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            <title type="main">Dienstag, der 11. Dezember 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_01">Dienstag, 11. Dezember 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_02">Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__98035">Vockenhuber</rs> teilt mir mit, dass die Firma Eumig im<lb/>
März wird 1.000 Beschäftigte freistellen müssen. Um die Kapa<lb break="no"/>zität auszunützen, hat er mit Agfa jetzt vertrauliche Ge<lb break="no"/>spräche geführt. GD <rs type="person" ref="#per__124053">Fischer</rs> hat ihm mitgeteilt, dass ich ihn<lb/>
bei der Staatswappenüberreichung ersucht habe, nach Österreich<lb/>
Produktionen zu legen. Agfa hat nun eine neue Null-Serie für<lb/>
Kamera und Gerätesatz aufgelegt. Zuerst wollten sie damit nach<lb/>
Portugal oder Indien gehen. Die Investitionsinformationen die<lb/>
wir ihm überreichten, veranlasste ihn aber jetzt zu überlegen<lb/>
in Österreich die Produktion aufzunehmen. Der Umsatz wäre 250 Mio.<lb/>
Für EUMIG würde dies eine Beschäftigung für 240 Personen bedeuten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98035">Vockenhuber</rs> hofft, dies mit Hilfe seiner neuen Mitarbeiter, Dipl.-<lb/>
Ing. <rs type="person" ref="#per__117634">Freudenschuss</rs>, bis jetzt nur für die Patente zuständig, jetzt<lb/>
Industrieverkauf, eine neue Abteilung, und vor allem seines Finanz<lb break="no"/>direktors Dr. <rs type="person" ref="#per__133673">Benczak</rs>, mit Unterstützung des Handelsministeriums<lb/>
bewerkstelligen zu können. Natürlich spielte die Frage eine<lb/>
grosse Rolle, ob er für seine Forderungen aus der Fohnsdorf-<lb/>
Investition resp. aus Zusagen die ihm Regierungsmitglieder und<lb/>
der Bundeskanzler gemacht hat, nicht der Handelsminister, wie er<lb/>
zugab, jetzt als Kompensation dafür für diese neue Produktion<lb/>
mehr bekommen könnte. Ich habe ihm sofort wieder erklärt, dass<lb/>
das Handelsministerium keinerlei Mittel dafür hat. MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs><lb/>
wird ihm aber zur Beratung und als Servicestelle für Vermittlung<lb/>
mit anderen Ministerien gerne zur Verfügung stehen. <rs type="person" ref="#per__98035">Vockenhuber</rs> be<lb break="no"/>hauptet noch immer, der Betriebsmittelkredit von ERP wurde ihm<lb/>
zugesagt. Für die Nachschulung hat er 77 Mio. verlangt. 110 Mio.<lb/>
kostete sie ihm und 20 Mio. Schilling hat das Sozialministerium<lb/>
nur gegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll vorsichtigst versuchen, was<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dazu sagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_04">Im Ministerrat teilte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit, dass ein altes Mitglied des<lb/>
Verwaltungsgerichtshofes Dr. <rs type="person" ref="#per__1137396">Rath</rs> jetzt Präsident wird. Mir ist<lb/>
ein Stein vom Herzen gefallen, dass <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> dazu nicht berufen<lb/>
wurde. Für das Handelsministerium wäre es sicherlich ein schwerer<lb/>
Verlust gewesen. Für ihn persönlich glaube ich auch eine überge<lb break="no"/>bührlich grosse Anstrengung, sich dort mit diesem Haufen neu<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_05"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann in einer Nachbesprechung der Minister die<lb/>
Kuba-Problematik neuerdings zur Sprache gebracht. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> war<lb/>
nicht anwesend, weshalb er die Kuba-Entscheidung für ihn,<lb/>
sozusagen, noch einmal erörterte und auch verteidigte. Ich glaube<lb/>
es sind weniger die Angriffe der Oppositionsparteien, als die<lb/>
