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            <title type="main">Donnerstag, der 21. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_01">Donnerstag, 21. Juni 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_02">Die Generalversammlung der Vieh- und Fleischhandelsunion an der<lb/>
Österreich neben den EG-Ländern Mitglied ist, konnte nur mit Ver<lb break="no"/>spätung eröffnet werden. Die Ausländer waren Gäste des Wiener Vieh<lb break="no"/>handels gestern beim Heurigen und nützten daher natürlich die üb<lb break="no"/>liche akademische Viertelstunde und sonstige Verspätungsmöglich<lb break="no"/>keiten. In meiner Ansprache verwies ich auf die Bedeutung des Frei<lb break="no"/>handels für Österreich als kleines Land. Ausserdem unterstrich ich,<lb/>
dass es neben der staatlichen Bemühung die Integration Europas<lb/>
vorwärts zu treiben, ein wichtiger Träger dieser Idee, die jeweils<lb/>
internationale Organisation von Interessensvertretungen ist. Mich<lb/>
wundert eigentlich immer wieder, dass mir bei den Ansprachen, für<lb/>
die ich ja kaum Unterlagen bekomme, im letzten Moment doch ausser<lb/>
den Wiener Schmäh einige treffende Bemerkungen und wirtschaftliche<lb/>
Thesen einfallen. Der letzte Wiener Kongress dieser Organisation<lb/>
war vor 6 Jahren. Ich wundere mich immer, wie so kleine Fachgruppen,<lb/>
resp. Gremien, den finanziellen Aufwand solcher internationalen Kon<lb break="no"/>gresse verkraften können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_03">MR <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs> vom Landwirtschaftsministerium hat dort dann ein Referat<lb/>
gehalten. Die Gefahr in einem kurzen Vermerk von <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> war dies<lb/>
angedeutet, dass er die EG wegen ihrer Importpolitik hart attackieren<lb/>
wird, hatte ich in seinen Unterlagen nicht gefunden. Landwirtschafts<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> war, wie ich aus einer Bemerkung gegenüber <rs type="person" ref="#per__114570">Steiner</rs><lb/>
bemerkte sehr besorgt, dass die Subventionspolitik dort diskutiert<lb/>
wird. Da Österreich mit den Transportausgleich in Wirklichkeit eine<lb/>
Exportsubvention von Rinder verbotener Weise macht, hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> nur<lb/>
ein Interesse, dass dies nirgends zur Sprache kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_04">In der Bundesvorstandssitzung des Österreichischen Gewerkschafts<lb break="no"/>bundes hat der Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> verhältnismässig kurz referiert.<lb/>
Er streifte nur die wirtschaftliche Situation, erörterte die Re<lb break="no"/>solution, die bei uns immer in Form einer Pressemitteilung ohne<lb/>
als Resolution bezeichnet zu werden, rausgeht, darin wird auch auf<lb/>
die Energiefrage kurz eingegangen. Zu meiner grössten Verwunderung<lb/>
haben diesmal alle Fraktionen dieser Pressemitteilung zugestimmt.<lb/>
Der Freiheitliche <rs type="person" ref="#per__113375">Kindl</rs>, ging dann besonders auf die Energiesitua<lb break="no"/>tion ein und zitierte mich namentlich. Ich musste ihm – und nützte<lb/>
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entsprechende Aufklärung und Schilderung der tatsächlichen Verhält<lb break="no"/>nisse geben. Über die Energiepreise, insbesondere natürlich des<lb/>
Benzinpreisantrages, die Versorgungssituation und auch deren Ver<lb break="no"/>such von Energiesparvorschlägen. Zu meiner grössten Überraschung<lb/>
ging dann <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> in seinem Schlusswort nicht nur auch auf meine Be<lb break="no"/>merkungen ein, die er lobend erwähnte, sondern meinte zum Schluss,<lb/>
