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            <title type="main">Mittwoch, der 31. Oktober 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_01">Mittwoch, 31. Okt., u. Donnerstag, 1. November 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_02">Zum Weltspartag wurde auch Frau <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> eingeladen. Durch Zufall<lb/>
habe ich davon erfahren und selbstverständlich sind wir beide<lb/>
gemeinsam dann von Bank zu Bank gewandert. Schon das allein<lb/>
war für die anderen überraschend. Ich glaube nämlich, noch niemals<lb/>
ist ein Minister mit seinem Staatssekretär bei einer solchen Ge<lb break="no"/>legenheit gemeinsam aufgetaucht. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> meinte, den<lb/>
wir natürlich auch immer bei den verschiedensten Banken trafen,<lb/>
wir benehmen uns schon wie ein altes Ehepaar. Am lustigsten war<lb/>
es aber in der Länderbank, wo wir sicherlich durch einen reinen<lb/>
Zufall auf Althandelsminister <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs>, Handelskammerpräsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und seinen Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> sowie den Wiener<lb/>
Kammerpräsidenten <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs> und seine Beamten gestossen sind.<lb/>
Während <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> die Liebenswürdigkeit in Person ist, wenn er<lb/>
unter vier Augen mit einem spricht, fühlt er sich, sobald irgendwel<lb break="no"/>che Zuhörer oder Zuseher anwesend sind, sofort veranlasst, zu<lb/>
attackieren. Mehr kann ich mir wirklich nicht wünschen. Eine<lb/>
günstigere Gelegenheit dann immer wieder gegen die an und für sich<lb/>
sinnlosen Attacken den Wiener Schmäh rennen zu lassen, gibt es ja<lb/>
gar nicht. Die Banken haben einzelne Ausstellungen, die CA Edison<lb/>
den Glühlampenerfinder, die BAWAG eine Uhrenexposition, die NÖ Hypo<lb break="no"/>thekenanstalt, die ich auf ausdrückliche Einladung des Herrn <rs type="person" ref="#per__151014">Holan</rs>,<lb/>
der diese organisierte und seine vielen Exponate auch zur Verfügung<lb/>
stellte, eine Geschichte der Fotographie. <rs type="person" ref="#per__151014">Holan</rs> möchte gerne haben,<lb/>
dass endlich eine Foto-Museum ähnlich dem Uhrenmuseum wahrschein<lb break="no"/>lich entstehen sollte. Die Stadt Wien, aber auch <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> für den<lb/>
Bund haben dies bis jetzt abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> hat sich bereit<lb break="no"/>erklärt, darüber mit <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> zu sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_03">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hat sich bei mir bitter beschwert, dass die Fa. <rs type="person" ref="#per__151015">Ross</rs><lb/>
jetzt nach NÖ geht. Er hat seine Fabrik um 80 Mio. verkauft, sie<lb/>
ist dies nicht annähernd wert, hat dann ein gutes Angebot von<lb/>
Schmalbach-Lubeca bekommen und entschieden, nach NÖ deshalb abzu<lb break="no"/>siedeln. Wie mir <rs type="person" ref="#per__114117">Mayerhofer</rs> am Allerheiligentag dann mitteilte,<lb/>
zahlte er für die nicht fertiggebaute Fabrik von Schmalbach-Lubeca<lb/>
nur 45 Mio. und hat damit ein Riesengeschäft gemacht. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> wird aber<lb/>
der Firma, obwohl er ihr angedroht, bis zum Konkurs sie zu ver<lb break="no"/><pb n="50-1164" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-10-31_1979-11-01_1164.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>folgen, nichts anhaben können. Die Firma selbst hat über<lb/>
die Wiener Betriebsansiedlungsgesellschaft nur offiziell<lb/>
40 Mill. bekommen, die zweiten 40 Mill. wurden sozusagen<lb/>
über eine besondere Aktion, nämlich Errichtung vom Gewerbehof,<lb/>
bezahlt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs><lb/>
ungeheuer ärgert, erreichen wird er sicherlich kaum etwas.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_04">Mit Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> und Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> sowie AK-Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97386">Czettel</rs> besprach ich dann, um nicht alle Preissteigerungen<lb/>
mit 1. Jänner 1980 in Kraft treten zu lassen, dass wir den<lb/>
