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            <title type="main">Mittwoch, der 22. Oktober 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_01">Mittwoch, 22. Oktober 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_02">Im Klub berichtete Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, daß <rs type="person" ref="#per__126223">Tull</rs> jetzt aus der Partei<lb/>
ausgetreten ist und als wilder Abgeordneter weiter bleibt. Dadurch<lb/>
ist es notwendig, seine Posten zu besetzen. Obmann des Finanzausschus<lb break="no"/>ses wird <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes. Gleich<lb break="no"/>zeitig kommt <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> in den Finanzausschuß, der auch der Steuerkommission<lb/>
des Gewerkschaftsbundes angehört. Anstelle des Sozialministers <rs type="person" ref="#per__111740">Dallin<lb break="no"/>ger</rs> wird <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> ebenfalls in den Finanzausschuß delegiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_03">Die Abgeordnete Dr. <rs type="person" ref="#per__114119">Seda</rs> ist zur Verabschiedung noch einmal in den Klub<lb/>
gekommen. Durch ihr Ausscheiden können die Kärntner den AK-Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127073">Kottek</rs> in den Nationalrat entsenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_04"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet über die Zivildienernovelle, <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> wird aufgefor<lb break="no"/>dert über die Rentenerhöhung zu referieren. In der Tagesordnung<lb/>
stehen auch zwei erste Lesungen, das eine Schulgesetznovelle von der<lb/>
SPÖ eingebracht und von der ÖVP eben der Pensionserhöhungsantrag.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> berichtet, daß die 5,1 % einstimmig vom Rentenbeirat be<lb break="no"/>schlossen wurden, 4 1/2 Mrd. S dem Bund kosten werden. Darüber hinaus<lb/>
hat aber die sozialistische Seite, vorbereitet durch den verstorbenen<lb/>
Sozialminister <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> und vor allem budgetmäßig abgedeckt und<lb/>
mit Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> besprochen, die Ausgleichszulagenempfän<lb break="no"/>ger um 6 % erhöht. Der Antrag <rs type="person" ref="#per__125293">Schwimmers</rs> würde nur noch 49 S mehr dem<lb/>
Ausgleichszulagenempfänger bringen, für Verheiratete sogar 6,4 %, wo<lb/>
der <rs type="person" ref="#per__125293">Schwimmer</rs>-Antrag 51 S mehr bringen würde. Bei den kleinen Einkommen<lb/>
ist dies aber natürlich schon eine noch zusätzliche wesentliche per<lb break="no"/>zentuelle Erhöhung. Die von den Sozialisten vorgeschlagenen Erhöhun<lb break="no"/>gen machen immerhin 142 Mio S Mehrbelastung für den Finanzminister<lb/>
aus. In der Diskussion dann im Haus hat der sozialpolitische Sprecher<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> darauf verwiesen, daß die ÖVP nicht nur während ihrer 4-jähri<lb break="no"/>gen Alleinregierungszeit wesentlich geringere Erhöhungen gemacht hat,<lb/>
daß die Sozialisten seit 1970 jedes Jahr fast mehr, manchmal sogar<lb/>
2 mal im Jahr höhere Pensionserhöhungen gerade für die Ausgleichszu<lb break="no"/>lagenempfänger beschlossen haben. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> hat dann von der Regie<lb break="no"/>rungsbank, wie er sagt, zum ersten Mal zuerst seines Vorgängers <rs type="person" ref="#per__98063">Weißen<lb break="no"/>berg</rs> gedacht und dann der ÖVP-Seite eine Zusammenarbeit angeboten.<lb/>
Dies gilt insbesondere für die Partnerschaftspension und insbesondere<lb/>
auch für die verstärkte Mitbestimmung, die ja <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> unbedingt<lb/>
durchziehen möchte. Diese Vorgangsweise war sehr geschickt, obwohl ich<lb/>
<pb n="57-1316" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-22_1316.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>felsenfest davon überzeugt bin, daß es hier zu keiner Zusammenarbeit<lb/>
kommen wird. Die ÖVP wird selbstverständlich weiter lizitieren. Ich<lb/>
bin sehr gespannt, wie sich der ÖAAB nur bei der Mitbestimmungsfrage<lb/>
verhalten wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet dann noch im Klub über die Leobner<lb/>
Tagung und über die wirtschaftspolitische Situation. Auch hier kam<lb/>
er auf die Wünsche des GD <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> von der CA zu sprechen, daß für<lb/>
