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            <title type="main">Montag, der  5. November 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_01">Montag, 5. November 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_02">Vorstandsdirektor <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs>, VW, teilt mir mit, dass sie die<lb/>
130 Mill. DM, ca. 1 Mia. S, heuer sicher erreichen. 1980 160 Mio.,<lb/>
1981 200 Mio. DM machen werden, insgesamt hat jetzt VW 14 Projekte<lb/>
in Österreich durch Abnahmezusagen die Errichtung ermöglicht.<lb/>
Eine grosse Möglichkeit sieht <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> zur Errichtung eines<lb/>
Montagewerkes für Spezialfahrzeug, allradbetrieben, einschleifende<lb/>
Kupplung und etliche andere Vorteile. Dieses Fahrzeug könnte<lb/>
nur in Hannover erzeugt werden, wo der Transporter derzeit<lb/>
produziert wird. Das Werk ist aber so ausgelastet, dass der<lb/>
VW-Vorstand beschlossen hat, gegebenenfalls, wenn es nicht<lb/>
irgendwo anders erzeugt werden kann, das Projekt fallen zu<lb/>
lassen. 6.000 Stück würden im Jahr hergestellt und 5.500 exportiert.<lb/>
Da man 6 - 8 Personen pro Transporter Beschäftigung rechnet,<lb/>
kämen 500 Beschäftigte in Frage. Neben Österreich muss Porsche<lb/>
welche die Konstruktion geliefert hat, auch für eine Produktion<lb/>
gefragt werden und auch die Fa. Karmann, die derzeit den<lb/>
<choice><choice><sic>Sirocco</sic><corr>Scirocco</corr></choice></choice> erzeugt. <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> würde aber für Österreich plädieren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> wird Verhandlungen mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> und Prof. <rs type="person" ref="#per__114484">Lenz</rs><lb/>
führen. Ich habe sofort an Judenburg gedacht, weil <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
dort die Zusage gemacht hat, es wird eine andere Beschäftigung hinkom<lb break="no"/>men und diese jetzt nur sehr schwer erfüllen kann. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
auch sofort bei der Angelobung der Minister und Staatssekretäre<lb/>
davon informiert, er meinte, das wäre eine phantastische Lösung.<lb/>
Ich wollte mich mit <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> über dieses Projekt auch im Namen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> unterhalten und musste feststellen, dass dieser in Amerika<lb/>
ist zur Verhandlung nach Wolfsburg wird eine zweite Garnitur ge<lb break="no"/>schickt. Dies ist das Schlechteste, was man meiner Meinung nach<lb/>
machen kann. Für kleinere Projekte verhandle ich persönlich<lb/>
stets mit <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs>, weil man sich diesen Mann gar nicht genug warm<lb/>
halten kann und die ÖIAG leistet sich, zweite Garnitur zu schicken.<lb/>
Obwohl scheinbar <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> angekündigt war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_03">Das zweite grosse Projekt war die Einbindung von Semperit zur Liefe<lb break="no"/>rung von Autoreifen. Nach <rs type="person" ref="#per__111752">Münzners</rs> Studie ist Semperit allein<lb/>
nicht lebensfähig. Er schlägt deshalb nach Rücksprache mit Dr. <rs type="person" ref="#per__151120">Hahn</rs><lb/>
von der Fa. Conti, die jetzt auch die amerikanische Firma Uniroyal<lb/>
in Europa sich einverleibt hat, vor, das Reifenwerk in Traiskirchen<lb/>
ist aus Semperit auszugliedern und unter Erwerb von 10 - 15 %<lb/>
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jetzt zu starten. Über dieses Projekt hat er mit Präs. <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs>, CA,<lb/>
Aufsichtsratsvorsitzender von Semperit und mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ge<lb break="no"/>sprochen, der ihn als Aufsichtsrat der CA auf die schlechte Si<lb break="no"/>tuation bei Semperit verwiesen hat. Ich habe sofort erklärt, da<lb/>
Semperit jetzt gerade ein Arrangement mit französischen Reifen<lb break="no"/>firma lösen musste, sind die dort Beschäftigten sehr sensibilisiert.<lb/>
Ich werde <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> reinen Wein einschenken, bis ich mit den Vor<lb break="no"/>ständen <rs type="person" ref="#per__125950">Leibenfrost</rs> und <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> gesprochen habe und vor allem<lb/>
