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            <title type="main">Samstag, der 17. November 1979 bis Sonntag, der 18. November 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band51_1979-11-17</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-17_01">Samstag, 17., und Sonntag 18.11.1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-17_02">Da ich den kubanischen Minister zur ersten kubanisch-öster<lb break="no"/>reichischen Gemischten Kommission, der ursprünglich erst Sonntag<lb/>
kommen wollte, bereits am Samstag am Flughafen abholen musste,<lb/>
fuhr ich vorher einen Sprung <choice><choice><sic>ins Rudolf Spital</sic><corr>in die Rudolfstiftung</corr></choice></choice>. Ich war sehr<lb/>
überrascht, dass man sich scheinbar Samstag entschlossen hat,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> sofort zu operieren. Ich traf sie deshalb bereits im<lb/>
Operationssaal. Geduldig habe ich vor der Tür gewartet, bis ein<lb/>
Anästhesist erschien, der mich erkannte und sofort meinte, wenn<lb/>
ich wollte, könnte ich an der Operation teilnehmen. Wie <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs><lb/>
mit Recht in der Vergangenheit feststellte, habe ich eine geheime<lb/>
Liebe zur Medizin, weshalb ich das Anbot natürlich sofort annahm.<lb/>
Überraschend für mich war die gute Ausstattung dieser Operations<lb break="no"/>säle. Wenn ich an meine Knochenoperation 1947 im Hanuschkranken<lb break="no"/>haus erinnere, so kann man allein schon als Laie rein optisch<lb/>
feststellen, wie sehr hier im wahrsten Sinne des Wortes ein unge<lb break="no"/>heurer Wandel vor sich gegangen ist. Leider musste ich dann sehr<lb/>
bald wieder zum Empfang des Ministers auf den Flughafen. Prof.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137449">Spängler</rs>, der Spezialist für Knochenchirurgie, hat aber, wie<lb/>
sich <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> dann am Sonntag mit <rs type="person" ref="#per__1137449">Spängler</rs> die Röntgenbilder an<lb break="no"/>gesehen hat, sofort begeistert erklärt, das werde alles bestens<lb/>
gemacht. Ein Bonmot erzählte sie uns dann Sonntag abends bei uns<lb/>
zu Hause, dass ein Patient, nach einem Unfall nicht bei vollkommenem<lb/>
Bewusstsein, sich verhörte, hier müsse <rs type="person" ref="#per__137907">Spengler</rs> her, stöhnte,<lb/>
kein Spengler, ein Arzt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-17_03">Die Wirtschaftsbeziehungen mit Kuba sind auf ein ausgespro<lb break="no"/>chen tiefes Niveau in den letzten Jahren abgesunken. Von unbe<lb break="no"/>deutenden Importen, 72.4 Mio. Schilling auf 76/77 von 84 resp. 83<lb/>
Mio. jetzt wieder 78 auf 48 Mio. Schilling zurückgegangen. Die<lb/>
Exporte von 25 Mio auf 532 Mio. 75, 360 Mio noch 76 jetzt aber auf<lb/>
85 Mio wieder zurückgegangen. Kuba ein Mitglied der COMECON<lb/>
lebt und steht mit dem Zuckerpreis. 75, 29 Cent des Pfund, jetzt<lb/>
8 Cent, erklärt alles. Da 50 bis 60% des gesamten Handels mit<lb/>
der UdSSR abgewickelt wird, hat die UdSSR auch mit Kuba lang<lb break="no"/>fristige Verträge bezüglich Öllieferung zu tieferen Preisen als<lb/>
der Weltmarktpreis und Zuckerabnahmeverträge zu höheren Preisen<lb/>
als der Weltmarktpreis. Daß wir eine solche Politik nicht machen<lb/>
können und nicht wollen, ist für mich selbstverständlich. Der<lb/>
<pb n="51-1259" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-17_1979-11-18_1259.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Minister erwartet und hat mich daher auch ein paar Mal ange<lb break="no"/>sprochen, dass er von Österreich eine entsprechend grosse<lb/>
Entwicklungshilfe bekommt. Hier musste ich ihm an den Bundes<lb break="no"/>kanzler verweisen, den er sowieso trifft, da dieser über die<lb/>
Entwicklungshilfe allein entscheidet. Wir mir Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__113001">Leupold</rs>,<lb/>
die jetzt im Bundeskanzleramt arbeitet und Dr. <rs type="person" ref="#per__97340">Beelitz</rs> beim<lb/>
sonntägigen Mittagessen ersetzen durfte mitteilte, stehen<lb/>
ihnen nur 250 Mio. Schilling im nächsten Jahr zur Verfügung,<lb/>
die schon etliche Male vergeben, in Form von Zusagen, also<lb/>
längst vergriffen sind. Ich habe mir daher niemals in die Ver<lb break="no"/>teilung der Entwicklungshilfe eingeschaltet oder auch nur Em<lb break="no"/>pfehlungen gegeben. Ich verweise alle diesbezügliche Wünsche,<lb/>
meistens gekoppelt mit entsprechenden kommerziellen Absichten<lb/>
an den Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-17_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> verständigen, dass er<lb/>
mit den Kubanern auch Gespräche führen möchte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-17_05">Ausser der Entwicklungshilfe erwarten die Kubaner auch, wie er<lb/>
mir beim Mittagessen im einzelnen erklärte, entsprechende<lb/>
