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            <title type="main">Dienstag, der  1. Juli 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_01">Dienstag, 1. Juli 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_02">Die Vertreter der Brotindustrie wollten von der LUGA eine Zusiche<lb break="no"/>rung, bei der nächsten Lohnrunde besser behandelt zu werden als<lb/>
das Gewerbe. Eine solche Zusage konnte niemand und wollte vor allem<lb/>
niemand von der Gewerkschaft machen. Die Arbeiter der Brotindustrie,<lb/>
die voll beschäftigt sind, können und würden nicht verstehen, daß<lb/>
sie weniger bekommen als die Arbeiter in den Gewerbebetrieben. Die<lb/>
Industrie hat in der Vergangenheit natürlich eine größere Lohnlei<lb break="no"/>stung erbringen müssen. Durch die gesetzliche Regelung der Abfer<lb break="no"/>tigung, durch die Lohnfortzahlungsregelung usw. werden die Gewerbe<lb break="no"/>betriebe jetzt den Industriebetrieben gleichgezogen. Von mir als<lb/>
Handelsminister wollten sie vor allem eine stärkere Kontrolle der<lb/>
Importwaren bei Kuchen und Toastbrot. Ich ersuchte sie über den<lb/>
Fachverband und die Handelskammer entsprechende Vorschläge zu er<lb break="no"/>statten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_03">Der Vizepräsident des kubanischen Staatskomitees für wirtschaft<lb break="no"/>liche Zusammenarbeit ist auf einer Europatour und besprach mit<lb/>
seiner Delegation und mir und den Herren meines Ministeriums die<lb/>
einzelnen Projekt. 20 % ihrer Zuckeranbaufläche sind durch Bakte<lb break="no"/>rienbefall geschädigt und muß jetzt neu gepflanzt werden, ebenso<lb/>
eine ähnliche Situation gibt es bei Tabakpflanzen. Bei der Schweine<lb break="no"/>produktion haben sie jetzt die afrikanische Krankheit. Ohne das<lb/>
er es direkt aussprach, verdächtigt er aber die Amerikaner, trotzdem<lb/>
wollen sie eine ganze Reihe von Großprojekten wie z.B. eine Strang<lb break="no"/>gußanlage planen. Die Sowjets sollen das Stahlwerk ausbauen. Koks<lb/>
müssen sie importieren, Erze müssen sie importieren. Mein Einwand,<lb/>
daß sie wahrscheinlich Stahlhäute am Weltmarkt wesentlich billiger<lb/>
kaufen können, als sie je produzieren könnten, veranlaßt ihn nur<lb/>
zu sagen, es wird alles noch genau geprüft. Bezüglich der Bewässe<lb break="no"/>rungsanlage von der Fa. Bauer wird er mit Ing. <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> zusammenkommen<lb/>
und joint venture bezüglich der Sprinkler und Röhren, die in Kuba<lb/>
erzeugt werden sollten, und Pumpen und Motorpumpen, die man aus<lb/>
Österreich importieren möchte. Insbesondere nach Irak, Albanien,<lb/>
Libyen seien Liefermöglichkeiten dieser zu gründenden Firma, eben<lb break="no"/>so nach Angola und Mosambik. Im letzteren Staat soll Bauer große<lb/>
<pb n="55-0832" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-01_0832.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Schwierigkeiten haben. Die Kubaner haben dort in 39 Ländern jetzt<lb/>
15.000 Techniker, wahrscheinlich größtenteils Militärfachleute, die<lb/>
aber für diese Projekte zur Verfügung stehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> insbes. über die Mosambik-<lb/>
Bemerkungen von <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> verständigen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_05">Konkret war nur die Mitteilung, daß die VÖEST-Alpine jetzt mit<lb/>
Belgiern und Niederländern zwei mal 350 MW Elektrizitätswerke<lb/>
für 3 Mrd. S bekommen hat. Der Gegenkonkurrent Waagner-Biro hat<lb/>
den Auftrag nicht erhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_06">Mit <choice><choice><sic>der</sic><corr>dem?</corr></choice></choice> Verständigen für VÖEST-Alpine bin ich heute aber sehr vor<lb break="no"/>sichtig, denn aus der Tschechoslowakei wurde mir mitgeteilt, aller<lb break="no"/>dings über 7 Ecken, daß<add>[das]</add> Projekt Paskov jetzt<add>[Andritz]</add> zugeschlagen wurde. Die<lb break="no"/>ses Großprojekt mit 3,8 Mrd. S haben bei uns die VÖEST-Alpine und die<lb/>
Andritzer als Gegenkonkurrent angeboten. Aus einem Übermittlungs<lb break="no"/>fehler hatte ich angenommen, die VÖEST-Alpine hätte diesen Zuschlag<lb/>
bekommen und habe sofort <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> verständigt. Er was sehr erfreut<lb/>