ungeheure Verstimmung, die jetzt bei den Amerikanern herrscht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte, des öfteren hätte schon Österreich für kommu<lb break="no"/>nistische Staaten in der UNO und sonstwo anders gestimmt. Er<lb/>
sagte, das Verhalten hätte die USA sehr irritiert. Mich ersuchte<lb/>
er, ich sollte dann im Pressefoyer über den Staatsvertrag über<lb/>
Einsparung der Energie referieren, was ich auch tat. Dort aller<lb break="no"/>dings war die Hauptfrage die Kuba-Abstimmung und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erörter<lb break="no"/>te, dass es eine Entscheidung des Aussenministers war, nachdem<lb/>
dieses Problem in der Vorbesprechung von ihm gebracht wurde.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> benützt also mit Recht die Information in der Vorbe<lb break="no"/>sprechung, um dann darauf zu verweisen, dass die Regierung eigent<lb break="no"/>lich diesbezügliche Beschlüsse gefasst habe. Formell wäre dies<lb/>
allerdings nur richtig, wenn dies in Form eines Berichtes in<lb/>
der Ministerratssitzung erfolgt. Interessant für mich was aller<lb break="no"/>dings seine Äusserung, er behalte sich gewisse Themen und Ent<lb break="no"/>scheidungen für die Aussenpolitik vor. Dies gilt für den<lb/>
Nahen Osten, die Ost-West-Entspannung und andere Themen. Hier<lb/>
handelt er nicht anders als alle anderen Ministerpräsidenten<lb/>
westlicher Staaten ebenfalls, die in der Aussenpolitik nach wie<lb/>
vor auch ihre Verantwortung durch absolute Entscheidungsfreiheit<lb/>
für sich festlegen. Für mich ist es eigentlich ganz klar, dass<lb/>
in jeden westlichen Staat ein starker Ministerpräsident auch<lb/>
dann, wenn so wie in Österreich die Kompetenzfrage eindeutig<lb/>
beim Aussenminister liegt – und dies gilt nicht nur für die<lb/>
Aussenpolitik – dem jeweilig ressortmässig zuständigen Minister<lb/>
mehr oder minder seine Ansicht aufzwingen kann und dies auch tut.<lb/>
Wer ernstlich glaubt, dass eine absolute Trennung nach Kompetenzen<lb/>
und insbesondere nach unserer österreichischen Verfassung jeder<lb/>
Minister tun und lassen kann was er will, der verkennt die Tat<lb break="no"/>sache des überragenden Einfluss von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_06">Ich habe <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in Anwesenheit von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> flüchtig mitge<lb break="no"/>teilt, dass in der Internationalen Energieagentur die 13.5<lb/>
Mio Tonnen für unsere Quote gesichert sind und dass im nächsten<lb/>
Jahr vielleicht Kürzungen verordnet werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte<lb/>
dies sei falsch, denn wir müssten auch überlegen, wie wir diese<lb/>
13.5 Mio. Tonnen bezahlen können. Er meinte, ich sei schliess<lb break="no"/>lich und endlich auch für den Export verantwortlich der diese<lb/>
Devisenmittel bringen müsste. Obwohl ich sicherlich kaum etwas<lb/>
dafür kann, dass unser Export, sich heuer so gut entwickelt hat,<lb/>
verwies ich selbstverständlich auf die exorbitanten Exportsteige<lb break="no"/>rungen. Da wir dieses Problem morgen bei der Energiesitzung der<lb/>
Minister besprechen werden, sah ich keine Veranlassung überhaupt<lb/>
mehr als eben diesen kurzen Bericht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_07">Im Pressefoyer haben mich dann auch noch Agrarjournalisten ge<lb break="no"/>fragt, wie ich zu den Antrag des Holzwirtschaftsrates, 700.000 fm<lb/>
Export nächstes Jahr zuzulassen, stehe. Ich erklärte natürlich rund<lb break="no"/>wegs, darüber müsste ich noch mit den Interessensvertretungen<lb/>
sprechen und konnte mich daher so leicht aus er Schlinge ziehen.<lb/>
Ich frage mich immer, wieso ich von so exorbitant wichtigen Ent<lb break="no"/>scheidungen so spät informiert werden. Dieser Zustand ist voll<lb break="no"/>kommen untragbar. Es müssen doch die Leute der Fachabteilung<lb/>
