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            <title type="main">Dienstag, der  9. September 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band56_1980-09-09</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_01">Dienstag, 9. September 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_02">Beim Jour fixe mit der HK berichtete ich über die Aussprache wegen<lb/>
der Entschließung des Nationalrates, Verbot der Plakatwerbung für<lb/>
Tabak. Hier suchten gleichzeitig <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> darauf einzuwir<lb break="no"/>ken, daß GD <rs type="person" ref="#per__126941">Musil</rs> von der Tabakregie nicht nur entsprechende Ver<lb break="no"/>handlungsbereitschaft mit dem Gesundheitsminister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> zeigt, son<lb break="no"/>dern auch eine Kompromißlösung mit entsprechender Einschränkung der<lb/>
Werbung akzeptiert. Genauso wichtig sei es aber, den Gesundheitsspre<lb break="no"/>cher der ÖVP, <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, der vom Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> einen entsprechen<lb break="no"/>den kritischen Brief wegen seines Verhaltens bekommen hatte, einge<lb break="no"/>hend zu beeinflussen, daß eine Kompromißlösung, die <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> anstrebt,<lb/>
auch dann wirklich akzeptiert wird. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erkennt die<lb/>
Gefahr, die ich auch sehe, daß wenn es nicht zu einem tragbaren Kom<lb break="no"/>promiß mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> kommt, welches letzten Endes auch von <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs><lb/>
akzeptiert wird, ein Werbeverbot unausbleiblich wäre. In die Verhand<lb break="no"/>lungen selbst wird sich Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, wie sie beim Jour<lb/>
fixe auch zusagte, einschalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Versuche über <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> zu erfahren, wie es<lb/>
weitergeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_04">Bezüglich meiner Urgenz, Paraphierung des Vertrages zwischen EG und<lb/>
Österreich wegen des Griechenland-Beitrittes, erklärt <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, daß die<lb/>
HK, nachdem der Gewerbeteil ja befriedigt ist und ihr Rechtsstand<lb break="no"/>punkt durch den Briefwechsel geklärt ist, ihm zustimmt. Gleichzeitig<lb/>
liegt auch ein Brief der Landwirtschaftskammer an <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> vor, der<lb/>
besagt, daß wenn die Agrargespräche mit <rs type="person" ref="#per__114113">Gundelach</rs> auf Beamtenebene<lb/>
fortgesetzt werden, sie ebenfalls einer Paraphierung zustimmen. Eine<lb/>
Paraphierung der Unterschrift aber käme nur dann in Frage, wenn ein<lb/>
substantielles Zugeständnis erfolgt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erklärt, daß die Handels<lb break="no"/>kammer die Bauern hier nicht im Stich lassen will und die Unterschrift<lb/>
ebenfalls von einer befriedigenden Lösung mit den Bauern abhängig<lb/>
macht. Diese Frage wird aber erst im Parlament zur Debatte stehen.<lb/>
Zu diesem Zeitpunkt, bin ich überzeugt, werden die Agrarier nichts an<lb break="no"/>deres wollen als eine entsprechende weitere Subvention.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Paraphierung sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_06">Die von dem russischen Vizehandelskammerpräsidenten angeregte nationale<lb/>
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der HK zurecht abgelehnt. Bei diesen Industrieausstellungen kommen<lb/>
nur Zuschauer und nicht einmal alle Einkäufer und sonstige mit Importen<lb/>
beschäftigen der sowjetischen Betriebe und Außenhandelsstellen. In<lb/>
der Sowjetunion haben nur Fachmessen einen Sinn, woran sich Öster<lb break="no"/>reich zu 90 % beteiligt. September nächsten Jahres wird ein tech<lb break="no"/>nisch-wissenschaftliches Symposium in der Sowjetunion abgehalten.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit wird eine begleitende Sonderausstellung auf<lb/>
1.500 m², die immerhin 8 Mio. S kosten wird, gleichzeitig abgehalten.<lb/>
Ich bin mit diesem Vorschlag sehr einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist über meine Kritik, daß der Verein Made in Austria nicht<lb/>
genug macht, sehr erschüttert. Er meint, mit dem Budget von 5,6 Mio. S,<lb/>
