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            <title type="main">Montag, der 10. März 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band53_1980-03-10</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_01">Montag, 10. März 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_02">Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> hat nun das Energiesicherungsgesetz und die Erläuternden<lb/>
Bemerkungen zeitgerecht fertiggestellt. Insbesondere hat er von<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, dem Energiesprecher der ÖVP, alle Aussagen gesammelt,<lb/>
wo dieser entsprechende konkrete Massnahmen vorgeschlagen hat.<lb/>
Wir diskutieren, ob <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> zu diesen Aussagen stehen wird, denn<lb/>
in diesem Fall müsste er zumindestens einzelnen Teilen des<lb/>
Energiesicherungsgesetzes zustimmen. Ich bin fest davon überzeugt,<lb/>
er wird irgendwelche Ausreden finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_03">Beim Journalistenfrühstück hat dann zu meiner grössten Ver<lb break="no"/>wunderung nicht Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, sondern Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> über die<lb/>
Energiesicherung referiert. Sicherlich, er ist der Chef, doch<lb/>
die Arbeit hat in diesem Fall <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> gemacht, dies widerspricht<lb/>
eigentlich meinem Prinzip: Wer arbeitet, soll auch referieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte richte <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> dies aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_05">Interssanterweise gab es darüber kaum eine Diskussion, ich konnte<lb/>
meine Bemerkung über die ÖVP-Behauptung, <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, sie unterstützen<lb/>
jede vernünftige Regelung und Vorschlag, z.B. bei der letzten<lb/>
Handelsausschuss-Sitzung ihre Zustimmung zum Untersuchungs<lb break="no"/>projekt Windenergie der IFA, gerade noch anbringen. An diesem<lb/>
Beispiel konnte ich demonstrieren, wie zu so belanglosen Ent<lb break="no"/>scheidungen, 200.000 S Anteil Österreichs an einem doch verhält<lb break="no"/>nismässig uninteressanten Projekt, im österr. Parlament ein<lb/>
Verfassungsgesetz notwendig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Dies sollte man jetzt überall herum<lb break="no"/>erzählen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_07">Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> berichtete über die Afrika-Reisen, ich schloss<lb/>
daran einen kurzen Bericht über die Leipziger Messe an. Gefragt<lb/>
wurde ich nur, ob die alten Projekte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> 13 Mia S Auftrags<lb break="no"/>summe oder neue Projekte sind. Selbstverständlich habe ich,<lb/>
obwohl das nicht ganz stimmt, behauptet, dies hätte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
auch schon damals von <rs type="person" ref="#per__114104">Honecker</rs> zugesichert bekommen. Einmal<lb/>
mehr bestätitgte sich für mich die Tatsache, dass am schlechte<lb break="no"/>sten ist es, allzu konkrete Aussagen bei Handelsvertragsver<lb break="no"/><pb n="53-0304" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-03-10_0304.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>handlungen zu machen. Allerdings muss ich zugestehen, dass es<lb/>
gar nicht möglich ist, auf Grund der Informationen, die die Refe<lb break="no"/>renten im Handelsministerium haben, überhaupt irgendwelche Aussagen<lb/>
zu machen. Bei der nachmittägigen Aussprache mit dem Wirtschafts<lb break="no"/>minister aus Tansania, <rs type="person" ref="#per__119247">Nyerere</rs>, konnte ich einmal mehr feststellen,<lb/>
wie wenig wir in unserem Haus wissen. Die Unterlagen, die wir vom<lb/>
