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            <title type="main">Dienstag, der 11. März 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_01">Dienstag, 11. März 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_02">In der Fraktionssitzung der Lebensmittelarbeitergewerkschaft<lb/>
diskutierten wir über die Verhältnisse der Parteien zuein<lb break="no"/>ander. Nach meinem Referat, wo ich insbesondere auf die Ak<lb break="no"/>tivität der ÖAAB-Leute hinwies, wurde übereinstimmend festge<lb break="no"/>halten, dass vom ÖAAB für die soz. Gewerkschaftsfraktion die<lb/>
stärksten Angriffe zu erwarten sind. Der ÖAAB, wie ich feststellte,<lb/>
dominiert heute in der ÖVP-Führung. <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs>, <rs type="person" ref="#per__97583">Jäger</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97572">Hubinek</rs> überwiegen, für den Wirtschaftsbund ist nur eventuell<lb/>
noch der Vizebürgermeister von Wien, <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, zu rechnen. Warum<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> so auf <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> sich eingestellt hat, ist wahrscheinlich<lb/>
nicht nur die persönliche Freundschaft, sondern auch damit<lb/>
wenigstens durch den Generalsekretär der Bauernbund indirekt ver<lb break="no"/>treten ist. Ich glaube, dass die ÖVP durch diese Konstruktion<lb/>
auf lange Sicht eine schlechtere Organisationsform darstellt.<lb/>
Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Wirtschaftsbund und<lb/>
der Bauernbund sich mit dieser Konstellation zufriedengeben<lb/>
können. Jedermann, der längere Zeit in einer Partei insbesondere<lb/>
in den Spitzengremien gearbeitet hat, weiss, dass der Vorstand<lb/>
zwar die Beschlusskörperschaft ist, dass aber im Präsidium die<lb/>
entsprechenden Anträge vorbereitet und damit von dort formuliert<lb/>
an den Vorstand kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_03">Für die soz. Gewerkschaftsfraktion ergibt sich weiters die Not<lb break="no"/>wendigkeit zu erkennen, dass wahrscheinlich die christliche<lb/>
Gewerkschaftsfraktion unter <rs type="person" ref="#per__122974">Altenburger</rs> eine ziemlich selbständige<lb/>
Rolle gespielt hat, in Hinkunft unter <rs type="person" ref="#per__113374">Gassner</rs> wahrscheinlich<lb/>
doch vom ÖAAB weitestgehend unterwandert, um nicht sogar viel<lb break="no"/>leicht aufgesogen zu werden. In der Diskussion wurde deshalb von<lb/>
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haben, verlangt, wir müssten eine wesentlich härtere Personal<lb break="no"/>politik betreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_04">Mit <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__119827">Stanzel</rs> besprach auch ich personalpolitische<lb/>
Fragen.<lb/>
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zu vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_06">Die Ministerratsvorbesprechung ist jetzt immer vor der Mini<lb break="no"/>sterratssitzung am Dienstag. Dies ist insoferne angenehmer als<lb/>
dadurch man nicht zweimal ins BKA fahren muss. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kritisierte<lb/>
ganz hart die Studie des Instituts für Raumplanung über das Wald<lb break="no"/>viertel. Gestern hatte er sie scheinbar nicht genau gelesen,<lb/>
gestern bereits hatte <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> festgehalten, dass es sinnlos<lb/>
ist, eine 160 km-Geschwindigkeitsstrecke ins Waldviertel zu<lb/>
bauen. Nach Horn würden dies mit Einführung eines Taktfahrplanes<lb/>
2,5 Mia S kosten. Der Sozialminister wieder kritisiert, dass in<lb/>
