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            <title type="main">Dienstag, der 13. November 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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                  <idno type="signature">Band51_1979-11-13</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_01">Dienstag, 13. November 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_02">Die Mitglieder der Wahlkommission für die Handelskammer konnten<lb/>
nun endlich angelobt werden. Ich hätte nicht geglaubt, dass<lb/>
die Wiener Handelskammer, Ing. <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs>, einen Sozialisten als<lb/>
Vorsitzenden letzten Endes doch akzeptiert. Da hat sich die<lb/>
harte Linie bewährt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_03">GD <rs type="person" ref="#per__98028">Vak</rs> von der Zentralsparkasse teilt mir mit, dass sie mit<lb/>
Elektro-Watt aus der Schweiz ein Ingenieur-Büro in Österreich<lb/>
errichten werden. Sie werden zwar österreichische Ingenieure<lb/>
beschäftigen, dafür aber Aufträge, die ansonsten österreichische<lb/>
Ingenieurbüros erhalten würden, in die Schweiz ziehen. Das Ingenieur<lb break="no"/>büro, welches die Ausschreibung vorbereitet, trachtet natürlich<lb/>
die heimischen Firmen heranzuziehen. Ich setze <rs type="person" ref="#per__98028">Vak</rs> diese Tatsache<lb/>
besonders auseinander. Er hofft, dass nach Österreich die Aufträge<lb/>
kommen. Angerufen hat aber, weil sie jetzt in Guinea ein Projekt<lb/>
ausarbeiten, welches die Atommüllagerung dort durchführen könnte.<lb/>
Gegen dieses Projekt habe ich gar nichts einzuwenden obwohl es für<lb/>
uns derzeit nicht aktuell ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte die Energiesektion vertraulich ver<lb break="no"/>ständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_05">S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> berichtet mir über die beabsichtigten Verhandlungen<lb/>
mit den Donaukraftwerken und <rs type="person" ref="#per__123397">Skalnik</rs>, Pressereferent beim Bundes<lb break="no"/>präsidenten und <rs type="person" ref="#per__120597">Hirtzberger</rs>, Bürgermeister von Spitz, wegen des<lb/>
Donaukraftwerkes. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> schlägt vor, ich solle als eventuell<lb/>
letzte Instanz nicht jetzt bereits bei den Verhandlungen zuge<lb break="no"/>zogen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_06">Bezüglich des Kohlenkraftwerkes 1.000 MW in Polen will er eine<lb/>
Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs>, Österreichische Kontrollbank, <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>,<lb/>
Verbundgesellschaft, <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, ÖIAG und Kabinettschef <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_08">Da er seine Berufung als Universitätsprofessor an die Technik<lb/>
nicht erwähnt, frage ich ihn ein wenig verärgert, wie es damit<lb/>
<pb n="51-1228" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-13_1228.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>steht. Er meint er hätte mir dann selbstverständlich berichtet<lb/>
bis er die Berufung hat. Eine faule Ausrede, denn er weiss ganz<lb/>
genau, dass dann überhaupt nichts mehr zu besprechen ist. Der<lb/>
jetzige Ordinarius <rs type="person" ref="#per__116401">Bauer</rs> bleibt bis Semester 80. Die Berufung<lb/>
erfolgt daher frühestens Mitte des nächsten Jahres. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> möchte<lb/>
sie gerne annehmen, da er sagt, ein in Pension gehender Sektionschef<lb/>
spätestens 1981 kann weder Aktivitäten entwickeln, noch sich<lb/>
richtig durchsetzen. Als seinen Nachfolger, gibt er mir sofort<lb/>
recht, kommt nur, <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> in Frage. Alle anderen haben nicht den<lb/>
Überblick und vor allem nicht die konzeptive Art zu denken, ins<lb break="no"/>besondere Rechtsprobleme anzufassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_09">Im Ministerrat wird von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> gefragt, wie es mit<lb/>
