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            <title type="main">Dienstag, der 18. September 1979 bis Donnerstag, der 20. September 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_01">Dienstag, 18.9. – Donnerstag 20.9.1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_02">Der Präsident von Philips <rs type="person" ref="#per__114410">Rodenburg</rs> erhielt einen hochgradigen Orden<lb/>
und war nicht nur sehr überrascht sondern auch sehr erfreut. Er<lb/>
beurteilt die wirtschaftliche Entwicklung pessimistisch. Interessant<lb/>
für mich aber war, dass der österreichische Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__114409">Koning</rs><lb/>
erklärte, die japanische Konkurrenz nach Ablauf des Schutzes für<lb/>
das PAL-System in Europa diese nicht zu fürchten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Lass Dir erklären, wieso dieses PAL-Schutz<lb break="no"/>system abläuft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_04">Mit Direktor <rs type="person" ref="#per__118693">Lohmann</rs> und <rs type="person" ref="#per__114385">Kasamas</rs>, Verbundgesellschaft, <rs type="person" ref="#per__112965">Maurer</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, Arbeiterkammer, hatten <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> und <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> die erste Aus<lb break="no"/>sprache wegen der Strompreiserhöhung. Arbeiterkammer und Gewerk<lb break="no"/>schaftsbund wollen allen Ernstes, dass ich die Grundgebühr, sprich<lb/>
Leistungspreis für den Haushalt abschaffe und auf die Kilowattstunde<lb/>
übertrage, Dadurch würde diese von 95 Groschen wesentlich, MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> glaubte bis zu 2 Schilling, erhöht werden. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> wird es<lb/>
durchrechnen. Mein Einwand war, dass dann die Zweitwohnungsbe<lb break="no"/>sitzer, die ja sehr wenig Strom verbrauchen, die Kleinstabnehmer<lb/>
die Mischanlage und sogar der gewerbliche Grundpreis geändert<lb/>
und die höheren Einkommen dadurch wesentlich bevorzugt werden. Ein<lb/>
weiterer Streitpunkt war, dass die Arbeiterkammer unbedingt heraus<lb break="no"/>rechnen lassen will, was die Nichtinbetriebnahme Zwentendorfs in<lb/>
der Kalkulation ausmacht. Bei der Verbundgesellschaft wären es<lb/>
462 Mio. Schilling im Jahr, auf 20 Jahre den verlorenen Aufwand ab<lb break="no"/>schreibend, ca. 7% bei einem präliminierten Preisantrag von 17%.<lb/>
Ich halte es für besser, wenn man von vorneweg erklärt, die Auf<lb break="no"/>wendungen für das Kernkraftwerk werden aus den Ansätzen rausgestri<lb break="no"/>chen und nicht einzeln ausgewiesen. Die Kernkraftwerkgegner würden<lb/>
nämlich sonst auf alle Fälle erklären, 7% Verteuerung könnte man sich<lb/>
entweder leisten zu übernehmen, oder eben dann zusagen, die Super<lb break="no"/>gewinne der Elektrizitätsgesellschaften können dies sowieso tragen.<lb/>
Die breite Masse der Bevölkerung wird ihnen dann wahrscheinlich in<lb/>
diesem Punkt auf recht geben. Der wichtigste Streitpunkt war aber,<lb/>
dass die Wiener Elektrizitätswerke aufgrund der derzeitigen Kosten<lb break="no"/>situation überhaupt keine Strompreiserhöhung bekommen sollte.<lb/>
Die Arbeiterkammer hat überschlägig berechnet, dass sie mit den<lb/>
jetzigen Preisen ihre Kosten alle decken, inklusive 3% kalkulatori<lb break="no"/><pb n="50-1011" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-18_1979-09-20_1011.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>scher Zinsen. Die Wiener haben aber bereits unglücklicherweise<lb/>
angekündigt, da sie nicht am Kernkraftwerk Zwentendorf beteiligt<lb/>
