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            <title type="main">Dienstag, der 15. Juli 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_01">Dienstag, 15. Juli 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_02">Ich informiere den Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__114409">Koning</rs> von Philips über die<lb/>
Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__111707">Graf Lambsdorff</rs>. Der deutsche Wirtschaftsminister<lb/>
war unter einem Vier-Augen-Gespräch bereit, für den Import von<lb/>
Videorekordern auch in der BRD Maßnahmen zu setzen. <rs type="person" ref="#per__114409">Koning</rs> wird<lb/>
die Unterlagen über die japanischen Preise, Einfuhrabsichten,<lb/>
derzeitige Konkurrenzsituation usw. dem Handelsministerium über<lb break="no"/>mitteln. <rs type="person" ref="#per__114409">Koning</rs> möchte aber bei dieser Gelegenheit nicht nur die<lb/>
Videorekorder, sondern auch die Farbfernseher behandelt wissen.<lb/>
Mit dem Antrag bin ich absolut einverstanden. <rs type="person" ref="#per__114409">Koning</rs> wird aber<lb/>
froh sein, wenn es gelingt auf dem Videorekorder-Sektor eine<lb/>
Kontingentierung einzuführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_03">Auch mit dem deutschen Grundig-Mann <rs type="person" ref="#per__126416">Firnges</rs>, der übrigens, wie<lb/>
ich dann aus dem Gespräch entnehmen kann, gleichzeitig auch der<lb/>
Präsident des Aufsichtsrates der österr. Grundig-Gesellschaft ist,<lb/>
einige ich mich auf eine ähnliche Vorgangsweise wie Philips<lb/>
Österreich dies machen wird. <rs type="person" ref="#per__126416">Firnges</rs> wird mit dem deutschen Wirt<lb break="no"/>schaftsministerium in Bonn die Kontakte aufnehmen. Ich glaube,<lb/>
beide waren sehr überrascht, daß es mir gelungen ist, <rs type="person" ref="#per__111707">Lambsdorff</rs><lb/>
dafür zu gewinnen, Selbstbeschränkungsmaßnahmen oder gegebenen<lb break="no"/>falls sogar ein Kontingent mit Japan über Videorekorder festzu<lb break="no"/>legen. Ich kann natürlich nicht sagen, wie er dann letzten Endes<lb/>
in seinem Ministerium endgültig entscheiden wird. Mit unserem<lb/>
Vier-Augen-Gespräch war er bereit, den Firmen Grundig und wie<lb/>
in Österreich ein gewissen Schutz zuzugestehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_04">Eine Aussprache mit MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> und MR <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> ergab, daß<lb/>
eine GATT-konforme Lösung, wenn die Japaner nicht zustimmen,<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> meint, warum sollen sie zustimmen, sehr schwer<lb/>
möglich sein wird. Bei unseren japanischen Importüberschüssen<lb/>
aber, glaube ich, könnten wir sehr wohl die Japaner zu einem Ab<lb break="no"/>schluß drängen. <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> legt größten Wert darauf, daß nicht<lb/>
nur von Philips, sondern auch von der Bundeswirtschaftskammer<lb/>
ein akkordierter Vorschlag kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Industrie- u. Außenhandelssektion<lb/>
entsprechende Vorarbeiten leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_06">Beim Jour fixe mit der Handelskammer berichte ich über die<lb/>
Dreierministerbesprechung. Da es ja auch geglückt ist, den<lb/>
Handelsdelegierten aus der BRD, Dr. <rs type="person" ref="#per__119788">Roth</rs>, beizuziehen, wird dieser<lb/>
einen umfangreicheren Bericht sicherlich schriftlich erstatten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_08">Ich bedanke mich bei <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, daß er nach einer Information<lb/>
von Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> bereit ist, jetzt auf Sozialpartnerebene die<lb/>
Kernkraftangelegenheit vorwärts zu treiben. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> korrigiert<lb/>
sofort, daß er <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> ausdrücklich gesagt hat, die Sozialpartner<lb/>
können sich derzeit nicht für die Eröffnung des Kernkraftwerkes<lb/>
einsetzen. Er ist nur einverstanden gewesen, daß jetzt Wissen<lb break="no"/>schaftler dafür gewonnen werden, allen Interessensvertretungen<lb/>
