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            <title type="main">Mittwoch, der 30. Juli 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band55_1980-07-30</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_01">Mittwoch, 30. Juli 1980<lb/>
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eine Chance besteht, bei dem großen Bauvorhaben auf den Wiener<lb/>
Betonwerken und Wertgrundstücken einen Architektauftrag zu bekommen.<lb/>
Ich versuche Planungsstadtrat <rs type="person" ref="#per__109812">Wurzer</rs> zu erreichen, doch ist dieser<lb/>
bei einer Sitzung. Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, der bei diesem Teil des Gespräches<lb/>
schon dabei war, erklärt freimütig <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs>, daß dieser Architekt<lb break="no"/>auftrag bereits vergeben ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_03">Vorher hatte ich Gelegenheit mit <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> über die Bestechungsaffäre<lb/>
AKH mich lang und breit zu unterhalten. <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> erklärt mit Recht,<lb/>
es müßte Integrität der Auftragsgeber wiederhergestellt werden.<lb/>
Früher war es, <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> stammt aus einem alten Grafengeschlecht, die<lb/>
Offiziers- u. Beamtenschaft, die dafür eine Garantie gegeben hat, in<lb/>
der alten Monarchie wäre so etwas unmöglich gewesen. In der ersten<lb/>
Rep. wieder war es die sozialdemokratische Moralität, die letzten<lb/>
Endes auch die Beamtenschaft durchdrungen hat und eine solcher<lb/>
Skandal unmöglich war. Wenn diese Integrität jetzt nicht, aus<lb/>
welchen Gründen immer, nicht mehr existiert, dann muß es eine be<lb break="no"/>sonders gute Bezahlung sein. Das typische Beispiel sei <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs>, der<lb/>
60.000,–– S in dieser Position unterbezahlt sei. Dem widerspricht<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, er meint, wenn man noch so viel bezahlt hätte, die Leute,<lb/>
die bestechlich sind, sind es auf alle Fälle, besonders wenn es um<lb/>
so hohe Beträge geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_04"><rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> glaubt, daß insbes. bei den Installationen zw. Rohdecke und<lb/>
abgehängter Decke, dort wo in den Spitälern die ganzen Leitungen<lb/>
und Einbauten sind, niemand genau kontrollieren kann. Dies ist<lb/>
ähnlich bei der Fundamentierung, wo auch bei einer falschen Abnahme<lb/>
es sich sofort um große Beträge handelt. Hier müßte eine lückenlose<lb/>
Kontrolle von oben bis nach unten erfolgen, was unmöglich ist. Hier<lb/>
muß man sich auf die eigenen Leute verlassen können. Notwendig wäre<lb/>
eine realistische Vergabenorm, wie sie z.B. die Bauträger, BUWOG,<lb/>
<choice><choice><sic>hat</sic><corr>haben?</corr></choice></choice>. Dies sei ein Grund, warum der Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__113076">Schmelz</rs> im Bautenmi<lb break="no"/>nisterium, dem die Bundesgebäudeverwaltung auch untersteht, mit der<lb/>
BUWOG heute Finanzämter baut usw. <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin's</rs> Vorschlag ist, ich soll<lb/>
mit Dr. <rs type="person" ref="#per__113010">Holoubek</rs>, BUWOG, und <rs type="person" ref="#per__113076">Schmelz</rs> darüber reden, da ich doch auch<lb/>
<pb n="55-0973" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-30_0973.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>indirekt als Industrieminister davon betroffen bin. Da diese ganze<lb/>
Frage aber doch primär den Bautenminister betrifft, werde ich<lb/>
sicherlich eine solche Aussprache beabsichtigt nicht führen. Ich<lb/>
habe mit meinen Problemen genug zu tun.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_05"><rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> glaubt nicht, der sich selbst als Schwarzer bezeichnet,<lb/>
daß die ÖVP Geld bekomme hat. Auch von der SPÖ nimmt er dies unter<lb/>
gar keinen Umständen an. Eine harte Diskussion gibt es dann zw.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> und <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, die teuren Bauofferte, welche z.B. auch von<lb/>
