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            <title type="main">Dienstag, der 15. April 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_01">Dienstag, 15. April 1980<lb/>
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der Verbundgesellschaft berichten mir, daß sie im Burgenland<lb/>
4 Standorte für das Kohlekraftwerk der Landesregierung vorge<lb break="no"/>schlagen hatten. Der günstigste Standort ist nun nicht Rechnitz,<lb/>
wo sich zwar 90 % der Bevölkerung positiv für dieses Kraftwerk<lb/>
entschlossen haben, sondern der ursprünglich vorgesehene Standort<lb/>
Bildein. Dort springt die österreichische Grenze direkt in das<lb/>
ungarische Gebiet, nur bei einem ausgesprochen extremen östlichen<lb/>
Wind würden die Abgase auf das österreichische Gebiet zurückfal<lb break="no"/>len, ansonsten geht es immer nach Ungarn. In Rechnitz würde der,<lb/>
unter allen Umständen, zumindestens ein Block entschwefelt werden<lb/>
müssen, die Kosten liegen bei 86 Groschen je kWh. Wahrscheinlich<lb/>
würde die Umweltbehörde aber 2 Blöcke Entschwefelung vorschrei<lb break="no"/>ben und damit die Kosten auf 95 Groschen je kWh steigen. Nur in<lb/>
Bildein würden bei 4500 Stunden Kraftwerkseinsatz die Kosten<lb/>
75 Groschen betragen. In Rechnitz ist außerdem die Landeskranken<lb break="no"/>heilanstalt Hirschenstein mit 20 offenen Tuberkulosen und 60<lb/>
sonstigen Lungenkranken am meisten durch das Kraftwerk gefährdet.<lb/>
Dazu kommt noch die Lärmentwicklung. Die Bezirkshauptmannschaft<lb/>
hat 40 Dezibel vorgeschrieben und die Mindestlärmgrenze, die die<lb/>
Verbundgesellschaft bräuchte, wären doch 45 Dezibel. Alles spricht<lb/>
also für den südlicheren Standort. Was die Entschwefelung betrifft,<lb/>
so hat der große deutsche Konzern LURGI noch kein endgültiges,<lb/>
technisch einwandfreies Verfahren für Großkraftwerke, nur die bei<lb break="no"/>den österreichischen Firmen INTEGRAL und vor allem die SGP haben<lb/>
ein Naßverfahren entwickelt, das technisch aber noch nicht für<lb/>
so große Kraftwerke jemals erprobt wurde. Die Bestimmung für Kur<lb break="no"/>zonen ist bis 0,1 Milligramm und würde, um diese einhalten zu<lb/>
können, ca. S 2 Mrd. Aufwand kosten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte versuch die Unterlagen von <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs><lb/>
für den Ungarn-Besuch zeitgerecht zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_04">Der neue <choice><choice><sic>Stadtrat</sic><corr>Bürgermeister</corr></choice></choice> von Salzburg, Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__123538">Reschen</rs>, und Min.Rat<lb/>
<pb n="54-0447" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band54/54_1980-04-15_0447.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, sprechen wegen der Abnehmertarife für Salzburg vor. Die<lb/>
SAFE hat 13 % bekommen, die Salzburger Stadtwerke nur 9 %. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs><lb/>
erklärt, daß selbst wenn man die SAFE-Bezüge für Salzburg mit<lb/>
15,2 einsetzt und 70 % SAFE-Bezug annimmt, nur 6 % Belastung für<lb/>
die Salzburger Stadtwerke entstehen. Nach den Richtlinien hätten<lb/>
die Salzburger nur 2,5 % minus Tariferhöhung erreichen können,<lb/>
wodurch ihnen 3,5 % tatsächlich nach den Richtlinien zugestanden<lb/>
wären. Die 9 % waren ein großes Entgegenkommen auch der Arbeiter<lb break="no"/>kammer von Salzburg. Die SAFE brauchte einen höheren Prozentsatz,<lb/>
weil sie am Land doch größere Kosten bezüglich der Leitungen usw.<lb/>
hat, als dieser im städtischen Bereich notwendig ist. Die Salz<lb break="no"/>burger Stadtwerke versorgen allerdings 1/3 der gesamten Stromab<lb break="no"/>nehmer in Land und Stadt Salzburg. Die Stadtwerke liegen mit dem<lb/>
Gewerbetarif um 4 %, mit dem Haushaltstarif um 17 % und Industrie<lb/>