an welchem die HK und das Ministerium je 2 1/2 Mio., Arbeiterkammer<lb/>
100.000,–– und die OeNB 500.000,–– S bezahlt, kann man nicht mehr<lb/>
machen. Bis jetzt gab es Informationen der Firmen und immerhin große<lb/>
Aufklärungsaktionen der Bevölkerung, u.a. wird heuer nach der Öster<lb break="no"/>reichwoche wieder ein Ja zu Österreich den Haushalten mitgeteilt und<lb/>
empfohlen österreichische Waren zu kaufen. Ich erkläre sofort, daß<lb/>
dies nicht der richtige Weg ist. Aufgabe des Vereines müßte es sein,<lb/>
entsprechende Verhandlungen, wie ich sie auch mit Kaufhäusern, Ketten<lb/>
usw. ständig führe, österreichische Waren zu kaufen. Die HK könnte<lb/>
über diesen Verein einen gewissen Druck ausüben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nächstes Jour fixe AK und ÖGB setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_09">Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hätten am 30. Juli ver<lb break="no"/>einbart, daß es für die Stärkeförderung zusätzlich 15 Mio. geben soll.<lb/>
Ich bin nicht genau informiert, ob tatsächlich in den bisherigen<lb/>
Beamtenbudgetgesprächen diese 15 Mio. zusätzlich nicht doch noch auf<lb break="no"/>genommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie stehen die Budgetposten derzeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_11"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> berichtet, daß er mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vereinbart hat, die 70 öster<lb break="no"/>reichischen Firmen sollen unbedingt an der <choice><choice><sic>chiler</sic><corr>chilenischen?</corr></choice></choice> Messe teilnehmen.<lb/>
Ebenso wird eine Journalistendelegation von der HK eingeladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_12"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> beschwert sich, daß <choice><choice><sic>Sekretär</sic><corr>Staatssekretär</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> Firmenbesuche bei Frid<lb break="no"/>mann und Mayer<add>[?]</add>, List und Steyr-Daimler-Puch, also nicht verstaatlich<lb break="no"/>ten Betrieben für den sowjetischen Besuch <rs type="person" ref="#per__126942">Gruglow</rs> vereinbart hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_13">befürchtet, daß jetzt auch noch vom Staatssekretariat im Bundeskanz<lb break="no"/>leramt Außenhandelspolitik betrieben wird, die sich nicht nur auf<lb/>
die verstaatlichten Betriebe bezieht. Ich spreche mit <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> vor<lb/>
der Ministerratsbesprechung, dieser erklärt mir, daß alles im Einver<lb break="no"/>nehmen mit der Handelskammer geschehen ist. Ich ersuche ihn, diesbe<lb break="no"/>züglich sofort mit <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> Kontakt aufzunehmen, um diesen Streitpunkt<lb/>
aus der Welt zu schaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll den weiteren Vorgang beobachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_15">Mit Minister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> bespreche ich die Frage der Abteilungserrichtung<lb/>
in der Genfer Mission für den GATT. <rs type="person" ref="#per__126943">Hochörtler</rs>, der vom Außenamt für<lb/>
diese Stelle vorgesehen ist, soll angeblich entsprechend aufgewertet<lb/>
werden. Ich bin nur bereit, den Brief an <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> dann zu schreiben, wo<lb/>
ich diesen Vorschlag mache, wenn <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> mir vorher mitteilt, daß er<lb/>
dies auch tatsächlich, trotz aller meiner Bedenken, durchführen will.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs> UND <rs type="person" ref="#per__107953">GERFRIED</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__114980">Reitbauer</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_17">Mit <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, dem ich die Ziffern über den sowjetisch-österreichischen<lb/>
Handel gebe, vereinbare ich, daß <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Brief an <rs type="person" ref="#per__97652">Kossygin</rs><lb/>
oder sogar <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> schreiben wird wegen der Beschäftigung der<lb/>
österreichischen Schiffswerften. Daß wir um fast 50 % mehr importieren<lb/>
und 10 % bis jetzt weniger exportieren können, wodurch wir schon jetzt<lb/>