der neuen Reform für General Motors, Privatangestellte, Unfall<lb break="no"/>versicherung, von der Konstruktiva AG im Franz-Josefs-Bahnhof zum<lb/>
Tragen kommen, die Aufzählung <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin's</rs> ist sicher unvollständig,<lb/>
meint <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, kann nur durch ein privates Gegenoffert vom Aus<lb break="no"/>schreiber begegnet werden. Er selbst handelt dies derart, daß be<lb break="no"/>vor er denn Zuschlag vergibt, nach der offiziellen Ausschreibung<lb/>
ein oder zwei Firmen, die sich daran gar nicht beteiligt haben,<lb/>
für ein Offert, das meistens um 30 % oder noch mehr billiger ist,<lb/>
fragt und dann dem den Zuschlag gibt. Dieses System, glaubt <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>,<lb/>
sollten auch alle öffentl. Stellen handhaben. <rs type="person" ref="#per__113074">Czernin</rs> widerspricht<lb/>
dem mit Recht und meint, ein Vorsitzender des Aufsichtsrates, wie<lb/>
z.B. beim AKH, kann eine solche Politik nicht machen. Ich glaube<lb/>
auch, daß es in diesen Fällen unmöglich ist, wenn sich die Bau<lb break="no"/>firmen als Offerenten absprechen, dann muß man die Vergabenormen<lb/>
ändern. Das, was <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> für die Schöps-Gruppe jetzt von ihm geführte<lb/>
dritte Bauvorhaben praktiziert, kann nicht für öffentl.-rechtl.<lb/>
Beamte gehandelt werden. Ich bin schon sehr froh, daß ich mit die<lb break="no"/>sen ganzen Problemen nichts zu tun habe. Meine Grundeinstellung seit<lb/>
Buchenwald, wo ich beim Schachtkommando 4, wo ich mit Bauten zum er<lb break="no"/>sten mal in meinem Leben etwas damit zu tun hatte, bestätigt sich im<lb break="no"/>mer mehr, nur nicht bei einem Bau anstreifen, geschweige denn selbst<lb/>
einen machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_06">Dr. <rs type="person" ref="#per__126600">Winger</rs> vom Imperial möchte die 100-Jahr-Feier besonders feier<lb break="no"/>lich haben und hat deshalb allen Ernstes geglaubt, er kann mit mir<lb/>
meine Rede durchbesprechen. Unser Kaffee hat ihm sehr gut geschmeckt.<lb/>
Die Kostproben von Imperial-Feigenkaffee, erklärte ich sofort, wird<lb/>
man versuchsweise testen. Wichtiger als dies Gespräch war aber, vor<lb/>
ihm zu erfahren, daß unser durchschnittlicher Verbrauch von 28.000 t<lb/>
<pb n="55-0974" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-30_0974.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Kaffee, der im vergangenen Jahr auf 36.000 t raufgeschnellt ist,<lb/>
auf angebliche Exporte am Mexikoplatz zurückzuführen ist. Für die<lb/>
Oststaaten wird jetzt gerösteter Kaffee auf diesen Weg bereitge<lb break="no"/>stellt. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, daß dies in die tau<lb break="no"/>senden Tonnen geht, ausschließen kann ich dies allerdings auch<lb/>
nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte vorsichtig recherchieren lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_08">Dr. <rs type="person" ref="#per__126601">Feichtlbauer</rs> interessierte sich für die wirtschaftl. Landes<lb break="no"/>verteidigung. Ich habe ihm in Anwesenheit von Mag. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> meine Kon<lb break="no"/>zeption dargelegt. Bei der letzten Aussprache mit den Politikern,<lb/>
sowohl NR <rs type="person" ref="#per__125822">Josseck</rs> als auch NR <rs type="person" ref="#per__97419">Ermacora</rs><add>[,die sich]</add> letzten Endes sich sehr<lb/>
positiv über unsere Tätigkeit äußerten, ersuchte ich ihn, er soll<lb/>
diese beiden auch unbedingt interviewen. Wenn die Opposition so<lb/>
positiv reagiert, muß dies, glaube ich, auch in der Öffentlichkeit<lb/>
entsprechend nützen. <rs type="person" ref="#per__126601">Feichtlbauer</rs> wollte mir das Interview nach<lb break="no"/>her mit Frage und Antwort zur Genehmigung vorlegen. Da ich dies<lb/>
niemals machte, verwies ich ihn sofort auf Mag. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs>, mit dem er<lb/>
alles weitere besprechen soll. Er meinte, dies sei das 1. Mal, wo<lb/>
jemand auf diesen Vorschlag so reagiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_09">Herr <rs type="person" ref="#per__126602">Feiler</rs> hat ein neues Kühlsystem und wollte die finanzielle<lb/>