den Zinsen bezüglich der Zinsenzuschussaktion steht und wie die<lb/>
Aktion läuft, <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> sagt gut und ihm war es möglich die<lb/>
8.5 bis 8 3/8 % Zinsen zu halten. Die Banken sind daran nicht<lb/>
besonders interessiert, dass sie im Ausland höhere Zinserträgnisse<lb/>
haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_10"><rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> berichtet, daß im Oktober 2,802.000 Beschäftigte waren<lb/>
bei 49.000 Arbeitslosen, um 14.000 mehr als im September aber um<lb/>
7.400 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenrate ist 1,7 %, um<lb/>
1/2 % mehr als im Vormonat und um 0.2 % weniger als im Vorjahr.<lb/>
Eine äusserst günstige Beschäftigungslage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_11">In der Tagesordnung stellt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann fest. dass die Mitglieder<lb/>
der ERP-Kommission genauso zusammengesetzt werden wie bisher.<lb/>
Daher konnte die FPÖ nicht berücksichtigt werden. In der Nach<lb break="no"/>besprechung stellt er dann zur FPÖ neuen Politik vollen Konfron<lb break="no"/>tationskurs fest, dass in Hinkunft die FPÖ keine Berücksichtigung<lb/>
mehr bei Besetzungen finden wird und auslaufende, wie z.B. in der<lb/>
verstaatlichten Industrie, oder bei den Banken, FPÖ-Nationalrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122970">Steger</rs> bei der CA, nicht mehr von der SPÖ besetzt werden sollen.<lb/>
Er wird bezüglich mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, der wegen des Schweizer Finanz<lb break="no"/>ministerbesuchs abwesend ist, verhandeln. Ich erfahre beim Minister<lb break="no"/>rat, dass <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> grosses Interesse hat, zur EFTA mitzufahren<lb/>
und nominiere sie daher sofort zur Delegation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mich mit <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> verbinden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_13">Die Fraktion sozialistischer Betriebsräte bei der Verbundgruppe<lb/>
wünscht mit mir und GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> die Personalpolitik der Zukunft<lb/>
bezüglich Besetzung der Direktoren und vor allem das Dirimierungs<lb break="no"/>recht in den Vorständen zu diskutieren. Ich äussere mich sehr<lb/>
vorsichtig, da mir der Kreis sehr gross erscheint. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> aber<lb/>
Spricht ungeheuer offen über alle Personalprobleme. Er wird in<lb/>
Zukunft die Verhandlungen in meinem Auftrag mit Präsident des<lb/>
Aufsichtsrates a.D. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> führen. Wir einigen uns mit den Betriebs<lb break="no"/>räten sofort, sie akzeptieren letzten Endes auch meine Taktik<lb/>
behutsam vorzugehen und nicht gleich von vorneherein genau fest<lb break="no"/>zulegen wie im einzelnen Fall entschieden wird. Dies muss eben<lb/>
die Verhandlung ergeben. Ich appelliere zum Schluss insbesondere<lb/>
darauf, dass alles was dort besprochen wurde strengst vertraulich<lb/>
behandelt werden muss, weil ja sonst die Verhandlung äusserst<lb/>
schwierig sein wird. Anschliessend frage ich <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, warum er<lb/>
so freimütig berichtet hat. Er meint, er müsse riskieren einmal<lb/>
diesen Kreis, wenn er nicht dicht hält beweisen zu können, dass<lb/>
er in Hinkunft nur mehr mit einen ganz kleinen Arbeitskreis Per<lb break="no"/>sonalprobleme besprechen wird. Mir soll diese Taktik recht sein,<lb/>
zielführend ist sie wahrscheinlich kaum. Vielleicht aber täuschen<lb/>
wir uns und die halten wirklich dicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_14">Der Botschafter von Kinshasa berichtet über das Furnierwerk in<lb/>
Tansania, welches 25 Mio. Dollar Afrique Finance errichten möchte.<lb/>
Der Vertreter <rs type="person" ref="#per__151111">Wimmer-Lamquet</rs>, der auch das Messeschiff finanzieren<lb/>
und organisieren will, meint die Finanzierung ist gesichert, die<lb/>
Araber sind bereit, die Produktion dieses Furnierwerkes für<lb/>