Niklasdorf jetzt der Staat für die Frühpensionierung der dort zu Ent<lb break="no"/>lassenden aufkommen müßte und daß er dies ganz entschieden abgelehnt<lb/>
hat. Die privaten Unternehmen müssen eben in einem Sozialplan, wenn<lb/>
sie Leute in die Frühpension schicken wollen, sowie die ÖIAG für die<lb/>
Edelstahlleute selbst aufkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_05">Mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> von der AK und Vizepräs. <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> besprach ich das<lb/>
Ausscheiden des Zentralsekretärs <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> aus der Vorstandsfunktion und<lb/>
gleichzeitig dann auch aus der AK. Beide bedauerten dies sehr, haben<lb/>
aber eingesehen, daß nachdem es der ausschließliche Wunsch von <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs><lb/>
selbst ist, das Vorstandsmandat selbstverständlich dem Getränkesekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126872">Macho</rs> zugesichert wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_06">Der Abg. <rs type="person" ref="#per__123320">Grabher-Meyer</rs> von den Freiheitlichen hatte mir Anfang des Mo<lb break="no"/>nats einen Brief geschickt wegen einer Meisterprüfungsnachsicht für ei<lb break="no"/>nen Fotografen in Vorarlberg. Dieser hatte bei der Buchhaltung versagt,<lb/>
ist jetzt schon ein so großer Betrieb, daß er sich sogar einen Steuer<lb break="no"/>berater unbedingt halten muß, war, wie der Abgeordnete mir sagte, vor<lb break="no"/>her ein ÖVP-Mann und fotografiert jetzt für die Freiheitlichen und<lb/>
ist auch ihr Funktionär. Deshalb wird er vom Land sehr benachteiligt.<lb/>
Die HK hat der Nachsicht zugestimmt, das Land lehnt ab. Unsere Akten<lb break="no"/>lage ergibt aber, daß vorerst das Land noch zu weiteren Erhebungen he<lb break="no"/>rangezogen werden muß. Durch Zufall habe ich den Antwortbrief zur<lb/>
Unterschrift bekommen und ihn dann persönlich gleich überbracht. Die<lb/>
FPÖ-Fraktion war sehr überrascht über die schnelle Erledigung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Bitte mir über den weiteren Vorgang immer be<lb break="no"/>richten.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_08">Der zweite Präsident des Nationalrates <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> intervenierte für<lb/>
ein Staatswappen <rs type="person" ref="#per__127074">Guido Bach</rs>, Großfeldsiedlung in Wien, <choice><choice><sic>Metallarbei<lb break="no"/>terbetrieb</sic><corr>Metallverarbeitungsbetrieb</corr></choice></choice>, der Eisengitter erzeugt und als Kleinstbetrieb sogar expor<lb break="no"/>tiert. Um ein spanisches Geschäft zu bekommen, hat <rs type="person" ref="#per__127074">Bach</rs> sogar in 3 Mo<lb break="no"/>naten Spanisch gelernt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie steht der Fall?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_10">Die Budgetrede des Finanzministers war darauf aufgebaut, und er hat<lb/>
einleitend dies auch gleich gesagt, die 25 Mrd. S Defizitgrenze zu<lb/>
halten. Geschickt spricht er jetzt immer nur von einem Nettodefizit<lb/>
von 25 Mrd. Daß die Massenmedien dann von 50 Mrd. S Bruttodefizit be<lb break="no"/>richteten, war für mich selbstverständlich, hat aber etliche soziali<lb break="no"/>stische Abgeordnete sehr aufgeregt. An die Spitze stellte er daher den<lb/>
Dank, da diese 25 Mrd. S eingehalten werden konnten, an den Steuerzah<lb break="no"/>ler, der die Mittel aufbringt, aber auch an die Regierungskollegen, die<lb/>
so viel Verständnis für diese neue restriktive Budgetpolitik haben.<lb/>
Außer seiner 5 1/4-stündigen Rede hat er dann noch eine zweite ergänzen<lb break="no"/>de beigelegt, wo viele Details noch dargelegt wurden und vor allem<lb/>
ein umfangreiches statistisches Material aufwendig auf Karton gedruckt,<lb/>
alles sehr beeindruckend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_11">Der gabunische Industrieminister hat im Hotel Hilton ein Mittagessen<lb/>
gehabt, das allerdings, wie ich dann feststellen konnte, von der UNIDO<lb/>
bezahlt wurde. Die UNIDO hatte auch den Generalsekretär, seinen Stell<lb break="no"/>vertreter und noch andere Mitarbeiter delegiert. Ich war sozusagen<lb/>
nur der Aufputz, neben mir war nur noch der VÖEST-Vertreter <rs type="person" ref="#per__111006">Graf<lb/>
