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            <title type="main">Donnerstag, der 28. Februar 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_01">Donnerstag, 28. Feber 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_02">Der Besuch im Grossversuchslabor von Simmering-Graz-Pauker<lb/>
war für mich beeindruckend. Dr. <rs type="person" ref="#per__116926">Entzmann</rs>, Vorstandsdirektor,<lb/>
der mit den Russen gemeinsam diese neue Technologie entwickelt hat,<lb/>
hat zwar nur 11 Beschäftigte in diesem Labor, leistet aber scheinbar<lb/>
wirklich ganz Gewaltiges. Die estnische Firma hat 600 Beschäftigte,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116926">Entzmann</rs> kooperiert mit dem sowjetischen Professor <rs type="person" ref="#per__122896">Hink</rs> so eng,<lb/>
dass er die Möglichkeit hat, Aufträge hinzuverlegen und die Resul<lb break="no"/>tate auch wieder so direkt zu bekommen, dass der ansonsten sowje<lb break="no"/>tische und bürokratische Apparat weitestgehend ausgeschaltet ist.<lb/>
Die grösste Anerkennung aber für <rs type="person" ref="#per__116926">Entzmann</rs> ist, dass die westliche<lb/>
Wissenschaft und sogar aus Amerika anerkannte Grössen kommen<lb/>
und sich seine Ergebnisse anschauen. Vor etlichen Jahren war er<lb/>
noch als Spinner verschrien, hätte, wie er mir wiederholte, nur<lb/>
dank meiner Intervention auch den Posten überhaupt halten können,<lb/>
ich kann mich zwar darauf nicht erinnern. Heute verhandelt er<lb/>
mit anerkannten westlichen Wissenschaftlern, was ihn natürlich sehr<lb/>
stolz macht und befriedigt. Theoretisch fundiert wurde diese neue<lb/>
Technologie von einem Wiener und Grazer Professor, die leider beide<lb/>
schon gestorben sind. Das System ist watscheneinfach. Ähnlich einer<lb/>
Mühle rotieren zwei Scheiben mit Stahlstiften gegeneinander, das<lb/>
Mahlgut wird also hochtourig gegen diese Stifte geschleudert und<lb/>
dadurch werden Kleinkräfte der Materie frei. Zuletzt hat man dies<lb/>
auch mit gewöhnlichem Wasser getan, die Versuchsergebnisse sind<lb/>
überzeugend. Bei Mehl ist eine bessere Ausmahlung, bei Wasser,<lb/>
Bewässerung ein grösserer Erdertrag usw. Für mich am interessantesten<lb/>
war die Versuchsreihe, wo durch Beimischung von Kohle, Öl und<lb/>
3 % Wasser eine besondere <choice><choice><sic>Brennemulgan-Lösung</sic><corr>?</corr></choice></choice> entsteht. Im Verhältnis<lb/>
zur Shell, die eine ähnliche Mischung versucht, sind die Heizungsergeb<lb break="no"/>nisse aber wesentlich besser, insbesondere kommt es zu einer fast<lb/>
totalen Bindung des Schwefels. Bei einem positiven Abschluss dieses<lb/>
Versuches würde man sich die Rauchgasentschwefelungsanlage ersparen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_03">Simmering-Graz-Pauker arbeitet derzeit an mehreren Kesselkonstruktionen,<lb/>
um dieses Emissionsproblem zu lösen. Dies bestärkt mich in der<lb/>
Meinung, wenn irgendwie möglich, einige Jahre noch zuzuwarten, um<lb/>
dann zweckmässigere Entschwefelungsmöglichkeiten in die jetzt neu<lb/>
zu errichtenden Kraftwerke einzubauen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_04">Vor dem Parteivorstand haben auch noch <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> mit<lb/>
mir über diese Umweltprobleme gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> behauptete,<lb/>
das Handelsministerium sei jetzt in Verzug bezüglich einer Schwefel<lb break="no"/>gehaltverordnung von Öl, er hätte einen diesbezüglichen Entwurf<lb/>
Artikel 15 a) vor längerer Zeit schon herübergeschickt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Veranlasse, dass dies endlich erledigt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_06">Der steirische LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97935">Sebastian</rs> hat ebenfalls bei mir interveniert<lb/>
wegen der beabsichtigten Einfuhr von 20.000 t Braunkohle durch<lb/>
Herrn <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs> für BP. Die steirische Kohlengesellschaft GKB hat<lb/>
85.000 t auf Lager, ein Einfuhrbedarf ist nicht gegeben. Die<lb/>
