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            <title type="main">Montag, der 16. Juli 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_01">Montag, 16. Juli 197<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_02">Beim Jour fixe war noch aus einer Besprechung Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> anwesend. Er hatte der Handelskammer die weitere<lb/>
Vorgangsweise seiner Gruppe für Zwentendorf erörtert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> plädiert für ein Volksbegehren oder für ein Gesetz,<lb/>
welches das Atomsperrgesetz ausser Kraft setzt.<lb/>
Auf alle Fälle möchte er vermeiden, dass es eine Volksab<lb break="no"/>stimmung gibt. Sollte es nämlich zu einer Volksabstimmung<lb/>
nach seiner Meinung kommen, dann besteht noch immer ein<lb/>
allzu grosses Risiko, ein Reaktorunfall wie in Harrisburg<lb/>
vor einer Volksabstimmung würde sofort wieder ein negatives<lb/>
Ergebnis bringen, obwohl, wie sich jetzt herausstellt, in Harris<lb break="no"/>burg gar nichts geschehen ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder hat die Idee,<lb/>
dass ca. 30 ÖVP-Abgeordnete der Wirtschaft sich bereiterklären<lb/>
müssten, einer gesetzlichen Regelung im Parlament auf Abschaf<lb break="no"/>fung dieses Atomsperrgesetzes zuzustimmen, wodurch eine solide<lb/>
Mehrheit im Parlament gefunden wäre und dieser Beschluss selbst<lb break="no"/>verständlich dem Volk in Form einer Volksabstimmung vorzulegen<lb/>
ist. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, es wäre ganz unmöglich, die ÖVP wird auf dem<lb/>
Klubzwang bestehen müssen, da ansonsten niemals in der ÖVP<lb/>
eine Mehrheit erreicht werden kann. Übrigens nehme ich an,<lb/>
würde auch auf der sozialistischen Seite der Klubzwang be<lb break="no"/>stehen, wobei <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> vorschlägt, dass einzelne Abgeordnete<lb/>
exkulpiert werden könnten, dies gilt insbesondere für die<lb/>
Vorarlberger Abgeordneten und für einzelne, die sich bereits<lb/>
jetzt sehr antiatommässig nicht nur geäussert, sondern stets<lb/>
dagegen aufgetreten sind. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wieder betrachtet es<lb/>
als die wichtigste Aufgabe, dass es jetzt nicht zu einer ver<lb break="no"/>fassungsmässigen, d.h. zweidrittelmässigen Verankerung des<lb/>
Atomverbotsgesetzes kommt. Dies würde einen furchtbaren An<lb break="no"/>kündigungseffekt haben und die Lösung dieses Problemes un<lb break="no"/>geheuer erschweren. Mir persönlich erschien es am wichtigsten,<lb/>
dass sich die beiden Parteiführer – <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und jetzt vor allem<lb/>
der neue ÖVP-Chef <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> – nicht allzu sehr wieder in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit festlegen. Ich schlug deshalb <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> vor, er sollte<lb/>
mit dem ÖAAB-Mitglied und Atomspezialisten <rs type="person" ref="#per__112995">Grümm</rs>, der nebenbei<lb/>
bemerkt unser Experte bei den ganzen Verhandlungen im National<lb break="no"/>rat gewesen ist, und mit Universitätsprofessor der TH <rs type="person" ref="#per__118214">Paschke</rs>,<lb/>
welcher von <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> in den Kernkraftwerksüberwachungsbeirat entsendet<lb/>
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Jahren scheint es mir persönlich notwendig, dass auch <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>,<lb/>
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von Antiatomleuten beraten und beeinflusst wird. Das Wichtig<lb break="no"/>ste <add>[ist]</add>, dass eben die ganze Frage ruhig gestellt wird, sachlich<lb/>