Pallfy</rs><add>evtl. Falschidentifikation</add>. Dieser berichtete mir, daß er mit den Gabunern Projekte abge<lb break="no"/>sprochen hatte und vor allem aber über den Wunsch der Gabuner durch<lb/>
know how-Verträge und ev. Kooperation nicht nur die Anlagen zu lie<lb break="no"/>fern, sondern auch den Betrieb dort sicherzustellen. Den Gabunern<lb/>
schwebt Ähnliches vor wie die gemeinsame Fabrik in Kamerun, wo mehrere<lb/>
europäische Länder beteiligt sind. Konkret wurden keinerlei Geschäfte<lb/>
aber abgeschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_12">In der Paritätischen Kommission mußte ich den Vorsitz führen und die<lb/>
Tagesordnung wurde schnell und normal abgewickelt. Zum Schluß berich<lb break="no"/>tete ich noch über die Einstellung des amtlichen Preisverfahrens für<lb/>
Kaffee, da sich ja die Sozialpartner geeinigt hatten. Überraschend<lb/>
war dann noch, daß Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mitteilte, daß eine<lb/>
Einigung in der Vieh- und Fleischkommission nicht erzielt werden konnte<lb/>
und diese eigentlich derzeit nicht arbeitsfähig ist. In der Vergangen<lb break="no"/>heit wurden durch die Vieh- und Fleischkommission Anträge für Importe<lb/>
meistens sehr spät freigegeben, um den inländischen Bauern zu stützen<lb/>
und höhere Preise dadurch zu erreichen. Jetzt aber ist es überhaupt<lb/>
nicht mehr möglich einen Kompromiß zu erzielen. Zum Import stehen<lb/>
<pb n="57-1318" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-22_1318.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stehen 5000 t Verarbeitungsfleisch an, gleichzeitig wollen die Bauern<lb/>
Export für Lebendrinder und Rindfleisch und für 500 t ägyptische<lb/>
Hilfslieferung konnte ebenfalls keine Einigung erzielt werden. Man<lb/>
erwartet, daß der Landwirtschaftsminister eine Weisung gibt. Dies geht<lb/>
aber aufgrund des Gesetzes nicht, denn Weisungen können nur erfolgen,<lb/>
wenn entweder gesetzwidrige Maßnahmen gesetzt wurden oder die Versor<lb break="no"/>gung gefährdet ist. Bei dem Überschuß, der aber an hochwertigen Rin<lb break="no"/>dern bei uns in Österreich besteht, die allerdings zur Verarbeitung<lb/>
nicht kommen sollten, weil sie zu teuer sind, besteht auf alle Fälle<lb/>
keine Versorgungsgefährdung. Wenn 5000 t Verarbeitungsfleisch herein<lb break="no"/>kommen, können ja die Lebendvieh- und Rindfleischexporte sofort geneh<lb break="no"/>migt werden. GS <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> appellierte an die in der Viehkommission<lb/>
sitzenden Interessensvertreter, die übrigens genau die selben sind,<lb/>
die auch ja die Paritätische Kommission beschicken. Präs. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs><lb/>
meinte, es sollten schnell Gespräche geführt werden, denn die Märkte<lb/>
laufen, wie er sich ausgedrückt hat. Mit anderen Worten, die Exporte<lb/>
sind für Lebendvieh dringend notwendig. Gleichzeitig muß halt aber<lb/>
auch die Landwirtschaft den Verarbeitungsimporten zustimmen. Dkfm.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> von der AK stellte mit Recht fest, hier handelt es sich nicht<lb/>
um Differenzen zwischen Konsumenten und Bauern, sondern primär zwi<lb break="no"/>schen Verarbeitungsbetrieben und Bauern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_13">Interessant war dann noch eine Diskussion über die zukünftige Schwei<lb break="no"/>nesituation. Präs. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> hat festgestellt, die Schweinemisere<lb/>
sei beendet. Die Bauern wünschen aber, daß die Abschöpfung, die von<lb/>
den Schweinen in dem nächsten Jahr zu erwarten ist, für die Schweine<lb break="no"/>exporte reserviert werden soll. Sie wünschen also, wenn man so sagen<lb/>
kann, ein Schachtelsystem, Abschöpfung von Schweinen für Exporte von<lb/>
Schweinen reservieren. Dagegen hat sich <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mit Recht ausgesprochen,<lb/>
denn er stellte fest, daß in diesem Fall die Hühnerabschöpfung dann<lb/>
für die Hühnerproduktion verwendet werden müßte, was niemand wünscht<lb/>
und schon gar nicht anstrebt. Selbsttragende Systeme können niemals<lb/>
für einzelne Produkte sein, anzustreben wäre allerdings für die ge<lb break="no"/>samten Fleischexporte ein selbsttragendes System, das heißt, es<lb/>
müßten noch höhere Importabschöpfungen erfolgen. Dies würde aber zu<lb/>
so großer Belastung der Konsumenten führen, daß dies auch wieder nicht<lb/>