ein Handelsbilanzpassivum von 4,2 Mrd. S in den ersten 7 Monaten er<lb break="no"/>wirtschaften, kann von uns nicht akzeptiert werden. <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs> wird klä<lb break="no"/>ren, wieso nicht schon bereits vor längerer Zeit ein beabsichtigter<lb/>
Brief <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> an die Sowjets letzten Endes ergangen ist. Irgendwo<lb/>
ist er stecken geblieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_19">Verteidigungsminister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> meint, er kann jetzt und wahrscheinlich<lb/>
auch in Zukunft kaum die Mirage, die um 1 1/2 Mrd. S teurer sind als<lb/>
die Amerikaner, kaufen. Ich erkläre, daß außer Frankreich ich keine<lb/>
Atommüllagerung sehe. Ohne eine solche würde ich aber kaum im Parla<lb break="no"/>ment eine 2/3-Zustimmung bekommen. Ich werde daher nach wie vor für<lb/>
eine Lösung, Mirageflugzeuge kaufen und dafür die Atommüllagerung in<lb/>
Frankreich durchführen, eintreten. Zum ersten Mal höre ich von Mini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, die ja bekanntlicher Weise die Idee Atommüll im Iran<lb/>
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Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__126262">Barre</rs> gelingen wird, ihn für einen diesbezüglichen<lb/>
Plan zu gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Nächstes Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_21">Im Ministerrat, der ohne Vorbesprechung und auch in Abwesenheit von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> durchgeführt wird, wird nur die Tagesordnung abgewickelt und<lb/>
3 Minister künden Auslandsreisen an.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_22">Eine beabsichtigte Aussprache zwischen Präs. <rs type="person" ref="#per__115673">Neuhauser</rs>, Welser Messe,<lb/>
und GD <rs type="person" ref="#per__115005">Hintschig</rs> kommt deshalb nicht zustande, weil <rs type="person" ref="#per__115005">Hintschig</rs> von<lb/>
der Wiener Messe nicht weg kann, uns allerdings dann zu spät infor<lb break="no"/>miert. Spät abends treffe ich bei der Präsentation bei <rs type="person" ref="#per__126935">Hodina</rs> im<lb/>
Dorotheum <rs type="person" ref="#per__115005">Hintschig</rs>, der sich dafür nochmals entschuldigt und bittet,<lb/>
ich sollte unbedingt diesen Vermittlungsversuch zwischen Wels und<lb/>
Wien machen. Allerdings geht nach der Wiener Messe auch <rs type="person" ref="#per__115005">Hintschig</rs> auf<lb/>
Urlaub.<lb/>
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und mir Anfang Oktober vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_24">Im Bundesparteivorstand im Renner-Institut beginnt die Sitzung ver<lb break="no"/>hältnismäßig pünktlich. Dies ist schon ungewöhnlich, eine Sensation<lb/>
aber ist das Ergebnis der Präsidialaussprache. Wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">An<lb break="no"/>drosch</rs> am Präsidiumstisch Platz nehmen, stürzen sich die Fotografen<lb/>
sofort auf dieses Bild. Bevor noch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu referieren beginnt, hat<lb/>
sich ja schon durchgesprochen, daß <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bleibt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> referiert<lb/>
über seine 10 Punkte und meint insbes. die kleine und große Korrup<lb break="no"/>tion müßte mit einem Paukenschlag aufgezeigt und bekämpft werden,<lb/>
weshalb er sich zu diesem Weg entschlossen hat. Im AKH-Skandal ist<lb/>
kein einziger Politiker involviert. Im Ausland wäre dies sicherlich<lb/>
ganz anders. Die ÖVP ist jetzt mit den 10 Mio. <rs type="person" ref="#per__126906">Rabelbauer</rs>-Spende sehr<lb/>
angeschlagen, Industriellenvereinigung hat eine Art Beraterfunktion<lb/>
auch bei Parteispenden ihrer Mitglieder gehabt und natürlich auch ent<lb break="no"/>sprechend die FPÖ unterstützt. Die Aussprache zwischen <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat nichts ergeben. Die schon bekannte 10.000.–– S Spende<lb/>
in Kärnten und dann noch einem Heimverkauf einer soz. Genossenschaft<lb/>
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hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sofort empfohlen, soll er ruhig in der Öffentlichkeit<lb/>
besprechen und zur Anzeige bringen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwartet im Zuge des AKH-<lb/>
Skandals, daß auch noch die Korruptionen im Baugewerbe irgendwie zur<lb/>
Sprache kommen werden. Die Frage, die geklärt werden muß, ist, welche<lb/>
Verantwortung die Minister, die restlos für ihren Ressortbereich ver<lb break="no"/>antwortlich sind, tragen können, dazu braucht man eben in Hinkunft<lb/>
