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            <title type="main">Freitag, der 28. März 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_01">Freitag, 28. März 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_02">Sektionschef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> teilt mir mit, daß nach Rücksprache mit<lb/>
dem Bundesministerium für Finanzen, <rs type="person" ref="#per__123382">Ziegelwanger</rs>, und dem Bundes<lb break="no"/>kanzleramt, <rs type="person" ref="#per__123383">Erd</rs>, die Entsendung von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> in den Bundes<lb break="no"/>lastverteiler nur eine Nebentätigkeit sein kann, da der Bundes<lb break="no"/>lastverteiler eine Behörde ist. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> hat einen ent<lb break="no"/>sprechenden Briefentwurf für mich verfaßt, den ich an <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs><lb/>
abschicke.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Auf nächste Besprechung <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_04">Beim Jour fixe der Handelskammer, diesmal nur mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>,<lb/>
teile ich ihm mit, daß die ÖVP mir jetzt schriftlich mitteilte,<lb/>
Gen.Sekr. a.D. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zum Präsidenten des Aufsichtsrates der Ver<lb break="no"/>bundgesellschaft vorzuschlagen. Ich schildere ihm die Schwierig<lb break="no"/>keiten, die es hier gibt, weil die sozialistische Fraktion, insbes.<lb/>
die Betriebsräte, den jetzigen stellvertretenden Vorsitzenden<lb/>
LRat. <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs> als Präsident wünschen. Ich hoffe, daß es gelingen wird,<lb/>
die Wahl im Mai, nach Bereinigung einiger Schwierigkeiten in der<lb/>
Verbundgesellschaft, doch noch einstimmig über die Bühne zu bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_05">Ich ersuche Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sich wegen des Wunsches der Handels<lb break="no"/>kammer bei der sowjetisch-österreichisch Gemischten Kommission<lb/>
ein Subkomitee mit Wirtschaftsvertretern vorzuschlagen, doch noch<lb/>
mit dem ehemaligen Handelsdelegierten in Moskau, Dr. <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs>,<lb/>
jetzt Gen.Dir. von Siemens, ins Einvernehmen zu setzen. Bei der<lb/>
nächsten Gemischten Kommission in Moskau, an der <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilnehmen<lb/>
wird, müssen wir nämlich eine einheitliche Linie gefunden haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Gen.Dir <rs type="person" ref="#per__98102">Wolfsberger</rs> fragen, ob die Be<lb break="no"/>sprechung schon erfolgt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_07"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> berichtet mir ebenfalls über die Verhandlungen zwischen<lb/>
Jugoslawien und Österreich auf Beamtenebene bezüglich der Grenz<lb break="no"/>gebiete. Ich veranlasse, daß wir beide ein Telefongespräch mit<lb/>
dem Präsidenten der kärntnerischen Handelskammer, KR. <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs>,<lb/>
führen. Dieser informiert mich, daß die Jugoslawen diese Bespre<lb break="no"/><pb n="54-0402" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band54/54_1980-03-28_0402.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>chung groß aufbauschen. Eine Aussprache, die <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
mit Präs. <rs type="person" ref="#per__123385">Vernitsch</rs> über den Fremdenverkehr hatten, wird als<lb/>
eine Zustimmung zu allen Aktivitäten der Jugoslawen umgedeutet.<lb/>
Bei der Alpe Adria hat Vize.Präs. <rs type="person" ref="#per__123386">Sideritsch</rs> der Handelskammer<lb/>
Kärnten gedankt, weil sie stets für gute Beziehungen eingetreten<lb/>
ist. In Kärnten hat die Polemik, die von der ÖVP, wie zugegeben<lb/>
wird, gegen LH <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> begonnen wurde, jetzt einen Höhepunkt errei<lb break="no"/>cht, indem auch die sozialistischen Angriffe gegen <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> und die<lb/>
ÖVP in dieser Frage gestartet werden. Wegen des Kärntner Heimat<lb break="no"/>dienstes und sonstiger Nationaler wird scheinbar jetzt jede Akti<lb break="no"/>vität mit Jugoslawien als Landesverrat hingestellt. <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> er<lb break="no"/>sucht mich, daß wir doch nicht diese Frage eskalieren sollten.<lb/>
