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            <title type="main">Mittwoch, der 27. Februar 1980</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band53_1980-02-27</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_01">Mittwoch, 27. Feber 1980<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_02">Im Beirat von der Bürges wurde berichtet, dass im Jänner der<lb/>
Andrang zu den Aktionen nachgelassen hatte; in der ersten<lb/>
Feber-Hälfte dagegen wurde wieder ein wesentliches Ansteigen<lb/>
festgestellt. Wenn dieser Trend anhält, ist mindestens mit<lb/>
demselben Kreditvolumen wie im Jahre 1979 auch im Jahre 1980<lb/>
zu rechnen. Die Kredithöchstgrenze von 8 % wurde um 1/2 %<lb/>
einstimmig beschlossen. Die Geschäftsleitung ersuchte, dass<lb/>
die Richtlinien für Fremdenverkehrsbetriebe dahingehend ge<lb break="no"/>ändert werden können, dass in Hinkunft das WC nicht von der<lb/>
Dusche durch einen Raum getrennt sein muss. Sie schlug für<lb/>
das Waldviertel und andere Entwicklungsgebiete vor, es sollte<lb/>
eine Trennwand genügen. Der Vertreter der Gewerkschaft hatte<lb/>
mit Recht dagegen Bedenken, weil er befürchtete, es könnte dadurch<lb/>
diese Erleichterung allgemein um sich greifen. Der eigene<lb/>
WC-Raum im Zimmerverband muss aber bleiben. Wir einigten uns<lb/>
darauf, dass die Geschäftsführung in jedem einzelnen Fall im<lb/>
nachhinein berichten muss. Sollte es nicht bei einer Ausnahme<lb/>
in einzelnen Gebieten bleiben, dann würde man diese Ermächti<lb break="no"/>gung wieder zurücknehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_03">Der neue Landesrat <rs type="person" ref="#per__123039">Grünner</rs> von Oberösterreich, der Nachfolger<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__123040">Schützenberger</rs>, hat nicht nur dessen Ressort Naturschutz,<lb/>
Gesundheit und Lebensmittelpolitik bekommen, sondern auch<lb/>
vom Landesrat <rs type="person" ref="#per__118218">Reichl</rs> die Preisüberwachung und Preisbestimmung.<lb/>
Dies ist eine Folge der vor den Landtagswahlen von den Sozia<lb break="no"/>listen bereits neu aufgeteilten verbesserten Ressortzusammen<lb break="no"/>legung, wenn LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__114936">Hartl</rs> gegen <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> die Wahl gewonnen<lb/>
hätte. Dort hat man den Bären schon verteilt, bevor er erlegt<lb/>
war. Der für die Preisbildung zuständige Hofrat <rs type="person" ref="#per__123041">Lehner</rs> hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123039">Grünner</rs> vorgeschlagen, man sollte wieder eine fraktionelle<lb/>
Besprechung der Landesräte und Beamten durchführen, die mit<lb/>
den Preisfragen befasst sind. Früher gab es in Jahresabständen<lb/>
solche Besprechungen. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und ich haben diesem<lb/>
Vorschlag zugestimmt, denn bei der nächsten Sitzung könnte ich<lb/>
dann gleich den Staatssekretär unseren Genossen vorstellen und<lb/>
sie könnte dann für die konsumentenpolitischen Aktivitäten<lb/>
ebenfalls diesen Kreis vortragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte entsprechende Sitzung vorbe<lb break="no"/>reiten und einberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_05">Die Wiener Mechaniker-Innung hat ein Elektrolabor im Keller<lb/>
ihres Innungshauses sehr zweckmässig gestaltet und offiziell<lb/>
eröffnet. Der Obmann der Gewerbesektion von Wien, <rs type="person" ref="#per__112159">Neisser</rs><add>[evtl. Falschidentifikation]</add>, nahm<lb/>
die offizielle Eröffnung vor, ich selbst hatte Gelegenheit,<lb/>
in einer Ansprache meiner Freude Ausdruck zu geben, dass<lb/>
eine solche Schulungsstätte für Lehrlinge, Gehilfen, aber auch<lb/>