festgestellt, wie die Gewerkschaft zu diesem Projekt steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__125950">Leibenfrost</rs> und <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> einladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_05">Beim Jour fixe mit der Handelskammer, wo ich mich wegen des Be<lb break="no"/>suches von <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> verspätete, habe ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> über die Aus<lb break="no"/>sprache informiert und er hat mir gleichzeitig bestätigt, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> bereits gestern mit ihm über die Details gesprochen hat.<lb/>
Bezüglich des Spezialfahrzeuges will <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__111400">Mal<lb break="no"/>zacher</rs>, Steyr-Daimler-Puch sprechen. Dagegen kann und will ich<lb/>
gar nichts einwenden, ich erklärte nur, dass <rs type="person" ref="#per__111752">Münzner</rs> an eine<lb/>
Kooperation mit Steyr-Daimler-Puch nicht denkt, denn diese ist<lb/>
bereits sowohl mit Mercedes als auch mit BMW liiert. Bezüglich<lb/>
Semperit wird <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mit <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> weiter verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_06">Der harte Kern dieses Jour fixe war der Versuch von <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs>,<lb/>
der übrigens auch der Handelskammer jetzt im Details schon bekannt<lb/>
war, die Bildung der Handelskammerumlage 0,1 % für die Ab<lb break="no"/>fertigung durch Einziehen eines Plafonds zu beschneiden. Die<lb/>
0,1 % unlimitiert bringen 320 bis 350 Mill., gebraucht für die<lb/>
Abfertigung werden nur 230 Mio. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte, dies sei der<lb/>
Kriegsfall mit jedermann, denn er hätte mit der Vereinbarung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf jeweils 100 Mill. durch 3 Jahre aus der Exportfondsför<lb break="no"/>derungsrücklage ausdrücklich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gefragt, ob er jetzt diese<lb/>
0,1 % seinen Leuten berichten könne. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dem ausdrücklich<lb/>
zugestimmt. Mein Hinweis, dass die Arbeiterkammer auch einen ge<lb break="no"/>wissen Plafonds hat, kann und will <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> nicht akzeptieren.<lb/>
Die Kleinbetriebe hätten bei der Entgeltfortzahlung um 400 Mio.<lb/>
mehr zu leisten als sie bekommen, die grossen Betriebe müssten<lb/>
eben jetzt bei der Abfertigungsfondsschaffung mehr leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_07">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird mir die Unterlagen und Berechnungen<lb/>
zur Verfügung stellen. Er bestreitet nicht, dass die Konsum<lb break="no"/>genossenschaft jetzt 70.000 S bezahlt und dann 3 Mio. S Kammer<lb break="no"/>umlage wird leisten müssen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dieses Problem auch<lb/>
tatsächlich in der Ministerratsvorbesprechung durch den Brief<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> ausgelöst zur Sprache gebracht. Er hat, was mich sehr<lb/>
verwundert, die Koppelung 0,07 sei für die Abfertigung<lb/>
notwendig, 0,03 eben die Gegenleistung für die 100 Mio., pro<lb/>
der nächsten 3 Jahre bestätigt. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> meinte, er hätte<lb/>
einen Abfertigungsfonds im Arbeitsrecht schaffen wollen durch<lb/>
Umlage der Unternehmer, verwaltet von der Arbeitsmarktverwaltung.<lb/>
Jetzt müsse er unbedingt auf Richtlinien bestehen, die den<lb/>
Anspruch der Unternehmer gegen diesen Fonds, den die Handels<lb break="no"/>kammer bildet, begründet und garantiert. Ich erklärte sofort,<lb/>
dass ja diesbezüglich Statuten ausgearbeitet werden, mischte<lb/>
mich aber ansonsten in diese Diskussion zwischen Konsumgenossen<lb break="no"/>schaft und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht ein. Dieser hatte vorsichtig <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
noch gefragt, ob er sich in die Verantwortung mit einbindet,<lb/>
