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            <title type="main">Dienstag, der 11. September 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_01">Dienstag, 11. September 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_02">Im ÖGB-Kongress referierte der Nobelpreisträger <rs type="person" ref="#per__1137362">Tinbergen</rs> über die,<lb/>
seiner Meinung nach, zukünftige Arbeit der Gewerkschaften in Form<lb/>
von ein Dutzend Thesen hatte er sein Referat gegliedert und diese<lb/>
Thesen vorher dem Kongress übermittelt.. Er empfiehlt den Gewerk<lb break="no"/>schaften sie müssten mehr für die Entwicklungsländer tun, Produk<lb break="no"/>tionen dort hinlegen, Spitzeneinkommen senken, mit einem Wort, eine<lb/>
sozialistische Politik alten Stils zu machen, internationale Soli<lb break="no"/>darität und Gleichheitsbestreben auf nationaler Ebene. In der Dis<lb break="no"/>kussion stiess er mit einigen seiner Anregungen natürlich auf Wider<lb break="no"/>stand. Insbesondere haben die Diskussionsredner welche gefährdete<lb/>
Branchen vertreten, wie z.B. Textil- und Bekleidungsindustrie und<lb/>
andere zwar sehr vorsichtig, um nicht im direkten Gegensatz zu die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__1137362">Tinbergen</rs> zu kommen, aber doch deutlich für einen protektionisti<lb break="no"/>schen Schutz ihrer Mitglieder dagegen gesprochen. Überrascht war<lb/>
ich über die grosse Anzahl von Diskutanten. Anschliessend daran<lb/>
haben die Sekretäre für Bildung, Frauen und Jugend ihren Bericht<lb/>
erstattet und dann begann die wahrscheinlich doch 1 1/2 Tage dauernde<lb/>
Debatte über die Berichte. Der Kongress wird, davon bin ich über<lb break="no"/>zeugt, ohne Sensation über die Bühne gehen. Neben mir im Präsidium<lb/>
sitzt der Vertreter der christlichen Gewerkschafter und der Kommunisten<lb/>
und aus den Bemerkungen und vor allem der Regie der Kommunisten kann<lb/>
ich schon erkennen, dass selbst von diesen keine harten Attacken zu<lb/>
erwarten sind. Im Gegenteil, wenn einer der kommunistischen Redner<lb/>
irgend etwas, z.B. die Regierungspolitik gegenüber der verstaatlich<lb break="no"/>ten Industrie anschneidet, dann meint Kollege <rs type="person" ref="#per__126212">Hofer</rs> mir gegenüber,<lb/>
es ist so furchtbar schwer, ihre Genossen dazu zu bringen, dass sie<lb/>
nicht so schwarz-weiss malen. Jeder von ihnen verwendet die alte<lb/>
Terminologie wie ich sofort erkläre, Schulung aus der alten kommuni<lb break="no"/>stischen Zeit mit harten Klassenkampfparolen, wie er es eben in seiner<lb/>
Jugend gelernt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_03">Der Betriebsratsobmann der Leykam Papierfabrik ist sehr beruhigt von<lb/>
mir zu hören, dass die 250 Einsprüche der Anrainer wegen Geruchsbe<lb break="no"/>lästigung nicht durch ein neues Verfahren in Gratkorn ergänzt wird.<lb/>
Ich habe mit S.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> darüber gesprochen und er erklärte mir,<lb/>
es wird jetzt auf Grund der vorliegenden Gutachten genauest geprüft,<lb/>
wahrscheinlich auch noch etliche Auflagen verbessert und dann aber<lb/>
endgültig entschieden. Gewerkschaftsobmann der Chemiearbeiter <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs><lb/>
<pb n="50-0978" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-11_0978.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hatte nämlich bei dieser Aussprache mit den Betriebsrat und mir<lb/>
befürchtet, dass neuerdings die ganze Frage verzögert wird. Die<lb/>
Steirer fürchten aber am meisten, dass wenn neuerdings die Erhe<lb break="no"/>bung in die Steiermark delegiert wird, dann die Landesregierung<lb/>
oder zumindestens örtliche Gruppen die Entscheidung nicht nur<lb/>
hinauszögern, sondern letzten Endes auch gegen die Fabrik entschie<lb break="no"/>den wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bevor die Entscheidung herausgeht bitte mit<lb/>
mir darüber reden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_05">Vor der Ministerratssitzung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kurz über die neue Initiative<lb/>
