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            <title type="main">Montag, der 25. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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Diskussion auf die Energiesituation. Ich verlangte dass die Han<lb break="no"/>delskammer jetzt endlich einen Energieverantwortlichen versucht zu<lb/>
finden, der entsprechendes politisches Gewicht hat. Die Ankündigung<lb/>
von Gesundheitssprecher <rs type="person" ref="#per__111723">Wiesinger</rs>, dass sich die sogenannten Be<lb break="no"/>reichssprecher jetzt immer treffen werden, um als eine Art Schatten<lb break="no"/>kabinett die Politik der ÖVP festzulegen bedeutet in meinen Augen,<lb/>
dass in Hinkunft auch die Energiefrage dort weitestgehend präju<lb break="no"/>diziert wird. Freimütig sagte ich, mich stört es keinesfalls, wenn<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> jetzt diese Funktion übernimmt. Die Handelskammer soll sich<lb/>
nur nicht wundern, dass es dann auf diesem Gebiet kaum gelingen<lb/>
wird eine Konsenspolitik zu betreiben. Die Folgen einer Absenz<lb/>
hat ja schon die Entwicklung der Kernenergiefrage gezeigt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
meinte abschwächend, auch unter <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> hätte es bereits einen<lb/>
Elferausschuss gegeben, wo er als Wirtschaftssprecher stetes Woche<lb/>
für Woche anwesend war und wo ähnlich einer Ministerratssitzung<lb/>
alle Wirtschaftsfragen stets behandelt wurden und es nachher sogar<lb/>
ein Pressegespräch über die Auffassung der ÖVP zu den einzelnen<lb/>
Punkten gegeben hat. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> überschätzt in diesem Fall ungeheuer<lb/>
die Regierungssitzungen auf unserer Seite. Er würde sehr verwundert<lb/>
sein, zu erfahren, dass es bei uns eine solche koordinierende Aus<lb break="no"/>sprache gar nicht gibt. Der Schlüssel des Erfolges von <rs type="person" ref="#per__140654">Kreisky</rs> ist<lb/>
nämlich, dass er überhaupt nicht mit mehreren Ministern gleich<lb break="no"/>zeitig Probleme bespricht, sondern die Ministerratsvorbesprechung<lb/>
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dem Minister bilateral bespricht. Ausgenommen davon war – und ist<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_03">Ein zweites wichtiges Problem hat <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> zur Sprache gebracht.<lb/>
Er persönlich ist, wie er mir wieder versicherte, gegen das Anmieten<lb/>
von dem Ausgleichsquartier für die Österreichische Fremdenverkehrs<lb break="no"/>werbung. 350.000 Schilling pro Monat muss Miete bezahlt werden, in<lb/>
den 3 Jahren werden es 10 Mio. Schilling sein. Die Renovierung wird<lb/>
seiner Meinung nach unbefriedigt verlaufen, denn man kann aus dem<lb/>
Bankhaus in der Hohenstaufengasse von <rs type="person" ref="#per__117854">Wagner</rs>, keinesfalls ein ver<lb break="no"/>nünftiges Bürogebäude machen. Seiner Vorstellung nach wäre es<lb/>
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musste dann zugeben, dass solche Ideen an den Einspruch der Länder<lb/>
bis jetzt gescheitert sind und ich bin überzeugt, auch in Hinkunft<lb/>
scheitern werden. Letzten Endes stimmte er einer Anmietung zu, weil<lb/>
er in Wirklichkeit auch keine andere Lösung hat. Sein Versuch mit den<lb/>
Ländern in Kontakt zu kommen, insbesondere hat er mit Finanzreferent<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> von Tirol gesprochen, war nämlich ergebnislos. Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> waren sehr froh, dann beim Pressegespräch von mir diese<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_04">Die Firma British Petrol möchte auch das Dekret zur Führung des<lb/>
Staatswappens. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> bemerkte zurecht, dass wir uns die genau<lb/>
überlegen müssen, ob wir den Ölmultis jetzt eine solche Auszeich<lb break="no"/>nung geben sollten. Dies bezieht sich weniger auf die jetzige<lb/>
Energiesituation als im Prinzip natürlich jeder Multibetrieb<lb/>
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zurückstellen.<lb/>
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besonders besprechen.<lb/>
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Wirtschaftsverbandes, der ebenfalls wie <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> sagt, das Dekret<lb/>