begleitende, unabhängige Kontrolle. Ziviltechniker seien hier viel<lb/>
zu teuer, weshalb er <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> eingeladen habe, der jetzt eine beste<lb/>
Reputation als ehemaliger Rechnungshofpräsident besitzt. Die Methode,<lb/>
die sich jetzt herausstellt, die Dr. <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs> angewendet hat und die<lb/>
insbes. auch Siemens empfohlen wurde, billig zu offerieren, damit er<lb/>
den Zuschlag bekommt und nachher bei der Korrektur und Nachbestellung<lb/>
teuer alle sonstigen Spesen inkl. Bestechung einzukalkulieren, wird<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__126944">Pallin</rs>-Kommission verhindern. Er erörtert dann die 10 Punkte im<lb/>
einzelnen und meint bezüglich des abgemagerten Finanzministeriums,<lb/>
es soll jetzt eine Generaldirektion geschaffen werden, wie dies auch<lb/>
im Bundeskanzleramt die ÖIAG ist. Um die Untersuchungsrichterin ent<lb break="no"/>sprechend zu unterstützen und in Hinkunft gegen solche Korruptions<lb break="no"/>aktionen besser gewappnet sein, wäre es notwendig, eine Dienstposten<lb break="no"/>reserve zu schaffen, um einen Einsatzsstab zur Verfügung zu haben.<lb/>
Bezüglich des Vermögensnachweis soll es eben eine Kommission geben,<lb/>
damit das maßlose Unrecht, welches Politikern hier oft widerfährt,<lb/>
verhindert werden kann. Bezüglich des Eigentums an Firmen wird es<lb/>
notwendig sein, die Verwaltung außerhalb des Besitzerkreises zu su<lb break="no"/>chen. Als Politiker muß man sich eben von seinem Eigentum trennen.<lb/>
Was die Beleidigung von Politikern betrifft, die derzeit ja nur das<lb/>
Bezirksgericht haben, soll es zu dem Ehrensenat kommen, entweder die<lb/>
4 obersten Richter oder gegebenenfalls wird <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> einen sol<lb break="no"/>chen Ehrensenat bestellen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersucht zu verstehen, daß er in<lb/>
einem Alleingang diese 10 Punkte aufgestellt hat und auch verlaut<lb break="no"/>bart, denn dies ist in der besten Absicht geschehen, auch dann, wenn<lb/>
einige Kritiker in der Partei meinen, das hätte man vorher in Gre<lb break="no"/>mien besprechen müssen. Wenn man bedenkt, welch guten Ruf Österreich<lb/>
gehabt hat, wie man noch vor ein paar Monaten den Staatsvertrag ge<lb break="no"/>feiert hat und alle sagten, welche Leistung in Österreich vollbracht<lb/>
wurde, und jetzt wird Österreich behandelt wie eine mittelamerikanisch<lb/>
Bananenrepublik.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_25">Dies sind die objektiven Maßstäbe, subjektiv möchte er jetzt dies<lb/>
neuerdings betrachten. Immer hat er schon gesagt, es muß, um den<lb/>
Verdächtigungen ausweichen zu können, einwandfrei und zweifelsfrei<lb/>
sich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> von der Consultatio trennen. Wer sein Profil-Gespräch<lb/>
genau liest, wird dies auch dort finden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> selbst hat also<lb/>
diese Diskussion ausgelöst. Im Präsidium hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> den besprochenen<lb/>
Brief vorgelegt und darüber wurde diskutiert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat nur objek<lb break="no"/>tive Grundsätze aufgestellt und will keine inneren Schwierigkeiten<lb/>
innerhalb der Partei. Die Verdienste sollten gewürdigt werden und<lb/>
alle haben dazu beigetragen, daß dieser österreichische Weg so er<lb break="no"/>folgreich war, die gesamte Bundesregierung und nicht nur <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> oder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>. Im Präsidium wurde dann der Beschluß gefaßt, daß grundsätz<lb break="no"/>lich die 10 Punkte zu gelten haben, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> stimmte dem auch zu und<lb/>
wird sich innerhalb angemessener Frist von der Consultatio trennen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> hat noch den Antrag gestellt, daß diese 10 Punkte auch für<lb/>
die Länder gelten sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_26">In der Diskussion wollte sich zuerst überhaupt niemand melden. <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs><lb/>
meinte dann als erster, er sei glücklich über dies Lösung. Emotio<lb break="no"/>nell meinte er, er sehe noch den jungen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vor dem <rs type="person" ref="#per__113828">Schuschnigg</rs>-<lb/>
