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            <title type="main">Montag, der 18. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_01">Montag, 18. Juni 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_02">Der Geschäftsführer der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> informieren mich, dass jetzt die Bundesgebäude<lb break="no"/>verwaltung mit der Renovierung des Hauses Hohenstaufengasse beginnt.<lb/>
Da es sich um die ehemalige Bank des jetzt sehr anerkannten Bau<lb break="no"/>meisters <rs type="person" ref="#per__117854">Wagner</rs> handelt, wird stilgerecht renoviert, Das Haus 3<lb/>
wird freigemacht für die Österreichische Fremdenverkehrswerbung.<lb/>
Ich stimme zu, dass für einen 3-Jahres-Vertrag zwecks Durchfüh<lb break="no"/>rung der Renovierung die Fremdenverkehrswerbung in den IV.Bezirk<lb/>
übersiedelt. Finanziell wird nach der Renovierung anstelle der<lb/>
ca. 150.000 Schilling betragenden Miete, 2 Mio. Schilling zu be<lb break="no"/>zahlen sein. Trotzdem ist die Miete und insbesondere der Sitz in<lb/>
diesem historisch wertvollen Gebäude diesen Preis wert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll mit dem Bautenministerium den<lb/>
Renovierplan genau besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_04">Beim Journalistengespräch konnte ich nur die Verbrauchsziffern<lb/>
der ersten 4 Monate von Öl, Elektrizität und Gas, dort nur 3<lb/>
Monate geben. Überall steigende Tendenz. Von Einsparen keine Spur.<lb/>
Ich habe neuerdings darauf verwiesen, dass im Energiebericht 50<lb/>
entsprechende Massnahmen teils zum Einsparen, teils zur Produk<lb break="no"/>tionssteigerung vorgeschlagen haben.Trotzdem musste ich dann in<lb/>
der Diskussion immer mehr herausstreichen, dass das Handelsmini<lb break="no"/>sterium ein Produktionsministerium ist. Der einzige Erfolg der<lb/>
uns bis jetzt geglückt war ist, dass die Elektrizitätswirtschaft<lb/>
anstelle von Öl auf Kohle ihre zukünftigen kalorischen Kraft<lb break="no"/>werke baut. Dies hat auch GD <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> dann im Einzelnen erörtert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wieso bekommen wir die Gasverbrauchs<lb break="no"/>ziffern so spät.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_06">Die Ministerratsvorbesprechung wurde wegen der Regierungserklä<lb break="no"/>rung auf 11 Uhr vorverlegt. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber noch mit Aussenminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__124056">Vance</rs> eine Aussprache hatte, begann die Sitzung um 11.45 Uhr. Sei<lb/>
es zur Entschuldigung, sei es aber weil er sich freut, dass er<lb/>
jetzt wieder einigermassen sehen kann, er trägt keine dunkle Brille<lb/>
mehr, hat er dann jeden einzelnen Minister durch Handschlag be<lb break="no"/>grüsst. Er hat die Regierungserklärung, die jetzt wesentlich län<lb break="no"/>ger wurde als beabsichtigt, schon einige Male umgearbeitet. Ich<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_07">Bei der Regierungsvorbesprechung hat mich <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> ersucht zu prüfen,<lb/>
wieso die Giesserei Luba<add>[?]</add> im XV. Bezirk keine Förderung bekommt.<lb/>
Angeblich hat man ihr die Auskunft gegeben, sie hätte sie bekommen<lb/>
können, fällt aber jetzt doch durch den Rost, weil irgendein for<lb break="no"/>meller Grund nicht erfüllt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte sofort prüfen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_09">Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> macht mich aufmerksam, dass in der Steier<lb break="no"/>mark, in Lafnitz, die Firma Kahl mit 38 Beschäftigten, Textilpro<lb break="no"/>duzent, jetzt die Leute kündigen muss, weil ein Abnehmer von ihr<lb/>
in Konkurs gegangen ist und sie jetzt mitgerissen wird. Für die<lb/>
38 Beschäftigten im Hartberger Raum und für den ganzen Bezirk<lb/>
ist dies eine Katastrophe. Aufträge liegen genug vor. Ausgelöst<lb/>
wird diese Schliessung, weil die Krankenkasse für ein paar Hundert<lb break="no"/>tausend Schilling Rückstand aus dem Frühjahr einklagen will.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte sofort prüfen und womöglich helfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_11">Aussenminister <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> wird jetzt nach Argentinien fahren und meint,<lb/>
