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            <title type="main">Montag, der 23. Juli 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band49_1979-07-23</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_01">Montag, 23. Juli 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_02">Beim Jour-fixe mit der Handelskammer schlägt <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> vor,<lb/>
wir sollten bei den Sektherstellern die Auszeichnung zur Führung<lb/>
des Staatswappens sowohl der Firma Schlumberger, als auch Kleino<lb break="no"/>scheg gleichzeitig geben. Die andere Sektfirma Inführ und even<lb break="no"/>tuell ein vierter sollten erst später nachfolgen. Ich erkläre<lb/>
sofort, dass ich gegen Kleinoscheg nichts einzuwenden habe, bei<lb/>
Schlumberger aber – da es sich um ein deutsches Unternehmen han<lb break="no"/>delt – gibt es, so viel ich mich erinnern kann, Schwierigkeiten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist damit einverstanden, wenn ich gegebenenfalls nur<lb/>
Kleinoscheg jetzt sofort das Staatswappen überreiche.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Ist Schlumberger auch in Ordnung?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_04">Neuerlich kommt das Problem der Kommerzialräte der Statistik des<lb/>
Aussenhandels zur Sprache. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> hat von der Handelskammer die<lb/>
Auskunft gewünscht, wieso sie sich gegen 4 Nominierungen, die<lb/>
seinerzeit ohne ihre Zustimmung erfolgt sind, aussprechen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallin<lb break="no"/>ger</rs>, der sofort Dr. <rs type="person" ref="#per__114537">Oder</rs> zur Sitzung dazu ruft erklärt ausdrücklich,<lb/>
dass sie sich nicht gegen die Verleihung der Vier aussprechen,<lb/>
sondern eben nur feststellen dass, wie sich jetzt herausstellt,<lb/>
wesentlich mehr ohne Wissen der Handelskammer seinerzeit vom Han<lb break="no"/>delsministerium dem Bundeskanzleramt vorgeschlagen wurden. Jetzt<lb/>
gibt es einen kritischen neuen Vorschlag, nämlich <rs type="person" ref="#per__150435">Walter Hesse</rs><lb/>
aus Kärnten, vorgeschlagen vom Freien Wirtschaftsverband. Auch<lb/>
hier spricht sich die Handelskammer nicht dagegen aus, sondern ist<lb/>
nur verwundert, dass dieser Einzelne jetzt neu bestellt wurde,<lb/>
während SChef <rs type="person" ref="#per__150598">Zelinski</rs> der Handelskammer zugesagt hat, es erfolgt<lb/>
solange nicht die Anzahl der Kommerzialrat-Titel endgültig fixiert<lb/>
ist, keine Neubestellung. Ich stelle neuerdings fest, dass die<lb/>
Bestellung durch das Bundeskanzleramt erfolgt und ich darauf<lb/>
keinen Einfluss nehmen kann und will. Ich habe nur ein für alle<lb/>
Mal festgehalten und Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> damit beauftragt, mit der Handels<lb break="no"/>kammer bei zukünftigen Kommerzialrat-Titel Anträgen den Kontakt<lb/>
herzustellen. Ich möchte ein für alle Mal für die Zukunft verhindern,<lb/>
dass nicht wieder von der Handelskammer behauptet wird, ich hätte<lb/>
sie nicht einmal darüber informiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Hat <rs type="person" ref="#per__150598">Zelinski</rs> jetzt schon Neubestellungen<lb/>
vorgenommen?<lb/>
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Weisung gebe, als derzeitig mit der Führung des Landwirtschafts<lb break="no"/>ministerium betrauter Minister, dass die Firma Deuring 1.000 Tonnen<lb/>
Mais importieren darf. Dagegen spreche ich mich ganz entschieden<lb/>
aus, denn <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> selbst muss dann zugeben, dass der Obmann NR <rs type="person" ref="#per__97425">Fach<lb break="no"/>leutner</rs> die Präsidenten, die Landwirtschaftskammern, ja sogar<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, der als wahrlich kooperativer Mensch gilt, eine<lb/>
solche Einfuhr strikt ablehnt. <rs type="person" ref="#per__112640">Deuring</rs> hat seinerzeit sich gewei<lb break="no"/>gert, Mais in Österreich zu kaufen, angeblich weil die Qualität<lb/>
nicht entsprochen hat, wahrscheinlich aber, weil er im Ausland ein<lb/>
billigeres Angebot bekommen hätte. Ich erkläre mich nur bereit,<lb/>
bei der Landwirtschaft zu intervenieren, damit diese ihm die 1.000<lb/>
