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            <title type="main">Montag, der 19. Mai 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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Die ÖMV muss sich diversifizieren, ihre Versuche mit anderen<lb/>
Produkten, vollkommen artfremde der Ölproduktion, haben fehlge<lb break="no"/>schlagen. Da die internationalen Multis ebenfalls in die Kohle<lb/>
gegangen sind, will <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> dies jetzt nachvollziehen. Er hat mit<lb/>
den Sowjets gesprochen und <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs>, der Handelsrat der SU,<lb/>
hat ihm empfohlen, er soll an Aussenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs>,<lb/>
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spezielles Schreiben des Aussenhandelsministers bringen. Ich war<lb/>
sofort bereit, ein solches Schreiben zu schicken, die Formulierung<lb/>
nur, dass ich namens der Bundesregierung spreche oder dass diese<lb/>
die ÖMV beauftragt hat, jetzt die Kohlenimporte durchzuführen,<lb/>
lehnte ich rundweg ab. Ich habe ihm eine entsprechende Formulierung<lb/>
vorgeschlagen, die er jetzt, auf Russisch übersetzt, nach der Ge<lb break="no"/>mischten Kommission mir wieder bringen wird. Ich sollte dann diese<lb/>
Briefe dem sowj. Botschafter in Wien, <rs type="person" ref="#per__114403">Jefremow</rs>, übergeben. Von<lb/>
vornherein hat <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> die Importe der Kokskohle von VÖEST-Alpine<lb/>
ausgeklammert. Ich fragte ihn, was <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> zu diesem Plan über<lb break="no"/>haupt für eine Stellung nimmt. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> behauptet, mit <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
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Differenz in dieser Frage.<lb/>
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verständigen.<lb/>
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ist, besucht Gott sei Dank jetzt immer Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> und nicht mehr<lb/>
mich. Meine Funktion besteht jetzt nur mehr darin, ihm die<lb/>
Hand zu schütteln und alles Gute zu wünschen.<lb/>
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Zeit.<lb/>
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Bericht über die Klein- und Mittelbetriebe. Da sich daran überhaupt<lb/>
keine Diskussion anschloss, ergänzte ich mit besonderer Beziehung<lb/>
auf das sogenannte Mittelstandsgesetz, das jetzt im Handelsausschuss<lb/>
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Mittelbetriebe wesentlich mehr getan, als jemals für sie geschehen<lb/>
ist. In den ersten Jahren unserer Regierungstätigkeit habe ich<lb/>
sogar 20 Mill. S, die <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mir damals für die Industrie,<lb/>
ohne dass ich nur daran dachte, dies zu verlangen, im Budget<lb/>
gab, diese Mittel sogar jahrelang für die Gewerbliche Wirtschaft<lb/>
verwendet. Mit 20 Mill. S war ich gar nicht bereit eine Industrie<lb break="no"/>förderung oder Subventionspolitik zu beginnen. Ich habe <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs><lb/>
vorgeschlagen, wir sollten diesen Klein- und Mittelbetriebstätig<lb break="no"/>keitsbericht auf alle Fälle im Handelsausschuss beim Mittel<lb break="no"/>standsgesetz zur Verteilung bringen.<lb/>
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Handelsausschuss mitnehmen.<lb/>
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sehr bekannte "A" für Qualitätsprodukte, referierte jetzt<lb/>
über die Ergänzung dieses "A" durch Energierichtlinien. Die<lb/>
Richtlinien von staatlichen Prüf- und Versuchsanstalten bestätigt<lb/>
und die einzelnen Produkte dort untersucht werden jetzt von<lb/>
Gas-, Heisswasserboiler, Fenster usw. ausgearbeitet resp. sind schon<lb/>
fertig. Wer ein solches Produkt erzeugt und es prüfen lässt<lb/>
und es also dann einer Typenprüfung unterzieht, kann anschliessend<lb/>
Mitglied des Vereins werden bei einem Mitgliedsbeitrag von 2.00<add>[2.000?]</add><lb/>
bis für die grössten Betriebe 10.000 S pro Jahr. Sein Produkt<lb/>