er könnt den Kooperationsvertrag den Österreich mit Argentinien<lb/>
ausgehandelt hat, dann dort unterschreiben. Ich mache ihm darauf<lb/>
aufmerksam, dass beabsichtigt war – und ich glaube auch durchge<lb break="no"/>führt wurde – den argentinischen Minister der dafür zuständig ist<lb/>
nach Österreich einzuladen, damit hier der Kooperationsvertrag<lb/>
unterschrieben wird. <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> ist selbstverständlich mit dieser Vor<lb break="no"/>gangsweise einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Wie lautet hier die Vereinbarung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_13">Der tschechische Botschafter ruft mich an und teilt mit, dass der<lb/>
Energieminister <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> kein Mittagessen wünscht, sondern auf<lb/>
alle Fälle ein Arbeitsgespräch mit mir. Selbstverständlich wird<lb/>
dies sofort von mir akzeptiert und das Essen kurzfristig im Impe<lb break="no"/>rial abgesagt. Wie mir dann Frau <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs> mitteilt, besteht das<lb/>
Imperial darauf, dass das Essen zu bezahlen ist. Wenn dies der<lb/>
Fall sein sollte, dann werde ich nie mehr ins Imperial mit einem<lb/>
Essen gehen. Dr. <rs type="person" ref="#per__114718">Dersch</rs> war sehr verzweifelt, als er die Absage dem<lb/>
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verärgert war.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__112949">KAZDA</rs>: Bitte kläre mit Imperial, wie wir dieses<lb/>
Problem bereinigen können.<lb/>
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Nichtinbetriebnahme von Zwentendorf erwarten. Insbesondere verwies<lb/>
ich aber auf die Kontakte zwischen dem slowakischen Energieminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149800">Hanus</rs> und mir in Bratislava. Darauf aufbauend hatte ich den Bot<lb break="no"/>schafter besonders zitiert, der sich jetzt bemüht, die DoKW-Leute<lb/>
nach Bratislava zu bringen, damit man den gemeinsamen Donauausbau<lb/>
neuerdings bespricht. <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> meinte, man könnte ja 1990 die<lb/>
neue Situation besser beurteilen, aber ich verwies darauf, dass<lb/>
1960 ein gemeinsamen Protokoll abgefasst wurde, wo die tschechi<lb break="no"/>sche und österreichische Seite das Projekt eines gemeinsamen<lb/>
Donaukraftwerkes in Wolfstal ad acta gelegt wird. Trotzdem er<lb break="no"/>scheint eine Aussprache zwischen DoKW und dem Generaldirektor des<lb/>
slowakischen-energetischen Unternehmens Bratislava <rs type="person" ref="#per__150250">Lukacka</rs>, den<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> in der Delegation mitgenommen hat, zweckmässig. Am<lb/>
Abend beim Heurigen haben dann Dir. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> den ersten Kontakt mir<lb/>
ihm aufgenommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_16"><rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> hat auch grosses Interesse daran gezeigt Teile des<lb/>
Kernkraftwerkes Zwentendorf zu kaufen. Ich erklärte sofort, dass<lb/>
die Regierung damit nichts zu tun hat, sondern das er sich an<lb/>
die Gesellschaft wen den muss. Ursprünglich war beabsichtigt, dass<lb/>
er Abwinden-Asten besucht. Mir erschien es zweckmässig – und ich<lb/>
habe es ihm deshalb vorgeschlagen – er sollte sich Altenwörth an<lb break="no"/>sehen und gleichzeitig das Kernkraftwerk Zwentendorf. ER war mit<lb/>
diesem Vorschlag sehr einverstanden. Natürlich erwähnte ich die<lb/>
Gespräche die zu führen sind, um die von der CSSR betriebenen Kern<lb break="no"/>kraftwerke in Dukovany ihren Atomzentrum und dann nördlich Öster<lb break="no"/>reichs nahe der Grenze zwecks Sicherheit und Einfluss der Emissio<lb break="no"/>nen auf österreichischen Gebiet. <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> sagte, es gibt jetzt<lb/>
bereits eine Kommission, die all die Fragen bespricht und verwies<lb/>