sind, bleibt ihnen jetzt eine beträchtliche Marge bei der Preis<lb break="no"/>erhöhung am 1. Jänner 1980.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie verbleibt jetzt die Wiener Arbeiter<lb break="no"/>kammer?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_06">Dir. <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs>, GKT, hat neuerdings bei mir vorgesprochen, weil<lb/>
sein Vertrag im nächsten Jahr abläuft. Er hätte natürlich, wie er be<lb break="no"/>reits Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> auch mitgeteilt hat, grosses Interesse<lb/>
dritter Vorstandsdirektor bei der Verbund zu werden. Ich habe ihm<lb/>
dezidiert erklärt, dass keine Aussicht besteht, dass ich jetzt<lb/>
einen dritten Vorstandsdirektor bestelle. Ich versprach ihm aber<lb/>
dezidiert, dass selbstverständlich auch für ihn so vorgesorgt<lb/>
werden muss, wie für alle anderen GKT-Mitarbeiter.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_07">Dr. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> informiert mich, dass die Firma Knoblich 50% Siemens<lb/>
Sevcik Ges.m.b.H., 30% Sevcik, 20% Treuhänder, jetzt Interesse<lb/>
daran hat, einen Teil von Austria-Email zur Aussenleuchtenproduktion<lb/>
mit 100 Beschäftigten zu übernehmen. Austria Email ist in einer<lb/>
schlechten wirtschaftlichen Position und die Kreditanstalt wäre<lb/>
sicherlich bereit, ein solche Arrangement einzugehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_08">Von unseren 4 Amtsgehilfen scheiden zwei aus. <rs type="person" ref="#per__151985">Tomasich</rs> wurde verab<lb break="no"/>schiedet. Man sagt mir allgemein, einer davon müsste unbedingt<lb/>
ersetzt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte bei der nächsten Aussprache mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> nach bürointernen Beratungen besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_10">Die 10. Gemischte bulgarisch-österreichische Kommission in Sofia<lb/>
verlief wie üblich. Das Protokoll war schon bei meiner Ankunft<lb/>
fertig. Nichtssagend wie immer. Die Essen und Gegenessen, der obli<lb break="no"/>gatorische Ausflug an die Schwarzmeer-Küste, die noch immer ver<lb break="no"/>hältnismässig gut besucht ist, die deklaratorischen Erklärungen<lb/>
bei allen Zwischenverhandlungen mit Ministerpräsident <rs type="person" ref="#per__139539">Todorow</rs>,<lb/>
Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> und den diversen Generaldirektoren von<lb/>
Rudmetall, Bulgartabak, Technoexport, Technoimport, die sich<lb/>
übrigens mit ihren Geschäftsaktivitäten überschneiden. Die Techno<lb break="no"/>export importiert und die Technoimport exportiert, zumindestens<lb/>
<pb n="50-1012" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-18_1979-09-20_1012.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auf den chemischen, energetischen und metallurgischen Sektor.<lb/>
Die statistischen Aussenhandelsziffern stimmen zwischen Öster<lb break="no"/>reich und Bulgarien noch weniger als bisher. Die Bulgaren waren<lb/>
nämlich mit der Lieferung von Waren nach Österreich sehr zu<lb break="no"/>frieden, obwohl nach unseren Ziffern 8,8% Importsteigerung bei<lb/>
4,4% Exportsteigerung zu verzeichnen sind. Das Handelsbilanz<lb break="no"/>defizit ist noch immer sehr gross. Der Besuch Bulgariens durch Öster<lb break="no"/>reicher verhältnismässig gering, 35.000 waren heuer an der Schwarz<lb break="no"/>meerküste. Da die Bulgaren in ihrer Statistik auch Transitware über<lb/>
Österreich einbeziehen, ist ihren Berechnungen nach der bulgarische<lb/>
Export nach Österreich befriedigend gestiegen. Ich persönlich<lb/>
habe den Bulgaren von Handelsminister <rs type="person" ref="#per__113028">Christow</rs> bis zu Vizeminister<lb break="no"/>präsident <rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> unter vier Augen stets erklärt, dass sie ihre<lb/>