und Landwirtschaft sogar um 21 % tiefer, im gewogenen Durchschnitt<lb/>
14 % tiefer als die SAFE. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__123538">Reschen</rs> einigen sich, daß<lb/>
bei der Durchrechnung und womöglich Übergang auf ein neues Tarif<lb break="no"/>system, wie es die SAFE ja auch für ihren Bereich vorgeschlagen<lb/>
hat, eine gewisse Nachholung erfolgen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_05"><rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> erklärt mir nachher mit <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> allein, daß er sich doch<lb/>
jetzt entschlossen hat, allerdings, wie er selbst zugibt, sehr<lb/>
spät, nachdem er im vergangenen Jahr immer wieder alle diesbezüg<lb break="no"/>lichen Anfragen negativ entschieden hat, sich um die Sektionslei<lb break="no"/>terstelle von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> doch zu bewerben. Auch ihm erkläre ich, daß<lb/>
offiziell dafür die Kommission zuständig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_06">Die Fraktion, <rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> sprechen bei <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> vor, der<lb/>
mich dann dazuruft, um ebenfalls von mir zu verlangen, ich sollte<lb/>
unbedingt in der Kommission oder, besser gesagt, der Kommission<lb/>
mitteilen, daß nur der gestandene und treue Sozialist diesen<lb/>
Posten bekommen könnte. Ich lehne dies genauso ab, wie ich der<lb/>
ÖAAB-Fraktion, <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs>, bei einem 4-Augen-Gespräch dies bei der<lb/>
Industriesektion-Besetzung abgelehnt habe. Personalpolitik ist<lb/>
viel zu heikel, daß man mit solchen Holzhammermethoden, ob von<lb/>
der einen oder anderen Seite, arbeiten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_07">Ich dränge Sektionschef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs>, daß nach dem das Ausscheiden von<lb/>
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mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und GD. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> durchbesprochen. Beide stimmten diesem<lb/>
ausdrücklich zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_08">Vor dem Ministerrat hat mich Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> aufmerksam gemacht,<lb/>
daß er jetzt in Lissabon feststellen konnte, daß die EFTA-Ta<lb break="no"/>gung der Abgeordneten am 17. und 18. April nur von der Botschaft<lb/>
als Beobachter beschickt wird. Er fragte mich an, wieso das<lb/>
Handelsministerium eine Beteiligung nicht nur der Beamten, sondern<lb/>
auch der Abgeordneten abgelehnt hat. Dies ist meiner Meinung nach<lb/>
vollkommen unmöglich. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> hat sicherlich nicht gegen<lb/>
die Teilnahme der Abgeordneten polemisiert. Hier muß von Seiten<lb/>
des Außenministeriums ein Fehler passiert sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte stelle fest, wer vom EFTA-Sekretari<lb break="no"/>at von den Abgeordneten eingeladen wurde und wie diese Einladung<lb/>
erfolgte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_10">Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat mir mitgeteilt, daß jetzt die Gerstenexporte<lb/>
gut laufen. Gleichzeit wird jetzt von ihm verlangt, er müßte Mais<lb/>
importieren. Dies ist darauf zurückzuführen, weil die beiden<lb/>
stärkeerzeugenden Betriebe, <rs type="person" ref="#per__112640">Deuring</rs> in Vorarlberg und <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs><lb/>
in Aschach, nicht genug Rohware bekommen, obwohl Mais genug noch<lb/>
auf Lager liegt. Ich einige mich mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, daß wenn die inländi<lb break="no"/>schen Lagerhäuser und Händler diese beiden Firmen nicht mit Quali<lb break="no"/>tätsmais versorgen, dann tatsächlich ein entsprechender Import<lb/>
