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            <title type="main">Donnerstag, der 29. November 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_01">Donnerstag, 29. November 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_02">Einkaufsdirektor <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> von VW mit Herrn <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> informieren<lb/>
mich, dass sie jetzt bereits mit grösster Wahrscheinlichkeit<lb/>
der Allrad-Transporter mit Wandler-Kupplung sicher nach Öster<lb break="no"/>reich kommen könnte. Porsche ist nur an der Konstruktion inter<lb break="no"/>essiert, <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> hat darüber mit <rs type="person" ref="#per__1137423">Feldmann</rs> von Porsche-Stuttgart<lb/>
gesprochen. Der zweite Konkurrent <rs type="person" ref="#per__1137424">Karmann</rs>, mit dem <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs><lb/>
ebenfalls Gespräche geführt hat, könnte gegebenenfalls als<lb/>
Kooperationsfirma mit der in Österreich zu bestimmenden gemeinsam<lb/>
auftreten. <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> möchte nur so schnell wie möglich die österr.<lb/>
Firma kennen, denn die ÖIAG selbst wird ihn ja nicht bauen, sondern<lb/>
braucht dazu auf alle Fälle eine entsprechende fachlich geeignete<lb/>
Fabrik. <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> hat von seinem Chef <rs type="person" ref="#per__140559">Schmücker</rs> gehört, dass sich<lb/>
die SGP, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__116945">Kirchner</rs>, dafür interessiert. <rs type="person" ref="#per__140559">Schmücker</rs> war in<lb/>
der Vergangenheit der Chef von <rs type="person" ref="#per__116945">Kirchner</rs>, der diesen Betrieb in<lb/>
die Lofak <add>[?]</add> – ehemalige Lokomotivfabrik – in die Brünner Strasse<lb/>
bringen möchte. Dort muss er 1,5 Mill. S pro Jahr Bewachung be<lb break="no"/>zahlen, die Gemeinde lässt dieses Grundstück nicht nützen, ver<lb break="no"/>kaufen kann er es auch nicht, weshalb er für die dortigen Hallen<lb/>
dringend eine Beschäftigung sucht. Ich erkläre sofort, dass dies<lb/>
letzten Endes die ÖIAG selbst entscheiden muss und vereinbare mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs>, dass er eine Aussprache mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>, ÖIAG,<lb/>
noch am Vormittag hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_03">Mit <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> bespreche ich dann noch im Detail die Möglichkeit,<lb/>
bei Kromag Gussaufträge von VW hinzulegen. Derzeit hat VW in Deutsch<lb break="no"/>land mit der Firma Brühl, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__1137425">Paes</rs>, einen Vertrag, wonach<lb/>
fast 65 % der Giesserei-Zulieferungen von dieser einen Firma<lb/>
kommen. VW möchte unter Umständen mit der Firma Grundmann<lb/>
einen grösseren Giesserei-Vertrag abschliessen. Zu diesem Zweck<lb/>
bemüht sich <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs>, die Schweizer Firma Fischer, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__1137426">Finger</rs>,<lb/>
davon zu überzeugen, bei Grundmann einzusteigen. <rs type="person" ref="#per__123317">Matousek</rs> wird sich<lb/>
mit dem Kromag-Direktor Dr. <rs type="person" ref="#per__1137422">Derfler</rs> in Verbindung setzen, um zu<lb/>
prüfen, ob tatsächlich vielleicht auch Grauguss dort erzeugt<lb/>
werden könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Dr. <rs type="person" ref="#per__1137422">Derfler</rs> durch <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs>, der ja an<lb break="no"/>wesend war, sofort verständigen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_05">Überrascht bin ich von <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> zu hören, dass General Motors<lb/>
für die Motorenfabrik in Aspern die Gehäuse für Gussteile aus<lb/>