auf Dr. <rs type="person" ref="#per__146153">Busch</rs> vom Gesundheitsministerium. Dieses Ministerium ist<lb/>
dafür zuständig und führt auch die Gespräche. Mir erschien viel<lb/>
wichtiger dass jetzt <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> das Kernkraftwerk Zwentendorf<lb/>
besucht, dass mir dann die Möglichkeit gibt einen Gegenbesuch in<lb/>
<pb n="48-0689" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-18_0689.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ihren Kernkraftzentrum mit entsprechenden Fachleuten zu ver<lb break="no"/>langen. Beim Heurigen habe ich mich dann lang auch über die<lb/>
weiteren Leitungsmöglichkeiten für polnische Energie über die<lb/>
CSSR nach Österreich über die 400 MW hinaus unterhalten. <rs type="person" ref="#per__122215">Ehren<lb break="no"/>berger</rs> hat mir sehr freimütig gesagt, dass dies mit ihrer jetzi<lb break="no"/>gen Leitungskapazität nicht möglich ist. Sie hätten den Polen vor<lb break="no"/>geschlagen 750 KV Leitung neu zu lagen. Die Polen selbst bauen ja<lb/>
auch für die Tschechen ein 1000-MW-Werk auf ihrer Braunkohle. Ins<lb break="no"/>gesamt haben die Tschechen jetzt 17.000 MW ausgebaut, 600 MW neue<lb/>
Speicheranlagen. Kohle produzieren sie 124 Mio. Tonnen. Die Hoff<lb break="no"/>nung, dass wir mehr Kohle bekommen können, erfüllt sich keinesfalls.<lb/>
Die VÖEST-Alpine hat einen Vertrag über 1,130.000, Wert ca. 1,2 Mia.<lb/>
Schilling, die sie gerne ausbauen will, aber kaum Chancen hat. Auch<lb/>
in Nordböhmen, wo ab 84 Braunkohle gewonnen wird, besteht keine<lb/>
Möglichkeit. Der VÖEST-Alpine Vertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__126225">Rohner</rs> hofft, dass er bei<lb/>
Spezialgesprächen für die OKA Timmelkamm einen 5-Jahres-Vertrag<lb/>
für 100.000 Jato bekommen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__126225">Rohner</rs> soll Dich informieren wie es weiter<lb break="no"/>geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_18">Ein wirkliches Problem stellt für die CSSR die Iran-Gaslieferung<lb/>
dar. Die Leitung wird genau wie in Österreich schon gebaut, die<lb/>
Tschechen hätten 3,5 Mia. cbm bekommen sollen. Er fragte sofort,<lb/>
wie wir unseren Ausfall von 1,8 Mia. kurzfristig decken. Ich ver<lb break="no"/>wies natürlich nur auf die 2 x 400 Mio. cbm Nordseegas und dass wir<lb/>
hoffen algerisches Gas zu bekommen. Von möglichen Sowjetgaszusatz<lb break="no"/>lieferungen – wir erhoffen doch heuer noch 300 bis 500 Mio. cbm –<lb/>
sagte ich nichts. <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> ist ebenfalls der Meinung, dass die<lb/>
Iraner früher oder später das Gas liefern werden, weil sie damit<lb/>
selbst gar nichts anfangen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_19">Beim Heurigen besprach ich dann auch noch die Kohlenpipeline.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> meinte, dies sei ein phantastisches Projekt, die Chan<lb break="no"/>cen zur Realisierung seien minimal. Die Polen bräuchten vor allem<lb/>
Transportwasser. Ich erwiderte hier würden wir gegebenenfalls 2<lb/>
Pipelines bauen, eine für Donauwasser nach Schlesien, dann die zwei<lb break="no"/>te <choice><choice><sic>geschlemmte</sic><corr>?</corr></choice></choice> Kohle zur Donau. <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> hat sehr lobend an<lb break="no"/>erkannt, dass ich mich während der ganzen Diskussion über die<lb/>
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Ich unterstrich neuerdings, dass wir mit Beiden befreundet sind<lb/>
und deshalb in diese Diskussion weder eingreifen wollen, noch<lb/>
in Wirklichkeit erfolgreich könnten. <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs> hat nur vorge<lb break="no"/>schlagen, es wäre zweckmässig sich mit den polnischen Minister<lb/>
gemeinsam zu treffen. Ich habe sofort akzeptiert und ihm ersucht,<lb/>
er soll ein solches Treffen arrangieren. Ich bin bereit in je<lb break="no"/>den Ort zu kommen und ebenso lade ich beide herzlichst nach Wien<lb/>
ein.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_20">Im Wiener Vorstand wurden nur Sekretariatsberichte und Personal<lb break="no"/>fragen behandelt. Im Sparkassenrat wird <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, <rs type="person" ref="#per__123305">Busta</rs>, <rs type="person" ref="#per__123306">Lackner</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> entsandt. Unser Bezirksrat und Jugendobmann, <rs type="person" ref="#per__114118">Ernst<lb/>
