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            <title type="main">Donnerstag, der  2. Oktober 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band56_1980-10-02</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_01">Donnerstag, 2. Oktober 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_02">Beim Jour fixe mit GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> erläutert Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, daß die Umbesetzung<lb/>
des Aufsichtsrates in der Verbund, bisheriger Vertreter des Land<lb break="no"/>wirtschaftsministeriums <rs type="person" ref="#per__126406">Grabmayr</rs>, der in Pension ist, und der jetzige<lb/>
Leiter der Wasserwirtschaft, Dr. <rs type="person" ref="#per__116698">Oberleitner</rs>, aufgrund des Beschlusses<lb/>
des Ministerrates automatisch durchgeführt werden muß. In der nächsten<lb/>
Aufsichtsratssitzung ist <rs type="person" ref="#per__116698">Oberleitner</rs> auf alle Fälle schon durch<lb/>
Regierungsbeschluß bestellt. Ein Dekret, wie Präs. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> glaubte, be<lb break="no"/>kommt bei der Aufsichtsratsbestellung niemand. Vor allem aber hat<lb/>
das Dekret überhaupt keine konstituierende Wirkung. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> wird<lb/>
dieses Problem mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> besprechen, da <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> angedroht<lb/>
hat, daß der Bundeskammervertreter GD <rs type="person" ref="#per__113818">Gehart</rs> von der Handelskammer<lb/>
abberufen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_03">Bei der Bestellung von SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs>, wird, was immer dann bei der Umbe<lb break="no"/>setzung in der Energiesektion geschieht, auf alle Fälle das Wasser<lb break="no"/>recht zu Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_04">Ich informiere <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> über die Aussprache mit LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> und<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> über das Projekt Osttirol. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> teilt die Meinung,<lb/>
daß der Ausbau der Kraftwerke Westtirols, 2 Mrd. kWh, nicht als Kom<lb break="no"/>pensation für das Zugeständnis des 51 % Anteils an der Osttiroler<lb/>
Ausbaugesellschaft akzeptiert werden kann. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> schwebt eine<lb/>
gemeinsame Gesellschaft für Ost- und Westtirolausbau vor. Die liebste<lb/>
Lösung wäre ihm allerdings, auch wenn sich Tirol stärker an der TKW<lb/>
beteiligen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_05">Wenn im Projekt Mittlere Salzach jetzt durch Miteigentum zwischen<lb/>
Safe und TKW 50 und 50 geteilt wird, ist dies kein Präjudiz für<lb/>
Tirol, denn dort wird keine eigene Gesellschaft gegründet. Hier er<lb break="no"/>folgt der Ausbau ähnlich wie bei der Oberen Drau, wo ebenfalls<lb/>
zwischen Kelag und ÖDK zu 50 zu 50 jede Kraftwerksstufe ausgebaut<lb/>
wird. In diesen beiden Wasserläufen besteht sonst die Gefahr, daß<lb/>
die Landesgesellschaften sich die besseren Projekte herausnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_06">Die Verhandlung über das Kraftwerksprojekt Polen, 1,7 Mrd. $ Kredit<lb/>
Polenwunsch gegenüber Österreichvorschlag ein Konsortium zu gründen,<lb/>
<pb n="56-1213" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1213.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>um dort ein Kraftwerk zu errichten, wird <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> bei den nächsten<lb/>
Verhandlungen im Sinne des <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Vorschlages behandeln lassen.<lb/>
Die Polen haben diesen aber bis jetzt ständig abgelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Verbund soll ihr Verhandlungskonzept<lb/>
schriftlich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entweder direkt oder über uns mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_08"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> informiert mich, daß er in einer Pressekonferenz nicht ge<lb break="no"/>sagt hat, daß die Verbund sich jetzt eine eigene Kohlenmine kaufen<lb/>
wird. Die E-Wirtschaft überlegt nur, eine zentrale Einkaufsgesell<lb break="no"/>schaft für ihre Kohlen zu gründen, sie wird zukünftig wahrscheinlich<lb/>
einer der größeren Kohlenimporteure sein. Darüber hinaus hat <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
nur verwiesen, daß die VÖEST-Alpine, die ÖMV, Shell, Mobil und an<lb break="no"/>dere sich jetzt an Kohlenminen beteiligen und auch eine solche<lb/>
Überlegung die Verbund anstellt. Konkret hat er mit niemand darüber<lb/>
verhandelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_09">Bezüglich des Kraftwerkes im Burgenland informiere ich <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, daß<lb/>
eine Rücksprache mit Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> ergeben hat, nach<lb break="no"/>dem jetzt eine Entschwefelungsanlage eingebaut wird, er nicht auf<lb/>
einer Umweltverträglichkeitsstudie unbedingt beharren wird. SC<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> hat bei einer Aussprache bei der bgld. Landesregierung erklärt,<lb/>
