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            <title type="main">Freitag, der  1. August 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_01">Freitag, 1. August 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_02">Der neue Rechnungshofpräsident Dr. <rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs> wollte unbedingt bei<lb/>
mir einen Antrittsbesuch machen. Bei dieser Gelegenheit erklärte<lb/>
ich ihm sofort, daß auch mit seinen Amtsvorgängern eine gute Zu<lb break="no"/>sammenarbeit zwischen dem Ressort und den Rechnungshof bestanden<lb/>
hat. Auch <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> hatte ich damals erklärt, ich bin brennendst<lb/>
daran interessiert, daß der Rechnungshof mir direkt und unverzüg<lb break="no"/>lich alle Unzulänglichkeiten in meinem Ressort mitteilt. Ich werde<lb/>
dann so schnell als möglich die Änderungen durchführen oder wenn<lb/>
die Forderungen des Rechnungshofes unberechtigt sind, dagegen ihn<lb/>
persönlich immer in wichtigen Fragen kontaktieren. Ich empfahl<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs> mit seinem Parteifreund, dem Ombudsmann <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs>, zu<lb/>
reden, mit dem ich auch ein sehr gutes Einvernehmen hatte. <rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs><lb/>
erklärte, dies hätte er bereits mit <rs type="person" ref="#per__112589">Zeillinger</rs> gemeinsam festge<lb break="no"/>stellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_03">Konkret behandelten wir dann die Frage der Reorganisation der Berg<lb break="no"/>behörden, Der Rechnungshof hat nämlich vor längerer Zeit schon<lb/>
festgestellt, daß die Bergbehörden überbesetzt sind, in der Steier<lb break="no"/>mark sind 2 in Graz und Leoben. Die Bergbehörde in Tirol könnte<lb/>
ebenfalls aufgelassen werden. Diesbezügliche Vorschläge werden vor<lb/>
Legen des Rechnungshofberichtes von mir mit den Landeshauptleuten<lb/>
zu verhandeln sein. <rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs> gibt zu, daß mit den Ländern große<lb/>
Schwierigkeiten sich aus seinen Vorschlägen ergeben werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_04">Konkret will <rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs> überprüfen, ob er nicht auch die Querschnitts<lb break="no"/>prüfung einführen sollte. Derzeit ist es so, daß z.B. eine Berg<lb break="no"/>behörde von A bis Z <choice><choice><sic>beprüft</sic><corr>geprüft?</corr></choice></choice> wird. Dies gilt selbstverständlich<lb/>
auch für andere Ressort, z.B. eines Finanzamtes. In Hinkunft würde<lb/>
bei Querschnittsprüfung die Personalfrage in allen Finanzämtern<lb/>
respektive in allen Bergbehörden zu prüfen, wodurch bessere Ver<lb break="no"/>gleichsziffern für den Rechnungshof entstehen würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_05"><rs type="person" ref="#per__112588">Broesigke</rs> kann die Aussage <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutschs</rs> auch nicht verstehen, daß der<lb/>
Rechnungshof viele Anzeigen erstattet hat, die von den Gerichts<lb break="no"/>behörden nicht weiter verfolgt wurden. Genau waren es nur 13, <choice><choice><sic>wo<lb break="no"/>von</sic><corr>davon</corr></choice></choice> ein Großteil nur Unterschlagungen usw., sodaß in Wirklichkeit<lb/>
nur 3 Wirtschaftsdelikte übrigblieben. Der einzige und gravierende<lb/>
<pb n="56-0988" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-01_0988.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Fall war die Hafenbetriebsgesellschaft, Ing. <rs type="person" ref="#per__126730">Leitner</rs>, der zu spät<lb/>
dann verfolgt wurde, wenn man will, ein Einziger, und der die Wiener<lb/>
betreffend. <choice><choice><sic>Was</sic><corr>Daß</corr></choice></choice> das Handelsministerium davon überhaupt nicht be<lb break="no"/>rührt ist, brauchte ich gar nicht besonders zu erwähnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wenn der Rechnungshof Bergbehördeprüfung<lb/>
