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            <title type="main">Mittwoch, der 16. Juli 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band55_1980-07-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_01">Mittwoch, 16. Juli 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_02">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> gibt auf meine Intervention zu,<lb/>
daß mit dem Getreidehandel keine Einigung erzielt werden kann,<lb/>
da selbst die Landwirtschaft gegen weitere Erhöhungen ihrer Spanne<lb/>
ist. Der Verband ländlicher Genossenschaften, der bei mir immer<lb/>
wieder mit den Handelsvertretern interveniert, kann sich also in<lb/>
seinen eigenen Reihen insbes. gegen seine Funktionäre nicht durch<lb break="no"/>setzen. Ganz besonders lehnt <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> eine Erhöhung der Report<lb break="no"/>sätze ab. Durch eine solche Regelung würde der Handel seine Kosten,<lb/>
die durch die Lagerung und Bearbeitung des Getreides entstehen,<lb/>
abdecken können, allerdings zulasten der Bauern, die diese Futter<lb break="no"/>mittel brauchen. Der Handel strebt statt 4,50 Report 5,50 an,<lb/>
wäre aber mit 5,–– auch einverstanden. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> ist bereit, bei<lb/>
den Einlagerungsvergütungen ihnen noch einmal entgegenzukommen.<lb/>
Auch dieses Angebot ist nicht vom Standpunkt der Handelskammer<lb/>
befriedigend, weshalb mich Gen.Sekr <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersucht, es soll die<lb/>
Preiskommission von Freitag, die allerdings nur die preisgere<lb break="no"/>gelten Waren Weizen und Roggen bestimmen würde, auf nächste Woche<lb/>
verschoben werden. Ich bin selbstverständlich mit einer solchen<lb/>
Vorgangsweise einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_03">MR <rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs> berichtet mir, daß er mit dem Artenschutzabkommens<lb break="no"/>gesetz und Durchführung nicht viel weitergekommen ist. Die<lb/>
Länder wehren sich ganz entschieden, mit der Durchführung dieses<lb/>
Gesetzes nicht betraut zu werden. Das Gesundheitsministerium<lb/>
möchte nämlich stärker eingeschaltet sein. Ein wissenschaftlicher<lb/>
Beirat, fast als Behörde, sollte unter Führung des Gesundheitsmi<lb break="no"/>nisteriums agieren. Die Länder sehen darin ein gefährliches Prä<lb break="no"/>judiz in Eingriff ihrer Naturschutzagenden. Daß das Gesetz<lb/>
letzten Endes auf Waren und Viehverkehr mit dem Ausland-Verfassungs<lb break="no"/>tatbestand beruht, können die Länder nicht abstreiten und haben<lb/>
sich auch mehr oder minder damit abgefunden. Für das Handelsmini<lb break="no"/>sterium wäre damit eigentlich die Kompetenz klargestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bei Sommerflaute könnte man dieses Pro<lb break="no"/>blem einmal in ein Pressefrühstück bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_05">Der neue chinesische Botschafter <rs type="person" ref="#per__126435">Wang Shu</rs> war bisher in Bonn,<lb/>
er spricht daher, glaube ich, ganz gut Deutsch, läßt sich aber<lb/>
seine Aussagen vom Chinesischen ins Deutsche übersetzen. Noch<lb/>
immer ist an allem, was in China nicht funktioniert, die Viererbande<lb/>
schuld. Er hat gleich angekündigt, es wird noch 3 Jahre dauern,<lb/>
bis die Wirtschaft wieder so reguliert ist und der Schaden der<lb/>
Viererbande behoben ist. Man hat im Plansoll damals die Importe<lb/>
zu hoch angesetzt, weshalb sie jetzt alles restringieren müssen und<lb/>
dies sei der Grund für die unbefriedigende Handelsbeziehung zwischen<lb/>
China und Österreich. Dazu kommt noch, daß die Japaner in China-<lb/>
Nähe und durch besondere Preise, ja selbst durch Exportkredite<lb/>
nach China eine besondere Stellung haben. Trotzdem will China kei<lb break="no"/>nesfalls die japanische Dominanz vergrößern. Bezüglich der Kredite<lb/>
wurde mit Deutschland, Frankreich und seit neuestem auch mit Ame<lb break="no"/>rika verhandelt. Die Franzosen haben ihnen 7 Mrd. $ Kreditrahmen<lb/>