diskutiert und in Hinkunft nicht wieder emotionell gelöst wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_03">Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> hofft, dass ihm die Berufung gegen seine Verurteilung<lb/>
wegen übler Nachrede 90.000 S Erfolg bringen wird. Bezüglich<lb/>
Kreditschädigung wurde er freigesprochen. Der Salzburger<lb/>
Richter hat seiner Meinung, insbesondere wahrscheinlich seines<lb/>
Rechtsanwaltes Dr. <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs>, nach den grossen Fehler gemacht,<lb/>
dass er keinen Wahrheitsbeweis zugelassen hat. Dies gilt aber<lb/>
nur für Schmähung und Verspottung, wegen seiner Äusserung "es<lb/>
wurde die grösste Volksverdummung durch die Zeitung gemacht"<lb/>
wurde aber interessanterweise nicht wegen dieses Paragraphen<lb/>
angeklagt, sondern eben wegen übler Nachrede. Dort ist sehr<lb/>
wohl ein Wahrheitsbeweis zulässig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Was sagen unsere Juristen zu solch einer<lb/>
Auffassung?<lb/>
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21. Oktober nach Südkorea, Philippinen, Malaysia, Singapur<lb/>
noch einmal besprechen. Er meint, er müsse auch nach Amman,<lb/>
in die DDR und nach Jugoslawien und CSSR fahren. Auf Grund<lb/>
seines Gesundheitszustandes glaubt er nicht, so lange Reisen<lb/>
in so kurzer Zeit in so ferne Länder machen zu können. Ich<lb/>
habe ihm sofort vorgeschlagen, er sollte eventuell mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> vereinbaren, dass er kurze Zeit und nur in ein oder<lb/>
zwei Ländern eventuell mitfährt.<lb/>
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des Getreidehandels. Ich verwies darauf, dass es möglich war,<lb/>
die beabsichtigte Senkung der Handelsspanne für Fremdlager<lb/>
von 5.90 S auf fast die Hälfte zu verhindert und mit 5.50 S<lb/>
ein glaube ich auf von <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> erträgliches Kompromiss vorge<lb break="no"/>schlagen wurde. Am meisten gekürzt hat er die Eigenlagerspanne,<lb/>
die jetzt insbesondere für die ländlichen Genossenschaften<lb/>
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festgelegt wurde. Allerdings stehe ich auf dem Standpunkt, es<lb/>
war seinerzeit ein unberechtigtes Zugeständnis, für die Eigen<lb break="no"/>lager überhaupt eine eigene Vergütung zu geben. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte,<lb/>
die härteste Bestimmung sei, dass man das 1/4 % von der<lb/>
Finanzierungsspanne heruntergerissen hat. Hier erklärte ich<lb/>
mich sofort bereit, mit dem Handel, wie ich es auch bei den<lb/>
Verhandlungen schon gesagt hatte, gemeinsam gegen die wie ich<lb/>
glaube überhöhten Bankzinsen aufzutreten. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> muss nur jetzt<lb/>
die entsprechenden Verhandlungen mit der Kreditsektion in der<lb/>
Handelskammer einleiten.<lb/>
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verständigen lassen.<lb/>
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jetzt drinnen waren und jetzt herauskommen sollen. Ich habe<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_10">Ich urgiere neuerdings einen entsprechenden Energieverantwortlichen<lb/>
in der Bundeskammer. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> fragt mich, ob ich mit dem Besuch<lb/>
und den Aussprachen mit <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> zufrieden bin. Dies kann<lb/>
ich deshalb bejahen, weil <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> mir auch unter vier<lb/>
Augen versichert hat, wir werden mehr Gas bekommen. Damit wird<lb/>
auf dem Energiesektor eine weitere Entspannung erreicht werden<lb/>