10 Jahre abzunehmen und schlüsselfertig in 2 Jahren zu errichten. Sie<lb/>
wollen nur von Österreich eine feasibility study, die Staats<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> finanzieren müsste. Ich habe ihm diesbezüglich<lb/>
schon einen Brief geschrieben und verweise auch den Botschafter<lb/>
ins Bundeskanzleramt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_15">Die Aussenhandelsstellenleiter von Nord- und Nordwesteuropa be<lb break="no"/>richten über die Wirtschaftslage dieser Länder. Überall sind<lb/>
wesentlich höhere Arbeitslosenziffern, wesentlich höhere In<lb break="no"/>flationsraten, die Konjunkturlage sieht dort überall wesentlich<lb/>
schlechter aus. Ich fürchte Österreich kann daher beim besten<lb/>
Willen nicht eine Insel der Seligen bleiben. Bei manchem<lb/>
<pb n="51-1230" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-13_1230.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>einzelnen Land werden dann auch noch von den Beamten des Handels<lb break="no"/>ministeriums Teilprobleme angeschnitten. Die Aussprache sonst<lb/>
ist für mich nicht sehr ergiebig. Trotzdem werde ich die Handels<lb break="no"/>delegierten, wenn sie in Wien sind, immer wieder empfangen, um<lb/>
sie im Laufe der Jahrzehnte daran zu gewöhnen, dass sie nicht nur<lb/>
allein der Handelskammer berichterstattungspflichtig sind. Die<lb/>
früheren Minister haben dies nämlich nie getan.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_16">Frau Dkfm. <rs type="person" ref="#per__1137488">Lesiak</rs>, vom Montanbergbau Waldenstein, ersucht um Berg<lb break="no"/>bauförderung für die Hämatitroheisengewinnung. In dieser Lager<lb break="no"/>stätte wurde ein spezielles Erz gefunden, welches als Beimischung<lb/>
zu Farben sehr gefragt ist. Jetzt geht die Lagerstätte zu Ende.<lb/>
Die ganzen geologischen Vorbereitungen haben viel Geld gekostet<lb/>
und keine Ergebnisse gebracht. Nun muss wieder nach bergmännischer<lb/>
Art gebohrt werden, resp. Schachte angelegt werden. Für die Bohr<lb break="no"/>maschine sind wir bereit, ausserhalb der Bergbauförderung 500.000<lb/>
Schilling zuzuschiessen. Denselben Betrag wird auch Kärnten geben.<lb/>
Kärnten wäre bereit auch noch mehr zu leisten, soferne der Bund<lb/>
aus seinem Budget mehr Mittel flüssig machen kann. Ich schlage<lb/>
der Firma vor, man soll, wie dies in Deutschland und anderen<lb/>
Ländern üblich ist, ein Darlehen der Firma im nächsten Jahr ge<lb break="no"/>ben. Wird der Versuch fündig und die Firma dadurch in eine Gewinn<lb break="no"/>zone gebracht, kann sie das Darlehen zurückzahlen, ansonsten ver<lb break="no"/>fällt die Rückzahlung an den Bund. MR <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> wird mit dem Finanz<lb break="no"/>ministerium, Finanzprokuratur und dem Land einen diesbezüglichen<lb/>
Vertrag ausarbeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Gewerkschafter <rs type="person" ref="#per__140798">Sagmeister</rs>, Metall<lb break="no"/>arbeiter und Nationalrat <rs type="person" ref="#per__139766">Kunstätter</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_18">Bei der Staatswappenüberreichung an die Firma <rs type="person" ref="#per__149459">Sowitsch</rs> und gleich<lb break="no"/>zeitge Eröffnung des Zentrallager, Reparaturwerkstätte und Ver<lb break="no"/>waltung, appelliere ich wieder an den anwesenden Präsidenten von<lb/>
Kone, Finnland, der Muttergesellschaft, er möge vielleicht doch<lb/>
noch Teile von Produktionen hierher verlegen. Der Geschäfts<lb break="no"/>führer erwähnte, dass ich alle 2 Jahre jetzt eröffnen konnte. Ich<lb/>
würde diese Tradition gerne fortsetzen. Die Aufzugfirmen haben<lb/>
jetzt andere Produktionen dazugenommen, da auf diesem Sektor<lb/>
seit einiger Zeit eine Stagnation festzustellen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_19">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB gab es wegen der Gaspreis<lb break="no"/>festlegung der RAG grosse Differenzen und harte Auseinander<lb break="no"/>setzungen. Die Arbeiterkammer hat das Gefühl – und ich kann<lb/>
