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            <title type="main">Montag, der 15. Oktober 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_02">Zur Überreichung des Dekretes zur Führung des Staatswappens an<lb/>
die Fa. Schöps hatte Herr <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs> seine Mitarbeiter, die länger<lb/>
als 10 Jahre beschäftigt waren, versammelt. Dies konnte aller<lb break="no"/>dings auch nicht stimmen, denn von seinen 1.000 Beschäftigten<lb/>
waren höchstens 30 anwesend, wenn er tatsächlich nur 3 % über<lb/>
10 Jahre Beschäftigte hätte, müsste er eine riesige Fluktuation<lb/>
haben. Auf alle Fälle war dies aber ein für mich akzeptables<lb/>
Kompromiss, er hatte keine Geschäftsfreunde eingeladen sondern<lb/>
eben Belegschaftsvertreter. Die Firma hat wirklich einen gigan<lb break="no"/>tischen Aufschwung vom Fetzentandler am Kai zu einem 60-Filialen-<lb/>
Betrieb mit einem Milliardenumsatz innerhalb der 60 Jahre ein<lb/>
gigantischer Erfolg von den drei Gesellschaftern Frau <rs type="person" ref="#per__151250">Herz</rs>,<lb/>
Herrn <rs type="person" ref="#per__151251">Stühler</rs> und <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs>, letzterer hat diese Entwicklung eingeleitet<lb/>
und bestimmt in Wirklichkeit ausschliesslich die Geschäftspolitik.<lb/>
Ich bestätigte ihm, dass im Zuge der Industrialisierung seines<lb/>
Konzernes die Intentionen der Bundesregierung, Arbeitsplätze in der<lb/>
Industrie zu erhalten, entspricht. Ich konnte mir aber die Bemerkung<lb/>
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ansonsten äusserst gutgehenden Handelsbetriebe. Wenn auch durch den<lb/>
Verlustabzug der Finanzminister 3/4 dieses Experimentes trägt,<lb/>
ist es eine alte Erfahrung, dass Händler immer wieder in de<lb/>
Produktion vorstossen. Wäre die Handelskette nicht hinter<lb/>
seinen Produktionsbetrieben, wäre er schon längst auch pleite ge<lb break="no"/>gangen. Interessant für mich war noch, dass <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs>, ein so tüchtiger<lb/>
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Redner ist. Allerdings hat er vollkommen frei gesprochen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_03">Im Jour fixe bei der Handelskammer habe ich sofort Frau Staatssekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Anneliese Albrecht</rs> angekündigt, sobald sie vereidigt ist, wird<lb/>
sie ständig an den Sitzungen teilnehmen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> machte die schüchterne<lb/>
Bemerkung, vielleicht sollten wir aber doch gelegentlich allein<lb/>
reden, was ich geflissentlich überhörte. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hatte wieder die<lb/>
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war darüber sehr beruhigt. Neuerdings urgierte ich die Lösung des<lb/>
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Ausschuss mit der Elektrizitätswirtschaft, die ja nicht der Handels<lb break="no"/><pb n="50-1098" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-10-15_1098.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kammer angehört, einzusetzen. Natürlich braucht er dazu längere<lb/>
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entsprechend starken Mann als Energiesprecher. Der Elektrizitäts<lb break="no"/>vertreter kommt dafür nicht in Frage. Kohlenvertreter, selbst als<lb/>
Importeur gibt es keinen, der so eine bedeutende Persönlichkeit<lb/>
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Sagen hätte. Von den Ölfirmen, die ja nach wie vor die grösste Be<lb break="no"/>deutung haben, käme höchsten Gen.Dir.Bauer in Frage, der als<lb/>
"Verstaatlichten"-Mann aber auch schwer gegen die anderen auftre<lb break="no"/>ten könnte. Solange die Handelskammer nicht einen starken Mann<lb/>
gefunden hat, wird sie in der Energiefrage neben dem Parlament<lb/>
eine inferiore Rolle spielen.<lb/>
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weitergehen soll. Ich erklärte ihm dezidiert, dass ich sofort<lb/>
den Akt unterschreibe, wenn jetzt endlich die Wiener Wahlbehörde<lb/>
Vorsitzender Senatsrat <rs type="person" ref="#per__116988">Leitner</rs>, Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__111722">Kinscher</rs> von der<lb/>
Handelskammer bestätigt wird. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> wird mit Präs. <rs type="person" ref="#per__107940">Dittrich</rs><lb/>
