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            <title type="main">Mittwoch, der 27. August 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_01">Mittwoch, 27. August 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_02">In der Bürgesbeiratssitzung wurde über die Erhöhung der Kredit<lb break="no"/>grenze diskutiert. Dir. <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs> teilte mit, daß es jetzt von der<lb/>
Z für Ultimogelder, das heißt am Monatsende, kurzfristig 11 % Haben<lb break="no"/>zinsen gibt. Ein solches Anbot hat die Bürges gehabt. Natürlich be<lb break="no"/>tragen dann Sollzinsen bis zu 12 3/4 %, weshalb er unbedingt für<lb/>
eine Erhöhung von derzeit 8 1/2 % auf fast 10 % plädiert. Die HK<lb/>
wollte zuerst 10 1/2 %, um, wie ihr Vertreter <rs type="person" ref="#per__125298">Kopecky</rs> sage, Anpassung<lb/>
auf die tatsächlichen jetzt zu bezahlenden Zinsen, die Nebenspesen<lb/>
verschwinden. Mit dieser Unsitte meinte er, müsse aufgeräumt wer<lb break="no"/>den. <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs> stellte sofort fest, daß der Kreditvertrag bei<lb/>
Bürgeskrediten vorgelegt werden muß und daß man dort eine präzise<lb/>
Definition hat, welche Gebühren verrechnet werden können. Der<lb/>
wirkliche Unfug besteht meiner Meinung nach darin, daß man eben<lb/>
durch Zwischenfinanzierung oder auch durch sonstige Betriebsmittel<lb break="no"/>kredite, die Unternehmer dann auf alle Fälle brauchen, die Differenz<lb/>
zwischen dem von uns festgesetzten Zinshöchstsatz<add>[und]</add> dem tatsächlich<lb/>
auf dem Markt herrschenden eben bei anderen Krediten zusätzlich<lb/>
mitverrechnet. Die AK hatte 9 1/4 % vorgeschlagen, die HK sich<lb/>
letzten Endes auf 9 3/4 %, und zwar immer nominaler Zinssatz für<lb/>
Bundesanleihen plus eben 1/4 oder 3/4 %. Das Kompromiß lag also<lb/>
auf der Hand, 9 % derzeit Nominale Bundesanleihe, Zinssatz plus<lb/>
1/2 %. Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> strebte dieses Kompromiß an, hat dann<lb/>
auch darüber mit dem Syndikus der Kreditsektion, <rs type="person" ref="#per__119822">Bronold</rs>, verhandelt<lb/>
und letzten Endes dessen Zustimmung auch bekommen. Er verlangte nur,<lb/>
daß in allen Protokollen festgehalten wird, wie sehr er für eine<lb/>
Erhöhung auf 9 3/4 gekämpft hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß von allen Aktionen, die von ande<lb break="no"/>ren Ministerien, eine Tabelle anfertigen, wo man die Erhöhung über<lb break="no"/>sichtlich darstellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_04">Die Fa. Schrack hat Schwierigkeiten die Unbedenklichkeitsbeschei<lb break="no"/>nigung bei Importen von Bauelementen zu bekommen. Zuerst dachte<lb/>
ich, daß diese Teile in Österreich gefertigt werden, weshalb viel<lb break="no"/>leicht die Außenhandelsstelle aus diesem Grund Schwierigkeiten be<lb break="no"/>reitet. Sektionschef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> erkundigt sich sofort und stellte fest,<lb/>
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Hinkunft die Genehmigungen unverzüglich gegeben werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was sagt MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> dazu?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_06">Abg. <rs type="person" ref="#per__126880">Maderthaner</rs>, ZBRO von der Zellulosefabrik in Weißenbach,<lb/>
intervenierte für 11 Mio. S Zinsenzuschuß für Freizeitzentrum der<lb/>
Gemeinde St. Gallen. Diese hofft, durch Fremdenverkehrsattraktionen<lb/>
ihre schlechte Wirtschaftsstruktur ein wenig zu verbessern.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126880">Maderthaner</rs> wußte auch nur aus den Zeitungen, daß LH <rs type="person" ref="#per__97664">Krainer</rs> er<lb break="no"/>klärt hat, die Fabrik wird doch nicht geschlossen. Die Belegschaft<lb/>
