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            <title type="main">Dienstag, der 22. Juli 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band55_1980-07-22</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_01">Dienstag, 22. Juli 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_02">Beim Jour fixe mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> berichtete<lb/>
ich über die Ergebnisse meiner CSSR-Reise. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> war<lb/>
insbes. interessiert über die tschechischen Atomkraftwerke Details<lb/>
zu erfahren und sehr überrascht über das große Ausbauprogramm. Wenn<lb/>
auch derzeit erst zwei 440-MW-Blöcke in Bohunice in Betrieb sind,<lb/>
die zwei weiteren in Bau und die vier Blöcke in Dukovany ergeben<lb/>
schon die beachtliche Zahl von 3.500 MW, ganz zu schweigen von den<lb/>
1.000-MW-Blöcken, die, derzeit in Planung, insbes. an der oberösterr.<lb/>
Grenze mit 4.000 MW ein gigantisches konzentriertes Atomkraftwerk<lb break="no"/>potential darstellen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte, er hätte mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über die<lb/>
Frage der österr. Atomkraftsituation gesprochen. Die wichtigste<lb/>
Aufgabe sei, daß jetzt das Atomsperrgesetz beseitigt wird. Darüber<lb/>
sind wir uns ja alle einig, die Frage ist nur, wie. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> glaubt<lb/>
nämlich, daß <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> viel zu aktiv ist und viel zu sehr in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit in Erscheinung tritt. Seiner Meinung nach müßte man still<lb/>
und leise dahin wirken und nur dazu sei die Handelskammer bereit.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ergänzte, sie würden in ihren Handelskammerpublikationen<lb/>
entsprechende Informationen schreiben. Dies ist vollkommen unzu<lb break="no"/>länglich, denn wenn jemand das Sperrgesetz im Parlament erzwingen<lb/>
kann, dann sicherlich nur eine große Anzahl von Unterschriften auf<lb/>
das Volksbegehren. Dies kann wieder dann nur gelingen, wenn die<lb/>
Sozialpartner sich mit ganzer Kraft dahinterstellen. Von den poli<lb break="no"/>tischen Parteien erwarte ich mir keine einheitliche und starke An<lb break="no"/>strengung, dieses Gesetz zu beseitigen. Die politischen Parteien<lb/>
im Parlament müssen mehr oder minder durch die starken Kräfte der<lb/>
Sozialpartner dazu fast gezwungen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_03">Im Samstag-Kurier ist ein Artikel von <rs type="person" ref="#per__126510">Sjrowy</rs> über die Fettsteuer<lb/>
und das Ölsaatenprojekt erschienen. Darin wurden, wie mich der<lb/>
SL <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> vom Landwirtschaftsministerium sofort informierte,<lb/>
alle Details, die in vertraulichen Gesprächen zwischen den Sozial<lb break="no"/>partnern geführt wurden, dargelegt. Vorher schon war der amerikani<lb break="no"/>sche Agrarattaché der amerikanischen Botschaft bei <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs>, um<lb/>
neuerdings auf dieses Problem anzusprechen. Die Amerikaner sind<lb/>
nämlich nicht bereit, von ihrer ursprünglichen Stellungnahme<lb/>
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die briefliche Zusage der österr. Bundesregierung von 1968 zu ver<lb break="no"/>weisen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ließ den Artikel kommen und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> meinte treffend,<lb/>
der Informant wollte das ganze Projekt hintertreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Interessant wäre, den Informant zu erfahren.<lb/>
Nächstes Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_05">Österr. Firmen wurden auf die libysche Botschaft bestellt und da<lb break="no"/>rauf verwiesen, daß sie kein Geschäft mehr mit Libyen machen können,<lb/>
wenn in den österr. Zeitungen ihr Präsident <rs type="person" ref="#per__123182">Gaddafi</rs> als Mörder dar<lb break="no"/>gestellt wird. Diese Vorgangsweise ist sicherlich sehr ungewöhnlich,<lb/>
doch entspricht sie dem derzeitigen Zustand in der libyschen Bot<lb break="no"/>schaft. Der Botschafter wurde abgesetzt und ein Volkskomitee, aus<lb/>
mehreren Personen bestehend, leitet derzeit die Geschäfte.<lb/>
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in Bagdad Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> eine Verschiebung veranlaßt hat, ohne daß<lb/>
die Handelskammer davon etwas wußte. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> konnte insofern das<lb/>