möglich ist. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat es wirklich mit den Landwirtschaftsvertretern<lb/>
sehr schwer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_14">In der Energiesektion am Schwarzenbergplatz hat der Energielenkungs<lb break="no"/><pb n="57-1319" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-22_1319.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>beirat, der alle Jahre einberufen wurde und aber jetzt 2 Jahre schon<lb/>
nicht mehr tagte, sich über den Probelauf der IEA unterhalten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126992">Schandel</rs> hat sehr beeindruckend referiert, wie dieser Probelauf jetzt<lb/>
durchgeführt wird und wie Österreich dabei mitwirkt. Zur Einsparung<lb/>
wurde vorgeschlagen, zwei freie Tage, angebliche Ersparnis 4,2 % pro<lb/>
Tag und weitere Geschwindigkeitsbeschränkungen, Einsparung 3 %, insge<lb break="no"/>samt also mehr als die von der IEA geforderten 10 % Einsparung. Das<lb/>
Ganze ist aber wirklich eine rein theoretische Arbeit, die nur dazu<lb/>
dient, um zu sehen, ob überhaupt die Kommunikation funktioniert und<lb/>
die theoretischen Rechnungen dann auch wenigstens eben in der Theorie<lb/>
durchgerechnet werden. In der Praxis, erklärte ich gleich freimütig,<lb/>
wollte ich dies nicht gerade erleben. Darüber hinaus aber habe ich<lb/>
angekündigt, daß ich die Industrie- und Energiesektion ersucht habe,<lb/>
man möge dann durchexerzieren, wie die österreichische Durchführung<lb/>
dieses IEA-Beschlusses funktionieren könnte. Die Länder habe ich gleich<lb break="no"/>zeitig aufgefordert, daran mitzuwirken. Wenn es nämlich wirklich zu<lb/>
einer Bewirtschaftung von Benzin kommen sollte, wird ja die Durchfüh<lb break="no"/>rung ausschließlich bei den Ländern liegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte beachte, daß dies dann auch tatsächlich<lb/>
bei der Länderbesprechung erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_16">Die Fachverbandsvorsitzenden, der Obmann KR <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs> und sein Stellver<lb break="no"/>treter <rs type="person" ref="#per__126387">Liegle</rs>, 83 Jahre schon alt, sind jetzt endgültig ausgeschieden.<lb/>
Dazu hat der Fachverband einen Heurigenabend gegeben. Da ich mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs> durch 10 Jahre die Damenmodewoche gemeinsam eröffnet habe und<lb/>
gerade diese Damenmodewoche aber jetzt, seitdem sie die Wiener Messe<lb/>
organisiert, einen furchtbaren Niederbruch erlitten hat, beabsichtigte<lb/>
ich diesen Heurigen zu besuchen und über dieses Problem mit den Unter<lb break="no"/>nehmervertretern zu sprechen. Sie bestätigten mir, was Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, die ja heuer die sogenannte internationale Modewoche er<lb break="no"/>öffnet hat, auch feststellte, es war eine Katastrophe. Niemand konnte<lb/>
mir allerdings sagen, wie man dies ändern kann, eher wurde empfohlen<lb/>
diese ganze Messeveranstaltung einzustellen. Da meine Frau in der<lb/>
Kriegszeit 5 Jahre bei der Firma Liegle dienstverpflichtet war, bezeich<lb break="no"/>net sie der ausscheidende KR als seine älteste Mitarbeiterin. Manchmal<lb/>
habe ich das Gefühl, daß <rs type="person" ref="#per__126387">Liegle</rs>, insbesondere auch sein Sohn, nicht nur,<lb/>
weil ich Minister bin, sondern weil damals diese Uniformfabrik ja<lb/>
sehr auf Erzeugung sozusagen Auftragserfüllung ausgerichtet war, jetzt<lb/>
umso mehr zeigen wollen, wie sehr sie sozial eingestellt sind. U.a.<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__126387">Liegle</rs> von seinem Sohn als Geburtstagsgeschenk alle Kollektivverträ<lb break="no"/><pb n="57-1320" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band57/57_1980-10-22_1320.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ge, die er in der zweiten Republik abgeschlossen hat, in einem Buch<lb/>
gebunden bekommen. Die soziale Seite wird jetzt sehr stark herausge<lb break="no"/>strichen, meine Frau als Schneidermeisterin besonders gewürdigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band57_1980-10-22_17">Da ich vorher durch eine falsche Information in einem anderen Raum<lb/>
zum Präsidentenempfang der HK-Delegierten aus Ostasien geraten bin, wo<lb/>
ich auch viele Beamte des Handelsministeriums, aber auch vom Außenamt<lb/>
und Finanzministerium getroffen habe, hatte ich dann den Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ebenfalls zu der Fachverbandsfeier rübergenommen. Dieser<lb/>