Jugoslawien beziehen möchte. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> wird sich hier ent<lb break="no"/>sprechend einschalten. Dieser teilt mir mit, dass überhaupt<lb/>
die GM-Leute derzeit am Platz treten, weil angeblich die Fabrik<lb/>
in Spanien, die parallel mit der in Wien aufgebaut werden soll,<lb/>
nicht weiterkommt. Ich glaube allerdings eher, dass die GM-Leute<lb/>
in Amerika abwarten wollen, wie sich die Auto-Konjunktur ent<lb break="no"/>wickelt. <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> teilt mir nämlich mit, dass auch sie den<lb/>
September gespürt haben, der sehr schlecht gewesen ist. Im<lb/>
Oktober verbesserte es sich und jetzt läuft es wieder ganz er<lb break="no"/>träglich. Nur bei Audi 100 haben sie grössere Absatzschwierigkeiten,<lb/>
der Audi 80 geht sehr gut. Im Jahre 1979 werden sie um 8 % grös<lb break="no"/>seren Umsatz machen, im Verhältnis muss man aber wissen, dass<lb/>
das Jahre 1978 das beste war, das jemals die VW hatten. Im<lb/>
Jahre 1980 rechnen sie mit 3–5 % Inlandsverkaufsrückgang<lb/>
den sie leicht durch eine 5 %-ige Exportsteigerung kompensieren<lb/>
können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll mich ständig über die Motoren<lb break="no"/>fabrik am laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_07">Bei der Staatswappenüberreichung an die Fa. Ueberreuter hat der<lb/>
Senior-Chef <rs type="person" ref="#per__149266">Salzer</rs> mich vor versammelter Mannschaft begrüsst,<lb/>
an Honoratioren waren eigentlich nur der Obmann der Innung<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__132694">Maiwald</rs> und die Gewerkschaft Druck und Papier geladen. Keine<lb/>
örtlichen und schon gar nicht nö. Politiker. Beim Rundgang konnte<lb/>
ich feststellen, dass die Fa. Ueberreuter jetzt den gesamten<lb/>
Buch- und Offset-Druck in Korneuburg konzentriert hat. Über<lb/>
200 Mio. S hat diese Familien-AG jetzt investiert. Leichte<lb/>
Schwierigkeiten gibt es, wie mir nachher der Betriebsrat bei<lb/>
einer Besprechung mit den Gewerkschaftsvertretern mitteilte,<lb/>
beim Antransport. Die Wiener Facharbeiter sind zwar insofern<lb/>
bereit zu kommen, weil die Firma über Dr. Richard sieben<lb/>
Autobusse im Tag führt, der Betriebsrat hätte es natürlich lieber,<lb/>
diese 1,7 Mill. S Aufwendung für den Transport für andere soziale<lb/>
Zwecke zu bekommen. Ursprünglich hatte der Landeshauptmann von NÖ<lb/>
beim Spatenstich grosszügig versprochen, es wird eine Schnellbahn<lb break="no"/>station dort errichtet. Die Bundesbahn kann aber diesen Wunsch unter<lb/>
<pb n="51-1323" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-29_1323.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gar keinen Umständen erfüllen, weil ansonsten der Stations<lb break="no"/>abstand zu gering ist und die Fahrpläne nicht eingehalten werden<lb/>
könnten. Für mich war dies wieder ein Beispiel mehr, wie man als<lb/>
Politiker vorsichtig mit Versprechungen sein soll, zuerst muss<lb/>
man sich eben erkundigen, ob irgendwelche Wünsche, die man hört<lb/>
und von denen man sofort leichtfertig sagen kann, ich werde<lb/>
mich dafür schon einsetzen, überhaupt realisierbar sind. Einmal<lb/>
mehr hat sich mein vorsichtiges Verhalten, da ich ja kaum irgend<lb break="no"/>wo etwas verspreche, bevor ich mich nicht vorher einigermassen<lb/>
informiert habe, bewährt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_08">Die zwei Söhne vom Senior-Chef teilen sich – wenn ich so sagen<lb/>
darf – das Salzer-Imperium. Der eine hat die Druckerei und den<lb/>
Verlag und der andere die Papierfabriken. Letzterer hat mich<lb/>
unter vier Augen gefragt, ob ich ihm helfen könnte, die Arlander<lb/>
zu erwerben. Seinerzeit hat <rs type="person" ref="#per__125820">Salzer</rs> von der Neusiedler die Schlögl<lb break="no"/>mühl-Fabrik in Gloggnitz gekauft und ist damit sehr gut gefahren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> wollte sie am liebsten schliessen. Die Arlander hat<lb/>
