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            <title type="main">Freitag, der  9. November 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band51_1979-11-09</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_01">Freitag, 9. November 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_02">Ein Ausflugstag! In der Gewerkschaft können wir endlich<lb/>
das Problem mit dem seit langer Zeit im Krankenstand befind<lb break="no"/>lichen Fleischersekretär lösen. Wichtig für uns ist ja die<lb/>
Beschickung des Viehverkehrsfonds, der Arbeiterkammer und<lb/>
der Krankenkasse. <rs type="person" ref="#per__126918">Zöchling</rs> ist damit einverstanden, dass<lb/>
am 1. Jänner 1980 an seine Stelle sein Nachfolger <rs type="person" ref="#per__137946">Schuster</rs><lb/>
kommt. Wie lange er dann noch im Krankenstand bleibt, auf<lb/>
weitere Kuren geht, letzten Endes aber dann pensioniert<lb/>
wird, tangiert uns weniger. Da wir ein ähnliches Problem<lb/>
im Handelsministerium mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> haben, bin ich sehr<lb/>
froh, dass diese einvernehmliche Lösung zustande kommt. Das<lb/>
Problem, die lange Abwesenheit vom Dienst, ist für den Dienst<lb break="no"/>geber sozial eigentlich unlösbar. Der Dienstnehmer möchte die<lb/>
für ihn günstigste finanzielle Lösung, da er Zeit genug hat,<lb/>
kann er sich diese im wahrsten Sinne des Wortes austüfteln.<lb/>
Für den Dienstgeber ist es nicht nur eine finanzielle Frage<lb/>
sondern wirklich viel mehr eine Frage, wer und wie kann der<lb/>
Nachfolger zeitgerecht und zweckmässig eingeschult und<lb/>
letzten Endes eingesetzt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Ohne <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> neuerdings zu fragen, wie<lb/>
steht die Sache jetzt?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_04">Die Firma Waerag, Wärmerückgewinnungsanlagen, bekommt das<lb/>
Dekret zur Führung des Staatswappens. Ein kleiner Betrieb in<lb/>
Traiskirchen, vor ein paar Jahren erst begonnen, der Geschäfts<lb break="no"/>führer früher mit einem Kompagnon, der erklärt hat, das Geld<lb/>
und die Verbindungen zu bringen, aber überhaupt nicht leistete,<lb/>
der Geschäftsführer ist zum Glück ein Ingenieur-Genie, hat mit<lb/>
einer Hand voll Kollegen, die er von seiner ursprünglichen<lb/>
Firma Caliqua mitgenommen hat, durch eigene Patente für<lb/>
Papierfabrik-Wärmerückgewinnungsanlagen konstruiert, geschaffen<lb/>
und jetzt weltweit verkauft. Die einzige Konkurrenzfirma ist<lb/>
die Andritzer, auf meine Frage, ob diese ihm nicht sofort vom<lb/>
Markt wegputzen könnte, nach der Methode Goliath und David,<lb/>
sagt man mir vielleicht bei der Gründung jetzt nicht mehr. Der<lb/>
Geschäftsführer war zwischendurch auch Weinhändler, Theaterdirektor<lb/>
und so weiter. Alle lobten sein soziales Verhalten und seine<lb/>
Tüchtigkeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_05">Der Bürgermeister von Traiskirchen erzählte mir, dass<lb/>
Semperit deshalb in der Reifenfabrik ein so schlechtes Er<lb break="no"/>gebnis hat, weil dort drei Direktoren gleichberechtigt einge<lb break="no"/>setzt sind und überhaupt nicht kooperieren. Jeder macht genau<lb/>
das Gegenteil vom anderen. Für mich einmal mehr die Be<lb break="no"/>stätigung, dass es überall im Betrieb und in der Organisation<lb/>
immer einen Ersten geben muss. Wenn möglich, sollte man<lb/>
überhaupt keinen Zweiten hinsetzen und schon gar nicht gleich<lb break="no"/>berechtigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_06">Die Firma Alpla in Wöllersdorf hat Kunststoffsammelbehälter<lb/>
aufgestellt. Wir besuchten Steinabrückl, wo der Bürgermeister<lb/>
uns mit grossem Elan die Sammelaktion demonstrierte. Beim<lb/>
nachherigen Besuch der Kunststofffabrik Alpla war ich über<lb/>
Grösse der Anlage überrascht. Die Firma besteht seit 1963,<lb/>
hat 395 Beschäftigte. Die Altkunststoffsammlung wird auch dort<lb/>
vermahlen, die Kosten betragen 1.50 S, das vermahlene Gut<lb/>