erklärte nach meiner Ansprache dann, daß es ihn sehr freut, daß dieser<lb/>
Fachverband jetzt diese schöne Abschiedsfeier gemacht hat, wo er durch<lb/>
Zufall reingekommen ist, um, wie er sich ausdrückte, meine Frau zu be<lb break="no"/>grüßen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erwähnt immer wieder, er bedauert zutiefst, daß<lb/>
meine Frau als Schneidermeisterin nicht arbeitet. Er ist sehr stolz,<lb/>
daß sie eine Meisterin ist, die übrigens auch tatsächlich ja, wenn auch<lb/>
nur sehr kurze Zeit, einen Betrieb <choice><choice><sic>führt</sic><corr>geführt hat</corr></choice></choice>. Betrieb kann man dies aber<lb/>
wirklich nur im Sinne der Gewerbeordnung nennen, denn sie war ein<lb/>
Einmannbetrieb mit einem Lehrmädchen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
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               <persName type="label">Kottek, Franz</persName>
               <persName><surname>Kottek</surname><forename>Franz</forename></persName>
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               <persName type="label">Teschl, Alfred</persName>
               <persName><surname>Teschl</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Obmann Chemiearbeitergewerkschaft</occupation>
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               <persName type="label">Braun, Helmut</persName>
               <persName><surname>Braun</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Wr. SPÖ-GR-Abg., GPA, NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Tull, Stephan</persName>
               <persName><surname>Tull</surname><forename>Stephan</forename></persName>
               <occupation>erst SPÖ-, dann "wilder" NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Pallfy, A</persName>
               <persName><surname>Pallfy</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>ehem. Handelsdelegierter</occupation>
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               <persName type="label">Blaha, Hermann</persName>
               <persName><surname>Blaha</surname><forename>Hermann</forename></persName>
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               <persName type="label">Liegle, Walter</persName>
               <persName><surname>Liegle</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Fachverband Bekleidungsindustrie</occupation>
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               <persName type="label">Lanc, Erwin</persName>
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               <persName type="label">Weißenberg, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Weißenberg</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Elias, Siegfried</persName>
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               <occupation>Vors. Fachverb. Bekleidungsind.</occupation>
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               <persName type="label">Haiden, Günter</persName>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
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               <persName type="label">Minkowitsch, Roland</persName>
               <persName><surname>Minkowitsch</surname><forename>Roland</forename></persName>
               <occupation>Präs. Bauernbund</occupation>
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               <persName type="label">Dallinger, Alfred</persName>
               <persName><surname>Dallinger</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>ZS GPA, ab 1980 Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Seda, Erika</persName>
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               <persName><surname>Grabher-Meyer</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>FPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
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               <persName type="label">Treichl, Heinrich</persName>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
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               <persName type="label">Schandel, Walter</persName>
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               <persName type="label">Mühlbacher, Kurt</persName>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <occupation>ÖVP-NR-Abg., ÖAAB</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
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