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            <title type="main">Freitag, der 14. Dezember 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band51_1979-12-14</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_01">Freitag, 14. Dezember 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_02">Auf Ersuchen von Dir. <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs>, ÖMV, rufe ich den<lb/>
sowjetischen Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> an, um meine tiefe<lb/>
Enttäuschung auszusprechen über die Senkung der Ölimport<lb break="no"/>menge von 1,5 Mill. auf 1,250.000 t. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs>,<lb/>
dass dies ein ganz schwerer Schlag gegen meine Aussenhandels<lb break="no"/>politik seit 10 Jahren ist, ich habe mich stets für eine Er<lb break="no"/>höhung des Osthandels eingesetzt und die Gegner werden behaupten,<lb/>
wenn die Kürzung erfolgt, dass sie recht haben mit ihren<lb/>
skeptischen Warnungen. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> erwidert, dass es richtig<lb/>
sei, dass die ÖMV gekürzt werden sollte, dass man aber gleich<lb break="no"/>zeitig der Shell 500.000 t gibt. <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> wird in zwei<lb/>
Tagen nach Moskau reisen und dort meine Intervention vorbringen.<lb/>
Ich informiere <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> und beschwere mich, dass ich über<lb/>
die Shell-Lieferung von der ÖMV nicht informiert wurden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> behauptet zwar, die Energiesektion hätte dies ge<lb break="no"/>wusst und im heurigen Jahr hätte Shell auch schon 400.000 t<lb/>
bezogen. Ich verlange von der ÖMV eine entsprechende Aufstellung<lb/>
über Lieferbezüge und der Preise. Angeblich liefert die SU<lb/>
an Shell-International das Rohöl für Österreich, weil gleichzeitig<lb/>
Shell International die Kubaner mit Heizöl versorgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die mengenmässige Anlieferung und Ver<lb break="no"/>träge von Rohöl müssten wir wenigstens bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_04"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> informiert mich über die weitere Aussprache in der<lb/>
gestrigen Industrie-Kommissions-Sitzung. Er selbst hat nur über<lb/>
die Leistungsbilanz einen Diskussionsbeitrag als Direktor der<lb/>
OeNB geliefert, als <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann für <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> überraschend mit<lb/>
der Kernkraftwerksfrage begann. Er erwähnte, dass die Sozialisten<lb/>
90 Stimmen und die ÖVP 37 bringen müssten, um die Zweidrittel<lb break="no"/>mehrheit zu erreichen. Dafür müsste sich eben die Wirtschaft<lb/>
einsetzen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> für den ÖGB verwies darauf, dass der Bundeskongress<lb/>
bereits zweimal klar und deutlich für die Kernkraft votiert hat.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> meinte, 3.000 Mitglieder der Industriellenvereinigung würden<lb/>
sicherlich alle positiv zur Kernkraft votieren. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat wieder<lb/>
herumgesprochen, mit anderen Worten, er ist nicht imstande, in der<lb/>
ÖVP sich durchzusetzen oder auch nur den Partei-Obmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
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mir deshalb vor, er hätte mit <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> schon besprochen, dieser<lb/>
sollte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> zu sich bitten, um zwischen den beiden<lb/>