der Vorarlberger Nachrichten bezüglich einer Änderung der Bundesver<lb break="no"/>fassung zugunsten eines selbständigen Vorarlbergs kurz referiert.<lb/>
Da in Vorarlberg jetzt Wahlen bevorstehen, ist es fraglich, wie<lb/>
sich die Parteien zu dieser Initiative verhalten. Da die Sozialisten<lb/>
in den Bundesländern Steiermark, Salzburg, als sie sich ganz deut<lb break="no"/>lich – wie ich immer sage auf Wien schimpfen – in der Praxis distan<lb break="no"/>ziert haben, eigentlich gut abgeschnitten haben, würde dies sicher<lb break="no"/>lich auch für Vorarlberg zutreffen. Ob allerdings dort eine solche<lb/>
Wendung möglich ist, weiss ich nicht. Das hübscheste Beispiel war<lb/>
ja Fussach und auch die Atomdebatte resp. Lösung. Das lächerlichste<lb/>
Argument bei dieser ganzen Auseinandersetzung die kommen wird ist,<lb/>
dass Vorarlberg Inner-Österreich subventioniert. Rechnungsmässig<lb/>
mögen die Steueraufkommen in Vorarlberg höher sein als sie dann im<lb/>
Finanzausgleich zurückbekommen. Wenn man aber bedenkt, was gerade<lb/>
alles durch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in Vorarlberg initiiert wurde, Arlbergtunnel,<lb/>
Autobahn, Pfändertunnel, Güterbahnhof <choice><choice><sic>Wolfrum</sic><corr>Wolfurt</corr></choice></choice>, alles Milliarden<lb break="no"/>projekte, die wesentlich zu dem wirtschaftlichen Aufschwung Vorarlbergs<lb/>
beigetragen haben. Dazu kommt sicherlich dass die Vorarlberger In<lb break="no"/>dustrie ihre Produkte nicht nur ins Ausland, sondern nach Inneröster<lb break="no"/>reich verkaufen muss. Ich hoffe daher und rechne doch damit, dass<lb/>
die vernünftige Vorarlberger einsehen, dass eine solche – letzten<lb/>
Endes auf los von Österreich - Aktion nicht in ihrem Interesse liegt.<lb/>
Natürlich wird dies von allen bestritten, die Drahtzieher dieser<lb/>
Aktion sind. Da alle, die sich nur einigermassen mit den Problemen<lb/>
ernstlich beschäftigen, wissen, dass eine solche angestrebte Lösung wie<lb/>
eigene Innen- und Aussenpolitik letzten Endes zu ein einem Los von<lb/>
Inner-Österreich führen müsste und daher niemals von den anderen<lb/>
akzeptiert werden kann, so wird damit gar nichts anders als wie eben<lb/>
das alemannische Eigenleben nicht nur gefördert, sondern auch gegen<lb/>
<pb n="50-0979" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-11_0979.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Innerösterreich aufgebracht. Für mich ist es einmal mehr rätsel<lb break="no"/>haft, wie es in einem Land möglich ist, dass eine Zeitung, die<lb/>
Stimmung Einzelner nützend sich auf so ein gewagtes Gebiet vor<lb break="no"/>traut und dann wahrscheinlich sogar noch eine gewisse Leserschaft<lb/>
befriedigt. Ich bin jetzt mehr denn je stolz darauf, dass ich da<lb break="no"/>mals auf Vermittlung von Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> zwar dem Herrn <rs type="person" ref="#per__112618">Ortner</rs><lb/>
einen Besuch in seiner Wohnung abgestattet habe, dort aber das<lb/>
angebotene Essen ganz entschieden abgelehnt habe und mich nach<lb/>
kurzer Zeit<add>[hs. ergänzt, Anm.]</add> wieder empfohlen habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_06">Im Ministerrat sollten von mir eingebracht die Richtlinien für<lb/>
energiesparende Massnahmen abgeändert werden. Die bisherige Höchst<lb break="no"/>laufzeit von 12 Jahren wäre auf 24 Jahre zu verlängern gewesen.<lb/>
Sachlich hat niemand dagegen etwas einzuwenden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte nur,<lb/>
wir sollten jetzt nicht jeder einmal dies, ein anderes Ministerium<lb/>
wieder das beschliessen, sondern dies doch zusammenkommen zu lassen,<lb/>
um einmal im Monat eine konkretere grössere Liste zu beschliessen.<lb/>
Damit war ich natürlich sofort einverstanden und wir haben diesen<lb/>
Punkt zurückgestellt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet – rein gefühlsmässig – und ich<lb/>
glaube, das wird sich sehr bald bestätigen, dass der grosse Mass<lb break="no"/>nahmenkatalog, die Ankündigung, was alles geschehen wird, noch lange<lb/>
nicht die Durchführung beinhaltet. Bei der Durchführung wird es –<lb/>