dies sei zwischen dem Handelsminister und Gesundheitsminister bereit<lb/>
fix vereinbart. Die bgld. LReg. möchte darauf verzichten, weil an<lb break="no"/>sonsten eine jahrelange Verzögerung eintreten wird. Das Ergebnis<lb/>
kann übrigens auch nichts anderes sein als eben eine Entschwefelungs<lb break="no"/>anlage zu bauen, die ja jetzt schon zugesichert wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_10"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> berichtet, daß bei den letzten Verhandlungen mit den Ungarn<lb/>
über den Kohlenpreis diese anstelle der 105 S bei Gratisrücknahme<lb/>
der Asche jetzt 140 S für die Kohle verlangen plus 4 S Ascherück<lb break="no"/>nahme. Das ursprüngliche Angebot Österreichs könnte noch nicht zu<lb break="no"/>letzt infolge der Rauchgasentschwefelungsanlage auf max. 110 bis<lb/>
112 erhöht werden. Auch der vorgesehene Finanzkredit von 156 Mio $<lb/>
wurde jetzt von den Ungarn zuerst auf 450 Mio und jetzt auf 300 Mio $<lb/>
erhöht. Strittig ist vor allem noch die Verzinsung. Auf Dollarbasis<lb/>
gibt es jetzt eine Berechnung von 7 % Zinsen auf 20 Jahre, eine dies<lb break="no"/>bezügliche Zusage soll es von SC <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> geben. Die Verbund kann aber<lb/>
nur auf floating rate abschließen. Hier wird es auch noch große<lb/>
<pb n="56-1214" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1214.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Schwierigkeiten der Überbrückung geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_11">Im Zollausschuß im Parlament, wo eigentlich das Finanzministerium<lb/>
zuständig ist und Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> den Finanzminister vertritt,<lb/>
ist es leider Tradition, daß Angelegenheiten des GATT vom Handels<lb break="no"/>ministerium vertreten werden. Dies betrifft die 12. Verlängerung des<lb/>
provisorischen Beitritts von Tunesien und die neue Zollwertregelung.<lb/>
Beide werden einstimmig genehmigt, nachdem einige Vorfragen in der<lb/>
Diskussion geklärt werden müssen. Vom Standpunkt der Legistik hatten<lb/>
wir in den letzten Jahren wirklich im Handelsministerium überhaupt<lb/>
keine großen Probleme in Angriff genommen. Überall handelt es sich<lb/>
um Routinegesetze, die sich durch die Tagesarbeit ergeben. Dieser<lb/>
Zustand ist mir persönlich sehr recht, führt aber sicherlich dazu,<lb/>
daß man früher oder später sagen wird, im Handelsministerium ge<lb break="no"/>schieht nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_12">Die Fa. Swarovski hat eine eigene kleine Produktionsstätte und insbes.<lb/>
ein Auslieferungslager für ihre Produkte im 10. Bez. eröffnet. Zur<lb/>
Eröffnung kam ich durch die Ausschußsitzung zu spät. Doch habe ich<lb/>
mir den Betrieb dann noch angeschaut. Insbes. die neue mit Laser<lb break="no"/>technik und Firmen, die dort ihre Produkte und das know how anbie<lb break="no"/>ten und darlegen, wird Swarovski, glaube ich, tatsächlich eine gute<lb/>
zukünftige Produktion aufziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Wie weit ist das Branchenreferat eingeschal<lb break="no"/>tet?</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_14">Der russische Vizeminister <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> war, wie ich aus den Aussprachen<lb/>
dann entnehmen konnte, sehr überrascht, daß ich schon bei Beginn<lb/>
der Verhandlungen ihn zu einer Aussprache gebeten hatte. GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
berichtete über die bisherigen Gespräche und daß es nicht möglich<lb/>
war, über die Gaspreise ein Einvernehmen bis jetzt zu erzielen.<lb/>
Die Russen wollten primär über den 4. Erdgasvertrag verhandeln. Ihrer<lb/>
Auffassung nach war es in Moskau bereits zwischen der ÖMV und der<lb/>
Sojusgasexport, GD <rs type="person" ref="#per__115018">Baranowski</rs>, bereits zu einem Einvernehmen gekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> hatte dort nur einen Vorbehalt gemacht. Jetzt teilte <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
mit, daß er eben, wie auch bereits in einem Fernschreiben der sowj.<lb/>
Seite bekannt, nicht durchgedrungen ist und daß man daher über den<lb/>
Gaspreis für die ersten 3 jetzt laufenden Gaslieferverträge ver<lb break="no"/>handeln muß. Er schlug vor, die ÖMV würde 5 % Preissteigerung pro<lb/>
<pb n="56-1215" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1215.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Jahr akzeptieren, was bedeutet, daß 1985 der Gaspreis 5,49 $ wäre.<lb/>
Ab ersten Oktober 80 müßte er 4,29 $ sein. <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> meinte, es<lb/>
müßten die Verhandlungen schnell geführt werden, denn die Gaslie<lb break="no"/>ferungen sollten bereits 1984 mit dem neuen Vertrag beginnen, 1981<lb/>
müßte mit der Produktion der Gasleitung begonnen werden. Eine Ein<lb break="no"/>kaufsgesellschaft unter Leitung <rs type="person" ref="#per__116351">Suslows</rs><add>evtl. Falschidentifikation</add> ist jetzt in Europa, um die<lb/>
Rohre, Kompressorstationen, Baumaschinen usw. in Deutschland, Ita<lb break="no"/>lien und Frankreich zu kaufen. Über die Finanzierung dieses Prob<lb break="no"/>lems besteht bereits Einvernehmen mit den Franzosen und auch die<lb/>