erfolgen müßte. Diese Drohung durch <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> allein wird dazu<lb/>
führen, daß genug Rohstoff für die beiden Firmen zur Verfügung<lb/>
gestellt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_12">In der Vorbesprechung fragt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> an, wer jetzt zur Minister<lb break="no"/>tagung der Internationalen Energieagentur nach Paris fährt. Er<lb/>
ist sehr befriedigt zu hören, daß Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> dort<lb break="no"/>hin fährt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_13">Im Landesverteidigungsrat, der einberufen wird, aber auch im<lb/>
Außenpolitischen Rat, wird nur kurz, und für mich der Zusammenhang<lb/>
schwer erkennbar, von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> festgestellt, daß diese beiden<lb/>
Sitzungen abgehalten werden sollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_14">Er ersucht Außenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> über die US-Note, Solidarisierungs<lb break="no"/>maßnahmen, zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> verweist darauf, daß der erste<lb/>
Teil an Verbündete und Befreundete und der zweite Teil an andere<lb/>
gerichtet ist. Es sollen die Botschafter womöglich zurückgerufen<lb/>
werden und Wirtschaftssanktionen durchgeführt, so wie wenn der<lb/>
Sicherheitsrat die seinerzeitigen Anträge der Amerikaner beschlos<lb break="no"/>sen hätte und es sich eigentlich um eine UNO-Aktion handelte. Den<lb/>
angeschriebenen Staaten, nämlich die NATO, Spanien, Schweden,<lb/>
Schweiz, Österreich, Australien und Neuseeland, wurde diese Note<lb/>
zugestellt. Die Neutralen lehnen Wirtschaftssanktionen ab. Der<lb/>
österreichische Botschafter <rs type="person" ref="#per__123732">Schober</rs> wurde ins State Departement<lb/>
gerufen und dort wurden ihm wegen des iranisch-österreichischen<lb/>
Handels Vorbehalte gemacht. Dieser ist aber von 2,1 Mrd. S auf<lb/>
900 Mio zurückgegangen und wird heuer sogar höchstens 600 Mio.<lb/>
betragen. Von einer Ausdehnung kann also keine Rede sein. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
verweist dann auch noch darauf, daß der Vorwurf, österreichische<lb/>
Banken hätten Geldverkehr für $ 1 Mrd. abgewickelt, nicht stimmen<lb/>
kann. In diesem Fall hätte man im österreichischen Nationalbank<lb break="no"/>ausweis etwas bemerken müssen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hält fest, daß niemand die<lb/>
Möglichkeit hätte, die österreichischen Banken daran zu hindern.<lb/>
Die Möglichkeit, daß am Euro-Markt österreichische Banken Gelder<lb/>
aufgenommen und veranlagt haben, kann nicht ausgeschlossen werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> berichtet dann auch noch, daß innerhalb der Iran-Botschaft<lb/>
dieses Einkaufsbüro errichtet wurde und das eine ausschließliche<lb/>
Entscheidung der Iraner war.<lb/>
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Montag befragt hätte und dieser eine Bestechung mit aller Ent<lb break="no"/>schiedenheit verneint hat. Er selbst hat <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs> nur 2 mal gesehen,<lb/>
das zweite Mal nur dadurch, weil <rs type="person" ref="#per__116365">Worm</rs> ihm mitgeteilt hat, daß<lb/>
das Profil es auf <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs> abgesehen hat. Dies hätte <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs><lb/>
sofort Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> gesagt, dieser wahrscheinlich <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs>, und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs> sei zu <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> gekommen, um alles abzustreiten. Der<lb/>