Aussenamt oder vom Bundeskanzleramt, Verstaatlichte Industrie,<lb/>
Sektionschef <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, bekommen, sind da wesentlich besser.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_08">Die Bürges-Geschäftsführung berichtete über ihr 25-jähriges Be<lb break="no"/>stehen, darüber gab es keinerlei Diskussion.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_09">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtete über die Erhöhung der Kreditobergrenzen<lb/>
um 1/2 %, welches auch mehr oder minder zur Kenntnis genommen<lb/>
wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_10">Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> berichtete mir dann von der Erweiterten Wiener<lb/>
Vorstandssitzung im Rathaus, wo das Mietenproblem diskutiert<lb/>
wurde. Sie war ganz erschüttert, dass es <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> nicht gelungen ist,<lb/>
zu einem Konsens mit den eigenen Genossen zu kommen. Dies ist<lb/>
sicherlich wesentlich schwieriger als wahrscheinlich mit der ÖVP. Die<lb/>
Gegensätze zwischen der Mietervereinigung, Ex-Gemeinderat <rs type="person" ref="#per__111392">Windisch</rs>,<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> dürften jetzt besonders krass sich optisch darstellen,<lb/>
da ja <rs type="person" ref="#per__111392">Windisch</rs> zum ersten Entwurf von <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>, der natürlich auf<lb/>
die Ablehnung nicht nur der ÖVP, sondern auch des Finanzministers<lb/>
gestossen ist, ganz besonders hart auswirken. Die Mietervereinigung wird<lb/>
wird sich jetzt verraten fühlen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_11">Von der International Herald Tribune wollte Herr <rs type="person" ref="#per__119249">Krause</rs> wissen,<lb/>
wie ich die Wirtschaftslage 1980 beurteile und die Enrgiefrage<lb/>
sich darstellt. Acht Tage englisch reden in Afrika und ich bin<lb/>
selbst überrascht, wie verhältnismässig leicht ich bei englischen<lb/>
Interviews mir momentan tue.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_12">Ich habe den Präsidenten der Verbundgesellschaft <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> zu mir ge<lb break="no"/>beten, um ihn über die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> und <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> zu infor<lb break="no"/>mieren, wo ja auch seine Abberufung von <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> mir mitgeteilt wurde.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs>, mit dem ich Jahrzehnte lang ein gutes Verhältnis hatte<lb/>
und insbesondere in den letzten Jahren, wo ich für die Elektrizitäts<lb break="no"/><pb n="53-0305" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-03-10_0305.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wirtschaft verantwortlich bin, stets kollegial verhandelt habe,<lb/>
war sehr erfreut, von mir diese neue Nachricht für ihn zu hören.<lb/>
Er wird in den nächsten Tagen ein Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, das bereits<lb/>
vor längerer Zeit vereinbart wurde, endlich durchführen können.<lb/>
Dass ich ihm aber über die ganze Frage früher berichtete, war für<lb/>
ihn ein neuer Beweis meiner Kollegialität. Überrascht war ich,<lb/>
dass mir <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> zugab, er würde entweder bei der nächsten Haupt<lb break="no"/>versammlung oder spätestens Ende des Jahres den Posten zurücklegen,<lb/>
wenn es die ÖVP verlangt. Er selbst hätte vor längerer Zeit schon<lb/>
GS <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs> von der Landwirtschaftskammer vorgeschlagen. Gegen<lb/>
eine solche Bestellung hätte ich grösste Bedenken, obwohl ich dies<lb/>
natürlich nicht <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> mitteilte, da ja nach dem letzten Stand<lb/>