Unterstützung des Handelsministeriums. Ich verwies ihn auf die<lb/>
Bürges-Aktion und gab ihm unser Buch "Service für die Wirtschaft".<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_10">Bei der Sektionsleitersitzung hat in der Personalfrage Sekt.Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> mitgeteilt, das Ernennungsdekret für Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> sei jetzt<lb/>
im BKA. Ich sollte bei Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> wegen schneller<lb/>
Erledigung intervenieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_12">MR <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> für die Energiesektion meinte, für die Energienotver<lb break="no"/>sorgung seien weitere Personalanforderungen zu stellen. Eine wei<lb break="no"/>tere Personalaufstockung kommt in der Energiesektion nicht mehr<lb/>
in Frage. Hier wird die neue Sektionsleitung eine innere Umschich<lb break="no"/>tung vornehmen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_13">Bezüglich Budget wurde den Sektionen mitgeteilt, daß im nächsten<lb/>
Jahr S 305 Mio. als unbestrittener Bedarf, selbst von Finanzmini<lb break="no"/>sterium zugegeben, noch fehlen. Der Wunsch der Sektionen wäre<lb/>
S 521 Mio. Was immer bei den Ministergesprächen und -verhandlungen<lb/>
herauskommt, im nächsten Jahr werden entsprechende Reduktionen er<lb break="no"/>folgen müssen. Mit MR <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> wurde vereinbart, daß jetzt wieder<lb/>
quartalmäßige Besprechungen über die Budgetsituation, über die zu<lb/>
vergebenden Studien usw. erfolgen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_14">Bezüglich Repräsentation ist die Tangente S 220.000,––, durch den<lb/>
Fremdenverkehrstag bedingt sind S 211.000,–– schon heuer verbraucht.<lb/>
Trotzdem liegen wir im Rahmen der Tangente.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_15">Anders ist dies bei den Dienstreisen, wo im Inland statt 490.552<lb/>
und bei den Auslandsreisen statt 990.000 S 1,065.000,–– im ersten<lb/>
Halbjahr verbraucht wurden. In Hinkunft wird daher wieder die<lb/>
monatliche <choice><choice><sic>Vorschauen</sic><corr>Vorschau?</corr></choice></choice> MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> von den Sektionen gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_16">Die Überstunden sind im ersten Halbjahr mit 9 % gegenüber dem Vor<lb break="no"/>jahr überschritten, die Zentralstellen 10,6, das Patentamt 7,6 und<lb/>
die Bergbehörde 1,1. Die große Überschreitung bei den Zentralstellen<lb/>
ergab der Fremdenverkehrstag mit 351 Überstunden. Erklärlich und auch<lb/>
gar nicht zu ändern und vor allem einmal durch das Staatssekretariat.<lb/>
Da Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> auf Urlaub ist, werden <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs><lb/>
sofort mit ihr sprechen, wenn sie zurückkommt. Wir haben beschlos<lb break="no"/>sen, daß in Hinkunft, weil die Pauschalüberstundenvergütung be<lb break="no"/>scheidmäßig festgelegt ist und größtenteils für die 74 gestrichenen<lb/>
Mehrleistungszulagen festgelegt wurden, nicht geändert werden kön<lb break="no"/>nen. Bei Ausscheiden eines Beamten, der Nachfolgende nicht auto<lb break="no"/>matisch dieselbe Pauschalüberstundenvergütung bekommt. Nur so können<lb/>
wir langfristig eine gerechte Umschichtung erzielen. Niemand be<lb break="no"/>streitet meine Behauptung, daß es Leute gibt, die Überstundenpau<lb break="no"/>schale bekommen und wahrscheinlich nicht einmal die normale Ar<lb break="no"/>beitszeit arbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_17">Die Regierungsklausur im September muß so vorbereitet sein, daß die<lb/>
Sektionen ihre zukünftige Arbeit mir vorlegen. Die 41 Seiten, die<lb/>
ich bekommen habe, umfassen größtenteils einen Tätigkeitsbericht.<lb/>
Manche Abteilung geht in solche Details, daß sie sogar die Sitzun<lb break="no"/><pb n="55-0976" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-30_0976.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gen aufführt. Sarkastisch bemerkte ich: Da merke ich wenigstens,<lb/>
daß er bei 2 oder 3 Sitzungen gewesen ist. Bis 20. August werden<lb/>
jetzt diese Ergänzungen erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_18">Das Seminar zur Schulung junger Mitarbeiter wird von 30 besucht,<lb/>
