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            <title type="main">Donnerstag, der 13. Dezember 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_01">Donnerstag, 13. Dezember 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_02">Botschafter <rs type="person" ref="#per__122250">Schramm</rs> aus der DDR ist mit dem Österreichreferenten<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs> aus Berlin mit einem Brief von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> ge<lb break="no"/>kommen. Darin schlägt er den Finanzminister vor, dass Finanzab<lb break="no"/>kommen zu verlängern. Im Jänner 1978 wurden 6 Mia. Schilling<lb/>
Kredit zwischen der österreichischen Kontrollbank und der DDR<lb/>
Bank vereinbart, im Laufe des Jahres wurde dieser Kreditrahmen<lb/>
ausgeschöpft unter anderem auch mit Konsumgüterexporte. Der Rahmen<lb/>
wurde deshalb im September auf 12 Mia. erhöht. Dieser ist jetzt<lb/>
auch bereits mit 2/3 ausgenützt. Da z.B. f.d. VÖEST-Alpine die<lb/>
Konverter-Anlage 11 Mia. Schilling ausmacht, ist eine Erhöhung<lb/>
dringendst notwendig. Immer wieder muss ich feststellen, dass wir<lb/>
über die finanzielle Abwicklung fast nichts wissen. Umständlich<lb/>
muss ich, um diese Blöße zu verdecken, bei den Gesprächen mit den<lb/>
Oststaatenvertretern herauskitzeln, wie die Sache steht, um nicht<lb/>
blamabel als Nichtswisser dazustehen,<lb/>
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Nach seiner Information ist kein einziger §-6-Zollantrag für DDR<lb/>
Importe genehmigt worden. Die grosse Hoffnung liegt jetzt bei den<lb/>
Oststaaten, dass im Zuge der Tokio-GATT-Runde mit l.Juli des<lb/>
nächsten Jahres eine gewisse Zollermässigung für sie ebenfalls<lb/>
eintritt. Ich habe <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> sofort vor de, Botschafter und <rs type="person" ref="#per__125951">Reh</rs><lb/>
ersucht, er soll prüfen, wieso es zu einer solchen Entwicklung<lb/>
gekommen ist. Damit wollte ich demonstrieren, dass ich davon<lb/>
nichts wusste. Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen fehlen,<lb/>
kann gar nicht anders entschieden werden und hier hätte müssen<lb/>
die DDR-Vertretung gegebenenfalls bei mir intervenieren. Das<lb/>
Nichtwissen spielt hier also nicht dieselbe Rolle wie bei der<lb/>
Finanzabwicklung.<lb/>
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und die §-6-Anträge Dir einen genauen Bericht geben.<lb/>
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das Aussenministerium ihm schon die Annahme eines Ordens aus<lb/>
der DDR genehmigt hat, die Trageerlaubnis zu geben. Ich bin<lb/>
selbst erstaunt auch hier erfahren zu müssen, dass, wie sich<lb/>
später herausstellt, das Bundeskanzleramt neuerdings seine<lb/>
Zustimmung geben muss. Schon ein bisschen kompliziert, diese<lb/>
Ordensregelung in Österreich.<lb/>
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Bundeskanzleramt, wenn das Aussenministerium schon akzeptiert<lb/>
hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_08">Die Ordensverleihung an die Wirtschaftsvertreter geschieht bei uns<lb/>
wirklich sehr formlos und leger. Ich versuche es durch eine ent<lb break="no"/>sprechende Ansprache, die bei der Einzelwürdigung dann natürlich<lb/>
launig gehalten ist, auch weiter aufzulockern. Typisch war dass<lb/>
jetzt zuletzt vor der Pensionierung von <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> und Zusammen<lb break="no"/>legung der Abteilung dabei noch ein Eingeladener seine Auszeichnung<lb/>
bald gar nicht bekommen hätte, denn ich stellte im letzten Moment<lb/>
fest, dass sie fehlte. Die Zusammenlegung mit <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahals</rs> Abteilung<lb/>
und die des MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> ist schon allein aus der Tatsache, dass<lb/>