Informationen zur Verfügung zu stellen und ev. Seminare abzu<lb break="no"/>halten. Im Herbst möchte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> dann mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und der Land<lb break="no"/>wirtschaft, wahrscheinlich Präs. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, über dieses Problem ver<lb break="no"/>handeln. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist für ein vorsichtiges Vorgehen, weil er<lb/>
natürlich genau weiß, welchen Widerstand er innerhalb der ÖVP<lb/>
auslösen wird. Er und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sind allerdings der Mei<lb break="no"/>nung, daß im ÖVP-Klub sehr wohl eine Mehrheit dafür zumindestens<lb/>
jetzt noch vorhanden ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_09">Das Ansuchen der Fa. <rs type="person" ref="#per__126431">Götzinger</rs>, Baumeister in Niederösterreich,<lb/>
wird sowohl von der NÖ Handelskammer als auch von der Bundes<lb break="no"/>handelskammer abgelehnt. Hunderte Bauunternehmungen sind in der<lb/>
selben Situation, es handelt sich um kein führendes Unternehmen,<lb/>
weshalb eine Genehmigung zur Führung des Staatswappens nicht ge<lb break="no"/>sprochen werden kann. Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat auch<lb/>
niemals, wie <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sich bei ihm erkundigte, zugesagt, wegen<lb/>
der Verleihung des Staatswappens diese Gemeinde zu besuchen,<lb/>
der Gesangsverein hat ihn eingeladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte Nationalrat <rs type="person" ref="#per__97809">Pfeifer</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_11">Vizepräs. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, Freier Wirtschaftsverband, hat für Hoch<lb break="no"/>leutner in der Perfektastraße interveniert, damit die Handels<lb break="no"/>kammer jetzt darauf drängt, daß diese Firma endlich das Staats<lb break="no"/>wappen bekommen soll. Die Handelskammer hat seit je ein<lb/>
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beim ÖGB, insbesondere bei der Privatangestelltengewerkschaft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte auf nächstes Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_13">Ich berichte der Handelskammer über die Getreide- u. Mehlpreis<lb break="no"/>verhandlungen. Es zeichnet sich ein Kompromiß bei der selben<lb/>
Erhöhung der Mehlpreise und in weiterer Folge dann auch Brot<lb break="no"/>preise in absoluten Groschenbeträgen wie im vergangenen Jahr ab.<lb/>
Die Zurückrechnung wird von mir auch dann benützt werden, um auf<lb/>
alle Fälle die Handelsspannen, wenn auch nur im geringeren Aus<lb break="no"/>maß, als dies von der Handelskammer verlangt wird, zu erhöhen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sind über diese Möglichkeit sehr erfreut,<lb/>
da ich umso mehr erkläre, daß auch für den Handel noch niemals so<lb/>
viel geschehen ist als unter meiner Ministerschaft, dies wird<lb/>
übrigens von allen Handelsvertretern, die ehrlich argumentieren,<lb/>
auch öffentlich zugegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_14"><rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> berichtet neuerdings, daß sie bezügl. der Pickerlaktion,<lb/>
wonach die Haushalte sich entscheiden können, ob sie ein Werbe<lb break="no"/>material bekommen wollen oder nicht, noch immer nicht weiter ge<lb break="no"/>kommen ist. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat mit dem Fachgruppensekretär <rs type="person" ref="#per__126432">Myrtel</rs> Ge<lb break="no"/>spräche geführt, dieser erklärt aber, er muß alle seine Funktio<lb break="no"/>näre fragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_15">Nachmittag teilt mir dann <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> freudestrahlend mit, daß<lb/>
jetzt endgültig eine Lösung gefunden wurde und zwar, daß das<lb/>
Pickerl nicht von Werbematerial, sondern von Reklame spricht.<lb/>
Damit ist jetzt auch die Handelskammer einverstanden. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
hat ihr ganzes Prestige in diese Aktion reingesteckt, hat be<lb break="no"/>fürchtet, daß sie nicht durchziehen kann, wie sie mir sagte<lb/>