da in den letzten drei Jahren überhaupt nichts auf diesem Gebiet<lb/>
geschehen ist. Über Kommunikation, Motivation, Kennenlernen der<lb/>
Ressorts und der Sektionen und über die Arbeitstechnik stimmen die<lb/>
Sektionsleiter zu, über ihr Ressort dort zu referieren und zu dis<lb break="no"/>kutieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_19">Bezüglich der durch das GATT-Abkommen notwendigen öffentlichen<lb/>
Beschaffungswesen, beabsichtigte Regelung entspinnt sich eine<lb/>
lange Diskussion. Da diese Vereinbarung vorsieht, daß alle Offerte<lb/>
in eine GATT-Sprache, sprich Englisch, Französisch oder Spanisch<lb/>
übersetzt werden müssen und in der Wiener Zeitung zu veröffentlichen<lb/>
sind, dann alle entsprechend registriert werden, wird es zu einem<lb/>
ungeheuren Arbeitsaufwand kommen. Österreich will dies sehr restrik<lb break="no"/>tiv handhaben und daher nur die Amtswirtschaftsstellen sowie das<lb/>
Bundesrechenzentrum, die Zivilluftfahrt und angeblich auch sogar<lb/>
die Post-Offerte umfassen. Die Post kann nämlich durch Delegierung<lb/>
auf die Landespostdirektionen dem entgehen. Ich bin nicht davon<lb/>
überzeugt, daß dies gelingen wird. Die Amerikaner und die EG haben<lb/>
jetzt bereits schon verlangt, daß auch die ganzen Ministerien<lb break="no"/>ausschreibungen darunter fallen würden. Dies bedeutet, daß das<lb/>
Bautenministerium und auch die Bundesbahn und viele andere dann<lb/>
davon betroffen wären. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> gibt zu überlegen, ob wir überhaupt<lb/>
diesem Übereinkommen beitreten sollen. Bevor ich eine endgültige<lb/>
Entscheidung darüber treffen möchte, muß zwischen den einzelnen<lb/>
Ministerien die Meinung koordiniert werden. Die vom Verfassungs<lb break="no"/>dienst mitgeteilte Auffassung, dies hätte das Handelsministerium<lb/>
zu tun und Herr MR <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> sei ressortmäßig sogar dafür zuständig,<lb/>
lehne ich ganz entschieden ab. Die Besprechung, die <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> auch<lb/>
bereits eingeladen hat, wird daher abgesagt. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wird einen<lb/>
Ministerratsvortrag fertig machen und mit dem BKA besprechen, wo<lb break="no"/>nach klargestellt wird, daß für die Koordinierung zwischen den<lb/>
Ministerien nicht ich, sondern eben der Bundeskanzler laut Mini<lb break="no"/>steriengesetz zuständig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_20">Bezüglich ev. Embargomaßnahmen gegen den Iran haben die Amerikaner<lb/>
bereits interveniert, weil der Transithandel über Österreich sehr<lb/>
stark zugenommen hat. Das Courant normal ist weit überschritten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Ministerratsvortrag und letzte Ziffern<lb/>
beschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_22">Gegen die Importflut Japans, erklärt Sektionschef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, gibt es<lb/>
sehr wohl Möglichkeiten. MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> von ihm ist hier scheinbar<lb/>
anderer Meinung. Mit Recht verweist <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> darauf, daß es jetzt<lb/>
9 Positionen gibt, die mit Zustimmung der Japaner ausgenommen wur<lb break="no"/>den. Weitere Positionen wie eben z.B. Videorecorder könnte man<lb/>
aufnehmen,<add>[im]</add> ungünstigsten Fall gegen eine der jetzt von den Japa<lb break="no"/>nern genehmigten austauschen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß Dir die Ziffern über die neuen<lb/>
Positionen geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_24">Zur Unterzeichnung des Kooperationsabkommen mit der VR China wird<lb/>
der Außenhandelsminister im Oktober nach Österreich kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_25"><rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> frägt an, ob beim Besuch des Ministers <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> im August<lb/>
zu<add>[dem]</add> 25 Jahre bestehenden sowjetisch-österr. Handels- und Schiffahrts<lb break="no"/>vertrag eine größere Feier durchgeführt werden soll. Dagegen spreche<lb/>