zur Führung des Staatswappens wünscht. Die Firma hat 5 Verfahren<lb/>
wegen Verstoss gegen das Lebensmittelgesetz. Ich habe sofort zuge<lb break="no"/>stimmt, dass wir abwarten müssen, wie diese Verfahren ausgehen.<lb/>
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die Möglichkeit eines grösseren Schwedenexportes. Seit 5.4. lauft<lb/>
das Verfahren zur Führung des Staatswappens. Ich versprach den Fall<lb/>
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grosse Gemischte Kommission mit der UdSSR aufzunehmen. Von der<lb/>
Handelskammer ist <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> und <rs type="person" ref="#per__137384">Deuring</rs> dele<lb break="no"/><pb n="49-0723" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-06-25_0723.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>giert. Als Ausweg und die andere Seite war sehr froh, weil sie<lb/>
keine Lösung wusste, schlug ich vor, <rs type="person" ref="#per__110995">Pisec</rs> sollte irgend jemand<lb/>
der Vier vertreten, ich bin nämlich überzeugt, dass niemals alle<lb/>
Vier anwesend sein werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_11">Der Präsident von Philips, <rs type="person" ref="#per__114410">Rodenburg</rs>, soll einen grösseren Orden<lb/>
bekommen. Die Unterlagen liegen seit September im Ministerium.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__114537">Oder</rs> mitteilte – die Vorarlberger begeistert, dass es gelungen ist,<lb/>
für Frau <rs type="person" ref="#per__127924">Schneider</rs> mit 85 Jahren das Goldene Verdienstzeichen,<lb/>
wie ich ruhig sagen kann, von der Bürokratie herauszureissen.<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> grosse Schwierigkeiten bereiten. Prinzipiell bestätigten sie<lb/>
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Für sie ist es scheinbar nur untragbar, dass ein Roter, sozusagen<lb/>
Vorsitzender der Hauptwahlbehörde wird. Ich versprach diesbezügliche<lb/>
Gespräche mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, kündigte aber gleichzeitig an, dass alle Wahl<lb break="no"/>behördenbesetzungen uno actu gemacht werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_16">Bitter beschwert haben sich die Kämmerer über die Ausschaltung der<lb/>
Handelskammer im Begutachtungsverfahren bei der BÜRGES. Jetzt geht<lb/>
das Handelsministerium bei den Verhandlungen sogar so weit, die<lb/>
Begutachtung der Handelskammer zu verhindern. Ich verwies neuerdings<lb/>
darauf, dass <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> in Verhandlung mit den Handelskammervertretern<lb/>
ist, um eine vernünftige, den gesetzlichen Anforderungen entsprechende<lb/>
Lösung zu finden. Die Behauptung, dass die Handelskammer erpresst<lb/>
werden soll als Kompensation dem Freien Wirtschaftsverband die Ma<lb break="no"/>gnetbänder mit den Adressen zu geben, habe ich nicht akzeptiert.<lb/>
Strengst vertraulich hat man mir nämlich mitgeteilt, dass Zentral<lb break="no"/>sekretär <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> dies vom Handelsministerium verlangt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_18">In der LKW-Transitsteuerlösung wurde vorgesehen, dass die aus<lb break="no"/>ländischen Frächter nur 50 bis maximal 100 Liter Diesel in Tanks<lb/>
mitführen dürfen. Diese Bestimmung ist natürlich im Zuge der<lb/>
krisenhaften Energiesituation äusserst unzweckmässig. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird<lb/>
sie beim Finanzminister zur Sprache bringen. Er wollte von mir auch<lb/>
eine Zusicherung, dass ich jetzt die Dieselpreisfreigabe wieder<lb/>
rückgängig machen soll. Ich verwies mit aller Deutlichkeit, dass<lb/>
ich dies nicht beabsichtige. In diesem Fall meinte er, müsste ich<lb/>
dann alle Ölprodukte aus der Preisregelung herausnehmen. Wir einig<lb break="no"/>ten uns sofort darauf, wenn die Arbeiterkammer und der Gewerkschafts<lb break="no"/>bund zustimmen würde, Superbenzin sowie Dieselkraftstoff im Hin<lb break="no"/>blick auf die kritische Entwicklung während der Sommermonate heraus<lb break="no"/>genommen werden sollte. Wichtig erschien auch nur <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, dass wir<lb/>
jetzt so schnell als möglich die Heizölfrage lösen, um im Winter<lb/>
die Versorgung sicherzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte auf nächstes Jour fixe AK und ÖGB<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_20">Das Journalistenfrühstück stand ganz im Zeichen des Fremdenverkehrs.<lb/>