vorlegt, sofort die entsprechenden Reorganisationsschritte veran<lb break="no"/>lassen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_07">Prof. <rs type="person" ref="#per__117925">Winkler</rs> kam eben von einer Formosa-Reise zurück und hat mir<lb/>
einen Brief mitgebracht, wonach die nationalchinesische Regierung<lb/>
beschlossen hat, Österreich die Präferenzzölle zu gewähren. Die<lb/>
erklärte Absicht der Regierung ist, daß der österr.-chin. Handel<lb/>
sich wesentlich vergrößern möge. Immerhin ist in Summe gesehen<lb/>
in dem letzten Jahr von $ 28 Mrd. das Handelsvolumen auf $ 40 Mrd.<lb/>
gestiegen. Österreich hat darin einen verschwindend kleinen Anteil.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117925">Winkler</rs> bestätigte mir neuerdings, daß die persönliche Betreuung<lb/>
der Delegation auch durch mich einen ungeheuren Eindruck auf die<lb/>
Nationalchinesen gemacht hat. Einmal mehr hat sich bewährt, daß<lb/>
man eben gerade bei diesen Völkern die Liebenswürdigkeit und<lb/>
persönlichen Einsatz des Ministers besonders schätzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_08">Beim Jour Fixe AK und ÖGB hat <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> berichtet, daß ein Leistungs<lb break="no"/>bilanzverbesserungsprogramm, das er bis jetzt nur <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> gegeben<lb/>
hat, schon überall bekannt ist. Es handelt sich um eine Punktations<lb break="no"/>liste, die S 15 Mrd. bringen soll. Sparmaßnahmen im Budget, zurück<lb break="no"/>haltende Einkommenspolitik, 7 % Kollektivvertragslohnerhöhung,<lb/>
6 % Istlohnerhöhung, kredit- und währungspolitische Maßnahmen, die<lb/>
S 2 Mrd. bringen sollen, Errichtung von Handelshäusern, Inbetrieb<lb break="no"/>nahme von Zwentendorf, Umschichtung der Sommerurlaube, 1 Woche in<lb/>
die Winterferien, weil dort mehr Geld ausgegeben wird, aber im<lb/>
Inland usw. NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB, meinte, daß Wichtigste seien die<lb/>
strukturpolitischen Maßnahmen, da ja besonders die Verlegung der<lb/>
Donnerstag-Feiertage auf einen Montag als wichtigen Punkt be<lb break="no"/>trachtet. Ich halte eine solche Verlegung als die zweitbeste<lb/>
Lösung. Besser wäre es am Freitag, noch besser aber, die Donners<lb break="no"/>tag-Feiertage gegen eine Mindesturlauberhöhung abzutauschen. Dies<lb/>
hätte man übrigens schon bei der Festlegung von 3 Wochen Mindest<lb break="no"/>urlaub respektive dann 4 Wochen Mindesturlaub machen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_09">1 Woche Urlaub gegen 1 Feiertag. Die Behauptung, die Industrie<lb/>
oder die ÖVP hätte sich hier in der kath. Kirche nicht durchge<lb break="no"/>setzt, kann nicht stimmen, weil selbst jetzt auch in Italien<lb/>
die Abschaffung der Donnerstag-Feiertage möglich war. Daß etwas<lb/>
geschehen muß, steht außer jeder Diskussion. Die echten Währungs<lb break="no"/>reserven betragen jetzt nur mehr S 42 Mrd. gegenüber Vorjahr noch<lb/>
S 50 Mrd., 1978 S 55 Mrd. und 1976 S 62 Mrd.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_10">Als wichtigste Frage erscheint mir aber die Regulierung respektive<lb/>
Wiedereinführung der Zinspolitik. Die Freigabe hat zu einem<lb/>
chaotischen Zustand geführt und wird die Zinsenbelastung und Kredit<lb break="no"/>politik der Industrie schwer beeinflussen, ja sogar schädigen.<lb/>
Früher war für eine Produktion der Lohn und das Material das Ent<lb break="no"/>scheidende. In den letzten Jahrzehnten ist der Kapitalanteil we<lb break="no"/>sentlich gestiegen. Wenn auch die Schlüsselziffer, die <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