er und der ganze Gewerkschaftsbund wisse ganz genau welch unge<lb break="no"/>heure Arbeit ich im Handelsministerium leiste. Er werde mich daher<lb/>
in jeder Beziehung unterstützen und sprach mir für meine Tätigkeit<lb/>
den Dank des gesamten Bundesvorstandes aus.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_05">Durch die, wie ich wirklich glaube, notwendige Anwesenheit in der<lb/>
Bundesvorstandsitzung solang dieser wirtschaftspolitische Teil<lb/>
und Referat des Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> zur Diskussion stand, versäumte<lb/>
ich die Fraktionsvorbesprechung für den Handelsausschuss. Dort<lb/>
wurde, wie mir <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> mitteilte, von seiten des Abgeordneten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, aber ganz besonders vom Chemie–Obmann <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> deswegen<lb/>
Kritik geübt. Diese wollen immer, wie ich ja bereits bei den Frak<lb break="no"/>tionsvorbesprechungen im Gewerkschaftsbund für diesen Bundesvorstand<lb/>
feststellen konnte, dass ich womöglich ihre Forderungen, es müsste<lb/>
mehr geschehen und man sollte neue Gesetze verlangen, tatkräftiger<lb/>
unterstütze. Ich habe den Eindruck, dass beide, insbesondere <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>,<lb/>
vom Energiesparverein <rs type="person" ref="#per__113069">Weiser</rs> stark beeinflusst sind. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs><lb/>
erzählte mir, die Abgeordneten hätten die Absicht, einen ganzen Tag<lb/>
einmal über die Energiefragen fraktionell aufgeklärt zu werden. Ich<lb/>
habe <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> sofort erklärt, er möge so schnell als möglich einen<lb/>
diesbezüglichen Energieinformationstag für die Handelsausschuss<lb break="no"/>mitglieder, die sich dafür interessieren, organisieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte womöglich noch vor dem Sommer und<lb/>
nur einen halben Tag, denn länger bleiben sie sicher nicht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_07">Im Handelsausschuss der neuen Legislaturperiode stand als einziger<lb/>
Tagesordnungspunkt der Energiebericht zur Debatte und Beschluss<lb break="no"/>fassung. Abgeordneter <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, der Energiesprecher, der gar nicht<lb/>
Mitglied des Handelsausschusses ist, hat einen Handelsausschuss<lb break="no"/>mann für diesen besonderen Tagesordnungspunkt abgelöst. Zu meiner<lb/>
grössten Verwunderung hat sich die Taktik der ÖVP insoferne geändert,<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> dafür herzlichst gratulierten und sich bedankten. Bisher<lb/>
hatten sie nämlich, wie ich auch in meiner Replik dann sofort<lb/>
feststellte, ja selbst den Bericht und die sachlichen Unterlagen<lb/>
stets kritisiert. Obwohl auch die anderen Pläne und Berichte<lb/>
genauso erstellt wurden, als der jetzige, auch dort wurde im engsten<lb/>
Einvernehmen mit den Interessensvertretungen und ganz besonders<lb/>
eben mit der Kohle, Gas, Öl, Elektrizitätsorganisation und Firmen<lb/>
ein entsprechender sachlich einwandfreier Bericht erstellt. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> hat<lb/>
glaube ich aber, primär diese Anerkennung des sachlichen Teils<lb/>
herausgestrichen, um dann umso härter zu attackieren, dass in diesem<lb/>
Bericht der Minister nicht imstande war, die Prioritäten und die<lb/>
notwendigen Massnahmen darzulegen und vor allem durchzusetzen.<lb/>
