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            <title type="main">Dienstag, der  8. Juli 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_01">Dienstag, 8. Juli 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_02">Jour fixe in der Handelskammer mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>. Die Handelskammer<lb/>
spricht sich ganz entschieden gegen eine weitere Erhöhung des Zins<lb break="no"/>satzes für den Exportfonds von derzeit 6 auf 6 1/2 % aus. Sie steht<lb/>
auf dem Standpunkt, der Exportfonds hat eine günstige Refinanzierung,<lb/>
die Handelskammer die Hoteltreuhand und viele haben dort Geld zu<lb/>
sehr niedrigen Konditionen angelegt und am 6. April wurde bereits der<lb/>
Zinssatz auf 6 % erhöht. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ersucht mich MR <rs type="person" ref="#per__117026">Schuster</rs>, den Handels<lb break="no"/>ministeriumsvertreter im Exportfonds, dahingehend zu informieren, daß<lb/>
solange die Geschäftsführung nicht die Unterlagen zur Verfügung ge<lb break="no"/>stellt hat, von einer neuerlichen Zinssatzerhöhung abgesehen werden<lb/>
soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wurde von mir informiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_04">Die Fa. Götzinger § 68 Staatswappenverleihung, die die NÖ HK entschie<lb break="no"/>den abgelehnt hat, wird jetzt im HK-Präsidium noch dieser Woche be<lb break="no"/>raten. Ich erkläre neuerdings, daß wenn das Staatswappen zeitgerecht<lb/>
fertig wird, der Herr Bundespräsident die Fa. besucht und ich dann<lb/>
bereit wäre gegebenenfalls das Staatswappen dort zu überreichen.<lb/>
Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die HK zustimmt. Ich bin<lb/>
nicht bereit, entgegen der Stellungnahme der HK dieses Dekret auszu<lb break="no"/>fertigen. Die NÖ HK lehnt deshalb ab, weil sie erklärt, es gibt<lb/>
dutzende solcher Bauunternehmungen, die alle im selben Bezirk oder<lb/>
im Land diese Voraussetzungen hätten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte keine Sonderbehandlung der Firma<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_06">Für den GD von Philips, <rs type="person" ref="#per__114409">Koning</rs>, wird jetzt die Handelskammer bei mir<lb/>
einen Orden beantragen. <rs type="person" ref="#per__114409">Koning</rs> geht von Wien weg und ich bin sehr<lb/>
daran interessiert, ihn bei dieser Gelegenheit diesen Orden über<lb break="no"/>reichen zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte die Einreichung so schnell als möglich<lb/>
veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_08">Das Institut für Bildung und Wirtschaft IBW hat heuer der Handels<lb break="no"/>kammer mitgeteilt, daß sie vom Handelsministerium keine Subvention<lb/>
<pb n="55-0872" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-08_0872.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mehr bekommt. Demgegenüber wird das gewerkschaftliche Institut<lb/>
ÖIBF, österr. Institut f. Berufsbildungsforschung, sehr wohl mit wei<lb break="no"/>teren Subventionen bedacht. Ich habe <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sofort erwidert, daß<lb/>
die WIFIs wesentlich besser gestellt werden als das BFI, trotzdem<lb/>
werde ich die beiden Ansuchen noch einmal überprüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie sieht unsere Budgetsituation bei dieser<lb/>
Subvention WIFI, BFI, IBW, ÖIBF aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_10">Bezüglich der Altreifenverwendung hat jetzt die Fachabteilung <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs><lb/>
mitgeteilt, daß die Fa. Hatschek über die Abfallbörse des WIFI in<lb/>
Linz, aber auch durch eigene Sammeltätigkeit größere Autoaltreifen<lb/>
derzeit verbrennt. Ca. die Hälfte des <choice><choice><sic>Anfalls</sic><corr>Abfalls?</corr></choice></choice> benötigt Hatschek.<lb/>
Weiteren Informationen der wirtschaftspolitischen Abteilung, Dr. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs>,<lb/>
ist zu entnehmen, daß tatsächlich, wenn alle Anfragen jetzt befrie<lb break="no"/>digt werden sollen, fast ein Engpaß zu erwarten ist. Die Frage ist<lb/>
nach wie vor, wie die Altreifen von den Händlern zu den Abnehmern<lb/>
kommen. Hier müßte angeblich eine Subvention des Staates erfolgen.<lb/>
Diese lehne ich ganz entschieden ab. Wenn mehrere Interessenten<lb/>
jetzt für Altreifen sind, werden sie schon dafür sorgen, daß diese<lb/>
zu ihnen gelangen, ohne daß das Handelsministerium etwas dafür<lb/>
zahlen müßten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_11"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist sehr erschüttert, daß der Nationalrat ein Werbeverbot<lb/>
jetzt für Tabak und Alkohol durch eine einstimmig von allen Parteien<lb/>
angenommene Resolution vorgesehen werden soll. GD <rs type="person" ref="#per__97762">Musil</rs> und sein<lb/>
Stv. <rs type="person" ref="#per__116106">Mauhart</rs> waren bei ihm und haben ihm die Werbesituation erklärt.<lb/>
In Italien besteht dieses Werbeverbot, weshalb dort wesentlich mehr<lb/>
"harte Zigaretten", ein neuer Ausdruck, in Wirklichkeit meint er<lb/>
nikotinstarke geraucht werden. Die Werbung der österr. Tabakregie<lb/>
geht dahin, dem Konsumenten nicht einzureden, er soll mehr rauchen,<lb/>
sondern er soll nur gesünder rauchen. Erschüttert war<add>[er]</add> auch, daß es<lb/>