steirische Gewerkschaft, aber auch die Soz. Partei und insbesondere<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97935">Sebastian</rs> würden schärfstens dagegen protestieren, wenn es zu einer<lb/>
neuerlichen Einfuhr von Braunkohle durch <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs> kommen würde.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__97935">Sebastian</rs> sofort vorgeschlagen, man soll <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs> über die<lb/>
Gaskoks, wenn es schon gar nicht anders geht, ein entsprechendes<lb/>
Offert machen, Voraussetzung, dass <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs> ein solches akzeptieren<lb/>
würde, wäre allerdings, dass er dann als Grossabnehmer ja nicht den<lb/>
Gaskokspreis bezahlen müsste, sondern den Kohlengrubenabgabepreis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Abteilung soll diese Möglichkeit weiter<lb/>
verfolgen, ohne <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs> eine Einfuhrzusage zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_08">Im Parteivorstand haben <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> über die Organisationsprobleme<lb/>
berichtet. Bezüglich der Unvereinbarkeit mit Mandataren wurden<lb/>
680 Fragebogen eingeschickt, 53 Ausnahmen wurden genehmigt. Um eine<lb/>
Ausnahme zu bekommen, bedarf es eines Zweidrittelbeschlusses<lb/>
der delegierenden Stelle, der Landesparteivorstand muss dies ge<lb break="no"/>nehmigen, die Landesparteikontrolle sanktionieren und dann geht<lb/>
noch eine Meldung an die Bundesparteikontrolle. Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
hat aber mit Recht darauf verwiesen, dass der Fragebogen über das<lb/>
Gesetz hinausgeht, unter anderem ist es für ihn eine gesetzliche<lb/>
Verpflichtung als Bürgermeister Vorsitzender der Sparkasse zu<lb/>
sein. Dies steht im Sparkassengesetz. Sparkassenräte sind daher<lb/>
seiner Meinung nach nicht zu befragen. Natürlich bekommt er die Ausnahme<lb break="no"/>genehmigung, dies umso mehr, als ja Wien bekanntlicherweise alle zu<lb break="no"/>sätzliche Einnahmen einbezieht. Dies war aber der einzige Diskussions<lb break="no"/>beitrag, der mit bei der langen Berichterstattung von <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> überhaupt<lb/>
aufgefallen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_09">Über die Bundespräsidentenwahl wurde von <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> die finan<lb break="no"/>zielle Situation berichtet, bei der Regierungsklausur im<lb/>
Mallnitz hat er von 10 Mill. S, die die Zentralpartei aufwendet,<lb/>
gesprochen, jetzt kommen noch grössere finanzielle Leistungen<lb/>
der soz. Gewerkschafter, des Klub der soz. Abgeordneten,<lb/>
des Freien Wirtschaftsverbandes und der Konsumgenossenschaft<lb/>
dazu. <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> meinte, es wird nur ein Porträtplakat kommen,<lb/>
Ständer werden aufgestellt, die 80.000 Vertrauenspersonen be<lb break="no"/>kommen Agitationsbroschüren und Karten und im Mitgliedermagazin<lb/>
wird eine Ausgabe sich mit der Bundespräsidentenwahl beschäf<lb break="no"/>tigen. Das Slogan wird lauten: <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, es gibt keinen<lb/>
besseren. Die Kampagne startet am 11. April und dauert bis<lb/>
17. Mai. 110 Veranstaltungen sind geplant.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_10"><rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> berichtet dann über das Budget 1980, die Ausgaben ent<lb break="no"/>sprechen den Einnahmen und werden sich von 91 Mill. S im<lb/>
Jahre 1979 auf 111 Mill. S im Jahre 1980 bewegen. Die grössten<lb/>
Posten bei den Ausgaben sind das Personal mit 37 Mill., im<lb/>
Vorjahr 35 Mill., und eine Wahlrücklage von 12 Mill., im<lb/>
Vorjahr 10 Mill. S. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wird<lb/>
sich von 29 auf 33 Mill. erhöhen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_11">Der soz. Verlag wird neu gegründet, 80 % wird davon der Vorwärts,<lb/>
20 % die SPÖ Anteil haben. Der Vorwärts selbst wird ja<lb/>
nur mehr die AZ herausgeben. Für den soz. Verlag wird <rs type="person" ref="#per__110985">Lebrunner</rs><lb/>
als Geschäftsführer bestellt, dort werden die Zukunft, die Soz.<lb/>