Ganze wieder einmal in Ordnung bringen, indem sie eine Aktennotiz<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> zeigte, wo dieser ausdrücklich ersuchte, man<lb/>
muß mit der Handelskammer darüber sprechen. Die HK wird zu diesem<lb/>
Österreichtag Vizepräs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> entsenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> verwies darauf, daß in Kärnten eine Wahlunzulänglichkeit<lb/>
dazu benützt wird, um das Handelsministerium davon zu verständigen<lb/>
und sozusagen nicht auf Verhandlungsweg die Probleme aus der Welt<lb/>
zu schaffen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat bei einer Sitzung in Klagenfurt dies<lb/>
versucht, Präs. <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> wird jetzt mit dem Freien Wirtschaftsver<lb break="no"/>band-Vertreter <rs type="person" ref="#per__143648">Poleßnig</rs> diesbezügliche Gespräche führen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
sieht ein, daß das Handelsministerium gar nicht anders kann, als<lb/>
Wahlbeschwerden entsprechend der gesetzlichen Verpflichtung zu be<lb break="no"/>handeln. SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, der letzten Endes die ganze Frage bearbeiten muß,<lb/>
wird sich bemühen, womöglich außergerichtlich die Beschwerden zu<lb/>
erledigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs>: Wie steht die Kärntner Angelegenheit?<lb/>
Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, dir und mir ein Gespräch festsetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_09"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> war von Handelsrat <rs type="person" ref="#per__114588">Draszczyk</rs> aus Moskau wegen der Formu<lb break="no"/>lierungsschwierigkeiten im langfristigen Vertrag, Ergänzung der En<lb break="no"/>ergielieferungen durch Aufzählung von Kohle, Rohölgas und ev. Strom,<lb/>
genau informiert. Er bemerkte mit Recht, daß nach dem Besuch des<lb/>
Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> aus Deutschland dort die Detaillierung ohne<lb/>
weiters akzeptiert wurde. Bei Österreich macht der Gas-Plan<add>[Gosplan?]</add> jetzt<lb/>
Schwierigkeiten. Ich informierte <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> über die Intervention von<lb/>
Botschafter <rs type="person" ref="#per__114156">Hinteregger</rs> und dem Handelsrat <rs type="person" ref="#per__114588">Draszczyk</rs> und daß wir<lb/>
ein diesbezügl. Schreiben an <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> gerichtet haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Briefabschrift für nächstes Jour fixe<lb/>
Handelskammer mitgeben.<lb/>
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daß sie Schwierigkeiten haben Exportaufträge in die Sowjetunion<lb/>
zu bekommen. Wenn solche von den Sowjets vergeben werden, dann<lb/>
geht diese ausschließlich erst auf 10 Mrd. S Kreditabkommen. Im<lb/>
normalen sowjet.-österr. Handelsverkehr wird also jetzt sehr wenig<lb/>
abgewickelt. Über diese Information bin ich sehr überrascht, denn<lb/>
bis jetzt habe ich davon nichts gehört.<lb/>
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davon.<lb/>
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Fa. Himmelberger, die seit 1976 bereits anhängig sein soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Sprich bitte mit der AK darüber.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_15">Ich selbst fragte an, ob der Kommerzialrat <rs type="person" ref="#per__126512">Hitzl</rs>, Gastwirt und<lb/>
Hotelier in Fürstenfeld, nicht doch positiv erledigt werden kann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erkundigte sich sofort und konnte feststellen, daß die<lb/>
FV-Sektion neuerdings dieses Ansuchen abgelehnt hat und die An<lb break="no"/>frage an die Steiermark noch nicht beantwortet ist, die übrigens<lb/>
auch vor längerer Zeit dieses Ansuchen negativ beschieden hat. Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> über die Ausdehnung der Verleihung des Dekretes zur Füh<lb break="no"/>rung des Staatswappens größte Bedenken hat und die Praxis seit 1970<lb/>
dahingehend kritisiert, daß zuviele Staatswappen verliehen werden,<lb/>
einigten wir uns sofort darauf, daß eine Kommission bestehend aus<lb/>
<pb n="55-0937" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-22_0937.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs>, dem Präsidialisten der Bundeshandels<lb break="no"/>kammer, über die Vergabepraxis sprechen sollten. Ich selbst erklärte<lb/>
neuerdings, ich würde nur den betreffenden Firmen das Staatswappen<lb/>
verleihen, wenn die Interessensvertretungen einstimmig zustimmen.<lb/>