dieser Studie gesagt wird, es sollten neue Betriebe nicht ge<lb break="no"/>fördert werden, sondern die bestehenden erweitert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war so<lb/>
verärgert über diese Studie, dass er von barocken Ideen, unsinnig<lb/>
und Narrenturm, politische Kinder sprach, die diese Studie erstellt<lb/>
haben. Er wollte auch wissen, wer den Auftrag gegeben hat, ein<lb break="no"/>deutig für mich, das BKA selbst. Er forderte alle Ressorts auf,<lb/>
diese Studie genau zu studieren und allen Unsinn sofort dem Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> mitzuteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_08">Am 26., 27. kommt <rs type="person" ref="#per__110938">Lazar</rs> nach Österreich, er ersuchte mich, ich<lb/>
sollte an diesem Treffen teilnehmen. Nach Eröffnung der Grazer<lb/>
Messe kann ich dies sicherlich tun.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__119828">Veres</rs> kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_10">Über die Bauernkammer-Wahlen, die einen grossen Erfolg der soz.<lb/>
Arbeitsbauern brachte, um 6.000 Stimmen mehr, statt 3,67 %<lb/>
9,22 %, wurde lang diskutiert. Durch das Wahlsystem, 4 Wahlkreise<lb/>
und Grundmandat, hat die ÖVP, obwohl sie von 160.000 auf 154.000<lb/>
also 5.700 Stimmen verloren hat, das einzige Mandat der Land<lb break="no"/>wirtschaftskammer, das die SPÖ hatte, auch dazu gewonnen. In den<lb/>
Bezirksbauernkammern konnten die Arbeitsbauern ihre Mandate von<lb/>
36 auf 61 erhöhen. Die ÖVP fühlt sich in diesem System selbst<lb/>
nicht sehr wohl und bietet deshalb dem Arbeitsbauernbund ein<lb/>
kooptiertes Mandat an. Dies wird aber abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte,<lb/>
ungut ist, dass wir diesem Wahlgesetz im Nationalrat zugestimmt<lb/>
haben. Jetzt muss man unverzüglich an eine Änderung schreiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_11">Auch in den Salzburger Landarbeiterkammer-Wahlen hat der<lb/>
Arbeitsbauernbund von 3,8 % auf 5,6 % sich verbessern können.<lb/>
Dort behält er das eine Mandat. Die Listenbezeichnung SPÖ<lb/>
hat dort keinen Schaden gebracht, wie immer wieder von manchen<lb/>
behauptet wird, die unter irgendwelchen Tarnbezeichnungen<lb/>
kandidieren. Eine ähnliche Erfahrung haben übrigens wir<lb/>
bei unserer Personalvertretung im Handelsministerium machen<lb/>
können. Sich klar und deutlich zu dem bekennen, was man ist,<lb/>
ist wesentlich besser, als Tarnbezeichnungen, die sowieso durch<lb break="no"/>schaut werden, zu verwenden. Ich bin auch nicht ganz sicher,<lb/>
ob es nicht in der Wirtschaftstreuhänder-Kammer auch besser<lb/>
gewesen wäre, durch eindeutige Listenbezeichnung zu kandidieren<lb/>
als unter der Bezeichnung "Wirtschaft 80".<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Dies sollte man mit unseren Genossen dort<lb/>
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14.000 mit 1. Jänner weniger als 5,6 % Pensionserhöhung<lb/>
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als<add>[sie]</add> im Vorjahr Pension ausbezahlt erhielten. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> hofft,<lb/>
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sein wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, hier muss ein Unrecht beseitigt werden,<lb/>
und es ist ausser jeder Diskussion, dass dies so schnell wie<lb/>
möglich geschehen muss. Entstanden ist es durch die Erhöhung der<lb/>
Einheitswerte, wieso man dies nicht früher bemerkte, ist mir ein<lb/>
Rätsel.<lb/>
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Teheran hat sich nun seine Kritik, die er off record bezüglich<lb/>
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aber doch in die Zeitung gekommen ist, jetzt bestätigt. Mit diesen<lb/>
verrückten Mullahs kann man keine Verträge abschliessen. Die<lb/>