darüber sprechen. Dieser hat mich nach dem Jour fixe dann ange<lb break="no"/>rufen und erklärt, er hätte nicht, wie es bis jetzt hiess, mit<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> vereinbart, dass <rs type="person" ref="#per__111722">Kinscher</rs> der Vorsitzende wird,<lb/>
sondern im Gegenteil Senatsrat <rs type="person" ref="#per__116988">Leitner</rs> sei ein so tüchtiger<lb/>
Beamter, dass selbstverständlich auch er ihn als Vorsitzenden<lb/>
vorschlägt. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> hatte mir noch in der Sitzung gesagt, es ist für<lb/>
die Wiener Wirtschaftsbund-Leute unerträglich, dass ein<lb/>
Sozialist die Wahlbehörde führt, wo 80 % Wirtschaftsbund-Wähler<lb/>
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Kurve genommen. Unmittelbar danach erhielt ich auch dann von<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__127030">Veleta</rs>, der in dieser Frage den Bürgermeister vertrat,<lb/>
ein offizielles Schreiben der Stadt Wien.<lb/>
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der Jugoslawen entsprechende Zusagen auf Unterstützung gemacht<lb/>
hat, appellierte jetzt an mich, ich sollte alles unternehmen,<lb/>
damit nicht für den Fremdenverkehr entsprechende Bauten und<lb/>
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ihm natürlich, dass er wahrscheinlich viel mehr in Jugoslawien<lb/>
versprochen als ich machen würde. Für mich kommen nur Bau-Aufträge<lb/>
in Frage, die so wie in Ungarn von einem normalen österr. Kontroll<lb break="no"/>bank-Kredit finanziert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_07">Bezüglich der nächsten Benzinpreisrunde verwies ich auf die<lb/>
Schwierigkeiten einer einvernehmlichen Regelung zu finden, die<lb/>
AK und der ÖGB denken nicht daran, die Wünsche der Ölindustrie<lb/>
auch nur annähernd zu erfüllen. Ich sehe einen einzigen Ausweg<lb/>
aus diesem Dilemma, dass wir doch den Super-Benzin-Preis<lb/>
freigeben. <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> erkannte sofort, dass dies eine Lösung ist,<lb/>
die für die Ölindustrie sehr unbefriedigend ist, denn ich würde<lb/>
ja doch den Normalbenzin sehr tief halten, dadurch hätte die<lb/>
Ölindustrie kaum eine grosse Chance, ihre Kosten über den<lb/>
Superbenzin abzudecken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_08">Dr. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> hat mir am Gang mitgeteilt, dass jetzt für die Nah<lb break="no"/>versorgung ein Kompromiss möglich erscheint. Sozial kalkulierte<lb/>
Preise, taxativ aufgezählt, sollten nicht mehr unter dem Einstands<lb break="no"/>preis verkauft werden dürfen. An der Liste wird derzeit gearbeitet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_10">Beim Journalistenfrühstück berichtete das ÖAMTC-Reisebüro und<lb/>
die Fa. Blaguss sowie Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> von der ÖFVW über die neue<lb/>
Konzeption österreichischer Fan-Club. An mehreren Orten wird jetzt<lb/>
in den Reisebüro-Veranstaltungen Hotels aufgenommen, die dem<lb/>
Fan-Club angehören. Jeder, der dort bucht, ist automatisch Mitglied<lb/>
des österr. Fan-Clubs, bekommt eine Mitgliedskarte, einen Scheck<lb/>
mit hundert Punkten, der Punkt ist 3.50 S wert und damit kann er<lb/>
von Reiten und sonstigen Sport-Veranstaltungen über handwerkliche<lb/>
Tätigkeit wie Töpfern usw. bis Bergkristall suchen und Sprit-Brennen<lb/>
alles als Aktiv-Urlauber oder Hobby-Urlauber tun. Da Spritbrennen<lb/>
ja streng verboten ist, wird nur gelernt, wie man Sprit brennt<lb/>
und entsprechendes Kostproben dann natürlich verabreicht. Es<lb/>
handelt sich bei diesem neuen österreichischen Fan-Club und die<lb/>
Art, wie wir jetzt zusätzlich Urlauber insbesondere der BRD ge<lb break="no"/>winnen wollen, nicht um eine Imitation des Clubs Mediterranee.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_11">Die Österr. Fremdenverkehrswerbung wird insbesondere in<lb/>
Deutschland die Grundwerbung durchführen. Der grosse deutsche<lb/>
Reisebüroveranstalter Der wird einen eigenen Prospekt dafür aufle<lb break="no"/>gen. Die verschiedensten Utensilien kann man käuflich als<lb/>
Fan-Club-Mitglied erwerben.<lb/>
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sehr interessieren.<lb/>
