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            <title type="main">Dienstag, der 19. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_02">In der ÖGB-Bundesfraktion wurde hauptsächlich über den Gewerk<lb break="no"/>schaftskongress im Herbst berichtet. Für mich interessant war<lb/>
nur, dass es wieder zu wenig Delegierte, resp. Teilnehmerkarten<lb/>
gibt. Alte Erfahrung, die die delegiert werden befinden sich am<lb/>
wenigsten im Saal. Diesmal wird es an den 3 Tagen 3 Referate<lb/>
geben, eines eines Wissenschaftlers, dessen Namen ich vergessen<lb/>
habe – und auch, wie ich ehrlich gestehe, gar nicht kannte. Am<lb/>
anderen Tag dann Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, und<lb/>
am dritten Tag <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> dann selbst. Eine längere Diskussion ent<lb break="no"/>wickelte sich über die Resolution die der Bundesvorstand beschlies<lb break="no"/>sen sollte. Selbstverständlich war in dem Entwurf auch eine Pas<lb break="no"/>sage über die Energiesituation. Gewerkschaftsobmann <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> der<lb/>
Chemiearbeiter wollte unbedingt, dass auch eine Formulierung hi<lb break="no"/>neinkommt, dass die Regierung gesetzliche Massnahmen braucht und<lb/>
dass man dies – obwohl, wie ich berichtete – bereits zweimal in<lb/>
Legislaturperioden von der ÖVP diesbezüglich abgelehnt wurde,<lb/>
neuerdings fordern soll. Interessant für mich, dass der Grossteil<lb/>
der Diskutanten dann tatsächlich auch diese Linie vertreten haben.<lb/>
Scheinbar schwingt überall die Hoffnung mit, man braucht nur ein<lb/>
Gesetz, dann ist die Energiefrage schon gelöst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_03">Im Ministerrat, den diesmal wieder <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> leitete, wurde die<lb/>
Kapitalherabsetzung von der DokW und der TKW, sowie der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft zur Bilanzsanierung der Verbund, nachdem <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
mich gefragt hat, ob es keine andere Möglichkeit gibt, das ich<lb/>
verneinte, sofort genehmigt. GD <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> hatte immer wieder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> angerufen, ob und wann es endlich zu diesem Beschluss<lb/>
kommt. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> meinte nachher, ihm ist sicher ein Stein vom<lb/>
Herzen gefallen, als er ihn verständigte.<lb/>
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dort in die Staaten eingereiht, die jetzt als Lokomotive, wenn<lb/>
wir auch nur eine Mini-Lok sind, betrachtet wird, die durch ent<lb break="no"/>sprechende Massnahmen zur Förderung des Wirtschaftswachstums die<lb/>
anderen Staaten mitnehmen sollen. Interessant war die Auffassung<lb/>
der OECD Minister, die Ölpreiserhöhung müsse sofort an den Ver<lb break="no"/>braucher weitergegeben werden und sei nicht <sic>kompensabel</sic>. Theore<lb break="no"/><pb n="48-0695" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-19_0695.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>tisch heisst dies, diese hätten sie aus ihrem derzeitigen Ein<lb break="no"/>kommen zu tragen. Wenn dies durchgezogen werden soll, dann müssten<lb/>
diese Produkte aus aus der Lebenshaltungskostenberechnung he<lb break="no"/>rausgenommen werden. Da dies nicht der Fall ist und der Index also<lb/>
darauf reagiert, dieser dann aber für die Lohnverhandlungen eine<lb/>
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nicht kurzfristig doch im Laufe des Jahres für diese Preisstei<lb break="no"/>gerung eine Kompensation bezahlt werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_05">Im anschliessenden Ministerkomitee für Energiefragen hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
zuerst eine Reihe von Beamten ausladen müssen. Ich habe dort neuer<lb break="no"/>dings den Regierungsmitgliedern unseren Energiebericht mit dem<lb/>
Massnahmenkatalog überreicht, wo festgehalten wurde, wer eigent<lb break="no"/>lich für jede dieser Massnahmen zuständig ist. Nach einer härteren<lb/>
Diskussion zwischen <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wegen angeblicher Geschwin<lb break="no"/>digkeitsherabsetzung, die <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> nicht kontrollieren kann, die, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und auch dann feststellten, gar niemand verlangt, einigten<lb/>