Ob die Voraussetzungen gegeben sind, bestimme also niemals ich,<lb/>
sondern die HK und die AK, letzten Endes aber natürlich auch der<lb/>
Beamte im Handelsministerium. Gegen eine entsprechende Verschärfung<lb/>
oder besser gesagt zweckmäßige Richtlinien habe ich nichts einzu<lb break="no"/>wenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Sitzung mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_17">Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> berichtete über die Einigung bezügl. der<lb/>
Kriegsspielzeugempfehlung mit dem Spielzeughandel, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> war<lb/>
darüber nicht allzu glücklich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_18">Die Einigung über das Pickerl, welches in Hin<lb break="no"/>kunft die Aufschrift "Bitte kein Reklamematerial" tragen wird, wird<lb/>
vom Handelsministerium und Prof. <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs> in einer Pressefrühstücks<lb break="no"/>konferenz gemeinsam vorgestellt. Die Ausgabe dieses Pickerls wird<lb/>
sowohl vom Fachverband als auch vom Handelsministerium erfolgen<lb/>
können, bestellt wurden 10.000 Stück. Der Sekretär <rs type="person" ref="#per__126377">Mirtl</rs>, mit dem<lb/>
sich <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> wesentlich schwerer verhandelt als mit Prof. <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs>,<lb/>
kann, wie Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und auch Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> dann zugeben<lb/>
mußten, nicht das große Wort sprechen. In der HK sind die Funktionäre<lb/>
noch immer die entscheidenden Gesprächspartner. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> wird daher<lb/>
in Hinkunft ausschließlich mit Prof. <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs> die Verhandlungen führen<lb/>
müssen, was ihr sehr recht ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_19">Bezügl. der vom Parlament einstimmig beschlossenen Resolution<lb/>
bezügl. der Alkohol- u. Tabakwerbung wird Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs> sprechen, damit <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und <rs type="person" ref="#per__114057">Mittag</rs> entsprechende Vorberei<lb break="no"/>tungen treffen, wie es zu einer Selbstbeschränkung kommt, ohne daß<lb/>
das Verbot, welches alle für unvernünftig empfinden, statuiert werden<lb/>
muß. Der Präs. des Aufsichtsrates und gleichzeitig Zentralsekr. d.<lb/>
LUGA, <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs>, hat <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> das gesamte Unterlagenmaterial zur Verfü<lb break="no"/>gung gestellt. Auch die Gesiba, geführt von dem Sekretär der Kin<lb break="no"/>derfreunde <rs type="person" ref="#per__126513">Hanke</rs>, hat für ein Verbot nichts übrig. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> wird<lb/>
eine Gesprächsrunde aller vernünftigen Leute, die eine Beschränkung<lb/>
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akzeptieren, zusammenrufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Wichtig wird es sein, Gesundheitsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> zu überzeugen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_21">Bezüglich der Benzinverbrauchsdeklarationen und damit auch Ver<lb break="no"/>brauchsangaben auf die Plakate bei der Autowerbung konnte bis jetzt<lb/>
keine einvernehmliche Lösung erzielt werden. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> kündigte nur<lb/>
an, daß darüber Gespräche geführt werden müssen. Nachmittags hat<lb/>
dann Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, VKI, Verband d. Konsumenteninformation, gemeint,<lb/>
hier müßte eine Produktdeklarationsverordnung erfolgen. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
vertritt, dem stimme ich 100%ig zu, mit Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> die Meinung,<lb/>
es müßte zuerst einmal jetzt als erster Schritt ein entsprechender<lb/>
Werbebrief gemeinsam erarbeitet werden, bevor an Verbote gedacht<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_22">Zuletzt informierte ich die HK über den letzten Stand der Bestellung<lb/>
des Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> zum Leiter der Industriesektion. Natürlich hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sofort erklärt, daß wieder einmal ein Sozialist berufen wur<lb break="no"/>de und die ÖVP-Leute benachteiligt sind. Ich ersuchte ihn neuer<lb break="no"/>dings, er möge mit Dr. <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs>, der zum Gruppenleiter von mir be<lb break="no"/>stellt wurde, mit Min.Rat <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs>, der die ehemalige Außenstelle<lb/>