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ich glaube, mit seinen beiden Mitkämpferinnen <rs type="person" ref="#per__148053">Zimmermann</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114460">Luchinetti</rs> wird er es nicht allzu leicht haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_14">Das Fessel-Institut und IFES berichteten dann über die Meinungs<lb break="no"/>umfrage bezüglich Energiesparen auf dem Haushaltssektor. Meiner<lb/>
Meinung nach auch keine besonderen Erkenntnisse, diese 1,3 Mio. S<lb/>
hätten wir uns ersparen können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> Idee hat allerdings<lb/>
eine gewisse zeitliche Verschiebung und damit Beruhigung dieser<lb/>
ganzen Diskussion gebracht, sonst aber wirklich nicht viel mehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_15">Ich war sehr überrascht, dass in der offiziellen Sitzung kein<lb/>
Wort über die Staatssekretärin gesagt wurde. Nach der Sitzung<lb/>
kamen dann einige zu mir, um meine Meinung zu dieser <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-<lb/>
Entscheidung zu hören. Ich konnte wirklich mit ruhigem Gewissen<lb/>
und daher mit voller Kraft sagen, dass ich mich um die Frau<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109808">Anneliese Albrecht</rs> sehr bemüht habe, sie als Staatssekretärin<lb/>
zu bekommen, dass ich daher mit der Lösung sehr einverstanden<lb/>
bin und dass sie keinesfalls nur Konsumentenfragen behandeln<lb/>
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Fragen bei ihrer ersten Teilnahme am Pressefrühstück rechnen<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_17">Eine telefonische Rückfrage bei LH <rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs> ergab, dass dieser<lb/>
meine Intervention wegen Bescheidbestätigung der Gemeinde<lb/>
Voitsberg wegen des Kraftwerkes Voitsberg III erwartete. Er<lb/>
erklärte mir dezidiert, der Bescheid ist bereits von ihm<lb/>
unterschrieben und erlassen, die Einspruchwerber wurden abgewiesen.<lb/>
Dies habe ich sofort <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> und <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> mitgeteilt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_18">Mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> und <rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> besprach ich die weitere Vorgangs<lb break="no"/>weise für Osttirol. <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> teilt vollkommen meine Meinung,<lb/>
dass eine 50:50-Gesellschaft nicht in Frage kommt. Er wird mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114091">Gmeinhart</rs> gemeinsam mit den Tirolern Gespräche beginnen, gegebenen<lb break="no"/>falls als letzten Ausweg könnte man bei einer 51:49-Konstruktion<lb/>
den Tirolern zusagen, dass ein Syndikatsvertrag zusätzlich abge<lb break="no"/>schlossen werden könnte, wo gewisse Nicht-Überstimmung in<lb/>
Einzelheiten, die nicht von grosser Bedeutung sein können,<lb/>
vorgesehen werden. Bezüglich der ÖDK-Nachfolge <add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__114717">Dichtl</rs> hat<lb/>
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bei der Grazer Messe kennengelernt hatte, um eine Aussprache<lb/>
gebeten. Er wollte sich nur formell vorstellen, ich habe ihn<lb/>
sofort wegen der verhältnismässig schwachen Entwicklung unseres<lb/>
britisch-österreichischen Aussenhandels angesprochen. Er glaubt,<lb/>
dass es wichtig wäre, die Geschäftsleute zusammenzubringen. Diese<lb/>
Meinung teile ich hundertprozentig, GB hat mit Österreich als<lb/>
einzige westliches Land keinen Handelsvertrag seit 1945 angestrebt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__151261">Gordon</rs> sagt mit Recht, kommen die Geschäftsleute zusammen, gibt<lb/>
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auch ein Handelsvertrag der Behörden oder gar vielleicht<lb/>
Kommissionen von Beamten gar nichts. Diese nüchterne sachliche<lb/>
Einstellung der Engländer hätte ich wahrlich am liebsten bei<lb/>
allen anderen europäischen und aussereuropäischen Staaten.<lb/>
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Kollegen in der Lebensmittelarbeiter-Gewerkschaft engeren Kontakt<lb/>
aufnimmt, mit mir reden. Die Aussprache musste ich ihm gewähren,<lb/>
brachte überhaupt keinerlei Ergebnisse.<lb/>
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legt alle Funktionen in der ÖFVW zurück, in Kitzbühel hat man<lb/>
ihn sehr schlecht behandelt. Tatsächlich hat man, obwohl er sich<lb/>