gesagt hat, 1 % Kreditverteuerung ist gleichbedeutend 1 % Lohner<lb break="no"/>höhung, nicht stimmt, sondern, wie <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> richtig sagt, 1,6 % Kredit<lb break="no"/>verteuerung entspricht 1 % Lohnerhöhung, so ist doch jetzt eine<lb/>
wesentliche Verschiebung von Kostenbelastung durch Lohnerhöhung<lb/>
und Material auf die Kreditkosten festzustellen. Meiner Meinung<lb/>
nach ist es daher unbedingt notwendig, daß wieder eine Habenzins<lb break="no"/>regelung kommt, die eine obere Begrenzung der Sollkreditzinsen<lb/>
auch gleichzeitig bringen müßte. Dies wird sehr schwierig sein,<lb/>
weil abgesehen davon, daß sicherlich die Kreditinstitute dies nicht<lb/>
wollen, sie bei Festlegung von Obergrenzen für Sollzinsen, dann Be<lb break="no"/>arbeitungsgebühren oder sonstige neue Mätzchen gefunden werden, die<lb/>
eine neuerliche Belastung der gewerblichen Kreditnehmer bedeuten<lb/>
würde. Die Sollzinsen sind jetzt um 2 % höher als im Vorjahr und<lb/>
betragen zwischen 10,5 und 12 %. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> meint, eine diesbezügliche<lb/>
Regelung wird äußerst schwierig zu erreichen sein. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> stellt<lb/>
fest, daß im Kreditwesengesetz (KWG) die Interessensvertretungen<lb/>
durch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bewußt ausgeschaltet wurden und auch die Regierung<lb/>
sich ihres Einflusses betrieben hat. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> bemerkt richtig,<lb/>
d.i. wie mit der Büchse<add>[der]</add> Pandora. Freigegeben ist bald, eingefangen<lb/>
sehr schwer und sehr langwierig. Seiner Meinung nach wird jetzt<lb/>
durch diese Hasardpolitik der Kreditinstitute ein Ausleseprozeß<lb/>
erfolgen, da einige dabei nicht mitkönnen werden und zugrunde<lb/>
gehen müssen. Dies bezweifelten alle anderen, denn außer kleinen<lb/>
<pb n="56-0990" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-01_0990.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Banken, wie <rs type="person" ref="#per__126731">Krauland</rs>-Bank und der Privatbankier in Graz, ist noch<lb/>
niemand pleite geworden, denn einen Bankenkrach kann sich weder<lb/>
die gesamte Kreditwirtschaft, geschweige denn der österr. Staat<lb/>
leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_11">Bezüglich der Preisbildung und Verhandlung mit den GD der Ölwirt<lb break="no"/>schaft wird festgestellt, daß jetzt sich bestätigt, daß die angeb<lb break="no"/>lich die unzulänglichen Verbraucherpreise vollkommen ausgereicht<lb/>
haben. Die Bilanzen zeigen dies bei den meisten Ölgesellschaften<lb/>
klar und deutlich. Mobil Oil hat S 270 Mio. Gewinn, davon S 110<lb/>
Mio aus Geschäften, die der GD gerne ausscheiden möchte, wie RAG<lb/>
usw. Er möchte auch eine Kapitalverzinsung von 15 %, wie sie in<lb/>
Deutschland und Amerika üblich ist. Daß österr. Firmen einen Bruch<lb break="no"/>teil in der jetzigen Situation erreichen, viele davon überhaupt<lb/>
in roten Zahlen sind, berührt weder die Ölmanager, aber auch viele<lb/>
andere nicht. Tatsache ist, daß die ÖMV jetzt durch die schlechte<lb/>
Ausbeute ihre Produktpalette ungünstig fahren muß. Viel Heizöl<lb/>
schwer, das nicht einmal mehr von der Paritätischen Kommission<lb/>
festgelegten S 2.400,––/t erlöst und tiefer ist als der Rohölein<lb break="no"/>standspreis mit einem fast 30-%igen Anteil und geringere Benzinan<lb break="no"/>teile. Die ÖMV will deshalb nach Fertigstellung des Ethylen-Crackers<lb/>
in diesem Jahr spätestens bis 1985 die Raffinerie so ausgebaut<lb/>
haben, daß sie so wie die deutschen Raffinerien endlich verbrauchs-<lb/>
und damit erlösbedingt bessere Produkte aus dem Rohöl erzeugen<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_12">Die ÖMV hat sich bei einer Aussprache mit der AK und dem Gewerk<lb break="no"/>schaftsbundvertretern bereit erklärt, in Hinkunft nigerianisches<lb/>
Öl mit einem geringeren Schwefelgehalt zu importieren. Bis jetzt<lb/>