Deutschen sind im Prinzip mit der Kreditgewährung und Rohrliefe<lb break="no"/>rung bereits einverstanden. Bei dieser Gelegenheit verwies ich dar<lb break="no"/>auf, daß auch die Fa. Haid sich an dieser Produktion beteiligen<lb/>
will. Unterlagen hat die Fa. Haid mir zwar zugesagt, dann aber lei<lb break="no"/>der zu spät geliefert. Aus den Unterlagen konnte ich dann entnehmen,<lb/>
daß Haid nicht, wie GD <rs type="person" ref="#per__116997">Dautzenberg</rs> mir angekündigt hat, sich direkt<lb/>
an dem Gasgeschäft beteiligen will, sondern nur als Kompensation<lb/>
für die Gasbezahlung andere Maschinen und Einrichtungen in die SU<lb/>
liefern will. <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> hat nämlich klar und deutlich zu erkennen ge<lb break="no"/>geben, er kann sich nicht vorstellen, daß Kompressoren jetzt von<lb/>
mehreren Ländern bezogen werden. Die Sowjets wollen einheitlich ein<lb/>
System bauen, das bereits sich bewährt hat und fehlerfrei produziert.<lb/>
Ich selbst appellierte an <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs>, daß tatsächlich die exorbitanten<lb/>
Gaspreissteigerungen von der österreichischen Wirtschaft nicht ver<lb break="no"/>kraftet werden können und daher GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> mit Recht diesen Vorbehalt<lb/>
gemacht hat. Auch beim neuen Gasvertrag, wo 3–5 Mrd. m³ von den<lb/>
Sowjets für Österreich reserviert würden werden, glaubt <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> nur,<lb/>
daß maximal 3 Mrd. m³ zusätzlich abgenommen werden. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> verwies<lb/>
darauf, daß mit Ruhrgas, Snam und Eni so gute persönliche Kontakte<lb/>
bestehen, daß er weiß, Österreich zahlt jetzt an die Sowjets den<lb/>
höchsten Gaspreis. <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> meinte neuerdings, man müsse die jetzt<lb/>
laufenden Verhandlungen in Wien abwarten. Sollte es zu keiner Eini<lb break="no"/>gung kommen, dann könnte man noch immer mir gemeinsam berichten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> teilte mir auch mit, daß Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs><lb/>
schwer erkrankt ist, derzeit im Spital liegt und längere Zeit aus<lb break="no"/>gefallen ist und noch ausfallen wird. In der sowjetischen Führungs<lb break="no"/>spitze ist jetzt endgültig Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__97652">Kossygin</rs> krankheits<lb break="no"/>halber ausgefallen. Durch die Überalterung dieser ganzen Regierungs<lb break="no"/>mannschaft kommt es zu wirklich ständigen Arbeitsbehinderungslücken.<lb/>
Meinen neuerlicher Wunsch an <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs>, daß die Sowjetunion mehr Waren<lb/>
<pb n="56-1216" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1216.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>aus Österreich bezieht, die ersten 7 Monate zeigen 7,4 Mrd. Import ge<lb break="no"/>gen 3,2 Mrd. Export, insbesondere aber die Schiffsaufträge dringendst<lb/>
in Österreich gebraucht werden, wird <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> an die zuständigen<lb/>
Stellen weitergeben. Bezüglich der Papiermaschinen wurde mit Voith<lb/>
Gespräche aufgenommen und hier wird es zu einer Lieferung kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit Dir. <rs type="person" ref="#per__114552">Hager</rs>, Schiffswerft Korneu<lb break="no"/>burg, verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_16">Bei der Überreichung des Dekretes über die Sektionsleitung an<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> habe ich eindringlich darauf verwiesen, daß jetzt wichti<lb break="no"/>ge Arbeiten wie die Vorbereitung für Energienotstand sofort in An<lb break="no"/>griff genommen werden muß. <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> hat angedeutet, daß er jetzt die<lb/>
Sektion entsprechend umgestalten wird und mir Vorschläge unter<lb break="no"/>breiten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_17">Bei der Sektionsleitersitzung berichtet <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> routinemäßig über<lb/>
Personalausschreibung. <rs type="person" ref="#per__126514">Tikvic</rs>, <rs type="person" ref="#per__127008">Mayer</rs> und <rs type="person" ref="#per__110981">Pelzl</rs> gehen in der Ener<lb break="no"/>giesektion in Pension. <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> muß aufgrund des Rechnungshofberichtes<lb/>
mindestens eine Abteilung aufgeben. In der Außenhandelssektion geht<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> in Pension. Ich vereinbare mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, daß ich über die<lb/>
Personalpolitik mit ihm ein eigenes Gespräch wünsche.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_19">SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> beschwert sich, daß eine C-Kraft, <rs type="person" ref="#per__127007">Stary</rs>, die bei <rs type="person" ref="#per__114472">Giglinger</rs><lb/>
arbeitet und keinerlei B-Arbeiten<add>[macht?]</add>, jetzt bei Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs><lb/>
war und sich über ihre Benachteiligung beschwerte. Vom Handelsmini<lb break="no"/>sterium ist in der Kommission Gleichstellung der Frau im Bundes<lb break="no"/>kanzleramt Dr. <rs type="person" ref="#per__113627">Kieslich</rs>. Er hat mit <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> noch keinen Kontakt<lb/>