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initiativeren <rs type="person" ref="#per__123735">Gaigg</rs> ersetzt. Eine Zivilklage soll jetzt den<lb/>
Schaden feststellen, den Siemens durch den Profil-Artikel bekommen<lb/>
hat. Redakteur <rs type="person" ref="#per__116365">Worm</rs> hat nun beim Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> behauptet, Profil<lb/>
wird dadurch ruiniert, <rs type="person" ref="#per__116365">Worm</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> alles aplanieren.<lb/>
Die Stadt Wien, Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs>, aber auch die Regierung, werden auf<lb/>
die Aufklärung drängen und Beweise auf den Tisch verlangen. Die<lb/>
ganze Frage erscheint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr undurchsichtig, <rs type="person" ref="#per__123733">Winter</rs> hat sich<lb/>
nicht wie ein großer Direktor, sondern wie ein kleiner dummer<lb/>
Mensch benommen, der im Kaffeehaus mit <rs type="person" ref="#per__116365">Worm</rs> sich trifft, ohne<lb/>
Zeugen, dann abstreitet usw. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> teilt mit, daß<lb/>
im Parlament die Sozialisten, was immer die ÖVP machen wird, einen<lb/>
Unterausschuß selbst verlangen, der längstens innerhalb eines<lb/>
Jahres, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint so rasch als möglich, den Fall untersucht.<lb/>
Der Rechnungshof wird den AKH-Bericht erst im Herbst in den<lb/>
Nationalrat einbringen, weshalb sicherlich die Plenumsdebatte<lb/>
erst im nächsten Jahr erfolgen kann und wird. Der Untersuchungs<lb break="no"/>ausschuß wird sich nicht wie in der ÖVP-Zeit 6,4,1, sondern<lb/>
5,4,1, wie bisher immer, zusammensetzen, die Sozialisten also<lb/>
keine Mehrheit haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_16">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtet, daß das Marktordnungs<lb break="no"/>gesetz jetzt von ihm eingebracht wird, der neue Landesrat <rs type="person" ref="#per__123736">Pröll</rs><lb/>
verlangt, daß auch die Ölsaaten geregelt werden, dies ist aber<lb/>
keine Frage der Marktordnung, sondern der Außenhandelspolitik,<lb/>
die durch die ÖVP-Entscheidung 68, bis jetzt halten die Amerikaner<lb/>
daran fest, nicht positiv erledigt werden konnte.<lb/>
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mit den Amerikanern jetzt von uns aus weiter veranlaßt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_18">Minister <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, daß ein weiteres Kontingent von Vietna<lb break="no"/>mesen, bis jetzt 500, eingelangt 462, weitere 500 jetzt aufgestockt<lb/>
werden soll. Durch die Pfarrpatenschaften entstehen dem Bund nur<lb/>
Kosten bei dem Zwischenlager in Thalham.<lb/>
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Arbeitslose verzeichnet werden, um 8213 weniger wie im März und<lb/>
um 12.164 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenrate beträgt<lb/>
wahrscheinlich nur 1,7 %. Im Durchschnitt '71 waren 56.719, also<lb/>
mehr als jetzt in Mitte April. Diese Arbeitsmarktlage wird jetzt<lb/>
für einige Bundesländer, Wien und Vorarlberg, bezüglich weiterer<lb/>
Fremdarbeiterwünsche sehr kritisch.<lb/>
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Bezüglich der Marktordnungsgesetznovellen wird festgehalten, daß<lb/>
doch das Handelsministerium und Finanzministerium wegen des<lb/>
Datenschutzes ausdrücklich genannt werden müssen.<lb/>
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wird zur größten Überraschung der Delegation von mir zwar sehr<lb/>