Gericht 1936, er sehe den jungen Arbeiterbuben <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, der viel<lb break="no"/>leicht überheblich ist, ihm gegenüber nicht, aus Floridsdorf, sei<lb/>
glücklich, wenn wir alle wieder zusammenstehen, einig sind und dadurch<lb/>
die Mehrheit halten. Formell bemerkte er, daß wenn <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> noch leben<lb/>
würde, dieser sofort feststellen würde, wie diese 10 Punkte abgewickelt<lb/>
werden sollen. Teils betreffen sie das Allgemein bürgerliche Gesetz<lb break="no"/>buch, teils betreffen sie die Statuten des Parteitages, beides müßte<lb/>
also geändert werden. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> verwies darauf, daß eine große Entschei<lb break="no"/>dung zweier Personen getroffen wurde. Die Partei wurde höher ge<lb break="no"/>stellt als die einzelne Person. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, er anerkennt die<lb/>
10 Punkte, wird sie voll unterstützen. Bezüglich der Trennung von<lb/>
Consultatio muß er darauf verweisen, daß es eine familiäre Einbindung<lb/>
und Verpflichtung gibt und er schon im Präsidium erklärt hat, er wer<lb break="no"/>de sich bemühen, den Verkauf durchzuführen, doch wird dies sehr<lb/>
schwer sein. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> meinte, die Diskussion sei eine persön<lb break="no"/>liche Gewissensfrage auch für ihn. Der Parteivorstand hätte jetzt<lb/>
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für diese Lösung. Nur <rs type="person" ref="#per__126907">Gallob</rs>, Kärnten, meinte,<add>[für]</add> die Großbauvorhaben<lb/>
eine eigene Gesellschaft zu gründen, wie in den Punkten vorgesehen,<lb/>
würde finanzielle Konsequenzen haben und dies müsse man noch im ein<lb break="no"/>zelnen durchdenken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_27">Die Sensation war auch für mich perfekt. Niemals hätte ich gedacht,<lb/>
daß eine solche Lösung noch möglich ist. Aus der Präsidiumssitzung<lb/>
ist dann letzten Endes durchgekommen, daß insbes. die Bundesländerver<lb break="no"/>treter auf eine solche Lösung drängten, von der ich sehr gespannt<lb/>
bin, wie lange sie halten wird. In dieser Frage bin ich sehr pessi<lb break="no"/>mistisch, ich schätze höchstens ein halbes Jahr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_28">In unserer Bezirksausschußsitzung gab es dann eine Diskussion bis<lb/>
zur Fernsehsendung Zeit im Bild, da natürlich alle brennendst inter<lb break="no"/>essiert waren, wie vor der Kamera sich jetzt die Versöhnung abspielt.<lb/>
Vorher zeigte aber die Diskussion, daß über die Art des Massenmedien<lb break="no"/>streit zwischen <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> allgemeines Unbehagen herrscht<lb/>
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kann, die Consultatio zu verkaufen, ob wir nicht zu sehr uns selbst<lb/>
gegenseitig bekriegen und die ÖVP 10 Mio. Spende, steirische Tier<lb break="no"/>körperverwertung usw. herauslassen. Eine richtige und lange Diskussion<lb/>
über diesen Punkt hat es meiner Meinung nach auch deshalb nicht ge<lb break="no"/>geben, weil die meisten so wie ich sicherlich über diesen sensatio<lb break="no"/>nellen Ausgang sehr überrascht waren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_29">Im Parteivorstand gab es dann auch noch den Bericht über die Vor<lb break="no"/>gangsweise Volksbegehren zur Kernenergie. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> meinte, die <rs type="person" ref="#per__113082">Schmitz</rs><lb/>
hätte ein Volksbegehren, daß ein blanker Unsinn ist, da die Kohle<lb break="no"/>kraftwerke die Luft mehr belasten als ein Kernkraftwerk. Dies wird<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> auch in aller Öffentlichkeit sehr bald sagen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte,<lb/>
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selbst, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> usw. Er meinte, diese Information müßte bei den Konfe<lb break="no"/>renzen schriftlich vorliegen. In den westlichen Demokratien gibt es<lb/>
überall diese Diskussion jetzt, er selbst sieht aber keine andere<lb/>
Alternativquelle als eben Kernenergie, da Kohle eindeutig gefährli<lb break="no"/>cher ist für die Umwelt als Atomstromproduktion. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> fragte, was<lb/>
eigentlich jetzt mit der Atommüllagerung sei. Ich sah mich daher<lb/>