dieser mehr nach dem Rechten schauen wird, begründet. Wichtig<lb/>
ist mit dabei nicht das ganze Protokoll-Klimbim, sondern dass<lb/>
vielleicht jetzt nach 10-jähriger Tätigkeit dann <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> mehr<lb/>
in der Frage des Ministerratsdienstes auch im Haus koordinieren<lb/>
wird. Was mich nämlich auch jetzt noch erschüttert ist, dass<lb/>
ich immer wieder feststellen kann, wie formell alle Fragen und<lb/>
wie formal alle Angelegenheiten erledigt werden. In den Geschäfts<lb break="no"/>einteilungen stehen die gigantischsten Kompetenzen, liest man die,<lb/>
glaubt man, der Beamte muss einen ungeheuren Einfluss haben und<lb/>
noch viel mehr ungeheure Arbeit leisten. Sieht man dann dahinter,<lb/>
so bemerkt man, dass meistens eine formelle Abwicklung in einer<lb/>
Art und Weise erfolgt, die in Wirklichkeit für mich zumindestens<lb/>
erschreckend ist. SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> berichtet mir, dass MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> ein<lb break="no"/>verstanden ist und als dieser wegen der Durchführung der Datenver<lb break="no"/>arbeitung mir berichtet, gratuliere ich ihm gleich zu seinem Zu<lb break="no"/>wachs an Kompetenz. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> übernimmt diese Abteilung und wird<lb/>
sicherlich nicht formell nur die Agenden weiterführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_09">Der neu gewählte Personalvertreter, Ing. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs>, hat mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> über die Frage der Vorstellung der neuen Personalver<lb break="no"/>tretung bei mir gesprochen. Er hofft, dass jetzt eine neue<lb/>
Aera auch für unsere Beziehungen beginnt. Dies werde ich mir<lb/>
natürlich noch genau überlegen. Um den Personalvertreter Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> mehr persönlichen Spielraum zu geben, möchte er auch<lb/>
bei dieser Gelegenheit gleich erreichen, dass ein Referat für<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> geschaffen wird. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> sofort, dass dies<lb/>
nur im Zusammenhang mit einer grossen Personallösung, die in<lb/>
nächster Zeit durch Ausscheiden verschiedenster Sektionschefs<lb/>
und auch Abteilungsleitern kommen wird, als package vereinbart<lb/>
werden könnte.<lb/>
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meinte einleitend, dies sei sein schwerster Gang während der<lb/>
10 Jahre unserer Zusammenarbeit. Er eröffnet mir, dass wenn<lb/>
der jetzt ihm zweitzugeteilte Dr. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> sein Nachfolger wird,<lb/>
er keine wie immer geartete Zusammenarbeit mehr sieht. Er kündigt<lb/>
mir sogar die seinerzeit von ihm angeregte weitere Konsulenten<lb break="no"/>tätigkeit. Auf SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> ist er böse, weil dieser die Zweit<lb break="no"/>zuteilung, welche er mit einem Dienstzettel sofort seinerzeit<lb/>
aufgehoben haben wollte, bis jetzt nicht erfüllt hat. Ich ver<lb break="no"/>weise auf die Ausschreibung und dass sich vielleicht noch wer<lb/>
anderer meldet, der mehr entspricht. Tatsächlich ist scheinbar<lb/>
ein Beamter nicht imstande, seinen Nachfolger wirklich einzuführen.<lb/>
Statt zu erkennen, dass dieser doch, wenn er sein Nachfolger<lb/>
werden will, seine ganze Unterstützung braucht, er sicherlich<lb/>
über viele Schwächen hinwegsehen muss und daher nur behutsam<lb/>
gelenkt werden sollte, kommt es meistens zur Konfrontation und<lb/>
dann zum Krach. Die Personalführung ist eben einmal wirklich die<lb/>
schwierigste Frage für jedermann in jeder Position, meine nicht<lb/>