Tonnen auch tatsächlich liefert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__117174">Lunacek</rs>, Verband ländlicher Gen.<lb/>
verbinden.<lb/>
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Zusage, dass ich mich dafür einsetze, die Zinssätze von 7% für<lb/>
den Aufkauf von Getreide im Erlass des Landwirtschaftsministeriums<lb/>
zu akzeptieren. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat im Einvernehmen mit dem Finanzminister<lb/>
diesen von 7 auf 6.75% reduziert. Gleichzeitig auch hat er die<lb/>
Fremdlagerspesen für Gerste und Mais um 40 Groschen von 5.90 auf<lb/>
5.50 gesenkt. Ich erkläre mich dazu ausserstande, denn ursprünglich<lb/>
wollte das Finanzministerium und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> auch die Fremdlagerkosten<lb/>
weit unter 5 Schilling festsetzen. Bei den Verhandlungen haben der<lb/>
Handel und ich mich dann dafür stark gemacht, dass zumindestens die<lb/>
5.50 Schilling akzeptiert wurden. Eine weitere Erhöhung halte ich<lb/>
derzeit für vollkommen unmöglich durchzusetzen. Die Genossenschaf<lb break="no"/>ten wurden noch wesentlich drastischer mit den Eigenlagersätzen,<lb/>
die mit 2.05 festgelegt wurden, gekürzt. Dagegen hat natürlich die<lb/>
Handelskammer nichts einzuwenden. Ich erklärte mich nur bereit mit<lb/>
der Handelskammer den Finanzministerium <rs type="person" ref="#per__115484">Schultes</rs>, dem Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium, wahrscheinlich MR <rs type="person" ref="#per__114941">Stühlinger</rs>, ein Gespräch<lb/>
abzuführen. <rs type="person" ref="#per__115484">Schultes</rs> stellte nämlich fest, dass auch die Mühlen<lb/>
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diesen Prozentsatz bei den Banken und Kreditinstituten durch<lb break="no"/>zusetzen</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte nach der Festsetzung des Mehlpreises<lb/>
die Sitzung einzuberufen, wenn die Handelskammer es wünscht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_10">Neuerlich verlangte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> von mir ich müsste die 20 Gewerbe<lb break="no"/>betriebe der Textilbranche, die über 50 Beschäftigte haben, in<lb/>
die Textilaktion einbeziehen. Ich stellte einmal mehr fest, dass<lb/>
ich dies nicht beabsichtige. Für die Gewerbebetriebe ist die BÜRGES<lb/>
Aktion, wo ich im Jahre 1970 und in den folgenden Jahren Mittel,<lb/>
die mir für die Industrieförderung von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gegeben wurde, ohne<lb/>
dass ich sie verlangt habe, von mir entgegen seinen Willen in die<lb/>
BÜRGES transferiert wurden. In der BÜRGES kann der Gewerbebetrieb<lb/>
11 bis 12%, wenn man die 5-jährigen 3%igen Zinsenzuschüsse berechnet<lb/>
bekommen. Für die Industrie wurde auf Wunsch des Bundeskanzlers von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zuerst bei der Papierindustrie und dann bei der Textil-<lb/>
und Bekleidungsindustrie diese eigene Industrieaktion mit 10%<lb/>
Investitionskostenzuschuss gegeben. Diese Aktionen bleiben daher<lb/>
ausschliesslich für die Industrie vorbehalten und Bundesrat <rs type="person" ref="#per__115611">Steinle</rs><lb/>
von der Gewerkschaft Textil hat vollkommen recht, wenn er sich da<lb break="no"/>gegen ausspricht. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat dessen Aussage ganz genau gekannt und<lb/>
meinte nur, der Finanzminister hätte ihnen zugesagt, dass sie sehr<lb/>
wohl alle Betriebe, die die Handelskammer vorschlägt, in diese<lb/>
Aktion aufgenommen werden könnten. Ausgelöst wurde diese neuer<lb break="no"/>liche Debatte, weil <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wusste, dass der Bundeskanzler an mich<lb/>
die Forderung gestellt hat, für die Erste Österreichische Glanz<lb break="no"/>stoff, 2,3 Mio. Schilling zur Anschaffung von Investitionen aus<lb/>
dieser Aktion zur Verfügung zu stellen. In diesem Fall hat Gen.<lb/>
Dir. <rs type="person" ref="#per__134985">Homan</rs> zugesichert wird die beabsichtigte Stillegung resp.<lb/>
Entlassung der 1.000 Beschäftigten zurückgestellt. Ich erklärte<lb/>
sofort, ich werde alles daransetzen, um die 2,3 Mio. Schilling – un<lb break="no"/>ter welchem Titel, weiss ich noch nicht – der Glanzstoff zu geben,<lb/>
denn gegebenenfalls muss der Finanzminister sie mir irgendwie<lb/>