650 Beschäftigte, einen Umsatz von 400 Mio. S und Schulden von<lb/>
250 Mill. Da die Besitzerin, <rs type="person" ref="#per__114603">Hocevar</rs>, jetzt gestorben ist,<lb/>
hat die steirische Landesregierung für 19 Mio. S Aktien erworben.<lb/>
Ueberreuter hätte dafür höchsten 9–10 Mio. gegeben. Die Steirer<lb/>
hatten die Absicht, jetzt eine weitere alte Maschine dort auf<lb break="no"/>zustellen. Dies hat <rs type="person" ref="#per__125820">Salzer</rs> verhindert, seiner Meinung nach muss<lb/>
die bestehende Fabrik zuerst saniert werden. Die Qualität ist äussest<lb/>
schlecht, der Verkauf und der Betrieb muss neu organisiert werden.<lb/>
Die Salzers würden 40 Mio. S investieren. Ihnen ist vollkommen klar,<lb/>
dass die steirische Landesregierung die Aktien um nicht weniger<lb/>
als 19 Mill. S verkaufen kann, sie würden sich und könnten sich<lb/>
vorstellen einen längerfristigen Zahlungsvertrag und nachher<lb/>
die letzten Raten ganz einfach gestrichen zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__125820">Salzer</rs> würde<lb/>
diese Papierfabrik, die sich mit Schlöglmühl gut ergänzen würde,<lb/>
gemeinsam mit <rs type="person" ref="#per__114976">Heinzel</rs>, Laakirchen, kaufen. Dieser ist aber nur<lb/>
an einer finanziellen Beteiligung interessiert, die Betriebs<lb break="no"/>führung würde ausschliesslich bei der Fa. Ueberreuter liegen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114976">Heinzel</rs> möchte übrigens sich jetzt bei Bunzl einkaufen, wodurch<lb/>
der Anteil an der Arlander nur ein wesentlich kleinerer wäre,<lb/>
als ursprünglich beabsichtigt. Die Reorganisation würde allerdings,<lb/>
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100 Leute in drei bis vier Jahren ersparen. Nur so kann der<lb/>
Betrieb dann gesund mit seinen ca. 550 Beschäftigten weiter<lb/>
geführt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass<lb/>
das Sozialministerium entsprechende Arbeitsmarktförderungs<lb break="no"/>mittel hineinsteckt. Ich habe sofort erklärt, dies halte ich<lb/>
für ganz aussichtslos, der Sozialminister hat so grosse Ver<lb break="no"/>pflichtungen woanders, dass er aus den Budgetmitteln, die ihm<lb/>
zur Verfügung stehen, für <add>[den]</add> <rs type="person" ref="#per__125820">Salzer</rs>-Arlander-Kauf sicherlich nichts<lb/>
abzweigen kann. Letzten Endes erklärte sich <rs type="person" ref="#per__125820">Salzer</rs> damit einver<lb break="no"/>standen, er wäre schon zufrieden, wenn das Sozialministerium<lb/>
die 12-Mio.-S-Haftung, die für 1979 gegeben wurde, verlängern<lb/>
würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte sofort Schreiben an den Sozial<lb break="no"/>minister machen, damit ich bei der nächsten Ministerratssitzung<lb/>
mit ihm darüber sprechen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_10">Beim Betriebsbesuch im Nibelungen-Werk stellte sich dann<lb/>
heraus, dass dort keine Betriebsversammlung beabsichtigt<lb/>
war. Nach Empfang durch die Werkskapelle mit einem irrsinnigen<lb/>
langen Stück und einem Essen in der Werkskantine besichtigte<lb/>
ich das ehemaligen Panzer-Produktionswerk, welches ja erst<lb/>
in der Kriegszeit errichtet wurde. Mitten in einen Wald hinein<lb break="no"/>gestellt, die Hallen weit auseinandergezogen, damit bei<lb/>
eventuellem Fliegerangriff nicht gleich alles kaputtgeht.<lb/>
Derzeit fertigt die Steyr-Daimler-Puch Gesellschaft dort<lb/>
die Traktoren. 740 Arbeiter und 120 Angestellte. Da auch der<lb/>
Vertrieb von Wien jetzt endlich bei der Reorganisation der<lb/>
Steyr-Werke nach St. Valentin verlegt wurde. Die Kapazität<lb/>
für die Traktoren werden 12.000 Stück, derzeit werden 10.000<lb/>
gefertigt, wovon 4.000, das sind 40 %, im Inland abgesetzt<lb/>
werden können. Für den Gesamtbedarf von 120.000 im Inland<lb/>
gibt es 40 Mitbewerber. Die wirkliche harte Konkurrent aber<lb/>