oder die Kontaktleute zum Holzwirtschaftsrat wissen, dass ich<lb/>
mit dieser Frage unmittelbar konfrontiert sein werde. Informationen<lb/>
die später kommen sind für mich daher vollkommen wertlos.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wo steckt die ganze Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_09">GD <rs type="person" ref="#per__115584">Winter</rs> von der Chemiefaser Lenzing beschwert sich bei mir,<lb/>
dass sein Gaspreis ständig steigt. Aufgrund der jetzt vorzuneh<lb break="no"/>menden amtlichen Preisregelung wird durch die OÖ Ferngas Chemie<lb/>
Linz einen besseren Preis bekommen als er. Für die 160 Mio. cbm<lb/>
zahlte er im Vorjahr 1.07 Schilling, heuer 1.50 Schilling und<lb/>
im nächsten Jahr 1.71 Schilling. Ich war sehr froh, ihm mitteilen<lb/>
zu können, dass mein ursprünglicher Vorschlag über die Gaspreis<lb break="no"/>gestaltung der Oberösterreicher vorgesehen hätte, dass für<lb/>
Chemiefaser Lenzing ebenfalls eine Rabattgewährung wie im Vorjahr<lb/>
Vorgesehen war. Da aber jetzt eine amtliche Preisregelung er<lb break="no"/>folgt, werde ich den Wunsch der Arbeiterkammer entsprechend ein<lb break="no"/><pb n="51-1385" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-12-11_1385.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>heitliche Preise für Oberösterreich und damit letzten Endes<lb/>
auch für die OÖ Ferngas akzeptieren müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf nächstes Jour-fixe AK und ÖGB<lb/>
setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_11">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97932">Schweda</rs> vom Städtebund teilt mir mit, dass jetzt<lb/>
der dänische Handelsrat <rs type="person" ref="#per__1137397">Meinke</rs> ihm ersucht hat, eine Infor<lb break="no"/>mationstagung für Fernwärmetechnik durchzuführen. Er ersuchte<lb/>
mich, ich sollte dazu auch die österreichischen Firmen darauf<lb/>
aufmerksam machen. Für diese dänische Technik interessiert sich<lb/>
auch Direktor <rs type="person" ref="#per__123176">Inführ</rs> von den Stadtwerken Wels. <rs type="person" ref="#per__97932">Schweda</rs> hat<lb/>
seinerzeit, als die Städte Filteranlagen für Bäder im Ausland<lb/>
kauften, ein Rundschreiben auf meinen Wunsch gemacht und auf die<lb/>
österreichische Produktion hingewiesen. Dies wurde ihm von eini<lb break="no"/>gen Städten sehr übel genommen. Er möchte eine solche Entwicklung<lb/>
jetzt nicht auf der Fernwärme wieder haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Industriesektion soll sich sofort da<lb break="no"/>rum kümmern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_13">Der Schweizer Dr. <rs type="person" ref="#per__1137398">Frey</rs> von Interhome vermietet für incoming<lb/>
Ferienwohnungen, auf gut deutsch – Chalets. Damit hat er sich<lb/>
um den österreichischen Fremdenverkehr verdient gemacht, weshalb<lb/>
wir ihm die Silberne Medaille verliehen haben. Da Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
von der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung etwas auf Protokoll<lb/>
hält, bringt er zwei Flaschen Sekt mit, damit angestossen werden<lb/>
kann. Getrunken wird er in den seltensten Fällen. Dieses Mal<lb/>
ist die Silbermedaille dann im Nylonsack beim Sekttransport<lb/>
versteckt geblieben, sodass ich nur das Dekret überreichen konnte.<lb/>
Interessanterweise freuen sich aber die so Ausgezeichneten sehr<lb/>
und unterstützen natürlich im eigenen Gewinninteresse, aber doch<lb/>
damit indirekt im Interesse des Österreichischen Fremdenverkehrs<lb/>
die Bestrebungen der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_14">SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> teilt mir mit, dass aus den Präsidialzulagen 78/79<lb/>
noch 20.400 Schilling zur Aufteilung zur Verfügung stehen. Mit<lb/>
Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat er ihre Präsidialzulagenaufteilung<lb/>
bereits besprochen und machte mir entsprechende Vorschläge. Ich<lb/>
erkläre ihm sofort, ich habe mich in den vergangenen 10 Jahren<lb/>
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wie sie eine gerechte Aufteilung durchführen wollen. Ich erwarte<lb/>
daher von <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und ihm auch entsprechende Vorschläge.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_15">Die Auflösung der Abteilung <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> wird so erfolgen, dass<lb/>
ausser den Kommerzialrat-Titeln des Aussenhandels, die zur<lb/>
Aussenhandelssektion, SChef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, kommen, alles <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> zuge<lb break="no"/>teilt wird. Diese Abteilung, für Legistik extra geschaffen, hat<lb/>
sicherlich die besten Voraussetzungen den Ministerratsdienst und<lb/>
all die anderen Frage zu übernehmen. <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> hat diese Aufteilung<lb/>
vorgeschlagen, mit der ich einverstanden bin und muss jetzt aber<lb/>
vor allem dies mit MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_16"><rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> hat einen Brief geschrieben, wonach er aufgrund der Per<lb break="no"/>sonalvertretungswahlen alle auffordert, eine zwar objektive, aber<lb/>
dafür umso konsequentere Personalpolitik zu betreiben, damit endlich<lb/>
die Sozialisten in den Ministerien stärker werden. Mit Recht hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> in einem Antwortschreiben festgestellt, dass diese Ermahnung<lb/>
für das Handelsministerium nicht notwendig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_17">Im Parteivorstand konnte ich nur sporadisch anwesend sein, weil<lb/>
ständig Ausschussitzungen im Parlament zwischendurch stattfanden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> politisches Referat war grösstenteils von aussenpoli<lb break="no"/>tischen Fragen beherrscht. Er berichtete vom deutschen Parteitag,<lb/>
den Dualismus zwischen <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs> und <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs>, den es automatisch<lb/>
geben muss, wenn der eine eben Parteiführer und der andere Bundes<lb break="no"/>kanzler ist. <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs> referierte über die grossen Linien. <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs>, der<lb/>
Macher, hat dann natürlich über sein Referat mit entsprechender<lb/>
Erfahrung und als der<add>[, der]</add> letzten Endes die Politik macht, so darge<lb break="no"/>stellt, über die Organisationsschwäche der Partei, 1 Mio. Mitglie<lb break="no"/>der, Österreich dagegen 700.000. Dort allein 500 Beschäftigte<lb/>
beim Parteitag, in Österreich 200 Angestellte für die ganze Par<lb break="no"/>tei usw. Dann über die Mittelstreckenraketenproblematik. Die<lb/>
Franzosen stört die Annäherung Deutschlands an die DDR, weshalb<lb/>
sie jetzt für die Stationierung der Mittelstreckenraketen in<lb/>
Westeuropa sind um ihre Bedeutung wieder mehr herauszustreichen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> glaubt, wenn SALT II unterschrieben ist, wird die UdSSR<lb/>
auch für weitere Verhandlungen bereit sein, damit es nicht doch<lb/>
wieder zu einer Eskalierung der Rüstungen in Westeuropa kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_18">Über Iran und Kuba – zu letzterem bemerkte er, die ÖVP behaup<lb break="no"/>tet immer, wir hätten eine gemeinsame Aussenpolitik – dies stimme<lb/>
aber gar nicht. <rs type="person" ref="#per__97991">Steiner</rs><add>[, Direktor]</add> der politischen Abteilung, jetzt der<lb/>