GS <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> von der ÖVP vorgeschlagen wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, der neuerdings<lb/>
wegen der Donaukraftwerk-Vorstandsbesetzung bei mir für <rs type="person" ref="#per__119252">Dobner</rs><lb/>
intervenierte, meinte allerdings, dass jetzt innerhalb der ÖVP<lb/>
man wieder von ihm abgekommen sei. Ich habe <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> nur eines klar und<lb/>
deutlich gemacht, die Bestellung erfolgt durch Organe und das Organ<lb/>
für die Bestellung des Präsidenten des Aufsichtsrates ist die Haupt<lb break="no"/>versammlung, die Hauptversammlung bin ich. Die ÖVP wird dies schön<lb/>
langsam zur Kenntnis nehmen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_13">Der Vize-Aussenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__119260">Vutev</rs>, Bulgarien, der gleichzeitig<lb/>
auch der Kadervertreter im Handelsministerium ist, glaubte, bei<lb/>
mir durch forsches Auftreten bulgarische Forderungen unterbringen<lb/>
zu können. Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> hätte mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> über<lb/>
die Sicherung der ausländischen Investitionen, die Doppelbe<lb break="no"/>steuerung, die Zollkooperation und insbesondere die Zoll<lb break="no"/>erleichterung – hier hatte er vergessen dazuzufügen, dass dies<lb/>
nur für handcraft, also handwerklich hergestellte Waren gelten<lb/>
sollte – Gespräche geführt. Ich konterte dann sofort, da wir einen<lb/>
Brief <rs type="person" ref="#per__97311">Androschs</rs> an <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> abschriftlich hatten, dass jetzt die<lb/>
Bulgaren entsprechende Antworten schuldig sind. <rs type="person" ref="#per__119260">Vutev</rs> forderte<lb/>
weiterhin, dass die Bulgaren 1978 2.500 t, 1979 1.470 t Tabake<lb/>
exportierten, von Österreich, das 3.100 t heuer importieren wird,<lb/>
möchten sie mindestens 1.500 t bekommen. Dazu käme dann noch für<lb/>
die Virginia oder Burley, wo wir 14.000 t importieren, 3.000 t<lb/>
Wunsch der Bulgaren. In diesem Fall könnte dann das Pumpsteicher<lb break="no"/>werk von Waagner-Biro, Elin und Voith <choice><choice><sic>Tschaira</sic><corr>?</corr></choice></choice> mit 1,5 Mia S leicht<lb/>
abgewickelt werden. Meine Antwort darauf war, dies müsse er mit dem<lb/>
Finanzministerium besprechen, denn die Österr. Tabakregie unter<lb break="no"/><pb n="53-0306" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-03-10_0306.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>steht diesem, was die Tabak-Regie wirklich importieren wird,<lb/>
kann ich nicht entscheiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_14"><rs type="person" ref="#per__119260">Vutev</rs> beschwerte sich auch, dass sie Schwierigkeiten beim Konserven<lb break="no"/>import haben, insbesondere Gurken und grüne Bohnen, und dass<lb/>
angeblich im Protokoll vom Oktober 1974 ich ganz etwas anderes<lb/>
unterschrieben hätte und auch <rs type="person" ref="#per__114049">Gineff</rs> einmal zugesagt hätte, in<lb/>
3 Tagen könnten sie die Einfuhrlizenzen bekommen. Ich antwortete<lb/>
sehr scharf, dass wir jedes Protokoll bis zum letzten Beistrich<lb/>
beachten und in dem vom Oktober 1974, das wir allerdings gar nicht<lb/>
zur Hand hatten, war bestimmt bezüglich der Exporte von Gemüse<lb break="no"/>konserven vorgesehen, dass sie zu marktgerechten Preisen erfolgen<lb/>
müssten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_15">Zuletzt kam <rs type="person" ref="#per__119260">Vutev</rs> dann noch auf die Aussprache <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanows</rs> mit mir<lb/>
bezüglich Schweine-Exporte gegen landwirtschaftliche Produkte<lb/>
Importe zur Sprache. Ich konnte ihm unverzüglich einen Termin<lb/>