eingeräumt. Da aber im Vergleich zu Japan die Preise zu hoch sind,<lb/>
kommt die französische Lieferung nur sehr zögernd weiter. Die<lb/>
Chinesen werden zur Wr. Herbstmesse eine große Delegation vom<lb/>
Pekinger Hafen Chenking<add>[?]</add> schicken. Ich versprach, wie ich dies ja<lb/>
übrigens immer getan habe, selbstverständlich den chinesischen<lb/>
Pavillon zu besuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_06">Der neue Botschafter aus Pakistan, <rs type="person" ref="#per__126436">Mehdi</rs>, wo wir ebenfalls nur einen<lb/>
verhältnismäßig geringen Außenhandel haben, meinte, die Pakistani<lb/>
könnten besondere hochwertige Sorten von Reis, Orangen, Mangos usw.<lb/>
liefern. Die Preise für diese Produkte liegen wesentlich höher<lb/>
als die Konkurrenzpreise von anderen afrikanischen oder auch euro<lb break="no"/>päischen Staaten. Dafür aber haben sie eine besondere Qualität.<lb/>
Ich bin auch davon überzeugt, daß es in Österreich heute möglich<lb/>
ist, auch teurere Produkte, wenn die Qualität entsprechend gut<lb/>
ist, bis zu einem gewissen Maß verkaufen zu können. Voraussetzung<lb/>
dafür ist, daß er tüchtige Importvertreter hier findet. Die<lb/>
Pakistani haben jetzt 1 Mio. Vertriebene aus Afghanistan. Der<lb/>
Botschafter ist fest davon überzeugt, daß selbst wenn es zu einer<lb/>
Regelung dieses Problemes käme, diese Million nie mehr, oder zu<lb break="no"/>mindestens der größte Teil davon, nach Afghanistan zurückkehren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_07">So wie immer gibt es bei Botschafterbesuchen<add>[eine?]</add> tour d'horizon.<lb/>
Der Vorteil ist, man braucht nur zu fragen, und wie sind ihre Ver<lb break="no"/>hältnisse zu diesem und jenem Land, und dann bekommt man entspre<lb break="no"/><pb n="55-0917" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-16_0917.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>chend langwierige Informationen. Alles sicherlich sehr interessant,<lb/>
in der Sommerzeit auch kein Problem, weil man ja doch nicht so ge<lb break="no"/>drängt mit der Tagesordnung ist, als wenn normaler Betrieb herrscht.<lb/>
Das Ganze ist für mich nur immer sehr unergiebig, weil sich da<lb break="no"/>durch unsere Handelsbeziehungen nicht wesentlich verbessern. Der<lb/>
chinesische Botschafter hat aber auch angekündigt, daß er in ab<lb break="no"/>sehbarer Zeit einen chinesischen Handelsdelegierten in Österreich<lb/>
erwartet, der dann mit mir persönlich und vor allem aber auch mit<lb/>
unserem Haus die notwendigen Kontakte herstellen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_08">Dr. <rs type="person" ref="#per__114856">Scholz</rs> von der Landstraße, den ich seinerzeit ersucht habe<lb/>
und auf Präsidiumsbeschluß auch beauftragt ist, sich um die poli<lb break="no"/>tischen Belange im <choice><choice><sic>Rudolfspital</sic><corr>Rudolfstiftung</corr></choice></choice> zu kümmern, berichtet mir, daß<lb/>
es dort etliche differente Auffassungen insbes. über die Bestellung<lb/>
von Primariaten gibt. Ich vereinbare mit Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, daß wir im<lb/>
Herbst über dies Fragen im Präsidium eingehend diskutieren werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_09">Herr <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> mit seiner Prokuristin <rs type="person" ref="#per__126437">Hafner</rs> interveniert bei<lb/>
mir wegen der starren Haltung über Erhöhung des Kreditlimits in<lb/>
der BÜRGES-Aktion. Er hat VÖEST-Alpine jetzt einen Kredit ver<lb break="no"/>schafft, der 9 % kostet. Für die Kleinstbetriebe soll er für die<lb/>
Bürges nur 8 1/2 % verrechnen dürfen. 3-Monats-Geld muß er jetzt<lb/>
mit 10 1/4 % aufnehmen. Dies kann er nicht. Er schlägt deshalb<lb/>
vor, wir sollten die Zinsen mindestens auf 9 % erhöhen. Sekt.Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erklärt ihm, daß die HK-Kreditsektion 10 1/2 % verlangt<lb/>
hat. Im Laufe der wochenlangen Verhandlungen ist sie dann auf 9 %<lb/>