Meister von der Innung geschaffen wurde, ohne dass das Handels<lb break="no"/>ministerium dazu eine Subvention geben musste. Peinlich für<lb/>
die ÖVP war, dass der eingeladene Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs><lb/>
wesentlich zu spät kam. Der Innungsmeister hat ihm nicht<lb/>
einmal das Wort zu einer Ansprache gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_06">Der ägyptische Wasserwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__122977">Samaha</rs> hat die grossen<lb/>
Projekte der ägyptischen Regierung erörtert. Da sie beim<lb/>
jetzigen Bewässerungssystem bis zu 30 % Wasserverlust haben,<lb/>
möchten sie in Hinkunft die Bewässerungskanäle überdecken oder<lb/>
überhaupt die Pipelines mit Pumpstationen anlegen. Insgesamt<lb/>
sieht der Plan 600.000 Aca<add>[?]</add> vor, davon 400.000 in der Sinai.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122977">Samaha</rs> ist gleichzeitig auch der Verbindungsminister zu Sudan.<lb/>
Inoffiziell hat er mir immer wieder dann sowohl in der Sitzung<lb/>
als auch nachher beim Essen, wo ich dies gleich den Firmen<lb/>
auch mitteilen konnte, ersucht, Österreich sollte nachdenken,<lb/>
wie wir der gemeinsamen Kooperation und den gemeinsamen Projekten<lb/>
Sudan-Ägypten helfen könnten. Mein Hinweis, dass der Sudan<lb/>
jetzt von der Österr. Kontrollbank keinen grösseren Kreditrahmen<lb/>
mehr bekommen kann, solange die Zahlungsfähigkeit nicht<lb/>
verbessert würde, glaubte er dadurch replizieren zu können,<lb/>
dass er eben jetzt auf die Kooperation Ägypten-Sudan hinwies.<lb/>
Seiner Meinung nach ist dies eine neue Situation, dass das<lb/>
mächtige Ägypten Sudan sozusagen mitnimmt. Mit den Firmen<lb break="no"/>vertretern war ich aber der Meinung, dass hier ein Lahmer<lb/>
einen Blinden mitgenommen hat. Ägypten ist zwar auf Grund<lb/>
der Hoffnung, dass die Amerikaner jetzt den Friedensschluss mit<lb/>
Israel durch entsprechende finanzielle Unterstützung festigen<lb/>
wollen, nicht so schlecht dran wie Sudan. Von einer wirklichen<lb/>
finanziellen Sanierung kann aber bei beiden Staaten nicht die<lb/>
Rede sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_07">In der Fraktion des Handelsausschusses wurde über die Tages<lb break="no"/>ordnung nur generell von mir berichtet, Detailinformationen<lb/>
oder gar Anfragen ergeben sich ja fast nie. Provokant<lb/>
habe ich ja sogar erklärt, nachdem ein Bruchteil der notwendigen<lb/>
Abgeordneten überhaupt nur zur Fraktionsbesprechung gekommen<lb/>
ist, es müssten ja immer alle Gesetzesmaterien auf Einstimmigkeit<lb/>
oder zumindestens Übereinstimmung mit der ÖVP vorschlagen,<lb/>
weil bei Kampfabstimmungen würden wir ja sowieso immer zu<lb/>
wenige Abgeordnete haben. In der Sitzung läppern sich aber<lb/>
dann doch die notwendigen Abgeordneten zusammen und es gab<lb/>
über die Tagesordnungspunkte dann doch eine Diskussion. Inter<lb break="no"/>essant für mich war nur, dass der Freiheitliche Abgeordnete<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> doch, um vor allem zu demonstrieren, dass er die sozial<lb break="no"/>partnerschaftlichen gemeinsamen Vorlagen nicht ohne Bemerkungen<lb/>
zumindestens hinnehmen will, einige Abänderungsanträge stellte.<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, die mich ja in der Haussitzung dann<lb/>
vertreten wird, hat sich ganz jetzt diesen Fragen gewidmet.<lb/>
Die Abänderungswünsche von <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> waren teilweise sehr geschickt<lb/>
verpackt. U.a. wollte er, dass das Verbot der Mogelpackung<lb/>
unter einen anderen Paragraph subsumiert wird. Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs>, der<lb/>
neben mir sass, meinte, eine solche Überlegung hätte es bereits<lb/>
