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            <title type="main">Freitag, der 30. November 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_01">Freitag, 30. November 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_02">Die sozialistische Fraktion der Personalvertretung vom Mini<lb break="no"/>sterium berichtete mir vor Stolz, dass sie ihre Stimmenanzahl<lb/>
von 23.1% auf 33.8% erhöhen konnten. Ihre Hoffnung auf ein<lb/>
gestern mir mitgeteiltes Ergebnis, dass sie den Stellvertreter<lb/>
im Zentralausschuss bekommen, stimmt nicht. Dies richtet sich<lb/>
nicht nach den abgegebenen Stimmen, sondern nach den Mandaten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_03">Bei dieser Aussprache, die übrigens sehr interessant von Obmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111706">Müller</rs>, aber noch viel mehr von Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs> von der Energie<lb break="no"/>sektion bestritten wurde, kam natürlich die zukünftige Personal<lb break="no"/>politik zur Sprache. Dr. <rs type="person" ref="#per__116120">Hille</rs>, ihre Mutter war jahrzehntelang bei<lb/>
mir Sekretärin, wird, wie sie selbst sagte, sich um die einzelnen<lb/>
Beschäftigten mehr kümmern. Energie und Zeit hat sie sicherlich<lb/>
genug. Die Forderung der sozialistischen Personalvertreter geht<lb/>
nun dahin, dass bei der Besetzung von freiwerdenden Abteilungs<lb break="no"/>leiterposten, wo möglich genauso vorgegangen wird, wie seinerzeit<lb/>
bei den Sektionschefs. Wenn es nach ihren Vorstellungen geht,<lb/>
dürften nur mehr Sozialisten Abteilungsleiter werden. Dagegen<lb/>
hätte ich gar nichts einzuwenden, sofern wir die wirklich tüchtigen<lb/>
und fähigen Leute dafür haben. Ein typisches Beispiel in der Dis<lb break="no"/>kussion war die Präsidialabteilung MR <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs>. Dieser geht mit<lb/>
Jahresende in Pension, die zwei anstehenden Beamten dort sind<lb/>
nicht nur Schwarze, sondern MR <rs type="person" ref="#per__123358">Samsinger</rs> vor allem ein frustrierter,<lb/>
keinerlei Initiative entwickelnder Beamter. Der zweite Sektions<lb break="no"/>rat <rs type="person" ref="#per__114718">Dersch</rs> ist zwar wesentlich besser, aber mit seiner Nebenbe<lb break="no"/>schäftigung als Sänger in der Staatsoper auch nur sporadisch für<lb/>
die Beamtentätigkeit im Haus im Einsatz. Letzteres gilt allerdings<lb/>
nicht nur für <rs type="person" ref="#per__114718">Dersch</rs>, sondern für mindestens die Hälfte der Beamten.<lb/>
Die Fraktion hat grösste Bedenken, wenn man aber die Abteilung<lb/>
jetzt auflöst, sie zu MR <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> zu geben. Dieser gilt als Intri<lb break="no"/>gant, dessen Stärkung Wahnsinn wäre. Ein aus der Runde kommender<lb/>
Vorschlag, MR <rs type="person" ref="#per__113627">Kieslich</rs> für diese Tätigkeit zu gewinnen, fand<lb/>
auch nicht die Zustimmung. Die beste Lösung wäre es, wenn die<lb/>
Agenden vom Referat <rs type="person" ref="#per__113627">Kieslich</rs> in die Personalabteilung kommen<lb/>
würden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__112949">KAZDA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Wie ginge eine solche Variante.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_05">Beim Jour-fixe mit Arbeiterkammer und ÖGB gab es die härteste<lb/>
Auseinandersetzung mit Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> von der Arbeiterkammer wegen<lb/>
des RAG-Gaspreises. Zeitweise hat er sich so aufgeregt, dass<lb/>
alle befürchteten, er würde einen Herzinfarkt bekommen. Dass er<lb/>
