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            <title type="main">Freitag, der 10. August 1979 bis Samstag, der 11. August 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band49_1979-08-10</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_01">Freitag, 10. August – Samstag, 11. August 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_02">Beim Besuch des Öllagers in der Lobau ergab sich vor der Besichti<lb break="no"/>gung eine interessante Diskussion. An Hand der effektiven Zahlen<lb/>
konnten <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> und ich feststellen, dass die ÖMV, insbesondere<lb/>
Generaldirektor <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> uns sehr unzulänglich informiert hat. im<lb/>
Juni und Juli wurde wesentlich weniger ausgeliefert als im<lb/>
Vorjahr. Erst jetzt im August sollen es wieder um 25.000 Tonnen<lb/>
mehr sein. Im Gesamtjahr wird durch die Notwendigkeit der Über<lb break="no"/>prüfung durch den technischen Überwachungsverein TÜV daher nicht<lb/>
mehr als 5% Mehrauslieferung gegenüber 1978 sich ergeben. Ich<lb/>
habe zwar mit aller Deutlichkeit gesagt, dass es sich dabei um<lb/>
eine unzulängliche Menge handeln wird. Ich verlangte daher von<lb/>
Generaldirektorstellvertreter <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs>, dass er noch unbedingt<lb/>
50.000 Tonnen Heizöl extra leicht mehr produzieren müsste. Vor<lb break="no"/>aussetzung dafür ist, wie mir die Raffinerieverantwortlichen<lb/>
aus Schwechat sagten, dass ein entsprechendes leichtes Rohöl<lb/>
noch zusätzlich importiert wird. Mit diesen 50.000 Tonnen würde<lb/>
dann ungefähr der Ausstoss 10% höher liegen als 1978. <rs type="person" ref="#per__97429">Feich<lb break="no"/>tinger</rs> argumentierte gegen diese Politik, indem er erklärte, im<lb/>
August und im September werden sie mehr ausliefern, als die<lb/>
10 grossen Abnehmer, die als Zwischenhändler indem Fall fungieren,<lb/>
die internationalen Gesellschaften und die Minu<add>[?]</add>, die Genossen<lb break="no"/>schaft, die direkt beim ÖMV-Produzenten beziehen darf, bestellt<lb/>
haben. Theoretisch müsste also alles in Ordnung sein. Auf diese<lb/>
Tatsache werde ich bei meinem Montag-Frühstück-Gespräch mit der<lb/>
Presse genau verweisen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_03">Bei dieser Aussprache habe ich, obwohl GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> nicht anwesend<lb/>
ist, mit aller Deutlichkeit darauf verwiesen, dass die ÖMV, GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> mir vor etlichen Zeugen versprochen hat, 2.000 Tonnen<lb/>
Spiritus für den Benzinzusatz zu übernehmen und zu sammeln. Da<lb/>
nur 180 Tonnen pro Monat anfallen, wird es sowieso fast ein Jahr<lb/>
dauern, bis diese Menge zusammen ist und dann in einem Grossver<lb break="no"/>such dem Benzin beigemischt zu werden. Die ÖMV, insbesondere<lb/>
Dir. Romig wehrt sich gegen die Beimischung von Spiritus zum<lb/>
Benzin. Innerhalb der ÖMV dürfte es in allen diesen Problemen<lb/>
sehr grosse differente Meinungen geben. Hier dürfte sich GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
<pb n="49-0915" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-08-10_1979-08-11_0915.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bis jetzt zumindestens nicht durchgesetzt haben. Ich werde aber<lb/>
mit aller Deutlichkeit darauf verweisen, wo derzeit die Ethylen<lb break="no"/>spritbeimischung zum Benzin scheitert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Lasse Dich bitte von der ÖMV stets auf<lb/>
dem laufenden halten und informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_05">Bei der Besichtigung des Ölhafens wurde dann bei der Shell-Anlege<lb break="no"/>stelle von dem ÖMV-hafenverantwortlichen Abladeingenieur erwähnt,<lb/>
dass jetzt auch die Shell eine entsprechende Lieferung über den<lb/>
Ölhafen bekommt. Ungarisches Benzin soll vor einigen Tagen dort<lb/>
abgeladen worden sein. Dies bedeutet, wie <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> mir sofort<lb/>