verpflichtet zu Wort zu melden und zu erklären, daß zwar <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf<lb/>
dem Standpunkt steht, die Regierung und damit auch ich können, so<lb break="no"/>lange das Sperrgesetz gilt, nicht aktiv werden, doch muß natürlich<lb/>
die Gesellschaft trachten zu ergründen, ob sie verkaufen, verpachten,<lb/>
abtragen und natürlich, wo sie eventuell Atommüll lagern kann, weiter<lb/>
zu untersuchen. Derzeit gibt es keine endgültige Lösung, diese wird<lb/>
aber nach dem Volksbegehren, das ja sicherlich die 200.000 Unter<lb break="no"/><pb n="56-1120" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-09-09_1120.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schriften zusammenbringt, im Parlament zu behandeln sein. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>,<lb/>
die den Vorsitz führte, meinte, jetzt hätte ich die letzten Atombe<lb break="no"/>fürworter zu Atomgegnern gemacht. Am liebsten hätte ich laut rausge<lb break="no"/>schrien, dann kann ich das auch nicht ändern, dies umso mehr, als<lb/>
ich ja in meiner Kurzmeldung klar gemacht habe, daß es auf der ganzen<lb/>
Welt keine endgültige Atommüllagerungslösung gibt, ich persönlich aber<lb/>
auch überzeugt bin, daß im nächsten Jahrtausend dieser Atommüll tech<lb break="no"/>nisch verwertet wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_30"><rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtete dann noch über die Herbstaktion, wo insbesondere<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_31"><rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs> berichtete als Kassier über den Rechenschaftsbericht aufgrund<lb/>
des Parteiengesetzes, der ebenfalls zur Kenntnis genommen wurde. Der<lb/>
große Vorteil ist, daß früher immer die Budgetziffern wieder einge<lb break="no"/>sammelt wurden, jetzt bekommt sie jedermann in die Hand. Mit 175<lb/>
Millionen Schilling Einnahmen und Ausgaben ist das Budget ausgegli<lb break="no"/>chen, allerdings sind darin 26 Mio. durch Teilauflösung von Reserven<lb/>
bzw. Abdeckung durch Überbrückungskredite in Wirklichkeit eine ge<lb break="no"/>ringere Einnahme, als eben den Ausgaben 175 Millionen entspricht. Die<lb/>
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eigentlich nur immer wieder mit Überbrückungshilfe finanzierbar. Dies<lb/>
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unserem Rechenschaftsbericht auch 25–30 Mio. S Personalkosten für<lb/>
die Zentralsekretariate, Landessekretäre und den 113 Bezirkssekretä<lb break="no"/>ren und den Sekretären der befreundeten Organisationen wie SJ,<lb/>
Kinderfreunde usw. beinhaltet sind. Die ÖVP hat diese Personalkosten<lb/>
nicht in ihrer Aufstellung.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__109965">Mantler</rs>, der Beisitzer der oö. Organisation <rs type="person" ref="#per__118859">Lettner</rs> und er für <rs type="person" ref="#per__126223">Tull</rs><lb/>
haben das Problem einige Male verhandelt, der Sachverhalt wurde<lb/>
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lehnte jeden Vermittlungsvorschlag ab, sodaß aufgrund der 2 Fakten,<lb/>
erstens ein Beschluß der Mitgliederversammlung, daß er sein Gemeinde<lb break="no"/>ratsmandat zurücklegt, wurde von ihm nicht eingehalten, zweitens <rs type="person" ref="#per__126223">Tull</rs><lb/>
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nicht zur Kenntnis, hat auch einen Brief an das Parteisekretariat<lb/>
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SPÖ-Genossen unheimlich beschimpft hat. Wenn <rs type="person" ref="#per__126223">Tull</rs> aus der Partei aus<lb break="no"/>tritt, hat, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte, die soz. Fraktion im Parlament ein<lb/>
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zu sprechen. Die Angelegenheit wurde daher verschoben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-09-09_33">Etliche Bezirkssekretäre wurden neu bestellt und <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet über<lb/>
Zivildienstnovelle, die nicht nur durch Entschließung des Nationalrates,<lb/>
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wirds weitergehen. Ich glaube nicht, daß das Kompromiß allzu lange<lb/>
hält und daß es vor allem objektiv sehr schwer sein wird, für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> tatsächlich eine Lösung der Consultatio-Frage zu finden. Ich<lb/>
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