dies von mir zu hören, da er aus Prag von seinen Leuten keine Mit<lb break="no"/>teilung hatte. Umso enttäuschender muß es gewesen sein, als sich<lb/>
dann herausstellte, nicht die VÖEST-Alpine, sondern Andritz hat den<lb/>
Zuschlag bekommen. Andritz behauptet zwar, daß die daran beteilig<lb break="no"/>ten Franzosen nur 20 % des Auftrages als Sublieferanten kriegen,<lb/>
die VÖEST-Alpine behauptet einen wesentlich höheren Prozentsatz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte verständige <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>-Sekretär vor<lb break="no"/>sichtig über die kubanische Mitteilung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_08">Im Klub war <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, die den ersten Teil zusammenschreibt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
selbst hat nur die Bemerkung einleitend gemacht, daß die Quellen<lb break="no"/>steuer nicht etwas Endgültiges ist, sondern man sich noch zusammen<lb break="no"/>setzen wird, um das Problem zu besprechen. Man dürfte sich nur<lb/>
nicht nervös machen lassen. Die SPÖ wird jetzt als Skandalpartei<lb/>
hingestellt und dagegen muß man sich wehren. Die Kernkraftwerk-<lb/>
Diskussion wird im Nationalrat abzuführen sein, solange der Nati<lb break="no"/>onalrat nichts anderes beschlossen hat, wird und ist die Regierung<lb/>
an das Verbotsgesetz gebunden und darf nichts machen. Das Volks<lb break="no"/><pb n="55-0833" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-01_0833.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>begehren, von dem er nicht weiß, wie es ausgeht, muß jetzt rasch<lb/>
über die Bühne gehen. Die Außenpolitik war auch sehr kurz, er meinte<lb/>
nur, <rs type="person" ref="#per__126232">Reagan</rs> sei ein vollkommen ahnungsloser Präsident, hätte aber<lb/>
die größte Wahrscheinlichkeit gewählt zu werden. Bundeskanzler<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> tragt jetzt in Europa und die Europäer als Ganzes eine<lb/>
maximale Verantwortung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_09">In der Diskussion gab es trotzdem mehrere Anfragen wegen der Quel<lb break="no"/>lensteuer und Kritik, daß es zu dieser Entwicklung gekommen ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte im Schlußwort, der Absturz der SPÖ bei den Meinungs<lb break="no"/>umfragen hat sich durch den AKH-Skandal ergeben. Er erinnert an<lb/>
die schlechte Stimmung der SPÖ 1 Jahr vor den 79-er Wahlen und<lb/>
trotzdem ist der größte Wahlsieg im Mai erreicht worden. Das Bundes<lb break="no"/>budget muß jetzt saniert werden, weil wir brauchen für die nächste<lb/>
zu erwartende Rezession größere Geldmittel für die Beschäftigungs<lb break="no"/>politik. Die jetzt notwendige Umstrukturierung muß finanziert wer<lb break="no"/>den können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_10">In der Ministerratsvorbesprechung wurde über dieses Problem kein<lb/>
Wort gesagt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragte vielmehr die anderen Minister, was sie<lb/>
zur Tagesordnung zu sagen haben. Da meine Unterlagen verschwunden<lb/>
sind, kann ich ausnahmsweise keine Detailaufzeichnungen machen. Im<lb/>
Ministerrat, erinnere ich mich nur, wurde dann die Zinsregelung<lb/>
vom Zinsenzuschuß der Regierungsaktion und der Papierindustrie<lb/>
von mir eingebracht, beschlossen. Hier gibt es einen Unterschied.<lb/>
Beiden Aktionen ist gemeinsam, daß jetzt nicht von den Kosten der<lb/>
Bundesanleihe plus einen Zuschlag, sondern nur mehr von der Normal<lb break="no"/>verzinsung auszugehen ist, im Bundeskanzleramt werden dafür dann<lb/>
für die Regierungsaktion 3/4 % zugeschlagen, bei uns in der Papier<lb break="no"/>industrie nur 1/2 %. Ich bin sehr gespannt, wie sich das in Zukunft<lb/>
auswirken wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__111737">MARSCH</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diese Entwicklung genau<lb/>
beachten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_12">Im Parlament hat mir der Präsident des Aufsichtsrates der ÖDK, <rs type="person" ref="#per__97461">Früh<lb break="no"/>bauer</rs>, mitgeteilt, daß die Kölnbreinsprerre einen 2 cm Riß hat. Die<lb/>
Vorstandsmitglieder müssen jetzt den Urlaub mit ihm abbesprechen und<lb/>
er hat vorgeschlagen, daß für Flugreisen in Europa nur die<lb/>