bei den Beratungen gegeben und er hätte dagegen nichts einzu<lb break="no"/>wenden. Zum Glück hat Abg. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> vom ÖGB, der ja letzten<lb/>
Endes auch die Verhandlungen im Detail mitgemacht hatte, sofort<lb/>
dagegen remonstriert. In <rs type="person" ref="#per__111721">Stix's</rs> Vorschlag wäre nämlich die<lb/>
Nachweisbelastung des Tatbestandes bei einem Anzeiger, sprich<lb/>
Arbeiterkammer oder ÖGB, gelegen. Die in der Regierungsvorlage<lb/>
von uns aber vorgeschlagene Lösung sieht vor, dass wenn der<lb/>
Tatbestand der Mogelpackung nur festzustellen ist und nicht<lb/>
mehr der Anzeiger, sprich ÖGB oder AK den Nachweis im speziellen<lb/>
erbringen müssen. Auch die anderen Abänderungswünsche von <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs><lb/>
wurden von der ÖVP und der SPÖ abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> wollte insbe<lb break="no"/>sondere eine Änderung der Verordnungsermächtigung des Handels<lb break="no"/>ministeriums, weil ansonsten unabsehbare Verordnungen bezüglich<lb/>
Produktdeklaration kommen könnte. Ich habe nur einen einzigen Satz<lb/>
dezidiert erklärt, es wird keine unabsehbaren Verordnungen geben.<lb/>
Dasselbe gilt übrigens auch für die Verordnungsermächtigung bei der<lb/>
Novelle zum Nahversorgungsgesetz, wo jetzt endlich das Verbot des<lb/>
Verkaufs unter dem Einstandspreis eingeführt wurde. Diese Rege<lb break="no"/>lung hilft insbesondere dem Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> als Prä<lb break="no"/><pb n="53-0268" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-02-27_0268.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sident des Freien Wirtschaftsverbandes bei den jetzt statt<lb break="no"/>findenden Handelskammerwahlen. Da in den verschiedensten Aus<lb break="no"/>schüssen keine Gesetze jetzt fertig werden, hat Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs><lb/>
vorgeschlagen, wir sollten diese beiden Gesetzesnovellen für<lb/>
das Unlautere Wettbewerbsgesetz und Nahverkehrsgesetz an die<lb/>
Spitze der nächsten Haussitzung setzen. Ich erklärte, dies<lb/>
ist seit 10 Jahren sozialistischer Regierung das erste Mal der<lb/>
Fall. Selbst als wir das Jahrhundertgesetz Gewerbeordnung zu<lb/>
beschliessen hatten, hatte sich <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> mit irgendeinem Teil seiner<lb/>
Strafrechtsreform an die Spitze gearbeitet. Mich hat es nie<lb/>
gestört, ist nur typisch für wahrscheinlich schlechte Methode<lb/>
von mir, viel zu wenig prestigebewusst zu handeln. Besonders<lb/>
freut mich aber, dass bei dieser ersten Gelegenheit <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
allein auf der Regierungsbank, wie ich fest überzeugt bin, bestens<lb/>
nicht nur den Verhandlungen folgen, sondern auch ihre Meinung zum<lb/>
Ausdruck bringen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_08">Bei dem Schnackerl-Gesetz, dass sich Österreich in der Internationalen<lb/>
Energieagentur an einem Windprojekt mit 200.000 S beteiligt,<lb/>
hatte der Oppositionssprecher für Energiefragen <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> tat<lb break="no"/>sächlich wieder seine Standardbemerkung gemacht, dass vernünftige<lb/>
Vorschläge der Regierung in Energiefragen immer die Unterstützung<lb/>
der ÖVP finden. Auf Grund unserer Verfassungslage muss nämlich<lb/>
selbst dieses Windradel-Gesetz eine Zweidrittel-Mehrheit haben,<lb/>
bei dieser Gelegenheit daher, weil die ÖVP sowieso zustimmen muss,<lb/>
hat sie ja seinerzeit auch den Beitritt zur Internationalen Energie<lb break="no"/>agentur akzeptiert, dann zu behaupten, vernünftige Vorschläge<lb/>
der Regierung werden von der Opposition in Energiefragen immer<lb/>