denn scheinbar ist <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> vor dem endgültigen Abschluss mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> schon weggegangen. Wieder einmal hat sich bewährt,<lb/>
dass ich mich nirgends aufdränge, daher auch für diesen Kom<lb break="no"/>promiss in der Verantwortung nicht eingebunden werden kann.<lb/>
Ich bin sehr gespannt, wie es im Parlament mit diesem Initiativ<lb break="no"/>antrag <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> - <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> weitergehen wird. Klubobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> hat sich bei <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> schon sehr beschwert, dass<lb/>
dieser Initiativantrag ohne dass das Klubpräsidium oder<lb/>
der Vorstand darüber entschieden hat, eingebracht wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_08">Bezüglich der Kohlenimporte aus Jugoslawien habe ich die<lb/>
Handelskammer aufgefordert, jetzt endgültig zu klären, wie<lb/>
vorzugehen ist. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird es prüfen. Eine Aussprache, die ich<lb/>
anschliessend mit <rs type="person" ref="#per__131063">Drössler</rs>, Kolkoks, <rs type="person" ref="#per__1137374">Kronweisl</rs> und Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114663">Fischer</rs><add/>, Aussenhandelsstelle, führte, hat gezeigt, dass die<lb/>
jetzt im Inland organisierte Kohlenverteilung Kolkoks kauft<lb/>
eine Firma nach der anderen auf, für den inländischen Bergbau<lb/>
eine optimale Lösung ist. <rs type="person" ref="#per__131063">Drössler</rs> möchte daher unbedingt ver<lb break="no"/>hindern, dass über <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs>, dessen Bankrott er mitfinanzieren<lb/>
musste, jetzt die BP, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs>, in das Kohlengeschäft<lb/>
einsteigt. Er braucht 10 Tage Zeit, um uns bezüglich der Importe<lb/>
von jug. Kohle, auf die ich aus handelspolitischen Gründen<lb/>
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machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Sektion V informieren, damit akten<lb break="no"/>mässig alles festgehalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_10">Bezüglich Auslaufen der Strumpfhosenmindestpreisverordnung<lb/>
wird auf meine Anregung die Handelskammer auch klären, wie<lb/>
in Hinkunft der Ausgleich zwischen Handel und Industrie<lb/>
durchgeführt werden soll. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> nahmen zur<lb/>
Kenntnis, dass ich gar keine andere Möglichkeit hatte als die<lb/>
Verordnung auslaufen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_11">Bezüglich der Schaffung eines Ausstellungsschiffes will die<lb/>
Handelskammer das Projekt prüfen, im Prinzip hat <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mir<lb/>
zugestimmt, sollten wir ohne dass eine finanzielle Unter<lb break="no"/>stützung dem Projekt gegeben wird, wenn <choice><choice><sic>es</sic><corr>ein?</corr></choice></choice> solches Ausstellungs<lb break="no"/>schiff tatsächlich mit arabischem Geld gebaut wird, dann die<lb/>
österr. Firmen auf die Möglichkeit aufmerksam machen, nicht<lb/>
mehr, aber auch nicht weniger.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_12">Bezüglich der Idee, in Sofia ein Kaffeehaus zu errichten, wird<lb/>
das Wirtschaftsforschungsinstitut 25.000 S für Fotomontagen,<lb/>
Tapeten usw. zur Verfügung stellen. Der Botschafter und Handels<lb break="no"/>delegierte in Sofia wurden bereits davon informiert. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
erklärte sich auch bereit, wenn es zu dem Projekt kommt,<lb/>
gegebenenfalls Tische und Sessel und sonstige spezifische<lb/>
Einrichtungen zu kaufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_13">Ich habe <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> vorgeschlagen, das Jour fixe von Montag<lb/>
auf Freitag Vormittag zu verlegen, mit der Begründung, dass ich<lb/>
es näher an die Arbeiterkammer-ÖGB-Jour-fixe heranbringen<lb/>
möchte. Der wirkliche Grund ist aber, dass <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> Montag<lb/>
früh immer Präsidium hat, weshalb ich die Verlegung anstrebe.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wird mir nach entsprechender Überlegung und Prüfung,<lb/>