höflich empfangen, mit Kaffee bewirtet, aber dann von Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113091">Bachmayer</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> entsprechend aufgeklärt, wie die Situa<lb break="no"/>tion wirklich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie war das Ende?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_24">Die Vertreter des Textilverbandes kommen wegen der Einfuhr von<lb/>
Oststaatentextilien durch die VÖEST-Alpine als Kompensationsware.<lb/>
Sie sehen zwar ein, daß es der VÖEST gar nicht anders möglich ist,<lb/>
als diese Waren auch mit ihrem intertrade-Gewerbeschein besitzen<lb break="no"/>den Handelshaus zu übernehmen, ersuchen mich aber, ich sollte<lb/>
alles daran setzen, daß diese Ware nicht in Österreich selbst<lb/>
nicht als Betriebsratsaktion für die VÖEST-Arbeiter verbleibt.<lb/>
Ich verspreche ihnen, bei dem <rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs>-Besuch am Samstag in Linz<lb/>
mit den zuständigen Leuten der VÖEST darüber besonders zu reden.<lb/>
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nennen, daß man von mir heute gerade verlangt hat, ich sollte die<lb/>
Textileinfuhrscheine abschaffen oder zu mindestens die Grenze<lb/>
wesentlich erhöhen. Beides habe ich bis jetzt abgelehnt, im Inter<lb break="no"/>esse der österreichischen Textilindustrie.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_25">Von 2 vorgesehenen Interviews, eines für eine französische Wochen<lb break="no"/>zeitschrift, ein zweites mit ungarischen Journalisten, ist das<lb/>
letztere wenigstens entfallen. Solche Interviews bringen wenig,<lb/>
ich möchte aber den Journalisten auch im Ausland in dieser Be<lb break="no"/>ziehung entgegenkommen. In Hinkunft werde ich es so handhaben,<lb/>
daß ich einleitend ca. 10–15 Minuten zur Verfügung stehe, den<lb/>
Rest soll dann Dr. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs>, der dies sicherlich sehr gut macht, mit<lb/>
ihnen besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte in dieser Beziehung mit <rs type="person" ref="#per__113060">Pein</rs> die<lb/>
ausländischen Journalisten dahingehend informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_27"><rs type="person" ref="#per__123737">Kornfeld</rs>, derzeit bei GUSTANA, hat für Bauring in Saudi-Arabien<lb/>
gearbeitet. Der Handelsdelegierte in Riad, derzeit in Österreich,<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__123737">Kornfeld</rs> haben mir über die Situation in Saudi-Arabien be<lb break="no"/>richtet. Beide sehen große Möglichkeiten, die österreichischen<lb/>
Unternehmen, aber auch die Minister, sprich ganz besonders das<lb/>
Handelsministerium, müßten sich mehr um dieses Land kümmern. Ich<lb/>
erkläre mich sofort bereit, wenn Firmen es für zweckmäßig erach<lb break="no"/>ten, dort einen Besuch abzustatten. Wir einigen uns darauf, daß<lb/>
der beste Zeitpunkt das Frühjahr des nächsten Jahres wäre.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte diese Reise im Plan festlegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-04-15_29">Im Präsidium auf der Landstraße besprechen wir nicht nur unsere<lb/>
nächste Bezirkskonferenz und den Landstraßer Kirtag, sondern, wie<lb/>
gar nicht anders zu erwarten, auch die derzeitige Situation inner<lb break="no"/>halb unserer Partei. Die AKH-Sache hat leider wieder einmal alles<lb/>
durcheinander gebracht, die Solidarität der führenden Genossen<lb/>
läßt nach Meinung der Funktionäre, und ich teile diese auch, sehr<lb/>
zu wünschen übrig. Persönlich bin ich sehr froh, daß ich davon<lb/>
nicht involviert bin, trotzdem glaube ich aber, daß jedermann,<lb/>
ob kleiner oder größerer Funktionär, davon betroffen ist. Niemand<lb/>
zweifelt daran, daß auch wieder, wenn ein großer oder kleiner<lb/>
Funktionär irgendwie damit verbandelt ist, daraus für diesen<lb/>
Konsequenzen sich ergeben werden. Schwierig wird nur, diese<lb/>