Er gibt zu, daß das von den Beamten ausgearbeitete Kommunique,<lb/>
welches auch im Ministerrat am Dienstag genehmigt wurde, ein unbe<lb break="no"/>deutendes Papier ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_08">Nachmittag verständige ich dann LH <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs>, der sich in Wien wegen<lb/>
der slowenischen Minderheiten-Verhandlungen aufhält, über das<lb/>
Ergebnis dieser Aussprache. <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> ist damit einverstanden, daß<lb/>
nichts weiter eskaliert wird, ich werde deshalb auch keinerlei<lb/>
Aussendungen machen, sondern daß er nach Rückkehr nach Klagenfurt<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__123384">Baurecht</rs> dessen Wunsch, die ganze Sache ruhig zu besprechen,<lb/>
annimmt. <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> zeigt sich auch zufrieden, daß unmittelbar nach<lb/>
Beschluß im Ministerrat durch Schreiben an die Landesregierungen<lb/>
in Kärnten, Steiermark und Burgenland sowie an den sonstigen Be<lb break="no"/>teiligten die notwendige Verständigung erfolgt ist. Die ÖVP<lb/>
hat nämlich angegriffen, daß <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> nicht einmal verständigt<lb/>
wird und die sozialistische Regierung hier gegen die Interessen<lb/>
Klagenfurts und ohne Wissen der Kärntner Verhandlungen führt, was<lb/>
natürlich überhaupt nicht zutrifft.<lb/>
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in Zukunft vorsichtiger vorgehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_10">Die Handelskammer sieht die einzigen Möglichkeiten, den Jugosla<lb break="no"/>wen ihren Wünschen bei Exporten von S 8 Mrd und Importen von<lb/>
S 2,5 Mrd. und damit immer wieder geforderten Zollsenkungen, da<lb break="no"/>mit sie ihre Importe nach Österreich erhöhen können, in einer An<lb break="no"/>näherung der Jugoslawen an die EFTA. Diese könnte nach Meinung<lb/>
<pb n="54-0403" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band54/54_1980-03-28_0403.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> dann eine entsprechende Regelung ähnlich der Finnen<lb/>
treffen. Ich erkläre mich sofort bereit, dieses Problem sowie<lb/>
den Wunsch der Rumänen, eine ähnliche jugoslawische Lösung der<lb/>
EFTA zu erreichen, bei der nächsten EFTA-Ministersitzung den<lb/>
anderen EFTA-Ministern zu berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_12"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> bekräftigt mich neuerdings, daß der Ladenschluß unver<lb break="no"/>ändert bleiben soll. Präs. <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs>, der erklärt hat, in 2 bis<lb/>
3 Jahren müsse man das ändern, wurde in einem Pressegespräch<lb/>
zu dieser Äußerung veranlaßt. Er selbst möchte am Ladenschluß aber<lb/>
auch nichts ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_13">Die Arbeiterkammer hat bei Förderung für Existenzgründung die<lb/>
Übernahmekosten als Firmenwert nicht anerkannt. Im Punkt 4. der<lb/>
Richtlinien steht meiner Meinung aber auch deutlich, daß nur<lb/>
die Räumlichkeiten und die Maschinen gefördert werden können.<lb/>
Als Extremfall verwies ich darauf, daß für einen Handelsbetrieb<lb/>
der Firmenwert sehr groß sein kann, auch sicherlich steuerlich<lb/>
aktiviert wird, aber schwer als Grundlage von einer 15 %-igen<lb/>
Prämie von S 4 Mio., wenn dies z.B. ein Wiener Betrieb ist, als<lb/>
Berechnungsgrundlage anerkannt werden sollte. Ich werde mit der<lb/>
Arbeiterkammer darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte nächstes Jour fixe setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_15">Die Handelskammer wäre daran interessiert, daß für das Konzert<lb break="no"/>lokal-Studio S 236.000,–– von mir verlangt, das Handelsministe<lb break="no"/>rium mindestens S 200.000,–– geben sollte. Ich erkläre mich dies<lb break="no"/>bezüglich nur dann bereit, wenn die Handelskammer die Hälfte<lb/>
davon übernimmt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> verweist darauf, daß S 288.000,–– ja schon<lb/>
von der Konzerthaus-Arbeitsgemeinschaft, die ja letzten Endes<lb/>
Handelskammer ist, bezahlt wird. Er beklagt, daß sein Budget defi<lb break="no"/>zitär sein wird und er deshalb unbedingt sparen muß. Ich schlage<lb/>