aussenpolitische Sprecher als neuer Nationalrat, hat die ganze<lb/>
Politik, die er jetzt kritisiert, vorher mitgemacht. Die ÖVP<lb/>
wird sich immer wieder dann von der Aussenpolitik distanzieren,<lb/>
wenn sie sich dafür einen innenpolitischen Vorteil erwartet.<lb/>
Dies geht so weit, dass sogar vertrauliche Berichte, die er<lb/>
im aussenpolitischen Ausschuss gegeben hat, dann dem Wochenblatt<lb/>
weitergegeben wurden. Bei Polen meinte er neuerdings, <rs type="person" ref="#per__134100">Gierek</rs><lb/>
hätte ihm mitgeteilt, beim Papstbesuch hätte man 2 Mio. erwartet,<lb/>
gekommen seien halt nur 1 Mio. Die Polen wünschen auf keinen Fall<lb/>
eine Konfrontation mit dem Papst. Die polnische Kirche aber auch<lb/>
keine politische Demonstration durch den Papstbesuch durch das<lb/>
Regime. Neuerdings erwähnte er dass die Polen gigantische Kredite<lb/>
von uns bekommen, die aushaftend sind und jetzt verlängert werden<lb/>
müssen. Ich weiss nicht, ob in der Diskussion jemand auf diese<lb/>
Frage eingegangen ist, für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber die Gelegenheit später<lb/>
einmal zu sagen, er hätte ja darüber auf dem Parteivorstand berich<lb break="no"/>tet. Neuerdings bestätigte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber, dass man die Polen wegen<lb/>
der Entspannung nicht im Stich lassen darf und dass die Bevölkerung<lb/>
durch die schlechte Wirtschaftslage sehr unzufrieden sei.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_19">Im Integrationsausschuss wurde nach kurzer Debatte die Gesetze<lb/>
über das Abkommen mit Spanien einstimmig beschlossen. Im Zollaus<lb break="no"/>schuss wurde dann das GATT-Abkommen ebenso einstimmig beschlossen.<lb/>
Im Handelsausschuss, der letztmalig einstimmig unterbrochen wurde,<lb/>
um jetzt auch die Änderungen des Arbeiterkammergesetzes zu be<lb break="no"/>schliessen, wurde in der Fraktion die Vermutung geäussert, dass<lb/>
die ÖVP doch nicht zustimmen wird. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat mir dann trium<lb break="no"/>phierend mitgeteilt, ihm sei es gelungen, den Arbeiter- und Ange<lb break="no"/>stelltenbund dazu zu bringen, dass auch diese Novelle jetzt<lb/>
gleichzeitig mit der Handelskammergesetznovelle beschlossen wer<lb break="no"/>den kann. Der Obmann der Christlichen Fraktion, <rs type="person" ref="#per__113374">Gassner</rs>, meinte in<lb/>
der Diskussion nur, sie hätten erwartet, dass über diese Probleme<lb/>
umfangreich diskutiert wird und eine eigene grosse Arbeiterkammer<lb break="no"/>novelle vorbereitet gehört. Trotz aller Bedenken werden sie aber<lb/>
der Novelle zustimmen. Abg. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> von der FPÖ stimmte im Prinzip<lb/>
auch zu, wollte aber nur eine getrennte Abstimmung, weil die FPÖ<lb/>
<pb n="51-1388" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-12-11_1388.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auf dem Standpunkt steht, man sollte das Büro von der Arbeiter<lb break="no"/>kammer Wien trennen und ein eigenes Arbeiterkammertagsbüro er<lb break="no"/>richten. Eine längere Debatte gab es dann nur wegen des Daten<lb break="no"/>schutzes. Sowohl die Handelskammer als auch die Arbeiterkammer<lb/>
müssen ausgenommen werden, damit sie überhaupt nur die Mitglieder<lb break="no"/>namen und die Adressen an wahlwerbende Gruppen usw. weitergeben<lb/>
können. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> schlug bei einer Unterbrechung dann vor,<lb/>
da er, wie er leicht verärgert feststellte, er könne sich ja nicht<lb/>
um alles kümmern, man sollte die Datenschutzvorschläge der ÖVP<lb/>
jetzt einmal nicht akzeptieren, sondern bis zur Hausbeschluss<lb break="no"/>fassung Gespräche führen, ob es bessere Formulierungen gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_20">MR <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> ersuchte um Zustimmung, dass die 20-Jahre-EFTA-Feier<lb/>