heute konzentriert und allein führt, und mit Mag. <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> sprechen,<lb/>
der heute auch eine Verwendung hat, die ihn voll befriedigt. Diese<lb/>
drei Leute waren Sekretäre von ehemaligen Ministern und können be<lb break="no"/>zeugen, daß sie unter meiner Ministerschaft eine ganz große Karriere<lb/>
gemacht haben und sich größtenteils sogar die Aufgabe aussuchen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_23">Die Politische Korrespondenz hat zur <choice><choice><sic>Stellung</sic><corr>Bestellung</corr></choice></choice> von <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> neuerdings<lb/>
Stellung genommen und vollkommen unwahr und unrichtig behauptet,<lb/>
ich hätte den Druck der ja soz. Parteizentrale nachgegeben. Die Be<lb break="no"/>stellung sei außerdem gesetzwidrig, weil die Personalvertretung nicht<lb/>
entsprechend gehört wurde. Ich ersuchte den für Personalfragen<lb/>
zuständigen Abteilungsleiter, Min.Rat <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs>, der gleichzeitig auch<lb/>
den SC <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> vertritt, eine entsprechende Erwiderung herauszugeben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> hat einen Entwurf, den <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> ihn überreichte, noch wesentlich<lb/>
verbessert und aktmäßig die ganze falsche Darstellung festgehalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_24">MR <rs type="person" ref="#per__126514">Tikvic</rs>, der heuer in Pension geht, hat Personalvorschläge wegen<lb/>
einer Geschäftseinteilung seiner Abteilung. Er möchte jetzt bereits<lb/>
den Dipl.-Ing. <rs type="person" ref="#per__126515">Thalhammer</rs> heranziehen. Ich selbst hätte gar nichts<lb/>
dagegen einzuwenden, erkläre nur, daß ich die endgültige Ent<lb break="no"/>scheidung dem zukünftigen Sekt.Chef der Energiesektion überlassen<lb/>
möchte. Da es sich um eine Personalfrage handelt, habe ich auch<lb/>
MR Dr. <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs><add>[zu]</add> dieser Aussprache zugezogen. <rs type="person" ref="#per__126514">Tikvic</rs> erklärte <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs><lb/>
rundweg, er versteht von seinem Geschäft nichts, weshalb er sich<lb/>
womöglich auch nicht in die Angelegenheit der Energiesektion ein<lb break="no"/>mischen soll. MR <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> hat aber vollkommen recht, indem er immer<lb/>
wieder fragte, was <rs type="person" ref="#per__126514">Tikvic</rs> eigentlich konkret will. <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> wollte nur<lb/>
die Wünsche <rs type="person" ref="#per__126514">Tikvic</rs>', <rs type="person" ref="#per__126515">Thalhammer</rs> heranzuziehen, formalrechtlich rich<lb break="no"/>tig abwickeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie steht die Angelegenheit wirklich?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_26">Die Firma MEWA-HABSBURG überreichte mir ein Fotoalbum anläßlich<lb/>
des Besuches mit dem Bundespräsidenten. Bei dieser Gelegenheit<lb/>
kamen wir auf den Teilbetrieb Excelsior zu sprechen, in welchem<lb/>
meine Mutter in der schlechten Wirtschaftssituation in der 1. Repu<lb break="no"/>blik gearbeitet hatte. Damals war es in der Excelsior üblich, daß<lb/>
die Arbeiter mit Jahresende gekündigt wurden, um soziale Ansprüche<lb/>
nicht entstehen zu lassen. Mit Neujahr wurden alle sofort wieder<lb/>
aufgenommen. Diese Geschäftspolitik wurde mir von der jetzigen<lb/>
Geschäftsleitung bestätigt und erklärt, so etwas gibt es Gott sei<lb/>
Dank heute nirgends mehr. Die Excelsior ist übrigens jetzt nicht<lb/>
nur stillgelegt worden, sondern die Gebäude wurden geschleift.<lb/>
Das Areal konnte aber bis jetzt von der Firma nicht verkauft<lb/>
werden, obwohl sie angeblich einen ganz guten Anbotspreis macht.<lb/>
Ich ersuchte sofort MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> zu dieser Besprechung, er wird sich<lb/>
bemühen, mit <rs type="person" ref="#per__123317">Matauschek</rs>, VW, einen ev. deutschen Investor zu fin<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_27">Bei dieser Gelegenheit habe ich <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> neuerdings die soeben einge<lb break="no"/>troffene Mitteilung der Politischen Korrespondenz lesen lassen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> meinte, er könne nichts dafür, was ich auch gar nicht be<lb break="no"/>hauptete, u. wünscht sich nichts sehnlicher, als daß jetzt die ganze<lb/>