gehabt, was mir unerklärlich ist. Frauenfragen müssen natürlich<lb/>
auch von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> mitvertreten werden. In Hinkunft<lb/>
wird daher, wie beschlossen, <rs type="person" ref="#per__113627">Kieslich</rs><add>[wird]</add> im engsten Einvernehmen mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> arbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_20">Wie sich nachher bei einer neuerliche Aussprache herausstellt, hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113627">Kieslich</rs> diesen Fall als Sozialfall im Handelsministerium behandelt<lb/>
und bevor <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs> eingeschaltet wurde, schon vorgeschlagen, man soll<lb/>
aus sozialen Gründen die Umstufung vornehmen. <rs type="person" ref="#per__127007">Stary</rs> geht in 2<lb/>
Jahren in Pension. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> wehren sich mit Recht dagegen, da<lb/>
<pb n="56-1217" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1217.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzt Umstufungen erfolgen, wo keinerlei Voraussetzungen dafür ge<lb break="no"/>geben sind. Vertragsbedienstete könnten diese Umstufung durch De<lb break="no"/>kret bekommen, Beamte müssen dagegen Prüfungen ablegen. Hier würde<lb/>
eine Benachteiligung der Beamten entstehen. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> wird diese Frage<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> gemeinsam versuchen zu lösen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_21">Bei den Inlandsreisen haben wir noch einen Rest des 980.000 Budget<lb break="no"/>ansatzes von 60.000. Damit ist unmöglich das Auslangen zu finden.<lb/>
Da im Vorjahr der Rest 169.000 war und wir dann noch eine Überschrei<lb break="no"/>tung von 176.000 letzten Endes mit Jahresende erwirtschafteten, mache<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> den Vorwurf, daß er zwar bei den Sektionsleitersitzungen<lb/>
von Einsparung spricht, dann aber immer wieder erklärt, bei Inlands<lb break="no"/>reisen kann man ein Reglement machen, nur bei Auslandsreisen können<lb/>
keine Überschreitungen akzeptiert werden. Dort liegen wir auch tat<lb break="no"/>sächlich unterhalb der Tangente. Überraschend für mich war, daß<lb/>
SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtet, es gibt gesetzliche Verpflichtungen für Inlands<lb break="no"/>reisen. U.a. haben wir in einem Gefangenenhausausschuß des Justiz<lb break="no"/>ministeriums auch einen Vertreter; als dieser bei den letzten Ge<lb break="no"/>fangenenhausbesuche nicht anwesend war, hat das Justizministerium<lb/>
bei uns protestiert und <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> mußte sich verteidigen. Eine solche<lb/>
Vorgangsweise halte ich für unmöglich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__112949">KAZDA</rs>: Bitte mir die Delegierung in dieser Gefangenen<lb break="no"/>haus-Arbeitsgruppe vorlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_23">Bei den Repräsentationen haben wir noch einen Rest von 133.000 S,<lb/>
bei Überstunden liegen wir in der 75 % Tangente, die Zentralver<lb break="no"/>waltung allerdings hat 80 %, dagegen <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs>, Patentamt, nur 69 % und<lb/>
die Bergbehörden nur 56 %. Der Versuch <rs type="person" ref="#per__112949">Kazdas</rs> Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> auf einen<lb/>
Verzicht der Überstunden festzulegen, scheitert daran, weil <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs><lb/>
dies sogar mit Recht erklärte, er hat alles vorbereitet, um seine<lb/>
Budgetansätze auszunützen. Bezüglich Inlandsreisen hat er nur 20.000,<lb/>
Repräsentation 30.000, nur bei Überstunden ist er besser gestellt.<lb/>
Da er die Überstunden anordnet, ist er beweglich, während in der<lb/>
Zentralverwaltung die meisten pauschaliert sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__112949">KAZDA</rs>: Versuch mit <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> vor den Sektionsleitersitzun<lb break="no"/>gen diesbezügliche Einigung zu erzielen, sonst werden die anderen Sek<lb break="no"/>tionschefs nur neidig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_25">Außer der Routineinformation der einzelnen Sektionschefs ist für<lb/>
mich nur besonders interessant, daß die Ungarn angeblich jetzt ein<lb/>
Verfahren uns anbieten wollen, wo Atommüll auf die Hälfte reduziert<lb/>
werden kann. Da sie gar keinen eigenen Atommüll haben, die Brenn<lb break="no"/>stäbe werden von den Sowjets ja bekanntlicherweise zurückgenommen,<lb/>
bin ich sehr gespannt, was da dahintersteckt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_26">Das Wiederinkraftsetzen der Strumpfhosenverordnung wird von <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> ab<lb break="no"/>gelehnt, weil die Industrie heute selbst importiert und weil vor<lb/>
allem die EG dagegen größten Widerstand leisten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs>: Wir sollten darüber eine interministerielle<lb/>
Besprechung abführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_28">Bezüglich der Delegation am 23. Oktober von der EG wegen des Han<lb break="no"/>delsbilanzdefizits meint <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, wir hätten jetzt die Tagesordnung<lb/>