in Wien durch die Buchecker Akademie durchgeführt werden soll.<lb/>
Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn diese Akademie eine<lb/>
Art Seminar durchführt. Die offizielle 20-Jahr-Feier aber möchte<lb/>
ich nicht unbedingt einen Verein überlassen, der nicht dem<lb/>
Handelsministerium angehört, wo wohl aber <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> und <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, also<lb/>
beide Parteien entsprechend verankert sind. Ich überleg mir,<lb/>
ob wir diese 20-Jahr-Feier, zu der letzten Endes der Bundespräsi<lb break="no"/>dent, aber auch der Bundeskanzler geladen werden, nicht selbst<lb/>
organisieren sollen. Ich könnte mir eher vorstellen, dass man<lb/>
dafür das seinerzeit von uns gegründete Europäische Institut<lb/>
heranzieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Ich möchte mit der Institutsleitung darüber<lb/>
reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_22">In der Gewerkschaftsfraktion wurde ich ersucht über die Ener<lb break="no"/>giesituation zu berichten. Aufhänger war die Internationale<lb/>
Energieagentur, worüber ich ausführlich referiert. Natürlich<lb/>
habe ich bei dieser Gelegenheit gleich auf die Preisentwicklung<lb/>
und die Preisverfahren bei allen Energieträgern hingewiesen. Bei<lb/>
der Elektrizität berichtete ich, dass die Verbundgesellschaft<lb/>
unter die 15% kommt und dass wir uns hier mit der Arbeiterkammer<lb/>
sehr bald einigen können. Ebenso informierte ich, dass die<lb/>
Landesgesellschaften die verschiedensten Zuschläge bekämen,<lb/>
die politisch, aber auch wahrscheinlich wirtschaftlich für die<lb/>
einzelnen Landesgesellschaften untragbar sind. Ich schlug deshalb<lb/>
einen einheitlichen Prozentsatz vor, der allerdings noch mit der<lb/>
<pb n="51-1389" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-12-11_1389.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Arbeiterkammer und dem Gewerkschaftsbund auszuhandeln ist.<lb/>
Bezüglich der Gaspreise verwies ich auf die exorbitanten<lb/>
Steigerungen und auf die zu erwartenden grossen Verbraucher<lb break="no"/>preiserhöhungen. Bezüglich der Benzinpreise und Ofenheizöl<lb break="no"/>preise habe ich mein System dort vorsichtigst andeutend vor<lb break="no"/>getragen. Insbesondere verwies ich darauf, dass der Normalbenzin<lb break="no"/>preis weitestgehend unverändert bleiben soll, während Super ge<lb break="no"/>gebenenfalls frei wäre, Normalbenzin dürfte auch im Oktangehalt<lb/>
nicht geändert werden, weil wir damit 25% unserer Autos mit dem<lb/>
niedrigen Oktanbenzin betreiben können. Die anderen Autos, wenn<lb/>
sie einen höheren Oktanbenzin brauchen, eben mischen sollen. Da<lb/>
für die Supererzeugung am meisten Energie von der Raffinerie<lb/>
aufgewendet werden soll, wäre eine Preiserhöhung dort vom ener<lb break="no"/>giewirtschaftlichen Standpunkt am ehestens zu verkraften. Für<lb/>
Heizöl extra leicht, sollten wir die Regelung für das arme Mutterl,<lb/>
den Tankstellenpreis für Kanisterabfüllung unverändert lassen<lb/>
oder nur wenig erhöhen, dagegen für die Tankstellenzulieferung<lb/>
freigeben. Bei diesem Teil der Ausführungen war, wie ich objektiver<lb break="no"/>weise zugeben muss, NR <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> nicht mehr anwesend. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> meldete<lb/>
sich sofort zu Wort und ich erwartete eine harte Attacke gegen<lb/>
meine Preisidee. Zur grössten Überraschung folgte aber ein unein<lb break="no"/>geschränktes Lob. Er meinte, ich brächte alle sehr humorvoll vor,<lb/>
er wisse aber, was ich hier in der letzten Zeit zu tragen hätte,<lb/>