Kompensation. Sollte die VÖEST tatsächlich die Stranggussanlage<lb/>
bekommen, dann müsste sie entsprechende Waren aus Kuba beziehen.<lb/>
Wie mir der Handelskammervertreter mitteilte, besteht von der<lb/>
VÖEST die Absicht tatsächlich ein entsprechende Kompensations<lb break="no"/>projekt zu akzeptieren. Gegebenenfalls könnte das VÖEST-Handels<lb break="no"/>haus sogar Zucker übernehmen um ihn auf Drittmärkten weiter zu<lb/>
verkaufen. Auch hier mische ich mich nicht rein, denn <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
hat mir überhaupt keine Information zukommen lassen und ich<lb/>
weiss daher nicht, ob tatsächlich die VÖEST solche Kompen<lb break="no"/>sationen akzeptieren kann.So wie die anderen Oststaaten denkt<lb/>
Kuba nämlich mit der Zinsendienstleistung für die Kredite sogar<lb/>
eine über 100% des ....... Betrages hinausgehende Kompensation,<lb/>
dort unter dem Schlagwort back buy.<lb/>
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Informationen zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-17_07">Ich begleitete den Minister und seine Delegation zur Vorführung der<lb/>
Hofreitschule. Zum Glück hatte ich keinen Sitzplatz, obwohl mir<lb/>
der diensthabende Polizeibeamte dort seinen Dienstsitz abtreten<lb/>
wollte. Genau daran war ich nicht interessiert. Ich diskutierte<lb/>
<pb n="51-1260" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-17_1979-11-18_1260.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mit den anwesenden stellvertretenden Leiter der spanischen Hof<lb break="no"/>reitschule – Oberst <rs type="person" ref="#per__107954">Albrecht</rs> war im Ausland – die Probleme die<lb break="no"/>ser Institution. Ich war überrascht von dem Hauptmann zu erfahren,<lb/>
dass es unmöglich ist eine zweite Equipe aufzustellen. Die Be<lb break="no"/>reiter brauchen bis zu 6 Jahre und mehr, bis sie ein Pferd, auf<lb/>
denen er nachher die Vorführungen macht, so weit hat. Die Be<lb break="no"/>reiter werden sehr schlecht bezahlt. Insgesamt haben sie über<lb/>
13 Reitpersonal, wovon 4 nur die ersten Bereiter sind. Der Ober<lb break="no"/>bereiter ist 60 Jahre und geht jetzt bald in Pension. Ein Berei<lb break="no"/>ter ist abgeschwommen und verdient woanders als Bereiter und so<lb break="no"/>zusagen Imitator der Spanischen Hofreitschule wesentlich mehr<lb/>
Geld, sodass eine Umstufung von derzeit C – es sind Bundes<lb break="no"/>beamte – in B dringend notwendig wäre. Das Landwirtschafts<lb break="no"/>ministerium hat sich mit den Zulagen zu helfen versucht, diese<lb/>
Vorgangsweise ist aber nicht sehr zielführend. Eine zweite<lb/>
Equipe aufzustellen, um Interesse des Fremdenverkehrs mehr Vor<lb break="no"/>führungen durchführen zu können, geht nicht. In den Monaten Juli,<lb/>
August ist auch eine Vorführung unmöglich, denn da ist das Klima<lb/>
zu warm. Die Pferde kommen im Sommer – wie ich immer vermutet<lb/>
habe – nicht nach Piber zurück. Die Stallungen, die ich auch besich<lb break="no"/>tigen konnte, sind alt, aber sehr gut, ungeheuer gepflegt. Sie<lb/>
werden durch einen Stallbau und einer kleinen Trainingshalle in<lb/>
der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten jetzt ergänzt. Dann wird<lb/>
im Juli und August das ganze Pferdematerial da draussen sein.<lb/>
Überrascht war ich auch zu erfahren, dass eine Mittwoch-Vorstellung<lb/>
als Ergänzung der Sonntagsvorstellung deshalb nur in gewissen<lb/>
Monaten nur in Frage kommt, weil es angeblich Absatzschwierigkeiten<lb/>
mit den Karten gegeben hat. Agioteure hätten den Reisebüros zur<lb/>
Verfügung gestellten Karten vor der Vorstellung unterpreisig verkaufen<lb/>
wollen. Die Spanische Hofreitschule – und da stimmte ich mit dem<lb/>
Hauptmann vollkommen überein – lebt im Prinzip davon, dass man<lb/>
weltweit weiss, man bekommt nur sehr schwer Karten dafür. Die<lb/>
Vorstellungen 1.100 Personen sind auch am Sonntag immer ausver<lb break="no"/>kauft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-17_09">MR <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> hat mir mitgeteilt, dass der Delegationsleiter<lb break="no"/>stellvertreter an ihn mit der Forderung, wir sollen den gesamten<lb/>
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mir dagegen sofort vorstellen, dass man kostenersparend das<lb/>
Gegenessen im Imperial streicht. Ich hoffe, dass dies noch<lb/>
am Montag Früh möglich sein wird. Ich betrachte es wirklich als eine<lb/>
reine Geldverschwendung, diese idiotischen Essen immer wieder<lb/>
zu veranstalten.<lb/>
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               <occupation>[Vertreter Fa. Manireu [???] in Zusammenhang mit Verkauf Hirtenberger
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               <persName type="label">Willenpart, Rudolf</persName>
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