es ihr nachfühlen – dass durch meine Verzögerungstaktik die RAG<lb/>
nicht schon längst preisgeregelt ist. Ich bin deshalb so vor<lb break="no"/>sichtig und habe zum Vorsitzenden der Preiskommission <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> ver<lb break="no"/>langt, er möge einen Kompromissvorschlag versuchen, der von<lb/>
allen akzeptiert wird. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> glaubt nämlich einen solchen mit 95<lb/>
Groschen für das letzte Quartal dieses Jahres und vor allem dann<lb/>
mit 1 Schilling für das nächste Jahr gefunden zu haben. GD <rs type="person" ref="#per__114404">Ebeling</rs><lb/>
von Mobil, der Sprecher für die RAG, die zweite Hälfte die Shell,<lb/>
engagiert sich dabei überhaupt nicht, hat nämlich mit der Arbei<lb break="no"/>terkammer verhandelt und uns berichtet, dass bezüglich der Höhe<lb/>
und der Rabattgewährung für Chemie Linz, Lenzing und Steyrermühl<lb/>
einig ist, was <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> und ich angenommen haben. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> und <rs type="person" ref="#per__112965">Maurer</rs><lb/>
behaupten davon sei kein Wort wahr. Ich kann <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> leider nicht<lb/>
erreichen. S.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> rät ebenfalls zur Vorsicht, denn es steht<lb/>
eindeutig fest, dass Mobil die Höchstgerichte beschäftigen wird,<lb/>
wenn wir ein Glück haben, dann wenden sie sich an den Verfassungs<lb break="no"/>gerichtshof wegen ungleicher Behandlung. Dieser hat einmal aber<lb/>
schon festgestellt. dass der volkswirtschaftlich gerechtfertigte<lb/>
Preis der sein kann, den die Interessensvertreter einvernehmlich –<lb/>
sprich also die Sozialpartner – vorschlagen. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> muss deshalb<lb/>
versuchen, einen solchen einvernehmlichen Vorschlag zu erreichen.<lb/>
Wendet sich Mobil aber – was eher anzunehmen ist – an den Ver<lb break="no"/>waltungsgerichtshof, dann kann dieser ganz anders entscheiden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112965">Maurer</rs> möchte unbedingt, dass ich immer Weisungen gebe. Genau diese<lb/>
Politik – erkläre ich – aber werde ich nicht machen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wird<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> über den rechtlich bestmöglichen Weg sprechen. Ich<lb/>
selbst habe schön langsam diese Frage auch satt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_20">Ein weiterer grosser Streitpunkt ist die Strompreisakontierung.<lb/>
Die Verbundgesellschaft – hat mir <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> mitgeteilt – würde<lb/>
von der Handelskammer, Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__114099">Obendorfer</rs>, <rs type="person" ref="#per__115720">Hofbauer</rs> vom Österr.<lb/>
Energiekonsumentenverband und gleichzeitig Industriellenvereinigung<lb/>
16.5 % genehmigt bekommen. Die Arbeiterkammer spricht sich ganz ent<lb break="no"/>schieden dagegen aus, weil sie auf dem Standpunkt steht, die<lb/>
Lohnerhöhungen im Verbundkonzern sind zu hoch. Die Beschäftigten<lb/>
haben dort einen Betriebsvertrag, wonach sie nicht den<lb/>
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sondern den KV-Satz. Da die wenigsten Arbeiter einen KV-Lohn<lb/>
in der Metallbranche beziehen, meistens handelt es sich um<lb/>
Frauen unterster Kategorien, so wird dieser Prozentsatz bei den<lb/>
Verhandlungen immer wesentlich höher als der Ist-Vertrag fest<lb break="no"/>gelegt. Die Metallarbeiter sind daher angeblich an dem Betriebs<lb break="no"/>vertrag gar nicht interessiert und verteidigen ihn nicht. Um so<lb/>
mehr natürlich die Beschäftigten in der Verbundgruppe. Ich ver<lb break="no"/>ständige <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> sofort, dass die Arbeiterkammer hier grosse<lb/>
Schwierigkeiten machen wird. Diese Haltung verstehe ich nicht,<lb/>
denn solange ich dort noch Direktor war, haben wir selbstver<lb break="no"/>ständlich alle Lohnkosten anerkannt, um uns nicht im Gegensatz<lb/>