Die Sommerprognosen zeigen, dass, wie wir durch Umfrage feststellen<lb/>
konnten, eine seit langem endlich positive Entwicklung. Man rechnet<lb/>
mit 1.1 % mehr Nächtigungen als im Vorjahr. Wenn ich bedenke, dass<lb/>
das Wirtschaftsforschungsinstitut, Dr. <rs type="person" ref="#per__114653">Schulmeister</rs>, 10 % prognosti<lb break="no"/>ziert hat, dann zeigt sich für mich klar und deutlich, dass sein<lb/>
Modell nicht den tatsächlichen Entwicklungen gerecht wird. Dr. <rs type="person" ref="#per__115175">Norden</rs><lb/>
hat deshalb auch die Bemerkung gemacht, die österreichische Fremden<lb break="no"/>verkehrswirtschaft hat kein Vertrauen zu den Prognosen und spricht<lb/>
sich daher dagegen aus. Dies kann nicht für unsere Umfrage, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> bei den Gemeinden und bei Testbetrieben startet, gelten. Wir<lb/>
werden diese daher auf alle Fälle fortsetzen. GD <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> von der<lb/>
Spielbanken AG berichtet über Aktivitäten für den Fremdenverkehr<lb/>
den diese Firma leistet. Jetzt kommt mit der Gemeinde Wien und der<lb/>
Österreichischen Fremdenverkehrswerbung ein Prospekt in Arabisch<lb/>
heraus. Aus diesen Ländern sind es bis jetzt nur 2 % der Besucher.<lb/>
Wenn man aber bedenkt, wie viel Geld diese in Österreich verspielen,<lb/>
dann ist es eine bedeutende Zielgruppe. Solange nicht Religions<lb break="no"/>fanatiker wie <rs type="person" ref="#per__109803">Khomeini</rs> das Heft in anderen Ländern auch in die Hand<lb/>
nehmen. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> präsentierten die weiteren Aktivitäten<lb/>
der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung. Wichtig erschien mir,<lb/>
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Fremdenverkehrsbeauftragte jetzt schafft, die, sei es im Nahen<lb/>
Osten, sei es in europäischen Staaten, für Österreich entsprechende<lb/>
Werbung durchführen. Die Errichtung einer Zweigstelle bedeutet<lb/>
nämlich wesentlich höhere Kosten. Noch schwieriger als dieses<lb/>
Problem ist dann wenn sie aufgelöst werden muss. Dies habe ich<lb/>
persönlich bei der Zweigstelle in Mailand und in Manchester miter<lb break="no"/>lebt. Abgesehen vom Prestigeverlust ergeben sich dabei fast un<lb break="no"/>überwindliche Schwierigkeiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_21">Eine lange Diskussion nahm dann die Frage der weiteren Vorgangsweise<lb/>
der Energiesparmassnahmen im Ministerkomitee ein. Natürlich interes<lb break="no"/>sierten sich die Zeitungen ganz besonders über die Meinungsumfragen<lb/>
die jetzt gestartet werden. Die Zeitung "Die Wirtschaft" hat Fessel<lb/>
mit einer entsprechenden Umfrage ebenfalls beauftragt. Dort spricht<lb/>
sich die Mehrheit für einen autofreien Tag und nur 20 % für die Ra<lb break="no"/>tionierung von Benzin aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_22">Dr. <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> von der Budgetsektion und S.Chef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> haben mir dezidiert<lb/>
erklärt, eine Ausschreibung dieser Meinungsumfrage wäre unzweck<lb break="no"/>mässig und gar nicht nötig. Sowohl Fessel, jetzt durch die Umfrage<lb/>
für Wirtschaft, als auch IFES durch die Umfrage für die Arbeiterkam<lb break="no"/>mer hätten auf diesem Gebiet Vorarbeiten geleistet und seien die<lb/>
beiden einzigen Institute, die in Frage kämen. Ich erklärte ihnen<lb/>
dezidiert, für dieses Problem seien die beiden ausschliesslich für<lb/>
mich kompetent. Wenn beide erklären, eine Ausschreibung ist nicht<lb/>
notwendig, dann sollen sie die notwendigen Schritte veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte trachte so schnell als möglich die<lb/>
Fragebogenbesprechung einzuberufen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_24">Die 50-Jahr-Feier Eternit-Rohre im Industriezentrum Biedermannsdorf,<lb/>
verlief erwartungsgemäss. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> und die Gäste waren schon 2 Stunden<lb/>
früher dort und haben den Betrieb besichtigt. Die Ansprachen waren<lb/>
ganz lustig, weil ich sofort auf die Vorredner <rs type="person" ref="#per__150593">Hatschek</rs> und <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> ein<lb break="no"/>gegangen bin und nicht vom Blatt heruntergelesen habe. Die Schmäh<lb/>