wir uns über die weitere Vorgangsweise. Unverzüglich wird ein Opera<lb break="no"/>tionskalender aufgestellt, wo festgehalten wird, welche Massnahmen<lb/>
es gibt und wer dafür zuständig ist. Dies ist in meinen Augen so<lb/>
wichtig, weil sich dann endlich herausstellen wird, wer aller<lb/>
schon längst hätte Massnahmen setzen müssen, dies aber aus den<lb/>
verschiedensten Gründen, die ich vollkommen verstehe, nicht konnte<lb/>
vielleicht teilweise auch nicht wollte. Die wirklich einzige Mög<lb break="no"/>lichkeit, die zu entsprechenden Einsparungen führen kann, ist,<lb/>
wenn der Preis für knappe Energieressourcen, die man nicht ersetzen<lb/>
kann und auf deren Gewinnung wir auch sehr wenig Einfluss haben,<lb/>
entsprechend in Österreich erhöht wird. Eine solche Diskussion<lb/>
haben wir dann auch mit Dir. <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs>, ÖMV, und AK, ÖGB und einem<lb/>
Finanzminister-Vertreter geführt. <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> wies mit Recht darauf<lb/>
hin, dass die Installateure, aber auch die Konsumentenberatung<lb/>
noch immer als besonders preiswert die Ölheizung, sei es als Ein<lb break="no"/>zelofen, sei es aber vor allem als Etagenheizung, empfehlen. Daraus<lb/>
ergibt sich ein ständiger Druck für höhere Verbrauche. Dr. <rs type="person" ref="#per__114106">Schmidt</rs>,<lb/>
ÖGB, aber auch <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> und – wie mir <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> dann mitteilte – seine<lb/>
Bekannten in der Ölbranche rechnen daher – und wünschen sich fast<lb/>
eine<add>entsprechende</add> steuerliche Abschöpfung der Supergewinne, die unbedingt ent<lb break="no"/>stehen müssen. Ich habe abends beim Heurigen, da mich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
besonders fragte, wobei er mir versicherte, er möchte gar nicht<lb/>
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eine bewegliche steuerliche Abschöpfung vorsehen. Da, wie <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
von der Arbeiterkammer bei der Diskussion mit Recht bemerkte, es<lb/>
jetzt schon sofort zu einer Anhebung der Steuern kommen müsste,<lb/>
dies aber nicht möglich ist, schlug ich vor, ob man nicht eine<lb/>
steuerliche Abschöpfung vorsehen kann, die durch den Hauptaus<lb break="no"/>schuss zu genehmigen wäre. Im Gesetz eine generelle Ermächtigung,<lb/>
der Hauptausschuss bestimmt die einzelnen Tages -oder höchsten<lb/>
Wochensätze. Klubobmann <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, der auch an dem Tisch sass,<lb/>
meinte zu recht, dies müsse man jetzt sofort überlegen und ge<lb break="no"/>gebenenfalls an ein Gesetz – <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> schlug das Bewertungsgesetz<lb/>
vor – das jetzt im Finanzausschuss behandelt wird, anhängen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_06">Die Hauptfrage die sich in der Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs>, d.h.<lb/>
mit Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund, sowie dann auch in der<lb/>
Diskussion in Club 2 ergab ist, wie können die finanziell Ärmeren<lb/>
sprich das Mutterl, das von der Rente lebt und einen Ölofen hat,<lb/>
entschädigt werden. Da es sich bei dieser Frage um eine fast unlös<lb break="no"/>bare handelt, es werden nämlich auch die anderen Heizungsarten im<lb/>
Preis nachziehen, wenn auch nicht so stark wie Öl, wurde allgemein<lb/>
festgehalten, es müsste eine Entschädigung in Form eines Heizungs<lb break="no"/>zuschlages bezahlt werden. Hier gibt es meiner Meinung nach die<lb/>
einzige Möglichkeit, einen einmaligen Betrag – und zwar fix für<lb/>
alle Pensionisten – möglicherweise bis zu einer gewissen Pensions<lb break="no"/>höhe auszuwerfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_07">Im Parlament hielt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine 2 Stunden lange Regierungserklä<lb break="no"/>rung. Überraschend, wie er, ausser bei einigen Verlesern, diese<lb/>
auch physische Anstrengung für ihn auch gut überstanden hat. Ge<lb break="no"/>schwitzt hat er ganz fürchterlich, die physische Leistung war ihm<lb/>
also anzusehen und ich bin überzeugt, viele, auch in der ÖVP, haben<lb/>
sich gefragt, wird er dies durchstehen. Er wird nach der Debatte<lb/>
sofort 14 Tage auf Urlaub gehen, sagt nicht wohin, sagt nicht, zu<lb/>
welchem Zweck. Wahrscheinlich, um sein Auge neuerdings behandeln<lb/>
zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_08">Anschliessend hat er dann in der Klubsitzung noch ein politisches<lb/>
Referat gehalten, wo er insbesondere die Situation der ÖVP analy<lb break="no"/>sierte. Seiner Meinung nach wird <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>, der sich ja nicht einmal bei<lb/>
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konnte, auch nicht der erwartete Messias sein. Damals hat <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
drei Vorschläge mit den Sozialisten ausgehandelt und dann jeweils<lb/>
im Klub resp. im Präsidium eine Abfuhr erlitten. Dies ist für<lb/>
mich schon erklärlich, denn damals hat <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> bereits auf die andere<lb/>
Linie, Ablehnung der Zusammenarbeit auf dem Energiesektor, insbe<lb break="no"/>sondere die Lösung der Kernkraft auf Kontra geschaltet und <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
war damit der Blamierte. Ich bin sehr gespannt, wie <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> die Re<lb break="no"/>form weitertreibt, wie stark er werden wird, um als kräftiger Ob<lb break="no"/>mann dann die ÖVP entsprechend zu führen. Seine Ausgangsposition<lb/>
ist wesentlich besser als die von <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs>, denn jetzt sind die Bünde<lb break="no"/>führer, ob <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> oder <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, die sich insbesondere ge<lb break="no"/>gen die Zentralisierung gewehrt haben, stark angeschlagen. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs><lb/>
verliert zwar sein Ansehen, weil viele ihm vorwerfen werden, er<lb/>
hat die Flucht ergriffen, doch kann <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs> mit der Drohung, es genau<lb/>
so tun zu müssen, entsprechende Reformmassnahmen erzwingen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat in dieser Beziehung wirklich Glück dass jetzt eine starke ÖVP<lb/>
ihm nicht gegenübersteht. Er behauptet zwar immer, wir dürften<lb/>
kein Interesse daran haben, wenn die ÖVP sich selbst zerfleischt,<lb/>
sondern fast ironisch, wir müssten uns darum kümmern, dass sie eine<lb/>
starke Partei bleibt, doch wäre dies für seinen derzeitigen Ge<lb break="no"/>sundheitszustand gerade nicht die optimalste Lösung. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, dass<lb/>
muss ich immer wieder bescheinigen, denn was ich mir unbedingt<lb/>
erhalten will, ist eine gewisse Objektivität, führt, wenn er <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
vertritt, die Geschäfte ganz gut. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> würde es sich aber bei<lb/>
einer starken ÖVP schwieriger tun. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> glaubt, dass die ÖVP ihre<lb/>
Politik nicht ändert und dies sich bereits bei der Debatte um<lb/>
die Regierungserklärung zeigen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_09">Da über die Auslandsreisen der Abgeordneten in der vorhergehenden<lb/>
Legislaturperiode von den Angeordneten harte Kritik an den Klub<lb break="no"/>vorstand, sprich Präsidium, wegen der Bestimmung wer fahren kann,<lb/>
gefallen ist, hat jetzt der neue Klubobmannstellvertreter <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
sozusagen in offener Klubsitzung gefragt, wer nach Brüssel, Schweden<lb/>
und Ungarn fahren will. Interessanterweise waren die meisten so<lb/>
überrascht, dass durch Zurufe dann sicherlich einige bestimmt wur<lb break="no"/>den, die auch wieder dann selbst überrascht waren. Ich glaube, dass<lb/>
in Zukunft eine solche Lösung, wie sie jetzt gehandhabt wird, auch<lb/>
nicht optimal ist. Bei uns in der Lebensmittelarbeitergewerkschaft<lb/>
habe ich das Problem so gelöst, als ich die Verantwortung dort zu<lb/>
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wer schon gefahren ist und damit immer die zuletzt oder zu weitest<lb/>
Rückliegenden berücksichtigt. Da ich selbst weder für die Lebens<lb break="no"/>mittel fahre, beim Klub bin ich überhaupt, obwohl ich seit 1961<lb/>
dort bin, noch nie im Ausland gewesen, reisse mich auch gar nicht<lb/>
darum, gibt es in dieser Frage bei uns keine Diskussion. Dienst<lb break="no"/>autos und Dienstreisen sind bekanntlicherweise sonst immer die<lb/>
Hauptstreitpunkte in Organisationen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_10">Da sich keine Diskussion beim Klub ergeben hat wurde <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> dann<lb/>