bekommt dann eine Fabrikationsnummer, durch dieses System<lb/>
wird verhindert, dass Geschäftsmacher, wie dies ja auch in der<lb/>
Vergangenheit sofort nachdem die Energiesparwelle eine grössere<lb/>
Propaganda erreicht hatte, geschehen ist, die Konsumenten<lb/>
reinlegen. Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, Verein für Konsumenteninformation, hat<lb/>
auf ein eigene Pickerl, wenn ich so sagen darf, verzichtet<lb/>
und arbeitet gut mit dem Verein Qualitätssiegel zusammen. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
kritisierte allerdings, dass wenn ein solches Produkt das Siegel<lb/>
hat, deswegen noch lange nicht die Vertriebsformen den Wünsche<lb/>
der Konsumentenvertretung entsprechen. Das typischste Beispiel da<lb break="no"/>für ist Eternit. Qualität einwandfrei, Vertrieb ein Skandal.<lb/>
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dies abstellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_10">Eine lange Diskussion gab es dann überraschenderweise über Anfragen<lb/>
der Journalisten wegen meiner Sowjetreise und der weiteren<lb/>
Energieversorgung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_11">Ein spezielles Kapitel war die Frage von Eumig. Hier wollte mich<lb/>
wegen der Sanierung auch der ORF interviewen. Dies habe ich nicht<lb/>
zuletzt deshalb abgelehnt, weil ich auf dem Standpunkt stehe,<lb/>
ich werde mich in dieser kritischen Phase, wo ich auch kaum etwas<lb/>
dazu beitragen kann, nicht in die finanzielle Sanierung der Eumig<lb/>
einschalten. Die Eumig kann nämlich nicht mit entsprechenden Mitteln<lb/>
des Sozialministeriums, aber auch nicht der Länder rechnen, weshalb<lb/>
früher oder später die Eumig auf alle Fälle in Konkurs gehen wird.<lb/>
Dass die Betriebe dann trotzdem weiterbestehen werden, bin ich<lb/>
fest überzeugt, auch dann wenn es sich um eine reduzierte Produktion<lb/>
und wahrscheinlich dann um andere Kooperations- und Produktions<lb break="no"/>möglichkeiten handelt als derzeit. Zu meiner grössten Überraschung<lb/>
wurde ich jetzt von Agfa-Gevaert verständigt, dass entgegen der<lb/>
Aussage bei der IFABO, wo meine Anfrage dazu führte, dass man<lb/>
erklärte, es besteht keine Chance zu einer Kooperation mit<lb/>
Eumig zu kommen, jetzt doch die deutsche Agfa gewillt ist, eine<lb/>
Produktion bei Eumig aufzuziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_13">Im Parteivorstand wurde, wie nicht anders zu erwarten, <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> für seine Leistung und den grossen Erfolg für seine Wahl<lb/>
Dank ausgesprochen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies darauf, dass es falsch wäre,<lb/>
jetzt die VP wegen ihres Wahlverhaltens zu kritisieren. Ein Vor<lb break="no"/>schlag von <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> über die falsche Strategie und vor allem<lb/>
über den Hinweis in den Bezirksorganisationen der VP, weisse Stimm<lb break="no"/>zettel abzugeben, was übrigens auch einzelne Spitzenfunktionäre der<lb/>
ÖVP empfohlen haben, zu kritisieren, lehnt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> entschieden<lb/>
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grossen Erfolg verzeichnen können, es wäre aber das<lb/>
Schlechteste, wenn man jetzt wieder die Personaldiskussion in<lb/>
der FPÖ für gut empfinden würde. <rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> ist liberal, <rs type="person" ref="#per__97490">Gredler</rs> re<lb break="no"/>aktionär.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_15">Das wirkliche Problem ist das <rs type="person" ref="#per__116417">Burger</rs>-Ergebnis. Bis jetzt haben<lb/>
die Rechtsradikalen und ganz besonders die ehemaligen Nazi bei<lb/>
den Wahlen immer gesagt, warum soll man diesen demokratischen<lb/>
Zirkus überhaupt mitmachen, jetzt haben sie einen eigenen<lb/>
Kandidaten und natürlich sofort alle, die krypto-faschistische<lb/>
Züge haben, <rs type="person" ref="#per__116417">Burger</rs> gewählt. Die gilt für den Rechtsrand der<lb/>
VP, aber sicherlich auch für alle anderen. Zur Popularisierung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116417">Burgers</rs> haben die SJ aber auch die JG wesentlich beigetragen.<lb/>