ist allerdings schon gekündigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Unsere Papierabteilung soll recherchieren,<lb/>
was hier geschieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_08">Herr <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> und sozusagen sein <choice><choice><sic>Publikrelation</sic><corr>Public-Relations-Mann?</corr></choice></choice> zu den Behördenbe<lb break="no"/>ziehungen, GR <rs type="person" ref="#per__114998">Sevcik</rs>, berichten über ein Bauprojekt in Jordanien,<lb/>
Das Ministerium <choice><choice><sic>auf</sic><corr>für</corr></choice></choice> Housing hat 6000 Wohnungen ausgeschrieben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__114715">Herbeck</rs> von Porr und <rs type="person" ref="#per__122958">Vlcek</rs>, Universale, gesprochen,<lb/>
da dieses Projekt für ihn zu groß wäre. Ich sehe allerdings über<lb break="no"/>haupt keine Chance, daß eine österreichische Firma in Jordanien<lb/>
zum Zuge kommt, da die Südkoreaner wesentlich billiger offerieren<lb/>
und vor allem die Franzosen wesentlich günstigere Kreditkonditionen<lb/>
haben. <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> wollte von mir auch bestätigt haben, daß keinerlei<lb/>
Sonderkonditionen, sei es von der Österreichischen Kontrollbank<lb/>
oder auch vom Handelsministerium gegeben werden können. Ich habe<lb/>
die Unterlagen der Industriesektion zur Verfügung gestellt. Die<lb/>
Franzosen, so teilte mir <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> mit, haben eine abgeschriebene<lb/>
Fertigbaufabrik, die sie dort aufstellen werden. Da noch immer<lb/>
40 % Lohnanteil und 40 % Material- und Baustoffanteil und zu meiner<lb/>
Überraschung nur 15 % Kapitaleinsatz die Kalkulation einer Fertig<lb break="no"/>bauweise sind, glaubt <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> mit Kooperation von türkischen Unter<lb break="no"/>nehmungen vielleicht doch ein Anbot erstellen zu können. Der Kapi<lb break="no"/>tal- oder Maschineneinsatz würde 300 bis 400 Mio. S betragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_09">Herr <rs type="person" ref="#per__126881">Smekal</rs>, Angestellter des Milchwirtschaftsfonds, gleichzeitig<lb/>
auch Besitzer der Molkeverwertungs- und Vertriebs-GesmbH, hat eine<lb/>
Biogasanlage und eine Molkeaustauschfabrik errichtet. Er benötigt<lb/>
dringend Geld, da die Molkeverwertung Produkte ergibt, die zu<lb/>
<pb n="56-1052" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-27_1052.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>teuer sind. Schon allein aus diesem Grund kann die landwirtschaft<lb break="no"/>liche Genossenschaft ihn sabotieren und seine Produkte kann er<lb/>
kaum verkaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_10">GD <rs type="person" ref="#per__126882">Kafka</rs> von Persil und sein Fernamtsdirektor <rs type="person" ref="#per__126883">Maresch</rs> ersuchen<lb/>
um Unterstützung ihrer neuen Investition von 90 Mio S. Damit soll<lb/>
eine neue Fabrik auf der Landstraße gebaut werden, die aufgrund<lb/>
von Henkel-Patenten Sasil, 4000 t pro Jahr, erzeugt. Dadurch kann<lb/>
die Hälfte des Tripolyphosphat, 20–40 % derzeit Anteil in den Wasch<lb break="no"/>mitteln, ersetzt werden. Dieses neue Waschmittel ist umweltfreund<lb break="no"/>licher und erspart insbes. fast 30 Mio S an Importen. <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> hat<lb/>
mit den beiden dann die Details über eine Finanzierungsmöglichkeit<lb/>
über ERP und Regierungszinsenzuschußaktion besprochen. Ich habe<lb/>