ihm nicht gelungen ist, Abg. <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs> von der ÖVP davon zu überzeu<lb break="no"/>gen. Bei dieser Gelegenheit hat Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> das Pickerl<lb break="no"/>problem zur Sprache gebracht. Die Werbewirtschaft, insbes. der Ge<lb break="no"/>schäftsführer wollte die Vorschläge von ihr nicht akzeptieren. Einen<lb/>
Text wie "Bitte kein Werbematerial" lehnt die Werbewirtschaft deshalb<lb/>
ab, weil sie darin eine Werbung gegen ihre eigenen Interessen versteht.<lb/>
Der Gegenvorschlag lautet, man sollte einen Grünen Punkt an die<lb/>
Wohnungstür picken können und dies bedeutet, man will kein Werbemate<lb break="no"/><pb n="55-0873" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-08_0873.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rial. Einen blöderen Vorschlag gibt es nicht, man will scheinbar<lb/>
mit aller Gewalt den Grünen hier einen Gefallen erweisen. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
hat sich sehr bemüht ein Kompromiß zu erzielen, fürchtet jetzt, daß<lb/>
die Werbewirtschaft ohne ihr Mitwirken eine eigene Regelung anstrebt.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit aller Deutlichkeit gesagt, daß ich dies nicht<lb/>
zulassen würde. Wenn man mit <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> nicht kooperieren will, dann<lb/>
gibt es eben keinen Widerstand mehr unsererseits gegen das von den<lb/>
Linken auch in unserer Partei geforderte Werbeverbot.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diese Prestigefrage mit aller Deutlich<lb break="no"/>keit und Dringlichkeit durchziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_13"><rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> berichtet dann auch, daß bezüglich der Formulierung der<lb/>
Selbstbeschränkung im Kriegsspielzeugverkauf und Import die HK mit<lb/>
ihr gemeinsam jetzt zu einem Kompromiß kommen könnte. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat über<lb break="no"/>nommen, sowohl mit den Werbeleuten als auch mit den Spielzeughändlern<lb/>
zu reden und ein Kompromiß zu versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_14">Ich habe <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bezüglich des Beschlusses der ÖVP keine Kernkraftwerk-<lb/>
Inbetriebnahme derzeit zu akzeptieren, wenn nicht gleichzeitig die<lb/>
Erdbebenfragen, die Grundwasserfrage gelöst ist, für mich eine ganz<lb/>
neue Situation darstellt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hat zugegeben, daß in der ÖVP im<lb/>
Nationalratsklub eine größere Mehrheit für die Inbetriebnahme des<lb/>
Kernkraftwerkes ist, Voraussetzung seien aber damals nach ihren Be<lb break="no"/>schlüssen die Lösung der Endlagerung, die Erstellung von Regional<lb break="no"/>plänen und die Aufstellung von Meßgeräten verlangt worden. Die letzte<lb/>
beiden stellen überhaupt kein Problem dar. Die Regionalpläne sind,<lb/>
wie ich <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> genau auseinandergesetzt habe, eine Frage der Landes<lb break="no"/>kompetenzen von NÖ und Wien und die Frage der Endlagerung muß auf<lb/>
alle Fälle von mir in einem akzeptablen Konzept dem Nationalrat<lb/>
schlüssig vorgeschlagen werden können. Neu ist nur, daß wenn jetzt<lb/>
Grundwasser und Erdbeben ins Gespräch gebracht werden, für diese<lb/>
beiden Fälle es ja keinerlei Lösungen gibt. Nach Mitteilung aller<lb/>
Fachleute ist beides nicht gefährdet, wenn die ÖVP aber jetzt erklärt,<lb/>
das Grundwasser müßte sicher sein, dann müßte man den Grundwasser<lb break="no"/>spiegel ableiten, Erdbebensicherheit müßte erhöht werden, müßte man<lb/>
das Kernkraftwerk auf einem anderen Punkt bauen, wenn die erdbeben<lb break="no"/>sichere Wanne nicht genügt. Ich sehe darin eine wesentliche Ver<lb break="no"/>schlechterung des ÖVP-Standpunktes. Die einzige Möglichkeit einer<lb/>
<pb n="55-0874" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-08_0874.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Lösung erblicke ich, daß die Sozial- und Wirtschaftspartner,<lb/>
sprich Handelskammer, eine klare Erklärung durch Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> be<lb break="no"/>reits abgegeben resp. der Gewerkschaftsbund, der sich ja stets für<lb/>
die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes eingesetzt hat, jetzt unab<lb break="no"/>hängig der Stellungnahmen der politischen Parteien, und zwar aller<lb/>
politischen Parteien, versucht dieses Problem als Sozialpartner<lb break="no"/>problem in der Bevölkerung zu vertreten. Wenn nämlich, und das bin<lb/>
ich fest überzeugt, das Volksbegehren weit über 500.000 Stimmen<lb/>
Unterschriften zusammenbringt, dann wird es sich jede Partei, auch<lb/>
die ÖVP überlegen, gegen diese mächtige Organisation Stellung zu<lb/>
nehmen. Ich muß allerdings mir gegenüber gestehen, daß ich nicht<lb/>
sehr überzeugt bin, daß wir eine derartig große Unterschriftenaktion<lb/>
wie zum Beispiel bei der damaligen Urlaubsverlängerung oder jetzt von<lb/>
der katholischen Seite durchgeführten Schwangerschaftsunterbrechung<lb/>
zusammenbringen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_15">Ich berichtete <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> über die Aussprache mit den Kohlenimporteuren<lb/>