sogar schlaflose Nächte gehabt und ist jetzt natürlich über<lb break="no"/>glücklich, Ich war immer fest davon überzeugt, daß es ihr sicher<lb break="no"/>lich gelingen wird, ein positives Ergebnis zu erzielen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_16">Bezüglich der Selbstbeschränkung von Kriegsspielzeug wird<lb/>
Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> das Gremium, den Fachverband und vor allem einmal<lb/>
die wichtigsten Leute, die kontra sind, zu sich bitten und ich<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> einladen. Durch langwierige, allerdings auch manchmal<lb/>
aufreibende Verhandlungen wird es <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> gelingen, auch auf<lb/>
diesem Gebiet eine Kompromißlösung zu erzielen. Die Haupt<lb break="no"/>schwierigkeit liegt nur darin, daß auch Modelltypen darunter<lb/>
fallen sollen. Diese Selbstbeschränkung wäre ja schon durch ein<lb/>
Kompromiß, daß <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> verhandelt, möglich gewesen, wenn nicht<lb/>
im letzten Moment von Seiten der Kinderfreunde wieder weitere<lb/>
Forderungen gestellt wurden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_17">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilt mir mit, daß die Arbeitsgemeinschaft<lb/>
Managementuntersuchung 480.000 S kosten würde und das Handels<lb break="no"/>ministerium und das WIFI es sich nicht teilen können. Hier müßten<lb/>
nach Auffassung der Bundeshandelskammer auch die anderen be<lb break="no"/>teiligten Managementberater oder die hinter ihnen stehenden<lb/>
großen Gruppen wie Gewerkschaftsbund usw. entsprechende Beiträge<lb/>
leisten. Ich habe ihm eine diesbezügliche Untersuchung zugesagt.<lb/>
Da wir im nächsten Jahr sowieso sparen müssen, weiß ich nicht, ob<lb/>
man tatsächlich eine so groß angelegte Untersuchung unbedingt<lb/>
gegen die Handelskammer durchboxen soll oder ob es nicht wirk<lb break="no"/>lich zweckmäßiger ist, dies Ganze eingeschränkt oder überhaupt<lb/>
fallen zu lassen. Diesen Gedanken habe ich natürlich bei der<lb/>
Sitzung nicht ausgesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Gibt es eine kleinere Lösung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_19">Die Handelskammer hat sich die Broschüre "Service für die Wirt<lb break="no"/>schaft" angesehen, ist damit auch inhaltlich sehr einverstanden,<lb/>
sie wußte nicht, was sie jetzt zu veranlassen hätte. Ich habe er<lb break="no"/>klärt, ich erwarte von ihnen entsprechende Vorschläge bezügl.<lb/>
eines Verteilermodus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_20">Die WIFIs brauchen mehr Geld für die Betriebsberatung. Da wir<lb/>
im Jahre 73, 74 u. 75 vom Gewerbestrukturverbesserungsgesetz<lb/>
Einnahmen, gewisse Beträge abgezweigt haben, erwartet die Bun<lb break="no"/>deskammer auch heuer entsprechende Mittel. Ich habe dies sofort<lb/>
abgelehnt, weil wir alle Einnahmen für die Zinsenzuschüsse<lb/>
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Die Beratung soll sich insbes. auf Energiesparen und Innovation<lb/>
erstrecken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie siehst bei uns im Haus aus?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_22">Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist an Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> herangetreten,<lb/>
damit dieser für die Designausstellung in Linz mehr Mittel zur<lb/>
Verfügung stellt. Mit den 500.000,–– S Subventionen, an denen<lb/>
auch das Handelsministerium beteiligt ist, kann nicht das Aus<lb break="no"/>langen gefunden werden. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> lehnt ab, auch wir im Handels<lb break="no"/>ministerium können keinesfalls mehr geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wieviel haben<add>[wir?]</add> bis jetzt diesen Linzer<lb/>
Ausstellungsprojekten gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_24"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> berichtet abschließend, daß er mit dem Präs. der<lb/>
Industriellenvereinigung <rs type="person" ref="#per__125803">Mayer</rs> eine ernste Aussprache wegen<lb/>
Teilnahme der Industrie in der Sozialpartnerverhandlung gehabt<lb/>