Woller</rs>, wird stellvertretender Landesbildungssekretär, bis <rs type="person" ref="#per__122963">Spitzer</rs><lb/>
im Herbst ausscheidet. Anschliessend daran wurde das Programm des<lb/>
Bildungsausschusses vorgelegt. Boshaft machte ich zu meinen Nachbar,<lb/>
Gewerkschaftsobmann <rs type="person" ref="#per__114543">Pöder</rs> von den Gemeindebediensteten, die Bemer<lb break="no"/>kung, ein Glück, dass <rs type="person" ref="#per__114118">Woller</rs> schon bestellt ist, sonst müsste ich<lb/>
mir dies noch überlegen. Die Bildung macht nämlich jetzt sehr<lb/>
grossen Anstrengungen und hat ein Riesenprogramm.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_21">Ein grosses Problem war neuerdings die Diskussion über die AZ-<lb/>
Sanierung. Wenn die Verwaltung und auch die Redaktion nicht ga<lb break="no"/>rantiert, dass mit 18 Mio. Schilling Defizit das Auslangen gefunden<lb/>
wird, derzeit haben sie 48 Mio. vorgeschlagen, dann kann keine<lb/>
Lösung gefunden werden. Der Verkauf der Firma Austria deckt die<lb/>
Verluste bis Juni dieses Jahres.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_22">Die Werbeaktion war mit 8.152 bis jetzt sehr erfolgreich. Wir ha<lb break="no"/>ben im April einen Stand von 244.000 – um 800 weniger wie im Vor<lb break="no"/>jahr – aber immerhin, um 3.000 mehr als Jahresanfang. Der sterbende<lb/>
Bezirk Landstrasse liegt mit 46% an zweitschlechtester Stelle nach<lb/>
Penzing. Wo immer ich hinkomme, oder wo ich auch nur wohne, geht<lb/>
es immer bergab, wie ich ironisch feststelle.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_23">Eine Sachdiskussion gab es dann über die Frage der U-Bahn. Die Jun<lb break="no"/>ge Generation schlägt vor, man soll U6, d.h. die Gürtellinie zur<lb/>
U-Bahn umbauen und nicht U3, das ist die neue Linie vom Westbahn<lb break="no"/>hof – Stephansplatz nach Erdberg, zu beginnen. Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> meinte,<lb/>
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ist <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> von der Leopoldstadt der Meinung, dass wir froh<lb/>
sein sollen, wenn die Jungen-Generations-Leute solche Probleme<lb/>
diskutieren. In München ist es durch die autoritäre Führung<lb/>
von Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__140762">Vogel</rs> mitverursacht dazugekommen, dass die Jusos<lb/>
dann eine so fatale Politik gestartet haben, dass letzten Endes die<lb/>
Mehrheit dort verlorenging. Die österreichische Junge Generation –<lb/>
und dies ist wirklich anzuerkennen – polemisiert gar nicht im<lb/>
Grossen grundsätzliche Fragen gegen die Partei, sondern stürzt<lb/>
sich, worüber wir eigentlich glücklich sein sollen, auf Sachpro<lb break="no"/>bleme. Interessant für mich war, dass auch <rs type="person" ref="#per__97561">Hofmann</rs> der Meinung ist,<lb/>
dass<add>[die]</add> U6 wirklich vor<add>[der]</add> U3 gebaut werden sollte. Glückliche Partei,<lb/>
die mit ihren jungen Leuten keine anderen Probleme hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_24">Der neue albanische Botschafter <rs type="person" ref="#per__133961">Kroi</rs> meinte, dass wir den Aussen<lb break="no"/>handel wesentlich vergrössern könnten, wenn wir Tabak, Mineralien<lb/>
und Elektrizität mehr beziehen würden. Letztere ist durch die<lb/>
Leitungssituation über Jugoslawien nicht möglich, Tabak braucht<lb/>
die Tabakregie kaum und an Mineralien wären wir sehr interessiert.<lb/>
Insbesondere wollten wir Unterlagen über ein Siliziumkombinat,<lb/>
die die Albaner schon versprochen haben, aber nie bis jetzt ge<lb break="no"/>liefert. In Tirana soll von Steyr-Daimler-Puch ein Traktorenwerk<lb/>
errichtet werden und in Elbasan von der VÖEST ein Stahlwerk.<lb/>
Voith und Elin werden zu Wasserkraftanlagen herangezogen. Alle<lb/>
diese Projekte meint <rs type="person" ref="#per__133961">Kroi</rs>, könnten nur dann verwirklichst werden,<lb/>
wenn Österreich vorher die Importe aus Albanien wesentlich ver<lb break="no"/>stärkt. Derzeit haben wir aber einen Rückgang um 40% bei unseren<lb/>