resp. den Ölgesellschaften, die jetzt in das Kohlegeschäft eintreten<lb/>
wollen. Ich verwies insbes., daß ich sehr daran interessiert wäre,<lb/>
eine Diversifikation des Importes zu erreichen, derzeit aber erklä<lb break="no"/>ren mir die abnehmenden Firmen, und <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bestätigt dies, daß ein<lb/>
Import von Westkohle auch aus Südafrika, Australien oder Amerika<lb/>
nicht infrage kommt, weil diese wesentlich teurer ist als die Ost<lb break="no"/>kohle. Kein Betrieb ist bereit, auch nur einen Schilling mehr zu be<lb break="no"/>zahlen, als unbedingt heute für die billigere Ostkohle bezahlen muß.<lb/>
Ich ersuche <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, vielleicht auch den Abg. <rs type="person" ref="#per__114528">König</rs> diese Information<lb/>
weiterzugeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_16">Bezüglich der Ölpreisverhandlungen teile ich <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mit, daß ich<lb/>
diese nur im Einvernehmen mit den Sozialpartnern durchführen würde.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> davon verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Sitzungstermin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_18">Das Getreidekonzept, auch die Erhöhung der Weizenpreise und der<lb/>
Händlerspannen, vor allem aber auch des Mehlpreises, Mühlenspanne<lb/>
und des Brotpreises, Brotfabrikenerlöse wird noch vor der Ernte,<lb/>
wie ich hoffe, einvernehmlich geklärt werden. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> ist mit dieser<lb/>
Vorgangsweise sehr einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_19">Bezüglich des Länderforderungsprogrammes, das Starkstromwegerecht<lb/>
zu durchlöchern resp. teils in die Landeskompetenz zu kriegen, wird<lb/>
von mir <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> mitgeteilt. Dieser teilt meine Meinung, daß der Bund<lb/>
nicht darauf verzichten könnte. Er ist mit meinem Vorschlag einver<lb break="no"/>standen, zu prüfen, ob wir nicht den Ländern gewisse Durchführungen<lb/>
delegieren können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_20">Ich habe diesen Vorschlag dann auch dem LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> und vor<lb/>
allem auch dem Landesamtsdirektor <rs type="person" ref="#per__116100">Kathrein</rs> von Tirol gegeben. Dieser<lb/>
wird mit seinem Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs>, der mich nicht angesprochen<lb/>
hat und den ich auch bei der Vereidigung des Herrn Bundespräsidenten<lb/>
nicht sprechen konnte, über dieses Problem mit ihm sprechen. Der<lb/>
vereinbarte Termin wird von ihm bestätigt, wenn <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> zustimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte den Termin mit <rs type="person" ref="#per__116100">Kathrein</rs> vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_22">Vor dem Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> mir mitgeteilt, er könnte sich<lb/>
nicht dazu entschließen die Masseurlehrlinge bereits mit 17 Jahren<lb/>
zu akzeptieren. Ich habe dieses Kompromiß ihm vorgeschlagen, weil<lb/>
die AK verlangt 18 Jahre und die HK erklärt, 16 Jahre sei der rich<lb break="no"/>tige Zeitpunkt. Ein jugendlicher Masseur oder Masseuse mit 16<lb/>
Jahren ist heute wahrlich nicht mehr so prüde, daß er auf einem<lb/>
menschlichen Körper nicht mehr die Handgriffe des Masseurs erlernen<lb/>
könnte oder dürfte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte das Kompromiß von 17<add>[unzutreffende Korrektur auf </add> Jahren<lb/>
weiterverfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_24">Mit Wissenschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> besprach ich die Möglichkeit<lb/>
zur Verbesserung des Elektronikinstitutes an den Universitäten.<lb/>
Zuerst hatte ich mit ihr eine kleinere, manche würden sagen, längere<lb/>
Auseinandersetzung, weil sie darauf hinwies, daß der Unterrichts<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, der dabei stand, für die technischen Mittel<lb break="no"/>schulen mehr Möglichkeiten hat als sie für die Universitäten.<lb/>
Meine Antwort war, Gott sei Dank, denn aus den technischen Mittel<lb break="no"/>schulen kommen bessere Ergebnisse heraus als von den Hochschulen.<lb/>
Dies hat sie mächtig geärgert, denn über ihre Hochschulpolitik<lb/>
will sie nichts kommen lassen. Sie hat aber dann zugestimmt, ich<lb/>
soll ihr einen Brief schreiben, wonach ich lt. UG § 93 ein For<lb break="no"/>schungsinstitut fordern soll, das nicht eine Lehrtätigkeit, sondern<lb/>
<pb n="55-0876" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-08_0876.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nur eine Forschungstätigkeit entwickelt. Mit den Jägerorganisationen<lb/>
hat sie bezüglich des Wildes ebenfalls eine solche Lösung gefunden.<lb/>
Wenn die VÖEST-Alpine, <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>, mit einer solchen Vorgangsweise<lb/>
einverstanden ist, werde ich einen diesbezüglichen Brief an <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__125291">MARTIN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_26">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> möchte in die Verbundgesellschaft<lb/>
für den jetzt ausscheidenden Sektionschef <rs type="person" ref="#per__126406">Grabmayr</rs>, er geht mit<lb/>