können. Meine Anfrage an <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> war, ja die Sowjets werden<lb/>
uns doch nicht eine Gasleitung in Nordösterreich von der CSSR<lb/>
nach Deutschland bauen lassen, wenn sie dann kein Gas liefern würden.<lb/>
Richtig ist, dass die Sowjets anstelle der 10 Mia. m³, die sie<lb/>
mir Iran vereinbart haben, 4 Mia. bekommen. Sollte daher auch<lb/>
der iranisch-sowjetisch-westeuropäische Tauschvertrag nicht zustande<lb break="no"/>kommen, werden wir dennoch, 1,5 Mia. ist unsere Forderung, sicherlich<lb/>
aber über 1 Mia. m³ zusätzlich kriegen können. <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> hat<lb/>
immer wieder darauf gedrängt, dass GD <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> zum Abschluss von lang<lb break="no"/>fristigen Verträgen in die SU kommen muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_11">Ich brachte neuerdings die Bestellung der Kommerzialräte<lb/>
der Statistik des Aussenhandels zur Sprache und stellte<lb/>
immer wieder fest, dass die Bundeskammer in der Vergangenheit<lb/>
nur gegen drei, wie ich glaube, wie sie sagt vier bei mir<lb/>
offiziell protestiert hat, weil sie von deren Bestellungen<lb/>
nichts gewusst haben. Ich habe neuerdings angeregt, dass<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__114537">Oder</rs> mit Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> insbesondere für die Zukunft Kontakt<lb/>
aufnehmen sollte. Eine Überprüfung der vier strittigen Fälle<lb/>
wird sicherlich ergeben, dies habe ich zwar dort nicht gesagt,<lb/>
dass sie bestimmt keine sozialistischen Freie-Wirtschafts<lb break="no"/>verbändler sind. Mir ist es auch ganz unerklärlich, warum<lb/>
in der Vergangenheit Dr. <rs type="person" ref="#per__114537">Oder</rs> gerade wegen dieser vier Fälle<lb/>
bei mir Beschwerde eingelegt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Kläre mit Dr. <rs type="person" ref="#per__114537">Oder</rs>, was gegen diese vier<lb/>
Fälle von der Handelskammer damals eingewendet wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_13">Beim Journalistenfrühstück hat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über die Gemischte<lb/>
sowjetisch-österreichische Kommission berichtet, MR <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs><lb/>
und Dr. <rs type="person" ref="#per__150651">Brantner</rs> von der ÖPWZ über dessen Tätigkeit, im<lb/>
betrieblichen Vorschlagwesen beteiligen sich 50 Unternehmen<lb/>
und es wurden 140 Mio. schon eingespart. Ansonsten macht ÖPWZ<lb/>
jetzt sogar Managementkontakte und weiss nicht was sonst noch<lb/>
alles. Bezüglich des letzteren wollte ja das ÖPWZ auch die<lb/>
leitenden Beamten der Ministerien zusammenfassen. Dagegen<lb/>
hat sich Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__112992">Löschnak</rs> entschieden ausgesprochen,<lb/>
weil er mit Recht sagt, die koordiniert er lieber selbst.<lb/>
Über diese beiden Punkte gab es fast keine Diskussion.<lb/>
Da wir neuerdings an die Presse den Energiesparbericht vor<lb break="no"/>legten, hätte ich dort eine grössere Diskussion erwartet.<lb/>
Zu meiner grössten Überraschung hat sich auch dort zwar dann<lb/>
eine rege Diskussion ergeben, aber wieder nur einmal über den<lb/>
Benzinpreis. Ich erklärte dezidiert, dass mit einer an die<lb/>
Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit im Juli und August<lb/>
keine Preisregelung, sprich Preiserhöhung erfolgen wird. Ob<lb/>
im September dann der Wunsch der Handelskammer, jedwede amtliche<lb/>
Preisregelung aufzuheben, erfolgen wird, kann ich nicht sagen,<lb/>
darüber wird auch die Preiskommission zu entscheiden haben.<lb/>
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mitzuteilen, dass er jetzt mit den Multis in der ÖMV eine<lb/>
