/>dustrie, Sekr. <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs> und Präs. <rs type="person" ref="#per__127086">Pecher</rs>, hat jetzt dagegen Bedenken.<lb/>
ÖGB, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, verlangt, daß dieses Junktim unbedingt aufrecht erhal<lb break="no"/>ten bleibt. Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> erklärt, daß weder der Konsum noch irgendeine<lb/>
andere Verkaufsorganisation in den Märkten, Diskontläden, allgemeinen<lb/>
Verkaufsläden die Auszeichnung restlos einhält. Der Konsum ist jetzt<lb/>
schon bei der Auszeichnung führend und immer wieder muß <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> fest<lb break="no"/>stellen, daß rein arbeitsmäßig gar nicht die jetzige Auszeichnung<lb/>
erfüllt werden kann. Die AK und ÖGB bestehen aber auf die Durchführung<lb/>
der Vereinbarung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_27">ANMERKUNG FÜR SC <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Wie können wir dieses Problem wirklich besser<lb/>
in den Griff kriegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_28">Die Fa. Tekum<add>[?]</add> in Liesing erzeugt Plastikröhren. Die Chemiearbeiter<lb break="no"/>gewerkschaft ist für die Auszeichnung nach § 68, die Angestelltenge<lb break="no"/>werkschaft dagegen. SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> hat darüber berichtet, die AK wird die<lb/>
Koordination versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_29"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet über die Nationalbanksituation. Im Parlament ist jetzt<lb/>
eine Novelle in Verhandlung. Die ÖVP möchte die Unabhängigkeit der<lb/>
OeNB durch eine Verfassungsbestimmung in einigen Punkten des derzeiti<lb break="no"/>gen Nationalbankgesetzes. Der ÖGB möchte für Investitionen, die er<lb/>
dringendst für Großbetriebe braucht, einen Direkteskont. Die zweite<lb/>
Variante wäre, wenn das nicht gelingen sollte, daß sie die Investi<lb break="no"/>tionskredit AG vergrößert. 51 % der Aktien sollte dann der Staat über<lb break="no"/>nehmen und über Offenmarktpolitik die Finanzierung der Großkredite<lb/>
durchführen. Dies wird wahrscheinlich auf den größten Widerstand nicht<lb/>
nur der Unternehmer, sondern auch des Finanzministeriums stoßen. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
möchte außerdem, daß bei Nichteinhaltung der Mindestreserven usw. eine<lb/>
Strafmöglichkeit geschaffen wird. Für alle in der OeNB Beteiligten<lb/>
wird erhöhte Dividendenausschüttung, derzeit mit 6 % begrenzt, auf 10<lb/>
angehoben. ÖGB, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, meint, wichtig war, daß die Begrenzung der<lb/>
5 Direktorenverträge jetzt wenigstens für bestehende auf 5 Jahre wei<lb break="no"/>ter automatisch verlängert wird. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> befürchtet ansonsten, daß der<lb/>
<pb n="57-1332" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-24_1332.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzige Vertrag von GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> mit irgendetwas bei der Verlängerung<lb/>
hätte bezahlt werden müssen. Außerdem soll der Generalrat eine be<lb break="no"/>schränkte Anzahl von Bankenvertretern haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-24_30">Materiell hat sich in den ersten 9 Monaten gezeigt, daß die Geldka<lb break="no"/>pitalmenge von 58 Mrd. auf 35 Mrd. zurückgegangen ist, die Kredite von<lb/>
77 Mrd. auf 62 Mrd. Die Sollzinsen sind um 3–4 % gestiegen. Der Kon<lb break="no"/>sum muß aber um 6 % mehr zahlen, wie <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> sofort protestierend ein<lb break="no"/>warf. Der Konsum zahlt jetzt 11 1/2 %, bekommt darüber hinaus gar nicht<lb/>
die notwendigen Kapitalmittel und wird deshalb z.B. auch die Brotfa<lb break="no"/>brik in Leoben nicht bauen. Darüber hat es dann eine lange Diskussion<lb/>
gegeben. Ich glaube, daß jetzt tatsächlich der Zeitpunkt erreicht ist,<lb/>
wo die Kreditrestriktion zumindestens für die Investitionskredit zu<lb break="no"/>rückgenommen werden muß.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 24.10.1980</head>
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               <occupation>Sekr. sowj. Botsch. UNO Wien; Name wohl falsch und/oder
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