zu den Beschäftigten zu stellen. Diese neue Politik ist sehr<lb/>
kurzsichtig. Als Ministerium stört es mich nicht, wenn tat<lb break="no"/>sächlich – ausgelöst durch die Nichtanerkennung und damit als<lb/>
Reaktion der Direktion der Verbundgruppe - dieser Betriebsvertrag<lb/>
geändert wird. Ich glaube nur dass die Betriebsräte ihn mit allen<lb/>
Mitteln verteidigen werden. Ich ersuche MR Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, die Verhand<lb break="no"/>lungen so schnell abzuschliessen, dass anfangs Dezember der Preis<lb break="no"/>bescheid für die Verbundgesellschaft unter besonderer Anhebung des<lb/>
Leistungspreises erfolgen kann. Für die 15 Landesgesellschaften<lb/>
und städtischen EVUs muss dann eine Akontierung durchgeführt<lb/>
werden. Ich plädiere mehr dazu, dass ein einheitlicher Satz gemacht<lb/>
wird, die Arbeiterkammer möchte hier wieder nur den Verbundgesell<lb break="no"/>schaftsanteil in den Kosten für jede einzelne Gesellschaft einzeln<lb/>
festlegen. Dies würde die Bestrebungen der letzten Jahre, einen wo<lb break="no"/>möglich einheitlichen Stromtarif mit Ausnahme von Tirol und Vor<lb break="no"/>arlberg zu bekommen, wesentlich stören. Wenn erst die Verbund<lb break="no"/>gesellschaft ihren Bescheid hat, wird schon durch die Länderar<lb break="no"/>beiterkammern die einzelnen Landesgesellschaften eine andere Stärke<lb/>
bekommen als jetzt, wo der Arbeiterkammertag allein agiert. Diese<lb/>
Auseinandersetzung wird insbesondere die Wiener Städtischen E-Werke<lb/>
mit der Arbeiterkammer Wien sich wahrscheinlich dann doch irgend<lb break="no"/>wie einigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Nach Abschluss Verbundgesellschaftstarif<lb/>
sofort <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_22">Die Energiebilanz für das Alkoholprojekt ergibt für Weizen<lb/>
33 %, für Mais 49 %, allerdings unter Berücksichtigung der<lb/>
Sonnenenergie für die Schlempe. Beim Input wird die Sonnen<lb break="no"/>energie aber nicht berücksichtigt. Die Arbeiterkammer ist des<lb break="no"/>halb nach wie vor gegen dieses Projekt. Niemand kann mir allerdings<lb/>
sagen, was die EBS mit der Abwärme in zwei Jahren machen wird.<lb/>
Selbst wenn sie für die Fernwärme diese 240 GWH thermisch zur Ver<lb break="no"/>fügung stellt, so würde der Leitungsbau und die Installation Jahre<lb/>
dauern und das Ganze letzten Endes doch wieder aufs Energiemini<lb break="no"/>sterium zurückfallen. Die EBS möchte jetzt, dass die Mineralöl<lb break="no"/>steuer um 17 Groschen erhöht wird und diese 17 Groschen die Diffe<lb break="no"/>renz zwischen 2.57 Schilling, dies ist die ÖMV bereit für das<lb/>
Äthanol zu bezahlen und den 9.50 Schilling, die sich EBS wünscht,<lb/>
über den Benzinpreis auszugleichen. Dieser Weg kommt sicherlich nicht<lb/>
in Frage, denn wenn es zu einer Mineralölsteuererhöhung kommt,<lb/>
nimmt der Bautenminister für die Strasse entsprechende Mittel.<lb/>
Beides im Vormerkverkehr hereinzubringen und den Ethanolanfall zu<lb/>
exportieren, wie die Andritzer mit der EBS es abschliessen möchte,<lb/>
geht deshalb nicht, weil der Getreideausgleichsfond einen solchen<lb/>
Vormerkverkehr genehmigen muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> soll sich dies schriftlich vom<lb/>
Landwirtschaftsministerium berichten lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_24">In immer stärkerem Masse werden Milchsurrogate angeboten. Die<lb/>
Firma Hofer hat mit der Zentralmolkerei in Linz jetzt gegen Maresi<lb/>
ein ähnliches Produkt – Milchpulver in Wasser aufgelöst und Soja<lb/>
zugemischt – im Erzeugungsprogramm. Eine amerikanische Firma will<lb/>
Mozzarella, einen Käseersatz liefern. Ausserdem gibt es jetzt einen<lb/>
coffee whitener, als einen Kaffeeweissmacher, der sogar Aluminium<lb break="no"/>silikat enthält. Alle diese Produkte sind möglich, weil die ent<lb break="no"/>sprechenden Codex-Kapitel noch nicht fertig sind. Der Leiter der<lb/>
Lebensmitteluntersuchungsanstalt <rs type="person" ref="#per__97808">Petuely</rs> hat auch gar kein Interesse,<lb/>
dass der Codex so schnell als möglich beendet wird, denn dann kann<lb/>