den beiden empfohlen, sie sollen unverzüglich bei ERP-Büro ansu<lb break="no"/>chen und die gewünschten Unterlagen dann nachbringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_11">In der Sektionsleitersitzung wurde festgehalten, daß bis zur Re<lb break="no"/>gierungsklausur am 9. September das Arbeitsprogramm, das <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
von den einzelnen Ministerien wollte, fertig sein muß. Ob wir<lb/>
dies allerdings dort verteilen, bleibt fraglich, denn am 15.9. soll<lb/>
es im Marmorsaal der Presse vorgestellt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_12">Sektionschef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> teilt mit, daß vom Bundeskanzleramt jetzt die<lb/>
Genehmigung zur Bestellung von Sektionsleiter <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> zum Sektions<lb break="no"/>chef vorliegt. Am 2.9. wird es im Ministerrat genehmigt. Überein<lb break="no"/>stimmend wird von allen Sektionschefs festgestellt, daß tatsäch<lb break="no"/>lich auch in anderen Ministerien das Bundeskanzleramt versucht,<lb/>
Sektionschefposten einzuziehen. Da wir auch etliche aus der Per<lb break="no"/>sonalreserve des Bundeskanzleramtes haben, besteht eindeutig die<lb/>
Gefahr, daß wenn man einen Sektionsleiter bestellt, der aufgrund<lb/>
seiner Dienstzeit noch nicht Sektionschef sein kann, dann dieser<lb/>
Posten garantiert verloren geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_13">Die Ausschreibung der Grundsatzabteilung hat bis jetzt nur einen<lb/>
Bewerber gebracht, nämlich <rs type="person" ref="#per__107953">Buchauer</rs>. Allerdings ist die Frist noch<lb/>
bis 1. September. Die Personalvertretung hat in die Kommission<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> und von der Gewerkschaft wird wahrscheinlich <rs type="person" ref="#per__112957">Steffek</rs> ent<lb break="no"/>sendet. Die beiden Sektionschefs als Dienstnehmer stehen seit lan<lb break="no"/>gem fest, <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs>, <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, ein gut eingespieltes Team.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_14">Bezüglich der Repräsentationskosten liegen wir im Rahmen der Monats<lb break="no"/>tangenten. Bei Inlandsreisen liegen wir mit 671.000 S gegenüber<lb/>
551.000.–– wesentlich darüber. Bei Ausland ist es annähernd in der<lb/>
Tangente. Ich erkläre neuerdings dezidiert, daß ich nicht bereit<lb/>
bin, Budgetüberschreitungen am Jahresende zu akzeptieren. Gegebenen<lb break="no"/>falls müssen die Reisen in den letzten Monaten ganz drastisch ge<lb break="no"/>kürzt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte darauf besonders achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_16">Bezüglich der Überstunden liegen wir im Rahmen des Voranschlages.<lb/>
Sektionschef <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> bringt das Problem zur Sprache, was geschieht,<lb/>
wenn pauschalierte Überstunden nicht gemacht werden. Da dieses<lb/>
seinerzeit auf Erklärung des Dienstnehmers bescheidmäßig festge<lb break="no"/>setzt wurde, müßte eigentlich der Dienstnehmer, wenn er jetzt gar<lb/>
keine Überstunden mehr macht und ein Pauschale bezieht, dies eben<lb break="no"/>falls melden. Wir einigen uns darauf, daß in krassen Fällen der<lb/>
Sektionsleiter an das Präsidium diese Meldung erstatten muß, damit<lb/>
die Bescheide dann entsprechend abgeändert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Eine Überschreitung des Überstundenbudget<lb break="no"/>ansatzes wird von mir nicht akzeptiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_18">MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> berichtet, daß der Energiebericht am 30.11. dem National<lb break="no"/>rat übermittelt werden kann, da bereits jetzt Anfang September der<lb/>