Korrespondenz, die Frau, Broschüren der Partei und des Renner-<lb/>
Instituts herausgegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_12">Der Parteivorstand tagte auch als Generalversammlung des Renner-<lb/>
Instituts und hat alle Beschlüsse einstimmig gefasst. Aufgepasst<lb/>
hat bei diesen Berichten von <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> überhaupt niemand, soweit<lb/>
ich zumindestens den Eindruck hatte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_13">Eine neue Wohnbaukommission wird gegründet unter Vorsitz von <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs>,<lb/>
Stv. <rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs>. Etliche Bezirkssekretäre wurden neu bestellt.<lb/>
Im Aufsichtsrat der ÖIAG wird jetzt anstelle des verstorbenen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123165">Löschanz</rs> der ehemalige ÖIAG-Angestellte <rs type="person" ref="#per__123164">Zimmermann</rs> delegiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_14">Bis <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann mit seinem politischen Bericht begann, auf<lb/>
der Tagesordnung steht er zwar immer auf der Spitze, aber<lb/>
meistens kommt er zu spät und spricht dann zuletzt, musste<lb/>
ich schon zur nächsten Veranstaltung des Skål-Clubs zur DDSG<lb/>
fahren. Die Einleitung hörte ich noch, solange er über die<lb/>
innerpolitische Situation berichtete. Die politische Opposition,<lb/>
die Freiheitlichen und die VP, sind in einer sehr schlechten<lb/>
Lage, weshalb die Medien die Aufgabe übernehmen, die Regierung<lb/>
entsprechend zu attackieren. Die erklärte Absicht einiger Zeitungen<lb/>
ist es die Regierung zu stürzen. Anstelle der Verpflichtung der<lb/>
Medien, unterrichtende Tätigkeit auszuüben, wird primär Politik<lb/>
gemacht. Die Wirkung einzelner Zeitungen und insbesondere<lb/>
einiger Kolumnisten, wie z.B. <rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs>, ist sehr weitgehend<lb/>
und tief in unserem Funktionärskreis. Da die soz. Vertrauens<lb break="no"/>personen stets politisch sehr aufgeschlossen waren, lesen sie<lb/>
natürlich alle diese Zeitungen und deshalb muss durch entspre<lb break="no"/>chende Information dagegen Stellung genommen werden. In Deutsch<lb break="no"/>land gibt es zwar keine Parteizeitung, aber wenigstens eine<lb/>
Süddeutsche Zeitung und den Spiegel. In Österreich sind alle<lb/>
Presse-Erscheinungen und insbesondere auch die Redakteure reaktio<lb break="no"/>när. Dies ist der Hauptgrund, warum man unbedingt ein tägliches<lb/>
Sprachrohr braucht, wie eben die AZ, die unbedingt erhalten werden<lb/>
muss. Dies erfordert ein grosses Opfer, die Schweden haben geglaubt,<lb/>
sie können sich eine Parteizeitung ersparen und die reichen Gewerk<lb break="no"/>schaften dort haben einen eigenen Fonds, den sie aber nicht anzapften,<lb/>
weshalb letzten Endes jetzt die schwedische Arbeiterpartei ohne<lb/>
entsprechende publizistische Möglichkeit dasteht. In Grossbritannien<lb/>
hat die Labour-Partei ebenfalls geglaubt, darauf verzichten zu<lb/>
können. Es nützt ihnen gar nichts, wenn der Daily Mirror, ein Massen<lb break="no"/>blatt, zwar vor den Wahlen dann für die Labour-Regierung aufruft,<lb/>
während der ganze Legislaturperiode aber hat Daily Mirror, insbeson<lb break="no"/>dere wenn eine Labour-Regierung am Ruder war, diese ständig kritisiert<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_15">Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat mir dann nachmittags erzählt, dass ich bei<lb/>
der weiteren Parteivorstandssitzung nichts versäumt habe, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat nur die alten bekannten aussen- und innenpolitischen Probleme<lb/>
wieder geschildert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_16">Beim Skål-Club war ich eigentlich überrascht zu erfahren,<lb/>
dass man dort nur erwartet habe, dass ich mit den Leuten<lb/>
gemeinsam esse und keinerlei Ansprache oder gar Diskussion<lb/>
abführen müsste. Ich habe Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> sofort gesagt,<lb/>
dass ich dann eigentlich fehl am Platz bin, obwohl ich sofort<lb/>