bestätigte, dass die Ungarn die sicherlich nichts mit Shell<lb/>
abgeschlossen haben, jetzt über die Firma <rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs>, AVANTI, Shell<lb/>
Benzin nach Wien liefern. <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> nimmt an, dass dafür AVANTI<lb/>
im westlichen Österreich von der Shell entsprechende Benzinmen<lb break="no"/>gen bezieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte versuche dies durch entsprechenden<lb/>
Anruf im Finanzministerium oder bei AVANTI zu klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_07">Die ÖMV errichtet in ihrem, vom Naturschutz aufgenommenen Gebiet,<lb/>
riesige Tanklager. Zu diesem Zweck hat sie jetzt auch noch grosse<lb/>
Bauflächen zusätzlich gerodet. Ich bin einigermassen überrascht,<lb/>
dass hier die Naturschützer nicht schärfer dagegen protestiert<lb/>
haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Den versprochenen Plan hat man uns ver<lb break="no"/>gessen zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_09">Direktor <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> von der GKT hat jetzt ein Anbot nach Paderborn<lb/>
als Professor zu gehen. Er sollte sich für diesen Posten bewerben.<lb/>
Ob er den Zuschlag bekommen wird, kann man natürlich nicht vor<lb break="no"/>aussagen. Meiner Meinung nach wird ihm die notwendige Venia<lb/>
legendi<add>[= Lehrberechtigung, Anm.]</add> und vor allem aber, wenn diese nicht verlangt wird,<lb/>
die notwendige wissenschaftliche Qualifikation durch entsprechend<lb/>
viele Veröffentlichungen fehlen. <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> wollte von mir wissen,<lb/>
welche Möglichkeiten er in der österreichischen Elektrizitätswirt<lb break="no"/>schaft in Zukunft haben wird. Er möchte lieber in Wien, resp.<lb/>
Österreich bleiben. Als Hochschulprofessor H 4, würde er dort<lb/>
<pb n="49-0916" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-08-10_1979-08-11_0916.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>7.000.– bis 14.000.– DM bekommen. GD <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hätte ihm zugesagt,<lb/>
dass er einmal bei der DKG, sprich Korneuburger Dampfkraftwerk<lb/>
der Verbund, dem Ingenieur <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs> nachfolgen soll. Für die Nachfolge<lb/>
bei <rs type="person" ref="#per__115083">Moraw</rs> in der Verbundgesellschaft sei aber Ing. <rs type="person" ref="#per__149075">Wagner</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> vorgesehen.<lb/>
Ich schlug <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> vor, er sollte sich auf alle Fälle bewerben,<lb/>
damit er nicht später einmal sich vorwirft eine Karriere oder Mög<lb break="no"/>lichkeit nicht genützt zu haben. Ich persönlich bin aber überzeugt,<lb/>
dass früher oder später, wahrscheinlich noch in diesem oder spätes<lb break="no"/>tens anfangs nächsten Jahres für ihm entsprechende Verwendungsmög<lb break="no"/>lichkeiten sich ergeben werden. Falls er als Universitätsprofessor<lb/>
berufen werden sollte und nicht gehen will, bin ich gerne bereit<lb/>
dann der Universität mitzuteilen, dass ich als für die Elektrizität<lb/>
Verantwortlicher es strikt ablehne, dass <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> nach Deutschland<lb/>
geht, weil wir ihn aus diesem oder jenen Grund dringendst in Öster<lb break="no"/>reich brauchen. <rs type="person" ref="#per__110040">Nentwich</rs> war mit diesem Vorschlag sehr einverstanden.<lb/>
Nach meinen bis jetzt gehandhabten System habe ich niemals einen<lb/>
Kollegen, der sich an mich gewendet hat, von irgend etwas abgeraten,<lb/>
womöglich mit Zusagen, die ich dann gar nicht halten hätte können.<lb/>
Ich habe ihm nüchtern und den realen Verhältnissen entsprechend<lb/>
mit ihm gemeinsam die Lage analysiert und letzten Endes ihm dann<lb/>
die Entscheidung selbst überlassen. Ich war und bin aber in jeder<lb/>
Beziehung bereit, alle meine Kollegen entsprechend zu unterstützen,<lb/>