Juli in Pension, den Wasserrechtler seiner Sektion, übrigens ein<lb/>
Genosse, <rs type="person" ref="#per__116698">Oberleitner</rs> entsenden. Ich habe ihm sofort erklärt, ich<lb/>
muß erst nachsehen, wie weit überhaupt das Landwirtschaftsministe<lb break="no"/>rium ein Entsendungsrecht hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte von <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> prüfen lassen und nächstes<lb/>
Jour fixe mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_28">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> darauf verwiesen, daß<lb/>
die Philatelisten wünschen, daß die Bundesregierung einen Ehrenschutz<lb/>
übernimmt, und zwar die gesamte Bundesregierung. Ich habe sofort mich<lb/>
als Markensammler dafür ausgesprochen, was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zur Frage veran<lb break="no"/>laßt, wann ich eigentlich Zeit zum Sammeln habe. Ich verwies darauf,<lb/>
daß ich dies in der Pension dann spezifisch machen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_29"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat ein Schreiben der nicht staatlichen Organisationen be<lb break="no"/>kommen, die ebenfalls ein gewisses Privileg bezüglich 2 Punkte, wie<lb/>
dann Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> erklärte, wollen. Erstens wollten sie, daß<lb/>
die Arbeitsbewilligungen für ihr Exekutivpersonal automatisch ge<lb break="no"/>geben werden. Zweitens wünschen sie eine Einkommensteuerverbesserung<lb/>
für ihre internationalen Beamten. Auch das Internationale Olympische<lb/>
Komitee würde gerne nach Österreich kommen, wenn diese Fragen ge<lb break="no"/>klärt sind. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> erklärte, daß die Schweiz entsprechende Freibeträge<lb/>
gibt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird dies prüfen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwidert, daß 1960, als er<lb/>
sich dafür eingesetzt hat, daß die OPEC nach Wien kommen soll, es<lb/>
auch in der damaligen Koalitionsregierung Gegenstimmen dagegen an<lb break="no"/>fangs gegeben hat. Jetzt können wir froh sein, daß die OPEC in<lb/>
Wien sitzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_30">Ein japanischer Prinz heiratet und man fragt die Regierung, ob sie<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_31"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte Schloß Hof vom dem großen polnischen Restaurator Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126408">Zinn</rs> reparieren lassen. Dieser hat erklärt, das kostet 60 Mio S.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> bezweifelt dies und meint, es wird ein Vielfaches kosten.<lb/>
Tatsache ist, daß das Bautenministerium S 250 Mio. als mindestens da<lb break="no"/>für verlangt hat. Man rechnet allgemein, die Österreicher zuminde<lb break="no"/>stens behaupten dies, daß die Schloßrenovierung S 500 Mio. kosten<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat diesen Professor bei seinem Aufenthalt in Polen<lb/>
kennengelernt, wo wir in einem total verfallenen Schloß auch damals<lb/>
noch mit dem Ministerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> verhandelt haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde ermächtigt, mit Bautenminister, und dann hat er sich<lb/>
auch dazu entschlossen den Finanzminister aufzufordern, die Verhand<lb break="no"/>lungen mit diesem Restaurateur zu führen. Es soll ein top conference<lb/>
center, das heißt, aus Schloß Hof ein wirkliches Juwel gemacht werden,<lb/>
dort installiert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_32">Für die Afghanistan-Hilfe wurden jetzt 1 1/2 Mio. S von Institutionen<lb/>
gesammelt, die Regierung wird, so wie überall anders auch, hier ver<lb break="no"/>doppeln. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> verwies darauf, daß jetzt<lb/>
für Somalia aus FAO-Mitteln 500.000.–– für Magermilch und Vollmilch<lb break="no"/>pulver zur Verfügung gestellt werden. Die Caritas, Prälat <rs type="person" ref="#per__126407">Ungar</rs>, ist<lb/>
mit ihm diesbezüglich in Verhandlung. Budgetmittel werden dafür<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_33"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, das Bewußtsein in der Bevölkerung hätte sich in die<lb break="no"/>sem Punkt trotz der <rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs>-Artikel wesentlich gewandelt. Er ersucht<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs> einen Brief an die Kronen-Zeitung wegen der<lb/>
unzulänglichen Entwicklungshilfe zu schreiben. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> verweist da<lb break="no"/>rauf, daß es jetzt auch ein Aktionskomitee, <rs type="person" ref="#per__113840">Ströer</rs>, vom Gewerkschafts<lb break="no"/>bundpräsident ist, für Flüchtlingsfragen gibt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, man<lb/>
müßte jetzt endlich einmal alle diese Aktivitäten zusammenfassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_34"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, daß eine Beamtendelegation von Jugoslawen nach<lb/>
Österreich kommt, um die Karawankentunnelfrage zu klären. Bevor ein<lb/>
endgültiger Beschluß gefaßt wird, möchte er vom Bautenministerium<lb/>