er bei Gerichtsverhandlungen immer wieder seine Einzelideen stärker<lb/>
durchsetzen. So sehr ich von seinem Standpunkt diese Politik ver<lb break="no"/>stehe, gehen dadurch aber wesentlich andere Produkte, die die Firmen<lb/>
erzeugen, in den österreichischen Markt ein, ruinieren nicht nur<lb/>
die gute österreichische Qualität, sondern bringen diesen Firmen auch<lb/>
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der Gewerkschaftsbund ein diesbezügliches Schreiben an uns richtet<lb/>
damit der Konsumentenschutz, Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, dann sofort<lb/>
mit dem Gesundheitsministerium wegen der Codex-Kommission ver<lb break="no"/>handeln kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__116971">Smolka</rs> soll dies jetzt schon in<lb/>
Angriff nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_26">Bezüglich der Ölsaatenübernahme 10.000 Tonnen, 6.000 die gesamte<lb/>
Fettindustrie, 4.000 nur für Margarine allein, konnte Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs>, Unilever, keine Einigung mit den anderen Fettfabriken<lb/>
erzielen. Die Saat ist gelegt, wir werden sehen, was die Ernte<lb/>
erbringt und weiterverhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_27">Für die Drogeriemärkte möchte die Arbeiterkammer, dass eine<lb/>
Verordnung nach Gewerbeordnung dies regelt. Der ÖGB wieder möchte<lb/>
eine Mindestausstattung und gelernte Drogisten, die diese Märkte<lb/>
beschäftigen. Ausserdem sollte das Sortiment festgelegt werden.<lb/>
Der Gegensatz zwischen AK und ÖGB ist wieder einmal festzustellen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> schlägt sofort vermittelnd vor, man sollte jetzt einmal mit<lb/>
dem Drogistengremium verhandeln. Ein gewisser Schutz ist auch<lb/>
für die Konsumenten notwendig. An diese Diskussion knüpft sich<lb/>
dann gleich die Verhandlung mit AK, ÖGB und Handelskammer über<lb/>
die UWG-Novelle. <rs type="person" ref="#per__114716">Knittler</rs><add>[hs. korrigiert, Anm.]</add>, AK, stellt mit recht fest, dass<lb/>
wir auch beim Rücktrittsrecht fordern sollen, wenn jemand irre<lb break="no"/>führender Werbung entsprechende Produkte gekauft hat. Eine solche<lb/>
Regelung gibt es in Deutschland. Da derzeit in der UWG-Novelle<lb/>
nur das Klagerecht der Arbeiterkammer nach § 1 statuiert werden<lb/>
soll, könnte man seiner Meinung nach dadurch die Novelle anreichern.<lb/>
Übereinstimmend wird festgestellt, dass es sich aber hier um eine<lb/>
Novelle des Konsumentenschutzgesetzes handeln müsste, oder das<lb/>
Rücktrittrecht in anderen Fällen eben geregelt ist. Bezüglich<lb/>
des Nahversorgungsgesetzes wird festgehalten, dass der Warenkatalog<lb/>
für den Verkauf unter den Einstandspreis sich nur auf preisgere<lb break="no"/>gelte Waren erstrecken darf. Strittig ist nur, wie wir verhindern<lb/>
können, dass eine Verordnungsermächtigung, die die Handelskammer<lb/>
unbedingt verlangt, den Handelsminister keine Möglichkeit gibt<lb/>
oder höchsten einvernehmlich mit Zustimmung aller Interessen<lb break="no"/>vertreter diese Liste dann zu erweitern. Den Hauptausschuss zur<lb/>
<pb n="51-1235" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band51/51_1979-11-13_1235.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Genehmigung einzuschalten, nützt uns nichts, denn dort habe<lb/>
ich dann wieder dieselbe Diskussion mit den Handelskammer<lb break="no"/>vertretern. Verfassungsmässig kann ich mich nicht an Beschlüsse<lb/>
der Sozialpartner binden, obwohl ich dies de facto am liebsten<lb/>
hätte, um nicht allein die Wünsche der Handelskammer, die sicher<lb break="no"/>lich, wenn eine solche Verordnungsermächtigung für mich kommt,<lb/>
mich ständig bedrängen werden, abzuwehren. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wird sich über<lb break="no"/>legen, ob es nicht doch noch eine rechtlich einigermassen vertret<lb break="no"/>bare Lösung gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_28">Die WIGAST und der Wienerwald – sprich Hendl-<rs type="person" ref="#per__112968">Jahn</rs> – wird,<lb/>