hat. Die Industrie wird auf alle Fälle von der Handelskammer als<lb/>
Sozialpartner, der bei allen Sitzungen dabei wäre, abgelehnt.<lb/>
Hier handelt es sich, wie <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mir mitteilt, nicht nur allein<lb/>
um eine Frage der Handelskammer, daß sie natürlich auch die<lb/>
Industrie mitvertreten will und muß, sondern wenn auch die In<lb break="no"/>dustriellenvereinigung zugezogen wird, dann selbstverständlich<lb/>
sofort die freien Berufe und die anderen Kammern kommen würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_25">In der Ministerratsvorbesprechung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fast aus<lb break="no"/>schließlich nur über die AKH-Schmiergeldaffäre. Die Meinungs<lb break="no"/>umfragen haben ergeben, daß die Sozialisten jetzt ein katas<lb break="no"/>trophales Tief von 43 % erreicht haben. Die Verluste sind also<lb/>
exorbitant. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> berichtet dann, daß insbes. die jungen<lb/>
Frauen jetzt zu diesen Absinken der soz. Mehrheit geführt haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst erörtert alle Möglichkeiten mit <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>, die gegeben<lb/>
sind, um eine Verschärfung des Strafrechtes für diese Mafia, wie<lb/>
er sie jetzt bezeichnet, zu ermöglichen. Insbes. erwägt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
allen Ernstes, daß rückwirkend eine Verschärfung der Gesetze<lb/>
kommen müßte. Eine solche Rückwirkung hat es beim Creditanstalt-<lb/>
Skandal in der ersten Republik gegeben. Damals hat die<lb/>
<pb n="55-0909" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-15_0909.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Lex <rs type="person" ref="#per__126433">Ehrenfels</rs>, so war die Spezialbezeichnung, dafür gesorgt, daß<lb/>
rückwirkend für unzulässige Haftungen entsprechende Strafbe<lb break="no"/>stimmungen wirksam wurden. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> wehrte sich anfangs, wenn auch<lb/>
zögernd, gegen eine Rückwirkung, weil dies den internationalen<lb/>
Konventionen widerspricht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, mit Rechtsphilosophie<lb/>
kann man jetzt aber in diesem Monsterskandal nicht Lösungen<lb/>
suchen, dies würde die Bevölkerung nicht verstehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_26">Eine ähnliche Diskussion ergab sich dann über die Ausdehnung<lb/>
des Untersuchungsausschusses im Parlament. Der Vorsitzende,<lb/>
Parteiobmann <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs>, hat <choice><choice><sic>unzulänglicher</sic><corr>unzuläßlicher?</corr></choice></choice> Weise, ohne irgendwelche<lb/>
Unterlagen zu besitzen, behauptet, daß die Schmiergelder in<lb/>
zwei Teile<add>[, ein Teil]</add> Sozialisten, ein Teil ÖVP, aufgeteilt werden. Den<lb/>
Zettel vom inhaftierten Direktor <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs>, der scheinbar die Grund<lb break="no"/>lage zu dieser Äußerung beinhaltet, hat Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
kommentiert. Ich selbst habe mir auch die Fotokopie angesehen,<lb/>
daraus ist nicht, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aufgrund der Information von <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs><lb/>
sagte, klar und deutlich von Schmiergeldern auch für die ÖVP<lb/>
die Rede, aus dem Zettel kann man insbes. nach dem Kommentar von<lb/>
Häftling <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs> nur herauslesen, daß Siemens bereit war, für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126434">Prutscher</rs>, der eingeschaltet wurde, eine entsprechende Provision<lb/>
von 2 % zu bezahlen. Ein anderer Punkt war dann, daß eine Brief<lb break="no"/>kopie, die auch tatsächlich abgefertigt wurde, einem ÖVP-Stadtrat<lb/>
zugegangen ist, der aber mit Schmiergeldern, zumindestens ist<lb/>
dies aus dieser Erklärung nicht ersichtlich, nichts zu tun hatte.<lb/>
Da die Soz. Partei schon zweimal den Wunsch der ÖVP, über das<lb/>
sogenannte 100-Mio.-Ding, sprich <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, einen eigenen Unter<lb break="no"/>suchungsausschuß einzusetzen, abgelehnt hat, sollte der soz.<lb/>