Gaspreis so wie dies schon einmal geschehen ist, an die Wiener<lb/>
Landesregierung delegieren, diese dafür den Gaspreis erst mit<lb/>
1. Feber in Kraft setzt. Zu meiner grössten Überraschung<lb/>
wurde mir dann von <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> mitgeteilt, dass dies auf Schwierig<lb break="no"/>keiten stösst, denn die Wiener versorgen nicht nur das Wiener<lb/>
Gebiet, sondern auch Teile von NÖ. Die Stadtwerke müssten des<lb break="no"/>halb nicht nur beim Landeshauptmann von Wien, sondern auch<lb/>
beim NÖ Landeshauptmann um eine Preisgenehmigung einreichen.<lb/>
Wie Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> mir dann persönlich auch mitteilte,<lb/>
ist es ihm in diesem Fall viel lieber, das Handelsministerium<lb/>
bestimmt den Preis, er geht lieber das Risiko ein, mit<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> als Oberste Preisbehörde zu verhandeln und dort ent<lb break="no"/>sprechende Abstriche zu bekommen als über den nö. Landeshauptmann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wieso wurde aber das letzte Mal die<lb/>
Preisregelung delegiert?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_06">Manche Banken wie z.B. Länderbank, 3.000 S, ÖCI, 1.000 S, Post<lb break="no"/>sparkasse, 1.000, die übrigens auch alle mit Geschenken sehr<lb/>
grosszügig sind, legen grössten Wert darauf, dass die Prominenz<lb/>
bei ihnen Geld am Schalter einlegt. Sie bereiten auf Wunsch schon<lb/>
die entsprechenden Sparbücher vor, für mich ganz selbstverständlich<lb/>
immer die Volkshilfe der Landstrasse, manche interessanterweise<lb/>
gerade die CA aber, ist nicht bereit, überhaupt etwas<lb/>
zu geben. Demonstrativ baten sie nicht einmal mich, in die<lb/>
Vorstandsetage zu kommen. Mir persönlich ist es auch ganz<lb/>
wurscht, es fiel mir nur auf.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_07">Zwei Firmen: Peterka mit Trachtenanzügen und AGA, Radiatoren,<lb/>
wollten dringendst das Dekret zur Führung des Staatswappens.<lb/>
Weshalb es formlos in meinem Büro überreicht wurde. Der Vor<lb break="no"/>teil für die Firmenvertreter, sie bekommen wenigstens eine<lb/>
Schale Kaffee. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, dass AGA<lb/>
zwar zu 90 % den Schweden gehört, dass diese aber grössten<lb/>
Wert darauf legen, österreichisches know-how, insbesondere<lb/>
aber vielleicht einen österr. Stil in die Radiatoren<lb break="no"/>produktion zu bringen. Bis jetzt ist der Heizkörper wirklich<lb/>
nur ein Staubfänger, ein notwendiges Übel. Vielleicht gelingt<lb/>
es tatsächlich, gutes österr. Styling zu bringen. Die Fa.<lb/>
Peterka wieder, die ich wegen Wanderbares Österreich mir<lb/>
einspannen wollte, erklärte mit Recht, dass gerade Trachtenanzüge<lb/>
am wenigsten zur Industrialisierung des Bergwanderns beitragen<lb/>
kann. Schon jetzt und auch in der Vergangenheit konnte die<lb/>
Firma feststellen, dass aber viele Deutsche für ihren Urlaubs<lb break="no"/>aufenthalt in Österreich Trachtenkleider kaufen, die sie meistens<lb/>
dann in der BRD gar nicht tragen sondern erst für den nächsten<lb/>
Urlaub wieder verwenden. Eine Frage an die Firma war nämlich,<lb/>
ob es möglich wäre, nachdem es Trachtenanzüge für die Steirer,<lb/>
Kärntner und ich weiss nicht, für wen noch alles gibt, einen<lb/>
solchen für Wien zu kreieren. Die Firma hält dies für aussichts<lb break="no"/>los.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_08">Mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs> und seinem Vorstandskollegen <rs type="person" ref="#per__151017">Schulze</rs> von der<lb/>
Tullner Zuckerfabrik besprach ich die Investition der Siegen<lb break="no"/>dorfer. Bei dieser Gelegenheit wurde mir Dir. <rs type="person" ref="#per__151016">Hammerschmied</rs><lb/>
vorgestellt, ein ehemaliger Betriebsratsobmann aus Tulln,<lb/>
der jetzt Direktor in Siegendorf wird. BRD-Leute der<lb/>
Arbeiter und Angestellten aus Siegendorf waren auch zu der<lb/>
Besprechung gekommen. <rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs> will mit den Investitionen von<lb/>
55 Mill. S die notwendige Kesselerneuerung durchführen. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit möchte er eine Turbine vorschalten, weshalb<lb/>
eine Kraft-Wärme-Kopplung entstehen würde und anstelle von<lb/>