Blamage der Untersuchungskommission ist jetzt komplett. Die<lb/>
ÖVP hat zwar <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über dieses Verhalten kritisiert, jetzt<lb/>
aber wird es neuerdings als richtig bestätigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_15">In Kolumbien hat jetzt das 99 %-ige Wahlergebnis gezeigt, dass<lb/>
es dort nur eine scheinbare Demokratie gibt, die Botschafts<lb break="no"/>besetzer haben, nicht zuletzt auch weil Österreich Kolumbien nicht<lb/>
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auch aus humanitären Gründen den österr. Botschafter freigelassen.<lb/>
Auch hier hätte sich nachträglich, ohne dass man allerdings sagen<lb/>
kann, dies hätte man bei der UNO-Sicherheitsrat-Besetzungsdebatte<lb/>
voraussehen können, dieses Verhalten als richtig erwiesen.<lb/>
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paktfreien Staaten fortsetzen, damit man vielleicht die SU bezüglich<lb/>
der Afghanistan-Besetzung beeinflussen könnte. Die amerikanische<lb/>
Ultimatums-Politik, der britische Neutralitätsplan muss seiner<lb/>
Meinung nach scheitern. <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs> hat einen amerikanischen Ölmillio<lb break="no"/>när <rs type="person" ref="#per__119829">Armand Hammer</rs>, der 83 Jahre ist und mit <rs type="person" ref="#per__123197">Lenin</rs> befreundet war,<lb/>
empfangen. <rs type="person" ref="#per__123197">Lenin</rs> hat angeblich von ihm die Neue Ökonomische Politik,<lb/>
die dieser ihm schilderte, übernommen. Damals wurde in der SU<lb/>
in der NEP-Zeit eine wesentliche Lockerung des zentralgelenkten<lb/>
Planwirtschaftssystem eingeführt. Diesem <rs type="person" ref="#per__119829">Hammer</rs> wurde mitgeteilt,<lb/>
dass die SU für alle geeigneten Vorschläge immer empfänglich sein<lb/>
wird. Da zum Unterschied von der US-Aussenpolitik, wo alles<lb/>
heute fast in Rundschreiben erfolgt, die SU sehr diskret ist, muss<lb/>
man in diesem Schluss-Satz des Protokolls eine gewisse Absicht<lb/>
erkennen. Die ganze Frage ist streng vertraulich zu behandeln, ob<lb/>
diese Politik Erfolg haben wird, wird sich erst zeigen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hofft<lb/>
wahrscheinlich, dass es den neutralen Staaten oder paktfreien Staaten,<lb/>
besser gesagt, gelingt, hier in der SU gewiss mässigend einzuwirken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_17">Mit den Saudis wurde jetzt das Ölabkommen abgeschlossen, die Vöest<lb/>
könnte Anlagen hinunterliefern, ist aber gegenüber Deutschland<lb/>
noch zu teuer. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erwähnte diesmal, man muss bei Aussagen<lb/>
äusserst vorsichtig sein, denn die Regierung selbst verhandelt nicht,<lb/>
sondern kann nur entsprechende Projekte unterstützen und vorbesprechen.<lb/>
Die Abschlüsse erfolgen ausschliesslich durch Firmen. Für mich war<lb/>
dies nicht nur nichts Neues, sondern ich habe stets bei meinen Aus<lb break="no"/>sagen festgehalten, dass wir nur die Projekte vorbereiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_18">Mich selbst hat daher die neuerliche Kritik von ÖVP-Sprecher <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>,<lb/>
dass sich jetzt die Minister rühmen, entsprechende Verträge abge-<lb/>
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komisch berührt. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> will jetzt immer wieder in allen Problemen<lb/>
mitreden und kriegt natürlich als ÖVP-Sprecher auch die entsprechen<lb break="no"/>de Resonanz in den Massenmedien. Ich glaube, wir müssen uns schön<lb/>
langsam eine neue Taktik ihm gegenüber zurechtlegen.<lb/>
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kann, in den Neubau am Ballhausplatz einziehen zu können. Die dortigen<lb/>