beim Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> verschaffen und daher ganz<lb/>
schnell hinausexpedieren. Wenn dieser Politmann glaubt, mit<lb/>
seinen Methoden bei mir etwas zu erreichen, da irrt er. So schnell<lb/>
er gekommen ist, so schnell war er auch wieder draussen. <rs type="person" ref="#per__119260">Vutev</rs><lb/>
allerdings meinte zum Schluss, da sieht man wie expeditiv ich<lb/>
arbeite. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat mir dann abends<lb/>
bei einer Aussprache im BKA erklärt, dass eine Kompensation,<lb/>
wie es die Bulgaren wollten, nicht in Frage komme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_16">GD <rs type="person" ref="#per__119263">Spiegelfeld</rs> vom Leykam berichtet, dass jetzt die Geruchsbelästigung<lb/>
endgültig bereinigt ist, wir kamen auch aus das grosse Zellulose<lb break="no"/>projekt Paskov zu sprechen, die CSSR hat uns das seinerzeitige<lb/>
Sulfatprojekt <choice><choice><sic>Rosenbruck</sic><corr>Rosenberg?</corr></choice></choice> bis in die Details verhandeln lassen<lb/>
und dann an die Kanadier vergeben. Dort soll es jetzt entsprechende<lb/>
Schwierigkeiten geben. In Paskov hat nun neben der Vöest-Alpine<lb/>
auch Andritz angeboten, dort soll dasselbe Werk, das in Gratkorn<lb/>
steht, nämlich ein <choice><choice><sic>Magnefit-Projekt</sic><corr>Magnesit-Projekt?</corr></choice></choice> wegen der besseren Ausbeute<lb/>
von Fichte-Schleifholz errichtet werden. <rs type="person" ref="#per__119263">Spiegelfeld</rs> muss zugeben,<lb/>
dass es nicht sinnvoll ist, dass sowohl die Vöest als auch die Andrit<lb break="no"/>zer anbieten. Die Creditanstalt als Hausbank beider Firmen hat<lb/>
aber von Leykam verlangt, dass es eben mit der Andritzer zusammen<lb break="no"/>arbeiten muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_18">Beim Gespräch im BKA hat die österr. Seite Tansania eine Weizen<lb break="no"/>spende von 6 – 8.000 t von der neuen Ernte versprochen. Die<lb/>
Tansanier hätten 20.000 t sofort gebraucht. Bezahlt wird dieses<lb/>
Geschenk aus den 70 Mill. S Landwirtschaftshilfe, welche wir<lb/>
uns international im Rahmen der FAO verpflichtet haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was wissen unsere Abteilungen von dieser<lb/>
Regelung und wie sollen sie verteilt werden?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_20">Die Vöest-Alpine hat seit einiger Zeit um ein Steinebaustoff-<lb/>
Projekt 200 Mill. S mit den Leuten verhandelt. <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> konnte<lb/>
ihnen zusagen, dass 30 Mill. S sie jetzt einen Kredit für 30 Jahre<lb/>
10 Jahre rückzahlungsfrei zinsenfrei bekommen. Mit diesem wirklichen<lb/>
soft loan kann jetzt Vöest-Alpine dann eventuell abschliessen.<lb/>
70 Mill.S übernimmt dann noch die Vöest-Alpine Haftung und die<lb/>
Österr. Kontrollbank für weitere 70 Mill. Als ich den Tansaniern<lb/>
diese mitteilte, wurde sogar applaudiert. Ein weiteres Projket<lb/>
war Melasse-Verarbeitung auf Alkohol, 450 Mill. S durch die<lb/>
VEW Vogelbusch. Hier hatten sie vor längerer Zeit eine feasibility<lb/>
study bekommen und darauf bis jetzt nicht geantwortet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_21">Zu diesem Zeitpunkt ist dann <rs type="person" ref="#per__119247">Nyerere</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> persönlich<lb/>
bei den Verhandlungen erschienen, als wir gerade über ein Schul<lb break="no"/>ausstattungsprojekt keine Lösung fanden, da sowohl <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs><lb/>
als auch <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> keine Geldmittel mehr dafür bereitstellen können.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aber ihnen dann zugesichert, es wird eine Ausstattung<lb/>
den Tansaniern gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_22">Sein weiteres grosses Projekt war dann, dass die Tansanier im<lb/>