Klub bei dieser Stellungnahme bleiben. Minister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichte<lb break="no"/>te, daß er jetzt alle Unterlagen genau prüft und dem Rechnungshof<lb/>
zur Verfügung stellt. Erst wenn diese Arbeit abgeschlossen ist,<lb/>
wird man entscheiden können, ob und wer entsprechend unzulässig<lb/>
gearbeitet oder kontrolliert hat, und dann sollte man einen<lb/>
Untersuchungsausschuß einsetzen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist auch, wenn auch<lb/>
widerwillig, mit dieser Vorgangsweise einverstanden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
erklärt einmal mehr dezidiert, man soll jetzt alle Verträge, die<lb/>
seinerzeit das Gesundheitsministerium mit den Arbeitsgemein<lb break="no"/>schaften, Kostenstellenrechnung usw. geschlossen hat, auflösen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> gibt zu bedenken, daß immerhin rechtsverbindliche<lb/>
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Finanzprokuratur eingeschaltet. Wenn eine Möglichkeit ohne<lb/>
Vertragsbruch die Verträge zu lösen besteht, wird dies sofort<lb/>
eingeleitet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_27">Die Soz. Partei wird sich durch Aufforderung an den Vorsitzenden<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs>, er möge sofort alle Unterlagen vorlegen und der Staats<lb break="no"/>anwaltschaft mitteilen, von dem Verdacht reinwaschen, daß sie<lb/>
eine Zuwendung aus diesen Bestechungsgeldern bekommen hat. Daß<lb/>
die Bestechungsnehmer so etwas auch gegenüber Firmen behaupten,<lb/>
ist ohne weiters möglich, nur unter diesen Umständen sind sie ja<lb/>
wahrscheinlich in die Lage versetzt worden, so große Mio.-Beträge<lb/>
von den Firmen herauszureißen. Sowohl die Wr. Organisation als<lb/>
auch selbstverständlich die Bundespartei erklären dezidiert, sie<lb/>
haben keinerlei Gelder von diesen Leuten bekommen. Bgm. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> als<lb/>
Wiener Parteiobmann, aber auch die beiden Zentralsekretäre<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> und <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> werden bei der einberufenen Pressekonferenz<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> diesen diesbezügl. frontal angreifen und alle Unter<lb break="no"/>lagen verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_28"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellt fest, daß Österreich bei<add>[der]</add> Olympiade mit Fahne ein<lb break="no"/>ziehen wird und der Österr. Botschafter daran teilnehmen wird.<lb/>
Ein westlicher Staat muß als Gesprächspartner für die Russen<lb/>
und für die andern verbleiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_29"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> frägt, wie es jetzt mit der Zellulosefabrik Hallein<lb/>
weitergeht. Borregaard hat ihm einen Brief geschrieben. Ich er<lb break="no"/>kläre sofort, daß auf die Dauer gesehen der Zellulosebetrieb aus<lb/>
Umweltschutzgründen, Wasserverschmutzung, nicht aufrecht erhal<lb break="no"/>ten werden kann. Die Zelluloseproduktion wird in Zukunft von der<lb/>
Pölser übernommen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> erklärt, eine Fristerstreckung im<lb/>
Wasserwirtschaftsverfahren ist kaum mehr möglich. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> erklärt,<lb/>
daß er im Sept. von der deutschen Seite wegen der Beteiligung an<lb/>
der Zellulosefabrik Pölser eine schriftliche Darlegung bekommen<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie sieht das bei uns im Haus aus?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_31"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, daß eine Anfrage vorliegt, nach Chile für einen<lb/>
1 1/2 Mio. S Kredit auf 6 Jahre Waffen von der SGP zu liefern.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> stellt dazu fest, daß die Österr. Kontrollbank keine Kredite<lb/>
dafür zur Verfügung stellen wird. Allgemein herrscht großer Zweifel,<lb/>
ob diese Waffentransaktion genehmigt werden soll, auch dann wenn<lb/>
die Chilenen auf Kredite verzichten. Ein endgültiger Beschluß<lb/>