ihm vor, in diesem Fall würden wir die S 200.000,–– jetzt be<lb break="no"/>zahlen und die Handelskammer würde ihren Anteil im nächsten Jahr<lb/>
refundieren. Die Handelskammer wird ja in Hinkunft, da sie ja nicht<lb/>
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das allgemeine Handelskammerbudget eine wesentlich bessere finan<lb break="no"/>zielle Situation haben. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs>, und er gibt dies auch<lb/>
indirekt zu, daß damit der Handelskammer ein riesiger Dienst er<lb break="no"/>wiesen wurde, der von ihr mir gegenüber, aber auch gegenüber der so<lb break="no"/>zialistischen Seite nicht richtig gewürdigt wird. Dies gilt aller<lb break="no"/>dings, davon bin ich überzeugt, nur für die Öffentlichkeit. Intern<lb/>
wissen sowohl <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> als auch alle anderen ÖVP-Funktionäre, wel<lb break="no"/>cher bedeutender Durchbruch ihnen hier geglückt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> soll dies stärker ausspielen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_17"><rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> beschwert sich, daß jetzt bei der Diskussion über die<lb/>
Giro-Konten-Lösung die Gehalts- und Pensionskosten mit 1 % ver<lb break="no"/>zinst<add>[werden]</add>, während den Unternehmern nur 1/2 % in Hinkunft anstelle<lb/>
der derzeitig 0,25 % verrechnet wird. Die selbe Differenzierung<lb/>
wird es dann auch bei den Freiposten geben. Da die Kreditinsti<lb break="no"/>tute aber auch der Handelskammer unterliegen, liegt es ja nur<lb/>
an ihr, einen internen besseren Ausgleich zu versuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_18">Bezüglich der Staatswappenverleihung an die Fa. Wienerwald ur<lb break="no"/>giert <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> neuerdings, und ich erkläre ihm, daß KR. <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs><lb/>
übernommen hat, dieses Problem mit der Arbeiterkammer und Ge<lb break="no"/>werkschaft zu bereinigen. Beim Jour fixe mit der Arbeiterkammer<lb/>
am Nachmittag stelle ich fest, daß diesbezüglich noch nichts ge<lb break="no"/>schehen ist. Ein Telefongespräch mit dem Vizepräs. der Arbeiter<lb break="no"/>kammer <rs type="person" ref="#per__121123">Mück</rs>, gleichzeitig auch Obmann der <choice><choice><sic>Gastarbeitergewerkschaft</sic><corr>Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst</corr></choice></choice>,<lb/>
ergibt, daß er nur ein unverbindliches Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__121123">Mück</rs> bis<lb/>
jetzt geführt hat. Der zuständige Referent der Arbeiterkammer<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114958">Mold</rs>, der beim Jour fixe anstelle von <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> anwesend war, meint,<lb/>
wenn Wienerwald, <rs type="person" ref="#per__112968">Jahn</rs>, ein Gewerkschaftsfeind, diese Auszeichnung<lb/>
bekommen würde, dann sollte man ihn am besten nicht mehr um seine<lb/>
Stellungnahme fragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte versuche die offenen Probleme mit<lb/>
der Arbeiterkammer und <choice><choice><sic>Gastarbeitergewerkschaft</sic><corr>Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst</corr></choice></choice> zu bereinigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_20">Ich informiere <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> neuerdings, daß die Benzinpreisverhandlun<lb break="no"/>gen nicht in absehbarer Zeit abgeschlossen sein werden. Ich muß<lb/>
die Wirtschaftsforscher, <rs type="person" ref="#per__123387">Stankovsky</rs> und <rs type="person" ref="#per__123388">Aiginger</rs>, Benzinstudie,<lb/>
ebenfalls in der Preiskommission prüfen lassen. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> teilt mir<lb/>
mit, er hat mit dem Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs>, diesbezüglich eine Aussprache gehabt. Dieser erklärte<lb/>
ihm dezidiert, er muß seine Mitarbeiter auch privat wissenschaft<lb break="no"/>lich arbeiten lassen, selbst dann, wenn sie nicht unmittelbar da<lb break="no"/>zu einen Auftrag haben, dies trifft also für diese Studie ganz<lb/>
besonders zu. Aus dieser Mitteilung konnte ich entnehmen, daß<lb/>