sind die Oststaaten. <choice><choice><sic>Zenta</sic><corr>Zenit?</corr></choice></choice> aus der CSSR wird von Berger in<lb/>
Schwanenstadt importiert, die 100 Stück machen es nicht aus,<lb/>
wohl aber die verhältnismässig billigen Preise. Ebenso trifft<lb/>
dies bei Ursus, 200 Stück, ein burgenländischer Importeur<lb/>
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Firma importiert werden immer wieder die Preiskonkurrenzierung<lb/>
mit negativem Ergebnis für den Steyr-Absatz zu. Das Nibelungen-<lb/>
Werk ist aus der Anlage heraus irrsinnig innentransportkosten<lb break="no"/>mässig stark belastet. Dazu kommt noch, dass die riesigen Hallen<lb/>
für die Panzerfertigung zu schwer und zu gross sind. Am liebsten<lb/>
wäre es natürlich, wenn dort Grossaufträge von Schützenpanzern<lb/>
Kürassiere gefertigt werden könnten. Dies würde allerdings<lb/>
dann wieder bedeuten, dass die Saurer-Werke kaum eine Aussicht<lb/>
hätten, die Produktion in Wien auch als Steyr-Teilbetrieb zu<lb/>
halten. Da wir aber die Schützenpanzer Kürassiere ja kaum<lb/>
tatsächlich in grösserer Stückanzahl aus Neutralitätsgründen<lb/>
in Kriegsgebiete oder sonstige ominöse Staaten verkaufen können,<lb/>
bleibt es sowieso bei den verhältnismässig geringen Stückzahlen.<lb/>
Die jetzige Serie der Traktoren ist wirklich mit phantastischen<lb/>
Kabinen, wie ich mich beim Selbstfahren dann überzeugen konnte,<lb/>
ausgestattet. Allerdings kosten diese Kabinen-Aufbauten<lb/>
30.000 S mehr. Die Gesundheit der Traktorfahrer, in diesem Fall<lb/>
der Bauern, müsste aber und gibt wahrscheinlich auch den Aus<lb break="no"/>schlag, dass diese Mehrinvestitionen in Kauf genommen werden.<lb/>
Die schweren 140-PS-Traktoren kosten allerdings jetzt schon<lb/>
700.000 S incl. Mehrwertsteuer.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass Dir ständig von der Aussenhandels<lb break="no"/>stelle über die Einfuhren de Ost-Traktoren berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_12">Beim Treffen mit ehemaligen ÖGB-Vorstandsmitgliedern im Rathaus<lb/>
konnte ich wirklich eine grosse Anzahl von alten Funktionären<lb/>
und Sekretären der Gewerkschaften, die viele an die 80 und einige<lb/>
schon darüber sind, eigentlich verhältnismässig gesund und<lb/>
frisch begrüssen. Immer wieder stelle ich fest, dass ich mich<lb/>
in diesem Kreis doch am wohlsten fühle. Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> möchte<lb/>
jetzt, wenn es zur Diskussion über ein Zwei-Drittel-Gesetz<lb/>
wegen Nichtinbetriebnahme von Zwentendorf kommt, mit seinem<lb/>
Verein, sein Vizepräsident, ehemaliger Aussenminister <rs type="person" ref="#per__130572">Gruber</rs>,<lb/>
ist damit einverstanden, eine Attacke für Zwentendorf durch<lb/>
entsprechende Beschlüsse des Vereines starten. Ich glaube nicht,<lb/>
dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist. <rs type="person" ref="#per__130572">Gruber</rs> will klären,<lb/>
ob <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mitmacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Nächstes Jour fixe Handelskammer setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_14">Sekretär <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> und insbesondere Präs. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> berichteten<lb/>
mir dann sehr empört über die Verhandlungen mit Finanzminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, Absetzen des Energiesparaufwandes von der Einkommens-<lb/>
und Lohnsteuer. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> war trotz heftigster Proteste und<lb/>
stundenlangen Verhandlungen nicht bereit, von seinem Entwurf abzu<lb break="no"/>gehen. Selbst der hinter den Kulissen wirkende Dr. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> als<lb/>
Klubobmann konnte hier keinen Erfolg erzielen. Der Gesetzentwurf<lb/>