Angelegenheit erledigt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_28"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> ersuchte für sein großes verkehrspolitisches Konzept<lb/>
<pb n="55-0940" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-22_0940.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>einen Ministerialvertreter von allen beteiligten Ministerien,<lb/>
der Bundeskanzler hat Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> geschickt, ich selbst habe<lb/>
mit SC <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> gesprochen, dieser ist damit einverstanden, die<lb/>
Funktion zu übernehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Verkehrsministerium verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_30">Mit GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> besprach ich den Wunsch der Tschechen gemeinsam nach<lb/>
der Ausbeute von Zwerndorf auch eine gemeinsame Lagerstätte zu er<lb break="no"/>richten. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> meinte, es würde Dir. <rs type="person" ref="#per__126516">Mackowski</rs>, der in der ÖMV die<lb/>
konkreten Verhandlungen mit den Tschechen führt, diesbezügl. Ge<lb break="no"/>spräche nach Rücksprache mit mir beginnen. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> machte mich nur<lb/>
aufmerksam, daß die Sowjetunion jetzt glaubt, mit der CSSR schon<lb/>
ein weitgehendes Gasliefer-, aber auch Gastransitabkommen zu haben<lb/>
und eigentlich jetzt mehr beabsichtigt die Ungarn, hier als Transit<lb break="no"/>land, einzuschalten. Dagegen hat natürlich Österreich auch nichts<lb/>
einzuwenden. <rs type="person" ref="#per__126516">Mackowski</rs> wird sich sehr vorsichtig verhalten, aber<lb/>
unmittelbar mit seinem tschechischen Vis-a-vis über die Wünsche<lb/>
des tschechischen Ministers <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> verhandeln. Sein Gesprächs<lb break="no"/>partner ist Plinprojekt<add>[?]</add>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_31"><rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> informierte mich, daß die Sowjetunion jetzt<add>[den]</add> stellvertretenden<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__126558">Derischev</rs> für den Gasminister <rs type="person" ref="#per__114623">Orudschew</rs> und <rs type="person" ref="#per__126517">Ossipow</rs> für<lb/>
den Außenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> wegen weiterer Gaslieferungen<lb/>
nach Österreich schickt. Ich sollte außerdem am Essen teilnehmen,<lb/>
wofür er sich herzlichst bedankte, den beiden auch noch ein Ar<lb break="no"/>beitsgespräch ermöglichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> entsprechendes vorbereiten<lb break="no"/>des Gespräch führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_33">Von Mexiko kommt der GD <rs type="person" ref="#per__126518">Serano</rs>, ein ehemaliger General, der auf<lb/>
Empfehlung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> von GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> besonders gut behandelt wird,<lb/>
eine ev. Gesprächsmöglichkeit mit mir ist erwünscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wenn notwendig, Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_35">Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> wollte von mir eine Subvention von S 200.000,–– für<lb/>
Forschungsaufträge an das Boltzmann-Institut. Dieses hat 2 Mio. DM<lb/>
von einem deutschen Gremium bekommen, um die Fachinformationszen<lb break="no"/>tralen FIZ wie z.B. DIN-Norm und viele andere zu untersuchen und<lb/>
neue Wege festzulegen. Davon bekommt angeblich das VKI 800.000,–– S.<lb/>
Ich erklärte rundweg, ich könnte zu diesem Projekt keinerlei Zu<lb break="no"/>schüsse geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_36">Bezügl. des Produktsicherheitsgesetzes, <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> möchte diesen Be<lb break="no"/>griff lieber als gefährliche Produkte, wurde Prof. <rs type="person" ref="#per__126560">Riel</rs> beauftragt<lb/>
die bestehenden Gesetze und Verordnungen usw. zu sichten. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
ist der Meinung, es müßte vorerst aber ein Gesetz formuliert und<lb/>
im Parlament eingebracht werden. Dr. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> von der HK sei<lb/>