mit mir schon seit 35 Jahren streitet, fällt mir gar nicht mehr<lb/>
auf. Dass er aber mit SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> derartig heftig diskutierte,<lb/>
war selbst für mich neu. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass<lb/>
viele jetzt schon sagen, mit dem kann man gar nicht normal disku<lb break="no"/>tieren. Dies bedaure ich zutiefst, denn er ist nicht nur blitz<lb break="no"/>gescheit, sondern hat auch in vielen Fällen recht. Die Art aber<lb/>
seiner Argumentation muss immer mehr Leute gegen ihn aufbringen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> versuchte ihnen klarzumachen, dass er nicht bereit ist,<lb/>
für einen Zeitraum für 14 Tage womöglich den 95 Groschen-Preis<lb/>
amtlich festzulegen. Mir erscheint es auch zweckmässig, wenn<lb/>
mit Jahresbeginn der Schilling von der Preiskommission einvernehm<lb break="no"/>lich festgelegt werden könnte, der dann immer noch um 5 Groschen<lb/>
tiefer wäre, als der in Niederösterreich festgelegte.Die Diffe<lb break="no"/>renzierung gegenüber Oberösterreich könnte man wahrscheinlich beim<lb/>
Verwaltungsgerichtshof weiter verteidigen, weil eben die RAG<lb/>
selbst diesen Schilling als Kompromiss akzeptiert hätte. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
sagt zu Recht, wenn es zu einem solchen Beschluss in der Preis<lb break="no"/>kommission nicht kommt, dann bleibt ihm nichts anderes übrig, als<lb/>
ein Sachverständigen-Gutachten zu verlangen, um einigermassen mit<lb/>
Erfolg die mit Garantie zu erwartende Appellation an den Verwaltungs<lb break="no"/>gerichtshof durch die Firma RAG gewinnen zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_06">Der Vorschlag der Gasgesellschaften, in Hinkunft, da es sich jetzt<lb/>
bei den Importgaspreisen um laufende in kürzeren Abständen erfolgen<lb break="no"/>de Korrekturen handelt, diese nicht in der Preiskommission, sondern<lb/>
in der Paritätischen Kommission zu behandeln, wird von der Arbei<lb break="no"/>terkammer abgelehnt. Mein Hinweis, der auch von Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> bestätigt<lb/>
wird, dass 1975 in der Paritätischen Kommission eine sehr befrie<lb break="no"/>digende Lösung gefunden werden konnte, kann auch keinen Meinungs<lb break="no"/>umschwung herbeiführen. Die Arbeiterkammer ist auf amtliche Preis<lb break="no"/>regelung absolut festgelegt. Ich kündige sofort an, dass aber auch<lb/>
in der amtlichen Preiskommission eine Tangentenregelung erfolgen<lb/>
muss. Ich möchte keinesfalls jetzt dann immer alle halbes Jahr<lb/>
oder vielleicht noch viel kürzer ständig diesen unerträglichen<lb/>
Streit. Seitdem <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> gehört hat, dass <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> dann, wenn es<lb/>
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Verwaltungsgerichtshof angefochten werden, genaue Sachver<lb break="no"/>ständigengutachten verlangt, glaubt er allen Ernstes, wir könnten<lb/>
dies jetzt bei allen Preisanträgen so handhaben. Monatelange, ja<lb/>
vielleicht sogar jahrelange Diskussionen mit den entsprechenden<lb/>
Sachverständigen, Gutachten für und wider, sollten automatisch<lb/>
die Preisfestsetzung rauszögern. Ihm schwebt die seinerzeitige<lb/>
Zuckerpreisregelung vor. Damals hatte die Zuckerindustrie durch<lb/>
nichts begründet, ausser dass der damalige Welthandelsprofessor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137166">Bouffier</rs> in einem Gutachten der Zuckerindustrie bestätigte, sie<lb/>
müssten die Wiederbeschaffungswerte einsetzen und deshalb eine<lb/>