anders wieder refundieren, wenn die Richtlinien der Textilaktion<lb/>
dem entgegenstehen.<lb/>
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Glanzstoff die 2,3 Mio. Schilling von uns bekommen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_12">Die Trafikanten waren bis jetzt in den BÜRGES-Richtlinien ent<lb break="no"/>halten. Es haben auch etliche schon angeblich aus sozialen<lb/>
Gründen die entsprechenden Zinsenzuschüsse bekommen. Ich glaube<lb/>
daher, dass es unmöglich ist, die Trafikanten aus der BÜRGES auszu<lb break="no"/>schliessen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_14">Neuerdings wurde das Problem der Wahlbehördenregelung von der<lb/>
Handelskammer angezogen, ich verwies darauf, dass SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
bereit ist eine Lösung zu suchen, wo alle Wahlbehörden gleich<lb break="no"/>zeitig ernannt werden und er, wenn die Handelskammer unbedingt<lb/>
darauf drängt, auf den Vorsitz bei der Hauptwahlbehörde wahrschein<lb break="no"/>lich verzichtet. Für Wien, erklärte ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, gibt es gar keine<lb/>
andere Lösung als den Leiter der Gewerbebehörde, <rs type="person" ref="#per__116988">Leitner</rs>, zum Vor<lb break="no"/>sitzenden zu bestellen. Der Wunsch der Wiener Handelskammer, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116988">Leitner</rs> nur der Stellvertreter wird, geht nach Auffassung <rs type="person" ref="#per__97584">Jagodas</rs><lb/>
unter gar keinen Umständen. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> versprochen, mit ihm<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> eine diesbezügliche Besprechung zu führen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> geht<lb/>
allerdings Mittwoch schon auf Urlaub.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte für Herbst vormerken.<lb/>
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dass in der Kronen-Zeitung <rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs> – er hat ihn mit <rs type="person" ref="#per__120667">Reimann</rs> ver<lb break="no"/>wechselt – so positive Artikel jetzt über meine Energiepolitik<lb/>
schreibt. <rs type="person" ref="#per__120667">Reimann</rs> hat zu meiner grössten Überraschung tat<lb break="no"/>sächlich – wie ich mich überzeugen konnte – in der Wochenend<lb break="no"/>ausgabe <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> indirekt angegriffen, indem er meinte, er<lb/>
schmücke sich mit Massnahmen, die ich bereits eingeleitet habe oder<lb/>
durchziehe. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sofort geantwortet, ich weiss nicht,<lb/>
wie dies in die Zeitung gekommen ist, er kennt mich jetzt lange genug,<lb/>
dass er weiss, dass ich nicht über Zeitungen gegen irgend eine<lb/>
Entscheidung der Regierung oder gegen Ministerkollegen polemisiere.<lb/>
In dieser Angelegenheit hat mich auch nachher Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> angerufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_17">Er erklärte mir, dass die Hohenstaufengasse – sprich ÖGB – abso<lb break="no"/>lut hinter mir steht. Dies bezweifle ich in keiner Weise, doch war<lb/>
ich sehr verwundert, dass <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> als Obmann der Gewerkschaft<lb/>
Energie verlangt, in Hinkunft sollen Energiefragen ins Bautenmi<lb break="no"/>nisterium kommen. Dies konnte <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> nicht erklären, hat mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> Rücksprache genommen und auch der wusste von dieser Aktion<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina's</rs> nichts. Ich bin aber überzeugt, dass dies alles nicht<lb/>
aus der Luft gegriffen ist und vor allem kein reiner Zufall,<lb/>
denn wie mir nachher mitgeteilt wurde, soll in der Präsidiums<lb break="no"/>besprechung in Pörtschach von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine solche Idee ventiliert<lb/>