komplizierte Materie unseren Funktionären einwandfrei klarzu<lb break="no"/><pb n="54-0453" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band54/54_1980-04-15_0453.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>machen. Was sicherlich schadet, ist das allgemeine Herumgerede.<lb/>
Die Aussprache nachmittags zwischen den Verantwortlichen der<lb/>
Stadtverwaltung, Bürgermeister, Stadträte, Klubobmann usw., und<lb/>
den Wiener Abgeordneten hat auch klar und deutlich gezeigt, daß<lb/>
es für die SPÖ ganz selbstverständlich ist, daß jedwede Durch<lb break="no"/>stecherei sofort durch Ausschluß geahndet wird. Derzeit ist aber<lb/>
nichts bewiesen, der Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__121798">Schuster</rs> von Siemens hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und mir auch ausdrücklich berichtet, daß er jetzt darauf<lb/>
innerhalb des Vorstandes von Siemens drängen wird, daß so schnell<lb/>
als möglich die ganze Sache aufgeklärt werden muß. Nötigenfalls<lb/>
sind die Gerichte einzuschalten. Für die SPÖ ist dies ganz selbst<lb break="no"/>verständlich. Am schwierigsten ist dies Problem zu lösen, wie man<lb/>
unsere Funktionäre gegen diese Kampagnen von der bürgerlichen<lb/>
Presse immunisiert. Das typischste Beispiel war, daß vor der<lb/>
letzten Gemeinderatswahl, wie Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> erklärte, er damals<lb/>
als Landessekretär die Gemeindeverwaltung wegen der Grundstücksspe<lb break="no"/>kulationen in Schutz nehmen mußte, damals wurde z.B. Stadtrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> auf das Gröblichste angegriffen und verleumdet. Tagelang<lb/>
hat der Kurier nichts als nur über diese Grundstücksskandale ge<lb break="no"/>schrieben und besprochen. Die Zeitungsaufmacher waren dementspre<lb break="no"/>chend. Jetzt wird mit einer kleinen Notiz im Kurier festgehalten,<lb/>
daß er mit dem Ausdruck des Bedauerns alle Beschuldigungen gegen<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__113043">Pfoch</rs> zurücknimmt. Die Wiener Organisation, der jetzige<lb/>
Landesparteisekretär <rs type="person" ref="#per__109818">Edlinger</rs>, wird deshalb, nachdem er die akti<lb break="no"/>ve Klagslegitimation endlich durch das Oberlandesgericht zuge<lb break="no"/>sprochen bekommen hat, alle diese Prozesse wegen angeblicher Par<lb break="no"/>teibestechung weiterführen. Durch eine Dokumentation sollen jetzt<lb/>
die Vertrauenspersonen auf diese Art und Weise aufmerksam gemacht<lb/>
werden. Die Schwierigkeit besteht wirklich darin, wie sich ein<lb/>
Politiker gegen Beschuldigungen wehren kann. Hier gibt es tat<lb break="no"/>sächlich keine Waffengleichheit.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 38. Ministerratssitzung, 15.4.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Deuring, Eduard Karl</persName>
               <persName><surname>Deuring</surname><forename>Eduard Karl</forename></persName>
               <occupation>Stärkefabrik K. Deuring, Hörbranz</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
               <persName><surname>Haffner</surname><forename>Konrad</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Weißenberg, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Weißenberg</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Glatz, A</persName>
               <persName><surname>Glatz</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Anwalt Siemens; evtl. Falschschreibung</occupation>
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               <occupation>Agrarindustrie Gmünd</occupation>
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               <occupation>BEWAG</occupation>
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               <occupation>LR NÖ, ÖVP</occupation>
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