wenn Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__122008">Niemitz</rs> von der GAST-Arbeitergewerkschaft<lb/>
dies der Arbeiterkammer bestätigt, gemeinsam das Dekret zur Füh<lb break="no"/>rung des Staatswappens bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_29"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat mit Dr. <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> wegen der Verleihung des Staatswappens<lb/>
an Immobilienmakler verhandelt und einvernehmlich die Frage so<lb/>
lange zurückgestellt, bis die Handelskammer eine andere Bezeich<lb break="no"/>nung der Innung beschlossen hat, was in nächster Zeit erfolgen<lb/>
wird. Ein Immobilienmakler, <rs type="person" ref="#per__132995">Biletti</rs>, hat jetzt beim Verwaltungs<lb break="no"/>gerichtshof eine Versäumnisbeschwerde eingebracht. Die Arbeiter<lb break="no"/>kammer wird jetzt in der Begutachtung die Praktiken der Firma<lb/>
<rs type="person" ref="#per__132995">Biletti</rs> untersuchen und entsprechend berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_30">Bei einer Aussprache über entflammbare Textilien ist die Handelskammer<lb/>
mit 15 Vertretern erschienen, Arbeiterkammer und ÖGB waren über<lb break="no"/>haupt nicht anwesend. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hat sich mit Recht darüber beschwert.<lb/>
Die AK und ÖGB werden in Hinkunft auf diese Sitzungen mehr<lb/>
achten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Versuche <rs type="person" ref="#per__116971">Smolka</rs> jetzt für diese Frage<lb/>
schon zu interessieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_32">Bezüglich Bio-Lebensmittel wird von mir neuerdings festgehalten,<lb/>
dass ich nicht bereit bin eine Preisregelung, in welcher Form<lb/>
immer, zu erlassen. Der <choice><choice><sic>Dementer-Bund</sic><corr>Demeter-Bund?</corr></choice></choice> soll selbst sehen, wie er<lb/>
die Kontrolle, dass es sich wirklich um Bio-Lebensmittel handelt<lb/>
durchführt und die Preise werden sich am freien Markt entwickeln.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> ist darüber insbesondere wegen der Mehlpreise nicht sehr<lb/>
glücklich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_33">Der Gewerkschaftsbund lehnt ganz entschieden ab, im Aussen<lb break="no"/>handelsbeirat eine .... Stimme zu verlangen. Dadurch ent<lb break="no"/>fällt auch die Idee von <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, der Industriellenvereinigung<lb/>
einen solchen Sitz einzuräumen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> davon verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_35">Die Arbeiterkammer ist ebenfalls einverstanden, nachdem die ÖIAG,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114138">Brauneis</rs>, mit Kohlenbergwerken, einen Akkord erzielt hat, dass<lb/>
10.000 Tonnen die Firma <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs> für BP und 10.000 Tonnen die<lb/>
Firma <rs type="person" ref="#per__151062">Bartl</rs> für Gaskoks, jugoslawische Kohle importieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs> soll sie in die nächste Aus<lb break="no"/>senhandelsbeiratssitzung bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_37">Die Delegierung der Gaspreisanträge nach Wien ist jetzt noch<lb/>
einmal möglich. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> muss dieses Problem bei der nächsten<lb/>
Preisreferententagung besprechen und dort werden die Länder<lb/>
wahrscheinlich dann entsprechende andere Beschlüsse fassen.<lb/>
Nur so können wir auch die Delegierung der steirischen Ortsgas<lb break="no"/>preise an den Landeshauptmann für die Steiermark verhindern.<lb/>
Immer mehr stellt sich für mich heraus, dass wir wahrscheinlich<lb/>
bei all den wirtschaftspolitischen Gesprächen und Entscheidungen<lb/>
viel zu wenig die rechtliche Seite beachten. Wenn <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hier<lb/>
nicht eine so klare Linie hätte und doch so viel Verständnis für<lb/>
die wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten, wären wir schon des<lb/>