die Taktik abzusprechen. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> hat mir am Abend bei der<lb/>
25-Jahr-Feier von Cola dies auch bestätigt und meint, nur auf<lb/>
diesem Wege könnte man dieses Problem in Angriff nehmen. Ein<lb/>
schwerer Schlag, meinte <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, sei die Erklärung von <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
gewesen, ganz egal, ob er als Bautenminister gesprochen hat<lb/>
oder als Obmann der Gewerkschaft Bergbau und Energie, die Zeit<lb break="no"/>differenz Industriellenvereinigung Inangriffnahme nächstes<lb/>
Jahr Energiegewerkschaft in zehn Jahren erscheint mir derzeit<lb/>
unüberbrückbar. Die Hauptfrage ist in meinen Augen, wie<lb/>
wir das Lagerproblem für die abgebrannten Brennelemente lösen<lb/>
können. Kommt es hier zu einer vernünftigen Regelung in Deutsch<lb break="no"/>land und in der Schweiz, wird auch in Österreich diese Frage<lb/>
einfach zu lösen sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_05">Die Generalversammlung der ÖFVW verlief genau wie ich sie er<lb break="no"/>wartet hatte, lauter einstimmige Beschlüsse, alle glücklich,<lb/>
dass wir das neue Bürohaus haben, der Wunsch, wir sollten diese<lb/>
gemütliche Heimstätte behalten, worauf ich sofort die Länder<lb break="no"/>vertreter und die Handelskammer aufforderte, dann einen<lb/>
entsprechenden Finanzierungszuschuss zu leisten. Die einzige<lb/>
kritische Diskussion war der Wunsch von LR <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs>, den Tirolern<lb/>
gegebenenfalls den westlichen Ländern, also Vorarlberg und<lb/>
Tirol, einen ständigen Sitz im Direktorium einzuräumen. Diese<lb/>
Frage muss aber zwischen den Ländern selbst ausgehandelt werden<lb/>
und kann meiner Meinung nach nicht im Zuge des neue Organisa<lb break="no"/>tionsschemas und der neuen Geschäftseinteilung und Geschäfts<lb break="no"/>ordnung erledigt werden. Wichtig und beruhigend für alle war<lb/>
auch, dass der Rechnungsprüfer <rs type="person" ref="#per__122994">Ziegler</rs> jetzt mitteilte, dass<lb/>
die Buchhaltung ajour ist, als ich vor 10 Jahren das erste<lb/>
Mal mich mit dem Problem ÖFVW beschäftigen musste, war<lb/>
die Buchhaltung jahrelang im Rückstand.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Geschäftsordnung soll nicht übers<lb/>
Knie gebrochen werden!<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_07">Bei der Unterzeichnung des Staatsvertrages über Energiesparen<lb/>
mit den Ländern, vertreten durch LH <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs> als Sprecher der<lb/>
Länder und dem Wiener LH <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, habe ich mit beiden vorher die<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat dann das Problem des Umweltschutzes angeschnitten,<lb/>
nach unserer Verfassung, wie ihm der Verfassungsdienstverant<lb break="no"/>wortliche im BKA, Prof. <rs type="person" ref="#per__113110">Adamovich</rs>, bestätigte, es keine horizon<lb break="no"/>tale Gliederung sondern eben nur für Sachgebiete eine vertikale<lb/>
Dadurch müsste auch in den wichtigen Gebieten Wasser, Luft und<lb/>
Lärm besonders darauf Rücksicht genommen werden, z.B. Lärm eben<lb/>
in der Gewerbeordnung in anderen Rechtsgebieten geregelt, nur<lb/>
dort wieder vertikal, d.h. durch mittelbare Bundesverwaltung<lb/>
ausgeübt werden. Ich glaube, den Ländern schwebt vor, dass<lb/>
nicht ein Abtreten der Kompetenz an den Bund erfolgt sondern<lb/>
eben auch dort mit Staatsverträgen Regelungen angestrebt werden.<lb/>
Ich bin sehr gespannt, wie diese für das Gesundheitsministerium<lb/>
eminent wichtige Frage, nämlich Kompetenz-Konzentration in diesem<lb/>