wenn sie glauben einen eigenen Weg gehen zu müssen. Niemand soll<lb/>
letzten Endes später einmal sagen, er hat wegen mir eine Karriere<lb/>
geopfert. Ich hoffe ganz im Gegenteil, dass es mir möglich ist,<lb/>
jeden in seiner Karriere in jeder Beziehung zu unterstützen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_10">MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> erklärt mir, dass er den argentinischen Vertrag nur dann<lb/>
fertig machen würde, wenn ich ihm einen entsprechenden Auftrag<lb/>
gebe. Seinerzeit hatten wir vorgesehen, dass zur Unterzeichnung<lb/>
eines fertigen argentinischen Vertrages der dafür zuständige Minister<lb/>
nach Österreich eingeladen wird. Dies war eine Taktik die mit der<lb/>
VÖEST abgesprochen war. Mit Hilfe der Vertragsunterzeichnung wollten<lb/>
wir den für die VÖEST so interessanten Minister nach Österreich<lb/>
bringen. Da jetzt der österreichische Aussenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> nach<lb/>
Argentinien fährt, hat seine Bürokratie vorgeschlagen, er soll dort<lb/>
gleich den Vertrag unterzeichnen. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> hat mich vor längerer Zeit<lb/>
verständigt, er würde, wenn es zweckmässig erscheint, diese Vertrags<lb break="no"/><pb n="49-0917" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-08-10_1979-08-11_0917.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>unterzeichnung vornehmen. Nach einer Rücksprache mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs><lb/>
habe ich mich entschieden, dass wir auf alle Fälle zuwarten sol<lb break="no"/>len bis der argentinische Vertrag normal fertig ist und bis dann<lb/>
ein argentinischer Minister dadurch nach Österreich kommen wird.<lb/>
Die VÖEST legt grössten Wert darauf, dass wir diese Einladungs<lb break="no"/>möglichkeit offen halten. Es kommt deshalb auch eine Unterfer<lb break="no"/>tigung in Wien mit dem argentinischen Botschafter nicht in Frage.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll Ausland entsprechend in<lb break="no"/>formieren.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_12"><rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> teilt mir mit, dass der<add>[stellvertretende]</add> tschechische Forstminister <rs type="person" ref="#per__150333">Kalina</rs><lb/>
in der Mitte August-Periode nach Wien kommt. Er wurde von Land<lb break="no"/>wirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> eingeladen und möchte die Zwischenlagerung<lb/>
im Grenzraum bei Holzimporten aus der CSSR besprechen. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ist da<lb break="no"/>ran dringendst interessiert und möchte mit ihm entsprechend Kontakt<lb/>
aufnehmen. Dagegen ist gar nicht einzuwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_14">Dr. <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs> ersucht um Information, ob er in Hinkunft die ÖMV und<lb/>
die RAG bezüglich der Gaserzeugerpreise in Österreich gleich be<lb break="no"/>handeln soll. Genau dies ist aber die Absicht, die die Arbeiter<lb break="no"/>kammer und auch der Gewerkschaftsbund dringendst wünscht. Da die<lb/>
ÖMV derzeit einen Preisantrag laufen hat die RAG 1980 ihre ver<lb break="no"/>schiedensten Verträge mit ihren Abnehmern auf zwei Verträge zusammen<lb/>
fassen möchte, ersuche ich <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs>, er soll unverzüglich für beide<lb/>
Gesellschaften das Preisverfahren abwickeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf nächstes Jour-fixe AK und ÖGB<lb/>
setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_16">Mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> vereinbare ich, dass wir die Fern-Ost-Reise mit dem<lb/>
neuen Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__112978">Kehrer</rs> im nächsten Jahr absolvieren sollten.<lb/>
Der Vorschlag von Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> jetzt mit Ing. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs>, als<lb/>