die Gegner griffen mich an und er anerkennt, dass insbesondere<lb/>
die Versorgung sichergestellt werden muss und dass mir dies sehr<lb/>
gut gelungen ist. Ich war über das Lob nicht nur erstaunt, sondern<lb/>
teilweise sogar, wie man so schön sagt, beschämt. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> verwies<lb/>
auf die kritische Lage, die sich durch die saudi-arabische Entwick<lb break="no"/>lung ergeben kann und dass wir insbesondere unsere Lager aufstocken<lb/>
mussten. Ich habe sofort darauf geantwortet, dass wir jetzt, nicht<lb/>
zuletzt aufgrund der Beschlüsse der Internationalen Energieagentur,<lb/>
eine Gesetzesnovelle über die Energiesicherung resp. vor allem<lb/>
über die Erhöhung der Vorräte ab 1. März 80, 20% der Importmenge,<lb/>
notwendig sind dann mindestens 25%, im Parlament einbringen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_23">Der Zentralsekretär der Künstler, <rs type="person" ref="#per__136495">Schweinzer</rs>, berichtete dann über<lb/>
die Auseinandersetzung wegen der Opernübertragung. Bei den Staats<lb break="no"/>theatern herrscht ein ziemlich uneinheitlicher und für einen<lb/>
Aussenstehenden sehr verworrene gesetzliche Mitbestimmungsrege<lb break="no"/>lung der Betriebsräte. Die Betriebsräte des darstellenden Per<lb break="no"/><pb n="51-1390" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-12-11_1390.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sonals haben insofern einen grossen Einfluss, als sie auch<lb/>
entsprechende Geschäfte abwickeln. Unter anderem lösen<lb/>
sie die Urheber- und Leistungsschutzrechtsfragen. Bei den Bundes<lb break="no"/>theatern sind sie kollektivvertragsmässig Bevollmächtigte dafür,<lb/>
bei den Orchestern gibt es, dafür gehört, zumindestens für mich<lb/>
erkennbar, keine eindeutige kollektivvertragliche Regelung, wohl<lb/>
aber sind auch dort die Betriebsräte entsprechende Bevollmächtigte.<lb/>
Aus den Geschäften, die sie abgewickelt haben, sind ihnen in der<lb/>
Vergangenheit ungeheure steuerliche Schulden entstanden. 350.000<lb/>
Schilling müssten sie nachzahlen und haben dies jetzt angeblich<lb/>
mit dem Finanzministerium ausgeräumt. Die Betriebsräte sollen aber<lb/>
in Hinkunft dafür haften, auch für den Vorsteuerabzug. Das Problem<lb/>
ist seit Dezember 1977 bekannt und konnte jetzt nur mit Ach und<lb/>
Krach gelöst werden. Die Betriebsräte und insbesondere die Gewerk<lb break="no"/>schaft sind, wie sie dem ORF mitgeteilt haben, absolut gesprächs<lb break="no"/>bereit. Der ORF hat aber das Anbot platzen lassen. Nach Meinung<lb/>
der Gewerkschaft macht er dabei ein gutes Geschäft. Für Über<lb break="no"/>tragungen in Europa, UER bekommt er pro Anschluss 300.000 Schilling<lb/>
bis 1,2 Mio. Schilling. Für die Carmen-Übertragung waren 5 direkt<lb/>
angeschlossen und 6 waren verschoben, d.h. zu einem späteren Zeit<lb break="no"/>punkt wurde die Übertragung gesendet. Damit sind nach Meinung<lb/>
der Gewerkschaft dem ORF ungeheure Mittel zugeflossen. Er macht<lb/>
also mit den Opernübertragungen nach ihrer Meinung noch ein Ge<lb break="no"/>schäft. Das technische Personal wird ungeheuer belastet. 13 1/3<lb/>
Stunden müssen sie fast jeden zweiten Tag im Einsatz sein. Bis jetzt<lb/>
waren es insgesamt 60 Tage, jetzt kommen noch die saisonalen<lb/>
Aufführungstage dazu. In Amerika 27, in der Aktion Arbeiterkammer<lb/>
in den Bundesländern 26. Bei 214 Arbeitstagen insgesamt werden<lb/>
also 113 mit 13 1/2 Stunden Leistungen vom technischen Personal<lb/>
verlangt. Ich machte die Fraktion darauf aufmerksam, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
in der Regierungsnachbesprechung mitteilte, dass der ÖVP-Betriebs<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__1137399">Wondrak</rs> und der zweite, der Sänger <rs type="person" ref="#per__1137400">Waechter</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, mit einer Jahres<lb break="no"/>gage von 2,5 Millionen Schilling, die ihm nur zusteht, weil er<lb/>