worden sein. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> selbst war aber gar nicht bei dieser Be<lb break="no"/>sprechung anwesend, muss es also von einem Dritten erfahren haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_18">Im Pressegespräch berichtete <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> über den Wolfsburg-Besuch,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> über die Leistung des Ressorts seit 1970 für Klein- und Mittel<lb break="no"/>betriebe, die markanteste Zahl ist 10 Mia. Schilling 79 Kredit<lb break="no"/>volumen Zinsenzuschüsse für die verschiedenste Aktionen, wovon der<lb/>
Fremdenverkehr 45% erhält. Dr. <rs type="person" ref="#per__116031">Liebl</rs> berichtete dann über die Frem<lb break="no"/>denverkehrsergebnisse die im Juli mit 12.5% Nächtigungszuwachs gi<lb break="no"/>gantisch sind. Da die Privatquartiere ständig abnehmen – glaube ich –<lb/>
und dies wird von Fremdenverkehrsverantwortlichen mir bestätigt,<lb/>
müsste man die 48.000 Schilling Buchführungsgrenze und die 40.000<lb/>
Schilling Umsatzsteuergrenze erhöhen. In beiden Fällen versucht<lb/>
der Privatzimmervermieter unter allen Umständen diese Ziffer durch<lb/>
offizielle Angaben zu unterschreiten. <rs type="person" ref="#per__116031">Liebl</rs> erklärte den Rückgang<lb/>
bei den Privatzimmervermietern auch dadurch, dass immer mehr Kurz<lb break="no"/>urlauber kommen, die den gewerblichen Betrieb unter allen Umständen<lb/>
bevorzugen. Ein weiterer Rückgang ist bei Camping und beim Urlaub<lb/>
am Bauernhof festzustellen. Sehr gefragt sind Garni- und Zweit<lb break="no"/>wohnungen. Was wir daher dringend brauchen, ist eine Förderung<lb/>
für Apartments, allerdings muss man sich dies noch genau über<lb break="no"/>legen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte entsprechende Untersuchungen anstel<lb break="no"/>len lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_20">Beim Mittagessen und der Aussprache mit Industrieminister <rs type="person" ref="#per__117196">Kopec</rs> von<lb/>
Polen konnte ich feststellen, dass dieser mehrere Industriellenver<lb break="no"/>treter auch eingeladen hatte. VÖEST-Alpine, <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs>, und andere,<lb/>
Steyr-Daimler-Puch, <rs type="person" ref="#per__111400">Malzacher</rs>, Österreichische Kontrollbank<lb/>
und von der Firma Interminex <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs>. <rs type="person" ref="#per__117196">Kopec</rs> selbst hat jetzt die<lb/>
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auch nach Österreich verkaufen. Diese Fernsehgeräte sollen so gut<lb/>
sein, dass sie Philips, <rs type="person" ref="#per__126281">Grundig</rs> und andere Produzenten, ja selbst<lb/>
die Amerikaner in jeder Beziehung schlagen. Der Preis sei 600<lb/>
Dollar und geben 10.000 Stunden Garantie. Von Österreich erwarte<lb break="no"/>ten die Polen, dass wir die Zölle für Fernseher senken. Ich habe<lb/>
sofort erklärt, dass dies unter gar keinen Umständen infrage kommt,<lb/>
weil dadurch die japanische Konkurrenz und in Hinkunft dann auch<lb/>
die polnische noch stärker auf die österreichische Produktion<lb/>
von Grundig oder Philips drücken würden. Wenn die Polen in Öster<lb break="no"/>reich mit ihrem Fernsehapparat Fuss fassen wollen, dann können sie<lb/>
die entsprechenden Informationen vom Handelsministerium bekommen.<lb/>
Ich habe als Kontaktmann Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> von meinem Büro angegeben. <rs type="person" ref="#per__150643">Kor<lb break="no"/>zil</rs> hat mit nachher in einem Gespräch dargelegt, dass die Polen jetzt<lb/>
mit ihren sieben österreichisch-polnischen Gemischten Gesellschaf<lb break="no"/>ten, etliche davon hat <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs>, versuchen, ihre Produkte mit öster<lb break="no"/>reichischem know-how zu verkaufen. Unter anderem war ich selbst<lb/>
einmal in Warschau anwesend, wie ein Zementvertrag unterzeichnet<lb/>
wurde. 800.000 Tonnen Zement hat Interminex jetzt verkauft. Insge<lb break="no"/>samt setzt <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs> in seinen Gesellschaften 2 Mia. Schilling um.<lb/>
Der Zementpreis ist von 18 Dollar vor etlichen Jahren jetzt auf<lb/>
38 Dollar gestiegen. Als <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs> mit den 18 Dollar begonnen hat,<lb/>
war die Spanne so gering, dass er fast draufzahlte. Jetzt gibt er zu,<lb/>
ganz gut zu verdienen. <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs> selbst war im Planungsministerium<lb/>