neuen Grundbesitzer haben jetzt eine Baugesellschaft gefunden,<lb/>
sie erhoffen, dass der Bund sie bei den Bauverhandlungen unter<lb break="no"/>stützt, weil angeblich das BKA einen dringenden Bedarf an<lb/>
Büroräumen hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> warnt davor, dass überhaupt irgendjemand<lb/>
sich mit dieser Idee, dorthin zu ziehen, spielt. Die Mieten werden<lb/>
derartig teuer sein, dass keine öffentliche Dienststelle dorthin<lb/>
ziehen wird. Er wird solchen Ideen erbitterten Widerstand ent<lb break="no"/>gegensetzen. Überhaupt bemerkte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass die Idee, die Revi<lb break="no"/>talisierung von Gebäuden durch öffentliche Dienststellen, sehr<lb/>
skeptisch beurteilt wird.<lb/>
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Lamprechtshausen grössere Differenzen. <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> möchte, dass<lb/>
50:50 der Bund sich daran beteiligt, die jetzige Verpflichtung<lb/>
lautet aber nur 20 %. <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> hat auch eine Verkehrsenquete jetzt<lb/>
nach Salzburg einberufen, ohne mit <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> über die vorgesehenen<lb/>
Tagesordnungspunkte, die von seinen direkt oder indirekt unter<lb break="no"/>stellten Beamten abgewickelt werden sollen, zu informieren. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs><lb/>
hat 1978 bei einer Sicherheitsenquete genau dasselbe festgestellt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt vor, es darf sich kein zuständiges Ressort dies<lb/>
gefallen lassen und man muss mit scharfen Briefen dagegen<lb/>
remonstrieren.<lb/>
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einige Fälle mit 9,2 % Kreditgrenze eingereicht werden, diese<lb/>
müssen zurückgestellt werden, bis mit dem Finanzministerium die<lb/>
neue Regelung vereinbart ist. Genehmigt werden nur Unilever, die 8,5 %,<lb/>
und die Fa. Eder, die ebenfalls 8,5 % Zinsenobergrenze hat. Gegen<lb/>
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Einspruch gehabt, wie <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> mitteilt, weil angeblich<lb/>
falsche Informationen von der Firma vorliegen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte,<lb/>
in diesem Fall würde sich ja sehr bald herausstellen, ob die<lb/>
Firma gelogen hat oder falsche Unterlagen geliefert und dann<lb/>
sei das Ganze hinfällig. Er wolle aber keinesfalls, dass von<lb/>
vornherein dieses Ansuchen abgelehnt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Was weisst Du über den Fall?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_23">Bezüglich der Rechnungshofbestellung wird von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nur mitge<lb break="no"/>teilt, dass er jetzt wegen der Berufung <rs type="person" ref="#per__112588">Broesigkes</rs> vom Klub<lb break="no"/>obmann <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> auch mehr Unterstützung für den FPÖ-Kandidaten in der<lb/>
Öffentlichkeit erwartet. Bezüglich des Stellvertreters ist noch<lb/>
nichts entscheiden. <rs type="person" ref="#per__119830">Winternitz</rs> kommt dafür nicht in Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_24">In der Ministerratssitzung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> und seinen Beamten<lb/>
gedankt, dass es ihnen durch unermüdlichen Einsatz gelungen ist,<lb/>
den Botschafter <rs type="person" ref="#per__119831">Selzer</rs> aus Kolumbien freizubekommen. Er hätte nur<lb/>
die Absicht gehabt, einen Brief zu schreiben, der schon entworfen<lb/>
ist, die jetzt geänderte Dankesformel hat auch einen Appell<lb/>
beinhaltet, dass auch die anderen Geiseln so bald wie möglich frei<lb/>