festgelegt. Mag. <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs> von der AK erzählt dann beim Jour fixe, daß<lb/>
die EG, <rs type="person" ref="#per__114457">Duchateau</rs>, und seine Leute mit den Angriffsabsichten kommen,<lb/>
unsere Hartwährungspolitik und Budgetpolitik sei an dieser Handels<lb break="no"/>bilanzdefizitentwicklung schuld. Dies wird eine schwere Auseinan<lb break="no"/>dersetzung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_29"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> warnt in seinem Beitrag, daß niemand eine Ersatzvornahme bei<lb/>
Nichterfüllung von Auflagen anstreben sollte. Ein solcher Wunsch bei<lb/>
der Gewerbereferententagung in Vorarlberg wurde von ihm erfolgreich<lb/>
abgewehrt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_30"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> schlägt für die Bürges-Prüfung eine begleitende Kontrolle vor.<lb/>
Geldanforderungen der Bürges wurden bis jetzt in Bausch und Bogen<lb/>
immer genehmigt. Ich bin mit dieser Vorgangsweise sehr einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_31">Für die ERP-Ersatzaktion wird jetzt vorgeschlagen, aus der Schweiz<lb/>
Kredite aufzunehmen. Dies wäre nur dann möglich, wenn nicht, wie vor<lb break="no"/>geschlagen, 7 % Zinsen gezahlt werden sollen. In der Schweiz bekommt<lb/>
man Geld billiger. Für die Hoteltreuhand wären natürlich 7 % im<lb/>
Verhältnis zu österreichischen Krediten ein Mezie<add>[~ Okkasion]</add>. Ich glaube nicht,<lb/>
daß das Finanzministerium resp. die Nationalbank eine solche Trans<lb break="no"/>aktion genehmigen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_32">Bei einem Symposium in Lech über Studenten und Wirtschaft wurde eine<lb/>
Technikfeindlichkeit festgestellt, die die Industriellenvereinigung<lb/>
<pb n="56-1219" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1219.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und die Handelskammer veranlaßt, irgendetwas dagegen zu unternehmen.<lb/>
Sie möchten eine Aufklärungskampagne durchführen, an der sich auch<lb/>
Industriebesichtigungen, wie sie in Frankreich und Amerika üblich<lb/>
sind, geboten werden. Die Österr. Fremdenverkehrswerbung ist daran<lb/>
interessiert. Ich kann mir sehr gut auch vorstellen, daß man die<lb/>
Länder hier einschalten sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_33">Für Getränkeverpackung soll jetzt eine Bestandsaufnahme durchgeführt<lb/>
werden. In einer ORF-Sendung WIR wurde für die Milchflaschenver<lb break="no"/>packung wieder Propaganda gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Vielleicht sollten wir tatsächlich eine brei<lb break="no"/>tere Umfrage wegen Einführung von Milchflaschen durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_35">SC <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> berichtet, daß der Energiebericht zwar verspätet fertig<lb/>
wird, aber doch noch zeitgerecht am 4. November in den Ministerrat<lb/>
eingebracht werden kann. Voraussetzung dafür ist allerdings eine<lb/>
kurze Begutachtungsfrist der Interessensvertreter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_36">Für den angelaufenen dritten Testlauf hat die IEA ein Störungstelex<lb/>
von 16,2 % Ausfall für alle IEA-Staaten durchgegeben. Für Öster<lb break="no"/>reich gewichtet bedeutet dies eine 15 %-ige Einsparung. Wichtig er<lb break="no"/>scheint mir, daß nach diesem Störungslauf getestet wird, ob die<lb/>
österreichischen Versorgungsmaßnahmen, Benzingutscheinaussendung usw.<lb/>
ebenfalls durchexerziert werden und einigermaßen funktionieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte laß Dich laufend informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_38">Vom Präsident <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> wird jetzt eine Novelle zum Patent- und Marken<lb break="no"/>schutzgesetz vorgelegt. Danach soll der Handelsminister eine Ver<lb break="no"/>ordnungsermächtigung bekommen, damit er in Hinkunft allein die Ge<lb break="no"/>bühren dafür erhöhen kann, wenn es die allgemeine Wirtschaftslage<lb/>
erfordert oder erlaubt. Über diese Ermächtigung bin ich persönlich<lb/>
gar nicht glücklich. Jetzt trägt für Erhöhungen der NR die Verant<lb break="no"/>wortung, weil er es im Hauptausschuß beschließt. In Hinkunft werde<lb/>
ich allein diese Verantwortung tragen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte die Unterlagen noch einmal vorlegen.<lb/>
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            <pb n="56-1220" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1220.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_40">Die Herren der Fa. Grundig, insbes. auch der GD <rs type="person" ref="#per__126416">Firnges</rs> aus Deutsch<lb break="no"/>land wollen, wie sie strengst vertraulich uns mitteilen, in Wien<lb/>
die Produktion konzentrieren. Zu diesem Zweck wollen sie auf der<lb/>
einen Seite Zollermäßigungen für die Einfuhr von Bildröhren bis<lb/>
22 Zoll. Philips erzeugt Bildröhren in der Steiermark mit 26 Zoll,<lb/>
hat aber seinerzeit den Zollschutz verlangt, weil sie ev. auch eine<lb/>
bis 22 Zoll Bildröhrenproduktion aufnehmen wollen. Hier wird es<lb/>