davon bin ich ja immer überzeugt gewesen – grosse Schwierigkeiten<lb/>
geben und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte deshalb um optisch ein bisschen besser dann<lb/>
herauszusteigen – zuerst wollte er ja alle 14 Tage, jetzt einmal<lb/>
im Monat – einen grossen Beschluss in der Regierung herbeiführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte einige Massnahmen die möglich sind,<lb/>
so vorzubereiten, dass wir sie für das nächste Paket einbringen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_08">Für irgendein Land – ich habe nicht verstanden welches – wurde<lb/>
1 Mio. Soforthilfe genehmigt. Da im Bundeskanzleramt 3,4 Mio. aus dem<lb/>
Budgetansatz bereits vergeben wurden, im Jahre 1978 waren es ins<lb break="no"/>gesamt nur 3,6 Mio., wird jetzt ein Teil über ein neues BÜG zu be<lb break="no"/>decken sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_09"><rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> berichtete von einer Juristentagung in Aachen und die von<lb/>
der EGW Justizminister, der finnische, der österreichische und auch<lb/>
der vom heiligen Stuhl daran teilgenommen haben. Dort wurde mit<lb break="no"/>geteilt, dass Liechtenstein das österreichische Strafrecht überneh<lb break="no"/>men wird. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> ist natürlich darauf sehr stolz. Liechtenstein dürfte<lb/>
aber ständig mit der österreichischen Rechtsmaterie sehr verbunden<lb/>
sein, dann u.a. sind ausgeliehene Richter aus der österreichischen<lb/>
Staatsdienst in Liechtenstein tätig. Bei einem Besuch hatte ich zu<lb/>
meiner grössten Überraschung dies einmal festgestellt. Da <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> aber<lb/>
wegen seiner Strafrechtsreform in den Massenmedien in Österreich<lb/>
ständig hart attackiert wird, ist dies für ihn sicherlich eine ge<lb break="no"/>wisse Befriedigung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_10">Eine friaulische Delegation unter Führung des Assessor für Wirt<lb break="no"/>schaft, <rs type="person" ref="#per__1137363">Rinaldi</rs>, und den Generaldirektor des Hafens Triest und et<lb break="no"/>lichen anderen, hat anlässlich der Messe in Wien bei <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallin<lb break="no"/>ger</rs> und auch bei mir jetzt vorgesprochen. Es handelt sich um den<lb/>
Ausbau des Hafens. Shell Europa möchte jetzt eine Pipeline von<lb/>
Triest oder Monfalcone für Kohlentransport nach Wien bauen. Der<lb/>
Triester Hafen wäre imstande bei Anlagen von neuen Molen, die 19 Meter<lb/>
Wassertiefe ist vorhanden, die Voraussetzung dafür zu liefern.<lb/>
Wichtig war auch, dass Nutzwasser zur Verfügung steht. In 180 Meter<lb/>
Tiefe wurde nun die Menge von 5 Mio. Tonnen, Wasser muss genau so<lb/>
viel zur Verfügung stehen als Kohle gefördert werden soll, gefunden.<lb/>
Bei einem Aufwand von 600 Mio. Dollar, wie die Vertreter bei der Shell<lb/>
Austria erfahren konnten, würden 100 bis 150 Mio. Dollar für das<lb/>
Terminal investiert werden müssen. Die anwesenden Vertreter von<lb/>
der NEWAG und Verbund wollten natürlich genau so wie ich aber er<lb break="no"/>fahren, ob Triest imstande ist, ohne dieser Kohlenpipeline und den<lb/>
neuen Hafen die Ausladung von 400.000 Tonnen sofort, d.h. eigentlich<lb/>
ab 1984 zu bewerkstelligen. Die Hafendirektion sagt ja, denn es<lb/>
gibt zwei Kräne, die allerdings Italsider gehören, wo man provisorisch<lb/>
solange nicht eine neue Mole errichtet ist, diese 400.000 Tonnen<lb/>
abladen kann. Fraglich ist, ob es möglich sein wird, bis zu diesem<lb/>
Zeitpunkt die zweispurige Eisenbahn dann nach Triest fertig gebaut<lb/>
zu haben. Voraussetzung nämlich für einen Abtransport dieser grossen<lb/>
Menge ist dieser Ausbau. Der Assessor wird sich bemühen, weil es<lb/>
auch im Interesse Triests liegen würde, die Voraussetzungen für<lb/>
<pb n="50-0981" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-11_0981.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>eine solche Liefermenge zu schaffen. Ein weiterer Punkt war eine<lb/>
Gasentspannungsanlage. Ich persönlich bin fest davon überzeugt,<lb/>
