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            <title type="main">Mittwoch, der  5. September 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_01">Mittwoch, 5. September 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_02">Direktor <rs type="person" ref="#per__97521">Haselbrunner</rs> von der AEG scheidet jetzt vorzeitig aus<lb/>
dessen Dienst. Die Deutschen wollen ihn nicht mehr und schicken<lb/>
ihn daher vorzeitig in Pension. <rs type="person" ref="#per__97521">Haselbrunner</rs> hat mit Dkfm. <rs type="person" ref="#per__97995">Stockin<lb break="no"/>ger</rs>, Sparkasse Salzburg vereinbart im Kurzentrum Bad Hofgastein zu<lb/>
arbeiten. Er hofft auf gute Zusammenarbeit mit dem Handelsministe<lb break="no"/>rium. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> wird sein Kontaktmann sein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_03">Direktor <rs type="person" ref="#per__126565">Rathauscher</rs>, Metallwerk Plansee, schlägt vor, dass wir<lb/>
zur Zusammenkunft mit den amerikanischen Metallfachleuten, die<lb/>
einen Tag Österreich besuchen, mit einer grösseren Delegation<lb/>
zum Mittagessen kommen. S.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wird die entsprechenden Vor<lb break="no"/>schläge mit <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> besprechen. Trotz des Todes von <rs type="person" ref="#per__125296">Schwarzkopf</rs><lb/>
floriert der Betrieb, macht ständige Umsatzsteigerungen unter der<lb/>
Aufsichtsratsführung von Frau <rs type="person" ref="#per__127589">Schwarzkopf</rs>. Ich bin wirklich gespannt<lb/>
wie lange, diese scheinbar tüchtige Frau, dieses gute Team zusammen<lb break="no"/>halten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_04">Dr. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs>, geschäftsführender Obmann der Österreichischen Fremden<lb break="no"/>verkehrswerbung und Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und Dkfm. <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> schlagen mir vor,<lb/>
ich sollte an alle Finanzlandesreferenten wegen des Mitgliedsbei<lb break="no"/>trages der Länder zur Österreichischen Fremdenverkehrswerbung<lb/>
einen Brief schreiben, da einige Länder strikte eine Beitragserhö<lb break="no"/>hung für das Jahr 1980 ablehnen. Das derzeitige Budget von 240 Mio.<lb/>
Schilling müsste nach Meinung der Geschäftsführung um 10 % erhöht<lb/>
werden. Die Fremdenverkehrsdirektoren <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs>, Wien, und <rs type="person" ref="#per__133708">Zlamal</rs>,<lb/>
Kärnten, haben aber bereits erklärt, es müsste bei dem jetzigen<lb/>
Budget bleiben. Die Österreichische Fremdenverkehrswerbung hat<lb/>
55 Mio. Schilling Reserve für das neue Haus und Lager, welches ge<lb break="no"/>baut werden soll und 30 Mio. Schilling für sonstige Zweigstellen<lb break="no"/>aktivitäten usw. 1978 betrugen die Ertragszinsen 7 Mio. Diese<lb/>
finanzielle Situation zeigt also, dass die Österreichische Fremden<lb break="no"/>verkehrswerbung dank meiner starken Beitragserhöhungen in der Ver<lb break="no"/>gangenheit derzeit finanziell wirklich gut dasteht. Ich bin über<lb break="no"/>zeugt, dass die Länder wahrscheinlich dies genau wissen und deshalb<lb/>
1980 kaum eine Mitgliedsbeitragserhöhung erfolgen wird. Dies passt<lb/>
mir persönlich auch sehr gut, denn ich bin nicht so sicher, ob wir<lb/>
in der Budgetsituation des 80er-Jahres zusätzliche Mittel für<lb/>
<pb n="50-0949" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-05_0949.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Österreichische Fremdenverkehrswerbung bereitstellen sollten.<lb/>