einen Vizepräsidenten der Handelskammer die Reise zu machen, er<lb break="no"/>scheint weder <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> noch mir zweckmässig. Wir bräuchten einen<lb/>
starken Mann, der in Hinkunft in der Handelskammer selbst die ent<lb break="no"/>sprechenden Entscheidungen treffen wird. Da Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
mit Herbst ausscheidet, hat es auch keinen Sinn, mit ihm noch eine<lb/>
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nächsten Jahr gelingen wird, Präsident <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> davon zu überzeugen.<lb/>
Auf alle Fälle erscheint es uns Beiden zweckmässiger jetzt die<lb/>
Reise auf das nächste Jahr zu verschieben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_18">Direktor <rs type="person" ref="#per__116951">Schneider</rs> von der CA, teilt mir mit, dass Hübner-Vamag<lb/>
Fehllieferungen von Gussteilen zur Gasleitung nach Orenburg, UdSSR,<lb/>
doch nicht so grosse Rückwirkungen haben wird, als er befürchtete.<lb/>
Er hat mit dem russischen Botschafter <rs type="person" ref="#per__114403">Jefremow</rs> gesprochen und die<lb break="no"/>ser hat volles Verständnis, dass die Hübner-Vamag jetzt für die Er<lb break="no"/>satzteillieferung doch jetzt längere Zeit brauchen wird. Diese<lb/>
österreichische Firma muss jetzt in Frankreich den Uranus-Guss be<lb break="no"/>stellen und muss dafür 350.– Schilling bezahlen. Hübner-Vamag hat<lb/>
seinerzeit mit 100.– Schilling Kalkulation Eigenproduktion gerech<lb break="no"/>net. Der Co-Gehalt ist aber mit 0.09 zu hoch. Die Franzosen sind<lb/>
imstande, einen mit 0.06 herzustellen. Die bis jetzt ausgelieferten<lb/>
Ventile und sonstige Rohrleitungsteile sind dort alle gebrochen.<lb/>
Sie sind dem aggressiven Gas nicht gewachsen. Der Schaden wird<lb/>
300 Mio. Schilling für Hübner-Vamag betragen. Ihre Ziffer ist<lb/>
strengst vertraulich zu behandeln. Im Verhältnis zum Umsatz mit<lb/>
350 Mio. Schilling bedeutet dies einen ungeheuren Verlust. Die CA<lb/>
hat deshalb den Vorstand ausgewechselt. Ich habe <rs type="person" ref="#per__116951">Schneider</rs> sofort<lb/>
mitgeteilt, dass es zwar gut ist, dass er den sowjetischen Bot<lb break="no"/>schafter verständigt hat und dieser die Situation einsieht. Wichti<lb break="no"/>ger aber ist es, den sowjetischen Handelsrat <rs type="person" ref="#per__113078">Nikolaenko</rs> davon<lb/>
entsprechend zu informieren. <rs type="person" ref="#per__116951">Schneider</rs> wird dies nachholen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Erkundige Dich vorsichtig, ob und was unsere<lb/>
Abteilung davon weiss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_20">Generaldirektorstellvertreter <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> von der Leykam war wegen der<lb/>
Geruchsbelästigung der neuen Fabrik nach Wien extra zu mir gekom<lb break="no"/>men. Die Steirische Landesregierung hat jetzt 30 Auflagen er<lb break="no"/>teilt, von denen 20 bereits erfüllt sind und die anderen auch er<lb break="no"/>füllt werden, nur bezüglich der gewünschten Immissionsmessung<lb/>
wehrt sich die Firma. Noch niemals wurde eine Firma verhalten, die<lb/>
Immissionen zu messen und auf Grund dessen dann ihre Produktion zu<lb/>
gestalten. Bis jetzt ist es immer üblich gewesen, dass die Emis<lb break="no"/><pb n="49-0919" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-08-10_1979-08-11_0919.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sion gemessen wird. Die Fabrik kann nach Meinung des Generaldirektor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> nur verantwortlich gemacht werden, was von ihr an Verschmutzung<lb/>
Gestank und Lärm hinausgeht. Niemals kann sie aber zu den sonstigen<lb/>
Emissionen, die andere Firmen machen, durch ihre zusätzliche<lb/>
Emission verhalten werden, die Immission in einem Gebiet zu messen<lb/>
und bei Überschreitungen dann entsprechende Massnahmen setzen müssen<lb/>