16%ige Erhöhung verlangte, erreicht, dass wirklich jahrelang da<lb break="no"/>rüber diskutiert wurde und dann eine 6%ige Erhöhung letzten Endes<lb/>
genehmigt wurde. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> meinte allen Ernstes, wir sollten jetzt<lb/>
sofort bei der Elektrizität genauso vorgehen. Dadurch könnte al<lb break="no"/>lerdings der Elektrizitätspreis wahrscheinlich erst Ende nächsten<lb/>
Jahres, wenn überhaupt in diesem Zeitraum festgelegt werden. Eine<lb/>
solche Politik lehne ich ganz entschieden ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_07">Ich versuchte an Hand des Milchpreisergebnisses der Arbeiterkammer<lb/>
klarzumachen, dass mit ihrer Haltung in Wirklichkeit den Bauern<lb/>
nur die Möglichkeit gegeben wurde, bei einer ganz anderen Aussprache<lb/>
als über den Milchpreis mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, auch diese Frage dort zur Sprache<lb/>
zu bringen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat, wie ich gar nicht anders erwartete, den<lb/>
Vorschlag <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs>, 20 Groschen Erzeugermilchpreiserhöhung plus die<lb/>
5 Groschen für Siloverzichtszuschlagsgebiete sofort akzeptiert.<lb/>
Dies um so mehr, als ja damit Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> sich, wie er mir<lb/>
einen Tag vorher mitteilte, zufrieden gibt und damit ein wichtiger<lb/>
Streit mit den Bauern aus der Welt geschaffen wurde. Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>,<lb/>
der von der Arbeiterkammer die Agrarpreise immer verhandelt, hat<lb/>
mit Recht diese Vorgangsweise insofern kritisiert, als er in der<lb/>
vergangenen Zeit bei Agrarpreisfestsetzungen sich wesentlich besser<lb/>
durchsetzen konnte. In Hinkunft werden wir uns wieder bemühen insbe<lb break="no"/>sondere mit <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> besser zu kooperieren. Die jetzt von der Arbei<lb break="no"/>terkammer rausgegebene Erklärung, sie hätte nur 15 Groschen zuge<lb break="no"/>standen und der Verbraucherpreis hätte nur um 80 Groschen erhöht<lb/>
werden sollen, ist meiner Meinung nach nur eine schlechte Alibihand<lb break="no"/>lung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_08"><rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> berichtet über die Vorsprache der Ölfirmen wegen einer<lb/>
baldigen Erhöhung und dringenden Urgenz der Verbraucherpreisre<lb break="no"/>gulierung. Die Arbeiterkammer erklärt, sie hätte jetzt keine<lb/>
Zeit, um auch diese Preise noch zu verhandeln, da Tag für Tag über die<lb/>
Vorprüfung über die Elektrizitätspreise verhandelt wird. Ich ent<lb break="no"/>scheide kategorisch, dass trotzdem eine Sitzung stattfinden muss,<lb/>
weil es unmöglich ist, ein Preisverfahren, welches jetzt bald<lb/>
1/2 Jahr dauert, an einem Verhandlungstermin scheitern zu lassen.<lb/>
Für mich ergibt sich die Frage, wieweit solche formellen Wünsche<lb/>
abgelehnt werden können. Das Argument von <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, hier sollten<lb/>
wir als Gutachten die freiwillige Arbeit des Wirtschaftsforschungs<lb break="no"/>institut, das die letzte Preiserhöhung schon als nicht notwendig<lb/>
bezeichnete heranziehen, kann nur als guter Gag gewertet werden.<lb/>
Dies könnte maximal zur Begründung zur Festlegung des volkswirt<lb break="no"/>schaftlich gerechtfertigten Preises gelten. Vorher muss man aber<lb/>
die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit feststellen. Sollten<lb/>
wir dafür ein Gutachten verlangen, wird dies ebenfalls wieder mona<lb break="no"/>telang dauern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wenn dies die Arbeiterkammer will, so soll<lb/>