wissen, ob die Verbindung von Spittal bis zum Karawankentunnel auto<lb break="no"/>bahnmäßig ausgebaut wird. Er berichtet auch, daß in Deutschland eine<lb/>
Chance besteht für die Pyhrnautobahn entsprechende Hilfe zu bekommen.<lb/>
Von den Europäischen Gemeinschaften ist hier nichts zu erwarten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_35">In AKB soll jetzt ein neuer Vorstand bestellt werden. Der Aufsichts<lb break="no"/>rat hat 71 Personen, die sich gemeldet haben, geprüft, der beste<lb/>
ist Dr. <rs type="person" ref="#per__126410">Kraus</rs> von der Wiener Holding. Dieser würde der dritte Mann<lb/>
sein, der eigentlich jetzt auf das Wiener Konto geht. Er war Wirt<lb break="no"/>schaftsprüfer, 5 1/2 Jahre Geschäftsführer einer <choice><choice><sic>Leasing</sic><corr>?</corr></choice></choice>, hat dann<lb/>
die EDV-Anlagen bei der Städtischen in Ordnung gebracht, war 69–<lb/>
74 bei den Heizbetrieben in Wien und gilt als ein sehr guter Mann.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, da könnte man zustimmen, müsse allerdings darauf<lb/>
aufmerksam machen, daß der vierte Mann dann vom Bund kommen müßte.<lb/>
Hier teilt <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit, daß von IAKW der Haustechniker <rs type="person" ref="#per__126411">Schütz</rs><lb/>
der beste Mann sei. Bundesparteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> hat für ihn auch schon<lb/>
interveniert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwidert, dies nütze oft gar nichts, in den<lb/>
VEW sei der GD <rs type="person" ref="#per__114559">Bayer</rs> ein prononcierter ÖVP-Mann und trotzdem wird<lb/>
alles von der Verstaatlichten, seitens der ÖVP alles skandalisiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_36"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> fragt, ob jetzt das Gesundheitsministerium Verhandlungen<lb/>
mit dem Spitalserhalterverband führen möchte. Er selbst lehnt es<lb/>
als Finanzminister ganz entschieden ab. Der Krankenanstaltenfonds<lb/>
müßte sich mit der Krankenkasse, den Ländern und den Gemeinden aus<lb break="no"/>einandersetzen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> berichtet, es müßte eine Ländervereinbarung<lb/>
getroffen werden und die Frage ist, wer soll die Verhandlungen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_37"><rs type="person" ref="#per__98063">Weißenberg</rs> fragt bei <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>, ob in dem Mietengesetz jetzt zwischen<lb/>
Dienst- und Werkswohnungen differenziert wird. Derzeit haben die<lb/>
Werkswohnungen einen besseren Mieterschutz, als die im neuen Gesetz<lb break="no"/>entwurf vorgesehen wäre, der im Ministerrat zur Beschlußfassung<lb/>
vorliegt. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> verweist nur darauf, daß im Begutachtungsverfahren<lb/>
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auch mit dem Ministerium dieses Problem eingehend erörtert wurde.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> wieder hat Bedenken, daß der Wohnungstausch jetzt bei den<lb/>
Flüchtlingswohnungen, die mit Bundesgeld finanziert wurden, erlei<lb break="no"/>chtert wird. Auch hier meint <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>, dies sei alles bei den Vorbe<lb break="no"/>sprechungen diskutiert worden. Beschlüsse werden keine mehr gefaßt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> wird ermächtigt, das Gesetz im Ministerrat durchzubringen, ge<lb break="no"/>gebenenfalls kann man dann noch in den Ausschußberatungen darüber<lb/>
verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_38">Im Ministerrat selbst gibt es keinerlei Diskussion, weil wir un<lb break="no"/>mittelbar zur Bundesversammlung gehen mußten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_39">Die Bundesversammlung und Angelobung ist sehr feierlich. Der Vor<lb break="no"/>sitzende, diesmal vom Bundesrat, <rs type="person" ref="#per__126412">Wellenhof</rs>, hält eine sehr ge<lb break="no"/>scheite Rede. Auch der Bundespräsident verweist insbesondere auf die<lb/>
Lagerbildung der Parteien, die wir alle überwunden geglaubt haben<lb/>
und wie er sie bei der Wahlwerbung wieder feststellen mußte. Er<lb/>
meint mit Recht,<add>[in]</add> diese Zeit sollten wir nicht mehr zurückverfallen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_40">Nach der Sitzung gibt es dann die Flaggenparade, eigentlich nichts<lb/>
anderes als eine Kranzniederlegung vom Bundespräsidenten am Helden<lb break="no"/>denkmal mit Aufziehen einer rot-weiß-roten Fahne. Interessant ist<lb/>
diesmal nur, daß alle Militärattachés anwesend sind und ich bei<lb/>
dieser Gelegenheit genau studieren kann, wie alle verschieden salu<lb break="no"/>tieren. Nach der Zeremonie will ich sofort mit <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> wegfahren.<lb/>
Zum Glück hat sie sich aber daran erinnert, daß wir ja beschlossen<lb/>
haben, anschließend sofort zu demissionieren. Wäre sie nicht da<lb break="no"/>bei gewesen, ich wäre zur Demission gar nicht gekommen. Ich habe<lb/>
dies natürlich brühwarm überall rumerzählt und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt,<lb/>
wie wichtig für mich eine Staatssekretärin ist. Dies kann ich auch<lb/>
deshalb sagen, weil unser gutes Einvernehmen, glaube ich, überall<lb/>
sprichwörtlich erzählt wird. Wenn ich nämlich erkläre, ich bin<lb/>