möglich sein mit § 6 Zolltarif, Nichterzeugung oder <choice><choice><sic>nich</sic><corr>noch?</corr></choice></choice> bedarfs<lb break="no"/>deckende Erzeugung, Zollermäßigungen zu gewähren. Durch die Konzen<lb break="no"/>tration der Produktion in Wien, wo sie 15 bis 25 Zoll Fernsehge<lb break="no"/>räte erzeugen möchten, brauchen sie aber einen gewissen Schutz<lb/>
ähnlich wie bei der Videorekorder-Produktion. Dort hat Philips aller<lb break="no"/>dings mit seinem neuen Werk, wo 750.000 Videorekorder erzeugt werden,<lb/>
wobei Österreich höchstens 20–25.000 Stück Bedarf hat, einen be<lb break="no"/>sonderen Zollschutz. Die Gefahr der Importe droht jetzt nicht allein<lb/>
von Japan, sondern die ehemaligen Entwicklungsländer Taiwan, Singa<lb break="no"/>pur, Hongkong und Südkorea, die Präferenzzölle als Entwicklungs<lb break="no"/>länder haben, sind hier genauso gefährlich. Dies gilt insbesondere<lb/>
auch für die Hi-Fi-Geräte. Hier müßte der 13 %-ige Präferenzzoll<lb/>
auf den Regelzollsatz angehoben werden. Hier wird, wie SC <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und<lb/>
ich vorstellen, es grundlegender und genauer Untersuchungen bedür<lb break="no"/>fen, wie hier vorgegangen werden kann. Wir haben seinerzeit festge<lb break="no"/>legt, daß Präferenzzölle jedes Entwicklungsland bekommt, welches<lb/>
sich als ein solches bezeichnet. Wichtig ist, daß jetzt weder Taiwan<lb/>
noch Singapur, Hongkong oder Südkorea noch als Entwicklungsland be<lb break="no"/>zeichnet werden können. In den zur Diskussion stehenden Geräten sind<lb/>
sie heute Spitzenproduzenten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> die weitere Vorgangsweise<lb/>
besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_42"><rs type="person" ref="#per__126416">Firnges</rs> schnitt dann die Frage des Betriebes der Hotelgruppe von<lb/>
Grundig, insbes. auch des Schlosses Fuschl an. Grundig sieht sich<lb/>
jetzt nicht mehr imstande diese Belastung weiterzutragen und denkt<lb/>
an einen Verkauf. Die Bundesregierung, erklärte ich sofort, hat<lb/>
daran kein Interesse. Ich empfahl ihm mit der Salzburger Landesre<lb break="no"/>gierung Gespräche zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_43">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB wurde von <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> vorgeschlagen, es<lb/>
<pb n="56-1221" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1221.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sollte doch noch einmal die AK überlegen, ob sie nicht in die<lb/>
Reisebedingungen auch die Limitierung bis 10 % Transportkostenver<lb break="no"/>teuerungen und sonstige Währungskursänderungen als ev. Preiszuschlä<lb break="no"/>ge aufgenommen werden könnten. Die AK möchte nur diese bis 10 % zur<lb/>
Kenntnis nehmen, aber nicht zustimmen. In diesem Fall kann <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
diesen Punkt aber nicht verlautbaren, denn es steht ausdrücklich drin<lb break="no"/>nen, die Verordnung muß im Einvernehmen erstellt werden. Die AK<lb/>
wird bis zum 10.10., wo der nächste Konsumentenbeirat dies beschlie<lb break="no"/>ßen soll, ihre Stellungnahme abgeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_44">Die AK und der ÖGB nehmen die Wünsche des Abg. <rs type="person" ref="#per__111410">Königs</rs> betreffend<lb/>
der Maßnahmen, die vom Energiesicherungsgesetz getroffen werden soll<lb break="no"/>ten, sowie die Pflicht, Notstandslagermeldung und die alternative<lb/>
Energiepolitik zum Anlaß, um selbst ihre Vorschläge mit dem Handels<lb break="no"/>ministerium noch abzustimmen. Der Wunsch des ÖGB, NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ist,<lb/>
daß die ÖMV jetzt endlich von Nigeria ebenfalls Öl bezieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_45">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Erkundige Dich bei <rs type="person" ref="#per__113068">Hochreiter</rs>, was hier be<lb break="no"/>absichtigt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_46">Die vom FV Erdöl vorgeschlagene Preisfreigabe bei gleichzeitiger<lb/>
ständiger Meldung der sich ergebenden Preise und Unterlagen-Zur<lb break="no"/>verfügungstellung wird von der AK in diesem Fall aber wirklich mit<lb/>
Recht abgelehnt. Gleichzeitig mit dem Wunsch der Preisfreigabe wird<lb/>
nämlich mitgeteilt, daß Superbenzin 9,76 S, Normalbenzin 9,17 S und<lb/>
Ofenheizöl extra leicht 5,16 S kosten müßte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_47">Die Preisverhandlungen über Erdgas wird zur Kenntnis genommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_48">Die neuen Verordnungen, gegenüber dem Iran nur courant normal anzu<lb break="no"/>wenden, bekrittelt <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs>, AK, weil es keine Kontrolle geben wird.<lb/>
Außerdem ist nach seinen Berechnungen gegenüber dem Durchschnitts<lb break="no"/>verbrauch der Jahre 1976 bis 1978 der Iran-Export derzeit nur um<lb/>
11 % höher.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_49">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Wie soll wirklich die Kontrolle funktionieren?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_50">Über die Grenzkooperationsverhandlungen mit Jugoslawien erfahre<lb/>
ich von <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs>, daß tatsächlich für die Festlegung des Gebietes<lb/>