ausgeschlossen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_11">Bezüglich seiner Mitarbeiterin Frau <rs type="person" ref="#per__145957">Schmied</rs> interveniert <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs>,<lb/>
dass sie von etlichen Abteilungen Angebot hätte dort hinzugehen,<lb/>
und ersucht mich um die Unterstützung. Ich informiere SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs><lb/>
und dieser ist mit dem Wunsch <rs type="person" ref="#per__111699">Pufflers</rs> in jeder Beziehung ein<lb break="no"/>verstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte vorsorgen dass nach <rs type="person" ref="#per__111699">Pufflers</rs> Abgang<lb/>
die Arbeit dort vom Zweitzugeteilten sofort übernommen werden<lb/>
kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_13">In der Industriekommission stellt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Tagesordnung um und<lb/>
beginnt zuerst mit dem Bericht über die aktuellen Grossprojekte.<lb/>
Die österreichische Infrastruktur kann noch weiter ausgebaut<lb/>
werden, weshalb die europäische Konjunkturverflachung bei uns<lb/>
in der Vergangenheit nicht durchgeschlagen hat und auch jetzt<lb/>
in Zukunft nicht durchschlagen wird. In Deutschland hat man genug<lb/>
Geld, aber es fehlen den Ländern und auch dem Bund die Projekte,<lb/>
wie ihm Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs> informierte. Wir haben eben eine ent<lb break="no"/>sprechende andere Politik gemacht und diese war sehr erfolgreich,<lb/>
wie die Beschäftigungslage, das Bruttoindustrieprodukt und auch die<lb/>
Preissteigerungsrate zeigen. Er verweist auf die Lehrlingsaus<lb break="no"/>bildung und den dort getätigten Ausbau der Berufsschulen und dann<lb/>
ganz besonders natürlich auf die grossen Projekte General Motors,<lb/>
wo die Arealnutzung, die wesentlich grösser ist, als wie nur die Mo<lb break="no"/>torproduktion andere Produktionen noch erwarten lässt. Sollte das<lb/>
Areal nämlich nicht entsprechend genutzt werden, dann würde der<lb/>
Vertrag eine Auflösung vorsehen. Ebenso kommen die von der Öster<lb break="no"/>reichern zugeschossenen Mittel wieder der österreichischen<lb/>
Industrie zugute, aber auch den Klein- und Mittelbetrieben als<lb/>
Zulieferer, weil diese, zumindestens in Österreich verwendet<lb/>
werden müssen. Er erwähnt dann auch noch die in Siemens, Villach,<lb/>
vereinbarte Forschungs- und <choice><choice><sic>Entwicklungsprojektsllsung</sic><corr>Entwicklungsprojektlösung?</corr></choice></choice> und interes<lb break="no"/>santerweise auch die Erfolge der Autozulieferung österreichischer<lb/>
Firmen an ausländische Mutterwerke. Dies führt er – und nicht zu<lb/>
Unrecht – als einen Erfolg des von vielen belächelnden Austro-<lb/>
Porsche-Projektes zurück. Er ersucht mich dann noch über diese<lb/>
Zulieferung, die immerhin 3,6 Mia. Schilling heuer erreichen wird,<lb/>
und wie <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> ausrechnete, 8.000 Facharbeiterplätze sichert,<lb/>
im einzelnen zu referieren. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, für Grossprojekte<lb/>
gäbe es immer das Problem der Beschäftigung, denn selbst im<lb/>
Waldviertel würden die Arbeitsämter keine grösseren Arbeits<lb break="no"/>kräfte frei haben und auch gar nicht ohne weiteres zur Verfügung<lb/>
stellen können. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> verweist mit recht darauf, dass es sich<lb/>
hier nur um eine Umschichtung handelt. Wenn die Grossbetriebe<lb/>
dann in die Produktion gehen sind garantiert die Beschäftigten<lb/>
vorhanden. Allein aus dem Gebiet der Telefonie, <choice><choice><sic>Trautzel</sic><corr>Trauzl???</corr></choice></choice>-<lb/>
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innerhalb kürzester Zeit sowieso freigestellt werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wieder verweist darauf, dass die General-Motors-<lb/>