Mit den Kommunisten und anderen Linken gemeinsam haben sie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116417">Burger</rs> überall entsprechend bekämpft, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> befürchtete und<lb/>
hat daher <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs>, den Obmann der SJ, eindringlich davor gewarnt, in<lb/>
Hinkunft mit den Kommunisten eine Einheitsfront gegen <rs type="person" ref="#per__116417">Burgers</rs><lb/>
Veranstaltungen zu bilden. <rs type="person" ref="#per__111409">Cap</rs> meinte, solange man <rs type="person" ref="#per__116417">Burger</rs> so wie bis<lb/>
jetzt bekämpft, werden bei den Versammlungen immer ganz wenige sich<lb/>
nur auftauchen getrauen, wenn man ihm aber freien Lauf lasst,<lb/>
dann werden es bald grössere Massen sein, die dort mit ihm<lb/>
nicht nur sympathisieren, sondern mit ihm kämpfen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellte<lb/>
dann noch einmal eindeutig fest, dass wenn die Soz. Jugend oder<lb/>
die JG eine solche Politik machen würden, die Partei sich von<lb/>
ihnen trennen muss und wird. Wir lassen und durch keine wie<lb/>
immer geartete Politik mit den Kommunisten in irgend<lb break="no"/>einer Organisation der Soz. Partei in eine Einheitsfront bringen.<lb/>
Dieses Manöverfeld der Kommunisten darf nicht toleriert werden.<lb/>
Gegen diese faschistoiden Gruppen hilft nur eine Aufklärung der<lb/>
Bevölkerung, damit sie aktiv resistent wird. In Mauthausen konnte<lb/>
er feststellen, und dies wurde ihm von alten Widerstandskämpfern<lb/>
dort bestätigt, dass die Jugend jetzt ein ungeheures Interesse<lb/>
hat, die Nazi-Verbrechen kennen zu lernen. Überhaupt<lb/>
muss man jetzt feststellen, dass sich erstmalig ein Geschichts<lb break="no"/>bewusstsein für die österr. Vergangenheit bei den Jugendlichen<lb/>
zeigt. Sicher eine Art Nostalgiewelle, die aber neu ist, denn bis<lb/>
jetzt, ob in der ersten Republik oder jetzt in der zweiten, hatte<lb/>
man immer die Geschichte der Väter abgelehnt aber niemals genau stu<lb break="no"/>diert. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> bestätigte, dass jetzt in den Schulen und aber auch<lb/>
durch Bücherkäufe deutlich zu erkennen ist, dieses Geschichtsbe<lb break="no"/>wusstsein wird immer stärker. Das Dokumentationsarchiv kann<lb/>
sich der Anfragen gar nicht mehr erwehren. Im Mauthausen muss ein<lb/>
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Besucher erfüllen zu können.<lb/>
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neigt jetzt mehr dazu, den Präsidenten neu zu bestellen und den<lb/>
Vizepräsidenten noch zu lassen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> meinte dann, nachdem <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
sich mit dieser Taktik einverstanden erklärt hat, am besten wäre<lb/>
es, den Vize abzuschaffen, anstelle dieser ewigen Debatte jetzt,<lb/>
es soll ein überparteilicher Beamter vom Rechnungshof sein.<lb/>
Auch dort kommt sicherlich meistens den CV-ler in Frage.<lb/>
Da dieser Posten nur mit Zustimmung der ÖVP abgeschafft werden<lb/>
kann, Verfassungsbestimmung und damit 2/3-Beschluss im NR<lb/>
ist notwendig, darf doch niemand ernstlich annehmen, dass diesem<lb/>
die ÖVP jemals zustimmen wird. <rs type="person" ref="#per__112626">Hauser</rs>, den sie jetzt vorschlagen,<lb/>
wird von allen abgelehnt. Dieser gibt sich nur als objektiver<lb/>
Jurist, wie er auch von <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> meistens geschildert wird, in Wirk<lb break="no"/>lichkeit, hat <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs> gesagt, er ist trickreich, hinterhältig usw.,<lb/>
wie er in einem Untersuchungsausschuss feststellen konnte.<lb/>
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der Länderbank oder in der CA zuerst finanziert und dann später<lb/>
in deren Konzern aufgegangen sind. Semperit, ein Auslandsberater,<lb/>
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damit die Verluste nicht noch grösser werden, Eumig, wo<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98035">Vockenhuber</rs> der Länderbank die Bilanzeinsicht verweigert hat<lb/>
und jetzt trotzdem immer mehr Kredite bekommen hat, bis jetzt<lb/>