zugebe, dass – wie ich dann bei der Ansprache doch erwähnte,<lb/>
die Frau <rs type="person" ref="#per__123166">Darmstätter</rs> mit ihren Küchenmitarbeitern ein ganz<lb/>
hervorragendes Essen zubereitet. Da ich bei diesem Skål-Club<lb/>
eine grosse Anzahl von Fremdenverkehrsfachleuten und Firmen<lb break="no"/>vertretern bemerkte, habe ich selbstverständlich auf die aktuellen<lb/>
fremdenverkehrspolitischen Probleme hingewiesen. Insbesondere<lb/>
stellte ich einmal mehr eindeutig fest, dass ich es bedauere,<lb/>
wenn es zu keiner Incoming-Gesellschaft kommt, dass ich aber<lb/>
keinesfalls Partei für irgendeine der Gruppeninteressen nehmen<lb/>
werde. Vorher und nachher sagte man mir von den verschiedensten<lb/>
Seiten, dass die Idee der Incoming-Gesellschaft tot sei.<lb/>
Der Hauptgrund wäre, weil man jetzt ein Budget den 10 Ge<lb break="no"/>sellschaftern vorgelegt hätte, wonach nicht in den ersten zwei<lb/>
Jahren, sondern dann auch im dritten Jahr noch ein Defizit von<lb/>
7 Mill. S zu erwarten wäre. Darüber hinaus hätte jede von der<lb/>
Incoming-Gesellschaft hereingebrachte Person vom Reisebüro<lb/>
350.– S an die Incoming-Gesellschaft abzuführen gehabt. In den<lb/>
seltensten Fällen kann man jetzt 350.– S pro Fall Kosten ver<lb break="no"/>rechnen, geschweige denn solche Verdienste erwarten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_17">Da nach wie vor die Getränkebesteuerung im Fremdenverkehr eine<lb/>
administrativ sehr komplizierte Lösung und materiell grosse<lb/>
Belastung bedeutet, habe ich <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> vorgeschlagen, er möge jetzt<lb/>
mit dem Finanzministerium-Beamten reden, ob nicht trotz des<lb/>
Misserfolges in der grossen Steuerreform-Kommission eine kleine<lb/>
insbesondere administrative Vereinfachung der Getränkesteuer<lb/>
durch entsprechende Novelle möglich wäre. Sollte dies nämlich<lb/>
zu einem positiven Ergebnis führen, hätten wir einen ungeheuren<lb/>
Triumph. Ich habe <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> vorgeschlagen, in diesem Fall sollte<lb/>
der Finanzminister dann von sich aus einen ersten Schritt machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> ODER <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte bei <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>-Büro vor<lb break="no"/>fühlen, was diese beabsichtigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_19">Die Personalvertretung, <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> und Frau <rs type="person" ref="#per__123167">Steffek</rs>, hatten mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> und mir eine zwar korrekte, aber umso härtere Aussprache<lb/>
wegen der Ausschreibungsbedingungsänderung für die Industrie<lb break="no"/>sektion. Die Personalvertretung möchte, dass die Ausschreibung<lb/>
dieselbe bleibt wie seinerzeit, als Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> bestellt<lb/>
wurde. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> hat mit Recht darauf verwiesen, dass sich die<lb/>
Situation geändert hat und deshalb auch die Ausschreibungs<lb break="no"/>bedingungen dieser weiteren Entwicklung angepasst werden müssen.<lb/>
Ich selbst verwies insbesondere darauf, dass ich bei meinen<lb/>
bisherigen Gesprächen mit dem Präsidialsektionschef diesen drän<lb break="no"/>gen musste, die Ausschreibungsbedingungen dahingehend zu ver<lb break="no"/>bessern, dass ein erweiterter Bewerber-Kreis erfasst wird.<lb/>
Die weiteren Änderungen, die <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> vorgeschlagen hat, finden<lb/>
meine hundertprozentige Deckung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_20">Eine weitere Aussprache von <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> mit den Personalvertretern<lb/>
hat dann zu gewissen Änderungsmöglichkeiten geführt. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> er<lb break="no"/>suchte um die Ermächtigung diese auch mit der Personalvertretung<lb/>
abschliessen zu können. Damit war ich sehr einverstanden. Die<lb/>
Personalvertretung hat nämlich auf die bisher stets einvernehm<lb break="no"/>liche Regelung von Ausschreibungsbedingungen hingewiesen.<lb/>