ernstliche Aussprache über die weitere Versorgung gehabt<lb/>
hat. Er meinte, wenn die Preise nicht freigegeben werden,<lb/>
könnte er sie nicht garantieren. Österreich ist besser ver<lb break="no"/>sorgt als Italien, aber wesentlich schlechter als die Schweiz<lb/>
und Deutschland. Immer wieder versichern ihm die Multis,<lb/>
den Bedarf, der durch Stillegung der Diskontertankstellen er<lb break="no"/>folgt, nicht decken zu können. Die Diskontertankstellen aber,<lb/>
habe ich sofort repliziert, sperren nicht zu. Vorsprache von<lb/>
diesen bei mir ergeben, dass sie zwar mit Verlust jetzt angeb<lb break="no"/>lich Benzin verkaufen, nach wie vor aber sogar um 10–20 Groschen<lb/>
und manchmal auch noch mehr billiger sind als die offiziellen<lb/>
Preise, d.h. die Multis und die ÖMV. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> wollte, ich sollte<lb/>
sofort mit Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sprechen, damit ein Gipfel<lb/>
einberufen wird. Dagegen habe ich mich entschieden ausgesprochen<lb/>
und meinte, er selbst könnte ruhig zu seinem Eigentumsvertreter<lb/>
selbst gehen und dies verlangen. Wenn ich jetzt einen Gipfel<lb/>
einberufe, beginnen alle Leute nervös zu werden, womöglich<lb/>
Hamsterkäufe zu tätigen und erreicht wird gar nichts. Was die<lb/>
ÖMV und die Internationalen wollen ist, jetzt eine Preisfrei<lb break="no"/>gabe unter allen Umständen durchzusetzen. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> meinte, sie<lb/>
tragen dann die Verantwortung, ein Kompromiss-Vorschlag,<lb/>
wie ich ihn vorsehe, dass wenn der Oktangehalt für Normalbenzin<lb/>
erhöht wird, dann bei weiterer Steigerung der deutschen Preise<lb/>
und insbesondere grosser Versorgungsschwierigkeiten im Westen<lb/>
durch die Multis eventuell den Superbenzinpreis freizugeben,<lb/>
lehnt er ganz entschieden ab. Alles oder nichts, ist seine<lb/>
Parole. Er behauptete neuerdings, wie dies auch <rs type="person" ref="#per__130458">de Vito</rs> von<lb/>
Agip bei einer offenen Sitzung getan hat, Österreichische<lb/>
Firma – sprich <rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs> für Avanti – in Italien österr.<lb/>
Öl verarbeiten lasst und dann nicht nach Österreich herein<lb break="no"/>bringt. Ich habe sofort angeordnet, dass dies über die Energie<lb break="no"/>sektion von der Wirtschaftspolizei einmal geprüft werden soll.<lb/>
Ich behaupte nicht, dass <rs type="person" ref="#per__135654">Pruscha</rs> etwas ungesetzliches macht,<lb/>
ich möchte nur diesen ewigen Behauptungen der Ölwirtschaft<lb/>
entgegentreten.<lb/>
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Ofenheizöl pro Monat ausgeliefert werden müssen. Damit hofft er<lb/>
die Versorgungslage zu entspannen.<lb/>
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Martha-Elan-Total – eine neue Firma der Wiener Holding vorschlagen.<lb/>
Mit der Abwärme von EBS und der Raffinerieabwärme, wo er<lb/>
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Alkoholbeimischung möchte er unter allen Umständen verhindern.<lb/>
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aus ihrem Fonds für Entwicklungsländer 400.000 t Getreide in<lb/>
Österreich kaufen, und sie diesen Ländern schenken. Ein ähnliches<lb/>
Angebot von 400.000 t Getreidelieferungen hat er auch schon der<lb/>
Sowjetseite gemacht. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> sagt, er ist sehr glücklich, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt auch Bedenken gegen das Alkoholprojekt einge<lb break="no"/>wendet hat, denn er wird jetzt dagegen auftreten. Mein Hinweis,<lb/>
dass EBS jetzt die Offerte für die Alkoholerzeugung eingeholt<lb/>