dass es ausser dem Bezug von Algeriengas über Tunis, Sizilien, nach<lb/>
Mittel- und Norditalien mit Pipeline auch für Triest oder Monfalcone<lb/>
interessant wäre eine Entspannungsanlage mit einer Gas-Pipeline nach<lb/>
dem Norden zu bauen. In Hinkunft werden wahrscheinlich doch Liquidgas<lb break="no"/>schiffe weltweit Gastransporte durchführen und dort wo Anlagemög<lb break="no"/>lichkeiten sind, eben ihre Lieferungen hinbringen können. Die irani<lb break="no"/>schen Regierungsstellen überlegen derzeit auch anstelle der Pipeline<lb/>
durch ganz Iran vom Golf nach der Nordgrenze mit der UdSSR eine Ver<lb break="no"/>flüssigungsanlage im Süden zu bauen. Dadurch können sie ihr Erdgas<lb/>
weltweit verkaufen und sind nicht an einen Abnehmer gebunden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_11">Natürlich habe ich wieder einmal die leidige Angelegenheit der<lb/>
Gebührenerhöhung für die Öllieferungen aus dem Hafen Triest in die<lb/>
Pipeline angeschnitten. 140 Lire pro Tonne hat 1976 25 Mio. Schilling,<lb/>
1979 wahrscheinlich 80 Mio. Schilling Mehrausgaben bedeutet. Da diese<lb/>
Gebühr von der Zentralregierung in Rom angeordnet war, wird sie jetzt<lb/>
da ja die Pipelinegesellschaften und insbesondere Österreich und<lb/>
Deutschland dagegen heftigst remonstrierten gerichtsmässig abge<lb break="no"/>wickelt. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_12">Anschliessend habe ich mit den Vertretern der Verbund und NEWAG über<lb/>
die Grundstücksverhandlungen mit der Donau Chemie neuerdings ge<lb break="no"/>sprochen. Nach unserer letzten Besichtigung und Besprechung hat<lb/>
die Donau-Chemie sich bereit erklärt, damit sie ihr Industriege<lb break="no"/>lände wegbringt, 120 ha für 106 Mio. Schilling zur Verfügung zu stel<lb break="no"/>len. Die endgültige Zustimmung der Franzosen steht noch aus, doch<lb/>
ist anzunehmen, dass sie gegeben wird. Wenn dies der Fall ist, wird<lb/>
die Behörde darauf drängen, dass von allen drei jetzt möglichen<lb/>
Standorten Altenwörth beim Donaukraftwerk, Atzenbrugg beim Umspannwerk<lb/>
oder eben jetzt beim Donau-Chemie stilliegenden Industriegelände<lb/>
das Letztere nur herangezogen werden darf. Dadurch kann die Verbund<lb/>
in stärkerem Masse als dies in der Vergangenheit der Fall war,<lb/>
immer wieder darauf verweisen, dass die Behörde ja selbst wollte,<lb/>
dass sie in diese Gegend geht. Die Frage mit dem Schornstein, 204 m<lb/>
sind irrsinnig hoch und Minister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> meint, er müsste dann den Flug<lb break="no"/>hafen Langenlebarn verlegen, sei mit den Militärstellen bereits<lb/>
abgeklärt. Einzig die Warteräume der Flugzeuge im zivilen aber auch<lb/>
im Militärbereich müssten entsprechend durch die Schornsteinhöhe<lb/>
<pb n="50-0982" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-11_0982.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bedingt erhöht werden. Dr. <rs type="person" ref="#per__114730">Sommerbauer</rs> von der Verbund hat mir<lb/>
mit Recht unter vier Augen gesagt, dass sie ja mit dieser Taktik<lb/>
nicht nur die Donau-Chemie wesentlich im Preis gedrückt haben,<lb/>
sondern auch dann beim Bewilligungsverfahren die Zustimmung der<lb/>
Gemeinde Zwentendorf und auch der anderen Behörden in vielen Fragen<lb/>
positiv präjudiziert haben. Ich selbst bin über diese Entscheidung<lb/>
wenn sie zustande kommt, auch sehr glücklich, denn es ist ja tat<lb break="no"/>sächlich ein Wahnsinn, ein so grosses Industriegelände, 240 ha<lb/>
dort ständig ungenützt liegen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_13">Mit den Bezirksräten wird jetzt auf der Landstrasse jede Be<lb break="no"/>zirksratssitzung äusserst gewissenhaft vorbereitet. Stundenlang<lb/>
wurde über alle Probleme diskutiert. Ein anschliessendes Präsidium<lb/>
hat dann noch weitere spezielle Bauprobleme der Landstrasse bespro<lb break="no"/>chen. Überhaupt kann ich mit Freude feststellen, dass jetzt auf der<lb/>