angeblich mit dieser Vorgangsweise einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Wie stehst du zu dieser Frage?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_38">Dr. <rs type="person" ref="#per__126559">Gottfried Maier</rs> vom Renner-Institut interessiert sich bei Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114579">Ladstätter</rs> im Handelsministerium eine Anstellung zu bekommen.<lb/>
Der VKI würde ihm eine gewisse Nebenbeschäftigung geben, damit er<lb/>
nicht einen zu großen finanziellen Verlust erleidet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_39">Ähnlich ist es <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> mit seiner Regelung jetzt in der AK gegangen,<lb/>
er ersucht daher um eine Nebenbeschäftigung. Seinen Vorschlag im<lb/>
Handelsministerium für Pressefrühstücksbetreuung tätig zu werden,<lb/>
mußte ich ablehnen. Ich werde versuchen, ob eine Nebenbeschäftigung<lb/>
in der ÖFVW möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_40">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte frag einmal unverbindlich und vor<lb break="no"/>sichtig Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_41"><rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> ist fest davon überzeugt, daß die Parteien für das Volksbe<lb break="no"/>gehren in Zwentendorf nicht besonders eintreten werden. Um eine<lb/>
latente Meinung zu aktivieren und eine öffentl. Meinung zu bilden,<lb/>
müßte man mindestens noch ein halbes Jahr, in Wirklichkeit aber<lb/>
ein Jahr Zeit haben und intensivst Propaganda betreiben. Der Slogan<lb/>
müßte sein "Alternative gegen die Ölerpressung". <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> glaubt, auch<lb/>
auf Sozialpartnerebene wird es sehr schwer sein, denn die Gewerk<lb break="no"/>schaften sind im Betrieb stark, werden aber kaum die Beschäftigten<lb/>
<pb n="55-0942" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-22_0942.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>in die Magistratischen Bezirksämter zur positiven Unterschrift<lb/>
für das Volksbegehren bringen. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> sieht also eine programmierte<lb/>
Niederlage, wie er sich ausdrückt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_42">Ich habe mit GD <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, der sich ja für dieses Volksbegehren be<lb break="no"/>sonders stark macht, darüber gesprochen. Er tut wirklich sein Mög<lb break="no"/>lichstes, die Elektrizitätswirtschaft hat jetzt mit seinem Verein,<lb/>
der Vertreter ist <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs> und Dir. <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs>, OKA, und GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, Ver<lb break="no"/>bundgesellschaft, ein Exekutivorgan geschaffen. Ich hoffe, daß<lb/>
jetzt zumindestens auf diesem Sektor eine konkretere und ziel<lb break="no"/>führendere Arbeit geleistet wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_43">Die wichtigste Frage aber, die <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> mit mir besprach, aber nicht<lb/>
lösen konnte, war die Frage, wie es innerhalb der Partei, Streit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, weitergeht. Wir kamen beide wieder einmal zum<lb/>
selben Ergebnis, eine Klärung muß in absehbarer Zeit herbeigeführt<lb/>
werden, sonst geht das Ganze schief.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_44">SC <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtet mir, daß jetzt <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> für Pro Austria<lb/>
Nostra, Ortsbildverschönerung usw., 229.000,–– S Subvention wünscht.<lb/>
Da wir mit unseren Budgetmitteln haushalten müssen, kommt eine<lb/>
Subvention für diesen Verein nicht in Frage. <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> hat<lb/>
übrigens auch in der Vergangenheit durch besonderes aggressives<lb/>
Verhalten gegen diese Regierung sich ausgezeichnet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-22_45">Die Einsparungsnotwendigkeiten im nächsten Jahr veranlassen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> entsprechende Vorbereitungen für die Subventionspolitik zu<lb/>
treffen. Insbes. glaubt er, daß sie mit den Sozialpartnern eine<lb/>
Einigung zu erzielen ist, für gewisse Aktionen wie z.B. FV-Sonder<lb break="no"/>kredit, Stammaktion, Prämienaktion einvernehmliche Vorschlage an<lb/>
mich zustande zu bringen. Dies wäre natürlich ideal und ich bin<lb/>
mit dieser Vorgangsweise sofort einverstanden. Bezügl. der sonstigen<lb/>
Subvention schlägt <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> vor, muß man sich überlegen, ob man die<lb/>
alten Stammkunden nicht einheitlich um 20 % gleichmäßig kürzt.<lb/>