1 Megawatt 6 MW ans öffentliche Netz zeitweise abgegeben werden<lb/>
kann. Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__110169">Nussbaumer</rs> hat ihnen ERP-Grenzlandkredit<lb/>
und Regierungszinsenzuschuss-Kredit zugesagt. <rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs> wollte<lb/>
vom Handelsministerium auch noch für den Öltank 4 Mill. S<lb/>
Investition entsprechende Zuschüsse. Ich habe ihm sofort ge<lb break="no"/>sagt, dass dies kaum möglich sein wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte frag in der Energiesektion, ob es<lb/>
eine Möglichkeit gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_10">Der Verband der E-Werke mit etlichen Generaldirektoren der E-Unter<lb break="no"/>nehmungen hat wegen zwei Punkten vorgesprochen. Erstens wollte sie<lb/>
im Energieförderungsgesetz wesentlich besser Bestimmungen, da<lb/>
das Gesetz aber schon im Parlament ist, erklärte ich vorweg, wir<lb/>
können dies höchstens dann im Parlament bei den Ausschussberatungen<lb/>
berücksichtigen. Interessanterweise stellte sich heraus, dass der<lb/>
grösste Teil ihrer Wünsche z.B. bezüglich Gemeinschaftskraftwerk-<lb/>
Förderung, auch ein Exportstrom vorübergehend erzeugt wird usw.<lb/>
berücksichtigt ist. Der Wunsch von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs>, OKA, aber, dass<lb/>
auf alle Fälle die Bestimmung, wonach die Ausbaupläne die Zustimmung<lb/>
des Handelsministeriums benötigen, gestrichen wird, konnte und<lb/>
wollte ich zumindestens zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls erfüllen.<lb/>
Für bessere Definitionen könnte man gegebenenfalls höchstens dann<lb/>
in den Ausschussberatungen im Parlament gewisse Konzessionen machen.<lb/>
Der Gesetzentwurf wird übrigens im Finanzausschuss, weil es sich<lb/>
um ein Förderungsgesetz handelt, das ja auch vom Finanzminister<lb/>
eingebracht wurde, verhandelt werden. Der zweite und für den<lb/>
Verband wichtigere Punkt war die Tarifgestaltung. Der Sprecher<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116993">Schachner-Blazizek</rs>, der Sohn des ehemaligen LH-Stv. in der<lb/>
Steiermark, jetzt Generaldirektor von Grazer E-Werk, hat gemeint,<lb/>
ausser den 15 Mia. Investitionsnotwendigkeiten, die 2 Mio. Gehalts<lb break="no"/>erhöhungen, Brennstoffverteuerung, die Eigenkapitalvernichtung<lb/>
durch Zwentendorf, das notwendige Fremdkapital aber auch Gewinne,<lb/>
damit sie endlich investieren können, sowie eine Dividenden<lb break="no"/>ausschüttung müsste berücksichtigt werden. Hier bin ich natürlich<lb/>
mit ihm ganz automatisch zusammengekracht, wenn auch in aller<lb/>
Freundschaft. Ich glaube, dass wir auch die Nichtanerkennung der Auf<lb break="no"/>wendung für Zwentendorf ohne weiteres selbst betriebswirtschaftlich<lb/>
vertreten können, vom gesamtwirtschaftlichen Standpunkt ganz zu<lb/>
schweigen. Das einzige Argument, das ich gelten lassen, ist die<lb/>
Anregung von GD <rs type="person" ref="#per__113025">Horwath</rs> von der BEWAG, wir sollte nicht allzu<lb/>
viel mehr von einer Fehlinvestition sprechen, denn wenn früher oder<lb/>
später man über die Inbetriebnahme von Zwentendorf wieder redet,<lb/>
wird dann die Bevölkerung von den Kernkraftwerksgegnern sofort<lb/>
dahingehend informiert, dass jetzt ein Fehlinvestitionsprojekt<lb/>
wieder in Betrieb genommen wird. Da ich dies Fehlinvestitionsaussage<lb/>
ausschliesslich auf betriebswirtschaftliche kommerzielle Standpunkte<lb/>
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technischen Seite diese Argumentation gebrauchen werden, wird<lb/>
sich die Bevölkerung kaum auskennen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_11">Eine interne Besprechung über Strompreise von Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, GD <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs>, <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, AK,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs> vom ÖGB, <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> endete in eine wüste Diskussion. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
vertritt einen derartig extremen Standpunkt, dass selbst seine<lb/>
eigenen Leute ihm nicht folgen, solange er allerdings dabei ist,<lb/>
lassen sie ihn allein diskutieren, in der Hoffnung seine Aufregung<lb/>
und extremer Standpunkt wird sich dann schon ändern. Tatsächlich<lb/>