wird <choice><choice><sic>Biomull</sic><corr>?</corr></choice></choice> dann um 50 Groschen verkauft. Der Direktor meinte,<lb/>
es wird in Zukunft zu einer wesentlichen Steigerung der Granu<lb break="no"/>latpreise kommen und damit auch für Biomull das zerriebene<lb/>
Kunststoffaltprodukt wertvoller werden. <choice><choice><sic>Biomull</sic><corr>?</corr></choice></choice> hat noch<lb/>
nicht die richtige Verwendung, weshalb dieser schlechte<lb/>
Erlös nur erzielt werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was sagt die Industriesektion dazu?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_08">Die Firma Bickford, Reissverschlüsse, erzeugt den traditions<lb break="no"/>reichen Zipp-Verschluss. Niemand in Österreich sagt nämlich<lb/>
Reissverschluss, sondern verwendet den Markennamen Zipp.<lb/>
Bei der Betriebsbesichtigung konnte ich feststellen, dass<lb/>
dies ein überwiegender Frauenbetrieb ist. Für Wr. Neustadt ist<lb/>
dieser daher von grösster Bedeutung, da die Facharbeiter<lb/>
Mechaniker, Dreher, Werkzeugbauer leicht unterkommen könnten,<lb/>
dagegen die Frauen wahrscheinlich Schwierigkeiten hätten.<lb/>
In der letzten Zeit hat sich aber in Wr. Neustadt die Situation<lb/>
wesentlich geändert, Bickford musste 15 Frauen weggeben,<lb/>
diese sind sofort bei Triumph untergekommen und der Direktor<lb/>
meint, sie hätten grossen Schwierigkeiten, wenn die Verkaufs<lb break="no"/>situation für sie wieder besser wird, neue zu bekommen.<lb/>
Mit Bickford gab es grosse Probleme als die Japaner mit<lb/>
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Markt drängten. Jetzt ist diese Frage befriedigend gelöst.<lb/>
Die härteste Konkurrenz kommt auch gar nicht mehr von<lb/>
den Japanern sondern anderen Fernoststaaten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_09">Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__122945">Barwitzius</rs>, Wr. Neustadt, sagt mir, dass <choice><choice><sic>die</sic><corr>der</corr></choice></choice><lb/>
ÖVP-Angriff, dass in der Gemeindedruckerei sozialistische<lb/>
Einladungen abgezogen wurden, ihm keine Sorge bereitet. Der<lb/>
ÖVP-Angriff ist aufgeblasen und wird wie ein Luftballon<lb/>
zerplatzen und keinerlei Folgen für ihn bringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_10">Die Überreichung des Staatswappens an die Firma Blaguss in<lb/>
Oberpullendorf war im wahrsten Sinne des Wortes ein Prominenten<lb break="no"/>treffen der Burgenländer. Der Landeshauptmann mit fast der<lb/>
ganzen Landesregierung, der Bischof, welcher die Weihe vornahm<lb/>
und eine Unzahl von Gästen. Ich fragte <rs type="person" ref="#per__142452">Blaguss</rs>, warum er so<lb/>
viele eingeladen hat, er meinte, viele seien gekommen, die<lb/>
er gar nicht eingeladen hat. Die Firmen verbinden runde Ge<lb break="no"/>burtstage, wie ich dies bei diesen drei Verleihungen fest<lb break="no"/>stellen konnte, um gleichzeitig dann auch das Staatswappen<lb/>
zu bekommen. Eine sehr gute Einführung, die man fortsetzen<lb/>
sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-09_11">Die Sowjetische Exportorganisation hat eine grössere Anzahl<lb/>
von turkmenischen und kaukasischen Teppichen der Firma <rs type="person" ref="#per__145678">Besim</rs><add>[hs. korrigiert, Anm.]</add><lb/>
verkauft, diese hat mit anderen und manchmal sehr teuren<lb/>
und seltenen Stücken eine Präsentation in <rs type="person" ref="#per__133860">Hübners</rs> Kursalon<lb/>
veranstaltet. Bei der Eröffnungsfeier war nicht nur der<lb/>
sowjetische Botschafter sondern sogar auch Präs. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
anwesend. Der teuerste Teppich, ein Wandbehang mit über<lb/>
1,2 Mill. Knoten pro m² und einem Preis von 1,4 Mill. S.<lb/>
Der Kursalon nicht nur mit Teppichen sondern auch mit<lb/>
Besuchern bummvoll, gab es doch etwas zum Schauen und noch<lb/>
etwas zum Essen.<lb/>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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