Wenn die Länder es ablehnen haben wir den Vorteil uns auf diese<lb/>
ausreden zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Erkundige Dich bei <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> wie die Länder wirk<lb break="no"/>lich denken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_06">Die Inlandspreise für Gasförderung werden von der ÖMV von 92 Gro<lb break="no"/>schen auf 1.05 Schilling erhöht. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> und <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs> haben mir da<lb break="no"/>rüber berichtet. Die Problematik liegt bei der RAG, die derzeit 90<lb/>
Groschen im Durchschnitt verlangt und die natürlich beabsichtigt,<lb/>
dieselben Preise wie die ÖMV zu bekommen. Dagegen spricht sich aber<lb/>
die Arbeiterkammer ganz entschieden aus, weil die Gestehungskosten<lb/>
für die RAG doch tiefer als die der ÖMV sind. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> meint, wenn es<lb/>
nicht gelingen sollte einen einheitlichen Erzeugerpreis in Öster<lb break="no"/>reich zu bestimmen, dann sollten wir für Wien und Niederösterreich<lb/>
einen eigenen Preis und für Oberösterreich ebenfalls einen eigenen<lb/>
Preis festlegen, der ein wenig tiefer wäre, als der Wiener und<lb/>
niederösterreichische. In Taufkirchen Oberösterreich arbeitet<lb/>
nicht nur die RAG, sondern auch die ÖMV. Dies würde eine solche<lb/>
Differenzierung umso leichter begründen lassen <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> möchte aber<lb/>
versuchen einen einheitlichen Erzeugerpreis auch für die ÖMV und<lb/>
RAG gemeinsam festzulegen und dann die RAG verpflichten, für die<lb/>
Grossabnehmer gewisse Rabatte zusätzlich zu gewähren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf nächstes Jour fixe AK setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_08">Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> und sein Wien-Vertreter <rs type="person" ref="#per__112049">Rimsky</rs> ersuchen<lb/>
mich neuerdings sowie die Bundeskammer das Preisverfahren § 4,<lb/>
Festlegung des betriebswirtschaftliche notwendigen Düngerpreises<lb/>
einzustellen. Die Landwirtschaft hat seinerzeit als sie angenommen<lb/>
haben die Chemie Linz wird um 11 % wie angekündigt den Düngerpreis erhö<lb break="no"/>hen einen solchen Antrag gestellt. In der Zwischenzeit hat aber die<lb/>
Chemie Linz, leider zu spät, den Preis mit 8 % Preiserhöhung festge<lb break="no"/>legt. Dies hat seinerzeit die Landwirtschaft schon akzeptiert ge<lb break="no"/>habt. <rs type="person" ref="#per__112049">Rimsky</rs> wird mit Präs.Bierbaum, NÖ Landwirtschaftskammer ver<lb break="no"/>handeln. Dieser ist nämlich der Treiber dieses Verfahrens. Mit dem<lb/>
Präsidenten der Landwirtschaftskammern, <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, hätte <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> keine<lb/>
Schwierigkeiten. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> sitzt in der Chemie Linz im Aufsichtsrat,<lb/>
wird aber von <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> als leider sehr schwache Person bezeichnet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_09">Dies stimmt sicherlich nicht, doch hat es <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> sehr schwer gegen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> auf der einen Seite, Präsident <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> des Bauern<lb break="no"/>bundes auf der anderen Seite zu bestehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_10">Die Chemie Linz hat eine gute Aufwärtsentwicklung. Der Cashflow<lb/>