erste Entwurf vorliegen wird. Es handelt sich um eine Aktualisie<lb break="no"/>rung des 79-er Berichtes. Eine Änderung halte ich auch nicht für<lb/>
zweckmäßig, weil die Nationalräte und alle anderen, die damit arbei<lb break="no"/>ten und ihn lesen werden, auf das alte Schema festgelegt sind.<lb/>
Da ich auch bis jetzt darüber keine Kritik gehört habe, sehe ich<lb/>
gar keinen Grund eine Änderung vorzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_19">Die EVUs sind einverstanden, daß mit ersten Jänner für Tarifabneh<lb break="no"/>mer eine Baukostenzuschußverordnung erlassen wird. Dieser Fällig<lb break="no"/>keitstermin ergibt sich, da das alte Preisgesetz aufgrund dessen<lb/>
die seinerzeitigen Texte 54-er Verordnung mit Jahresende ab<lb break="no"/>läuft. In Hinkunft wird pauschaliert werden, was für die Konsumen<lb break="no"/>ten doch leichter zu überblicken ist. Die E-Versorgungsunternehmen<lb/>
wollen, daß diese Pauschale indiziert werden. Von Kupferkabeln bis<lb/>
zum Leitungsmast soll ein Index erstellt werden, wonach automa<lb break="no"/>tisch, wenn eine gewisse Höhe überschritten ist, die Preiskommission<lb/>
<pb n="56-1054" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-27_1054.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>eine Revision des Pauschales vornehmen müßte. Dagegen spreche ich<lb/>
mich ganz entschieden aus. Eine Indizierung wäre erstmals in unse<lb break="no"/>rem Preissystem dann verankert, mit all den Gefahren, die sich da<lb break="no"/>raus ergeben. Politisch außerdem wäre es ein Wahnsinn, daß die<lb/>
Preisbehörde von sich aus, ohne Antrag, eine entsprechende Korrek<lb break="no"/>tur eines Preises vornimmt. Ähnliches streben übrigens auch die<lb/>
Ölgesellschaften an. Auch dort werde ich eine solche Automatik<lb/>
ganz entschieden ablehnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte allen Preisstellen im Handelsministe<lb break="no"/>rium diese Stellungnahme mündlich zur Kenntnis bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_21">Das Kleinkraftwerk von <rs type="person" ref="#per__126884">Ludwig Polsterer</rs> in Niederösterreich liefert<lb/>
Strom an die Wr. Stadtwerke, dadurch kann meine Empfehlung und De<lb break="no"/>legierung an die Landeshauptleute nicht zum Tragen kommen. Bei grenz<lb break="no"/>überschreitenden Lieferungen muß daher eine eigene Verordnung ge<lb break="no"/>macht werden. MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> wird eine solche mit den Interessensver<lb break="no"/>tretungen besprechen und versuchen eine einvernehmliche Lösung über<lb/>
die Höhe, ev. bis 100 %, wie es einzelne Landesgesellschaften ja<lb/>
aufgrund der Delegierung mit ihrem Landeshauptmann vereinbart haben,<lb/>
festlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_22">Die Fernwärmestudie von Prof. <rs type="person" ref="#per__97762">Musil</rs> müßte jetzt aktualisiert wer<lb break="no"/>den. Über Blockkraftwerke und Müllverbrennung steht zu wenig drinnen.<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> kann mit seinen Leuten diese Aktualisierung nicht vor<lb break="no"/>nehmen und auch nicht die beabsichtigte Kurzfassung, die damit<lb/>
gleich verbunden wäre. MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und insbes. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> schlagen vor,<lb/>
daß Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__116707">Janitschek</rs> diese Arbeit gerne machen würde und auch<lb/>