Ministerium ausgehen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_08">Nach der Vertragsunterzeichnung, zu der wir auch die Presse eingela<lb break="no"/>den hatten, gekommen waren ganz wenige, sollte ein Gespräch<lb/>
stattfinden. Ein einzige Redakteur meldete sich zu Wort und<lb/>
fragte, wie die Durchführung jetzt erfolgen wird. <rs type="person" ref="#per__112001">Ratzenböck</rs><lb/>
meinte anschliessend zu mir, wäre eine solche Pressekonferenz in<lb/>
Linz gewesen, hätte es nur so an Fragen und Kritiken an uns<lb/>
herunter geprasselt. Ich sagte, bei meinen Montags-Pressegesprächen<lb/>
ist es auch ähnlich und habe ihm nicht verraten, dass in Wirk<lb break="no"/>lichkeit die meisten dort Anwesenden Beamte waren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_09">Angenehm überrascht war ich, dass auch Frau Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111408">Eypeltauer</rs> zu dieser Unterzeichnung gekommen ist. Ich habe ihr<lb/>
gleich angekündigt, dass sie in Hinkunft ihre Kompetenzen,<lb/>
nämlich die gesamte Durchführung auf dem Bautensektor und Mieten<lb break="no"/>sektor allein wird machen müssen. Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> ist über diese Äusserung<lb/>
sehr erschüttert gewesen, scheinbar hat er sich schon in diese<lb/>
Fleissaufgabe so hineingearbeitet und die Energiesektion, obwohl<lb/>
sie kaum imstande ist, unsere Briefe zu beantworten, möchte<lb/>
womöglich auch alle Kompetenzen aller Ministerien an sich ziehen.<lb/>
Ich denke nicht daran, den Streit, der jetzt sicherlich kommen<lb/>
wird, der Verband gemeinnütziger Wohnbauvereinigungen, Dr. <rs type="person" ref="#per__113010">Holoubek</rs>,<lb/>
hat schon heftigst gegen die Durchführung protestiert, die Alu-<lb/>
Werke Ranshofen haben schon erklärt. sie müssen so und so viele<lb/>
Arbeiter entlassen usw. auf meinem Rücken auszutragen. Jeder<lb/>
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dies dann auch nach einer eingehenden Aussprache eingesehen.<lb/>
Die Sorge, die er gehabt hat, dass ich unsere Kompetenzen<lb/>
aufgeben, war wirklich unbegründet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_10">Die Auseinandersetzungen zwischen der Firmenleitung <add>[von]</add> COOP, sprich<lb/>
Konsum, und dem Betriebsrat mussten irgendwie bereinigt werden.<lb/>
Die Firma wurde durch Tage hindurch jetzt bestreikt, es zeigte<lb/>
sich von der Firmenleitung noch keine entsprechende Reaktion.<lb/>
Klugerweise hatte der Betriebsrat sich entschlossen, keinen Streik<lb/>
auszurufen sondern Informationsversammlungen abzuhalten und anstelle<lb/>
von 8 Stunden im Tag halt eine Stunde zu arbeiten. Ich ersuchte des<lb break="no"/>halb die Leitung vom Konsum in einer Aussprache mit der Gewerk<lb break="no"/>schaft dieses Problem zu bereinigen. Unerwarteterweise ist dann<lb/>
sowohl Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__113061">Kadits</rs> als auch der Personalreferent Dr. <rs type="person" ref="#per__123390">Schinogl</rs>,<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__121999">Gerharter</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> erschienen. Die Firmenleitung wird mit<lb/>
der Frage, Weitergewährung der Erfolgsprämie auch für die Neuaufge<lb break="no"/>nommenen und die Neuaufzunehmenden, in den Aufsichtsrat gehen.<lb/>
Dort werden sie sicherlich auch mit den Stimmen der Arbeitnehmer<lb break="no"/>vertreter einen einstimmigen Beschluss fassen. dies würde sich<lb/>
gegen die Streikenden COOP-Beschäftigten richten. Der Konsum ist<lb/>
derzeit an der Beilegung des Konfliktes nicht besonders interessiert,<lb/>
denn erkauft jetzt billigere Ersatzwaren und kann sie günstiger<lb/>