wieder akzeptiert, ist direkt lächerlich. Es haben auch bei dieser<lb/>
Äusserung <rs type="person" ref="#per__111410">König's</rs> alle Abgeordneten, selbst die der ÖVP, hellauf<lb/>
gelacht. Ich erklärte daher todernst, dass ich mich submissivest<lb/>
bei der Opposition bedanke für diese tatkräftige Unterstützung<lb/>
der Regierungs-Energiepolitk. Ironischer ging es nicht mehr,<lb/>
alle haben es verstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_09">Im vierten und letzten Gesetzentwürfe wurde dann das Silberlot<lb/>
geändert, die Gründe dafür waren, dass man jetzt auch die notwen<lb break="no"/>digen Arbeiten bei geringerem Silbergehalt durchführen könnte,<lb/>
alle wussten und es wurde das dann auch in der Diskussion bekannt,<lb/>
dass es sich ausschliesslich um eine aus der Silberpreisverteuerung<lb/>
ergebende Massnahme handelt. Erfreulich war wieder einmal, dass<lb/>
<pb n="53-0269" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-02-27_0269.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auch in der neuen Legislaturperiode der erste Handelsausschuss<lb/>
nur einstimmige Beschlüsse fasste, selbst die FPÖ stimmte allem<lb/>
zu, wird nur beim UWG Abstimmung getrennte Abstimmung in einzelnen<lb/>
Punkten verlangen. In der dritten Lesung stimmt sie wieder allem<lb/>
zu. Die Taktik der Einstimmigkeit seit 1970 oder zumindestens der<lb/>
Zustimmung der ÖVP durch entsprechende Vorberatungen auf Sozial<lb break="no"/>partnerebene hat sich also bestens bewährt. Ich erkläre immer<lb/>
wieder, dass dadurch zwar vielleicht nicht Revolutionäres<lb/>
gesetzgeberisch geleistet wurde, obwohl sicherlich auch die<lb/>
Gewerbeordnung, EG-Vertrag, Lehrlingsausbildung usw. dazu<lb/>
gehören. Ein einziges Mal gelang es keine Übereinstimmung im<lb/>
vorparlamentarischen Raum zu erreichen und schon ging das<lb/>
ganze Gesetzesprojekt daneben. Bei dieser Materie handelt es<lb/>
sich, wie man leicht erraten kann, um die Kernkraftfrage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_10">Da Staatssekr. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> das Handelsministerium bei der Beratung<lb/>
der 4 Gesetze das Handelsministerium vertreten wird, halte ich<lb/>
es für zweckmässig, dass zeitgerecht eine entsprechende Infor<lb break="no"/>mation der Massenmedien erfolgt. Am zweckmässigsten erscheint es<lb/>
mir, wenn man eine vielleicht doch allgemeine auch Pressemitteilung<lb/>
vom Handelsministerium über die Bedeutung insbesondere des UWG-<lb/>
und Nahverkehrsgesetzes herausgibt, darüber hinaus wird es aber<lb/>
zweckmässig sein, durch Intervention bei den verschiedensten<lb/>
Zeitungen, vielleicht auch durch spezielle Detailinformationen und<lb/>
Mitteilungen, deren Interessen zu wecken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte veranlasse Entsprechendes.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_12">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> berichtete <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und mir, dass es jetzt endlich<lb/>
geglückt ist, für das Baugewerbe die Konzessionsprüfung abzu<lb break="no"/>schliessen. Er schlägt nach 8 Entwürfen einen Kompromiss-<lb/>
Entwurf jetzt vor, die Differenz entsteht zwischen den Zivil<lb break="no"/>technikern und den Baumeistern. Die Ziviltechniker wollen zur<lb/>
Erlangung der Konzession keine Prüfung mehr ablegen, die Baumeister<lb/>
wieder wollen womöglich überhaupt keine Zulassung von Zivil<lb break="no"/>technikern. Das Kompromiss sieht nun vor, dass die Ziviltechniker<lb/>
sehr wohl eine Prüfung ablegen müssen für die Materie, die in<lb/>
ihrem Prüfungsrahmen nicht enthalten ist. Den Bauunternehmen,<lb/>
sprich Baumeistern wurde wieder zugesichert, dass es ausser dem<lb/>