lockern solche Jubiläumsreden doch entsprechend auf. Sie werden<lb/>
von allen geschätzt und wie mir Frau <rs type="person" ref="#per__150594">Hatschek</rs> versicherte, so<lb/>
müsste man reden können, wie ich ihr sofort sagte, auch überschätzt.<lb/>
Die Firma hat mit diesem neuen Rohrwerk, das sie 1966 hier eröffnete,<lb/>
ihre alte Anlage in Vöcklabruck in der Zwischenzeit stillgelegt, die<lb/>
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nach den Ansprachen die Fabrik doch noch schnell besichtigt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__150593">Hatschek</rs> ersuchte <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> weniger um zusätzliche Mittel für den<lb/>
Wasserleitungsbau als die gleichmässige Verteilung über das ganze<lb/>
Jahr. Ohne die Aufträge der Öffentlichen Hand würde die Firma schon<lb/>
längst zugrunde gegangen sein, wie <rs type="person" ref="#per__150593">Hatschek</rs> auch freimütig mit nach<lb break="no"/>her bekannte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_25">Der jordanische Handelsminister kam zur UNIDO und, da ich schon in<lb/>
der Nähe vom Flugfeld war, habe ich ihn auch abgeholt. Natürlich<lb/>
war weder vorgesehen, dass er im Sondergastraum empfangen wird,<lb/>
noch war interessanterweise die Polizei über sein Ankommen infor<lb break="no"/>miert. Überrascht war ich dann, dass man im Hilton grössten Wert<lb/>
darauf legt, dass der Meldezettel ganz genau von ihm ausgefüllt ist.<lb/>
Wie mir die Damen und Herren der Rezeption erklärten, verlangt dies<lb/>
die Wiener Polizei. Die Besprechung mit ihm wird Architekt <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs><lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> noch vereinbaren. Bei der Reinfahrt hat er mir aller<lb break="no"/>dings schon zugesichert, das Televisions-Center soll <rs type="person" ref="#per__113605">Lintl</rs> auf<lb/>
alle Fälle bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_26">Der Generaldirektor des israelischen Gewerkschaftsindustriekonzernes<lb/>
Koor, <rs type="person" ref="#per__123173">Blumenthal</rs>, war von mir zu einer Aussprache eingeladen. Über<lb break="no"/>rascht war ich, dass an die 30 Personen, Ministerium, Interessens<lb break="no"/>vertreter, Banken, Firmenvertreter usw. daran teilnahmen. Selbst<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> als Gewerkschaftspräsident ist erschienen. <rs type="person" ref="#per__123173">Blumenthal</rs><lb/>
selbst erörterte die umfassenden Aktivitäten der Firma KOOR. Natür<lb break="no"/>lich kam es dann zu keiner intensiven Diskussion, weil die einzelnen<lb/>
Firmen und Banken usw. ihre Privatgespräche schon geführt hatten<lb/>
oder noch führen werden und keinesfalls coram publico ihre Ideen<lb/>
darlegen wollten. Nur Dr. <rs type="person" ref="#per__150595">Ullmann</rs> von der ÖIAG hat einige, gerade<lb/>
nicht sehr interessante und geistreiche Bemerkungen gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> möchte ich beim nächsten<lb/>
Jour fixe mit AK darüber sprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_28">Der Getreidegipfel in der Handelskammer verlief, wie ich ihn erwar<lb break="no"/>tet habe. Ebenfalls an die 20 Teilnehmer, ein ewiges Gerede, was<lb/>
nicht geht und kein konstruktiver Vorschlag, wie wir diese Frage in<lb/>
absehbarer Zeit lösen können. Meine Anregung beim letzten Mal, es<lb/>
soll sich ein kleines Expertenteam mit der Frage beschäftigten und<lb/>
<pb n="49-0727" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-06-25_0727.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>so wie wir es seinerzeit bei <rs type="person" ref="#per__97852">Raab</rs>/<rs type="person" ref="#per__97363">Böhm</rs> getan haben, entsprechende<lb/>
Vorschläge ausarbeiten, wurde nicht befolgt. Auch bei den Experten<lb/>
waren über 1 Dutzend Vertreter. Auch dort konnte daher kein konstruk<lb break="no"/>tiver Vorschlag erarbeitet werden. Die Sitzung wurde neuerdings auf<lb/>
Mittwoch vertagt und dann soll im Parlament im kleinsten Kreise<lb/>
eine Entscheidung gefällt werden. Wie mir Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> anschliessend<lb/>
vertraulich mitteilte, liegt es nur an Landesrat <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>, Präsident<lb/>
der NÖ Landwirtschaftskammer, der hier grosse Schwierigkeiten macht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> nimmt an, dass man mit 300 Mio. Schilling Verwertungsabgabe<lb/>