ob sein Terminkalender dies zulässt, Bescheid sagen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109808">ALBRECHT</rs>: Bei unserem nächsten gemeinsamen Jour<lb/>
fixe werden wir dies nachdrücklichst mit der offiziellen<lb/>
Begründung wieder verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_15">Im Pressefrühstück hat <rs type="person" ref="#per__114653">Schulmeister</rs>, Wifo über die Fremden<lb break="no"/>verkehrsprognosen referiert. Sein ökonometrisches Modell<lb/>
soll jetzt von Quartals- und Saison- auf Monatswerte umge<lb break="no"/>stellt resp. ergänzt werden. Dieses Modell ist in Deutschland<lb/>
jetzt auch eingeführt worden. Wir haben darüber hinaus noch die<lb/>
programmatischen Erhebungen, wo Hoteliers, Gemeinden, Regional<lb break="no"/>verbände usw. gefragt werden. Dies ist für seine Ergänzung<lb/>
sehr notwendig, kommt aber natürlich sehr spät z.B. kann er<lb/>
erst die Wintersaison von uns prognostiziert werden. Nach<lb/>
seinem ökonometrischen Modell hat sich die Schulferienstaffe<lb break="no"/>lung, die wir natürlich für diesen Sommer schon kannten, als<lb/>
entscheidend für die schlechten Ergebnisse im Juli bereits<lb/>
in der Prognose niedergeschlagen. Das gilt insbesondere für<lb/>
Vorarlberg. Trotzdem konnte er im Juli dann schon sagen,<lb/>
es wird ein sehr guter Sommer. Auch für den Winter prognosti<lb break="no"/>ziert er jetzt, dass das Jänner-Loch bei tiefen Preisen gar<lb/>
kein Loch mehr ist sondern in Wirklichkeit der März, der jetzt<lb/>
an die dritte Stelle der Wintersaison gerückt ist, mit Höchst<lb break="no"/>preisen seinen ehemaligen ersten Stellenwert verloren hat.<lb/>
Im Winter rechnet er mit 4,5 %. Da Ostern 9 Tage früher ist,<lb/>
daher der März besonders gut sein wird, der April dagegen<lb/>
schlecht, weil dieser 1979 wieder super war. Im Dezember<lb/>
werden wir eine 8 %-ige Steigerung erwarten können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_16"><rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> berichtete über die Papieraktion von den 3 Mia. neue<lb/>
Aktion vorgesehen sind derzeit 1,086 Mio. verbraucht. Alle<lb/>
Betriebe wurden entweder von der ersten Aktion 1,8, Umwelt<lb break="no"/>schutz 210, Strukturverbesserung oder von der 1 Mia., die wir<lb/>
bis jetzt ausgegeben haben, betroffen.<lb/>
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Einstimmung wurde dort beschlossen, dass es keine Oktanver<lb break="no"/>besserung <choice><choice><sic>eben</sic><corr>geben</corr></choice></choice> soll, weil dadurch nur eine Energiever<lb break="no"/>brauchserhöhung und keine Einsparung erzielt wird. Dies<lb/>
musste auch der EVA-Vertreter zur Kenntnis nehmen. Die Mineral<lb break="no"/>ölfirmen werden mit den Autofahrerverbänden aber für richtiges<lb/>
Mixen eintreten. Von 5.000 Pumpen sollen angeblich 1.400<lb/>
Mixpumpen schon bestehen, die Mineralölindustrie behauptet<lb/>
sogar 2.000.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Mixpumpenanzahl müssen die Ölfirmen<lb/>
verlässlich mitteilen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_19">Auf meinem Programm stand Angelobung von Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs>, weshalb ich selbstverständlich dort erschienen bin.<lb/>
Zur grössten Verwunderung waren aber die Minister gar nicht vorge<lb break="no"/>laden sondern eben nur die neu zu vereidigenden <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> sowie die Staatssekretärinnen. Ich erklärte sofort,<lb/>
dass es für mich ein angenehmer Irrtum ist, dem ich unterlegen<lb/>
bin. Nach dem gemeinsamen Weltspartagbesuch jetzt auch die<lb/>
kavalierhafte Begleitung fällt überall schon auf. Dies stört<lb/>
mich gar nicht, ganz im Gegenteil, ich möchte die gute Zusammen<lb break="no"/>arbeit mit meinem Staatssekretär immer wieder herausstreichen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> meinte in der Ministerratsvorbesprechung, da sieht man<lb/>
halt wie <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> sich wirklich um die Staatssekretärin bemüht.<lb/>
Scheinbar ist dies bei anderen doch nicht so.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_20">Das Mittagessen bei der Deutschen Handelskammer und dann auch<lb/>
die Diskussion über die zukünftige Energieversorgung in der<lb/>
Industriellenvereinigung von der Deutschen Handelskammer organi<lb break="no"/>siert, war eine ganz interessante Abwechslung aber auch nicht<lb/>