<pb n="53-0270" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-02-27_0270.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Nachsichtsverbot für Prüfungen neu auch ein Nachsichtsverbot<lb/>
für Praxis gibt. Es wird also daher der Ziviltechniker auch<lb/>
eine gewisse Praxis nachweisen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_13">Mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> besprach ich die Umweltverträglichkeits<lb break="no"/>prüfung. Die NEWAG, Dir. <rs type="person" ref="#per__117159">Plöchl</rs>, hat <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> in einer Aus<lb break="no"/>sprache mitgeteilt, dass sie daran nicht beabsichtigt, mit<lb break="no"/>zuwirken. Der Grund sei aber rein formeller Art, die NEWAG<lb/>
wehrt sich nicht gegen die Umweltbelastungsprüfung, sondern<lb/>
nur dagegen, dass daraus Wien ableiten könnte, dass in NÖ<lb/>
jetzt die Wiener entsprechend mitregieren können. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat<lb/>
jetzt mit der Akademie der Wissenschaft vereinbart, dass<lb/>
für 150.000 S eine solche Umweltverträglichkeitsprüfung durch<lb break="no"/>geführt wird und dass das Ergebnis bereits in sechs Wochen<lb/>
vorliegen wird. Die NEWAG wird sich so wie die Dampfkraftwerk-<lb/>
Korneuburg-Gesellschaft finanziell diese Leistung erbringen.<lb/>
Vorerst muss allerdings das Ministerium einen diesbezüglichen<lb/>
Vertrag mit der Akademie der Wissenschaften abschliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Achte bitte darauf, dass nicht dann<lb/>
letzten Endes das Handelsministerium dies bezahlen muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_15">Nach Mitteilung von Prof. <rs type="person" ref="#per__123060">Reuter</rs> ist das Wiener Gutachten<lb/>
der Abteilung 22 deshalb falsch, weil zwar die Ausbreitungs<lb break="no"/>rechnung richtig ist, die Windrichtung aber vollkommen falsch<lb/>
angenommen wurde. Das ganze Problem wird dann aber im<lb/>
Gutachten der Akademie der Wissenschaften im einzelnen klar und<lb/>
deutlich klargelegt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_16">Mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> besprach ich dann die endgültige Finali<lb break="no"/>sierung des Energiesicherungsgesetzes. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs>, und das sagt etwas,<lb/>
ist mit diesem Gesetzentwurf selbst zufrieden, da er sehr<lb/>
selbstkritisch selbst seine eigene Arbeit beurteilt, dürfte<lb/>
es sich wirklich um ein legistisch guten Gesetzentwurf handeln.<lb/>
Neu aufgenommen wurde der Zwang für eine Lagergesellschaft<lb/>
im Westen, die Multis und die ÖMV müssten 20 % ihrer Lager<lb break="no"/>menge in Hinkunft im Westen bereitstellen. Ausserdem werden<lb/>
vorbereitende Erhebungen für den Krisenfall im Gesetz fest<lb break="no"/>gelegt und dem Handelsministerium dadurch diese Möglichkeit<lb/>
eingeräumt. Wichtig ist auch die Umstellung der Anordnungs<lb break="no"/><pb n="53-0271" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-02-27_0271.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>möglichkeit von sensitiver Energie, z.B. Öl auf Kohle für<lb/>
Betriebe über 5 Megawatt Verbrauch. Die Einsparungsvorschläge<lb/>
wie autofreier Tag, Geschwindigkeitsbeschränkung, Rationali<lb break="no"/>sierung werden ebenfalls vorgesehen. Ein Kontrahierungszwang wird<lb/>
eigens stipuliert, eine Aussenhandelsregelung ähnlich der Schrott<lb break="no"/>lenkung wird zwar nur generell im Gesetzestext festgelegt, damit<lb/>
wir nicht gegen EFTA- und EG-Verträge verstossen. Da die Schrott<lb break="no"/>lenkung aber bereits vom Verfassungsdienst akzeptiert wurde,<lb/>
nimmt <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> an, wird es ihm auch gelingen, diese Regelung in<lb/>