sehr froh, daß ich <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> habe, dann nimmt man mir dies ab. Bei<lb/>
allen anderen Ministern ist man da anderer Meinung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_41">Nachdem wir auf dem Demissionsanbottermin noch ein wenig Zeit haben,<lb/>
erörtere ich mit <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> die Frage des Vöslauer Mineralwassers.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat bereits die Verordnung unterschrieben, dies sogar mit<lb/>
Recht, denn es wurde ihm mitgeteilt, daß einstimmig alle Interessens<lb break="no"/>vertretungen und auch natürlich der Vertreter des Handelsministeriums<lb/>
mit dieser Regelung, 1.000 Gramm Schwebstoff, einverstanden sind.<lb/>
Niemand hatte beachtet, daß dadurch die Vöslauer herausfallen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und die anderen Regierungsmitglieder, die aus unserer Debatte<lb/>
davon erfahren, sind genauso verwundert wie ich. Das Tipferl auf<lb/>
dem I ist aber, daß man die 1.000 Milligramm dann noch mit einem<lb/>
+/− 5 % versehen hat. Dies ist deshalb, weil Römerquelle nicht immer<lb/>
1.000 hat, sondern oft nur 950. Eine deutlichere sichtbare Benach<lb break="no"/>teiligung von Vöslau kann man gar nicht mehr in der Öffentlichkeit<lb/>
diskutieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wer war vom Handelsministerium bei diesen<lb/>
Kodexverhandlungen? Ich möchte einen genauen Bericht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_43">Die Demission verlief programmgemäß. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bot sie <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
an. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat keine Notwendigkeit gesehen, sie anzunehmen.<lb/>
Nachher gab es natürlich wieder Sekt und als Neueinführung für uns<lb/>
Vöslauer Tafelwasser in Sektgläsern, soweit dies verlangt wurde.<lb/>
Zu <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> und mir hat sich jetzt auch <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> geschlagen. Er erklärte<lb/>
mir sehr dezidiert und erfreut, er trinkt jetzt auch keinen Tropfen<lb/>
Alkohol mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_44">Die Direktoriumssitzung in der ÖFVW verlief programmgemäß. Zwischen<lb/>
der Geschäftsführung und teilweise Ländervertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs>, aber<lb/>
auch dem Handelskammervertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__118737">Schimka</rs> gibt es für einzelne Pro<lb break="no"/>jekte verschiedene Auffassungen. Ich konnte hier aber immer wieder<lb/>
vermittelnd zu Lösungsvorschlägen kommen, die dann von allen Seiten<lb/>
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haben, die Direktoriumssitzung habe ich im wahrsten Sinne des Wortes<lb/>
jetzt wieder in der Hand. Entscheidend war auch, daß wir jetzt die<lb/>
Lagerhalle ausgeschrieben haben, drei sind in den engeren Bewerb<lb/>
gekommen, die ARGE Porr mit 32,8 Mio., die Fa. Menzel mit 33,7 Mio.<lb/>
und die Fa. Brandstetter mit 34,6 Mio. Ein Architekt <rs type="person" ref="#per__126413">Kohleisen</rs>, von<lb/>
der Geschäftsführung beauftragt, die Offerte zu prüfen, hat fest<lb break="no"/>gestellt, daß es sich um Additionsfehler handelt und daß, auf unsere<lb/>
ÖNORM-Ausschreibung ausgerichtet, Brandstetter mit 34,6 Mio. das bil<lb break="no"/>ligste Offert ist. Menzel kostet 35,1 und die ARGE Porr sogar 35,8.<lb/>
Ich habe sofort erklärt, als Bezirksobmann der Landstraße wäre<lb/>
mir natürlich Porr lieber, aber ich möchte keine wie immer geartete<lb/>
Rückfrage, weder bei dem Architekten, der geprüft hat, noch bei<lb/>
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beauftragt, hat geprüft, die Geschäftsleitung hat sich überzeugt und<lb/>
daher haben wir im Direktorium nur dem Billigsten, das ist eben<lb/>
Brandstetter, den Zuschlag zu geben. Alle waren mit dieser Vorgangs<lb break="no"/>weise einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_45">Die wichtigste Frage war die Aussprache mit dem Betriebsrat, eine<lb/>
Betriebsvereinbarung. Dieser hat 9 Punkte vorgeschlagen, wo ich nach<lb break="no"/>her im Direktorium auch eine gemeinsame Vorgangsweise erreichen<lb/>
konnte. Der wichtigste Punkt des Betriebsrates war, das Zulagensystem<lb/>
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Geschäftsführung wünscht, werden wir uns über diesen Punkt ver<lb break="no"/>hältnismäßig bald einigen können. Keine Möglichkeit besteht in der<lb/>
Verbesserung des Kündigungsschutzes oder der Abfertigung. Hier hat<lb/>
KR <rs type="person" ref="#per__109291">Scheiner</rs> mit Recht darauf verwiesen, daß im Sozialministerium<lb/>
entsprechende gesetzliche Regelungen vorgesehen werden. Privatrech<lb break="no"/>tliche Vorstöße werden von der Handelskammer ja in jedem Fall immer<lb/>
abgelehnt. Über die anderen 7 Punkte kann man aber ohne weiters<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_46">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die ÖFVW führt ein genaues Protokoll, aus dem<lb/>
du alle Details dann noch erfahren kannst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_47">Im Jour fixe mit AK und ÖGB einigten wir uns über die Gespräche mit<lb/>
der Ölwirtschaft. Die AK ist derzeit nicht bereit von ihren Wünschen<lb/>