+ 3/4 Spesen, also 9 3/4 % zurückgegangen. <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> will von<lb/>
mir unbedingt eine Zusage haben, wo mein Limit wäre. Ich erkläre<lb/>
ihm sofort, daß ich ein solches gar nicht gedenke auszusprechen.<lb/>
Die HK soll mit vernünftigeren Vorschlägen kommen, dann können<lb/>
wir weiterverhandeln. Natürlich teilt mir <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> mit, was<lb/>
wir alle längst wissen, daß die Banken von den Kreditnehmern<lb/>
dann spezielle Abgaben und Leistungen verlangen, um die Differenz<lb/>
zwischen 8 1/2 % und dem, was eben die Banken unbedingt verlangen<lb/>
müssen, zum Teil abzudecken. Meine Argumentation dagegen ist, daß<lb/>
wenn wir selbst die Kreditlimits wesentlich erhöhen, dann noch<lb/>
immer, wenn die Bank es kann, entsprechende Sonderbezahlungen von<lb/>
den Kreditnehmern verlangt werden. <rs type="person" ref="#per__113123">Moskovics</rs> ist über die Lizi<lb break="no"/>tation der Banken bezüglich der Habenzinsen sehr unglücklich, er<lb/>
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Sie kümmert sich überhaupt nicht mehr um die Möglichkeit, die<lb/>
hohen Zinsen, die sie heute dem Einleger bezahlt, dann durch<lb/>
Geldausleihe wieder hereinzubringen. Für die Kreditinstitute ist<lb/>
jetzt eine neue Zeit angebrochen, für manche wird sie sicherlich<lb/>
sehr kritisch sein, freie Konkurrenz auf diesem Gebiet ist halt<lb/>
auch etwas sehr Unangenehmes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_10">Ing. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs>, IFES, kommt, um zu intervenieren, damit er endlich<lb/>
die Fremdenverkehrsstudie bekommt. Da wir diese in der letzten<lb/>
Direktoriumssitzung beschlossen haben, erkundige ich mich bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, warum dieser Auftrag noch nicht erfolgt ist. Ein diesbe<lb break="no"/>züglicher Brief ist bereits unterwegs. Mit dieser Studie ist<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs>, die ja immerhin über 1,2 Mio. ausmacht und in Deutsch<lb break="no"/>land, Skandinavien und Beneluxländer Erhebungen vorsieht, gut aus<lb break="no"/>gelastet. Überhaupt hat <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> befürchtet, daß heuer wesentlich<lb/>
geringere Aufträge von den Regierungsstellen erfolgen werden.<lb/>
Dies ist von seinem Standpunkt aus Gott sei Dank nicht eingetroffen.<lb/>
Noch immer haben die Ministerium Geld genug, um Studien in Auftrag<lb/>
zu geben. Was dann damit geschieht, ist eine zweite Sache. Ich<lb/>
bin überzeugt davon, die Auswertung und Verwertung solcher Studien<lb/>
ist minimal. Da die IFES ja meistens Erhebungen für ihre eigenen<lb/>
Zwecke oder für andere Studien machen muß, kombiniert sie damit<lb/>
und kann Ergebnisse oft zwei bis dreimal verwerten, um nicht zu<lb/>
sagen verkaufen. Am interessantesten für mich war, daß IFES jetzt<lb/>
von den Franzosen strengst vertraulich einen Auftrag bekommen hat,<lb/>
um zu recherchieren, wie die Mirage-Flugzeugverkäufe in Österreich<lb/>
ankommen würden. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> braucht dazu Informationen über die<lb/>
Kompensationsmöglichkeiten, die sich hier ergeben. Den wichtigsten<lb/>
Punkt, erkläre ich ihm sofort, wird er leider nicht recherchieren<lb/>
können, ich beabsichtige ja bekanntlicherweise mit jedwedem Flug<lb break="no"/>zeug- und Waffenkauf die Lagerung des Atommülls zu verbinden.<lb/>
Vielleicht könnte die IFES durch geschickte Fragestellung heraus<lb break="no"/>bekommen, um wieviel dann die Bevölkerung sofort für einen Flug<lb break="no"/>zeugkauf mehr eintritt, als ich befürchte ansonsten der Fall sein<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> soll sich dies gut überlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_12">Bezüglich der Meinungsumfrage über die Situation bei den einzelnen<lb/>
Parteien, insbes. über die Wahlaussichten, bestätigt <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs>, was<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> schon in der Regierungsvorbesprechung behauptet hat. Die<lb/>