hat, zu meiner grossen Freude sind die drei billigsten Öster<lb break="no"/>reicher, das billigst übrigens von der VÖEST-Alpine, veranlasst<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> jetzt nur noch schneller für eine andere Verwertung<lb/>
des Überschussgetreides einzutreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_18">Bezüglich der Oktanerhöhung für Normalbenzin spricht er sich<lb/>
ganz entschieden aus, 25 % der Autos können mit Normalbenzin<lb/>
jetzt fahren, wenn sie zu 25:75 mit Super mischen, sind es<lb/>
weitere 13 % und bei 50 % Normal und 50 % Super weitere 24 %<lb/>
sodass 62 % bereits durch die jetzige Mischungsmöglichkeit<lb/>
richtig oktanmässig tanken könnten. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> gibt zu, dass die<lb/>
Autofahrer dies aber nicht tun. Er wird eine diesbezügliche<lb/>
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über das wirkliche Tankverhalten Schlüsse ziehen?<lb/>
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in die Halle gehen wollen. Er hat eine Zusammenstellung gemacht,<lb/>
wieviele VW jetzt abnimmt, <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> hat sie dann mit den anderen<lb/>
Autofirmen ergänzt. Heuer werden wir für 3 Mia. S Lieferungen<lb/>
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Kunststoffverband, Dr. <rs type="person" ref="#per__150653">Wassiczek</rs> von der Bundeshandelskammer<lb/>
und ein GPH-Verein <add>[?]</add> für 10 Firmen, die qualitativen Schaum<lb break="no"/>stoff erzeugen, haben ein Werbebüro Inman <add>[?]</add> aufgenommen, um<lb/>
energiesparende Propaganda für gewisse Firmen zu machen. Im<lb/>
Prinzip erklärte ich sofort, mich bereit, mich daran zu be<lb break="no"/>teiligen, die Firmen bringen 1,5 Mill. S auf, Banken und Ver<lb break="no"/>sicherungen usw. sollen herangezogen werden. Die Handelskammer<lb/>
hat 500.000 S in Aussicht gestellt, ich erklärte mich sofort bereit<lb/>
denselben Betrag, den die Handelskammer gibt auch zuzuschiessen.<lb/>
Da es sich hier aber primär um Bautenisolierungen und Vorschläge<lb/>
handelt, habe ich auch auf den Wohnbauförderungsfonds des Bauten<lb break="no"/>ministeriums verwiesen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Verfolge, wie dies weiterläuft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_23">Dr. <rs type="person" ref="#per__146972">Bohatsch</rs> vom Profil wollte ein Interview über die Frage des<lb/>
Energiesparens. Einleitend und immer wieder stellte er, wenn ich<lb/>
so sagen darf, die Fangfrage, ob ich mich nicht durch die indirekten<lb/>
Angriffe durch die Behauptung, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat jetzt alles gemacht,<lb/>
wo er sich doch überzeugen kann, dass ich so viel schon ge<lb break="no"/>leistet habe, nicht beleidigt bin. Ich erklärte ihm sofort,<lb/>
dass ich mich nicht indirekt sondern direkt angegriffen fühle.<lb/>
Dass wir uns sicherlich in den letzten Jahren in dieser Frage<lb/>
schlecht verkauft haben und dass das Ganze darauf zurückzuführen<lb/>
ist, dass immer jedermann erklärt und geglaubt hat, ich sei<lb/>
wirklich für alles kompetent. Jetzt sei endlich festgestellt,<lb/>
wer eigentlich etwas zu machen hat, in der zusammenfassenden<lb/>
Studie konnte ich ihm Punkt für Punkt nachweisen, was wir bereits<lb/>
durchgeführt haben oder in Durchführung begriffen ist, sodass ich<lb/>
hoffe, durch objektive Darstellung jetzt von dieser ungerechten Kritik<lb/>
ja fast würde ich sagen Anklage wegzukommen. Da <rs type="person" ref="#per__146972">Bohatsch</rs> zu<lb/>
meiner grössten Verwunderung weder stenographierte noch ein<lb/>
Tonband mitlaufen liess, hat er nur vereinzelt Aufzeichnungen<lb/>