auch noch aufgefordert über den ORF zu berichten Helle Empörung<lb/>
herrschte weniger über die Organisationsänderung, als über den<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs>-Vertrag. Hier hätte es eine heftige Diskussion gegeben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> fragte als Erster und wollte, dass <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> sofort feststellt,<lb/>
wie die Abstimmung bei diesen im Kuratorium erfolgte. 12 Vertreter<lb/>
der ÖVP, 2 Vertreter der Freiheitlichen, die 3 sozialistischen Be<lb break="no"/>triebsräte, der Vertreter der Kunst, <rs type="person" ref="#per__122016">Frohner</rs>, als auch SPÖ-Mann<lb/>
stimmten dafür, <rs type="person" ref="#per__150248">Spiola</rs> und insbesondere der Vorsitzende <rs type="person" ref="#per__116688">Slunsky</rs><lb/>
hat sich der Stimme enthalten. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat diese Darstellung glaube<lb/>
ich deshalb verlangt, weil heute überall – und in den Zeitungen<lb/>
steht es sogar drinnen – behauptet wird, die Finanzleute stimmen<lb/>
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In der Regierungserklärung hat er bereits angedeutet, dass man<lb/>
über die zukünftige Medienpolitik sich genau überlegen muss, wie<lb/>
man sie handhabt. Wird Kabelfernsehen, Printmedien und was es<lb/>
sonst alles noch geben wird, müssen jetzt genau durchgearbeitet<lb/>
und konzeptiv überlegt werden, damit dann die notwendigen Beschlüsse<lb/>
in den Gremien, sprich Präsidium, Parteivorstand und dann im Klub<lb/>
getroffen werden können. In Wirklichkeit habe ich den Eindruck<lb/>
wollte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> unter allen Umständen verhindern, dass die Partei<lb break="no"/>spitze neuerdings in eine ORF Diskussion verheddert wird. Allen<lb/>
sind die Vorgänge über die Ablöse<add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__114975">Oberhammer</rs> und die Installierung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97326">Bacher's</rs> noch frisch in Erinnerung. Damals hat es innerhalb unserer<lb/>
Parteispitze harte divergierende Auseinandersetzungen gegeben,<lb/>
die – und das ist bei uns normalerweise nicht der Fall – bis tief<lb/>
in die Öffentlichkeit gedrungen sind. Dies will <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht mehr<lb/>
wiederholen, weshalb er jedwede Diskussion jetzt unterbindet.<lb/>
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Problem in die Organisationen reingeht, so unsere Sektions<lb break="no"/>leitersitzung auf der Landstrasse. Dort wurde ein umfangreicher<lb/>
wirtschaftlicher und politischer Bericht von allen mehr oder<lb/>
minder Zustimmenden zur Kenntnis genommen.Erhitzt hat man sich<lb/>
neuerdings an dem ORF-Problem. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> weiss also ganz genau und<lb/>
sehr richtig, wie die Situation in dieser Frage in der Partei<lb/>
steht. Für mich überraschend nur der Wunsch unserer Sektions<lb break="no"/>leiter, man sollte durch Briefe, Resolutionen und was weiss ich<lb/>
nicht alles noch, endlich unsere Parteispitze auf die Zustände auf<lb break="no"/>merksam machen. Die einfache Einstellung ist, wenn dort Genossen<lb/>
sitzen müssen sie an einem Strang ziehen und wenn sie dies<lb/>
nicht tun, muss man sie entfernen. Schwierig ist nur, ihnen klar<lb break="no"/>zumachen, dass, wenn es keinen einen Strang gibt, sondern mehrere<lb/>
und dass Genossen, wie z.B. die sozialistischen Betriebsräte von<lb/>
der Belegschaft gewählt wurden und daher niemand sie dort im Ku<lb break="no"/>ratorium entfernen oder neutralisieren könnte. Ich habe es auf<lb/>
der Landstrasse wieder deshalb in dieser Beziehung sehr leicht,<lb/>
denn ich habe stets sehr offen informiert und was noch sehr wichtig<lb/>
ist gewarnt, dass man sich von der ORF-Reform vor <add>[der]</add> <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs>-Zeit<lb/>
bis heute allzu viel versprechen sollte. Es gibt meiner Meinung<lb/>
nach dafür keine Lösung, die alle, ja nicht einmal die meisten<lb/>
befriedigen würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_12">Beim Klubheurigen sind <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und ich wirklich nur auf 5 Minuten<lb/>
vorübergekommen und dann musste ich schon zur Klub-2-Diskussion<lb/>
am Küniglberg. Ich weiss nicht wie diese Diskussion mit GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs>, Shell und <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> als Oppositionssprecher im ersten Teil,<lb/>