Offertpraxis ändern müssen, wenn sie Grossaufträge nach Bulgarien<lb/>
oder Drittländer ausschreiben. Die VÖEST-Alpine und andere Firmen<lb/>
haben mir schon immer geklagt, dass die Bulgaren monatelang ver<lb break="no"/>handeln, Detailinformationen wollen, dadurch den Betrieben hohe<lb/>
Kosten entstehen und letzten Endes dann ein anders Land den Zu<lb break="no"/>schlag bekommt. Die österreichischen Firmen nehmen daher an, es<lb/>
handelt sich in den meisten Fällen nur um sogenannte Deckofferte.<lb/>
Sie wollen aufgrund der detaillierten österreichischen Angaben den<lb/>
Ausländer dann zwingen, mit einen sehr guten-Wissen über die Detail<lb break="no"/>preise den Preis ihres Anbotes entsprechend zu senken. Wenn<lb/>
Österreich keine Chance hat ein Offert zugeschlagen zu bekommen,<lb/>
dann soll man dies gleich in einem früheren Zeitpunkt der öster<lb break="no"/>reichischen Firma sagen. Ein typisches Beispiele für mich waren<lb/>
nicht nur VÖEST-Alpine Anbote in den letzten Jahren, sondern gerade<lb/>
vor meiner Ankunft den Franzosen zugeschlagenes Seilbahnprojekt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116937">Lukanow</rs> und <rs type="person" ref="#per__113028">Christow</rs> erklärten mir, dass es sich bei diesem fran<lb break="no"/>zösischen Seilbahnprojekt um ein ganzes Fremdenverkehrsprojekt mit<lb/>
Hotels usw. als Paket gehandelt hat. Die nächste Seilbahn auf die<lb/>
Witoscha soll jetzt Österreich, Doppelmayr, bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: MR <rs type="person" ref="#per__131763">Pschorn</rs> soll aufgrund der Aussprachen<lb/>
jetzt die einzelnen Firmen über das Ergebnis verständigen. Wichtig<lb/>
ist, dass diese sehen, wir haben interveniert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-18_12">Für mich interessant war nur ein Hubschrauberflug über die hoch<lb break="no"/>gelegenen Stauseen, sogenannte Wasserspeicher, im Gebirge südlich<lb/>
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Milliardenprojekt an Pumpspeicher entstehen. Die Speicher werden<lb/>
ausschliesslich durch Schmelzwasser im Winter und Sommerregen ge<lb break="no"/>füllt. Gletscherzufluss gibt es keinen. Mit Pumpsystem soll jetzt<lb/>
Spitzenstrom dort erzeugt werden können. Die Grundlast kommt aus<lb/>
dem Kernkraftwerk an der Donau. Der Aussenhandelsminister <rs type="person" ref="#per__113028">Christow</rs><lb/>
ist bei dem Schwarzmeer-Besuch, wo er mich überraschend begleitet<lb/>
hat, von einem Arzt nach Mitteilung des Regierungsspitals aus<lb/>
Sofia sofort in die Regierungsvilla gelegt worden, da er Magen<lb break="no"/>blutungen in der Nacht, wie Laboratoriumsuntersuchungen ergaben,<lb/>
hatte. Einmal mehr konnte ich feststellen und beobachten, wie die<lb/>
Regierungsmitglieder dort besonders beschützt sind. Weniger gegen<lb/>
sogenannte Terroristen wie im Westen, dafür aber umso mehr über<lb/>
ihren Gesundheitszustand. Die bilateralen Gespräche mit den einzel<lb break="no"/>nen Staatshandelsländer sind nicht nur langwierig und in den sel<lb break="no"/>tensten Fällen zielführend. Von meinem Standpunkt aus würde ich sie<lb/>
am liebsten alle streichen und so wie den ungarischen, tschechi<lb break="no"/>schen oder jugoslawischen Vertrag auf gelegentliche Besprechungen<lb/>
alle 2, 3 oder 4 Jahre beschränken. Leider besteht scheinbar keine<lb/>
Möglichkeit dies zu ändern. Da die Sowjets auf den jährlichen<lb/>
Rhythmus beharren sind auch alle anderen, die dies im Vertrag<lb/>
festgelegt haben, wie die Bulgaren und Rumänen, sowie die Polen<lb/>
davon nicht abzubringen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 18./20.9.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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