dort ständig niederlassen will, die Fremdenverkehrsabgabe 1.200 S<lb/>
vorgeschrieben, Da er sie bis Dezember vorigen Jahres nicht be<lb break="no"/>zahlt hat, hat er gleich 3 % Verzugszinsen mitzahlen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_23">Ich habe auf seinen Wunsch dann den zuständigen Hofrat<lb/>
der Tiroler Landesregierung angerufen, dieser erklärte mir,<lb/>
es handelt sich um eine Bringschuld, weshalb ein richtiger<lb/>
Bescheid gar nicht notwendig ist, der ihm nun zugestellte<lb/>
Säumnisbescheid der Landesregierung ist absolut richtig und<lb/>
kann nicht geändert werden. Wenn <rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs> aus dem Dilemma heraus<lb break="no"/>kommen will, dann muss er seinen ständigen Wohnsitz in Tirol,<lb/>
Kitzbühel, aufschlagen und dort auch die Wahlberechtigung er<lb break="no"/>langen. Ich sagte spasseshalber, er möchte halt nicht die Wiener<lb/>
ÖVP durch seinen Stimmenverlust schwächen, und die an und für sich<lb/>
so starke Tiroler ÖVP – sprich <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> – <choice><choice><sic>nocht</sic><corr>nicht? noch?</corr></choice></choice> verstärken.<lb/>
Tatsächlich war er mit dieser Intervention vollkommen zufrieden,<lb/>
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dann sagte, leider auch nicht in Frage.<lb/>
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die erst nach dem zweiten Weltkrieg vom Vater <rs type="person" ref="#per__114616">Bohmanns</rs> gegründet<lb/>
wurde, konnte ich ebenfalls das Dekret zur Führung des Staats<lb break="no"/>wappens überreichen, bei dieser Gelegenheit wurde auch eine<lb/>
neue 4-Farben-Offset-Maschine in Betrieb genommen. Der Künstler<lb/>
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Der junge <rs type="person" ref="#per__114616">Bohmann</rs> lässt sich solche Veranstaltungen immer sehr<lb/>
viel kosten, denn der 350-Stück-Druck, den er dann an die<lb/>
Teilnehmer verteilte, war sicherlich ein nettes, aber sehr teures<lb/>
Erinnerungsgeschenk. <rs type="person" ref="#per__114616">Bohmann</rs> hat nicht nur alle anderen Freunde<lb/>
und Geschäftsleute eingeladen gehabt, sondern auch Vizekanzler<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, der allerdings, wie ich sagte, schon in Anlehnung an<lb/>
den Bundeskanzler, zu spät kam. Bei der Staatswappenverleihung<lb/>
traf ich Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> von der ÖMV, dieser ersuchte mich, den<lb/>
Ölpreis jetzt noch nicht schnell zu erledigen, mit den Multis<lb/>
hat er jetzt eine Vereinbarung getroffen, dass der Komponenten<lb break="no"/>preis für die Ethanolbeisetzung 2.75 S sein soll, dies würde auch<lb/>
von der EBS zu akzeptieren sein. Ich versuchte dann noch mit<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> ein Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> und mir zustandezubringen,<lb/>
doch <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> war bereits verschwunden. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> erklärte dezidiert,<lb/>
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die Absatzsicherung für seinen Alkoholsprit einigermassen ge<lb break="no"/>sichert ist, ohne dass ich einen Beimischungszwang gesetzlich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-10-15_25">Der ehemalige Presseattaché der iranischen Botschaft, derzeit<lb/>
österreichischer Staatsbürger und noch immer Vertreter der<lb/>
Iran Press, hat mit scheinbar anderen Persern ein Spezialitäten<lb break="no"/>restaurant in der Paniglgasse eröffnet. Weil er immer ein<lb/>
netter Mensch war und mich so anraunzte, habe ich mich<lb/>
bereiterklärt, zu seinem Eröffnungs-Abend-Dinner zu kommen.<lb/>
Das Restaurant war halbleer, selbst die Ehrengäste sind schein<lb break="no"/>bar aus verschiedensten Gründen, vielleicht haben manche Angst,<lb/>
nicht gekommen. Die grösste Prominenz, die ich zumindestens<lb/>
kannte, war <rs type="person" ref="#per__140748">Edi Finger</rs> und RA <rs type="person" ref="#per__123735">Gaigg</rs>. Mit diesen habe ich mich dann<lb/>
am Abend wirklich köstlich unterhalten. Entweder hat man die verkehr<lb break="no"/>ten Leute eingeladen oder es war wirklich so, dass diese keine<lb/>
Zeit hatten. Über meinen Besuch waren sie natürlich sehr erfreut.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>hs. Notizen (Jour fixe BHK, 15.10.1979)</head>
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