sie dies bei der Sitzung dann feststellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_10">Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, Nationalbank, wünscht einen genauen Bericht über die<lb/>
Polenverhandlungen, den ich selbstverständlich dann bis ins letzte<lb/>
Detail gegeben habe. Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> hat von der ÖBB, Bundesbahnverwal<lb break="no"/>tungsrat von GD <rs type="person" ref="#per__126414">Pycha</rs>, erfahren, dass die CSSR doch imstande wäre die<lb/>
notwendigen Kohletransporte durchzuführen. Diesbezügliche Verhand<lb break="no"/>lungen laufen also, denn die Österreichische Bundesbahn wäre an<lb/>
sämtlichen Kohletransporten über die Bahn brennendst interessiert.<lb/>
Notwendig dafür wären 600 neue Waggons, die 150 Mio. Schilling<lb/>
kosten. Die Polen würden diese Waggons um die Hälfte verkaufen.<lb/>
Nach seiner Information soll jetzt auch die DDSG eingeschaltet<lb/>
werden, ob gegebenenfalls die Schiffahrt einen Teil der Kohlenanlie<lb break="no"/>ferung bewältigen könnte und wie vor allem dann die Relationen<lb/>
aussehen würden. Überraschend für mich war, dass dort auch be<lb break="no"/>sprochen wurde, die Handelskammer, der Verkehrsexperte <rs type="person" ref="#per__127032">Schaller</rs>,<lb/>
wird jetzt die einzelnen Relationen rechnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll sich jetzt mit allen Stellen,<lb/>
die davon betroffen sind, jetzt ins Einvernehmen setzen, um die<lb/>
Unterlagen zu bekommen.<lb/>
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konkreten Verhandlungen mit Volkswagenwerke wegen der allrad<lb break="no"/>getriebenen Produktion in Österreich vertraulich berichtet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_13">Überraschend für mich war, dass Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> aus der Finanz- und<lb/>
Budgetausschussfraktion im Parlament mitteilte, wie dort die<lb/>
Verhandlungen wegen des Absetzbetrages für Energiesparen ge<lb break="no"/>laufen sind. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat kurzwegs erklärt, die prinzipielle<lb/>
Zustimmung für alle seine Massnahmen seien bereits bei der Re<lb break="no"/>gierungsklausur in Pörtschach erfolgt und dort hätte die Ar<lb break="no"/>beiterkammer und ÖGB mehr oder minder durch Schweigen zugestimmt.<lb/>
Der Hinweis von Präsident <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> und auch von ÖGB-Nationalrat <add>[?]</add><lb/>
<rs type="person" ref="#per__114386">Glück</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation; Fragezeichen im Text hs. gestrichen, allerdings kein NR-Abg. "Glück" in Periode 1979–83 existent; Anm.]</add>, dass über Details dort überhaupt gar nicht geredet<lb/>
wurde und niemand wusste, wie er die Budgets erstellt und einige<lb/>
Sätze dann vorlegen wird, hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit Gegenargumentation<lb/>
aber darüber wurde bei der Klubtagung in Villach gesprochen, mehr<lb/>
oder minder vom Tisch gewischt. Jetzt kann ich die Verärgerung<lb/>
vorn Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> von gestern Abend erst richtig verstehen. Selbst<lb/>
der Versuch von Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, den Wunsch der Arbeiterkammer<lb/>
und des ÖGB aufzugreifen und hier eine teilweise Änderung zu er<lb break="no"/>reichen, war erfolglos. Der Beschluss lautet. neben der Sonder<lb break="no"/>ausgabe für Wohnraum 10.000 Schilling für den Steuerpflichtigen,<lb/>