auskommen müsste. Ich erinnerte ihm daran, dass, wenn es nicht bald<lb/>
gelingt zu einer Lösung zu kommen, die Arbeiterkammer und auch<lb/>
andere Institutionen im Zuge des Preisregelungsverfahren über den<lb/>
Getreidepreis, das jetzt dringendst abgeschlossen werden muss,<lb/>
einer für die Agrarier erträgliche Lösung nicht mehr zustimmen wird.<lb/>
Dkfm. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> hat mich unter anderem bereits jetzt verständigt, dass<lb/>
die Arbeiterkammer nicht einverstanden ist, dass die Verwertungsab<lb break="no"/>gabe im Preis eingebaut wird. <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> befürchtet, dass dann jedwede<lb/>
Erhöhung immer wieder zu Preiserhöhungen führen müsste. Natürlich<lb/>
wäre auch mir lieber, ähnlich der Milchregelung seinerzeitige Milch<lb break="no"/>krisengroschen von den Agrariern selbst das Ausmass bestimmt wird und<lb/>
dies eben von ihren Erzeugerpreis bezahlt wird, ohne dass es in der<lb/>
Preisanordnung steht. MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> soll aber erklärt haben, dass dies<lb/>
ganz unmöglich bei Getreide geht, denn hier müsste es gesetzlich für<lb/>
den Bauern verpflichtend vorgeschrieben werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte auf AK Jour fixe setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_30">Die Besprechung mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> und GD <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> über die Raps-<lb/>
und Sonnenblumenankaufsverträge verlief wie ich erwartet hatte. Im<lb/>
heurigen Jahr hat Unilever namens der Ölindustrie erklärt, sie würden<lb/>
10.000 Tonnen übernehmen. Tatsächlich wurde Raps nur mit 3.500 To<lb/>
Soja mit 500 und Sonnenblumen mit 3.000 To angeliefert. Für Raps wurde<lb/>
ein Preis von 6.30 Schilling vereinbart. Da ich mich nur für die<lb/>
Mengenausweitung zuständig fühlte, habe ich nach kurzer Verhandlung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> klargemacht, dass die heurige Zusage 10.000 To zu überneh<lb break="no"/>men nicht reduziert werden kann. Wenn auch tatsächlich weniger ange<lb break="no"/><pb n="49-0728" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-06-25_0728.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>liefert wurde, so war dies ein Vorteil der Ölindustrie. Wir<lb/>
müssten bei den 10.000 Tonnen auch für das Wirtschaftsjahr 1979/80<lb/>
bleiben. <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> wird dies mit der Ölindustrie besprechen. Ich<lb/>
glaube aber er ist überzeugt davon, dass er hier nichts reduzieren<lb/>
kann. Umstritten war natürlich der Wunsch der Agrarier den Preis von<lb/>
6.30 Schilling – um wie mir <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> vorher sagte – 50 Groschen zu er<lb break="no"/>höhen. <rs type="person" ref="#per__97936">Seefranz</rs> meinte, die Sozialpartner würden nur 1.75 Weizen<lb break="no"/>preis akzeptieren. Da ich mich in die Preisverhandlungen gar<lb/>
nicht einmischen wollte, habe ich vorher schon <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> und seinen<lb/>
drei Begleitern – er traut sich scheinbar nie allein mehr Verhand<lb break="no"/>lungen führen – erklärt, ich werde an den Preisdiskussionen nicht<lb/>
teilnehmen. Da es sich hier nicht um eine preisgeregelte Ware han<lb break="no"/>delt, habe ich gar nicht die Absicht, mich in der Preisdiskussion<lb/>
weder für die eine noch für die andere Seite zu exponieren um dann<lb/>
von Beiden, mehr oder minder dafür kritisiert zu werden. Diese<lb/>
Vorgangsweise war auch deshalb wichtig, denn Dr. <rs type="person" ref="#per__123739">Korbl</rs>, Präsidenten<lb break="no"/>konferenz meint, die beste Lösung wäre, den Mehrwertsteuersatz<lb/>
für Öl zu erhöhen und die Einnahmen zweckgebunden dann für die Raps<lb break="no"/>produktion zur Verfügung zu stellen. Genau eine solche Vorgangs<lb break="no"/>weise müsste er aber mit dem Finanzminister vereinbaren und nicht<lb/>
mit mir. Ich bin nicht bereit der Landwirtschaft hier die Kartoffel,<lb/>
sprich hier besser die Ölfrüchte, aus dem Feuer zu holen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-25_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte auf Jour fixe AK und ÖGB setzen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>stv. Gen.Sekr. LWK</occupation>
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