müßte aufgrund des Exportgesetzes auch später bei einem entsprechen<lb break="no"/>den Antrag von dem zuständigen Ministerium getroffen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_32">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> berichtet, daß bis 6. September die Anfrage über<lb/>
die Kompetenz des GUSCH beantwortet werden muß. Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> wird beauftragt, die Verhandlungen, die sich zwischen GUSCH<lb/>
und Landwirtschaft sehr schwer gestalten, zu koordinieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_33">Die Anfrage bezüglich der Repräsentationskosten, die jetzt auch<lb/>
der Nationalrat beantworten muß, wird jetzt <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> koordinieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte entsprechende Unterlagen im Haus unver<lb break="no"/>züglich an <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_35"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, daß LH <rs type="person" ref="#per__97664">Krainer</rs> bei ihm vorgesprochen hat und er<lb/>
das Gefühl hat, daß der Plabutschtunnel zu einem Politikum in Graz<lb/>
gemacht wird. <rs type="person" ref="#per__112569">Götz</rs> soll durch <rs type="person" ref="#per__112570">Hasiba</rs> abgelöst werden. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
berichtet, daß er mit der Zuschlagsfrist bereits in Verzug ist,<lb/>
er aber den Sondier-Stollen aber auf alle Fälle genehmigen wird.<lb/>
Die steirischen Genossen haben zwar immer auf das 4-Augen-Gespräch<lb/>
Bedenken, öffentlich getrauen sie sich aber nichts dagegen unterneh<lb break="no"/>men.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_36">Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> frägt Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> respek. Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wegen der beabsichtigten Konzentration der<lb/>
Förderungsaktionen aller Ministerien beim ERP-Büro an. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> weiß<lb/>
davon nichts. <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> berichtet, daß in der Regierungserklärung<lb/>
darin steht, es soll eine Konzentration erfolgen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wehrt sich<lb/>
dagegen, daß jetzt sogar eine Millionen-Budgetpost von ihm verlangt<lb/>
wird, wodurch er überhaupt auf dieses Problem gestoßen ist, wonach<lb/>
nämlich in Hinkunft beim ERP-Büro alle Unterlagen eingereicht respek.<lb/>
registriert werden sollen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> verweist darauf, daß es ein funk<lb break="no"/>tionierendes Statistisches Zentralamt und sogar ein jetzt neu<lb/>
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Ausführungen den Landwirtschaftsminister und mich frägt, was wir<lb/>
dazu sagen, ist <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über diese Aufforderung, sich sozusagen<lb/>
gegen sein Bundeskanzleramt zu richten, sehr ungehalten. Ich stelle<lb/>
dann sofort fest, daß <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, wie er <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und mir nachher er<lb break="no"/>klärt, von seiten des Handelsministeriums einen entsprechenden<lb/>
Widerstand gegen diese Ideen gehabt hat. MR <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>, der diese Ver<lb break="no"/>handlungen führte, erklärt mir anschließend auch, daß <rs type="person" ref="#per__110169">Nußbaumer</rs><lb/>
ursprüngl. sogar die Idee hatte, es muß alles im ERP-Büro einge<lb break="no"/>reicht werden und von dort wird es dann auf die einzelnen Ministerien<lb/>
verteilt. Jetzt wäre er mit einer Durchschrift der Einreichung<lb/>
schon einverstanden. Dies Ganze wird administrativ ja wahnsinnig<lb/>
aufgebläht, daß BKA hat dafür keine Dienstposten, weshalb das<lb/>
ERP-Büro verstärkt werden soll. Ich bin überzeugt davon, daß dies<lb/>
abgesehen von der Unzweckmäßigkeit auch von den anderen Ministerien<lb/>
nicht akzeptiert werden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Welche administrative Vereinfachung können<lb/>