die Handelskammer doch auf Wunsch wahrscheinlich der Ölwirtschaft<lb/>
im Wirtschaftsforschungsinstitut interveniert hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Was ist das Ergebnis dieser Studie jetzt<lb/>
in der Preiskommission.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_22">GD <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> und der Wr. Elektrizitätswerksdirektor informieren<lb/>
mich über eine Aussprache mit der Arbeiterkammer wegen der endgül<lb break="no"/>tigen Festsetzung der Elektrizitätspreistarife für Wien. Die<lb/>
Elektrizitätsgesellschaft hat jetzt einen Kompromißvorschlag aus<lb break="no"/>gearbeitet, der eine Anhebung auch der Grundtarife vorsieht. Da<lb break="no"/>durch wird leider, wie ich feststelle, auch die Degression ein klein<lb/>
wenig erhöht. Alle anderen Gesellschaften haben nämlich bis jetzt<lb/>
die Absicht nur die Arbeitspreise zu erhöhen, um die Industrie aber<lb/>
ein wenig zu entlasten, müßte der Grundtarif für die Haushalte ein<lb/>
wenig angehoben werden. 14,9 %, gleichmäßig auf alle verteilt, wird<lb/>
auf den hohen Gewerbetarif und auf den jetzt schon im Verhältnis<lb/>
zu Niederösterreich und Burgenland teuren Industrietarif uner<lb break="no"/>träglich. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs>, wenn die Interessensvertretungen<lb/>
auch die Handelskammer dem zustimmen, dann würde ich mich einsetzen,<lb/>
daß die Preisbehörde letzten Endes doch diesen Tarif akzeptiert.<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs>, der Verantwortliche für die Elektrizitätsunter<lb break="no"/>nehmung, hat aber <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> schon mitgeteilt, in diesem Fall müßte<lb/>
auch die ÖVP im Gemeinderat für diesen Tarif stimmen. Ich kann<lb/>
mir kaum vorstellen, daß dies gelingen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_23">Beim Jour fixe am Nachmittag mit der Arbeiterkammer erklärt<lb/>
Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, er muß diese ganze Frage noch mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs> und<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> seinen umfangreichen Bericht. Diesmal war außer mir als<lb/>
Minister auch noch <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> anwesend. Ich teile ihm neuerdings mit,<lb/>
daß ich die Anzeige wegen der angeblichen Bestechung von mir an<lb/>
die Staatsanwaltschaft noch heute erstatten werde. Er ist damit<lb/>
einverstanden. Durch eine Bemerkung von <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> über die Gebühren<lb break="no"/>regelung in seinem Referat kommt es anschließend dann bei der<lb/>
Erklärung <rs type="person" ref="#per__97346">Benyas</rs> als Hauptaktionär, auch von ihm erwähnt, dann<lb/>
zu einer Aussprache über dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> und mir,<lb/>
da wir auf dem selben Tisch sitzen. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> und ich sind der<lb/>
Meinung in diesen Fragen wurde von vielen Leuten, die damit gar<lb/>
nichts zu tun haben und wahrscheinlich auch die Details gar nicht<lb/>
kennen, viel in der Öffentlichkeit geredet. Die Kreditinstitute<lb/>
haben die denkbar schlechteste Vorbereitung für diese Aktion ge<lb break="no"/>troffen. Jetzt haben die Raiffeisenorganisationen bereits erklärt,<lb/>
sie werden überhaupt nichts ändern. Natürlich hat sich die BAWAG<lb/>
dem sofort angeschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_24">Im Aufsichtsrat der BAWAG kommt es zu einer für mich sehr inter<lb break="no"/>essanten personellen Änderung. Die 4 neuen Mitglieder sind<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123389">Vitzthum</rs> von der Pensionsversicherung der Angestellten, <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs><lb/>
von den öffentlich Bediensteten, jetzt Sekretär von der christli<lb break="no"/>chen Gewerkschaftsfraktion, Dr. <rs type="person" ref="#per__123390">Schinagl</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> vom Kon<lb break="no"/>sum.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_25">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB berichtet <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>, daß es mit dem<lb/>
Volkswagen-Werken sehr schwierig wegen der Montage der allradge<lb break="no"/>triebenen Spezialfahrzeuge weitergeht. Die ÖIAG hat eine Kalku<lb break="no"/>lation für LOFAK oder auch Wr.-Neustadt-Gelände vorgelegt, 2<lb/>