könnte. Ich bin damit selbstverständlich einverstanden, denn viel<lb break="no"/>leicht ist dies mit ein Grund, daß dann GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> von der Ver<lb break="no"/>bund <rs type="person" ref="#per__116707">Janitschek</rs> einen besseren Vertrag gibt, als jetzt beabsichtigt<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_23">Die Studie des Energiekonsumentenverbandes über wärmeintensive<lb/>
Industrie, die 1,2 Mio. S gekostet hat, müßte jetzt noch redigiert<lb/>
werden. Dr. <rs type="person" ref="#per__126515">Thalhammer</rs> von der Abteilung <rs type="person" ref="#per__114624">Obermair</rs> sieht sich dazu<lb/>
außerstande, durch Arbeitsüberlastung. Die Sektion schlägt deshalb<lb/>
vor, man soll einen Grazer Universitätsassistenten 10.000.–– S ge<lb break="no"/>ben, damit er diese Redigierung vornimmt, um zwei Kapitel ergänzt<lb/>
<pb n="56-1055" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-27_1055.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>einerseits Literaturangabe und zweitens eine Fallstudie über<lb/>
Chemie Linz über Stickstofferzeugung. Bei dieser Gelegenheit be<lb break="no"/>schwert sich Sektionschef <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> entschieden, daß diese Studien<lb/>
alle, ohne auch nur die Industriesektion damit zu beschäftigen, er<lb break="no"/>stellt wurden. Wir einigen uns darauf, daß MR <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und Sektions<lb break="no"/>chef <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> versuchen, eine einvernehmliche Lösung über die weitere<lb/>
Vorgangsweise zu erzielen. Wahrscheinlich werden wir zu den 1,2<lb/>
Mio. die 10.000.–– jetzt auch noch nachwerfen müssen. Ich kündige<lb/>
an, daß wenn es zu Budgeteinsparungen kommt, an aller erster Stelle<lb/>
die unzähligen Studien in Hinkunft nicht mehr vom Handelsministerium<lb/>
finanziert werden. Diese haben eine Heidengeld gekostet und werden<lb/>
kaum gelesen, ja nicht einmal beachtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_24">Sektionschef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> teilt mit, daß der nigerianische Handelsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126885">Sha'ahu</rs> vom 5.–11.9. in Österreich weilt. Da er selbst gekommen ist,<lb/>
ohne von mir eingeladen zu sein, glaubt man, ich werde mich nicht<lb/>
um ihn kümmern. Genau das Gegenteil werde ich aber tun. Die VÖEST-<lb/>
Alpine, Semperit und insbes. Steyr-Daimler-Puch haben großes Inter<lb break="no"/>esse an diesem Besuch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte ein Programm für mich und <rs type="person" ref="#per__126885">Sha'ahu</rs> aus<lb break="no"/>arbeiten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_26">Für den DDR-Besuch <rs type="person" ref="#per__114104">Honeckers</rs> in Wien muß ein neues Handels- und<lb/>
Zahlungsabkommen vorbereitet werden. Ich erkläre, wenn das alte<lb/>
nur mit neuen Laufzeiten unterschrieben wird, genügt dies vollkommen.<lb/>
Überrascht bin ich, von Sektionschef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> zu hören, daß tatsäch<lb break="no"/>lich das Außenamt, Botschafter <rs type="person" ref="#per__97336">Bauer</rs>, Schwierigkeiten macht, daß<lb/>
die DDR in Innsbruck eine Dependance ihrer Handelsabteilung errich<lb break="no"/>ten kann. Ich habe mit Minister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> vorher darüber gesprochen und<lb/>
er hat mir dezidiert erklärt, er ist daran brennendst interessiert,<lb/>
die DDR könnte gegebenenfalls ein Konsulat in Innsbruck errichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit BMfAA, Botschafter <rs type="person" ref="#per__97336">Bauer</rs>, verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_28">Das Problem der GATT-Vereinbarungen über öffentliche Ausschreibungen<lb/>