10.000 für seine Frau und 5.000 für jedes Kind, der Versicherung<lb/>
mit denselben Sätzen, <choice><choice><sic>der</sic><corr>die?</corr></choice></choice> von der Arbeiterkammer ganz entschieden<lb/>
schon bei der letzten Steuerreform schon bekämpft wurde, des Kirchen<lb break="no"/>steuerabsetzbetrages, von 600 Schilling erhöht auf 800 Schilling,<lb/>
und vor allem, wie <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> ironisch meinte, die gesamte Absetzung<lb/>
für Steuerberater wird jetzt als neue Sonderausgabe für Energie<lb break="no"/>sparen, 10.000 Schilling für den Steuerpflichtigen, 10.000 Schilling<lb/>
für seine Frau und 5.000 Schilling für jedes Kind festgelegt.<lb/>
Die Mindestausgabe, also eine sogenannten Bagatellgrenze, ist<lb/>
5.000 Schilling. Ausserdem soll jetzt durch eine Verordnung spezi<lb break="no"/>fiziert werden, was alles unter Energiesparen das unter diese<lb/>
Sonderausgabe fällt, zu verstehen ist. Hier, meint <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, wird wieder<lb/>
das Handelsministerium entsprechende materielle Vorarbeiten leisten<lb/>
müssen. Darüber bin ich gar nicht erfreut. Selbstverständlich wer<lb break="no"/>den wir aber den Wunsch des Finanzausschusses resp. den Gesetzes<lb break="no"/>auftrag dann erfüllen. Sonderausgabenpauschale von 3.276 Schilling,<lb/>
alles immer auf das Jahr gerechnet, wird aber nicht angerechnet,<lb/>
wie die Arbeiterkammer dann noch befürchtet hat. Nachdem über<lb/>
<pb n="51-1333" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-30_1333.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>diese Vorgangsweise in der Arbeiterkammer hellste Empörung be<lb break="no"/>steht, erklärte <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> die Situation so, dass die Taktik <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
aufgeht, nämlich generelle Bemerkungen den Spitzenfunktionären der<lb/>
Organisation, ÖGB, teils auch AK zu sagen, diese konsultieren<lb/>
ihre Fachleute überhaupt nicht oder zu spät, stimmen im Prinzip<lb/>
zu und dann hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, und er glaubt es zumindestens zu haben,<lb/>
das Pouvoir. Dies ist im Grunde genommen aber auch der Regierungs<lb break="no"/>stil den <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> seit 1970 und jetzt in immer stärkerem Masse<lb/>
von allen Mitgliedern erwartet. Dem steht mein Kooperationsstil<lb/>
diametral gegenüber. Ich bin heute nicht mehr restlos überzeugt,<lb/>
ob tatsächlich der Kooperationsstil, der Konsensstil, der Verhand<lb break="no"/>lungsstil der vergangenen Jahrzehnte noch gefragt ist. Man wünscht<lb/>
glaube ich wirklich heute mehr die Macher. Ein solcher war ich<lb/>
nicht und werde ich auch nie sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_14">Die Vorfeier zur morgigen Barbarafeier in Eisenerz war ausge<lb break="no"/>zeichnet durch eine Verleihung der VÖEST-Alpine <choice><choice><sic>von</sic><corr>an</corr></choice></choice> über 130<lb/>
Angehörige ihres Betriebes <choice><choice><sic>mit</sic><corr>von</corr></choice></choice> Jubiläumsgeschenken und entsprechender<lb/>
Veranstaltung. Die Verleihung von Grubenwehrzeichen durch mich,<lb/>
war eigentlich nur ein Teil dieser Feier, wozu Landeshauptmann den<lb/>
Kulturlandesrat geschickt hatte, weshalb auch Landesrat <rs type="person" ref="#per__140329">Bammer</rs> ge<lb break="no"/>kommen ist, denn natürlich wollte man dort keine schwarze Dominanz.<lb/>