die Regierungsvorlage aufnehmen zu können. Auf Grund dieser<lb/>
Gesetzesstelle habe ich dann die Möglichkeit, Importgenehmigungen<lb/>
auszusprechen und dadurch eine Diversifikation, sprich geringere<lb/>
Abhängigkeit vom Osten, durch Anordnung zu erreichen. Letzten<lb/>
Endes wird dann noch ein Energiebeauftragter im Gesetz vorge<lb break="no"/>sehen, der die Energiebilanzen zu erstellen hätte. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> meinte,<lb/>
was er braucht, um wirklich eine entsprechende Lenkung der<lb/>
Energie, und dies nicht nur im Krisenfall, zu ermöglichen, ist<lb/>
im Gesetz vorgesehen, Grundlage sollte dann eine Netto-Energie<lb break="no"/>bilanz Österreichs werden. Ich habe <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> und auch <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> nicht<lb/>
im Unklaren gelassen, dass ich maximal erwarte, einige nur<lb/>
unbedeutende Änderungen wie z.B. Aufstockung der Pflichtlager<lb break="no"/>vorräte von 20 auf 25 % zu erreichen, da wir uns zu dieser<lb/>
Pflichtlagerreserve in der IEA verpflichtet haben. Vielleicht<lb/>
gelingt es dann noch den einen oder anderen Punkt der ÖVP herauszu<lb break="no"/>reissen. Auch ein noch so guter und legistisch einwandfrei aufge<lb break="no"/>bauter Entwurf, wie ihn der jetzige Entwurf von <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> darstellt,<lb/>
wird die ÖVP nicht veranlassen, dem Handelsministerium diese<lb/>
Ermächtigung zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf Pressefrühstück nach meiner<lb/>
Rückkehr setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_18">Das Referat bei der Fa. Martha war nicht eine Fraktionssitzung<lb/>
der soz. Gewerkschafter, wie in meinem Tagesprogramm steht,<lb/>
sondern eine allgemeine Betriebsversammlung. Der Vorsitzende<lb/>
hat mich Gott sei Dank vor der Sitzung aufmerksam gemacht.<lb/>
Ich hätte zwar sicherlich nicht besonders anders referiert<lb/>
und in der Diskussion mich verhalten, doch ist es angenehm<lb/>
zu wissen, vor wem man spricht. Natürlich habe ich <choice><choice><sic>weitest<lb break="no"/>ehendst</sic><corr>weitestgehend; weitgehendst</corr></choice></choice> nur die Energiefrage erörtert und erklärt. In der Diskus<lb break="no"/>sion, die zuerst sehr langsam in Schwung kam, dann aber umso hef<lb break="no"/><pb n="53-0272" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band53/53_1980-02-27_0272.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>tiger und intensiver geführt wurde, war für mich nur inter<lb break="no"/>essant, dass ein Ing. <rs type="person" ref="#per__123162">Witzmann</rs> erklärte, die Internationalen<lb/>
hätten im Jänner 1980 nicht nur durch Fehldispositionen,<lb/>
sondern auch ganz bewusst Aktionen gesetzt, um eine Teilver<lb break="no"/>knappung herbeizuführen. Er schloss trotz der, wie er zugab<lb/>
und wie ich in meinem Referat ausführte, reichlich vorhandenen<lb/>
Öl- und Ölkomponenten wie Benzin auf den internationalen<lb/>
Märkten eine Verknappung bis zur nächsten Preisfestsetzung<lb/>
nicht aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band53_1980-02-27_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Versuche herauszubekommen, was Ing.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123162">Witzmann</rs> tatsächlich alles weiss.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 27.2.1980</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Prof. Akad. d. Wiss.; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
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               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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