Lösung eine Schrittmacherrolle hatte, doch die Neidgenossen<lb break="no"/>schaft man stärker berücksichtigen muss, daher seien die Klein-<lb/>
und Mittelbetriebe und auch die österreichische Industrie genauso<lb/>
zu fördern. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies nämlich darauf, dass 1/3 der Förderung<lb/>
von den Ländern kommen muss. Bei dieser Gelegenheit habe ich dann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> auch über die Absicht der Firma EUMIG<lb/>
mit AGFA jetzt zu einer Vereinbarung zu kommen, informiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, Eumig hat bereits 75 grosse Verluste gehabt,<lb/>
die sich noch verschleiern können. <rs type="person" ref="#per__143978">Derzeit</rs> betragen sie 1/3<lb/>
des Umsatzes. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat sich überhaupt nicht geäussert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll mich laufend informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_15">Präs. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> hat dann das 80-er Konzept der Industriellenver<lb break="no"/>einigung erörtert. Die Schwachstellen der 70-er Jahren waren<lb/>
erstens das Tempo der Staatsverschuldung und Erhöhung des<lb/>
Zahlungsbilanzdefizits. Eine notwendige Strukturumwandlung hätte<lb/>
noch stärker durchgeführt gehört. Die Importe sind 3x so hoch<lb/>
gewesen gegenüber 65 und sind von 6 auf 18% Eigenleistung ange<lb break="no"/>stiegen. Die Exporte hätten nicht so stark zugenommen und wären<lb/>
an Rohstoffen und Halbfabrikatanteil gestiegen. Der cash flow<lb/>
vor AfA und Steuer ist von 35,3% 1960 auf 30.6% 1970 und 79 sogar<lb/>
auf 24% gefallen. Diese Berechnungen stammen vom Wirtschaftsfor<lb break="no"/>schungsinstitut und der Industriellenvereinigung. Das hohe In<lb break="no"/>vestitionsvolumen, die Investitionsrate beträgt immerhin noch 25%<lb/>
ist mehr auf Infrastruktur und konsumtiven Charakter zurück<lb break="no"/>zuführen. Der Investitionsanteil des produktiven Charakters ist von<lb/>
20 auf 12% zurückgegangen. In den 80-er Jahren muss deshalb nach<lb/>
ihren neuen Konzept eine kostenorientierte Politik geführt werden.<lb/>
Die Lohnkosten sind mässig dank des vernünftigen Verhaltens der Ge<lb break="no"/>werkschaft, die Lohnnebenkosten, die 75 noch 83% betragen haben,<lb/>
sind 79 auf 86.5 gestiegen und werden 81 90% betragen. Daran<lb/>
trägt das Sozialministerium Schuld, die in einem Eigenantrieb<lb/>
eine Automatik des Weitermachens als sein Programm hat. Die<lb/>
Steuerpolitik muss als Kostenfaktor in Hinkunft stärker beachtet<lb/>
werden. Die Gewinnsteuern sollten so sein, wie sie in Deutschland<lb/>
und in der Schweiz, mit einem Wort, wie sie in Westeuropa sind<lb break="no"/><pb n="51-1405" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-12-13_1405.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Steuern die es nur bei uns in exorbitanter Höhe gibt, wie die<lb/>
Vermögenssteuer oder gar als letzte die Lohnsummensteuer, sollten<lb/>
entweder entsprechend reduziert, die Lohnsummensteuer, da sie<lb/>
eine Steuer auf einen Arbeitsplatz ist, überhaupt abgeschafft<lb/>
werden. Die direkte und indirekte. Förderung insbesondere der<lb/>
Innovationen müsste noch ergänzt werden durch Produktförderung,<lb/>
Markterschliessung und Gründungshilfe. Wie sehr diese Innovation<lb/>
notwendig ist zeigt die Verschlechterung der Lizenzbilanz.<lb/>
Während man früher einmal sogar aktiv war, beträgt sie 78 1,2 Mia.<lb/>
minus. Die Energiekosten spielen eine entsprechend grosse Rolle<lb/>
und man muss bei den Energiepreisen auf die Exportindustrie Rück<lb break="no"/>sicht nehmen. Die Zinspolitik Spielt einen immer grösseren Anteil,<lb/>