Die Oppositionspartei ist an einer Kooperation auch jetzt noch<lb/>
interessiert und würde eine gemeinsame Energiepolitik unterstützen,<lb/>
wenn man die Vorschläge der Opposition aufnehmen würde und mit ihr<lb/>
darüber diskutiert. Abg. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> hat dann für die Freiheitlichen einen<lb/>
kooperierenderen Vorschlag gemacht. Er verwies darauf, dass es not<lb break="no"/>wendig ist, die alte Forderung der Freiheitlichen, dass Diesel für<lb/>
die Wärmepumpen mit den ermässigten Mineralölsteuersatz abgegeben<lb/>
wird, endlich verwirklicht wird. Ein diesbezüglicher Vorschlag<lb/>
befindet sich ja auch im Massnahmenkatalog, der im Bericht abge<lb break="no"/>druckt ist. Zu meiner grössten Verwunderung hat dann <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs> erklärt,<lb/>
die Freiheitlichen wären bereit, in die Verfassung eine Bundeskompe<lb break="no"/>tenz für Energie als Grundsatzkompetenz aufzunehmen. Auch bei Um<lb break="no"/>weltschutz würden sie dieselbe Meinung vertreten. Die österreichische<lb/>
Volkspartei aber – wie <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> dann im Laufe der Diskussion klar und<lb/>
deutlich herausstrich – ist nicht bereit eine solche generelle Er<lb break="no"/>mächtigung zu geben. Sie sind auch nicht bereit, mir, wie dies alle<lb/>
anderen Energieminister in Europa haben, eine taxative Aufzählung<lb/>
von Ermächtigungen dem Handelsminister zuzugestehen. Das einzige<lb/>
wozu er sich bereit erklärte wäre, dass das Handelsministerium in<lb/>
jeden einzelnen Fall konkret mit der ÖVP über Massnahmen verhandeln<lb/>
muss und dann auch natürlich nur im Rahmen der Wirtschaftspakete<lb/>
eine befristete, kurzfristige Ermächtigung bekommen könnte. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs><lb/>
schwebt vor, z.B. den Beimischungszwang für Alkohol in Benzin. Ein<lb/>
zweites Beispiel war die Verstromung der Kohle durch die Elektrizi<lb break="no"/>tätsunternehmungen. Da ich gar nicht die Absicht habe mich stets mit<lb/>
<pb n="49-0710" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-06-21_0710.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der ÖVP über solche Ermächtigungen herumzustreiten, da werde ich<lb/>
lieber versuchen aufgrund des jetzigen Energiekompetenztatbestandes<lb/>
mit den Ländern Artikel 15, Lösungen zu finden. Diese haben vor allem<lb/>
auch den grossen Vorteil, dass wenn wir jetzt z.B. die ersten<lb/>
beiden für Wärmedämmung und Kontrolle und Betrieb von Heizanlagen<lb/>
beschliessen, dass dann die Durchführung ja auch nach wie vor bei<lb/>
den Ländern liegt. Ähnlich wie bei den Kleinkraftwerken, wo ich<lb/>
durch die Delegierung ebenfalls die Länder jetzt verpflichtet habe,<lb/>
wird, wie ich gar nichts anderes erwarte, wenig geschehen, aber man<lb/>
wird mich deswegen nicht mehr angreifen können. Die ÖVP ist nämlich<lb/>
insoferne politisch ganz schlecht beraten, dass sie mir nicht schon<lb/>
längst volle Kompetenzen gegeben hat. In diesem Fall hätte sie dann<lb/>
wirklich die Möglichkeit mich heftigst zu kritisieren, wenn ich nicht<lb/>
alle die notwendigen Massnahmen sofort durchführe und verwirkliche.<lb/>
Aus dem Stegreif habe ich dann von den ca. 50 Massnahmen des Energiebe<lb break="no"/>richtes nachweisen können, dass wir die Hälfte schon erfüllt haben,<lb/>
oder dass sie unmittelbar vor Erfüllung stehen. Dies war sicherlich<lb/>
für alle Mitglieder des Handelsausschusses – ich muss auch zugeste<lb break="no"/>hen, nachdem ich dies ja improvisierend das erste Mal tat, überraschend.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte von <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> stichwortartig sofort die<lb/>