ich mich aus, denn gerade in der letzten Zeit ist der sowjet. Han<lb break="no"/>del sehr zu unseren Ungunsten verlaufen. Ich verstehe in diesem<lb/>
Punkt die sowjetische Politik derzeit überhaupt nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_26">Nach Polen wird GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> mitkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_27">Die Frage von Sektionschef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, ob infolge der Sparmaßnahmen die<lb/>
Frau Staatssekretär bei Messebesuchen von Referenten begleitet<lb/>
werden soll, entscheide ich dahingehend, daß dies unbedingt nach<lb/>
Bagdad notwendig sei, da man in einem arabischen Staat und das<lb/>
1. Mal sie nicht allein lassen könne. Nach Bukarest dagegen und<lb/>
sicherlich auch bei allen anderen Besuchen wird dann der Handels<lb break="no"/>delegierte und der Botschafter vollkommen genügen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte überleg Dir dies.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_29">Zur Novelle Gewerbeordnung Energiesparartikel 15a Staatsvertrag<lb/>
wird, wenn alle Länder dieser Vereinbarung kundgemacht haben, die<lb/>
Betriebsanlagen-Gewerbeordnungsnovelle ausgesendet. Eine weitere<lb/>
Ergänzung der Gewerbeordnung bezüglich der Fremdenverkehrsverbände<lb break="no"/>vermittler, die die Länder und die Handelskammer wünschen, wird<lb/>
vereinbart, daß dies ein Initiativantrag sein soll. Dem stimmten<lb/>
sowohl die Länder als auch die Handelskammer zu. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> will, und<lb/>
dies mit Recht, keine große Gewerbenovellediskussion, geschweige<lb/>
denn dann gar eine große gesetzliche Regelung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_30">Das Geschäftszeitengesetz muß angepaßt werden, wenn im Herbst das<lb/>
Arbeitsruhegesetz des Sozialministeriums beschlossen werden sollte.<lb/>
Einigkeit herrscht, daß kein Unterschied in dem Gesetz gemacht<lb/>
werden soll, ob ein Unternehmer Arbeitnehmer beschäftigt oder nicht.<lb/>
Ungünstigstenfalls würden ansonsten Betriebe mit 1 oder 2 Beschäf<lb break="no"/>tigten womöglich mit Entlassungen schreiten, um dann geschäftszei<lb break="no"/>tenmäßig besser agieren zu können. Analog dem Ladenschlußgesetz<lb/>
wird auch nur der Kleinverkauf erfaßt. Notwendig ist, auch die<lb/>
Dienstleistungsbetriebe dann klar und deutlich zu definieren und<lb/>
einzubauen. Absolut einverstanden bin ich, daß eine große Landes<lb break="no"/>hauptleuteermächtigung eingebaut wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_31">Die Besprechungen mit dem Gesundheitsministerium und dem Verfassungs<lb break="no"/>dienst bezüglich einer Ministeriengesetznovelle, wie die Umwelt<lb break="no"/>schutzfrage jetzt letzten Endes dann ergeben wird, wird fest<lb break="no"/>gehalten, daß wir innerhalb unseres Ministeriums koordinierende<lb/>
Gespräche bei MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> führen müssen. Die Vorschläge des Gesund<lb break="no"/>heitsministeriums sind grundsätzlich immer auf wesentliche Kompe<lb break="no"/>tenzänderung aufgebaut, obwohl die Besprechungen dahingehend lau<lb break="no"/>fen, daß sie Änderung der Kompetenz wünschen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> schlägt daher<lb/>
mit Recht vor, es soll auf ein Schreiben des Gesundheitsministers<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und seine Gespräche mit mir verwiesen werden, wo eindeutig<lb/>
festgehalten ist, daß individuelle Verwaltungsakte vom Gesundheits<lb break="no"/>ministerium nicht erlassen werden, was auch keine Kompetenzen vom<lb/>
Handelsministerium wünscht, sondern nur eine Mitkompetenz, sozu<lb break="no"/>sagen die Parteistellung im Gewerbeverfahren. Dagegen ist ja, wie<lb/>
wir bereits auch schriftlich dem Minister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> mitgeteilt haben,<lb/>
gar nichts einzuwenden. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat sich sehr geärgert, daß Sekt.<lb/>
Chef <rs type="person" ref="#per__111378">Pindur</rs> immer wieder erklärt, das Handelsministerium sei<lb/>