wird sich fast verdoppeln. Der Umsatz von 16 % auf 9.6 Mia. Schilling<lb/>
steigen. Von 1,030.000 Schilling pro Kopf auf 1,320.000 Schilling<lb/>
pro Kopf Leistung Nachsteuer wird ein Gewinn von 70 Mio. Schilling<lb/>
erwartet. Die Bilanzsumme von 8 Mia. Schilling hat noch eine Fremd<lb break="no"/>kreditfinanzierung von 2.5 Mia. und <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> hofft auf die 2 Mia. Schil<lb break="no"/>ling Kreditgrenze zu kommen. Dies bedeutet dass dadurch wesentlich<lb/>
weniger Fremdmittel entsprechend hoch verzinst werden müssen. 64 %<lb/>
der Produkte werden jetzt exportiert. Nach Deutschland wird er auch<lb/>
in Zukunft 400.000 Tonnen Düngemittel liefern. Dies geschieht aus<lb break="no"/>schliesslich über <choice><choice><sic>Bajuva</sic><corr>BayWa?</corr></choice></choice>, d.h. die bayrische Genossenschafts<lb break="no"/>organisation. Dafür muss er ihr 2.5 % Provision bezahlen. Die deutschen<lb/>
Exporte nach Österreich betragen 150.000 Tonnen und gehen über die<lb/>
WÖV und den Handel. Auch hier nimmt er an ist 2.5 % Provision üb<lb break="no"/>lich. Diese Export-, und Importsituation ergibt sich, weil – wie ich<lb/>
vermutet und <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> sofort auf den Kopf zugesagt habe – sie in<lb/>
Wirklichkeit mit der deutschen Düngemittelindustrie eine Preis- und<lb/>
Mengenabsprache haben. <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> hat dies auch zugegeben. Ich persön<lb break="no"/>lich habe dagegen gar nichts einzuwenden, denn die Bauern glauben<lb/>
sie kaufen jetzt besonders gut in der Bundesrepublik und die Stick<lb break="no"/>stoffwerke andererseits machen trotz der 150.000 Tonnen Einfuhren<lb/>
noch immer ein blendendes Geschäft durch die 400.000 Tonnen Ausfuhr.<lb/>
Der deutsche Preis liegt nämlich auf alle Fälle ein wenig höher.<lb/>
Die anderen Betriebe des, fast würde ich sagen Chemiekonzern, Dynamit,<lb/>
Interplastic und Fepla Hirsch, arbeiten einigermassen befriedigend.<lb/>
Nur Interplastic hat noch immer grosse Absatzschwierigkeiten. Die<lb/>
Chemie Linz würde am liebsten ihren 26 %-igen Anteil an die 74 %-ige<lb/>
Semperit verkaufen. Semperit glaube ich würde es aber nicht einmal<lb/>
geschenkt nehmen. Nach wie vor ist das Problem mit der Acrylnitril-<lb/>
Produktion problematisch. Die monomere 75.000 Tonnen Produktion ist<lb/>
nicht gewinnbringend. Überall in der Welt werden aus Monomeren und<lb/>
dann Polymeren 80 % Faser und und 20 % Glas und sonstige Produkte er<lb break="no"/>zeugt. In Österreich nimmt nur die Lenzinger 14.000 Tonnen für eine<lb/>
<pb n="50-0951" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-05_0951.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Faserproduktion. Chemie Linz wird deshalb eine andere Vereinbarung<lb/>
mit Lenzing schliessen, resp. eine andere Produktionsmöglichkeit<lb/>
überlegen. Dies wird für die Lenzinger eine sehr unangenehme Situa<lb break="no"/>tion werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass dies im Detail prüfen und versuche<lb/>
über die Abteilungen zu erfahren, wie die Situation wirklich steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_12">Vor der offiziellen Direktionssitzung in der Verbund hat <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__114385">Kasamas</rs> mich um eine Aussprache ersucht. Beide behaupten, dass<lb/>
die Tagesarbeit in der Verbund sehr gut läuft und keinerlei Not<lb break="no"/>wendigkeiten bestehen irgendwelche speziellen Massnahmen durch die<lb/>
Erkrankung von <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> zu treffen. Wichtig erscheint nur die<lb/>