Norden eine Eisenbahn am Victoriasee legen wollen. die jetzige<lb/>
Versorgung von Uganda und anderen zentralafrikanischen Staaten<lb/>
erfolgt über Mombasa, d.h. Kenya. Da derzeit zwischen Kenya und<lb/>
Tansania fast ein Kriegszustand herrscht, Uganda auch von<lb/>
tansanischen Soldaten besetzt ist, will man mit dieser Eisenbahn<lb/>
ein rein politisches Projekt eine besondere Abhängigkeit Ugandas<lb/>
von Kenya loslösen. <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> vertrat daher sehr oft zum Ärger<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, aber auch ich unterstützte ihn dabei, die Meinung,<lb/>
man sollte die jetzt in Tansania vorhandene Eisenbahn von<lb/>
Daressalam ins Landesinnere eventuell durch ein zweites Geleis<lb/>
verstärken. Diese Bahn wurde seinerzeit von den Chinesen gebaut<lb/>
und ist derzeit nur nicht betriebsfähig,<lb/>
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meinte dann, als wir allein waren, er möchte jetzt ein Dutzend<lb/>
solcher Entwicklungsprojekte in Afrika sammeln, von den<lb/>
Kanadiern, Belgiern und auch andere europäischen Staaten hat<lb/>
er Zusagen, dass wenn die Ölstaaten Venezuela, ein Golfstaat<lb/>
und die Saudis sich dann daran beteiligen, dieser Marshall-<lb/>
Plan für Entwicklungsländer an konkreten Beispielen demonstriert<lb/>
werden sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_23"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ersuchte mich dann um eine Information vom Libyen-Besuch.<lb/>
Ich habe ihn insbesondere über die Ausführungen <rs type="person" ref="#per__119332">Doundas</rs> bezüglich<lb/>
der Palästinenserfrage genau informiert, <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> erwähnte, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113383">Zaki</rs> ihm ja ein Wortprotokoll schicken könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__113383">Zaki</rs> soll mit einem Begleitbrief<lb/>
an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über mich ein solches Protokoll schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_25">Die Fraktionsbesprechung über das Waldviertel war von NÖ nur mit<lb/>
dem Kammeramtsdirektor der AK und dem Klubobmann des SPÖ-Land<lb break="no"/>tagsklübs beschickt. Ansonsten waren dort nur Minister und Raum<lb break="no"/>ordnungskonferenz-Genossen. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> und insbesondere <rs type="person" ref="#per__108223">Laus<lb break="no"/>ecker</rs> kritisierten eine vom Raumplanungsinstitut vorgelegte<lb/>
Studie über das Waldviertel. Dort ist auch ganz sinnlos eine<lb/>
Schnellbahn nach Horn mit 160 km Geschwindigkeitsstreckenausbau<lb/>
vorgesehen. Dies würde 2,5 Mia S kosten. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> meinte mir gegen<lb break="no"/>über, das Verkehrsaufkommen könnte man dort viel besser mit<lb/>
Autobussen befriedigen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder war sehr ungehalten und<lb/>
meinte, man müsse endlich zur Kenntnis nehmen, dass das Wald<lb break="no"/>viertel nur durch entsprechende Verkehrsverbindungen die Arbeits<lb break="no"/>kräfte schnell nach Wien bringen kann. Insbesondere dürfte er<lb/>
diesbezüglich mit den General Motors-Leuten gesprochen haben,<lb/>
da es scheinbar in Wien doch nicht so einfach ist, die Arbeits<lb break="no"/>kräfte sofort zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_26">Das ganze Gespräch war aber eigentlich von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einberufen<lb/>
worden, um Dkfm. <rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs> die Möglichkeit zu geben, sein Projekt<lb/>
vorzutragen. <rs type="person" ref="#per__120379">Mayr</rs> will jetzt dreimal 25 Mill. S pro Jahr<lb/>
vom Bund, wenn das Land NÖ dann auch 25 Mill. S pro Jahr dazu<lb/>