hat die ÖMV diesbezügliche Verhandlungen sehr dilatorisch geführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Handelsabteilung sofort davon verstän<lb break="no"/>digen und Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_14">Bezüglich der Fernwärmeversorgung wird festgestellt, daß die ESSO<lb/>
jetzt bereit wäre, bei einem Investitionsaufwand von S 300 Mio.<lb/>
Abwärme der Vöest-Alpine in die Fernwärme Linz umzuleiten. Die<lb/>
ÖMV wird sich vielleicht auch dafür interessieren. Die Frage, ob<lb/>
das Handelsministerium eine Subvention geben wird, die angeblich<lb/>
<pb n="56-0991" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-01_0991.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>50 % ausmachen müßte, wird von mir kategorisch abgelehnt. Im<lb/>
Budget habe ich S 10 Mio., womit man höchstens incentives in<lb/>
kleineren Projekten geben kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die S 10 Mio. müssen heuer unbedingt<lb/>
ausgegeben werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_16">Der Artikel im Kurier, welcher die Ölsaatenprojektvorschläge bis<add>[ins?]</add><lb/>
Detail mitteilt, geht auf eine Information von Dr. <rs type="person" ref="#per__126288">Korbel</rs>, Land<lb break="no"/>wirtschaftskammer, zurück. Dieser hat die Journalisten strengst<lb/>
vertraulich auf diese Problematik aufmerksam gemacht und im Kurier<lb/>
hat dann ein anderer Redakteur diese Information eben doch bis in<lb/>
alle Details beschrieben. Die Amerikaner sind jetzt neuerdings<lb/>
aufmerksam geworden und werden schärfstens dagegen protestieren.<lb/>
ÖGB, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, wendet sich ganz entschieden dagegen, daß dafür jetzt<lb/>
vielleicht die Mehrwertsteuer von 8 auf 18 % erhöht werden soll,<lb/>
wie das Finanzministerium beabsichtigt. AK und ÖGB haben seiner<lb break="no"/>zeit nur zugestimmt, eine Fettsteuer mit spezifischer Zweckbindung<lb/>
für den Ölsaatenanbau zuzustimmen. Diese S 200 Mio. Fettsteuerer<lb break="no"/>träge hätten dann auch entsprechend getankt, wenn sie auch ohne<lb/>
Zweckbindung eingehoben werden müßten, dem Bauern zugute kommen<lb/>
können. MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> stellt fest, daß unter gar keinen Umständen<lb/>
nur Öl und Margarine allein, sondern, wenn es GATT-konform sein<lb/>
soll, auch Schmalz und Butter einbezogen werden müßten. Die Gefahr,<lb/>
die AK und ÖGB sehen, ist, daß früher oder später der gesamte Nah<lb break="no"/>rungs- und Genußmittelsektor vom verbilligten 8 % weggetrieben wird<lb/>
auf den 18 % Mehrwertsteuersatz. Dies würde dann eine starke Be<lb break="no"/>lastung der Lebenshaltungskosten bedingen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107953">BUCHAUER</rs>: Fettsteuerbelastung bitte berechnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_18">Bezüglich der Staatswappenverleihung einige ich mit der AK, daß<lb/>
für den Ktn. <rs type="person" ref="#per__126836">Himmelberger</rs><add>[Name des Unternehmens, nicht des Eigentümers]</add>, offizielles Schreiben der AK Klagenfurt,<lb/>
abgelehnt wegen nicht gewerkschaftl. Organisation, ich auf alle<lb/>
Fälle die Staatswappenverleihung durchführen muß. Dies wird aber<lb/>
nur dann geschehen, wenn gleichzeitig auch <rs type="person" ref="#per__126837">Tauschitz</rs> von der HK<lb/>
genehmigt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Kompensation versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_20">Die Verleihung an den Wienerwald-Gaststättenbetrieb wird erfolgen,<lb/>
wenn im September oder Oktober der Zentralvorstand der Gewerkschaft<lb/>
feststellt, daß jetzt Betriebsratswahlen durchgeführt werden. Der<lb/>
Obmann der Gewerkschaft, <rs type="person" ref="#per__121123">Mück</rs>, hat dies mit KR <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs>, dem Reprä<lb break="no"/>sentanten von Wienerwald, vereinbart. Auch hier wird die Kompensation<lb/>