wird genauso beschlossen wie ihn <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> vorgelegt hat. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs><lb/>
ist über die Art und Weise wie jetzt die Arbeiterkammer mit<lb/>
ihren Vorschlägen nicht berücksichtigt wird, sehr empört. Unter<lb/>
anderem erwähnte er dann auch die Festsetzung des Erzeugermilch<lb break="no"/>preises durch Präs. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, LWK, mit Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>. Ich<lb/>
versuchte <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> allerdings klarzumachen, dass wenn die Arbeiterkammer<lb/>
eben in allen Fragen nicht bereit ist, nachzugeben, dann die<lb/>
anderen sich ebenfalls über die Arbeiterkammer glattwegs hinweg<lb break="no"/>setzen. <rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> meint, das stimme nicht, denn er sei jederzeit<lb/>
gesprächs- und konzessionsbereit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_15">Mit <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> und <rs type="person" ref="#per__113840">Ströer</rs>, der die Finanzen und damit auch das<lb/>
Personal im ÖGB verwaltet, besprach ich die Möglichkeit der<lb/>
Übersiedlung von Dr. <rs type="person" ref="#per__116971">Smolka</rs> in das Ministerium als Sekretärin<lb/>
von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>. Der ÖGB ist zu jeder Variante bereit,<lb/>
gegebenenfalls kann ein Arbeitsleihvertrag mit ihm ausgemacht<lb/>
werden, sollte es <del>sich</del> aber, wie <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> mir immer wieder erklärt,<lb/>
zweckmässiger sein, die Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__116971">Smolka</rs> in den Stand des Mini<lb break="no"/>steriums als Vertragsbedienstete aufzunehmen, dann beurlaubt der<lb/>
ÖGB <rs type="person" ref="#per__116971">Smolka</rs> gegen Karenz der Gebühren. Sie würde in diesem Fall<lb/>
selbstverständlich alle Lohnerhöhungen und auch Vorrückungen<lb/>
automatisch im ÖGB mitmachen und eine Erklärung bekommen, dass<lb/>
sie jederzeit wieder dorthin zurückkehren kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__116971">Smolka</rs> die Details besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-29_17">Die Personalwahlen im Öffentlichen Dienst sind in den Zentralstellen<lb/>
angeblich besser gelaufen als bei den nachgeordneten Dienststellen<lb/>
oder Lehrer oder Länder. Wir im Handelsministerium haben sehr gut<lb/>
abgeschnitten. Insgesamt konnten die Sozialisten 10 Prozent mehr<lb/>
Stimmen bekommen als das letzte Mal. Dies bedeutet, dass sowohl<lb/>
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Aussenhandelsstelle, sowie im Patentamt jeweils ein Mandat<lb/>
von der ÖVP zu den Sozialisten kommt. Meistens wurde das<lb/>
zweite zusätzliche Mandat, welches gewonnen hätte werden können,<lb/>
nur um einige Stimmen verfehlt. Im Zentralausschuss bleibt es<lb/>
leider bei 3:1, durch die Stimmenverbesserung aber wird jetzt<lb/>
der Stellvertreter des Zentralausschusses ein Sozialist sein.<lb/>
Das Ergebnis dieser Wahl ist ein schöner Erfolg unserer Fraktion.<lb/>
Natürlich habe ich dies sofort mit dem ehemaligen Obmann der<lb/>
christlichen Gewerkschafter, <rs type="person" ref="#per__122974">Altenburger</rs>, der schon lange in<lb/>
Pension ist und mir freimütigst zugab, dass der ÖAAB jetzt<lb/>
die Fraktion Christlicher Gewerkschafter beerben möchte, und mit<lb/>
dem derzeitigen Obmann <rs type="person" ref="#per__113374">Gassner</rs> besprochen. Die sind über<lb/>
diese Entwicklung innerhalb der ÖVP nicht sehr glücklich. Ich<lb/>
habe ihnen mein einfaches Rezept gesagt, das sie natürlich<lb/>
gerne hören, dem sie aber nicht zustimmen können. In Animal Farm<lb/>
gibt es den Slogan: two legs bad, four legs good. Abgewandelt<lb/>
habe ich immer daher gesagt, ÖAAB schlecht, christliche Gewerkschafter<lb/>
gut.<lb/>
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