mehr. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> hatte den Vorsitz oder wie er sich bezeichnete<lb/>
neudeutsch: der Moderator, Prof. <rs type="person" ref="#per__111713">Häfele</rs> von Laxenburg und<lb/>
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Bonn und mir diskutierten dieses Problem. Da wir alle derselben<lb/>
Meinung waren, bis zur Jahrtausendwende gibt eine keine Alter<lb break="no"/>nativenergien als die die wir schon kennen, d.h. Öl, Gas und Kern<lb break="no"/>energie, Kohle reichlich vorhanden, aber leider zu teuer, ab<lb/>
2000 dann vielleicht Fusionsenergie, gab es keinerlei Gegen<lb break="no"/>sätze, die Publikumsbeteiligung war überaus schwach.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_21">In der Ministerratsvorbesprechung erklärte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, die Staats<lb break="no"/>sekretäre gehören in Österreich der Bundesregierung an. Überall<lb/>
anders ist dies nicht der Fall. Im Parlament wird er die Minister<lb/>
und die Staatssekretäre vorstellen, nur diese sollen daher<lb/>
bei dieser Diskussion auf der Regierungsbank sitzen. Bei der<lb/>
Budgetdebatte, erste Lesung, am Mittwoch meinte er sollten alle<lb/>
im Hause sein, hat sich dann allerdings wieder korrigiert<lb/>
und meinte, sie sollten zu erreichen sein. Da <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und ich aber<lb/>
sowieso Abgeordnete sind, wird dies für uns kein Problem.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_22">Am Donnerstag wird von ihm und dem Ministerpräsident aus<lb/>
Jugoslawien das Karawankentunnel feierlichst am Wurzenpass<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> sofort telefonisch mitgeteilt hat, vorgeschlagen hat,<lb/>
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Kohlenlieferung für St. Andrä III verlangen. Da ich von <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzen<lb break="no"/>berg</rs> bestens informiert war, konnte ich auch entsprechende Aus<lb break="no"/>künfte geben. Neues 300-MW-Kraftwerk Ende der 80er-Jahre möglich,<lb/>
750.000 t Kohlenbedarf sind ca. 250 Mio. S pro Jahr. Für die<lb/>
Jugoslawen, eine Möglichkeit der Finanzierung des Karawankentunnels.<lb/>
Ein Beschluss wurde nicht gefasst, doch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird sicherlich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_23">Die ÖVP möchte jetzt über ihren Wehrsprecher die Tagesordnung<lb/>
des Landesverteidigungsrates ständig festlegen. Ihr steht aber<lb/>
nur ein Vorschlagsrecht zu.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_24">LH <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> möchte über eine Planungsregion Waldviertel mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
verhandeln. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist erst dazu bereit, bis die Regierung die<lb/>
einzelnen Minister genau festgelegt haben, was wir im Waldvier<lb break="no"/>tel tun wollen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_25">Bezüglich des angekündigten Streiks in Judenburg wegen der<lb/>
Reorganisation teilt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit, dann bleibt das Werk stillge<lb break="no"/>legt. Die Reorganisation bedeutet, dass in den nächsten zwei<lb/>
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Betriebsstätten abzugeben sein. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat das Projekt von<lb/>
VW in der Regierungsvorbesprechung nicht erwähnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_26">Eine lange Diskussion ergab sich dann über die Freifahrt von<lb/>
verheirateten Studenten. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> hat zuerst sehr umständlich<lb/>
erklärt, wie es hier für diese Freifahrt, die aus dem Familien<lb break="no"/>lastenausgleich bezahlt wird und daher nur bis 27 Jahre gewährt<lb/>
werden kann, steht. Der Extremfall ist, dass ein pensionierter<lb/>
Sektionschef oder auch ein Prokurist, der phantastisch verdient<lb/>
auf einer Universität inskribiert und dann noch den Anspruch<lb/>
auf Freifahrt bekommen würde. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder möchte haben, dass<lb/>
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den Genuss der Studienmöglichkeit und gleichzeitig auch der<lb/>