mit WIGAST, vormals WÖK, erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_21">Die OKA will ihr Kraftwerk Riedersbach von 70 MW auf 160 MW aus<lb break="no"/>bauen und bedarf dafür 450.000 t Kohle zusätzlich. Über den Preis<lb/>
konnte und OKA und SAKOG bis jetzt nicht einigen. S 142,–– gegen<lb/>
S 148,–– seien die Forderungen der SAKOG. Eine Preisgleitklausel,<lb/>
die auf sich auf Elektrizitätstarif und Stückkohle bezieht, soll<lb/>
eingebaut werden. Der Vertrag müßte 20 Jahre gelten. Die SAKOG<lb/>
ist nur bereit 10 Jahre und Option 2 mal 5 Jahre zuzustimmen.<lb/>
Jetzt hat die OKA erklärt, sie wird halt dann nur dieses Kraft<lb break="no"/>werk auf Importkohle aufbauen. Die SAKOG soll angeblich darauf<lb/>
nicht besonders erpicht sein, denn sie hätte andere Absatzmöglich<lb break="no"/>keiten. Die OKA wird, wenn sie dieses Kohlekraftwerk baut, eine<lb/>
Elektrizitätstarifzwischenrunde wünschen, wie es Wien und NÖ<lb/>
wegen der Erdgaspreissteigerungen verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Kann SAKOG langfristig wirklich auf<lb/>
diesen Absatz verzichten?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_23"><rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> berichten, daß die ÖMV jetzt für ihre<lb/>
100-%ige Tochter Salzburger Uranerzbau keine weiteren Investitions<lb break="no"/>mittel mehr zur Verfügung stellen möchte. Die Schürfrechte laufen<lb/>
im September ab. Bis jetzt wurden S 200 Mio. investiert. Die Er<lb break="no"/>gebnisse brachten wie erwartet nur unabbauwürdige Vorkommen. Mein<lb/>
Slogan hat sich auch hier leider bewahrheitet: Österreich ist<lb/>
reich an armen Vorkommen. Da in der Böhmischen Masse in Bayern und<lb/>
in der CSSR aber Uran gefunden wird, nimmt man an, daß auch bei<lb/>
unserer Böhmischen Masse Uranstätten sein müßten. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> wird<lb/>
mit der ÖMV über Fortbetrieb verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_24">Die Besprechungen mit den Vizeminister <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> ergaben die er<lb break="no"/>warteten Zusagen bezüglich zusätzlicher Erdgaslieferungen. Die<lb/>
Sowjetunion wird 200 Mrd. m³ im Jahre 1981–1985 erschließen.<lb/>
50 Mrd. davon gehen in den Export. 40 Mrd. können verkauft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_25">Die 10 Mrd. braucht man für Betrieb und Transit an die sozialist.<lb/>
Länder. Die Leitung wird 5.500 km betragen, 1.420 mm stark sein,<lb/>
mit 100 atü betrieben werden. Eine so hohen Betriebsdruck hat es<lb/>
bis jetzt noch nicht gegeben. Österreich kann 3 bis 5 Mrd. m³ ab<lb/>
1984 bekommen. Beabsichtigt ist ein neuer <choice><choice><sic>Würthe-Gastvertrag</sic><corr>?</corr></choice></choice>, der<lb/>
dem 1. sehr ähneln wird. Vöest-Alpine wird mit Blech- und Rohre<lb break="no"/>lieferungen, aber auch mit techn. Einrichtungen diesen Leitungs<lb break="no"/>bau ermöglichen. Zum Unterschied aber von dem 1. Vertrag, wo nur<lb/>
85 % Österreich dann 95 % finanziert werden mußten, wird diesmal<lb/>
eine 100-%ige Finanzierung und Kreditgewährung verlangt. GD <rs type="person" ref="#per__97518">Ha<lb break="no"/>schek</rs> hat dies im Prinzip zugesagt, wenn der Bund die Haftung über<lb break="no"/>nimmt. GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> erklärt, nicht nur die Rohre liefern zu können,<lb/>
sondern auch tatsächlich die techn. Einrichtungen, sprich Pump<lb break="no"/>stationen, die sie allerdings auf Lizenzbasis erst in ihr Programm<lb/>
aufnehmen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_26">Da <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> mir ermöglichte, daß ich unter 4 Augen nur der <choice><choice><sic>ÖMV-Über<lb break="no"/>setzerung</sic><corr>ÖMV-Übersetzerin?</corr></choice></choice> mit <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> sprechen konnte, habe ich ihm mit aller<lb/>