wo es um die Preise, um die Versorgung gegangen ist, bei den Zu<lb break="no"/>hörern ankam. Der-Vorsitzende <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> hat meiner Meinung nach<lb/>
sehr geschickt agiert, auch dann wenn vielleicht viele an ihm<lb/>
wieder Kritik üben werden. Der Nachteil bei solchen Diskussionen<lb/>
wenn man Minister ist, man muss eine gewisse Zurückhaltung üben.<lb/>
Ob mir dies gelungen ist, weiss ich nicht. Immer wieder konnte<lb/>
ich glaube ich schlüssig nachweisen, dass <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> Behauptungen auf<lb break="no"/>stellt, die nicht stimme. Typisch der Dieselpreis der jetzt frei<lb/>
ist und sich den Normalbenzinpreis angepasst hat, sein ein Unikat.<lb/>
Genau dieselben Dieselpreise, nämlich gleich dem Normalbenzinpreis,<lb/>
gibt es aber in der Schweiz und in Deutschland. <rs type="person" ref="#per__97739">Mieling</rs>, der eine<lb/>
eigene Tabelle mitgebracht hat, hat dies, als ich es behauptete,<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> sicher assistiert. Dass <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> immer wieder behauptet, die<lb/>
ÖVP hätte alles vorgeschlagen und die Regierung macht halt jetzt<lb/>
zu spät und nicht mit entsprechender Kraft, was die ÖVP immer schon<lb/>
verlangt hat, konnte ich glaube ich auch einige Male widerlegen.<lb/>
Wie es bei den Zusehern ankam, wenn es überhaupt noch welche gibt,<lb/>
weiss ich nicht. Interessant für die Zuhörer, für mich nichts<lb/>
neues war, dass Ing. <rs type="person" ref="#per__150249">Hofbauer</rs> von VW-Porsche das neue energiespa<lb break="no"/>rende Auto erwähnte. <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> bezeichnet es als Wunderauto und wollte<lb/>
womöglich dargelegt haben, dass damit das ganze Problem Energiever<lb break="no"/>sorgung gelöst ist. Tatsächlich verbraucht nach amerikanischen Test<lb/>
3.9 Liter diese Konstruktion, nach EURO-Zyklotest<add>[?]</add> wie wir in Europa<lb/>
haben, 5.8 Liter. Sicher ist eines, dass diese energiesparenden<lb/>
Autos jetzt weltweit konstruiert werden und sicherlich auch in ein<lb/>
paar Jahren auf den Markt sein werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-19_13">Extrem abgelehnt hat der Profil-Redakteur <rs type="person" ref="#per__141704">Buchacher</rs> das Auto.<lb/>
Sicherlich hat er einige ganz interessante Überlegungen und Be<lb break="no"/>gründungen. Typisch PROFIL aber war, dass er ganz unmotiviert da<lb break="no"/>rauf verwies, dass <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, nachdem er einen Unfall mit Todes<lb break="no"/>folgen gehabt hat, in Österreich Verkehrsminister werden konnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__141704">Buchacher</rs> behauptet, er war bei diesem Unfall dabei und hat sehr<lb/>
entsetzt sich darüber gegeben. Genauso unfair hat dann auch <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs><lb/>
<rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> wieder als den Mann erwähnt, der die Nachtspeicheröfen<lb/>
propagiert hat. Abgesehen davon, dass es immer unfair ist über je<lb break="no"/>mand zu urteilen, der nicht anwesend ist, war ich über diese Argu<lb break="no"/>mentation sehr überrascht. <rs type="person" ref="#per__141704">Buchacher</rs> konnte ich nur antworten, dass<lb/>
für Unfälle die Gerichte zuständig sind und man auf solche Art<lb/>
doch nicht Sach- oder politische Probleme lösen kann. Für die Zu<lb break="no"/>kunft befürchte ich, dass überhaupt immer mehr die Sachprobleme<lb/>
zu Personalentscheidungen und Personifizierungen umgewandelt werden.<lb/>
Der weitere Schritt wird dann sein, dass man die Sachfragen, wenn<lb/>
man sie personifiziert hat, auch nicht mehr sachlich diskutiert<lb/>
sondern Personenbezogen in Ermangelung von Sachgegenargumenten<lb/>
wird man dann eben persönliche Diffamierungen an der Tagesordnung<lb/>
haben. Beispiel, Verkehrsminister <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, in seiner Politik<lb/>
nicht nur integer, sondern auch sehr erfolgreich, wird mit dem Argu<lb break="no"/>ment bekämpft, Mörder am Volant. Ein schreckliches Zukunftsbild,<lb/>
wenn wir diese Entwicklung nicht stoppen und ändern können.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 19.6.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 2. Ministerratssitzung, 19.6.1979</head>
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