bezüglich der Unterlagen abzugehen. Ich hoffe, daß dies aber dann<lb/>
bei den Verhandlungen doch möglich sein wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_48">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs> soll dir seine Meinung dazu sagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_49">Bezüglich der Kohlenimporte wird festgehalten, daß, wie Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
sagt, die ÖBB, GD <rs type="person" ref="#per__126414">Pycha</rs>, immer wieder erklärt, von Italien kann man<lb/>
keine geregelten Transporte erwarten. GD <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> will wissen, wie<lb/>
weit die Elektrizitätsgesellschaft ihre eigenen Kohlenimporte durch<lb break="no"/>führen wird. Die Verbundgesellschaft denkt an eine eigene Gesell<lb break="no"/>schaft. Der ÖGB, <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, beschwert sich bitter, daß die WTK von der<lb/>
OKA schlecht behandelt wird und auch von der ÖIAG. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> stellt<lb/>
fest, daß die WTK einen Haftungsrahmen von der ÖIAG bekommen hat,<lb/>
die Kredite aber gar nicht ausgenützt wurden. Auch die Behauptung,<lb/>
ihre Liquidität sei nur durch Grundstücksverkäufe möglich, stimmt<lb/>
nur teilweise, die WTK kann jederzeit Kredite durch den Haftungs<lb break="no"/>rahmen bekommen. Das Finanzministerium, <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs>, hat dies ausdrücklich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> bestätigt. WTK, BBU, GKB werden die Zusagen bezüglich der<lb/>
Bergbauförderung auch von Finanzministeriumsseite bekommen. <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs><lb/>
war sehr verwundert, da ihn die Betriebsräte ganz anders informierten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_50">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie liegt die Sache wirklich?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_51">Bezüglich des Stromwegegesetz wird mein Vorschlag von der AK geprüft<lb/>
werden. Im Prinzip wollen die nicht einmal einer Delegierung an die<lb/>
Länder zustimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_52">Dr. <rs type="person" ref="#per__114958">Mold</rs>, AK, berichtet, daß sie jetzt bezüglich des § 68 Staatswappen<lb/>
die Mißbräuche dem Handelsministerium anzeigen werden. Eumig hat<lb/>
auf ihren Projektoren das Staatswappen und die Wurstfabrik Weiser<lb/>
läßt ihre Autos mit diesen Staatswappen rumfahren. Da ich aber<lb/>
einen Autobus gesehen habe, wo ein Reisebüro genau dasselbe getan<lb/>
hat, ich glaube, es war das Verkehrsbüro, ersuche ich um genauere<lb/>
Prüfung. Die AK möchte nämlich, daß ich die Wurstfabrik Weiser<lb/>
zwar wegen ihres Verhaltens rüge, gleichzeitig aber sollte ich dies<lb/>
nicht vor Ende des Jahres machen. Derzeit verhandelt die AK nämlich<lb/>
wegen<add>[der]</add> Fleischpreise mit der Firma. AK wird, wie <rs type="person" ref="#per__114958">Mold</rs> mir mitteilt,<lb/>
neue Richtlinien verlangen, wo klar ist, daß im Geschäftspapier und<lb/>
auf Portalen nur in Verbindung mit dem Namen das Staatswappen bezeich<lb break="no"/>net werden darf. Sie erwartet außerdem von mir eine Gewerbeordnungs<lb break="no"/>novelle, wo über diesen § neu bestimmt wird, daß besondere Beachtung<lb/>
der Einhaltung der Sozialgesetze garantiert sein muß. Ich erkläre<lb/>
sofort, ich denke nicht daran eine Gewerbeordnungsnovelle wegen<lb/>
dieser Lappalie zu machen. Richtig ist, daß die AK fürchtet, und<lb/>
dies hat Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> bestätigt, daß durch diese Staatswappenführung<lb/>
die Herkunftszeichen, das berühmte A, oder auch die Qualitätszeichen<lb/>
dadurch abgewertet werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_53">Über die Getreidepreis- und Mehl- und Brotpreisfestsetzung einigen<lb/>
wir uns, daß die AK erwartet, so wie im vergangenen Jahr, daß Mehl<lb/>
und Brot nur um denselben Groschensatz erhöht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_54">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diesbezügliche Berichte von <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs><lb/>
sobald als möglich anfordern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_55">Mit dem Dienststellenausschuß verhandeln sowohl SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> als<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> unter meinem Vorsitz wegen der Bestellung von Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs><lb/>
zum Sektionsleiter der Industriesektion. Wir begründen eingehend<lb/>
diesen Entscheid. Der Dienststellenausschuß verlangt, daß es sich um<lb/>
eine offizielle Besprechung handelt, daß auch eine Niederschrift ge<lb break="no"/>macht wird, und ersuche MR <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> alles genau festzuhalten. Dies ist<lb/>
mir nur recht, um dann einmal aktenmäßig nachweisen zu können, wie<lb/>
sehr wir uns ständig bemüht haben, mit dem Dienststellenausschuß<lb/>
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waren, sind eindeutig zu verneinen, ob ich nämlich in Erwägung ziehe<lb/>
jemanden anderen als einen Bewerber zu einem solchen wichtigen<lb/>
Posten zu berufen, was ich glattwegs verneine, wer einen solchen<lb/>