Deutlichkeit erklärt und ersucht, Minister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> zu infor<lb break="no"/>mieren, daß sich über den Rückgang der Aufträge aus der Sowjetunion<lb/>
entsetzt bin. Die Regierung wird attackiert, in der Presse kann man<lb/>
lesen, daß die ganzen Bemühungen Österreichs mit der Sowjetunion<lb/>
gut auszukommen, schlecht von der Sowjetunion honoriert werden.<lb/>
Wir sind bei der Olympiade, wir haben S 10 Mrd. Kredit gegeben.<lb/>
Die Folge davon ist, daß weniger Aufträge nach Österreich kommen<lb/>
als in der Vergangenheit. Alle Geschäfte werden jetzt über den<lb/>
Kreditweg abgewickelt, dafür wurde dieser S 10 Mrd.-Kredit nicht<lb/>
gegeben. Enttäuscht war ich insbesondere, daß Voith die schon<lb/>
zugesagten Papiermaschinen nicht bekommen hat. <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> hat er<lb break="no"/>klärt, er sei dafür im Außenhandelsministerium nicht kompetent,<lb/>
da er nur Öl und Gas verkauft, wird dies aber selbstverständlich<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> sofort mitteilen. Er hofft, daß wenn <rs type="person" ref="#per__112951">Pato<lb break="no"/>litschew</rs> dann zu 25 Jahre Staatsvertrag und Unterzeichnung des<lb/>
neuen langfristigen Abkommens kommt, entsprechende Zusagen mit<lb break="no"/>bringen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_27">Ich habe anschließend daran auch noch unter vier Augen den<lb/>
sowj. Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> auf diese Tatsache aufmerksam ge<lb break="no"/><pb n="56-0994" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-01_0994.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>macht. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> mußte zugeben, daß meine Kritik berechtigt<lb/>
ist. Er kann sich genauso wenig wie ich diese Situation erklären.<lb/>
Er hat vor paar Tagen mit <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> gesprochen und wird ihn<lb/>
sicherlich auch jetzt neuerdings darüber eine Information zukom<lb break="no"/>men lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_28">Bei den Tischreden ging es dann natürlich primär, daß GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>,<lb/>
für die Kontrollbank und Alpine sprechend, das ganze Geschäft<lb/>
noch einmal darlegte. Dabei ging er insbesondere auf die Preis<lb break="no"/>forderungen ein und meinte, man dürfe nicht vergessen, daß dieser<lb/>
Vertrag ins nächste Jahrtausend hinüber reichen wird. <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs><lb/>
erwiderte sehr lang und umständlich, warum es zu diesem Vertrag<lb/>
kommen wird, was das für die Energieversorgung Westeuropas bedeu<lb break="no"/>tet und daß man eben diese hohen Preise heute berücksichtigen<lb/>
müßte. Natürlich habe ich dann darauf repliziert und meinte, man<lb/>
soll einen Mittelpreis zwischen den hohen Weltmarktpreisen und<lb/>
den inländ. sowjet. Gaspreisen machen. Dort wird nämlich pro Haus<lb break="no"/>haltsmitglied 16 Kopeken pro Monat für den Gasverbrauch berechnet,<lb/>
unabhängig davon, wieviel er tatsächlich verbraucht. Diese Bemer<lb break="no"/>kung konnte ich mir deshalb erlauben, um zu zeigen, daß wir über<lb/>
die sowjet. Verhältnisse einigermaßen informiert sind. Diesen Ver<lb break="no"/>schwendungspreis aber, 16 Kopeken bei unbegrenzter Mengenabnahme,<lb/>
ist ein Wahnsinn, natürlich nur als Spaß verstanden wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_29">Ich habe dann auch noch mit Ing. <rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs>, Austria Ferngas (AFG),<lb/>
wegen des Algeriengases gesprochen. Er meint, daß ähnlich wie die<lb/>
Sowjets ebenfalls die Algerier noch ein bißchen mehr verlangen.<lb/>
Derzeit ist der sowjet. Verrechnungspreis S 1,64, ab 1. Oktober<lb/>