wir vorschlagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_38">Vor dem Ministerrat habe ich Minister <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> die Frage des Kurier-<lb/>
Jugendwettbewerbs über Österreichische Ferienmesse gesprochen, er<lb/>
ist im Prinzip einverstanden, verlangt nur, was selbstverständlich<lb/>
ist, daß alles bei ihm eingereicht werden muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_39">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_40">Mit Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> besprach ich die Wünsche des Wirt<lb break="no"/>schaftssenators <rs type="person" ref="#per__126420">Steinert</rs> aus Hamburg, wegen der Engpaßbeseitigung<lb/>
der DDR-Eisenbahn an der Zonengrenze. Die ÖBB wird sich auf Bahn<lb break="no"/>verwaltungsebene mit der DDR in Verbindung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nach vorliegendem Bericht <rs type="person" ref="#per__126420">Steinert</rs> ver<lb break="no"/>ständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_42">Die Verhandlungen über die Getreide- u. Mehlpreise sind erfolgreich<lb/>
abgeschlossen worden. Die Rückrechnung der 50 gr unverpacktes und<lb/>
60 gr verpacktes Mehlpreiserhöhung ergeben, daß wir den Erzeuger<lb break="no"/>preis um 15,5 gr für Roggen und Weizen erhöhen können. Davon werden<lb/>
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wird, abführen. Durch eine entsprechende Erhöhung der Aufkäufer<lb break="no"/>spanne um 1 gr zuzüglich die 0,7 gr für Zinsstützungskürzung ist<lb/>
auch der Handel einverstanden. Da gleichzeitig für einen Teil des<lb/>
Mehls die Großhandelsspanne und für jede Mehlsorte die Kleinhandels<lb break="no"/>spanne auf 10 % erhöht wurde, stimmt die Handelskammer diesem Kom<lb break="no"/>promiß auch zu. Die Mühlenspanne wurde um 6 Schilling je Meter<lb break="no"/>zentner erhöht, die Berechnungen hat ja der Dr. <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs> von der<lb/>
Mühlenindustrie durchgeführt, wodurch auch hier eine befriedigende<lb/>
Lösung erzielt werden konnte. Überhaupt ist es interessant, daß<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs> hier die Berechnungen macht, niemand kann es besser, das<lb/>
Ministerium auf alle Fälle überhaupt nicht. In der gestrichenen Vor<lb break="no"/>besprechung wurden nur die Grundsätze zwischen den Interessenver<lb break="no"/>tretungen festgelegt und <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs> hat dann die Nacht hindurch ge<lb break="no"/>rechnet und dieses Kompromißergebnis erzielen können. Ich bin sehr<lb/>
froh, daß alle zustimmen, allerdings muß der Getreideausgleichsfonds<lb/>
vorher noch durch entsprechende Beschlüsse, wie die AK verlangt, auch<lb/>
dieses ganze System genehmigen. Der Obmann des Getreideausgleichs<lb break="no"/>fonds, der bei der Sitzung ebenfalls anwesend ist, wird von mir so<lb break="no"/>fort veranlaßt, kurzfristig eine entsprechende Beschlußsitzung ab<lb break="no"/>zuhalten. Alle sind froh über die Lösung, ich kann daher wirklich<lb/>
alles dekretieren. Wenn ich dies nicht bereits seit 35 Jahren, jetzt<lb/>
10 Jahre als Minister, mitmachen würde, hätte ich fast ein Erfolgs<lb break="no"/>erlebnis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_43">Bei Futtergetreidepreisverhandlungen, die ja mir nicht unterstehen,<lb/>
sondern dem Landwirtschaftsminister, spießt es sich am Anfang sehr.<lb/>
Letzten Endes einigt man sich dahingehend, daß der Verwertungsbei<lb break="no"/>trag für Gerste und Mais gleichgezogen wird. Dadurch kommt es aber<lb/>
zu einer Senkung des Maisverwertungsbeitrags von 9 gr auf 6 gr,<lb/>
während der von Gerste von 4 gr auf 6 gr erhöht wird. Die Händler<lb/>
erscheinen dann am Abend und erklären mir unter Führung von Frau<lb/>
Abg. <rs type="person" ref="#per__122900">Tichy-Schreder</rs>, daß sie das Diktat der Landwirtschaft nicht<lb/>
zur Kenntnis nehmen können. Bei diesen Verhandlungen hat sich klar<lb/>
und deutlich gezeigt, daß zuerst der Verband ländlicher Genossen<lb break="no"/>schaften mit der Bundeshandelskammer bei mir vorspricht, ich sollte<lb/>
sie entsprechend unterstützen, daß aber dann die Funktionäre des<lb/>
Raiffeisensektors, alle Bauernbundfunktionäre und Kammerpräsidenten<lb/>