Vorbereitung der Generalversammlung für die GKT Tullnerfeld und<lb/>
DKG Korneuburg. Da in beiden nur der Verbundvertreter <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> das<lb/>
alleinige Sagen hätte, muss abgesichert werden, dass dort nicht<lb/>
irgendwelche Beschlüsse gegen die Fraktion gefasst werden. Beide<lb/>
schlagen auch gleichzeitig vor, man sollte in den Aufsichtsrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118189">Austeda</rs>, der Vertreter von <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, zuziehen. Dies ist zu prüfen,<lb/>
ob eine solche Möglichkeit überhaupt besteht. Bei der Direktions<lb break="no"/>sitzung wird z.B. von <rs type="person" ref="#per__114730">Sommerbauer</rs> gesagt, dass es zwar möglich ist<lb/>
in die Generalversammlung so viele Leute mitzunehmen als man will,<lb/>
dies aber in den Aufsichtsrat nicht möglich ist. Dies müsste meiner<lb/>
Meinung nach von <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> geprüft werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_13">Ein weiteres wichtiges Problem ist, dass jetzt die langfristigen<lb/>
Arbeiten Investitionsprämilinare, Betriebspräliminare, vorzube<lb break="no"/>reiten seien. Ich schneide dieses Problem bei der Direktionssitzung<lb/>
am Nachmittag an und sowohl <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs> als auch die anderen davon betrof<lb break="no"/>fenen Direktoren bestätigen mir, dass die Vorarbeiten bereits geleistet<lb/>
werden. Überhaupt kann ich zu meiner grossen Freude feststellen,<lb/>
laufen – zumindestens für mich von aussen betrachtet – die Arbeiten<lb/>
alle sehr zügig. Bezüglich der Grundstücksbeschaffung wird jetzt mit<lb/>
der Donauchemie neuerdings verhandelt um doch vielleicht das neue<lb/>
Kohlekraftwerk auf dem Industriegelände der Donauchemie zu errichten.<lb/>
Vom gesamtwirtschaftlichen Standpunkt wäre dies dringendst notwendig.<lb/>
Bezüglich der Umweltbelastung<add>[hs. korrigiert, Anm.]</add> teilt <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs> mit, dass durch Einbau von<lb/>
Elektrofiltern, die 50 bis 70 Mio. Schilling kosten werden, die geringst<lb break="no"/><pb n="50-0952" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-05_0952.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mögliche Belastung erfolgen wird und auf alle Fälle alles unter<lb/>
den Höchstgrenzen liegen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_14">Die HGÜ-Umspannungsleitung wird zeitgerecht fertig. Die Ausschrei<lb break="no"/>bung hat ergeben, dass es nicht 1 Mia. Schilling, sondern nur 820 Mio.<lb/>
höchstens kosten wird. Der deutsche Konzern Asea, die amerikanische<lb/>
<choice><choice><sic>CI</sic><corr>?</corr></choice></choice> und Toshiba – der Japaner hat sich darum beworben. Ein end<lb break="no"/>gültiger Zuschlag wird erst erfolgen, bis der noch tiefere Preis<lb/>
mit den ausgehandelt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_15">Die Verhandlungen mit Ungarn über die Kohlenbezüge für das burgen<lb break="no"/>ländische Kohlekraftwerk laufen weiter. Die ungarische Seite wird<lb/>
jetzt Grossversuche mit Verfeuerung machen. Die Verbund wird ent<lb break="no"/>sprechende Feuerungszusatzstoffe liefern, um weitere Schwefelbindun<lb break="no"/>gen aus der Kohle in die Asche dadurch zu erreichen, um die Umwelt<lb break="no"/>belastung im Rahmen der Höchstgrenzen halten zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte lass für meinen Ungarnbesuch eine ent<lb break="no"/>sprechende Information machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_17">Selbstverständlich interessieren die Direktoren – übrigens ergänzt<lb/>