Erfüllung in Form einer Aktennotiz festhalten lassen. Womöglich auf<lb/>
dem Papier wo die Kompetenz zu diesen Punkten festgehalten ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_09">Die ÖVP, <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, hatte vor allem ursprünglich die Absicht vom Be<lb break="no"/>richt Kenntnis zu nehmen. Dies ist eine Formel die <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> seiner<lb break="no"/>zeit ins Parlament gebracht hat. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat<lb/>
mit mir aber bereits vereinbart, dass wir diese Formulierung nicht<lb/>
verwenden sollten. Entweder nimmt die ÖVP den Bericht zur Kenntnis,<lb/>
oder sie lehnt ihn ab. Ich habe zwar am Vortag noch mit Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> über über diese Frage gesprochen und er war, wie er mir mitteil<lb break="no"/>te über die ganze Konstruktion von <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> nicht glücklich. Er selbst<lb/>
lehnt auch solche Methoden, wie vom Bericht Kenntnis nahmen anstelle<lb/>
des, der Bericht wird zur Kenntnis genommen, oder eben abgelehnt,<lb/>
ganz entschieden ab. Er hat allerdings gehofft, dass es ihm und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> gelingen möge, die ÖVP, sprich <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> und Klubführung, noch<lb/>
umzustimmen. Dies ist scheinbar aber nicht gelungen, <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> hat vorher<lb/>
sich bei <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> bereits abgesichert. <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> als Obmann war auch<lb/>
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neuen Legislaturperiode sofort mit einem Mehrheitsbeschluss endet.<lb/>
Bis jetzt waren wir nämlich immer einheitlicher Meinung, haben immer<lb/>
einheitliche Beschlüsse gefasst. Nur bei Energie, insbesondere bei<lb/>
der Kernkraft ging es im Vorjahr daneben. Dasselbe dürfte sich jetzt<lb/>
in der neuen Legislaturperiode wiederholen. <rs type="person" ref="#per__112996">Staudinger</rs> hat zumin<lb break="no"/>destens diese Bemerkung mir gegenüber gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_10">Die Diskussion im Handelsausschuss war auch deshalb für mich so er<lb break="no"/>folgreich, weil <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> alle Unterlagen, Gesetzentwürfe, Berichte,<lb/>
Aktenvermerke, Beschlüsse des Ministerrates usw. mit – und vor<lb/>
allem aber im Kopf hatte. Als deshalb die Frage der Herabsetzung<lb/>
von Mineralölsteuer für Kraftwärmekupplung zur Debatte stand und<lb/>
ich in diesem Punkt eine schwache Argumentation nur hatte, schliess<lb break="no"/>lich haben wir ja im Bericht genau dasselbe verlangt, tauchte er<lb/>
mit einen Ministerratsbeschluss auf, wo einstimmig der Antrag <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>,<lb/>
die Regierung soll dies prüfen und so schnell als möglich verwirk<lb break="no"/>lichen und vorsorgen, dass keine Durchstecherei möglich ist, was die<lb/>
Regierung einstimmig zur Kenntnis nahm, auf. Ebenso war er sofort<lb/>
zur Hand, als ich das Bädergesetz der letzten Legislaturperiode<lb/>
brauchte. Die ÖVP behauptete nämlich wieder einmal ganz falsch,<lb/>
dass dies sich nicht nur auf die neu zu errichtenden Bäder für<lb/>
Sonnenbeheizung, sondern auch auf die schon bestehenden bezogen<lb/>
hätte. In den erläuternden Bemerkungen, an die ich mich natürlich<lb/>
im Detail nicht mehr erinnern konnte, wurde aber ausdrücklich<lb/>