<pb n="55-0914" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-15_0914.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>usw. sind, den Verband zwingen, schlechte Konditionen zu akzeptieren.<lb/>
Dadurch ist die Stellung der Handelskammer sehr geschwächt, den<lb/>
Vorschlag von Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>, die Handelskammer würde alles ablehnen, kann<lb/>
ich, glaub ich, den Funktionären ausreden. In diesem Fall gehen sie<lb/>
nur ein Risiko ein, noch schlechter behandelt zu werden. Ich ver<lb break="no"/>pflichte mich nur mit Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> unverzüglich<lb/>
Gespräche aufzunehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_44">Die Aussprache mit dem Industrieminister von Thailand, einem ehe<lb break="no"/>maligen thailändischen Botschafter in Österreich, bringt beim Arbeits<lb break="no"/>essen keine neue Erkenntnisse. Wir machen ihm entsprechende Projekt<lb break="no"/>vorschläge, insbes. VÖEST-Alpine usw., und er wird ja diese Betriebe<lb/>
alle noch besichtigen respek. Gespräch in der Bundeshandelskammer<lb/>
mit Firmen wie Elin, Waagner-Biro usw. führen. Primär interessiert<lb/>
er sich aber für den Tank von Steyr-Daimler-Puch. Ohne daß ich dabei<lb/>
bin, werden mit dem Repräsentanten, einem Oberst, der jetzt vom Bun<lb break="no"/>desheer karenziert ist, die Details auf der Demonstration besprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_45">Die Aussprache mit dem Bundespräsidenten, die sehr lange dauert, geht<lb/>
hauptsächlich über die gemeinsame Zusammenkunft und Erlebnisse der<lb/>
beiden. Der Industrieminister war nämlich eine Zeitlang, nachdem<lb/>
er Botschafter in Österreich war, auch Außenminister, wo er <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> öfters getroffen hat. Wenn Außenminister zusammenkommen,<lb/>
gibt es eine tour d'horizon ausgiebig und langwierig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_46">Die Fa. <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> möchte jetzt den Ungarn im Fertigbauwesen ent<lb break="no"/>sprechende <choice><choice><sic>Hotelneuanbauten</sic><corr>Hotelneubauten?</corr></choice></choice> errichten und hat diesbezügl. Anbote<lb/>
in Budapest abgegeben. Da die Ungarn mit dem seinerzeitigen System<lb/>
Camus<add>[?]</add> schlechte Erfahrung gemacht haben, sind sie auch der<lb/>
moderneren Bauweise <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek's</rs> ablehnend eingestellt. GR <rs type="person" ref="#per__114998">Sevcik</rs> er<lb break="no"/>sucht mich, ich soll einen diesbezügl. Brief an <choice><choice><sic>Innenminister</sic><corr>Binnenhandelsminister</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__110926">Sághy</rs><lb/>
schreiben, ich bin bereit die ungarischen Herren einzuladen, damit<lb/>
sie sich über die Zweckmäßigkeit der österr. Fertigbauweise infor<lb break="no"/>mieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-15_47">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechenden Brief mit <rs type="person" ref="#per__115685">Mischek</rs> und<lb/>
insbes. Außenhandelssektion vorbereiten.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 51. Ministerratssitzung, 15.7.1980</head>
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            <head>Nachtrag TO 51. Ministerratssitzung, 15.7.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>Grazer Vizebürgermeister</occupation>
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               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
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               <persName><surname>Prutscher</surname><forename>Hans Christoph</forename></persName>
               <occupation>Beteiligter im AKH-Skandal; Sohn von Prutscher Pius Michaelevtl.
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               <persName type="label">Pschorn, Alfred</persName>
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               <persName type="label">Nußbaumer, Adolf</persName>
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               <persName type="label">Mayer, Fritz (Industrieller)</persName>
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