jüngeren Frauen haben zu dem katastrophalen Ergebnis von 43 %, also<lb/>
weit unter der absoluten Mehrheit geführt. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>,<lb/>
die an diesem Ergebnis besonders interessiert ist, kann gar nicht<lb/>
glauben, daß es wirklich die jüngeren Frauen sind, die jetzt nicht<lb/>
mehr sozialistisch wählen würden. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> akzeptiert meine Er<lb break="no"/>klärung, daß es sich hier nur um eine vorübergehende Verärgerung<lb/>
handelt, die zu einem solchen Wahlverhalten führen würde. Die<lb/>
jungen Frauen reagieren eben sensibel. Da die IFES solche Umfragen<lb/>
streng vertraulich nur für einzelne Spitzenfunktionäre der Partei<lb/>
freigibt, insistiere ich nicht auf die Erhebungen im einzelnen.<lb/>
Vieles läßt sich selbstverständlich erklären. Daß <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> z.B.<lb/>
jetzt im Ansehen steigt, ist darauf zurückzuführen, daß er jetzt<lb/>
sich gegen die Quellensteuer ausgesprochen hat. Ein Finanzminister,<lb/>
der sich gegen eine Steuererhöhung, die<add>[ein?]</add> anderer vorschlägt, wehrt,<lb/>
hat immer gute Noten in der Bevölkerung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_13">Die Champignonzüchter, Präs. <rs type="person" ref="#per__126439">Danner</rs> und sein Vertriebsmann <rs type="person" ref="#per__126438">Klamuth</rs>,<lb/>
beschweren sich über die billigen Ostimporte. Während die Öster<lb break="no"/>reicher 35 S verlangen müssen, kommen aus Polen, aber teilweise<lb/>
auch aus Ungarn Champignonlieferungen von 20 bis 25 S. Das In<lb break="no"/>land erzeugt 400 t im Monat, importiert werden 200 t. Die Champig<lb break="no"/>nonzüchter könnten ohneweiters den Import überhaupt ersetzen.<lb/>
Jetzt fürchten sie aber sogar noch, daß sie von den 400 t an die<lb/>
Importeure einen Marktanteil abtreten müssen. Die eingereichten<lb/>
Anträge stimmen im Preis, wenn allerdings dann die Ware kommt,<lb/>
wird festgestellt, daß sie nicht dieser Qualität entspricht und<lb/>
der Preis wird und muß automatisch gesenkt werden. Die Champignon<lb break="no"/>züchter würden am liebsten den Import verbieten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Können wir für eine gerechtere Preisbildung<lb/>
etwas unternehmen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_15">Dir. <rs type="person" ref="#per__126440">Frey</rs>, Universale, hat namens der ARGE wegen des Handelszentrums<lb/>
in Prag etliche Fragen an die tschechischen offiziellen Stellen,<lb/>
die ich bei meinem Besuch erledigen soll. Ich bin selbstverständ<lb break="no"/>lich bereit, zu versuchen, herauszubekommen, warum jetzt mit der<lb/>
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da die Tschechen sicherlich wesentlich preiswertere Anbote bekom<lb break="no"/>men haben. Die ARGE liegt bei 104 Mio. $, allein die deutsche Firma<lb/>
Dikov<add>[?]</add>, die allerdings auch in Österreich Zweigniederlassungen in<lb/>
Wien und in den westlichen Bundesländern hat, hat für 70 Mio. ange<lb break="no"/>boten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Vielleicht kann <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> noch etwas Detaillier<lb break="no"/>teres von anderen Firmen erfahren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_17">Wegen der Bestellung des Sektionsleiters für die Industriesektion<lb/>
hat die Personalvertretung neuerdings verlangt, daß MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs><lb/>
dafür von mir bestimmt werden sollte. MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> hat mir GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
wegen seines Vertrages, Konsulent bei der Verbundgesellschaft für<lb/>
Bewirtschaftungs- und Zuteilungsprobleme von elektrischer Energie,<lb/>
eine eingehende Aussprache gehabt. Aufgrund dieser Aussprache hat<lb/>