Von der Handelskammer war Gewerke <rs type="person" ref="#per__113833">Assmann</rs>, gleichzeitig auch Auf<lb break="no"/>sichtsrat-mitglied bei VÖEST-Alpine, erschienen, der dann die Handels<lb break="no"/>kammermedaillen umständlich und sehr langwierig den Jubilaren über<lb break="no"/>reichte. In meiner Ansprache hatte ich nach 5 Vorrednern, die alle nur<lb/>
die Treue zum Betrieb, die Einsatzfreude der Bergleute, also den<lb/>
Mythos des Bergmanns herausstrichen, das Bedürfnis den Kumpels zu<lb/>
erklären, wieso wir dann – und ich bekannte mich dazu – ihre Be<lb break="no"/>triebsstätten schliessen müssen. Ich kann mich nämlich sehr gut<lb/>
in die Lage der Bergarbeiter versetzen, die durch persönlichen Ein<lb break="no"/>satz freiwillig bei der Grubenwehr jederzeit bereit sind ihren<lb/>
Arbeitsplatz zu verteidigen, den Schaden, der Betrieben entstehen<lb/>
könnte, zu minimieren, also alles für ihren Arbeitsplatz und für<lb/>
ihre Kollegen zu tun und dann doch erleben müssen, dass sie, wie dies<lb/>
bei etlichen Bergleuten, die ich ausgezeichnet habe, dann der Fall<lb/>
war, auf andere Berufe umgeschult werden müssen, weil eben Fohns<lb break="no"/>dorf jetzt stillgelegt wurde. Ich habe mir sagen lassen, dass<lb/>
früher bei Barbara-Feiern oft Versprechungen gemacht wurden, die<lb/>
niemand einhalten konnte. Ich frage mich da immer wirklich, was<lb/>
<pb n="51-1334" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-30_1334.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Arbeiter dann von so einer Politik halten. Ich bin nicht<lb/>
überzeugt, aber ich hoffe, dass ich ihnen mit meinen Ausführungen<lb/>
wenigstens erklären konnte, warum es so weit mit dem österreichi<lb break="no"/>schen Bergbau kommen musste und dass es nur Kostengründe waren,<lb/>
die letzten Endes zu der Schliessung führten. Selbstverständlich<lb/>
habe ich gleichzeitig versucht darzulegen, dass wir bestrebt waren<lb/>
und auch weiterhin bestrebt sind Ersatzarbeitsplätze dafür zu<lb/>
schaffen. Dies gilt natürlich auch für den Eisenerzer Raum. Ver<lb break="no"/>standen mögen sie vielleicht meine Ausführungen haben, ob sie dem<lb/>
zustimmen, bezweifle ich. Wäre ich nämlich ein Arbeiter, so würde<lb/>
ich auch die Meinung vertreten, mein Arbeitsplatz ist doch mir das<lb/>
Wichtigste und warum wird der jetzt wegrationalisiert oder gar,<lb/>
wenn die Kostenlagen es erfordern, der Betrieb ganz geschlossen.<lb/>
Die Stimmung hat sich sicherlich dann bei den Festivitäten geändert,<lb/>
daran habe ich aber dann nicht mehr teilgenommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_15">Bergrat <rs type="person" ref="#per__132462">Juvancic</rs> von der VÖEST-Alpine, für dieses Gebiet im Vorstand<lb/>
verantwortlich, teilte mir zu meiner grossen Erleichterung mit,<lb/>
es muss <add>[aus?]</add> Radmer wahrscheinlich überhaupt niemand abwandern. Durch<lb/>
die vorzeitige Finanzierung durch die VÖEST-Alpine und daher<lb/>
jetzt sofort beginnende Errichtung der Munitionsbunker können alle<lb/>
Bergleute solange dort arbeiten, bis <rs type="person" ref="#per__113833">Assmann</rs> mit seiner Produktion<lb/>
drinnen beginnen kann. Diese Übergangsregelung erscheint mir äusserst<lb/>
wichtig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-30_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was weiss <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> davon?<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 30.11.1979</head>
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               <occupation>Prof. WU Wien, Wirtschaftsprüfer Verb. der Zuckerindustrie [Identität
                  scheint sicher, das in Beitrag zum 60. Geb. erwähnt]</occupation>
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