Ein weiterer Auflagepunkt kann ihrer Meinung nach nur schwer er<lb break="no"/>füllt werden, nämlich, dass jetzt eine Kommission von 50 Leuten<lb/>
die Geruchsbelästigung ständig feststellen sollen. Da die Geruchs<lb break="no"/>belästigung etwas sehr subjektives ist, kann in einer solchen Kom<lb break="no"/>mission kaum eine objektive Feststellung getroffen werden. Wenn die<lb/>
Firma auf diese Auflage eingeht, hätte sie für alle Zukunft die<lb/>
grösstmöglichen Produktionsschwierigkeiten zu erwarten. GD <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs><lb/>
hat von mir erwartet, dass ich ihm bezüglich des Berufungsverfahrens<lb/>
jetzt schon entsprechende Zusagen machen könnte. Ich habe dies ganz<lb/>
entschieden abgelehnt und mich nur bereit erklärt, dass er selbst<lb/>
mit den zuständigen Herrn sprechen kann. Ich habe bisher niemals<lb/>
in ein schwebendes Verfahren eingegriffen und beabsichtige dies<lb/>
auch in Hinkunft nicht zu tun.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte MR <rs type="person" ref="#per__131814">Schedl</rs> informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_22">Bei der Eröffnung der Drei-Länder-Messe in Wiener Neustadt war<lb/>
Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__122945">Barwitzius</rs> glücklich, dass ich gekommen bin. Die Or<lb break="no"/>ganisatoren sind dort angeblich lauter schwarze Unternehmerver<lb break="no"/>treter, die angeblich am liebsten unter sich bleiben würden.<lb/>
Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__122945">Barwitzius</rs> hat deshalb mich dort entsprechend präsen<lb break="no"/>tiert. Ich selbst habe allen Wünschen auf Terminzusagen, die dann<lb/>
von einzelnen Firmen gekommen sind, dahingehend beantwortet, dass<lb/>
sie dies mit dem Bürgermeister vereinbaren sollen. Die offizielle<lb/>
Eröffnung und auch die Abschreitung der Bürgerwehr hat Landeshaupt<lb break="no"/>mann <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> vorgenommen, der ja auch bereits auf den Programmen<lb/>
angekündigt war. Die Festansprache aber hielt Bischof <rs type="person" ref="#per__122946">Kuntner</rs>. Ich<lb/>
konnte dazu nur bemerken, dass ich jetzt über 100 Messen und Aus<lb break="no"/>stellungen schon eröffnet habe, noch niemals aber ein Bischof<lb/>
die Festrede gehalten hat. Sie war übrigens sehr interessant. <rs type="person" ref="#per__122946">Kunt<lb break="no"/>ner</rs> ist ein sehr moderner, progressiver Kirchenmann, ein guter Freund<lb/>
von Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__122945">Barwitzius</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_23">Die Ausstellungsleitung hat an das Handelsministerium ein Gesuch<lb/>
gemacht, um für die zuletzt errichtende Halle einen entsprechenden<lb/>
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Planungskostenzuschüsse bekommen werden. Ich werde, wenn ein<lb/>
solcher Zuschuss möglich ist, bevor ich der Ausstellungsleitung<lb/>
dies mitteilen lassen, den Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__122945">Barwitzius</rs> unbedingt<lb/>
vorher verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte achte auf diese Vorgangsweise und<lb/>
teile mir sofort mit, wie der Fall steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_25">Mit den niederösterreichischen Verantwortlichen der NEWAG habe<lb/>
ich bei ihrem Stand über die Mindestabnahmebestimmungen ihres<lb/>
Tarifes für die Krankenhäuser gesprochen. Das Krankenhaus Zwettl<lb/>
wurde letztmals als Beispiel zitiert, dass es 3.500 KW abnehmen<lb/>
muss, damit sie den Industrietarif bekommen kann. Der NÖ-Verant<lb break="no"/>wortliche hat mir gegenüber erklärt, dies gehe auf eine Bestimmung<lb/>
unsere Preisbescheides zurück. Wenn dieser gestrichen wird, würden<lb/>
sie dem Krankenhaus selbstverständlich entsprechend den billigeren<lb/>
Strom zur Verfügung stellen, ohne diese Mindestabnahme. Ich habe<lb/>
die Änderung des Preisbescheides sofort zugesagt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> soll dies sofort veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_27">Die Firma Assmann hat vom Bundesheer den Auftrag bekommen eine<lb/>