die Länderbank durch diese Belastung auch in ihrer Bilanzgebarung<lb/>
gefährdet ist, Austria-Email, wo die CA den Wiener Betrieb zusperren<lb/>
und alles in der Steiermark konzentriert, Hübner-Vamag, Leykam aber<lb/>
auch die Vereinigten Edelstahlwerke. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
als den Chef der Mutter einen Brief geschrieben, wo er sich wegen<lb/>
dessen Aussage in der Wochenpresse, VEW sei zahlungsunfähig, ent<lb break="no"/>sprechend zurückweist. Damit gefährdet er die 19.000 Beschäftigten.<lb/>
VEW muss 1 Mia S Zinsenbelastung pro Jahr, das ist 8 % des<lb/>
Umsatzes, verdienen. Dies kann bei den jetzigen Edelstahlpreisen<lb/>
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zusammenfassen sollte und sie dem Bankapparat entziehen. Theoretisch<lb/>
könnte der Finanzminister als Eigentumsvertreter bei den Banken<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_18">Über die Aussenpolitik berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über das Aussenminister<lb break="no"/>treffen, der neue amerikanische Aussenminister <rs type="person" ref="#per__125563">Muskie</rs> ist ein<lb/>
<rs type="person" ref="#per__125826">Humphrey</rs>-Mitarbeiter und wird in kürzester Zeit mit dem Sicher<lb break="no"/>heitsberater von <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs>, <rs type="person" ref="#per__120650">Brzezinski</rs>, grösseren Krach kriegen. Dieser<lb/>
hat nämlich <rs type="person" ref="#per__124056">Vance</rs> verboten, nach Wien zu fahren. Auf ihn dürfte<lb/>
auch der Iran-Boykott und die Olympia-Boykott-Entscheidung zurück<lb break="no"/>zuführen sein. Die Geiselbefreiung hat nicht nur einen technischen<lb/>
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Amerikaner durch illegale Truppenverbände in Iran dürfte nicht<lb/>
funktioniert haben. Durch das Aussenminister-Treffen in Wien<lb/>
wurde aber endlich die bisherige alleinige Dominanz von der<lb/>
sowjetischen und amerikanischen Regierung durchbrochen. Frankreich<lb/>
und Grossbritannien sind als gleichberechtigte Partner in Wien<lb/>
aufgetreten. Da auch gleichzeitig die Nachbarländer-Aussen<lb break="no"/>minister auch eingeladen wurden, hat sich überhaupt jetzt eine<lb/>
breitere Diskussionsbasis ergeben. So sieht es zumindestens <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>.<lb/>
Im Iran-Boykott werden jetzt wenigstens bestehende Verträge eingehal<lb break="no"/>ten und <choice><choice><sic>sich</sic><corr>sind?</corr></choice></choice> davon nicht betroffen. Durch das Aussenminister-Treffen<lb/>
in Wien hat sich der Boykott-Beschluss ein bisschen verzögert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellte mir Befriedigung fest, dass kein einzige Aussen<lb break="no"/>minister ihm wegen der PLO-Politik einen Vorwurf gemacht hat.<lb/>
Über diese gelungene Aussenminister-Veranstaltung und überhaupt<lb/>
über die Äusserungen der Weltpresse wird jetzt der Bundes<lb break="no"/>pressedienst ein eigenes Buch herausgeben. So nebenbei erwähnte<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass er jetzt mit dem mexikanischen Präsidenten <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__125827">Ezewik</rs></sic><corr>Ecevit [türkischer, nicht mexikanischer Politiker!]</corr></choice></choice>,<lb/>
wegen des gescheiterten Nord-Süd-Dialogs durch die Soz. Inter<lb break="no"/>nationale <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs> besonders gefördert, jetzt zwischen Österreich<lb/>
und Mexiko ein Chairman-Partnership diesen Nord-Süd-Dialog<lb/>
wieder aufgenommen werden soll.<lb/>
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längere Aussprache gehabt, ist von dieser zwar nicht befriedigt,<lb/>
schlug aber dann trotzdem vor, dass man ihn bestätigt und gleich<lb break="no"/>zeitig in den Parteivorstand kooptiert. Dieser wird mit anderen<lb/>
Genossen eine Zeitschrift "International" herausgeben, die<lb/>
lt. Parteistatut vom Parteivorstand genehmigt werden muss. Diese<lb/>
wird auf privater Basis finanziert, eine Sonderverkaufsaktion soll<lb/>