durch Präsident <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs>, der sich für die Sitzung interessierte und den<lb/>
ich selbstverständlich sofort zugezogen habe, allerdings ergänzt durch<lb/>
den Vizepräsidenten <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs> und die Betriebsräte – sehr für<lb/>
die Äusserung im Operationskalender Reorganisation der Elektrizitäts<lb break="no"/>wirtschaft. Ich glaube sie sind alle sehr beruhigt, als sie hören,<lb/>
dass es sich hier nur um Probleme handelt, die sie auf alle Fälle<lb/>
in Angriff nehmen müssten. Bezüglich der Konzernrevision meint der<lb/>
dafür zuständige Direktor <rs type="person" ref="#per__118693">Lohmann</rs>, er könnte diese sofort verstärken,<lb/>
wenn er eine entsprechende Rückendeckung bekommen würde. Die wird<lb/>
man ihm verschaffen. Bezüglich des Poolvertrages ist eine Änderung<lb/>
jetzt notwendig. Der Poolvertrag läuft zwar bis 1994, soll aber<lb/>
jetzt bis 2020 erstreckt werden. Voraussetzung dafür ist, dass man<lb/>
sich mit der OKA wegen Enns einigt. Dort gibt es den Wunsch in Tern<lb break="no"/>berg und Rosenau gewisse zusätzliche Bezüge für die OKA zu reservie<lb break="no"/>ren. Man will sozusagen jetzt Bezugsrechte der Verbund abkaufen.<lb/>
Daran hat die Verbund aber gar kein Interesse, denn gerade diese<lb/>
Kraftwerke sind alt, teils schon abgeschrieben und haben natür<lb break="no"/>lich daher ein sehr gutes Ertragsergebnis. Dieses Beispiel dient<lb/>
<pb n="50-0953" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band50/50_1979-09-05_0953.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mir um allen Anwesenden zu demonstrieren, dass ich in Hinkunft<lb/>
keine 50 : 50 Lösung akzeptieren werde. Dies gilt insbesondere<lb/>
für den Ausbau von Osttirol. Mit der 50 : 50 Lösung OKA und Verbund<lb break="no"/>gesellschaft in den Enns-Kraftwerken gibt es immer in vielen Kleinig<lb break="no"/>keiten grosse Schwierigkeiten. <rs type="person" ref="#per__116698">Oberleitner</rs> nimmt zur Kenntnis, dass<lb/>
ich nicht gewillt bin, die derzeitige Linie – 51 % muss die Verbund<lb/>
in irgendeiner Weise bekommen – zu verlassen. Die beste Lösung<lb/>
bleibt eben dann nur die Beteiligung von der TIWAG oder Tirol an der<lb/>
TKW, Tauernkraftwerke. Bei dieser Gelegenheit erfahre ich, dass die<lb/>
Verbund die Absicht hätte, den oberen Inn auszubauen. Bei Prutz würde<lb/>
eine Stufe entstehen mit 150 MW, ein sehr interessantes Projekt, das<lb/>
aber sicherlich grösstenteils an den Landschaftsschützern scheitern<lb/>
wird. Da nun LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> eine solche Ankündigung gemacht hat, er er<lb break="no"/>wartet, dass wir jetzt anstelle des Kernkraftwerkes die Tiroler Wasser<lb break="no"/>kräfte – sprich den Inn – ausbauen, werden wir ihm einen diesbezüg<lb break="no"/>lichen Brief schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte so schnell als möglich, damit wir<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> noch eine Durchschrift schicken können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_19">Direktor <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> berichtet über die gemeinsame Personalpolitik, die<lb/>
auch im Operationskalender erwähnt ist. Hier meint er, müsste eine<lb/>
entsprechende Vertragslösung gefunden werden. Ihm schwebt schein<lb break="no"/>bar vor, ich sollte eine diesbezügliche Lösung mit den Sonderge<lb break="no"/>sellschaften verlangen. Genau dies werde ich aber nicht tun. Bei<lb/>