öfteren in Teufels Küche gewesen. Mit Delegierungen resp. Preis<lb break="no"/>regelungen haben wir wirklich in der letzten Zeit grosse Probleme.<lb/>
Da die Arbeiterkammer in vielen Fällen äusserst unbeweglich ist,<lb/>
warne ich sie immer wieder, dass vielleicht der Verfassungsge<lb break="no"/>richtshof, wenn einmal die ganze Preis- und Delegierungsfrage zu<lb/>
ihm kommt, dann das gesamte Preisrecht, welches ja verfassungs<lb break="no"/>rechtlich nur sehr schwach abgesichert ist, aufhebt. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> meint,<lb/>
das würde ihm gar nicht stören, denn dann könnte er endlich auch<lb/>
die Marktordnung für die Landwirte zusammenbrechen. Hier glaube<lb/>
ich irrt er ganz gewaltig, denn die Landwirtschaftsseite wird<lb/>
stark genug sein, eine spezielle Regelung dann für sich zu errei<lb break="no"/>chen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_38">Die Arbeiterkammer ist einverstanden, dass bei Baustahlgitter aus<lb/>
Italien jetzt ein Antidumping-Zollverfahren jetzt eingeleitet<lb/>
wird. Ich bin sehr neugierig, ob MR <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> wie beabsichtigt,<lb/>
tatsächlich bis zum 1. Dezember ein solches Verfahren abschliessen<lb/>
kann. Ich würde mich sehr wundern, wenn er dies rechtlich ein<lb break="no"/>wandfrei zustande brächte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_39">Die Streichung von diversen Positionen mit 1. Jänner 1980 aus der<lb/>
Zollbegünstigungsliste, welche der Finanzminister vor längerer<lb/>
Zeit der Arbeiterkammer zur Genehmigung ausgesendet hat, soll jetzt<lb/>
doch durchgeführt werden. Die Arbeiterkammer wird ihre Stellung<lb break="no"/>nahme unverzüglich dem Handelsministerium mitteilen. Ich bin über<lb/>
diese Entscheidung nicht sehr glücklich, obwohl die Arbeiterkammer<lb/>
dem zustimmt, weil die Staatshandelsländer darin eine weitere<lb/>
Diskriminierung gegenüber der EG erblicken werden, obwohl<lb/>
die Positionen, die gestrichen werden sollen, in der letzten Zeit<lb/>
gar nicht zur Anwendung gekommen sind. Es ist dringend notwendig,<lb/>
dass wir die endgültige Stellungnahme des Finanzministeriums kennen,<lb/>
wenn wir die Vorschläge der Arbeiterkammer übermittelt bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_40">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dann Büro des Finanzministers fragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_41">Im Bezirksvorstand auf der Landstrasse wurde mein Bericht, insbe<lb break="no"/>sondere die internationale politische Situation, Iran usw. genauer<lb/>
diskutiert. Anschliessend im Präsidium, das wesentlich länger<lb/>
dauerte als die ganze Vorstandssitzung wurden dann viele Bezirks<lb break="no"/>probleme diskutiert. Ich weiss nicht warum wir nicht dies auch<lb/>
im Vorstand tun. Wahrscheinlich würde es aber dort noch länger<lb/>
dauern. Überraschend für mich war, dass <rs type="person" ref="#per__112986">Weisbier</rs>, der das Marke<lb break="no"/>ting der AZ durchführt, jetzt berichtet, dass die Aktion Semmel<lb break="no"/>zustellung und gleichzeitig AZ-Austeilung sich sehr bewährt.<lb/>
Im 21. Bezirk hat die Firma Patek, Semmel frisch, in der Grossfeld<lb break="no"/>siedlung den Versuch gestartet. Die Hauszusteller bekommen statt<lb/>
1.000 Schilling 3,000 Schilling im Monat und alle profitieren dabei.<lb/>
Ich bin fest davon überzeugt, dass dies, da ja meistens unorgani<lb break="no"/>sierte Kleinbäckereien für die Semmelproduktion herangezogen<lb/>
werden, sehr bald auf heftigsten Widerstand nicht nur der Bäcke<lb break="no"/>reigewerkschaft, sondern im 10. Bezirk auch auf den heftigsten<lb/>
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es nach Meinung des Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> vom Freien<lb/>
Wirtschaftsverband auch gewerberechtliche Probleme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-13_42">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> und <rs type="person" ref="#per__112986">Weisbier</rs> die<lb/>
Frage klären und Bäckereiliste versuchen zu erreichen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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