Auch diese Vorgangsweise begrüße ich sehr, doch wird im Detail noch<lb/>
darüber zu verhandeln sein, bis die endgültigen Budgetziffern<lb/>
vorliegen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hofft noch immer, daß aus den Budgetverhandlungen<lb/>
doch ein höheres Budget 1981 sich herauskommt, als wir 1980 gehabt<lb/>
haben. So sicher bin ich diesmal nicht. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> meint, das Optische<lb/>
<pb n="55-0943" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-22_0943.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ist nicht sehr günstig, daß im Finanzministerium dann letzten Endes<lb/>
sogar bis zu den Ministerverhandlungen hinauf der Finanzministeriums<lb break="no"/>vertreter für das Handelsministerium, <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs>, unsere Wünsche vertritt.<lb/>
In diesem Fall stimme ich ausnahmsweise mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> nicht überein.<lb/>
Ich glaube nämlich, daß es viel effektvoller ist und letzten Endes<lb/>
wir uns auch viel besser durchsetzen konnten, wenn <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> aus Ein<lb break="no"/>sicht über die vorsichtige Budgetgebarung des Handelsministeriums<lb/>
unsere Ansätze selbst freiwillig übernimmt und vertritt. Darüber<lb/>
hinaus gibt es mir die Möglichkeit, immer mit Recht zu sagen, ich<lb/>
hätte niemals unberechtigte Forderungen, ja überhaupt größere Forde<lb break="no"/>rungen, an das Budget respek. an Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gestellt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>KR, Gastwirt/Hotelier Fürstenfeld (Stmk.)</occupation>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Gatscha, Otto</persName>
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               <persName type="label">Mühlbacher, Kurt</persName>
               <persName><surname>Mühlbacher</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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               <persName type="label">Fabrizii, Christoph</persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Sjrowy, A</persName>
               <persName><surname>Sjrowy</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Wirtschaftsredakteur Kurier; wohl Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Fremuth, Walter</persName>
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               <persName type="label">Farnleitner, Hannes</persName>
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               <persName type="label">Steiner, Robert</persName>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
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               <persName type="label">Fischer, C</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>C</forename></persName>
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               <persName type="label">Thalhammer, Johann Christian</persName>
               <persName><surname>Thalhammer</surname><forename>Johann
                  Christian</forename></persName>
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               <persName type="label">Wenzl, Erwin</persName>
               <persName><surname>Wenzl</surname><forename>Erwin</forename></persName>
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               <persName type="label">Bauer, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
               <persName><surname>Satzinger</surname><forename>Heinz</forename></persName>
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               <persName type="label">Schmidt, Helmut</persName>
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               <persName type="label">Mittag-Lenkheym, Herbert</persName>
               <persName><surname>Mittag-Lenkheym</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>Vors. Ausschuss Wirtschaftswerbung im Konsumentenbeirat d.
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
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               <occupation>stv. sowj. Gasmin.; wohl Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
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               <persName type="label">Al-Gaddafi, Muammar</persName>
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               <persName type="label">Hinteregger, Gerald</persName>
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               <occupation>öst. Botschafter in Spanien, der Sowjetunion, ab 1981 GS im
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