gelassen werden. Auf Ersuchen der kolumbianischen Regierung wäre<lb/>
Wien bereit, den Geiselnehmern Asyl zu gewähren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_25">Der Verfassungsgerichthof hat festgestellt, dass <rs type="person" ref="#per__118682">Rudolf Habsburg-<lb/>
Lothringen</rs> nicht eine Verzichtserklärung abgeben muss, da er<lb/>
zur Zeit des Gesetzesbeschlusses noch nicht geboren war. Dies<lb/>
widerspricht dem Geist des Gesetzes, denn der Gesetzgeber wollte<lb/>
eben damals, dass jeder Nachfolger aus dem Hause Habsburg-Lothringen<lb/>
auf Ansprüche verzichtet, wenn er in Österreich leben will. Dies<lb/>
sei eben keine Hausfrage, wie das Höchstgericht auch annimmt<lb/>
und wie es im Gesetz steht, sondern ist eine Familienangelegenheit.<lb/>
In der Geschichte gibt es unzählige Beispiele, wo die Thron<lb break="no"/>anwärter dann letzten Endes doch auf die Tradition und Geschichte<lb/>
pochend ihren Anspruch auch in weiteren Generationen dann geltend<lb/>
gemacht haben. Ich glaube aber, dass es kaum nochmals zu einer<lb/>
diesbezügliche Auseinandersetzung in Österreich wie seinerzeit,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_26">In der offiziellen Sitzung des Gesamtvorstandes der Lebens<lb break="no"/>mittelarbeitergewerkschaft, die diesmal als Arbeitstagung ge<lb break="no"/>halten wird, konnte ich nach meinem Referat feststellen, dass<lb/>
die Stimmung nicht schlecht ist. Solange wir uns immer wieder<lb/>
kritisch mit allen Problemen auseinandersetzen und über alles<lb/>
freimütig diskutieren, wird trotz Einzeleinwendungen und oft<lb/>
berechtigten Vorschlägen, die von der Behörde oder der Büro<lb break="no"/>kratie nicht beachtet werden, das Vertrauen der Arbeiter in<lb/>
der Organisation bestehen bleiben. Dies gilt aber insbesondere<lb/>
für die Funktionäre und natürlich ganz besonders für die Spitzen<lb break="no"/>funktionäre. Natürlich sind die einzelnen Gruppen daran inter<lb break="no"/>essiert, dass ihre spezifischen Interessen gewahrt bleiben.<lb/>
Dabei kam insbesondere auch die Importpolitik zur Sprache. Mir<lb/>
neu war, dass angeblich Teigwaren in Österreich nicht in ein gelbes<lb/>
Papier verpackt werden dürfen, dass aber sehr wohl Importware<lb/>
insbesondere aus Italien diese Verpackung hat und nicht beanstandet<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Was weiss das Handelsministerium davon?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_28">Die Unterlagen, die mir <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> zusammengestellt hat, waren so<lb/>
gut und so aktuell, dass bei den Kolleginnen und Kollegen ein förm<lb break="no"/>liches "Griss" darum war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_29">In der Sektionsleiter-Sitzung im 3. Bezirk wurde insbesondere<lb/>
über die politische Situation nach meinem Bericht und dann<lb/>
aber ganz besonders über die Volksbefragung diskutiert. Mir ist<lb/>
es vollkommen unerklärlich, wieso ich am Sonntag, wo ich im<lb/>
3. Bezirk als Bezirksobmann eingesetzt bin, gleichzeitig im<lb/>
nö. Wahlkampf eingeteilt werde. Ich bitte in Hinkunft mehr darauf<lb/>
Rücksicht zu nehmen, dass ich als Bezirksobmann unter allen<lb/>
Umständen an solchen Tagen im Bezirk verbleibe. Natürlich haben<lb/>
meine Genossen volles Verständnis dafür, dass ich gegebenen<lb break="no"/>falls woanders hinfahren muss, ich selbst möchte dies aber<lb/>
unter gar keinen Umständen tun.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-11_30">ANMERKUNG AN ALLE: Bitte auf meine Bezirksobmann-Funktion<lb/>
auf der Landstrasse mehr Rücksicht nehmen.<lb/>
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            <head>Nachtrag TO 34. Ministerratssitzung, 11.3.1980</head>
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