Neu für mich war, dass es, durch den Verfassungsdienst bestätigt,<lb/>
nach Meinung des BKA überhaupt nicht notwendig ist, mit der<lb/>
Personalvertretung die Ausschreibungsbedingungen zu vereinbaren.<lb/>
Diese bräuchte nicht einmal verständigt zu werden. Demgegenüber<lb/>
gibt es natürlich die Entscheidung der Personalausschreibungs-<lb/>
Oberkommission, dort hat die Personalvertretung durchgesetzt,<lb/>
dass man ihre Wünsche berücksichtigen müsse. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> hat<lb/>
mir gegenüber allerdings zugegeben, dass wir mit der Aus<lb break="no"/>schreibung so lange nicht warten können. Sollte die Personal<lb break="no"/>vertretung also den Rekursweg beschreiten, wird dieser als<lb/>
einziges Ergebnis entweder die Vorgangsweise von <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> akzeptieren<lb/>
und im nachhinein bestätigen, oder eben eine andere Meinung<lb/>
als <choice><choice><sic>dnn</sic><corr>dann?</corr></choice></choice> der Tatsache der Ausschreibung und der dann sicherlich<lb/>
schon längst durchgeführten Bestellung des vorgeschlagenen<lb/>
wird sich gar nichts ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie geht der ganze Fall aus?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_22">Beim Gespräch mit dem Verbundvorstand, <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs>, wurde<lb/>
bezüglich der weiteren Vorgangsweise Osttirol festgehalten,<lb/>
dass entgegen dem Wunsch von <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> ich nicht bereit bin,<lb/>
von 51 % Anteil der Verbundgesellschaft abzugehen. <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> be<lb break="no"/>fürchtet, dass zwar in Osttirol eine auch für die Verbundgesellschaft<lb/>
bessere Lösung gefunden werden kann, dafür aber die ganzen Wasser<lb break="no"/>rechte und Kraftwerke in Westtirol an die TIWAG fallen würden.<lb/>
Während die Osttiroler Studiengesellschaft schon die Wasserrechts<lb break="no"/>verfahren eingeleitet hat, hat die Westtiroler Studiengesellschaft<lb/>
noch nichts gemacht. Nach Auffassung von <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> bedarf es aber gar<lb/>
keiner Aktivität dieser auch auf 50:50 beruhenden Gesellschaft,<lb/>
seiner Meinung nach könnte die TKW um wasserrechtliche Bevorzugungs<lb break="no"/>erklärung ansuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Lass dies bitte auch von der Energie<lb break="no"/>sektion vorsichtig prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_24"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat mit Dir. <rs type="person" ref="#per__123168">Praxmarer</rs>, TIWAG, eine Aussprache. <rs type="person" ref="#per__123168">Praxmarer</rs><lb/>
sei bereit zu einer auch für die Verbund akzeptablen Lösung, wenn<lb/>
diese einen Wirtschaftsverwertungs- und Finanzierungsplan vorlegt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> hat <rs type="person" ref="#per__123168">Praxmarer</rs> klargemacht, die TIWAG könnte auf Grund<lb/>
ihrer finanziellen Situation gar nicht die 5 Mia S, die der Ausbau<lb/>
Osttirols braucht, aufbringen. Bezüglich der Stromverwertung müsste<lb/>
man mit dem Spitzenabtausch gegen Grundenergie mit der Sowjetunion<lb/>
weitere Verhandlungen führen. Ich stellte mir aller Deutlichkeit<lb/>
noch einmal klar, dass ich nicht bereit bin, mich auf eine 50:50-<lb/>
Parität einzulassen. LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> steht unter einem stärkeren<lb/>
Zeitdruck als ich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_25">Bezüglich der Leitungsnetze ist <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> erschüttert. Selbst das<lb/>
Umspannwerk in Westtirol gehört grösstenteils den Deutschen, RWE.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> muss jetzt mit der italienischen Firma ENEL die 380 KV-<lb/>
Leitungen verhandeln, Südtirol ist dabei das noch offene Stück<lb/>