<pb n="55-0834" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-01_0834.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>economy class wie die Regierungsmitglieder verrechnet wird.<lb/>
Er erwartet, daß auch bei allen anderen Elektrizitätsgesellschaften<lb/>
dasselbe geschieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte nächstes Jour fixe <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_14">Die Sanierung der Staumauer wird nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauers</rs> hunderte<lb/>
Mio. S kosten. Mir wurde diese Frage wesentlich problemloser und<lb/>
billiger dargestellt. Ich werde daher unbedingt im Juli die Köln<lb break="no"/>breinsperre besichtigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte alle Unterlagen zusammenstellen<lb/>
lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_16">Die Fa. Legart<add>[?]</add> wird in Heidenreichstein eine Emailfabrik errichten<lb/>
und 30 Beschäftigte als erste Stufe unterbringen. Voraussetzung<lb/>
dafür ist, daß die Investitionen mit 20 Mio. S und ein Betriebs<lb break="no"/>mittelkredit von 8 Mio. bereitgestellt werden. Ein verlorener Zu<lb break="no"/>schuß von 7 Mio. wird dafür erwartet. 100.000,–– pro Beschäftigten<lb/>
könnten sie aus der Grenzlandförderung bekommen, das wären 3 Mio.<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> ist überzeugt, daß man von NÖ noch einen größeren ver<lb break="no"/>lorenen Zuschuß bekommen könnte. Gegebenenfalls kann auch aus der<lb/>
Arbeitsmarktverwaltung für die Umschulung etwas geleistet werden.<lb/>
Wir haben uns im Handelsministerium verpflichtet, für die Fa. Legart<lb/>
jetzt eine interministerielle Besprechung abzuhalten, wo alle an<lb/>
dieser Betriebsansiedlung Interessierten zusammengerufen werden.<lb/>
Ich habe den Firmenvertretern und dem BRO erklärt, wir würden als<lb/>
Anwälte für dieses Projekt im Sinne unserer Devise "Service für<lb/>
die Wirtschaft" auftreten. Die Vertreter waren über unsere unbüro<lb break="no"/>kratische Art der Behandlung sehr begeistert. Hoffentlich gelingt<lb/>
es uns für dieses Projekt die notwendigen Mittel aufzubringen.<lb/>
Natürlich werden alle Verhandlungen, die ich jetzt führe, immer<lb/>
wieder von den Zuschüssen für General Motors beeinflußt. Die Firmen<lb/>
könnten und können nicht verstehen, daß sie weniger kriegen sollen<lb/>
als dieser amerikanische Gigant.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_17">Die Ausstellung neues Wohnen von einer Architektengruppe insbes.<lb/>
unter Führung v. Architekt <rs type="person" ref="#per__122326">Mang</rs> und seiner Frau im Gewerbemuseum<lb/>
wurde von <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und mir besucht. <rs type="person" ref="#per__122326">Mang</rs> ist über diese Anteilnahme<lb/>
<pb n="55-0835" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band55/55_1980-07-01_0835.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sehr erfreut. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> versuchte ihn für die Arbeitsgruppe des<lb/>
Konsumentenbeirates "Schöner wohnen" zu gewinnen. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> ist<lb/>
auch in dieser Beziehung eine Bereicherung für das Handelsministe<lb break="no"/>rium, niemand hat bis jetzt, und am allerwenigsten ich, die notwendi<lb break="no"/>ge Zeit und Lust gehabt, sich mit den Architekten, die ja so halbe<lb/>
Künstler sind, in all diesen Fragen zusammenzusetzen, auseinander<lb break="no"/>zusetzen und sie dann letzten Endes doch für die Idee des Handels<lb break="no"/>ministeriums zu gewinnen. Die Ausstellung ist durch ihre Schlicht<lb break="no"/>heit wirklich beeindruckend. Überrascht war ich zu erfahren, daß<lb/>
schon 6000 Besucher zu verzeichnen sind. Wohnen dürfte daher immer<lb/>
noch ein hit für die jüngeren Leute sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Diese Tendenz sollte man wirklich mehr<lb/>
nützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_19">Der Landesproduktenhandel, KR <rs type="person" ref="#per__114081">Bruck</rs>, und Dir. <rs type="person" ref="#per__126380">Engleitner</rs> von der Ge<lb break="no"/>nossenschaft wollten von mir eine Zusage wegen der Getreideaufkauf<lb break="no"/>spannen. Nach ihren Berechnungen ist die kostendeckende Spanne<lb/>
28,23 S, für Roggen haben sie derzeit S 14,70 und für Weizen S 17,80<lb/>