mir <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> in einem Brief mitgeteilt, er kann auf die Mitarbeit<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> nicht verzichten. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> selbst habe ich dann den<lb/>
Brief sofort ausgehändigt und dieser hat mit der Personalvertre<lb break="no"/>tung eine neuerliche Aussprache gehabt. Die Koll. <rs type="person" ref="#per__123167">Steffek</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126430">Witzmann</rs> wollten dann neuerdings mit mir sprechen. Sie haben mir<lb/>
bestätigt, daß sie ihren Beschluß aufrechterhalten, <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll<lb/>
trotz der im Brief festgehaltenen Notwendigkeit, daß er den Ver<lb break="no"/>trag unbedingt einhalten sollte, zum Sektionschef bestellt werden.<lb/>
Ich habe darauf neuerdings mit <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> eine Aussprache gehabt, an<lb/>
der auch Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> teilgenommen hat. Da die Personalvertretung<lb/>
keine weiteren offiziellen Verhandlungen mehr wünschte, habe ich<lb/>
Herrn MR Dr. <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> nicht zugezogen. Resümee all dieser Besprechun<lb break="no"/>gen ist, die Personalvertretung schlägt nach wie vor MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs><lb/>
vor, dieser hat mir aber in dem 6-Augengespräch erklärt, er bitte<lb/>
um Verständnis, daß er bei der Personalvertretung selbstverständ<lb break="no"/>lich immer nur sagen konnte, daß er sehr gerne Sektionschef wird,<lb/>
er sieht aber keine reellen Chancen, hat diese auch nie gesehen,<lb/>
sein Resümee mir gegenüber war wörtlich, bestellen sie <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs><lb/>
zum Sektionschef, ich behalte den Vertrag mit der Verbund.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die Bestellung jetzt endgültig durch<lb break="no"/>führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_19">Seit meiner 10-jährigen Tätigkeit habe ich noch nie eine solche<lb/>
für die Besitzer erfreuliche Staatswappenverleihung durchgeführt.<lb/>
Ein verhältnismäßig kleiner Härtereibetrieb, 30 Beschäftigte in<lb/>
Währing, wurde von mir ausgezeichnet. Bei der Besichtigung konnte<lb/>
ich feststellen, daß es sich wirklich um einen Spezialbetrieb<lb/>
handelt. Das Gesetz verlangt, daß er führend in der Branche sein<lb/>
muß, ich glaube, das ist überhaupt der einzige Betrieb in dieser<lb/>
Art. Ing. <rs type="person" ref="#per__126441">Pöltner</rs> hat ihn 1947 gegründet. Sehr geschickt ausgebaut,<lb/>
möchte aber jetzt, weil er sich in einem Wohngebiet befindet,<lb/>
übersiedeln und bemüht sich um ein Grundstück in Wien. Interessant<lb/>
ist, daß nicht einmal die Betriebsansiedlungsgesellschaft dabei<lb/>
helfen kann. Da der Besitzer gelähmt ist und nur im Rollstuhl<lb/>
sich weiterbewegen kann, war er von der Auszeichnung so ergriffen<lb/>
und erklärte, das sei sein schönster Tag, tränenerstickt konnte<lb/>
er nicht einmal weitersprechen. Auch seine Frau hat, wie man in<lb/>
Wien so schön sagt, geplatzt. Von zwei Söhnen ist der eine im<lb/>
Betrieb und managt ihn, der andere Assistent auf der philosophi<lb break="no"/>schen Fakultät. Der Innungsmeister für das Mechanikergewerbe von<lb/>
Wien hat <rs type="person" ref="#per__126441">Pöltner</rs> auch empfohlen, er soll sich wegen der Betriebs<lb break="no"/>umsiedlung mit ihm ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-16_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie ist es möglich, daß ein Wiener Betrieb<lb/>
scheinbar wirklich gezwungen wird, nach NÖ abzusiedeln.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 16.7.1980</head>
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               <occupation>Präs. Champignonzüchter; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <occupation>Lohnhärterei Ing. Stefan Pöltner KG</occupation>
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               <occupation>Finanzminister</occupation>
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