wird neuerdings diskutiert. Ich erkläre dezidiert, daß ich mich<lb/>
auf kein Risiko einlasse. Der jetzige Vorschlag, daß die Amts<lb break="no"/>wirtschaftsstellen ihre Ausschreibungen in einer GATT-Sprache, also<lb/>
<pb n="56-1056" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-27_1056.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Englisch, Französisch oder Spanisch im Handelsministerium depo<lb break="no"/>nieren werden, ist vollkommen undurchführbar. Die tausenden von<lb/>
Ausschreibungen können nicht in einer GATT-Sprache, auch in Kurz<lb break="no"/>fassung, von den Amtswirtschaftsstellen übersetzt werden. Entweder<lb/>
GATT akzeptiert und in dem Vertrag wird festgehalten, daß in der<lb/>
Muttersprache diese Ausschreibungen im Handelsministerium gesammelt<lb/>
werden können, oder wir können dieser Vereinbarung schon allein<lb/>
aus diesem technischen Grund nicht beitreten. Sektionschef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs><lb/>
wird eine interministerielle Besprechung über dieses Problem noch<lb/>
einmal einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Du mußt an dieser interministeriellen<lb/>
Sitzung teilnehmen, damit ich einen direkten Bericht bekomme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_30">Die Beitrittsverhandlungen Griechenlands müssen jetzt abgeschlossen<lb/>
werden. Am 4.9. wird eine neue interministerielle Besprechung da<lb break="no"/>rüber stattfinden, ob die Handelskammer und die Landwirtschafts<lb break="no"/>kammer ihre Stellungnahme dazu geändert haben. Bei der Landwirt<lb break="no"/>schaft kann ich jetzt schon sagen, ist dies eine reine Illusion<lb/>
so etwas anzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_31">Die Statistik über die Exporte nach Iran wird erst Mitte September<lb/>
vorliegen. Die Zusage gegenüber den Amerikanern, daß wir nur cou<lb break="no"/>rant normal, also normalen Handelsverkehr aufrechterhalten werden,<lb/>
wird wahrscheinlich durch die Statistik widerlegt. In diesem Fall<lb/>
müssen wir den Entwurf über die Iran-Exporte inkraft setzen. Inte<lb break="no"/>ressant ist, daß sich auch die Schweizer Botschaft für unsere Ent<lb break="no"/>würfe interessiert hat, weil sie scheinbar ähnliche Schwierigkei<lb break="no"/>ten bei Iran-Lieferungen hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_32">Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtet, daß der Vertrag mit Iran bezüglich<lb/>
der Meistbegünstigung im Gewerberecht, wonach iranische Bürger<lb/>
so wie Österreicher behandelt werden, von ihm dann zur Anwendung<lb/>
kommt, wenn eine Bestätigung vom Iran beigebracht wird, daß auch<lb/>
im gegenteiligen Fall die Iraner die Österreicher gleich behandeln.<lb/>
Eine solche Bestätigung kann vom jetzigen Regime sicherlich nicht<lb/>
erreicht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_33">Bezüglich der Videorekorder-Einfuhrbeschränkung aus Japan schlägt<lb/>
<pb n="56-1057" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-27_1057.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Handelskammer vor, daß man 1/3 der heimischen Produktion,<lb/>
sprich Philips und Grundig, reservieren sollte. Ein weiteres<lb/>
Drittel sollten die Japaner bekommen und ein drittes Drittel die<lb/>
übrige Welt. Dagegen spreche ich mich ganz entschieden aus. Meiner<lb/>
Meinung nach genügt es vollkommen, wenn man 1/3 den Japanern und<lb/>
der übrigen Welt zugesteht. Sollten die Japaner Schwierigkeiten<lb/>
machen, so wird man die japanischen Kontingente Elektrobatterien<lb/>
gegen Videorekorder abtauschen. Zum Glück haben wir seinerzeit bei<lb/>