die 150.000 S sichern, die die vier Nummern pro Jahr kosten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_20">Im Bundeskanzleramt fand unter Vorsitz von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> die Mini<lb break="no"/>sterbesprechung mit den Beamten über den Bericht über Energie<lb break="no"/>sparmassnahmen statt. Vom Wirtschaftsforschungsinstitut<lb/>
hat Dr. <rs type="person" ref="#per__97764">Musil</rs> berichtet, dass im vergangenen Jahr zwar das<lb/>
Bruttonationalprodukt um 5,2 % real gewachsen ist und der<lb/>
Energieverbrauch nur um 4,4 %. Er sieht darin aber trotzdem<lb/>
keine Entkoppelung, denn diese günstige Energieversorgung<lb/>
ist nur auf die gute Wasserführung zurückzuführen. Auch im ersten<lb/>
Quartal ist die Wasserführung für die Elektrizitätserzeugung<lb/>
günstig, ausserdem ist um 3,5 bis 4 % eine geringere Heiztag-Belastung<lb/>
gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt erwartet das Wirtschaftsforschungs<lb break="no"/>institut heuer einen Import von 47 Mia S, im ersten Quartal um<lb/>
74 % schon mehr, Erdöl sogar um 86 % mehr. Im März wurde um 100 %<lb/>
mehr als im Vorjahr für Energie bezahlt.<add>[Mit]</add> Erdgas aus der SU<lb/>
kann kaum mehr gerechnet werden, Algerien-Vertrag ist nach<lb/>
wie vor offen. Auch der mangelnde Kohlenliefer-Vertrag mit Polen<lb/>
wurde von <rs type="person" ref="#per__97764">Musil</rs> kritisiert. Da das Handelsministerium überhaupt<lb/>
keine Vorschläge zu diesem Bericht gegeben hat, ergänzte ich durch<lb/>
unsere Aktivität. Energiesicherungsgesetz – Verhandlung<lb/>
im Parlament und Fertigstellung des Energieplanes für Herbst.<lb/>
Gleichzeitig habe ich über die konkreten einzelnen Geschäfte<lb/>
und energiepolitischen Massnahmen ebenfalls berichtet. Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs><lb/>
hat mich vorher schon informiert und dann in der Sitzung mitge<lb break="no"/>teilt, dass wir jetzt ein Modell ausarbeiten, wenn alle Wirtschafts<lb break="no"/>gesetze ablaufen, wie dann die Energieversorgung gesichert werden<lb/>
kann. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> meint, damit wir nicht einen Völkerrechtsvertrag<lb/>
brechen, müsste dann für die Verpflichtungen in der internationalen<lb/>
Energieagentur ein spezielles Gesetz vom Parlament beschlossen<lb/>
werden. Ich bin überzeugt, dass wenn es tatsächlich zum<lb/>
Auslaufen aller Wirtschaftsgesetze kommt, wir diesen inter<lb break="no"/>nationalen Vertrag gesetzlich absichern können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_21">Mein Hinweis in dieser grossen Sitzung hat ja letzten<lb/>
Endes dazu gedient, um – und davon bin ich überzeugt –<lb/>
dass es der ÖVP weitergetragen wird, dieser zu zeigen, dass<lb/>
wir nicht unter allen Umständen von ihnen eine Zustimmung<lb/>
zu den Wirtschaftsgesetzen brauchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_22"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat dann insbesondere auf die Einsparungsmöglichkeiten<lb/>
der Abwärmenutzung verwiesen und das Beispiel Raffinerie und<lb/>
Flughafen-Heizung erwähnt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> möchte überhaupt, dass<lb/>
ein Anschlusszwang für die Fernwärme kommen sollte, wie dies<lb/>
jetzt bei dem Kanal ebenfalls der Fall ist. Sein Vorschlag war,<lb/>
man solle prüfen, ob die Verbundgesellschaft auf die<lb/>
4–500 Mill. S Kapitalzuschuss verzichtet, dafür einen höheren<lb/>
Elektrizitätspreis bekommt und sozusagen Eigenkapital entwickelt.<lb/>
Der Vertreter der EVA, <rs type="person" ref="#per__125828">Karnjak</rs>, wieder meinte, der Anschluss<lb/>
funktioniert deshalb nicht, weil Wien die Heizbetriebe in der<lb/>
Holding hat und deshalb von dem Wiener Städtischen Elektrizi<lb break="no"/>tätswerk sabotiert wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Darüber möchte ich mit <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs><lb/>
ernstlich sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_24">Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> berichtete, dass die Verhandlungen über<lb/>
Verbesserung der Wärmeschutzgruppen im Wohnbauförderungsgesetz<lb/>
an dem Widerstand der Länder fraktionell schon gescheitert sind.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> empfahl ihr, genau wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> übrigens einmal vor<lb/>