denn die Eigenkapitalanteile fallen und die Fremdkapitalanteile<lb/>
müssen hochverzinslich aufgenommen werden. Zuletzt erwähnte er<lb/>
noch die Währungspolitik. Die Hartwährungspolitik hat sich bewährt<lb/>
doch darf man nicht automatisch jetzt immer nur der Deutschen Mark<lb/>
folgen. Wenn z.B. die Benzinpreise steigen und dadurch die Lebens<lb break="no"/>haltungskosten sich erhöhen, sollte man nicht durch Währungsauf<lb break="no"/>wertung das Preisniveau versuchen zu drücken und damit die Export<lb break="no"/>industrie neuerdings schädigen. Über diese Ausführung gab es<lb/>
dann eine längere Diskussion wie mir <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und spät abends<lb/>
dann auch noch <rs type="person" ref="#per__116098">Kapral</rs>, der Sekretär der Industriellenvereinigung,<lb/>
auf mein Befragen mich informierte. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat allerdings kein<lb/>
Wort erwähnt, dass dann auch das Kernkraftwerksproblem lang und<lb/>
breit diskutiert wurde, weil wie mir <rs type="person" ref="#per__116098">Kapral</rs> dann sagte, überein<lb break="no"/>stimmend festgestellt wurde, er müsse jetzt endlich innerhalb der<lb/>
ÖVP klären, ohne dass dies dort so wortwörtlich gesagt wurde,<lb/>
wie es weitergehen soll. Die Industriellenvereinigung wäre bereit<lb/>
mit Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und seinem Verein anfangs des nächsten Jahres die<lb/>
Vorbereitungen zu treffen, um ein Volksbegehren einzuleiten,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116098">Kapral</rs> ist – und da war ich selbst erstaunt – der Meinung, es<lb/>
müsste alles noch spätestens im zweiten Halbjahr 80 über die<lb/>
Bühne gehen, damit das Kernkraftwerk zeitgerecht in Betrieb<lb/>
genommen werden kann. Diesem Zeitplan gebe ich real gar keine<lb/>
Chance. Schon allein, dass <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> kein Wort mir gegenüber er<lb break="no"/>wähnte, zeigt, dass er auch gar keine Hoffnung sieht, sich bei<lb/>
Bundesparteiobmann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> durchzusetzen.<lb/>
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wichtige Energiemassnahme die bivalente Feuerungsanlage<lb/>
erwähnt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir nicht in<lb/>
das neue Energiesicherungsgesetz entsprechende Bestimmungen<lb/>
darüber aufnehmen sollten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> soll bitte diesbezügliche Vor<lb break="no"/>schläge in der Energiesektion besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_18">Die Eröffnung der Österreichischen Information, sprich dem neuen<lb/>
Bürogebäude der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung in der<lb/>
Margaretenstrasse 1, war ein richtiggehendes Volksfest. Die Deutsch<lb break="no"/>meisterkapelle unter <rs type="person" ref="#per__148729">Horst Winter</rs> spielte trotz Kälte, die<lb/>
Bundesländer hatten einzelne Stände aufgestellt, die Geschenke<lb/>
an die Passanten verteilten. Für die Wiener also eine richtige<lb/>
Hetze und daher ein entsprechender Zulauf. Das Gebäude kostet<lb/>
im Jahr 4 Mio. Schilling Miete inkl. Betriebskosten, liegt aber<lb/>
günstig, ausser bezüglich der Parkplätze für Autos und wird<lb/>
jahrelang als Domizil der Österreichischen Fremdenverkehrs<lb break="no"/>werbung dienen. Das sehr repräsentative Haus in der Hohenstaufen<lb break="no"/>gasse, ein Bankgebäude von <rs type="person" ref="#per__117854">Otto Wagner</rs>, wird jetzt renoviert<lb/>
und sicherlich lang über meine Ministerschaftszeit hinaus nicht<lb/>
fertig werden. Bei der Eröffnung traf ich eine Reihe von Landes<lb break="no"/>fremdenverkehrsdirektoren und besprach auch die Wünsche der<lb/>