als Betriebsrat eben keinen Einkommensverlust erleiden darf, gegen<lb/>
jedwede vernünftige Regelung, die <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> vorgeschlagen hat, ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__136495">Schweinzer</rs> meinte, er geht jetzt gerade wieder zu den nächsten<lb/>
Verhandlungen und hofft, dass es doch noch zu einem Ergebnis kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-12-11_24"><rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> berichtete über das Mediengesetz. Der Entwurf <rs type="person" ref="#per__97372">Broda's</rs><lb/>
war nicht schlecht, doch will ihm die ÖVP keinen weiteren Er<lb break="no"/>folg mehr gönnen. Dies gilt auch für die gesamte sozialistische<lb/>
Bundesregierung. Der Zeitungsherausgeberverband hat sich daher<lb/>
unter Führung der Kleinen Zeitung dagegen ausgesprochen. Die<lb/>
330 Journalisten, die jetzt die Resolution gegen den Entwurf<lb/>
unterschrieben haben, waren es, die vor nicht allzu langer Zeit<lb/>
gerade einen solchen Entwurf noch verlangt haben. <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> hat<lb/>
sich aus der Affaire gezogen, indem er – ich glaube, sehr geschickt –<lb/>
jetzt die Sozialpartner einschaltet. Er möchte eine Paketlösung.<lb/>
Die drei wichtigsten Punkte sind – erstens müssen die Zeitungen<lb/>
ins elektronische Medium irgendwie einsteigen können, zweitens<lb/>
muss der Schutz der privaten oder persönlichen Sphäre so gewähr<lb break="no"/>leistet sein, dass tatsächlich auch Politiker nicht Freiwild der<lb/>
Journalisten werden und drittens muss es aber eine innere Presse<lb break="no"/>freiheit geben. Er hofft, dass er mit den Sozialpartner in diesen<lb/>
Punkten zu einer Lösung kommt und dass sich dann auch der Zeitungs<lb break="no"/>herausgeberverband und vor allem die Journalisten selbst zu einem<lb/>
solchen Kompromiss bekennen. <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> der mir immer gut gefallen<lb/>
hat, auch dann wenn er Extratouren geritten ist, hat glaube ich<lb/>
richtig erkannt, dass dies für ihn als Obmann der Journalisten<lb break="no"/>gewerkschaft die einzige Chance ist, über die Runden zu kommen.<lb/>
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Ministerempfang eingeladen. Leider konnte ich nicht kommen. Er<lb/>
hat humorvoll gesagt, selbstverständlich bin ich entschuldigt, er<lb/>
schickt mir dafür die für mich reservierten Lebensmittel, insbe<lb break="no"/>sondere die Milch, in mein Büro. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> weiss, was sich gehört,<lb/>
aber noch vielmehr er hat einen guten Humor. Den wird er auch für<lb/>
die Hackn wirklich brauchen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 11.12.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 23. Ministerratssitzung, 11.12.1979</head>
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               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Min./BK BRD, SPD</occupation>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName><surname>Zolles</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
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               <occupation>ZS Gew. Kunst, Medien, freie Berufe</occupation>
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               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Anneliese</forename></persName>
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               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <occupation>Eumig-Vorstand</occupation>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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