Fertigungstiefen per 8.000 Einheiten. Die Volkswagen-Werke müßten<lb/>
die Entwicklung und typenspezifischen Werkzeuge zur Verfügung<lb/>
stellen. Volkswagen-Werk sagt, sie könnten dies wesentlich billiger<lb/>
produzieren. Die anderen Offerte von Karmann liegen in der selben<lb/>
Höhe wie die der ÖIAG.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll mit <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> dieses<lb/>
Problem neuerdings besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_27">Der Arbeiterkammerreferent für die §-68-Staatswappendekrete ist<lb/>
<pb n="54-0407" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band54/54_1980-03-28_0407.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>über die ganze Entwicklung nicht nur über Wienerwald sehr<lb/>
unglücklich. Weiser, der Fleischer, führt das Wappen auf den Liefer<lb break="no"/>wagen. Auf Plastiksäcken druckt er es in Grün, EUMIG hat es so<lb break="no"/>gar auf den Kamera. Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> meint, da müßte die<lb/>
Arbeiterkammer, wenn sie dies abstellen will, bei uns eine An<lb break="no"/>zeige erstatten. Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wieder hat mit der Fa. VELUX, Dach<lb break="no"/>fenster, verhandelt. Der Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__123391">Kalubek</rs> hat ihm zuge<lb break="no"/>sichert, sie werden, wenn er das Staatswappen kriegt, in Öster<lb break="no"/>reich einen Betrieb errichten. Dafür in Frage kommt der Lungau,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> ist Salzburger Abgeordneter, oder das Waldviertel. Ich<lb/>
erkläre einmal mehr dezidiert, wenn ein Unternehmer die Anforde<lb break="no"/>rung erfüllt, wie mein Beamter feststellt, dann gebe ich dem auf<lb/>
alle Fälle das Staatswappen. Wenn es dadurch gelingt, einen Be<lb break="no"/>trieb tatsächlich nach Österreich zu bringen, so ist dies die<lb/>
billigste Art der Investitionsförderung. Die Fa. VELUX hat aller<lb break="no"/>dings ein vollkommen negatives Gutachten der Arbeiterkammer und<lb/>
der Gewerkschaft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte versuch dies auch aus der Welt zu<lb/>
schaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_29">Bezüglich des Mühlengesetzes möchte <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, daß wir in den Re<lb break="no"/>gierungsentwurf hineinnehmen, daß die Vermahlungsmengenherabsetzung<lb/>
in Hinkunft gestrichen ist. Im Gegenteil ist er der Meinung, man<lb/>
sollte die Kontingentbestimmung dahingehend lockern, daß Jahr<lb/>
für Jahr das Kontingent um 5 % erhöht wird. Da jetzt die Kapa<lb break="no"/>zität zur Hälfte ungefähr genützt ist, würde jede Mühle in 14<lb/>
Jahren dann ihre volle Kapazität vermahlen können. Daß in diesem<lb/>
Fall das Mühlengesetz vollkommen sinnlos ist, geben er und auch<lb/>
die Gewerkschaftsvertreter zu. Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> vom Konsum möchte über<lb break="no"/>haupt, daß alle Mengen, die eine Mühle für die eigene Bäckerei oder<lb/>
in Kilopaketen abgepackt braucht, frei sein sollen. Angeblich sollen<lb/>
diese Wünsche alle nur zur Verhandlung im Parlament mit der ÖVP<lb/>
dienen. Da ich nicht beabsichtige diese Anträge auch in die Re<lb break="no"/>gierungsvorlage aufzunehmen, <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> selbst gibt mir in dieser<lb/>
Beziehung vollkommen Recht, wird jetzt eine interministerielle<lb/>
Sitzung mit den Interessensvertretungen und den zuständigen Mini<lb break="no"/>sterien von ihm einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_30">Im Preisgesetz hat <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> im Regierungsentwurf vorgesehen,<lb/>
daß die Ausweitung der Rechte der Preiskommissionsmitglieder und<lb/>
einige andere Punkte aufgenommen werden. Die Arbeiterkammer möchte<lb/>
auch, daß Preistreibereiverschärfung, Strafuntergrenzen, Zustell<lb break="no"/>kosten usw. neben der vorgesehenen Importwaren-Preisregelung<lb/>
weiterhin noch verschärfend eingebaut werden. Auch diesem Wunsch,<lb/>
erkläre ich, kann ich nicht nachkommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_31">Der Gewerkschaftsbund möchte, daß wir als GATT-Generaldirektor<lb/>