kann ich dann auch immer wieder feststellen, wenn es zur konkreten<lb/>
Verhandlung mit den anderen Interessensvertretungen kommt, dass<lb/>
er dann sehr wohl auf vernünftige Kompromisse eingeht. Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> glaubt, wenn man den kalkulatorischen Zuschlag von 7,5 auf<lb/>
4,5 % senkt, die jetzt weit über 20 % liegenden Strompreisanträge<lb/>
entsprechend reduzieren kann. In dieser Besprechung war es vor allem<lb/>
einmal wichtig, der AK klar zu machen, dass wir bei dieser Strom<lb break="no"/>preisregelung jetzt nicht sofort die ganzen Grundpreise oder<lb/>
Leistungspreise abschaffen könnten und nur auf die Arbeitspreise über<lb/>
tragen. Gewisse Ansätze, um die sehr stark differenzierten<lb/>
und gestaffelten Grundpreise in den Ländern zu glätten, wären<lb/>
natürlich vernünftig. In der Öffentlichkeit wurde ich sowieso<lb/>
immer von Zeitungen, ORF und vor allem einmal auch von der<lb/>
EVA aufgefordert, den degressiven Stromtarif zum Verschwinden<lb/>
zu bringen. Bis jetzt bin ich diesen Wünschen schrittweise<lb/>
gefolgt, indem ich lange, bevor es von den Massenmedien oder der<lb/>
EVA gefordert wurde, die Leistungs- und Grundpreise unverändert<lb/>
gelassen habe. Kostenerhöhungen wurden nur auf dem Arbeitspreis<lb/>
überwälzt. Ich hoffe, dass es uns gelingen wird, nicht nur bei<lb/>
der Höhe der Preiserhöhung sondern auch bei dem System ein<lb/>
einvernehmliche Lösung zu erzielen. Dies habe ich zumindestens<lb/>
den Vertreter der E-Wirtschaft angekündigt. Bemühen werde ich mich,<lb/>
ob es gelingt, kann ich diesmal wirklich beim besten Willen<lb/>
nicht voraussehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_12">GD <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> von BP hat mir unbedingt über die Energiesituation<lb/>
von ihrem Standpunkt aus berichten müssen. Er sieht für die<lb/>
Ölversorgung im ersten Quartal keine mengenmässige Schwierigkeit,<lb/>
wohl aber werden die Spotanteile an den Ölimporten ständig steigen.<lb/>
Er rechnet mit 25 % Spotanteil bei einem Preis von 35 $ gegenüber<lb/>
den 23,50 OPEC-Höchstpreis, eine wesentliche Verteuerung ohne<lb/>
dass man sagen kann, die Preise haben sich offiziell geändert.<lb/>
Da die ausländischen, sprich OPEC-Staaten, über irgendwelche<lb/>
obskure Firmen dann gleichzeitig auch noch koppeln und Heizöl<lb/>
und sonstige unverkäufliche Produkte den österr. Importeuren<lb/>
andrehen, ergibt dies eine weitere kostenmässige Belastung der<lb/>
Importware. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> könnte sich vorstellen, dass man, wenn es nicht<lb/>
möglich ist, den amtlichen Preis in absehbarer Zeit zu revidieren,<lb/>
dass man das Ausmass und die Preisfestsetzung gegebenenfalls in<lb/>
Etappen jetzt beschliesst und eben zu späteren Zeitpunkten erst<lb/>
in Kraft setzt. Eine weitere Schwierigkeit wird die Aufstockung<lb/>
der Ölbevorratung von 15 % auf 20 % ab 1. März 1980 bedeuten.<lb/>
Zu diesem Zeitpunkt wird man Heizöl leicht und Ofenheizöl<lb/>
sowie gegebenenfalls Diesel in die Lager legen müssen, obwohl<lb/>
die Produkte nur sehr schwer zu beschaffen sind. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs><lb/>
sofort erklärt, dass es undenkbar ist, dass von dieser Import<lb break="no"/>einlagerungsaufstockung abgegangen wird. Dazu bräuchte ich eine<lb/>
gesetzliche Regelung, die ich sicherlich im Parlament nicht<lb/>
anstrebe, fraglich ist, ob ich diese auch dort bekommen würde,<lb/>
darüber hinaus würden wir bei der Internationalen Energieagentur<lb/>
mit einer solchen Idee auf den grössten Widerstand stossen.<lb/>
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gross eingestiegen ist, die deutsche Muttergesellschaft hat ver<lb break="no"/>anlasst, dass vier österr. Betriebe jetzt von ihnen gekauft wurden.<lb/>
Durch die Kohlenimportfirma Alpenkohle, die bis 1975 Allein<lb break="no"/>vertreter der alpinen Kohle gewesen ist, versucht jetzt BP grössere<lb/>
Kohlenimporte zu tätigen. Dir. <rs type="person" ref="#per__133637">Schreinzer</rs> ist derzeit in Verhandlungen,<lb/>
um südafrikanische Kohle zu beziehen. Darüber hinaus ist Alpenkohle<lb/>
auch irgendwie mit Dir. <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs>, der ebenfalls jugoslawische<lb/>
Kohle importieren möchte, verhandelt. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> tritt auf alle Fälle<lb/>