Minenwerferplatte zu konstruieren. Sie selbst kann dies aber gar<lb/>
nicht und hat sich an eine Firma Ing. <rs type="person" ref="#per__150334">Kurin</rs> gewendet. Dort soll<lb/>
jetzt auf Kosten der Firma Assmann, die letzten Endes das Geld und<lb/>
den Ruhm vom Bundesheer <rs type="person" ref="#per__127046">einstreichen</rs> wird, diese Minenwerferplatte<lb/>
gemacht werden. Meiner Meinung nach müsste man tatsächlich bei<lb/>
Vergabe von Entwicklungsaufträgen sehen, ob die Firma, die sie be<lb break="no"/>kommt, sie auch tatsächlich erfüllen kann. Niemand hat mich darum<lb/>
ersucht. Ich selbst möchte aber sehr gerne an Hand dieses Falles<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> informieren, das seine Leute hier vorsichtiger vorge<lb break="no"/>hen sollten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Angaben<lb/>
auch stimmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass dies über das Büro <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_29">Die Firma Lang &amp; Menhofer bräuchte für 19. September die Auszeich<lb break="no"/>nung § 68. In einer grossen Feier wird Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
<pb n="49-0921" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-08-10_1979-08-11_0921.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>an diesem Tag irgendwelche Aktivitäten von Lang &amp; Menhofer<lb/>
ehren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte prüfe, ob dies möglich ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_31">Der Obmann des Vereines der Ausstellung in Wr. Neustadt, <rs type="person" ref="#per__150335">Pollak<lb/>
Alois</rs>, ehemaliger Handelskammer-Sekretär soll eine Auszeichnung<lb/>
bekommen, die seit dem 17. März bereits im Handelsministerium<lb/>
beantragt wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte prüfe wie weit der Fall steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_33">Nachmittags habe ich dann auf Wunsch des Bürgermeisters einen<lb/>
internationalen Flugtag im ehemaligen ALS-Gelände eröffnet. Ver<lb break="no"/>hältnismässig waren dort viel Zuschauer. Die Vorführungen waren<lb/>
ganz interessant. Ein Hubschrauberpilot hat halsbrecherische Demon<lb break="no"/>strationen gezeigt. Wenn es nach mir geht, würde dies verboten werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_34">Bei einem Besuch bei Hofrat <rs type="person" ref="#per__140632">Stenzel</rs> wurde ich ersucht zu klären,<lb/>
wie weit das Handelsministerium hier tatsächlich einschreiten<lb/>
könnte. Die Ebenseer Solvaywerke verkaufen Xylamon und Xyladecor<lb/>
mit Giftbeimischungen, die ihre Mutterwerke weder in Deutschland<lb/>
in der Schweiz oder in Schweden verkaufen dürfen. Nur in Österreich<lb/>
wurde bis jetzt diese Giftbeimischung für Autounterflurschutz ???<lb/>
nicht verboten. Hofrat <rs type="person" ref="#per__140632">Stenzel</rs>, eine sehr rührige Beamtin, die den<lb/>
ganzen Gesundheitsdienst des Arbeitsinspektorates jetzt in der Hand<lb/>
hat, regt sich mit Recht darüber auf, dass wir der Abfallkübel<lb/>
Europas werden. Ich habe versprochen prüfen zu lassen, wie weit wir<lb/>
im Handelsministerium eine Verbotsmöglichkeit bei der Einfuhr<lb/>
haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-08-10_35">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> UND <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte vom Konsumentenschutz, Ar<lb break="no"/>beiterschutz und Importschutz sofort prüfen.<lb/>
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               <occupation>Österr. Werkstätten, Fa. Küfferle, + 1980, [ab 1969 Besitzer Fa. Gerstner
                  (in einem Buch zur Geschichte von Hoflieferanten als Hans Pruscha genannt); diese
                  1971 von Fa. Goldix gekauft; ev./vmtl. ident mit Pruscha, A (sog. Garagenkönig,
                  Avanti-Tankstellen)?]</occupation>
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