verkaufen, als wenn die COOP Eigenprodukte erzeugt. Da ich zwischen<lb break="no"/>durch zur Betriebseröffnung der Fa. Zumtobel, wo eine riesige Menge<lb/>
erschienen war, sodass ein eigenes Festzelt aufgestellt werden musste,<lb/>
und dann auch noch wirklich nur zur Ansprache zur Weihnachtsfeier der<lb/>
Kollegenschaft der Lebensmittelarbeitergewerkschaft eilen musste,<lb/>
konnte ich nur zwischendurch die Verhandlungen mit anhören. Man<lb/>
einigte sich letzten Endes darauf, dass für die ab 1.1.1979<lb/>
Beschäftigten der 15. Monatsgehalt weiter gilt, für die 70 Neuauf<lb break="no"/>genommenen, auch für die Neuaufzunehmenden wird die Konsumgenossen<lb break="no"/>schaft-Wien-Regelung, nämlich einen halben 15. nach dreijähriger<lb/>
Zugehörigkeit, wie schon seinerzeit beschlossen, neuerdings be<lb break="no"/>stätigt. Für die 70 wird eine finanzielle Abgeltung über einen Kredit<lb/>
der Z überwiesen an die Gewerkschaft vereinbart. Die Zusammenlegung<lb/>
der Konsumorganisationen in den Zentralkonsum – 5 Länder wären<lb/>
nämlich pleite gewesen – soll zur Sanierung dieser Organisation<lb/>
beitragen und verlangt von den dort Beschäftigten auch einen ent<lb break="no"/>sprechenden Verzicht auf erworbene Rechte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_11">Natürlich können die bereits gewährten nicht gestrichen werden.<lb/>
Dagegen würden sich mit Recht nicht nur die Gewerkschaft sondern<lb/>
auch die Belegschaft ganz entschieden wehren. Im Zuge der<lb/>
Angleichung aber für die Neuaufgenommenen und der Ausgleichs<lb break="no"/>bestrebungen zwischen den einzelnen Gewerkschaften versucht<lb/>
die Konsumleitung eben, dass nicht überall der höchste und<lb/>
beste Vertrag für alle gilt. In diesem Fall würden nämlich auch<lb/>
dann Zentralkonsum pleite gehen, die Lebensmittelarbeiter liegen<lb/>
aber dank unserer Tätigkeit an der Spitze, weshalb wir achten<lb/>
müssen, dass wir bei diesem Ausgleich nicht durch Verzicht<lb/>
unserer Mitglieder den grössten Beitrag leisten. Ich habe den<lb/>
Konsumvertretern klar und deutlich gesagt, dass diese einmalige<lb/>
Auseinandersetzung für mich eine grosse Lehre war. Seinerzeit<lb/>
hat der Betriebsrat, um den 15. Gehalt zu erhalten, vereinbart,<lb/>
dass – um kein Präjudiz für andere Gruppen zu schaffen – sie<lb/>
Jahr für Jahr eben diese Vereinbarung treffen werden. Die<lb/>
damalige Leitung der Coop hat dem zugestimmt, weil sie sich<lb/>
dafür die Versicherung einkauften, niemals einen 16. Gehalt<lb/>
zahlen zu müssen. Jetzt musste der Betriebsrat vom 15. auf<lb/>
14,5, als Anschaffungsbeitrag der halbe Monat <add>[für]</add> alle, die ab 1.1.79<lb/>
neu aufgenommen wurden, akzeptieren. Die Konsumleitung steht<lb/>
allerdings auf dem Standpunkt, ihre wäre es viel lieber, sie könnten<lb/>
alle diese unrentablen Betriebe schliessen. Die Aversion zwischen<lb/>
den Betriebsräten einzelner Produktionsstätten, womöglich noch in<lb/>
verschiedenen Gewerkschaften organisiert, führt zu einer schlechten<lb/>
Ausgangsposition für Kampfmassnahmen. In Hinkunft müssen wir da<lb/>
wesentlich vorsichtiger und zielstrebiger vorgehen. Dies habe ich<lb/>
auch ganz klar und deutlich allen gesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_12">Die Staatswappenüberreichung bei der Sekterzeugerfirma Inführ in<lb/>
Kritzendorf und abends dann auch noch bei der Wienerberg-Getränke,<lb/>
Coca Cola, verlief wie üblich. Ich bin sehr froh, dass ich im<lb/>
Wiener Raum und deren näheren Umgebung die Möglichkeit habe,<lb/>
dabei gleich die Belegschaft kennenzulernen und diese freudigen<lb/>
Ereignisse sowohl für die Betriebsleitung als auch teilweise<lb/>
für die Angehörigen mit entsprechenden Feiern verbunden zumindestens<lb/>