<pb n="55-0979" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-30_0979.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>parteiisch.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte nimm entsprechendes Material für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> nach Lienz mit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_33">Das Dampfkesselemissionsgesetz wird jetzt bei Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> besprochen. Der Gesetzentwurf liegt allerdings schon<lb/>
im NR. Die Energiesektion hat hier geschlafen. Wenn dieses Gesetz<lb/>
so kommt, hat die ÖDK z.B. mitgeteilt, muß sie St. Andrä 1, Voits<lb break="no"/>berg 1 sofort stillegen und die anderen Auflagenkosten ja über<lb/>
S 1 Mrd.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_34">Die Koordinierung der wirtschaftlichen Landesverteidigung wird<lb/>
nicht, wie MR <rs type="person" ref="#per__125824">Bayer</rs> vom BKA meint, von mir so vorgenommen, daß<lb/>
ich jetzt alle Beamten von Landwirtschafts-, Verkehrs-, Bauten<lb break="no"/>ministerium zu mir bitte, um unter meinem Vorsitz die Koordination<lb/>
vorzunehmen. Der wirtschaftliche Landesverteidigungsrat, die Na<lb break="no"/>tionalräte sollen sich mit den einzelnen zuständigen Ministern<lb/>
darüber unterhalten und zusammenstreiten. Ich selbst würde nur<lb/>
dann die entsprechende Schlußkoordinationssitzung leiten, wenn be<lb break="no"/>reits überall Einvernehmen herrscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__125824">Bayer</rs> dies entsprechend klarmachen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_36">Bezüglich der Mineralöllagererhebung wird festgestellt, daß wir<lb/>
nicht nur für die Privaten eine Rechtsgrundlage haben, sondern auch<lb/>
die Gewerbebetriebe nicht durch eine Gewerbeordnungsverordnungser<lb break="no"/>mächtigung erfaßt werden können. Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> wird mit dem Stat. Zen<lb break="no"/>tralamt verhandeln, um gegebenenfalls von dort entsprechendes Zif<lb break="no"/>fernmaterial zu bekommen. Bezüglich des Wunsches der westlichen<lb/>
Bundesländer und eines Briefes an <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> wird er die notwendigen<lb/>
Schätzziffern versuchen zu liefern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_37">Bezüglich des Grenzkraftwerks <choice><choice><sic>Wolfsberg-Bratislawa</sic><corr>Wolfsthal-Bratislava</corr></choice></choice> erklärt MR <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs>,<lb/>
hat er jetzt über das Außenamt die Botschaften in Prag und Budapest<lb/>
aufgefordert, eine trilaterale Konferenz und Kommission wegen<lb/>
Gabčíkovo einzusetzen. In der Grenzgewässerkommission wurde erst<lb/>
<pb n="55-0980" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-30_0980.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>im Frühjahr 80 neuerdings deponiert, daß Österreich an einem<lb/>
solchen Grenzkraftwerk nicht mehr interessiert ist. Die Tschechen<lb/>
haben dies dort nicht zur Kenntnis genommen. Sie wünschen über das<lb/>
Außenamt eine offizielle Mitteilung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_38">Präsident <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> berichtet über die Aktivitäten des Patentamtes<lb/>
und erklärt, daß heuer S 50 Mio. und im nächsten Jahr S 60 Mio.<lb/>
mehr Einnahmen durch die europ. Recherchen gesamt erzielen wird.<lb/>
Die nationalen Anmeldungen sind nicht zurückgegangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_39">MR <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> berichtet, daß der Energiebericht zeitgerecht zur Ver<lb break="no"/>fügung stehen wird. Grundlage ist die Prognose vom Wirtschafts<lb break="no"/>forschungsinstitut, <rs type="person" ref="#per__97764">Musil</rs>, und eine Studienbewertung, energiepoliti<lb break="no"/>sche Maßnahmen zur rationellen Energieverwertung, wo eine 5–6 %ige<lb/>
Einsparung als realistisch herauskommen dürfte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_40">Die Studie über die Versorgung NÖ, die jetzt auch gemacht werden<lb/>
soll, nachdem<add>[der]</add> Westen und OÖ bereits abgedeckt sind, wird von dem<lb/>
Land mit 50 % Beteiligung bezahlt. Gar kein Zweifel, wir hätten<lb/>
dies auch schon bei den anderen Studien verlangen sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_41">Im Werbeausschuß, wo es laut Ankündigung im Morgenjournal zu<lb/>
schweren Auseinandersetzungen zwischen AK und Werbewirtschaft<lb/>