dieser wichtigen Verbund-Ring-Leitung Österreich-Italien-Schweiz<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_26">Bezüglich des Streites mit LH <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> und in dem Fall auch LH-Stv.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110148">Moritz</rs> über den Ausbau der Salzach meinten sowohl <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> als auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs>, dass beide erschüttert sind, hier gibt es eindeutige Ab<lb break="no"/>sprachen. In der Vergangenheit hat sich das Land oder die SAFE<lb/>
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kWh auf 6.– S stellt, doppelt so teuer wie die Donau,<lb/>
gab es dafür kein Landesinteresse. Jetzt dagegen will man<lb/>
von den seinerzeitigen Absprachen nichts mehr wissen.<lb/>
Ich sehe darin eine weitere Aktion der Länder, um die Aktivi<lb break="no"/>täten der Verbundgesellschaft, sprich im Landesjargon der<lb/>
Zentrale, auszuschalten. Der Verbund wird jetzt mit der SAFE,<lb/>
TKW und insbesondere den Landespolitikern diesbezügliche Ver<lb break="no"/>handlungen führen, eventuelle Strombezugsrechte Donau gegen<lb/>
Salzach abzutauschen. In diesem Fall müsste aber vom Land<lb/>
unbedingt die Peagierung 6 Groschen pro kWh bezahlt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_27">Die Verbundgesellschaft ist einverstanden, dass die Akademie<lb/>
der Wissenschaften jetzt das Umweltverträglichkeitsgutachten<lb/>
macht und wird die 150.000 S bezahlen. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> erwarten,<lb/>
dass bei den Bauverhandlungen Wien Parteienstellung verlangt<lb/>
und von NÖ dann ein Zurückweisungsbescheid erfolgt. Sollte diese<lb/>
Vorgangsweise tatsächlich eintreten, sehe ich keine planmässige<lb/>
Einhaltung des Termines.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_28"><rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> übernimmt es, jetzt die finanzielle Frage der 300 Mill.<lb/>
$-Kredite an Polen mit der Bank doch noch zu verhandeln. <choice><choice><sic>Der</sic><corr>Er?</corr></choice></choice><lb/>
ist sehr verärgert, weil er bereits in den letzten Monaten<lb/>
sich stets für eine Lösung eingesetzt hat und die Bankenver<lb break="no"/>treter dazu nichts beigetragen haben, als angeblich nur zu<lb/>
streiten, wer die Federführung in dem Konsortium bekommen<lb/>
soll. Ich ersuchte <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> trotz alledem, jetzt eine endgültige<lb/>
Klärung mit dem Finanzministerium und den Banken herbeizu<lb break="no"/>führen. Der Bundeskanzler erwartet einen Bericht, wonach die<lb/>
Kohlenvertragslieferung, die 100 Kohlenwaggon-Lieferungen und<lb/>
die 300 Mill. $-Kreditfrage einvernehmlich und schnell dem<lb/>
Ministerrat vorgelegt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> soll sich auch mit dem<lb/>
Finanzministerium kurzschliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_30">Im Fernsehen ist für mich zumindestens zum ersten Mal in einer<lb/>
Konsumentensendung Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> aufgetreten. Diese<lb/>
Argumente-Sendung wird sicherlich einen wesentlich grösseren<lb/>
Kreis ansprechen, als der ganze Verein für Konsumenteninformation<lb/>
durch Jahrzehnte mit seiner Publizität, Zeitschrift Konsument<lb/>
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Ich glaube deshalb, dass wir dieser Sendung unser ganzes<lb/>
Augenmerk zuwenden müssten. Ich bin sehr froh, dass <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
sich dieser Tätigkeit annimmt. Ich glaube nur, dass man mit<lb/>
Herrn <rs type="person" ref="#per__123169">Schiejok</rs>, dem Leiter dieser Sendung, einen entsprechenden<lb/>
Operationsplan im einzelnen festlegen muss. Sitzmöbel waren<lb/>
sicherlich sehr interessant, von einem Ombudsmann bei der<lb/>
Handelskammer habe ich auch nichts gewusst, geschweige denn<lb/>
die Zuhörer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-28_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Erkundige Dich, wie diese Sendung in<lb/>
der Meinungsumfrage danach gekommen ist.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>bereitete für Skål-Club Essen zu</occupation>
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               <occupation>Vorstand Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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