1945 und hat bei <rs type="person" ref="#per__126731">Krauland</rs> die Kohlebewirtschaftung geführt. Von<lb/>
1951 bis 1956 hat er in der CA gearbeitet. Jetzt steht er auf dem<lb/>
Standpunkt, wir müssten die polnische Kohle mit der Verbund direkt<lb/>
zwischen WEGLOKOKS und Verbund abschliessen und nicht über Pol<lb break="no"/>karbon. Diese 90%ig polnisch-österreichisch Gemischte Gesellschaft<lb/>
könnte die Riesenmengen von 1,2 Mio. Tonnen die bis 1990, sogar<lb/>
auf 2,4 Mio. Tonnen erhöht werden, nicht zur Zufriedenheit und vor<lb/>
allem zur vollkommenen Garantie abwickeln. Hier müssten seiner<lb/>
Meinung nach entsprechende staatliche Verträge abgeschlossen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> bespre<lb break="no"/>chen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_22">Mit Ungarn hat <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs> die Mineralkontor, in Ungarn Mineralimpex,<lb/>
die auch entsprechende Ölverträge abschliesst. Er hat 400.000<lb/>
Tonnen Öl für AVANTI und für Deutschland in Ungarn gekauft und<lb/>
lässt sie entsprechend verarbeiten. Auch <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs> wurde vom Finanz<lb break="no"/>minister versichert, dass für Öl, insbesondere Benzin die Zölle<lb/>
gesenkt werden könnten, wenn das Handelsministerium diesbezüg<lb break="no"/>liche Anträge stellt. Jetzt hat das Handelsministerium, wie ich<lb/>
sofort erwiderte, einen diesbezüglichen Antrag gestellt und das<lb/>
Finanzministerium lehnt auf Wunsch der Österreichischen Mineral<lb break="no"/>ölverwaltung die Zollermässigung bis jetzt ab.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was ist hier weitergegangen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_24">Mit der CSSR hat <rs type="person" ref="#per__150643">Korzil</rs> auch entsprechende Gesellschaften und<lb/>
kennt insbesondere <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> und die Bürokratie sehr genau. Die Bau<lb break="no"/>geologie gehört auch ihm. Dort hat er jetzt mit der VÖEST-Alpine<lb/>
einen Vertrag und Bohrungen in Kärnten durchzuführen. In Ägypten<lb/>
hat er Geschäft mit <rs type="person" ref="#per__113105">Maculan</rs> von 60 Mio. Schilling bereits abge<lb break="no"/>wickelt und ein neues von 80 bis 100 Mio. Schilling abschlussreif.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Erkundige Dich einmal über diese Gemisch<lb break="no"/>ten Gesellschaften und lass Dir einen genauen Bericht geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_26">Am Flughafen habe ich dann über die Weizenwünsche der Polen folgen<lb break="no"/>de interessante Information erhalten. Der polnische Botschafter<lb/>
hat mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> schon vor der Wahl verhandelt, um einen langfristigen<lb/>
Vertrag von 250.000 bis 300.000 Tonnen Weizenlieferungen pro Jahr<lb/>
abzuschliessen. Eine Preisklausel war vorgesehen. 1978 haben sie<lb/>
darauf 130.000 und 1979 würden sie 30.000 Tonnen Gerste und 20.000<lb/>
Tonnen Weizen als erste Rate gerne kaufen. Polen war sehr überrascht<lb/>
dass jetzt eine Ausschreibung für 50.000 Tonnen Gerste oder Weizen<lb/>
zum Export erfolgt. Ich konnte ihm sofort erklären, dass diese<lb/>
Ausschreibung von den Agrariern während der Getreidepreisver<lb break="no"/>handlungen gefordert wurde, um die Lager zu entlasten. Nur unter<lb/>
diesen Umständen waren sie bereit, das Getreidepreisarrangement<lb/>
mit den Verwertungsbeiträgen zu akzeptieren. Nach Mitteilung von<lb/>
MR <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> wird die Ausschreibung klar und deutlich zeigen, dass<lb/>
die Polen mit 130 Dollar die Tonne Weizen gut gekauft haben, der<lb break="no"/>zeit beträgt der Weizenpreis am Weltmarkt fast 200 Dollar. Ich habe<lb/>
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dieser Ausschreibung eine Information zukommen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-23_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte telefonisch dann den Preis, den Dir<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> sagen wird, mitteilen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 23.7.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Dir. Bundesforste, später Sts., dann LWM</occupation>
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