längerer Zeit ebenfalls, die Forderung nach wie vor aufrecht<lb/>
zu erhalten und gegen die Länder entsprechend Stellung zu<lb/>
nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_25"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> erwähne dann auch noch, dass eine verbrauchsbezogene<lb/>
Kraftfahrzeugsteuer nicht administrierbar ist. Die Idee ist,<lb/>
jetzt vom Hubraum auf das Gewicht umzusteigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte lass dies von der Energiesektion<lb/>
prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_27">Zusammenfassend wurde dann festgehalten, dass für die<lb/>
Regierungsklausur ein entsprechendes Papier vorbereitet<lb/>
werden soll. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> vom BKA wird die Koordi<lb break="no"/>nation durchführen. Bezüglich des Ausbaues der Wasser<lb break="no"/>kraftwerke in Salzburg und Osttirol hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> vorgeschlagen,<lb/>
wir sollten dies auch bei der Regierungsklausur entsprechend<lb/>
schriftlich vortragen. Damit bin ich sehr einverstanden,<lb/>
da ich ja doch früher oder später mit den Ländern einen harten<lb/>
Kampf bekommen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte die entsprechenden Formulierungen<lb/>
mit der Verbund mit <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_29">Nach der Parteivorstandssitzung habe ich <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs>, LH-Stv.<lb/>
von Salzburg, und <rs type="person" ref="#per__125829">Salfenauer</rs>, Bgm. von Salzburg, sowie<lb/>
dem Kärntner LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> über meine Aussprache wegen der<lb/>
Länderstreitigkeiten über Elektrizitätsausbau berichtet.<lb/>
Den Landesobmann von Tirol, <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, hatte ich vor längerer<lb/>
Zeit schon darüber informiert. Wir kamen alle überein, dass<lb/>
wir zwar keine Konfrontation mit den Ländern wünschen, aber<lb/>
dass ich in dieser Frage nicht nachgehen soll. Auch <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs><lb/>
sieht ein, dass ich die Vorschläge von LH <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> nicht<lb/>
akzeptieren kann. Ich habe überhaupt das Gefühl, dass <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs><lb/>
sich jetzt scheinbar durch falsche Informationen des SAFE-<lb/>
Direktors <rs type="person" ref="#per__114474">Kettl</rs> irgendwie unsicher fühlt. <rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs> möchte auf<lb/>
alle Fälle aus diesem Dilemma herauskommen. Ich empfahl ihm,<lb/>
er soll in den Details immer mit <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> von der TKW ver<lb break="no"/>handeln. Dies hat er mir zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-05-19_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> verständigen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Vance, Cyrus</persName>
               <persName><surname>Vance</surname><forename>Cyrus</forename></persName>
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               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Mayer, C</persName>
               <persName><surname>Mayer</surname><forename>C</forename></persName>
               <occupation>AG Gütezeichen; evtl. Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Nikolaenko, Boris S.</persName>
               <persName><surname>Nikolaenko</surname><forename>Boris S.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Handelsrat</occupation>
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               <persName type="label">Gredler, Willfried</persName>
               <persName><surname>Gredler</surname><forename>Willfried</forename></persName>
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               <persName type="label">López Portillo, José</persName>
               <persName><surname>López Portillo</surname><forename>José</forename></persName>
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               <persName type="label">Brandt, Willy</persName>
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