sonstigen Begünstigungen bringen. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> hat für Sozial<lb break="no"/>fälle Stipendien und will für Verheiratete nicht mehr tun.<lb/>
Hier müsste das Gesetz geändert werden. Die neue Staatssekretärin<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> hat sich auch in die Diskussion eingemischt, obwohl sie die<lb/>
Details gar nicht kennt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_27"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird das Problem der Waffenproduktion und des Exportes<lb/>
insbesondere jetzt der marokkanischen 200 Kürassierlieferungen<lb/>
die von der Genehmigung der Bundesregierung vertragsmässig ab<lb break="no"/>hängig gemacht wurden, ablehnen. Marokko befindet sich im Krieg<lb/>
mit den Polisario unterstützt von den Algeriern und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meint, dem König wird es bald so gehen wie dem Schah. Die Waffen<lb break="no"/>produktion und -Exportfrage wird im Parteivorstand zu besprechen<lb/>
und zu klären sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_28">Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> verwies darauf, dass jetzt vom Rechnungshof ein<lb/>
Beamter karenziert wird, der bis jetzt die Berichte z.B. für<lb/>
das Sozialministerium ausgearbeitet hat, und in Hinkunft im VP-<lb/>
Klub beschäftigt werden soll. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, man müsste eine<lb/>
Unvereinbarkeit nicht nur für den Präsidenten und Vizepräsidenten<lb/>
sondern auch für Beamte festlegen, die, wie es eben auch im BKA<lb/>
ihm gegangen ist, aus Verärgerung, weil sie dort nicht weiterkommen<lb/>
sich dann zum Rechnungshof melden und dort über Interna und<lb/>
Details nicht nur berichten sondern auch entsprechend verärgert<lb/>
dem früheren Ressort in der Berichterstattung unrecht tun. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs><lb/>
sagte, das gilt auch für das Verteidigungsministerium.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_29"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichte, dass jetzt das zweite Hieflauer Tunnel<lb/>
fertiggestellt wird, hier hatte Salzburg mit dem Bund eine<lb/>
Vorfinanzierung vereinbart und <rs type="person" ref="#per__113822">Haslauer</rs> möchte jetzt, nachdem<lb/>
der Rechnungshof irgendeine Kritik daran übte, den Vertrag<lb/>
auflösen. Dies ist nach <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> unmöglich, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, man<lb/>
muss mit den Salzburger Genossen noch darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_30"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> beschwert sich, hier glaube ich sogar mit Recht, dass<lb/>
bei einem Wahlkampfbesuch von ihm in der Kokerei in Linz eine<lb/>
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Die Partei hat sich dafür entschuldigt, ohne <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zu<lb/>
fragen, was wirklich wahr ist. Jetzt wird dieses Papier wieder<lb/>
vom Kurier neuerdings aufgewärmt. Der Briefschreiber ist<lb/>
der Adlatus von <choice><choice><sic>der</sic><corr>dem?</corr></choice></choice> VÖEST-Pfarrer und ein prononcierter ÖVP-<lb/>
Vertreter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_31"><rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> berichtet, dass er erst nach Rückkehr des Burgtheater<lb break="no"/>direktors <rs type="person" ref="#per__1137376">Benning</rs>, der ihn über die Situation in der CSSR be<lb break="no"/>züglich der Aufführungen genau berichten wird, entscheiden<lb/>
möchte, ob er in der CSSR reist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spricht sich dagegen<lb/>
ganz entschieden aus, denn so eben hat er ein Fernschreiben bekom<lb break="no"/>men, wo <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> sich ganz entschieden gegen diese CSSR-Reise aus<lb break="no"/>spricht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, wir würden hier neuerdings unsere Be<lb break="no"/>ziehungen verschlechtern und nach einem Jahr dann wieder zu<lb/>
den Beziehungen zurückkehren wie wir sie jetzt haben. Seiner<lb/>
Meinung nach ist es viel wichtiger, dass <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> in die CSSR<lb/>