<pb n="56-1222" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1222.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ein eigenes interministerielles Komitee im Finanzministerium unter<lb/>
Vorsitz von Dr. <rs type="person" ref="#per__127010">Reichenfelser</rs> getagt hat, wo diese Karte, die dann<lb/>
in Kärnten so große Aufregung verursacht hatte, hergestellt wurde.<lb/>
Das einzige, was jetzt bei den ganzen Verhandlungen übrigbleibt, wäre<lb/>
ein Vertrag zwischen Jugoslawien und Österreich über die Messekontin<lb break="no"/>gente und Messekompensationen. Hier gibt es nur mündliche Vereinba<lb break="no"/>rungen, die große Schwierigkeiten bereiten. Die Messekontingente<lb/>
machen ca. 2 % des jugoslawischen Außenhandels aus. Derzeit werden<lb/>
aber die Messeexportkontingente von Österreich meistens von jugos<lb break="no"/>lawischen Firmen getätigt. Da an dieser Regelung nur Slowenien und<lb/>
Kroatien interessiert sind, kann man in der Bundesregierung in<lb/>
Belgrad dafür nicht sehr viel Verständnis erreichen. Noch dazu würde<lb/>
jede Vereinbarung sich auf die jugoslawischen Firmen negativ aus<lb break="no"/>wirken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_51">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108322">MEISL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Wie steht die ganze Angelegenheit<lb/>
vom Standpunkt der österreichischen Handelskammer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_52">Die Regelung über das Postregal, Sicherung der Austragungsmöglichkeit<lb/>
durch österreichische Firmen, wird allgemein begrüßt. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> teilt<lb/>
mit, daß GD <rs type="person" ref="#per__121800">Übleis</rs> ihn informierte, daß der Kampftarif 10 dkg<lb/>
40 Groschen betragen wird. In diesem Fall würde der Konsum wahrschein<lb break="no"/>lich statt der privaten Austragefirmen doch die Post benützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_53">Bezüglich der Verhandlungen mit der EG über das Handelsbilanzdefi<lb break="no"/>zit fürchtet die AK, <rs type="person" ref="#per__127009">Zurek</rs>, daß die EG-Delegation hier Vorschläge<lb/>
unterbreiten wird und Österreich dann seine Importpolitik verteidi<lb break="no"/>gen muß. Er würde vorschlagen, daß man in Angriff übergeht und von<lb/>
der Delegation verlangt, warum nicht die EG bei uns mehr kauft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_54"><rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> berichtet über die kritische Situation in der verstaatlich<lb break="no"/>ten Industrie. Die Stahlproduktion schlittert ins Defizit, die Edel<lb break="no"/>stahlproduktion ist ungeheuer schwer betroffen. Dort wird es zu<lb/>
Kurzarbeit oder Abbaumaßnahmen kommen müssen. Die Chemie geht ei<lb break="no"/>nigermaßen, über Petrochemie in Schwechat wird zwischen ÖMV und<lb/>
Chemie Linz verhandelt. Nur die ÖMV hat jetzt noch einigermaßen<lb/>
gute Ertragssituation. Die Investitionsgüterproduktion, sei es in<lb/>
der SGP oder andere, leidet an Auftragsmangel. Insbes. die zu erwar<lb break="no"/>tenden Kraftwerke sind bis jetzt noch nicht in Auftrag gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_55">NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> urgiert bei <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> neuerdings, daß die ÖMV bei ihrer<lb/>
guten Ertragslage nicht die Salzburger Uranerzbergbaugesellschaft<lb/>
liquidieren sollte. Mit einer 10 Mio. S Finanzspritze könnte diese<lb/>
Gesellschaft ihre Untersuchungen weiter fortsetzen, auch dann, wenn<lb/>
die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, daß sie auf größere Uran<lb break="no"/>vorräte stoßen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_56"><rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> berichtet und kritisiert, daß jetzt das österreichische Ver<lb break="no"/>kehrsbüro 150 Mio. Kapitalzuschuß bekommen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_57">Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> berichtet, daß jetzt ein Freund von ihm eine Ethanolpro<lb break="no"/>duktion aufnehmen könnte, wo ohne zusätzliche Energie, eine Zellu<lb break="no"/>loseaufschließung z.B. über Stroh erfolgen könnte. Wir werden dieses<lb/>
Verfahren prüfen, wenn die Unterlagen bei uns eingelangt sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_58">Die AK und der ÖGB sprechen sich ganz entschieden gegen eine Erhö<lb break="no"/>hung der Textileinfuhrscheine von 4000 auch nur auf 10.000 aus. Die<lb/>
Handelskammer hat jetzt 25.000 S verlangt, damit dann auf 10.000<lb/>
das Kompromiß gefunden werden könnte. Seinerzeit wurde auch mit<lb/>
4.000 S der Stahleinfuhrschein festgelegt und alle Wünsche, diese<lb/>
Grenze zu erhöhen, wurden auf diesem Gebiet abgelehnt. Ähnlich sollte<lb/>
man auch bei Textil vorgehen. Ich habe dagegen gar nichts einzuwen<lb break="no"/>den, ersuche die AK und ÖGB nur, man sollte vielleicht wirklich für<lb/>
die kleinen Boutiquen, die aus München eine Ladung für ihren Ver<lb break="no"/>kauf rübernehmen und daher mit 4.000 S Grenze nicht auskommen, ver<lb break="no"/>suchen eine Ausnahmelösung zu finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_59">Dkfm. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> berichtet, daß jetzt die von der MA 30 errichtete Klär<lb break="no"/>anlage und die Entsorgungsbetriebe Simmering, EBS, die den Schlamm<lb/>