machen können. Ich bin sehr gespannt, was dann dabei herauskommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_24">Dir. <rs type="person" ref="#per__150652">Schmiedl</rs> von der Chemiefaser Lenzing teilte mir mit, dass<lb/>
im Zuge der Sparaktionen die Wiener Niederlassung aufgelassen<lb/>
wird. Seine Sekretärin, die drei Jahre vor der Pension ist, soll<lb/>
auch gekündigt werden. Er selbst muss sich jetzt mit seinen<lb/>
<pb n="49-0814" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-07-16_0814.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>anderen Dutzend Mitarbeitern um eine neue Beschäftigung um<lb break="no"/>schauen. Überrascht bin ich nicht, dass Chemiefaser Lenzing<lb/>
Sparmassnahmen setzt und wahrscheinlich ein unnötiges Wiener<lb/>
Büro auflässt, überrascht bin ich, mit welcher sozialen Härte<lb/>
hier z.B. bei seiner Sekretärin vorgegangen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_25">ANMERKUNG AN ALLE: Bitte herumhören, ob für <rs type="person" ref="#per__150652">Schmiedl</rs> irgendwo,<lb/>
nicht im Ministerium, ein Posten frei ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-07-16_26">Der Start <add>[von]</add> "Radio Holiday" gab mir erstens die Möglichkeit, ein<lb break="no"/>mal die Kärntner-Strasse-Fussgängerzone länger zu besichtigen. Da<lb/>
ich ja kaum bis jetzt in dieser Gegend geschlendert bin, war<lb/>
ich sehr überrascht, wieviel neue Geschäfte sich dort etabliert<lb/>
haben und vor allem wie diese Geschäfte frequentiert werden.<lb/>
Wenn ich denke, welcher Widerstand gegen diese Fussgängerzone<lb/>
früher gewesen ist und wie segensreich sich diese jetzt aus<lb break="no"/>wirkt, so kann ich mich nur wundern, dass man nicht schon überall,<lb/>
wo es möglich ist, solche Einkaufszentren auf diese Art ge<lb break="no"/>schaffen hat. Der Start wurde in Wien von dem Conferencier und<lb/>
Moderator <rs type="person" ref="#per__150654">Wotrawa</rs> durchgeführt. Er hat gleich mir einen neuen<lb/>
Spitznamen gegeben, nachdem er viele andere erwähnte, die zur<lb/>
Erheiterung der doch an die hundert Passanten beigetragen hat,<lb/>
nämlich "Wandersepp". Eine Pleite war dann das Loslassen der<lb/>
1.000 Luftballons. Diese waren an einem grossen Strick angebunden,<lb/>
mussten dann mit einer Schere losgeschnitten werden, die umliegenden<lb/>
haben sich aber sofort auf die Ballons gestürzt, sodass nur ein<lb/>
ganz bescheidener Teil wirklich weggeflogen ist. Ein Grossteil<lb/>
wurde zertrampelt, die Wiener aber auch die Ausländer haben eben<lb/>
ein Irrsinnsinteresse, wenn sie irgendwo etwas geschenkt bekommen,<lb/>
sich darum gegebenenfalls sogar zu schlagen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 16.7.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <occupation>Sts. BKA</occupation>
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               <occupation>Sprecher der Plastik-, Glas- und Metallflaschenerzeuger</occupation>
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               <occupation>ÖMV-Rechtsvertreter, AR Alpine und VÖEST, Verfassungsrichter</occupation>
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               <occupation>Abg. z. NR, Klubobmann, ÖVP</occupation>
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               <occupation>Österr. Werkstätten, Fa. Küfferle, + 1980, [ab 1969 Besitzer Fa. Gerstner
                  (in einem Buch zur Geschichte von Hoflieferanten als Hans Pruscha genannt); diese
                  1971 von Fa. Goldix gekauft; ev./vmtl. ident mit Pruscha, A (sog. Garagenkönig,
                  Avanti-Tankstellen)?]</occupation>
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               <occupation>wiss.-techn. GF Öst. Studienges. f. Atomenergie</occupation>
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