für eine Auflockerung der starren Importstruktur und insbesondere<lb/>
starren Verteilungsstruktur der österr. Kohle ein, sicherlich um<lb/>
selbst besser ins Geschäft zu kommen. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> meint, da ist ja<lb/>
auf dem Ölsektor im wahrsten Sinne des Wortes noch eine Konkurrenz<lb/>
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vergangenen Jahrzehnten sich hier nicht mehr für ein markt<lb break="no"/>wirtschaftliches System eingesetzt hat. Durch die Bestellung<lb/>
des Kohlenvertreter <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs>, jetzt noch als Obmann der Sektion<lb/>
Handel, wird sich die Situation der Handelskammer nicht ändern.<lb/>
Vom Versorgungsstandpunkt aus aber müsste unverzügliche eine Auf<lb break="no"/>lockerung erfolgen. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> tritt nicht zuletzt aus Versorgungs<lb break="no"/>gründen insbesondere in diesem Winter für einen stärkeren Import<lb/>
von Kohle ein. Er ist fest davon überzeugt, dass es Knappheits<lb break="no"/>erscheinungen auf dem Kohlensektor früher oder später geben<lb/>
würde und niemand eine Ablehnung von möglichen Kohlenimporten<lb/>
aus Jugoslawien verstehen könnte. Der Bergbau und die österr.<lb/>
Kohlenversorgungsorganisation kann die zu erwartende zusätzliche<lb/>
Nachfrage nicht befriedigen. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs> ist davon überzeugt,<lb/>
dass selbst wenn es zu keinem strengen Winter kommt, Kohle auf<lb/>
alle Fälle knapp wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-31_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte kläre, was Alpenkohle mit <rs type="person" ref="#per__123163">Flemmer</rs><lb/>
zu tun hat.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 31.10.1979</head>
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               <persName type="label">Mitterer, Otto</persName>
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               <occupation>Handelsminister, ÖVP, Präs. HK Wien</occupation>
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               <persName type="label">Kurzel-Runtscheiner, Oswald</persName>
               <persName><surname>Kurzel-Runtscheiner</surname><forename>Oswald</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Albrecht, Anneliese</persName>
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               <occupation>Sts. HM</occupation>
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               <persName type="label">Steidl, Ernst</persName>
               <persName><surname>Steidl</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>Sektionsobmann Handel, Obmann Kohlenhandel</occupation>
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               <persName type="label">Nußbaumer, Adolf</persName>
               <persName><surname>Nußbaumer</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär BKA</occupation>
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               <persName type="label">Mayerhofer, Anton</persName>
               <persName><surname>Mayerhofer</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>Wr. Betriebsansiedlungsgesellschaft, Schwager Staribachers</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
               <persName><surname>Gratz</surname><forename>Leopold</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <persName type="label">Horwath, Eugen</persName>
               <persName><surname>Horwath</surname><forename>Eugen</forename></persName>
               <occupation>BEWAG</occupation>
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               <persName type="label">Blaha, Hermann</persName>
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               <persName type="label">Reisinger, Karl</persName>
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               <occupation>GD Wr. Stadtwerke</occupation>
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               <persName type="label">Tumpel, Herbert</persName>
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               <occupation>MA vw. Referat ÖGB</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <persName type="label">Firnberg, Hertha</persName>
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