reist und dort die Verhältnisse bespricht. Insbesondere wäre<lb/>
dort zu klären, wieso das Burgtheater so schlecht behandelt<lb/>
wurde. Feststeht allerdings, dass sie das Burgtheater erstens<lb/>
hineingelassen wird, zweitens die Vorstellungen programmgemäss<lb/>
abgewickelt wurden und sogar die Veranstaltung voll besetzt<lb/>
war. Wem sie die Karten gegeben haben, wie sie den Kartenver<lb break="no"/>kauf organisiert haben, das soll <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> zur Sprache bringen.<lb/>
Keinesfalls ist dies aber ein Grund die gut nachbarschaftlichen<lb/>
Beziehungen mit der CSSR wieder einmal einzufrieren. Wir haben<lb/>
jederzeit und jedermann in seinem Kampf gegen das autoritäre<lb/>
Regime unterstützt, wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, wie<lb/>
wir uns zu diesen Problemen stellen, wir dürften uns aber<lb/>
nicht in eine Position drängen lassen, die letzten Endes<lb/>
die Entspannung in Europa nur weiter hinausschiebt um nicht<lb/>
zu sagen, vielleicht sogar verschlechtert. Hier hätten die<lb/>
Deutschen und die Franzosen andere Gründe, aber auch eine<lb/>
andere Politik. Wir sollten uns auf die gute Nachbarschaft und<lb/>
insbesondere Beschlüsse von Helsinki berufen. Auch hier meinte<lb/>
die neue Staatssekretärin <rs type="person" ref="#per__123215">Fast</rs> ohne etwas zu wissen, wenn die<lb/>
Burgtheatervorstellungen ausverkauft waren, dann braucht man<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_32">In der Ministerratssitzung hat dann <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> vorgeschlagen,<lb/>
dass er von 15. bis 17. trotz der Vorkommnisse in der CSSR<lb/>
fahren wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann noch über seine Amerika-<lb/>
Reise berichtet, der Staatsoper insbesondere dem Chor und<lb/>
den Philharmonikern gebührt Dank, <rs type="person" ref="#per__109804">Carter</rs> und <rs type="person" ref="#per__124056">Vance</rs> haben<lb/>
sich bei ihm wegen der Durchführung des <rs type="person" ref="#per__108324">Breschnew</rs>-Besuches<lb/>
noch einmal bedankt, sie erwähnten ausserdem, dass die Wissenschafts<lb break="no"/>konferenz die <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> geleitet hat, sehr gut abgewickelt wurde.<lb/>
Bezüglich der PLO meinte er, es gibt nur Konsequenzen, Staat<lb/>
und Regierung werden von Österreich nur zur Kenntnis genommen,<lb/>
es gibt weder ein offizielle noch eine offiziöse Anerkennung.<lb/>
PLO vertritt derzeit die Palästinenser und es findet sich<lb/>
niemand anderer, der dieses Alleinvertretungsrecht für sich in<lb/>
Anspruch nimmt. Anerkannt wurden sie von der UNO, von den paktfreien<lb/>
Staaten und auch von den arabischen Staaten, Österreich ist<lb/>
daher nicht der erste und die anderen Staaten werden sehr bald<lb/>
folgen. St.Sekr. <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> ersuchte nur Punkt 3 Allgemeines<lb/>
Verwaltungsverfahrensgesetz, Gebührengesetz, Arbeitsverfassungs<lb break="no"/>gesetz, Pkt. 4 Verwaltungsstrafgesetz, Pkt. 21 Zustellungsgesetz<lb/>
um eine Woche zurückzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band51_1979-11-05_33">Die Berechnungen über die maximalen Verteuerungen durch Preis<lb break="no"/>anträge, 1,5 % Lebenshaltungskostenverteuerung im nächsten<lb/>
Jahr habe ich den Ministern und Staatssekretären gegeben und<lb/>
in der Ministerratsvorbesprechung nur darauf hingewiesen. Dis<lb break="no"/>kussion gab es nicht. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte nur, er sei schon allein<lb/>
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Gaspreiserhöhung jetzt auf den 1. Feber 1980 verschiebt. Schein<lb break="no"/>bar wollte er durch die Anwesenheit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> keine Diskussion<lb/>
darüber auslösen. Ob die jetzt nachdem <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> im Presse<lb break="no"/>foyer das letzte Mal verkündet hat, der Bund wird sich sehr<lb/>
zurückhalten, die Ankündigung, die Buspreise der Post zu<lb/>
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               <persName><surname>Grünwald</surname><forename>Oskar</forename></persName>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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