Personalfragen muss man pragmatisch vorgehen. Ich habe nicht die<lb/>
Absicht – und dies auch klar und deutlich den Verbunddirektoren<lb/>
gesagt – dass ich irgendwelche Massnahmen gegen die Sondergesell<lb break="no"/>schaften setzen werde. Ich habe durch meine guten Beziehungen zu<lb/>
den Sondergesellschaften gar keinen Grund, dort jetzt sozusagen von<lb/>
oben, über die Verbund, jetzt einzugreifen. Es erscheint mir viel<lb/>
zweckmässiger, wenn man versucht, mit den dafür Verantwortlichen<lb/>
zu entsprechenden vernünftigen Regelungen im Verhandlungswege zu<lb/>
kommen. Die jetzt anlaufenden Kollektivvertragsverhandlungen werden<lb/>
von Direktor <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> in Vertretung von <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> geführt werden.<lb/>
Wahrscheinlich werden sie sich zwischen 6.5 und 7.2 % Lohnerhöhung<lb/>
bewegen und 100 Mio. Schilling der Verbund kosten. Dies ist auf die<lb/>
unmögliche Konstruktion seinerzeit zurückzuführen, dass, wo immer<lb/>
die Metallarbeiter auch ihre Ist-Lohnverträge abschliessen, für<lb/>
die Elektrizitätswirtschaft nur der Kollektivvertragsabschluss gilt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_20">Da dies aber nur für Mindestlöhne vorgesehen ist, ist er entsprechend<lb/>
perzentuell hoch und bringt daher für die Elektrizitätswirtschaft<lb/>
eine ganz gigantische Lohnsteigerung. Auf die Dauer wird diese Lö<lb break="no"/>sung nicht möglich sein. Ich habe dies auch <rs type="person" ref="#per__114385">Kasamas</rs> und <rs type="person" ref="#per__114380">Nischkauer</rs><lb/>
mit aller Deutlichkeit neuerdings unter 6 Augen vorgehalten.<lb/>
Solange ich aber mit den Betriebsräten intern zu keiner vernünftigen<lb/>
anderen Lösung kommen kann, werde ich dieses Problem weder in der<lb/>
Öffentlichkeit, noch mit den Verbunddirektoren besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_21">Bezüglich der Bilanz und Gewinn- und Verlustverrechnungsvereinheit<lb break="no"/>lichung teilt mir <rs type="person" ref="#per__118693">Lohmann</rs> mit, dass dies in der Verbundgesellschaft<lb/>
ja bereits existiert. Hier dürfte es sich um eine Forderung handeln,<lb/>
die wahrscheinlich durch Missverständnisse oder nicht genaue Kenntnisse<lb/>
zustande gekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Lass dies prüfen und erkläre mir, wieso dies<lb/>
möglich war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band50_1979-09-05_23">Wichtig für mich war die Aussprache mit den Direktoren in Anwesenheit<lb/>
des Präsidenten <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> des Aufsichtsrates, um dort klar und deutlich<lb/>
zu sagen, dass ich weiter hoffe und rechne, dass die Zusammenarbeit zwi<lb break="no"/>schen den Fraktionen reibungslos, auch bei Abwesenheit erfolgt.<lb/>
Ich würde es nicht akzeptieren – und vor allem als wirklichen Affront<lb/>
betrachten, wenn hier jetzt irgendwo Gewaltbeschlüsse gefasst werden,<lb/>
weil eben <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> fehlt. Alle haben mir versichert, dass dies<lb/>
nicht beabsichtigt ist. Natürlich wollte jeder wissen, wie es um <rs type="person" ref="#per__97333">Band<lb break="no"/>hauer</rs> steht, wie lange er wegbleiben wird, wie überhaupt die<lb/>
Zukunft sein wird. Darüber konnte ich ihnen und wollte ich ihnen<lb/>
gar keine Auskunft geben. Ich habe nur dezidiert erklärt, es muss<lb/>
so gearbeitet werden, als wenn dieses Problem eben nicht eine kurz<lb break="no"/>fristige Lösung erwarten lässt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Kübler, Frank</persName>
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