dann verbrennen sollen, in ein technisch unlösbares Problem gera<lb break="no"/>ten sind. Da im Wiener Kanal nicht 4 % Festbestandteile sondern nur<lb/>
2 bis 2 1/2 % sich befinden, ist der Schlamm nicht verbrennungsfä<lb break="no"/>hig. Der Versuch durch Anfaulen diese Bestandteile zu erhöhen ist<lb/>
gescheitert, der Chlorzusatz bedeutet eine große finanzielle Be<lb break="no"/>lastung. Zu der an und für sich schon finanziell problematischen<lb/>
Lösung dieses ganzen Problems, Teilung des Projektes in die unren<lb break="no"/>table Kläranlage und in die dann zu erwartende rentable Verwertung,<lb/>
kommt jetzt noch dazu, daß dies Ganze technisch Schwierigkeiten<lb/>
macht und scheinbar unlösbar ist. Meine Erklärung geht dahin, daß<lb/>
eben verschiedenste Abteilungen in dem Magistrat, verschiedene Grup<lb break="no"/><pb n="56-1224" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-10-02_1224.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>pen in den politischen Gremien, verschiedene Organisationen wie<lb/>
Holding usw. die verschiedensten Interessen und Projekte verfolgen.<lb/>
Das Endergebnis ist, daß nicht koordiniert wird oder zumindestens<lb/>
unzulänglich koordiniert wird und daraus dann die größten Probleme<lb/>
erwachsen. Dies gilt für das AKH genauso wie für die Kläranlage und<lb/>
wahrscheinlich noch für viele andere Projekte, die wir im Detail gar<lb/>
nicht kennen. Für mich ist es schon klar, daß die Techniker immer<lb/>
in den Grenzbereich vordringen wollen und aus Kostengründen wahr<lb break="no"/>scheinlich auch vordringen müssen. Wenn aber andere noch nicht die<lb/>
Erfahrung oder, anders ausgedrückt, das Lehrgeld dafür bezahlt haben,<lb/>
wenn es dafür keine Lizenzen gibt, dann müssen scheinbar wir immer<lb/>
die Versuchskaninchen sein. Wenn es dagegen wirkliche Erfahrungen<lb/>
und Lizenzen von Auswärts für diese Probleme gibt, dann kann ich<lb/>
nicht verstehen, daß man hier nicht entsprechend abgesichert diese<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_60">Der bulgarische Botschafter hat für den Antritt des neuen Handels<lb break="no"/>rates <rs type="person" ref="#per__113838">Penkow</rs> einen Empfang gegeben. Ich war sehr überrascht, wie<lb/>
viele zu diesem Empfang gekommen sind. Es ist für mich doch immer<lb/>
wieder beeindruckend, wie nicht nur die Bürokraten, sondern auch die<lb/>
Firmenvertreter positiv auf solche Einladungen reagieren. Natürlich<lb/>
denkt der größte Teil dabei, daß wenn er dort nicht erscheint, keine<lb/>
Geschäfte machen kann, weil man ihm dies übel nimmt. Wahrscheinlich<lb/>
gilt dies auch tatsächlich in den meisten Fällen. Der Botschafter<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__113838">Penkow</rs> waren für mein zwar kurzes Vorbeischauen sehr dankbar.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-10-02_61">In der Informationskonferenz über Energie auf der Landstraße refe<lb break="no"/>rierte ich über die derzeitige Lage bezugnehmend auf sehr aktuelle<lb/>
Probleme. Der Vorsitzende der Konferenz NR <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> als auch ich er<lb break="no"/>örterten dann die Notwendigkeit doch für das Kernkraftwerk Zwenten<lb break="no"/>dorf Pro Volksbegehren zu stimmen. Die Partei hat zwar beschlossen,<lb/>
keine Empfehlungen rauszugeben, aber es kommt natürlich sehr da<lb break="no"/>rauf an, wie der Referent sich einstellt und wie die Diskussion<lb/>
darüber verlauft. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat mit der JG und insbes. mit der SJ<lb/>
in unserem Bezirk über dieses Problem schon eingehend einmal disku<lb break="no"/>tiert und wird jetzt die Diskussionen fortsetzen. Dies war sicher<lb break="no"/>lich mit ein Grund, daß in der Diskussion sich dann zwar sehr viele<lb/>
Redner meldeten, normalerweise haben wir bei Bezirkskonferenzen<lb/>
höchstens ein halbes Dutzend von Rednern, die Diskussion war sehr<lb/>
sachlich und in keiner Beziehung aggressiv. Ich würde mir wünschen,<lb/>
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keiner Illusion hin. In anderen Bezirken, wo man <choice><choice><sic>nich</sic><corr>nicht?</corr></choice></choice> diese Vor<lb break="no"/>arbeit geleistet hat, gibt es ganz anders laufende Konferenzen.<lb/>
Die derzeitige Situation, Irak-Iranischer Krieg, macht die Probleme<lb/>
sehr aktuell und hat sicherlich einen gewissen Einfluß auf die<lb/>
Stimmung innerhalb der Bevölkerung für das Volksbegehren pro oder<lb/>
kontra Zwentendorf. Trotzdem wird sich der Gewerkschaftsbund sehr<lb/>
anstrengen müssen, um wesentlich mehr als 200.000 Unterschriften<lb/>
zu bekommen. Alle anderen werden in Wirklichkeit largieren.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Baranowski, Jurij V.</persName>
               <persName><surname>Baranowski</surname><forename>Jurij V.</forename></persName>
               <occupation>GD Fa. Sojusgasexport</occupation>
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               <persName type="label">Buchauer, Gerfried</persName>
               <persName><surname>Buchauer</surname><forename>Gerfried</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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