Bundesländer im Direktorium stärker vertreten zu sein. Damit<lb/>
wird sich ja die Generalversammlung eingehend beschäftigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_19">In der Lebensmittelarbeitergewerkschaft gab es die grosse Dis<lb break="no"/>kussion, wie wir jetzt mit der Auseinandersetzung bei COOP zu Rande<lb/>
kommen. Die Zentralkonsum-Unternehmungsleitung hat zwar jetzt<lb/>
ein Kompromissangebot für die ab 1980 Eingetretenen mit den Be<lb break="no"/>triebsrat vereinbart, danach erhalten diese anstelle des An<lb break="no"/>schaffungsbeitrags, de facto des 15. Monatslohnes, wie die schon<lb/>
jetzt Beschäftigten einen halben Monatslohn nach 3 Jahren Zuge<lb break="no"/>hörigkeit. Diese Regelung hat auch die KGW seinerzeit schon<lb/>
vereinbart. Strittig ist noch die Frage der 70 jetzt 1979 Einge<lb break="no"/>tretenen bei der COOP. Die sollen nämlich sowie alle sonst Be<lb break="no"/>schäftigten bei der COOP den 15. Monatsgehalt sofort bekommen.<lb/>
Die Hauptschwierigkeit zu einem positiven Abschluss zu kommen<lb/>
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wäre, wenn es um die COOP-Arbeiter oder besser gesagt jetzt um<lb/>
die 70 Beschäftigten, die noch strittig sind, wahrscheinlich<lb/>
sofort bereit zu akzeptieren. Was sie befürchten, ist die Aus<lb break="no"/>wirkung auf die Angestellten, Handels-und Transportarbeiter<lb/>
Druck-und Papier und Chemiearbeiter. Der Konsum hat nämlich<lb/>
jetzt mit 5 Gewerkschaften gleichzeitig zu verhandeln. Das un<lb break="no"/>gleiche Lohnniveau, die ungleichen sozialen Benefizien sind<lb/>
ungeheuer schwierig anzupassen. Die Arbeiter erwarten selbst<lb break="no"/>verständlich dass sie nicht nur auf etwas verzichten sollen,<lb/>
sondern dass im Gegenteil sie das bekommen, wo in anderen Gruppen<lb/>
entsprechende bessere Lösungen vereinbart wurden. Wenn eine Gruppe<lb/>
wie die KGW schon eine bessere Lösung erreicht hat, ist sie na<lb break="no"/>türlich nicht bereit, sofort solidarisch sich für die andere<lb/>
Gruppe auch durch Kampfmassnahmen einzusetzen. Ich sah die einzige<lb/>
Lösung darin, dass wir im Vorstand beschlossen haben, natürlich<lb/>
unsere Betriebsräte und ganz besonders die Beschäftigten bei COOP<lb/>
weiter zu unterstützen, gleichzeitig aber mich beauftragen zu<lb/>
lassen, zu versuchen mit GD <rs type="person" ref="#per__113061">Kaditz</rs> zu einer Einigung zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-13_20">Die Firma Persil hat zu einem Abschiedsempfang für Generaldirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116375">Lobner</rs> und zur Vorstellung des neuen Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__126882">Kafka</rs> ins<lb/>
Palais Schwarzenberg eingeladen. Diese Firma müssen natürlich<lb/>
diesen Wechsel entsprechend repräsentativ vollziehen. Da GD <rs type="person" ref="#per__116375">Lobner</rs><lb/>
sich während seiner ganzen Dienstzeit loyal nicht nur gegen das<lb/>
Handelsministerium, wo er in vielen Konsumentenfragen vermittelnd<lb/>
agierte, sondern auch schon seinerzeit gegenüber der Arbeiterkammer<lb/>
äusserst konziliant verhielt, musste ich ihn bei seinen Abschieds<lb break="no"/>empfang besuchen. Bei dieser Gelegenheit diskutierten wir gleichzei<lb break="no"/>tig mit unseren Bezirksvorsteher und den beiden Generaldirektoren<lb/>
das grosse Problem der Zufahrt für Persil. Die Lände wird Einbahn<lb/>
und für Persil ergibt sich daraus gleich ein fast unlösbares<lb/>
Transportproblem. Einmal mehr hat sich für mich bestätigt, dass<lb/>
grosse Lösungen, die scheinbar alles befriedigen, dann im Detail<lb/>
ungeheure Schwierigkeiten bereiten. Nicht umsonst heisst das<lb/>
Sprichwort, der Teufel steckt im Detail.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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