festgehalten, dass die Landeshauptleute zu prüfen hätten, ob eine<lb/>
solche Adaptierung kostenmässig möglich sei. Ich bin sehr gespannt,<lb/>
ob die ÖVP diese Argumente alle im Hohen Haus wiederholen wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs>, bin ich überzeugt, wird bestens ausgerüstet wieder mit<lb/>
allen Unterlagen mir die Möglichkeit geben, nicht nur verbal, sondern<lb/>
sogar dokumentarisch<add>belegt</add> dagegen aufzutreten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_11">Dr. <rs type="person" ref="#per__117681">Fürst</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, Leiter der Wirtschaftsabteilung der Länderbank, gleich<lb break="no"/>zeitig auch Stiefbruder von AZ-Chefredakteur <rs type="person" ref="#per__113613">Scheuch</rs>, wollte von<lb/>
mir wissen, wie ich zu der Frage Bestechung in arabischen Staaten<lb/>
stehe. Ich hatte <rs type="person" ref="#per__113613">Scheuch</rs> bereits bei der Pörtschacher Konferenz, wo<lb/>
er mich diesbezüglich fragte, ohne mir zu sagen, dass es sich um sei<lb break="no"/>nen Stiefbruder handelt erklärt, mir ist bekannt, dass in arabischen<lb/>
Staaten, aber auch in anderen, wie ich gleich ergänzend dazu sagen<lb/>
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Auskunft an Firmen, die mich diesbezüglich kontaktieren ist, ihnen<lb/>
zu empfehlen, ja nicht vorher irgendwelche Beträge zu bezahlen,<lb/>
sondern erst wenn der Vertrag erfüllt ist. <rs type="person" ref="#per__117681">Fürst</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> behauptet nun, dass<lb/>
im Irak Österreich weder den Flughafen, der an eine französische<lb/>
Firma gegangen ist, noch jetzt die 125 km Strassen, auch nicht das<lb/>
Kraftwerk <choice><choice><sic>Beidschi</sic><corr>Baidschi?</corr></choice></choice> für die VÖEST-Alpine, oder eine Soft-Drink-<lb/>
Fabrik im Irak sowie 3 Bahnhöfe in Saudi Arabien und 400 km Bahnaus<lb break="no"/>bau, welche in 6 – 7 Wochen ausgeschrieben werden soll bekommen kann,<lb/>
wenn nicht ein commission letter mit 3.5 % Zusage an eine Gruppe<lb/>
in Frankreich ergeht. Drei dieser Vermittler sitzen in Paris, einer<lb/>
im Irak. <rs type="person" ref="#per__117681">Fürst</rs> hat dies durch Zufall erfahren und wollte uns nun<lb/>
entsprechend informieren. Ich habe ihm dasselbe gesagt wie seinem<lb/>
Stiefbruder und erklärt, er könne sich nur mit den Firmen ins Einver<lb break="no"/>nehmen setzen, damit er ihnen die entsprechenden Typs gibt. Das<lb/>
Handelsministerium schaltet sich in keiner wie immer gearteten Weise<lb/>
dabei ein. Richtig ist dass wir den Flughafen in Bagdad nicht be<lb break="no"/>kommen haben, die Erklärung für die Baufirma Universale, die dies<lb/>
mit Strabag Deutschland abwickeln wollte ist, dass die Franzosen als<lb/>
zusätzliche Lieferung entsprechende Waffenkäufe für Irak, die diese<lb/>
dringend braucht, in Aussicht stellte resp. vereinbarte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Lass Dich bitte – streng vertraulich natür<lb break="no"/>lich – weiter informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_13">Im Vorstand der Lebensmittelarbeitergewerkschaft berichtete ich<lb/>
ausführlich über die Wirtschaftssituation, ganz besonders natürlich<lb/>
über das neue Getreidekonzept, Getreidepreis und Milchpreisantrag.<lb/>
Da im Zuge dieser Preisregelung auch die entsprechenden Lohnsätze<lb/>
der Müller, Bäcker, Molkereiarbeiter revidiert werden müssen, haben<lb/>
die Vorstandsmitglieder, die diese Sparte vertreten schon Angst,<lb/>
dass sie zu spät kämen. Der Lohnunterausschuss resp. die Paritätische<lb/>