einleiten zu können. Bei Coca Cola hat mich gleich der Geschäftsfüh<lb break="no"/>rer der Österr. Coca Cola GesmbH <rs type="person" ref="#per__126227">Aehle</rs> für 4.6.1980, 9 Uhr, Hofburg,<lb/>
zu einer grossen Konferenz der deutschen, schweizerischen und<lb/>
österreichischen Vertreter eingeladen. Er war scheinbar von meinen<lb/>
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humorvoll vorgetragenen Rede, sehr angetan.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte Termin vormerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_14">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB einigten wir uns, dass die Erdgas<lb break="no"/>preise für die RAG endgültig festgesetzt werden. Eine neuerliche<lb/>
Intervention von GD <rs type="person" ref="#per__114404">Ebeling</rs>, der meinte, alles beruhe neuerdings<lb/>
aus Missverständnissen, nahm ich nicht mehr zur Kenntnis. Ich<lb/>
bin nicht mehr bereit, neuerliche Verhandlungen aufzunehmen.<lb/>
Durch die Benachteiligung der Lenzinger Faserfabrik wird die<lb/>
AK versuchen, bei der Preisfestsetzung für die oö. Ferngas<lb/>
die notwendige Korrektur zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_15">Die Arbeiterkammer ist nach wie vor für eine Erhöhung der Oktan<lb break="no"/>zahl, obwohl dadurch mehr Energie für die Herstellung von<lb/>
Benzin aufgewendet werden muss. Benzinpreise bleiben nach wie<lb/>
vor unverändert, sollte es zu einer Versorgungsschwierigkeit mit<lb/>
Heizöl extraleicht kommen, schlägt NR <rs type="person" ref="#per__117651">Schmidt</rs>, ÖGB, vor, wir sollten<lb/>
den Heizöl-extraleicht-Raffinerieabgabepreis dann an den Diesel<lb break="no"/>kraftstoff-Raffinerieabgabepreis angleichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Lasse eine Zusammenstellung über die<lb/>
derzeitigen Raffinerieabgabepreise machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_17">Für die Abgabe an Ofenheizöl extraleicht an Tankstellen wird der<lb/>
Preis nur unwesentlich von 4.– S auf 4.20 S erhöht, dafür aber<lb/>
die Abgabe ausschliesslich aus Kanisterabfüllung beschränkt. Dafür<lb/>
wird man wahrscheinlich das Heizöl extraleicht färben müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Versuch vertraulich herauszubekommen, wie<lb/>
die ÖMV dies abwickeln würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_19">Die Arbeiterkammer wird die offenen § 68 – Dekret zur Führung<lb/>
des Staatswappens noch einmal durchgehen, um die oft monatelange<lb/>
Urgenzen der Handelskammer endlich zu einem Erfolg zu verhelfen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> erklärt mir, er wird an diesem Problem nicht die gute<lb/>
Zusammenarbeit mit der Handelskammer scheitern lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_20">NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> teilt mit, dass für die Liste – Verbot des Verkaufes<lb/>
unter dem Einstandspreis – keine Übereinstimmung mit der<lb/>
Konsumgenossenschaft bezüglich des Bieres erreichen konnte.<lb/>
Er schlägt deshalb vor, sie werden den Initiativantrag ohne<lb/>
Bier in der Liste angeführt im Parlament verhandeln und<lb/>
beschliessen. Gleichzeitig möchte er aber der Handelskammer eine<lb/>
Verwendungszusage geben, dass die AK und der ÖGB sofort nach dem<lb/>
Inkrafttreten dieser Gesetzesbestimmung einer Verordnung, die<lb/>
das Handelsministerium dann erlassen müsste, zustimmen wird.<lb/>
Dann würde durch diese Verordnung Bier in die Liste aufgenommen<lb/>
werden können. Der Unterschied ist nur, dass Bier dann mit 2<lb/>
Jahren beschränkt wäre, während die andere im Gesetz stehende<lb/>