Landstrasse wesentlich höhere Aktivitäten auf Bezirksebene ent<lb break="no"/>faltet werden, als dies früher der Fall gewesen ist. Die neuen Be<lb break="no"/>zirksräte insbesondere einige von ihnen setzen sich ganz entschie<lb break="no"/>den und mit grosser Ambition ein. Dies ist auch dringendst notwendig,<lb/>
denn die ÖVP der Landstrasse entwickelt auch jetzt wesentlich höhere<lb/>
Aktivitäten als dies früher der Fall war. Früher hat man sie wirk<lb break="no"/>lich fast gar nicht bemerkt. Jetzt beginnen sie zu demonstrieren,<lb/>
dass sie sehr wohl für die Bürger der Landstrasse hier sind und mit<lb/>
jedweden Methoden und sehr geschickten Vorschlägen bemerkt man jetzt<lb/>
auf der Landstrasse, dass es auch eine ÖVP gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_14">Bedingt durch die langen Parteiengespräche auf der Landstrasse<lb/>
bin ich zum Empfang des Bürgermeisters für den Kongress zu spät gekom<lb break="no"/>men. Das Buffet war im wahrsten Sinne des Wortes leer gefegt. Die<lb/>
Stimmung war auch entsprechend gut. Bei Gewerkschaftern geht es<lb/>
eben entsprechend fröhlich zu. Der zufällig anwesende Generaldirektor<lb/>
der Stadtwerke <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> hat mir aufgrund seiner Erinnerung bestätigt,<lb/>
dass sie sehr wohl seinerzeit überlegten die Abwärme von EBS für eine<lb/>
Stromerzeugung zu verwenden. Damals haben sie aufgrund ihrer Politik<lb/>
entschieden, es sollte dort kein Strom daraus erzeugt werden, sondern<lb/>
eben eine andere Nützung vorgesehen werden. Er wird aber mit Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__146256">Eisenberger</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> noch die Details erheben und mir sie unmittelbar zusenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-11_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte setze Dich mit <rs type="person" ref="#per__146256">Eisenberger</rs> ins Einver<lb break="no"/>nehmen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 10. Ministerratssitzung, 11.9.1979</head>
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            <head>Nachtrag TO 10. Ministerratssitzung, 11.9.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Nachtrag TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Hofer, Anton</persName>
               <persName><surname>Hofer</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>Bundesvors. GLB</occupation>
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               <persName type="label">Reisinger, Karl</persName>
               <persName><surname>Reisinger</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>GD Wr. Stadtwerke</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Sommerbauer, Otto</persName>
               <persName><surname>Sommerbauer</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Verbund, ÖVP</occupation>
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               <persName type="label">Ortner, Franz</persName>
               <persName><surname>Ortner</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Chefredakteur VN</occupation>
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               <persName type="label">Teschl, Alfred</persName>
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               <occupation>Obmann Chemiearbeitergewerkschaft</occupation>
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               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
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               <persName type="label">Satzinger, Heinz</persName>
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               <occupation>Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <persName type="label">Mayer, Fritz (Politiker)</persName>
               <persName><surname>Mayer</surname><forename>Fritz (Politiker)</forename></persName>
               <occupation>Bgm. Bregenz</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
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               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Rösch, Otto</persName>
               <persName><surname>Rösch</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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