Kommission hat nämlich die Lohnfreigabe noch nicht beschlossen. Ich<lb/>
bin fest davon überzeugt, dass, wenn es vor der Beschlussfassung zu<lb/>
einer Preisregelung kommen sollte, dann sicherlich von der Preis<lb break="no"/>kommission, so wie dies auch in den vergangenen Jahrzehnten immer<lb/>
der Fall war, gleichzeitig auch die Lohnforderungen resp. Vereinbarun<lb break="no"/>gen dann entsprechend berücksichtigt werden. Dies kann aber nur dann<lb/>
der Fall sein, wenn eben entsprechende Lohnabschlüsse vorliegen.<lb/>
Eine Forderung die bis jetzt die Arbeiterkammer im Zuge des Preis<lb break="no"/><pb n="49-0713" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band49/49_1979-06-21_0713.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>verfahrens immer gestellt hat. In der Diskussion gab es dann<lb/>
auch die Meinung, es könnte uns mit dem Alkohol-Projekt auf<lb/>
Agrarproduktbasis genauso gehen, wie mit dem Ölsaatenprojekt.<lb/>
Hier konnte ich klarstellen, dass wir bei den Ölsaatenprojekt<lb/>
durch einen Regierungsbeschluss und Erklärung aus dem Jahre<lb/>
1968 gegenüber den Amerikanern gebunden sind, während wir auf<lb/>
dem Alkoholprojekt vollkommen frei handeln können. Ich glaube<lb/>
daher nicht, dass dies dieselbe Situation ist. Darüber hinaus hat<lb/>
ha bereits die EBS durch Ausschreibung dieser Fabrik einen ersten<lb/>
wichtigen – und wie ich glaube – auch sehr geschickten Schritt getan.<lb/>
Dadurch werden die beiden anderen Projektanten, <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> für die<lb/>
Agrarindustrie in Aschach und die Zuckerindustrie verpflichtet,<lb/>
jetzt schnellere Arbeit für ihre Projekte zu leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_14">Überraschend für mich war die Mitteilung des Betriebsratsobmannes<lb/>
der Ankerbrotfabrik, dass das Haus Schoeller jetzt doch von der<lb/>
genossenschaftlichen Bankseite die Ankerbrotfabrik ausklammert und<lb/>
eine neue Gesellschaft ABRO AG mit 75 % Beteiligung des Hauses<lb/>
Schoeller gründet. Diese Abro wird insbesondere die Ankerbrot<lb break="no"/>fabrik umfassen. Gleichzeitig wurde dem Betriebsrat mitgeteilt,<lb/>
dass der Geschäftsführer von Coca Cola, <rs type="person" ref="#per__127097">Lovrek</rs>, jetzt auch in diese<lb/>
neue Gesellschaft kommt. Der Betriebsratsobmann von Coca Cola hatte<lb/>
mehr gewusst als die Betriebsräte von Anker. Dort hätte dieser<lb/>
Beschluss in einer Aufsichtsratssitzung gefasst werden müssen, was<lb/>
aber unterblieb. Damit wurden eindeutig die gesetzlichen Bestimmungen<lb/>
verletzt und der Betriebsrat hat deshalb heftigst protestiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_15">Abg. <rs type="person" ref="#per__112931">Köck</rs> hat uns im Handelsausschuss das Vogelbusch-Projekt für<lb/>
Aschach gegeben. Der soll der Energie-Input höher sein als der<lb/>
Energie-Output, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut festgestellt<lb/>
hat. Die Unterlagen konnte ich aber deshalb nicht erhalten, weil<lb/>
das Wirtschaftsforschungsinstitut es strengst vertraulich als<lb/>
Privatauftrag betrachtet. Jetzt besitze ich die Unterlagen und wir<lb/>
werden daher versuchen, die Input–Output-Energiebilanz vom Wirt<lb break="no"/>schaftsforschungsinstitut zu bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band49_1979-06-21_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte sofort mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> darüber verhandeln.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 21.6.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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