der Liberalisierung gegenüber Japan einige Produkte wie Kunst<lb break="no"/>stoffe, Lederwaren, Handschuhe, Zellwolle, Kugellager, Isolatoren,<lb/>
Ferngläser, Reißverschlüsse und nicht zuletzt auch Elektrobatte<lb break="no"/>rien ausgenommen. Letzteres könnte man gegebenenfalls gegen Video<lb break="no"/>rekorder tauschen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_34">Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> berichtet, daß die Patentanwälte jetzt wegen einer<lb/>
Änderung des Patentanmeldegesetzes bei mir vorsprechen werden.<lb/>
Im Nationalrat wurden seinerzeit bei der Beschlußfassung über das<lb/>
Europapatent flankierende Maßnahmen ihnen zugesagt. Die Patentan<lb break="no"/>wälte stellen sich vor, daß in Hinkunft alle Schriftverkehre und<lb/>
Eingaben über die Patentanwälte gehen müßten und nicht mehr von<lb/>
den Firmen beim Patentamt eingebracht werden können. Dadurch würden<lb/>
sie eine ca. 20 %-ige Taxe, vorausgesetzt zusätzlich 16 Mio. S ver<lb break="no"/>dienen. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> wird entsprechende Unterlagen für die Vorsprache<lb/>
richten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_35">Im Budget sind heuer 3 Mio. S Finanzbeitrag zum Europäischen Patent<lb break="no"/>amt vorgesehen. Im nächsten Jahr werden es 6 Mio. S werden. Diese Bei<lb break="no"/>träge werden nach 10 Jahren mit 10 % Verzinsung rückgezahlt. Trotz<lb break="no"/>dem wird es Schwierigkeiten geben, das Finanzministerium wird wahr<lb break="no"/>scheinlich im Zuge der Budgeteinsparung diese Post herausstreichen.<lb/>
Gegebenenfalls könnte man vielleicht mit einer Kreditoperation<lb/>
diese 10 Jahre überbrücken. Im nächsten Jahr erwartet <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs><lb/>
10 Mio. S Einnahmen aus Recherchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_36">Für den DDR-<rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs>-Besuch könnte er ein Kooperationsabkommen über<lb/>
Erfindungen, Zusammenarbeit auf Drittmärkten, joint venture usw.<lb/>
vorbereiten. Ich ersuche ihn unbedingt dieses Abkommen fertigzu<lb break="no"/>stellen, denn Oststaaten legen größten Wert darauf bei Besuchen<lb/>
etliche Verträge zu unterzeichnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_37">Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtet, daß wenn die heutige Sitzung der<lb/>
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negativ verlauft, und dies ist mit Sicherheit anzunehmen, er dann<lb/>
aufgrund des § 4-Preisgesetzes sein Preisverfahren einleiten wird.<lb/>
Da hier die betriebswirtschaftliche Unmöglichkeit der Preissenkung<lb/>
Weitergabe nachgewiesen werden muß, ersucht Sektionschef <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>,<lb/>
daß die Abteilung <rs type="person" ref="#per__97693">Lejolle</rs>, sprich er selbst, weil er ist eine Ein-<lb/>
Mann-Abteilung, eingeschaltet werden müßte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_38">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte beobachte, wie dieses System bei uns<lb/>
funktioniert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-27_39">Drei Prokuristen der Fa. Vogelbusch wurden vom Bundespräsidenten<lb/>
mit Ehrenzeichen bedacht. Alle drei erklärten, sie bräuchten diese<lb/>
Orden dringendst, weil sie jetzt zu Verhandlungen ins Ausland fahren<lb/>
und dort ordensgeschmückter weiterkommen. Eine blödere Begründung,<lb/>
wenn man einen Orden schnell haben will, habe ich noch nie gehört.<lb/>
Selbstverständlich bin ich gerne bereit gewesen, ihnen diese Orden<lb/>
unverzüglichst zu überreichen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 27.8.1980</head>
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