hätte kommen müssen, stellte sich dann bei meiner Anwesenheit<lb/>
heraus, daß alles glatt über die Bühne gegangen ist, wenn auch<lb/>
nach einer langen heftigen Diskussion. Das Pickerl "Bitte kein<lb/>
Reklamematerial" wurde sofort genehmigt und auch über die Mittei<lb break="no"/>lung auf Plakaten und Annoncen, über den Treibstoffverbrauch bei<lb/>
Autowerbung konnte letzten Endes ein Einvernehmen erzielt werden.<lb/>
Angesagte Revolutionen finden eben doch nicht statt. Manche be<lb break="no"/>haupten, meine Anwesenheit hätte dort wesentlich als Katalysator<lb/>
und vor allem als Beruhiger gewirkt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_42">Das ägyptische Abendessen für den Vizeministerpräsidenten, der<lb/>
den Siemensvertrag mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nachmittags unterfertigt hatte,<lb/>
mußte deshalb so spät beginnen, weil ja Ramadan ist und daher<lb/>
einige Teilnehmer bei diesen Essen wirklich den ganzen Tag schon<lb/>
nichts gegessen hatten und warten mußten, bis weiß Gott wann eben<lb/>
die Sonne versunken ist und noch andere Regeln eingehalten werden<lb/>
mußten. Dir. <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> ist immer mehr überrascht, daß ich trotz<lb/>
<pb n="55-0981" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-30_0981.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>neuerlicher zweier Verhaftungen zweier weiterer Siemensangestellter<lb/>
noch immer erkläre, ich komme unter allen Umständen zur Ordensver<lb break="no"/>leihung zu ihm.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-30_43">Mit dem anwesenden Großindustriellen <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs> besprach ich die Zucker<lb break="no"/>belieferung von Zitronensäurefabrik in Pernhofen. <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs> hat der<lb/>
Zuckerindustrie, wie er mir mitteilt, ein sehr faires Angebot ge<lb break="no"/>macht, 3–5jähriger Vertrag, <choice><choice><sic>Pantherpreise</sic><corr>Bandpreise?</corr></choice></choice> unabhängig vom Welt<lb break="no"/>marktpreis, aufgebaut auf eine zusätzliche Zuckerproduktion, damit<lb/>
aber keine Gegenliebe bei der Zuckerindustrie gefunden. Ich ver<lb break="no"/>sprach ihm, dieses Problem neuerdings mit der Zuckerindustrie zu<lb/>
besprechen, da auch die Firmen Levosan und Biochemie Kundl dringendst<lb/>
eine Lösung für Zuckerbelieferungen brauchen. <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs> selbst braucht<lb/>
30.000 t im Jahr und die beiden anderen Firmen nicht viel weniger,<lb/>
sodaß insgesamt 50.000 t Zucker, wahrscheinlich in Hinkunft inlän<lb break="no"/>dische Produktion, verwendet werden könnten. Dies bedeutet eine<lb/>
große Entlastung der Bauern, wenn sie zusätzliche Zuckeranbauflä<lb break="no"/>chen bekommen können. Auch aus diesem Grund bin ich sehr für eine<lb/>
solche Regelung, die ich allerdings bis jetzt jahrelang vergebens<lb/>
angestrebt habe.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 30.7.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
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               <persName type="label">Holoubek, Alfred (BUWOG)</persName>
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               <occupation>Beamter Bautenministerium/HM</occupation>
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               <persName type="label">Feichtlbauer, Hubert</persName>
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               <occupation>SPÖ-NR-Abg., Staatssekretärin</occupation>
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               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Fremuth, Walter</persName>
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               <persName type="label">Peyerl, Fritz</persName>
               <persName><surname>Peyerl</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Beamter/ab 1980 Leiter Energiesektion VM/HM (Ministerienneuorganisation
                  1974)</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
               <persName><surname>Patolitschew</surname><forename>Nikolaj S.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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