Posten haben will, muß sich auch darum bewerben. Weiters wird die<lb/>
Begründung verlangt, warum ich gerade <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> genommen habe, da kann<lb/>
ich auf die Rumpfkommission verweisen, die mir eindeutig belegt<lb/>
hat, daß er der Beste ist. Die ganzen Unterlagen werden ins Protokoll<lb/>
aufgenommen. Der Dienststellenausschuß nimmt dies zur Kenntnis und<lb/>
ersucht um weitere Verhandlungen am nächsten Montag. Dies wird von<lb/>
mir sofort akzeptiert, weil es sich noch immer im Rahmen der 14tägi<lb break="no"/>gen Frist handelt, die dem Dienststellenausschuß lt. Gesetz zusteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_56">Der thailändische Botschafter macht seinen Antrittsbesuch, da nächste<lb/>
Woche ein Industrieminister zu mir kommt. Ein Botschafter würde es<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_57">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte laß Dir die Details dann schildern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_58">Bei dem Empfang des Herrn Bundespräsidenten in der Präsidentschafts<lb break="no"/>kanzlei habe ich mich nur bei ihm gemeldet und bin dann sofort mit<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> nach Hütteldorf gefahren. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> hat sich ent<lb break="no"/>schlossen bei mir zu wohnen, was mir sehr recht ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_59">Eine amerikanische Kongreßdelegation ist für 18.00 in der ameri<lb break="no"/>kanischen Botschaft angesagt. Ich will dort hinfahren, um den<lb/>
Botschafter <rs type="person" ref="#per__123483">Kaiser</rs>, der ein Gewerkschaftsfreund ist, nicht so sehr<lb/>
zu enttäuschen. Ich selbst bin nur sehr verwundert, als diese<lb/>
Delegation auch bis 20 nach 6 noch immer nicht erschienen ist. Da<lb/>
ich zu den Polen fahren muß, entschuldige ich mich dann bei dem<lb/>
Botschafter, der sehr froh war, daß ich überhaupt gekommen bin.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_60">Bei der Eröffnung des Informationsbüros ORBIS, Empfang im Palais<lb/>
Pallavicini, bin ich leider auch dann 1 Minute zu spät gekommen.<lb/>
Der Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> hat mir auf der Stiege aber schon gesagt, es<lb/>
sind noch alle dort, nur er mußte weglaufen. Ich habe die Gelegenheit<lb/>
dann genützt, da man mich noch nachträglich um eine Ansprache er<add>[-sucht]</add>-<lb/>
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Insbesondere stellte ich fest, daß wir mit den Polen einen sehr<lb/>
guten Kontakt haben und daß das Handelsministerium ORBIS in jeder<lb/>
Beziehung unterstützen wird. Dem Präsident von ORBIS habe ich dann<lb/>
auch noch die von Dr. <rs type="person" ref="#per__115175">Norden</rs> verliehene Statue wegen guter Werbung<lb/>
überreicht. Die Polen sind, wie mir GD <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> von der Casino AG<lb/>
berichtete, an einer Kooperation interessiert. Ich habe sofort die<lb/>
Gelegenheit genützt und habe dem Präsidenten von ORBIS, Dr. <rs type="person" ref="#per__126415">Marko<lb break="no"/>maski</rs>, nicht nur zusammengebracht, sondern bin mit beiden und mit<lb/>
dem polnischen Botschafter dann sofort nach Baden gefahren, um ihm<lb/>
zu demonstrieren, wie ein gutes Casino ausgerichtet sein muß.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126415">Markomaski</rs> teilte mir nämlich mit, es gibt jetzt in Polen zwei Hotel<lb break="no"/>bauten resp. Renovierungen, wo man beabsichtigt solche Casinos zu<lb/>
errichten. Ich habe ihm sofort erklärt, er muß sich zeitgerecht<lb/>
an GD <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> wenden, damit ihm dieser alle die entsprechenden<lb/>
notwendigen Voraussetzungen mitteilt. Die Polen waren von dieser<lb/>
Initiative von mir sehr begeistert. Zum Schluß habe ich sie, wie<lb/>
vereinbart, beim Heurigen abgeliefert und dort auch noch ein paar<lb/>
Vierterl Mineralwasser runtergsteßn.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-08_61">Der polnische Botschafter hat mir auf der Fahrt mitgeteilt, daß die<lb/>
Polen dringendst die 150 Mio $ für den Kohlenkredit brauchen. Er<lb/>
wird täglich vom Ministerbüro resp. vom Ministerpräsidentenbüro<lb/>
angerufen, wann denn endlich die Banken dieses Versprechen der<lb/>
Bundesregierung einlösen. Ich konnte ihm mitteilen, daß ich darauf<lb/>
leider keinen Einfluß habe. Er meinte, ob er beim Bundeskanzler und<lb/>
Vizekanzler oder bei welchen von beiden er vorsprechen sollte. Ich<lb/>
habe ihm sofort gesagt, mir erscheint es zweckmäßig beide zu besu<lb break="no"/>chen. Dies wird er unmittelbar am nächsten Tag tun.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 8.7.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 50. Ministerratssitzung, 8.7.1980</head>
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               <persName type="label">Hofmann-Wellenhof, Otto</persName>
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               <occupation>poln. Restaurateur; evtl. Falschschreibung bzw. Verwechslung mit dem
                  barocken Garteninspektor Anton Zinner</occupation>
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               <occupation>Energiebeirat</occupation>
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