Liste unbeschränkt gilt. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> wird mit Dr. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs><lb/>
von der Handelskammer verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_21">Die längste Zeit des Jour fixe nahm aber die Verhandlung über<lb/>
den Elektrizitätspreis ein. Gott sei Dank einigten wir uns<lb/>
wenigstens, dass die Verbundgesellschaft den ausgearbeiteten<lb/>
Tarif von 14,9 % bekommen soll. Die von der AK zugestandenen<lb/>
Preiserhöhungen für die Landesgesellschaften halte ich für<lb/>
unzulänglich. Allen Ernstes glauben sie, dass ich für die<lb/>
Steiermark, wo die Berechnung ein Minus, d.h. eine Strompreis<lb break="no"/>senkung, ergeben hätte, eventuell keine Preiserhöhung zugestehen<lb/>
würde. Die Steirer sind zu meinem Glück aber nicht nur im<lb/>
Kampf gegen die Arbeiterkammer, sondern noch viel stärker in einer<lb/>
Auseinandersetzung mit der Handelskammer. Da allen klar ist,<lb/>
dass ich nicht für alle 9 Landesgesellschaften und dann noch<lb/>
für die 5 Städte eigene jeweils einzelne perzentuelle Erhöhungen<lb/>
genehmigen werde, wird wenigstens zugestimmt, dass ich versuchen<lb/>
sollte, in gewissen Gruppen gemeinsame Prozentsätze festzulegen.<lb/>
Die AK nimmt weiters allen Ernstes an, dass wenn wir uns dann<lb/>
mit der E-Wirtschaft über ein gewisses Perzentausmass der Er<lb break="no"/>höhung für die Gruppen geeinigt haben, dann bei der Aufteilung<lb/>
aliquot dieser Prozentsatz auf alle gleichmässig umgelegt wird.<lb/>
Die Wiener stehen aber mit Recht auf dem Standpunkt, dass sie<lb/>
dann einen noch höheren Strompreis für die Industrie verlangen<lb/>
würden als z.B. das umliegende Niederösterreich. Dies würde be<lb break="no"/>deuten, dass die Abwanderung von Industriebetrieben aus Wien in<lb/>
die Umgebung Wiens weiter gefördert wird. Ich erkläre ihnen daher<lb/>
dezidiert, dass ich nicht bereit bin, dies mitzumachen. Die<lb/>
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Wiener Organisation, sprich Gemeindeverwaltung, und der Arbeiter<lb break="no"/>kammer erfolgen. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> wollte unbedingt festlegen, dass ich<lb/>
diese Entscheidung treffen müsste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-14_22">Die EVUs hatten ein grösseres Verhandlungskomitee gewählt, das mit<lb/>
mir über ihre Vorschläge verhandeln sollte. Der Sprecher Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116993">Schachner</rs>, Grazer Stadtwerke, wollte mir klarmachen, dass die<lb/>
beste Lösung sei, Wien, Tirol und Salzburg an die Verbundgesell<lb break="no"/>schaft, sprich knapp 15 %, anzuschliessen, für NÖ, OÖ, Burgenland,<lb/>
Innsbruck, Linz, Graz und Salzburg 12 % und für Kärnten, Steier<lb break="no"/>mark, Vorarlberg und Klagenfurt 7–8 %. Für Wien und NÖ müsste dann<lb/>
noch die kommenden Gaspreiserhöhung dazukommen, für Oberösterreich,<lb/>
Linz die Kohlenerhöhungen der WTK und Sakog. Für diese Zuschläge<lb/>
habe ich Verständnis, ich versprach der E-Wirtschaft, im Laufe der<lb/>
nächsten Woche mit den einzelnen Interessensvertretungen Gespräche<lb/>
zu führen, um zu einem Akkord zu gelangen. Dem Wunsch, ich sollte<lb/>
gegen die Interessensvertretung entscheiden, werde ich gar keines<lb/>
Falles nachkommen, da es sich bei dieser Tarifreform nur um die<lb/>
5. handelt, weitere werden noch folgen, muss es mir wieder gelingen,<lb/>
einen Akkord zu erreichen. Mit einem Diktat würde ich die Zusammen<lb break="no"/>arbeit auf dem Gebiet der Elektrizitätswirtschaft und ganz be<lb break="no"/>sonders die weitere Tarifregelungen sehr gefährden.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 14.12.1979</head>
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