gibt, kann er 1.700 Betten, 330 Mill. S, in die erste Etappe<lb/>
errichten und 400 Leute beschäftigen. In <choice><choice><sic>Habach</sic><corr>Harbach?</corr></choice></choice> wird er jetzt<lb/>
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ärgerte sich furchtbar, dass es sehr schwer war, die 25 Mill. S,<lb/>
die der Bund leisten sollte, zusammenzubringen. Mich fragte er<lb/>
als erstes und ich erklärte dezidiert, in meinem Budget hätte<lb/>
ich dafür keine Mittel. Dann liess er mich auch in Ruh und<lb/>
hat nur mehr bei <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs>, <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs>, NÖ Grenzlandförderung usw.<lb/>
so lange insistiert, bis er dann sagte, das Geld haben wir bei<lb break="no"/>sammen. Wenn der Finanzminister kommt, wird er mit ihm Details be<lb break="no"/>sprechen. Über die Auslastung wird noch <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs>, der zwar jetzt<lb/>
nicht mehr zuständig ist, aber früher auch in der Wiener Kranken<lb break="no"/>kasse entsprechende Lösungen fand, ihn bei der Füllung dieser<lb/>
Kurhotels unterstützen. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> teilte nämlich mit, dass<lb/>
nur die Sozialversicherungsträger bereit wären, wie z.B.<lb/>
die Pensionversicherung der Arbeiter, welche jeden Schilling,<lb/>
den sie ausgibt, dann vom Bund sowieso finanziert bekommt.<lb/>
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Koordinierung durchführen sollen, besprachen dann die Finan<lb break="no"/>zierung der 24 Mirage-Jäger. General <rs type="person" ref="#per__119825">Etoile</rs> ist jetzt hier und<lb/>
verhandelt mit <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> und nächsten Tag dann mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>. Bis<lb/>
zum 30. April sind sie mit Oktober-1979-Festpreisen im Wort.<lb/>
Wenn bis dorthin nicht die Lösung kommt, muss man 1.33 % pro<lb/>
Monat höhere Preise als Gleitklausel bezahlen. Insgesamt<lb/>
geht es um einen Auftrag von 3,7 Mia S. Die Finanzierung ist<lb/>
nicht gesichert, weil sie Verzinsung zu hoch sei. In 4 Arbeits<lb break="no"/>gruppen soll jetzt die endgültige Lösung gefunden werden.<lb/>
Arbeitsgruppe Technik, Arbeitsgruppe Service wird im Verteidigungs<lb break="no"/>ministerium abgewickelt, Finanzierung im Finanzministerium. Das<lb/>
Handelsministerium soll die Kompensationsgeschäfte besprechen.<lb/>
Die Franzosen haben jetzt schon zugesagt, dass sie 15 % ihres<lb/>
Bedarfes von Aluminium bei Ranshofen, 15 % bei den Vereinigten<lb/>
Edelstahlwerken und 15 % bei Plansee decken werden. Bei Plansee<lb/>
erwiderte ich sofort, dass sei kein besonderes Entgegenkommen,<lb/>
denn dort müssten sie ihre Produkte kaufen. In Österreich wird<lb/>
eine Service-Stelle mit 300 Beschäftigten errichtet, wo nicht<lb/>
nur die General <rs type="person" ref="#per__123196">Davignon</rs>, sondern auch Mystere-Flugzeuge von<lb/>
der französischen Seite zur Reparatur gebracht werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
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valutamässig nicht nur einen Ausgleich haben durch die Kompen<lb break="no"/>sationsgeschäfte, sondern sogar noch auf lange Sicht gesehen<lb/>
insbesondere durch die Servicestelle handelsbilanzaktiv dieses<lb/>
Geschäft abschneidet. Wir bekommen von <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> alle Detail-Unter<lb break="no"/>lagen und ich habe sofort zugesichert, dass die Gespräche in<lb/>
unserer Wirtschaftsgruppe sofort beginnen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-03-10_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Sitzung mit <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> und den Franzosen<lb/>
bei mir einberufen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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