den schwedischen Bewerber <rs type="person" ref="#per__123394">Koliander</rs>, übrigens der einzige neben<lb/>
dem australischen Botschafter, der sich offiziell beworben hat,<lb/>
und nicht wie jetzt vorgesehen den Schweizer <rs type="person" ref="#per__123392">Dunkel</rs>, unterstützen<lb/>
sollten. Die Schweizer haben sich nämlich über ihre Botschaft in<lb/>
einer Note an das Handelsministerium ganz offiziell gewendet.<lb/>
Der von den Europäischen Gewerkschaften vorgeschlagene finnische<lb/>
Vertreter <rs type="person" ref="#per__123393">Salgren</rs> liegt scheinbar jetzt schon ganz aus dem Rennen.<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs> vom Gewerkschaftsbund, der sich mit den internationalen<lb/>
Fragen beschäftigt, wird den leitenden Sekretär <rs type="person" ref="#per__113840">Ströer</rs> diesbe<lb break="no"/>züglich informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Laß Dir über die ganze Sache ständig be<lb break="no"/>richten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_33">Der Gewerkschaftsbund möchte auch größere Aktivität bei<lb/>
der EFTA. Der Wunsch, das Wirtschaftskomitee und das Konsultativ<lb break="no"/>komitee stärker an den Ministerrat heranzuführen, wird von mir<lb/>
in jeder Phase sowieso unterstützt. Der Wunsch <rs type="person" ref="#per__115583">Muhms</rs>, es sollten<lb/>
bei der nächsten Tagung, gleichzeitig 20-Jahresfeier EFTA, wo<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ein Referat hat, hier bereits entsprechende Entscheidungen<lb/>
fallen, wird von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> entsprechend vorzubereiten sein.<lb/>
Ich persönlich glaube nicht, daß es zu einer größeren Aktivität<lb/>
der EFTA-Länder kommen wird. <rs type="person" ref="#per__115583">Muhm</rs> sieht in der Absicht, in Hin<lb break="no"/>kunft nur mehr Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> zu den Tagungen zu entsen<lb break="no"/>den, eine weitere Abwertung dieser Institution. Diese Meinung teile<lb/>
ich nicht, <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat, soweit sie mich bis jetzt vertritt, z.B.<lb/>
heute bei der Ordensüberreichung, nicht nur eine sehr gute Figur<lb/>
gemacht, sondern, wie man mir mitgeteilt hat, soll in Hinkunft auch<lb/>
gar nicht als mein Vertreter fungieren. Ich habe klar und deutlich<lb/>
entschieden und zum Ausdruck gebracht, daß, wo Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Al<lb break="no"/></rs> <pb n="54-0409" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band54/54_1980-03-28_0409.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>brecht auftritt, sie nie mein Vertreter ist, sondern selbständig<lb/>
handelt. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> hat natürlich mit Recht darauf verwiesen, daß dies<lb/>
in der Verfassung eigentlich nicht vorgesehen ist. Dort ist sie<lb/>
immer nur meine Vertretung. In der Praxis können wir dies aber<lb/>
ganz anders spielen und brauchen uns hier wirklich nicht, zuminde<lb break="no"/>stens optisch, nach der Verfassung richten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_34">Der Gewerkschaftsbund wird auch prüfen, ob die von Österreich in<lb/>
Ägypten zu errichtende Zementfabrik, die Bezahlung würde durch<lb/>
Zementlieferungen an Israel erfolgen, von KOOR, der Histadrut-<lb/>
Wirtschaftsorganisation, Präs. <rs type="person" ref="#per__123173">Blumenthal</rs>, tatsächlich gewünscht<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__122894">Hirschfeld</rs>, Metallimport und SGP-Vertreter, hat dies mir<lb/>
gegenüber behauptet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte verfolg dieses Projekt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_36">Das neue Reisebüro Neckermann ist mit dem Österreich-Leiter und<lb/>
ganz besonders einigen Vertretern aus der Zentrale Frankfurt er<lb break="no"/>schienen, um mir einen Antrittsbesuch abzustatten. Neckermann wird<lb/>
nicht nur das outgoing-Geschäft in Österreich betreuen, sondern<lb/>
bemüht sich incoming aus Deutschland zu vergrößern. 100.000<lb/>
Deutsche wurden nach Österreich gebracht und 1 Mio Übernachtun<lb break="no"/>gen mit S 250.000 Mio. im vergangenen Jahr abgewickelt. Necker<lb break="no"/>mann hat zugegeben, daß es größere Anstrengungen von anderen Reise<lb break="no"/>büros gibt. Er wird sich sicherlich noch mehr bemühen. Was das<lb/>