pro Meterzentner. Ich hatte ihnen keinerlei Zusagen gemacht, da<lb/>
ich der Preiskommission nicht vorgreifen möchte. MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> als Vor<lb break="no"/>sitzender, erklärte ich ihnen, hat einen schwierigen Stand. Auf der<lb/>
einen Seite wollen die Landwirte immer mehr für den Erzeugerpreis,<lb/>
als letzten Endes die Kommission genehmigen kann, und andererseits<lb/>
die Konsumentenvertreter weniger Brotpreis und Mehlpreiserhöhung,<lb/>
als die Kalkulationswünsche der Unternehmer ergeben. Mit Recht<lb/>
konnte ich darauf verweisen, daß immerhin in den 10 Jahren meiner<lb/>
Tätigkeit im Handelsministerium auch für diese Handelsstufe mehr<lb/>
geschehen ist als bei meinen Vorgängern. Dies habe ich frech be<lb break="no"/>hauptet und interessanterweise gar keinen Widerspruch, sondern so<lb break="no"/>gar Zustimmung erhalten. Das einzige, für das ich mich verpflichtete,<lb/>
war mit Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> über die 30.000 t Gerste Ägypten-Export aus<lb/>
der Hilfslieferung zu sprechen und über die 1/4 % Zinsenvergütung,<lb/>
die ihnen bei der letzten Regelung gestrichen wurde. Mit Minister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> habe ich dieses Gespräch dann geführt und er hat erklärt,<lb/>
diese Probleme mit ihnen zu besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> über das Ergebnis der Aussprache<lb/>
bitte informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_21">Im Parlament stand zuerst der Bericht des außenpolitischen Aus<lb break="no"/>schusses zur Debatte. Unterbrochen wurde die Sitzung um 4 Uhr<lb/>
mit einer dringlichen Anfrage an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wegen der<lb/>
Quellensteuer. Dieselbe Anfrage hatte die ÖVP ja bereits im Bundes<lb break="no"/>rat gestellt. Die Debatte war äußerst hart. Unsere Debattenredner<lb/>
hatten es sehr schwer. Jeder einzelne wurde immer wieder durch<lb/>
Zwischenrufe unterbrochen: Sind sie auf der Seite <rs type="person" ref="#per__97311">Androschs</rs> oder<lb/>
auf der Seite <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>? Liefern sie diesem oder jenem mehr Argumen<lb break="no"/>te? Für oder gegen? Die richtige Meinung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, daß man in<lb/>
einer Demokratie doch über alles debattieren könnte und auch in<lb/>
einer Partei sollte, ist nur bedingt richtig. Weder die Öffentlich<lb break="no"/>keit, geschweige denn die Parteigenossen in den Organisationen, lie<lb break="no"/>ben eine solche Debatte innerhalb der Regierung, noch wünschen sie<lb/>
so eine Debatte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_22">Die nach der Dringlichen fortgesetzte außenpolitische Debatte mit<lb/>
weiteren 7 Rednern dauerte dann natürlich entsprechend lang. Zuletzt<lb/>
stand dann noch der Bericht über den Mühlenfonds auf der Tagesordnung,<lb/>
zu dem dann der ÖVP-Abgeordnete <rs type="person" ref="#per__112149">Gorton</rs> noch das Wort ergriff. Er<lb/>
appellierte neuerdings an mich, die Exportvermahlung weiter zu för<lb break="no"/>dern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Kollegin der Industriesektion soll eine<lb/>
diesbezügliche Information zusammenstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band55_1980-07-01_24">Das wirklich Schlimme an der Auseinandersetzung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
ist, daß natürlich unzählige Gerüchte rumschwirren und alle mög<lb break="no"/>lichen und unmöglichen Kombinationen rumerzählt werden. In den<lb/>
letzten Jahren wurde gerade in den Sommermonaten immer irgendein<lb/>
Problem von den Massenmedien hochgespielt und dann über die Massen<lb break="no"/>medien auch verhandelt resp. diskutiert. Dies hat schon unserer<lb/>
Partei nicht sehr gut getan. Diese Auseinandersetzung aber, wenn<lb/>
es jetzt nicht vor dem Sommer zu einer Lösung kommt, wird noch<lb/>
furchtbarer werden. Ich glaube, das ganze Problem muß sehr schnell<lb/>
gelöst werden, sollte nicht ein größerer Schaden entstehen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 49. Ministerratssitzung, 1.7.1980</head>
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               <occupation>US-Präs. ab 1981</occupation>
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