wird S 2,–– sein, nach sowjet. Vorstellung künftig bis S 3,–– im<lb/>
Jahre 1981 anwachsen. Eine solche Preispolitik muß bedarfsredu<lb break="no"/>zierend wirken. Die Sowjets wollen also jetzt auf die Million BDU<add>[?]</add><lb/>
gerechnet $ 6,45, die Algerier sogar $ 6,61. Dieses entspräche<lb/>
einem Preis von S 3,10 ohne Transportkosten. Das Verheerendste dabei<lb/>
ist, daß sich alle Gasproduzenten vorstellen, sie können ihren Gas<lb break="no"/>preis an den Rohölpreis koppeln. Die wesentlich schwierigere und<lb/>
kostspieligere Transportfrage bleibt dabei vom Produzenten her ge<lb break="no"/>sehen außer Bedacht. Außerdem vergessen sie, daß es noch immer<lb/>
Mrd. m³ gibt, die deshalb abgefackelt werden müssen. Außerdem gibt<lb/>
<pb n="56-0995" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band56/56_1980-08-01_0995.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>es noch irrsinnig große Vorräte, die sicherlich erschlossen werden<lb/>
können. Einen Gasmangel wird man in der nächsten Zeit daher nicht<lb/>
feststellen können, sofern die Transportfragen geklärt und ge<lb break="no"/>löst werden können. Wichtigster Punkt ist und bleibt, alle Be<lb break="no"/>strebungen zu diversifizieren scheitern an den immer noch höheren<lb/>
Forderungen der Weststaaten bei Energielieferungen gegenüber den<lb/>
doch auch jetzt schon sehr teuren Ostpreisen. Niemand kann einer<lb/>
Firma zumuten, sie soll teurere Westenergie kaufen, nur weil es<lb/>
aus wehrpolitischen oder Versorgungsgründen zweckmäßiger ist. Um<lb/>
dieser <choice><choice><sic>unzähligen</sic><corr>unsäglichen?</corr></choice></choice> Argumentation Fakten entgegen zu setzen, werde<lb/>
ich veranlassen, daß die Mengen- und Preisbezugsmöglichkeiten vom<lb/>
Westen dem Osten gegenüber gestellt werden, wobei gleichzeitig<lb/>
aber die verschiedenen Preisforderungen eingetragen werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band56_1980-08-01_31">Die Ausschreibungskommission hat getagt, und sich letzten Endes<lb/>
auf 3 Kandidaten festgelegt: MR <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs>, MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__123367">Hladik</rs>.<lb/>
Letzterer wurde in einem Börsenkurierartikel bereits als der<lb/>
kommende Sektionschef bezeichnet, der endlich als Nullgruppenmann<lb/>
gilt. Zu meiner größten Überraschung hat aber die ÖVP-Personal<lb break="no"/>vertretungsseite, trotzdem <rs type="person" ref="#per__123367">Hladik</rs> fachlich ein klein wenig besser<lb/>
qualifiziert werden mußte, auf die <choice><choice><sic>Usancetät</sic><corr>Usance</corr></choice></choice> verwiesen und den<lb/>
soz. MR <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> vorgeschlagen und unbedingt darauf beharrt. Um<lb/>
einen einstimmigen Beschluß der Ausschreibungskommission zustande<lb break="no"/>zubringen, haben auch dann die beiden Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> und <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
zugestimmt. Wenn ich mir vorstelle, wie seit Jahren dagegen ge<lb break="no"/>trommelt wird, daß ich nur Sozialisten, eingeschriebene Partei<lb break="no"/>mitglieder zu Sektionschefs mache und jetzt schlägt die schwarze<lb/>
Personalvertretung selbst wieder einen Sozialisten vor, so ist<lb/>
dies schon sehr paradox. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> hat mir nachmittags dieses<lb/>
Ergebnis mitgeteilt. Da ich jetzt 14 Tage abwesend bin, werde ich<lb/>
mich natürlich derzeit überhaupt nicht äußern, wie ich letzten<lb/>
Endes entscheiden werde. Ich bin sehr gespannt, wie die schwarze<lb/>
Öffentlichkeit und insbesondere die Parteiführung und die Handels<lb break="no"/>kammer auf diesen Vorschlag reagieren wird.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Buchauer, Gerfried</persName>
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