outgoing-Geschäft betrifft, so hat er mit seiner S 1.000,–– Ein<lb break="no"/>standsprämie, die jedermann, der bei ihm bucht, von den 15.000 Soll<lb break="no"/>kunden 7.000 bereits verkauft. Im Jahre 1981 sollen es dann<lb/>
30.000 sein. Er hofft, daß er Kuoni bald überschritten haben<lb/>
wird und sich Touropa nähert. Daß diese beiden jetzt den inländi<lb break="no"/>schen Markt beherrschen, darüber nicht sehr erfreut sind, ist<lb/>
selbstverständlich. Neckermann hat sich sofort mit AUA, der natio<lb break="no"/>nalen Fluglinie arrangiert, dadurch ist der Widerstand gegen ihn<lb/>
nicht mehr so groß, als die Konkurrenten natürlich am liebsten<lb/>
hätten. Ich selbst konnte nur meine Neutralität gegen allen neuer<lb break="no"/>dings ausdrücken. Ich selbst werde mich sicherlich nicht in die<lb/>
Konkurrenzkämpfe einmischen, für die jetzt <rs type="person" ref="#per__123395">Krazl</rs> von Frankfurt<lb/>
mir erklärte,<add>[bei den]</add> teuren Preisen für die Konsumenten kann Neckermann<lb/>
nur verbilligend wirken. Dies trifft auch tatsächlich zu, denn<lb/>
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jetzt outgoing wurden die Preise von den Destinationen gesenkt,<lb/>
wo Neckermann Anbote erstellte. Touropa und Kuoni haben sich<lb/>
sofort anpassen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band54_1980-03-28_37">Ein wenig wehmütig gestimmt habe ich dann am Abend die Zusammen<lb break="no"/>kunft der Alten Falken aus der ersten Republik und unserer ille<lb break="no"/>galen Gruppe miterlebt. Unser Falkenführer <rs type="person" ref="#per__123396">Schicker Sepp</rs>, der in<lb/>
England lebt, ist auf Besuch gekommen. Alte Fotografien wurden<lb/>
herumgereicht, niemand ist, wenn man sich so heute trifft, eigent<lb break="no"/>lich wiederzuerkennen, schön langsam aber wird man doch wieder be<lb break="no"/>kannt. Ich hatte gar nicht gewußt, daß ich eine so eine sentimen<lb break="no"/>tale Seite auch habe.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 28.3.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Hatte 1980 Aussprache mit Baurecht und Sallinger über Fremdenverkehr;
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               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leiter vw. Abt. ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName><surname>Engelmayer</surname><forename>Günther</forename></persName>
               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM, Christgewerkschafter,
                  ÖVP-Politiker</occupation>
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               <persName><surname>Hirschfeld</surname><forename>A</forename></persName>
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               <persName type="label">Dunkel, Arthur</persName>
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               <persName type="label">Blaha, Hermann</persName>
               <persName><surname>Blaha</surname><forename>Hermann</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Vitzthum, Anton</persName>
               <persName><surname>Vitzthum</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>stv. GD PVAng.</occupation>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Wolfsberger, Wolfgang</persName>
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               <occupation>GD Siemens Österreich</occupation>
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               <persName><surname>Koliander</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>schwed. Bewerber GD-Posten GATT; evtl. Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Baurecht, Karl</persName>
               <persName><surname>Baurecht</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">Blumenthal, Naftali</persName>
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               <occupation>Präs. Industriekomplex Koor, Gewerkschaft Histadrut, Israel</occupation>
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               <persName type="label">Flöttl, Walter</persName>
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               <occupation>finn. Bewerber GD-Posten GATT</occupation>
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               <occupation>Vizepräs. BHK, Präs. FWV</occupation>
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