Exporten und um 26% bei den Importen. Im vergangenen Jahr haben wir<lb/>
genau, wie in den vorhergehenden Jahren ein Handelsbilanzaktivum.<lb/>
Wir importierten für 100 Mio und exportierten für 40. <rs type="person" ref="#per__133961">Kroi</rs> meint<lb/>
allerdings zu recht, sie könnten nur dann grössere Anlagen bestel<lb break="no"/>len. wenn eben durch Importe sie bezahlen können. Scheinbar ver<lb break="no"/>treten die Albaner doch noch die alte chinesische Theorie unter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115699">Tschu En Lai</rs>, keine Kredite aufnehmen. Neuerdings wurde ich zur Ver<lb break="no"/>tragsunterzeichnung nach Tirana eingeladen und habe für Herbst<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte Jugoslawien und Albanien jetzt end<lb break="no"/>gültig vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_26">Die Aussprache mit der Landwirtschaftskammer, <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs>, <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs> und den Beamten bei Minister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> brachte über<lb break="no"/>haupt keine Fortschritte. Die Landwirtschaftskammer hat jetzt<lb/>
ein Gegenpapier zum Getreidekonzept vorgelegt, das darauf hinaus<lb break="no"/>läuft, alles soll so bleiben wie jetzt. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat überhaupt<lb/>
eine einzige Möglichkeit, das Ganze ins Rollen zu bringen, indem<lb/>
er sich immer wieder auf mich ausredet und erklärt, ich bin nur<lb/>
bereit für Mahlgetreide die Preise neu zu regulieren und fest<lb break="no"/>zusetzen. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> wollte nun wissen, wie er überhaupt die Preise<lb/>
kalkulieren soll, nachdem nach seiner Meinung noch nicht fest<lb break="no"/>steht, wieviel Stützung abgebaut wird. Dies hätte er aber, abge<lb break="no"/>sehen davon, dass er es im Budget des Landwirtschaftsministeriums be<lb break="no"/>reits herauslesen kann, auch schon aufgrund der bisherigen <choice><choice><sic>Aus<lb break="no"/>führen</sic><corr>Ausführungen?</corr></choice></choice> erahnen können. Das Finanzministerium hat klipp und klar<lb/>
gesagt, die 20 Groschen Roggenpreisstützung, die 5 Groschen Weizen<lb break="no"/>preisstützung, die 17 Groschen Stützung für Qualitätsweizen müssen<lb/>
wegfallen. Strittig ist noch, ob auch die 7.5 Groschen Prämie für<lb/>
Qualitätsweizenanbau gestrichen wird. Der Vertreter des Finanz<lb break="no"/>ministeriums hat ein Schreiben an <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> als Preisbehörde zuge<lb break="no"/>sagt. Ich habe vorgeschlagen, die Besprechungen am Mittwoch im<lb/>
Parlament fortzusetzen. Vormittag in denselben Kreis wie jetzt<lb/>
und Nachmittag aber wird höchste Zeit, dass wir auch die anderen<lb/>
Interessensvertretungen, insbesondere die Handelskammer und die<lb/>
Arbeiterkammer diesen Gesprächen zuzieht. Landesrat <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> wollte<lb/>
unbedingt von <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> eine Aufstellung wie viel die Bauern durch<lb/>
den Stützungsabbau und durch sonstige Massnahmen des Landwirt<lb break="no"/>schaftsministeriums belastet werden. Er ist fest davon überzeugt,<lb/>
dass dies alles über den höheren Erzeugerpreis abgegolten werden<lb/>
müsste. Präs. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> meinte, durch Schuld der Regierung komme man<lb/>
jetzt wieder unter einen Zeitdruck. Dies habe ich ganz entschie<lb break="no"/>den zurückgewiesen, weil bereits bei der letzten Preisfestsetzung<lb/>
im Vorjahr von mir zeitgerecht angekündigt wurde, dass nur mehr<lb/>
Mahlweizen einer Preisregelung unterworfen werden soll. Ing. <rs type="person" ref="#per__113077">Alt<lb break="no"/>mann</rs> meinte, im Preisregelungsgesetz steht drinnen, nur das Roggen<lb/>
und Weizen preisgeregelt werden kann. Es gibt keine Differenzierung<lb/>
zwischen Mahlweizen, d.h. Weizen der zur Mehl-und Broterzeugung<lb/>
herangezogen wird und sonstigen Weizen, der ja dann als Futter<lb break="no"/>weizen gilt. Meine Auffassung war und ist, dass die Definition<lb/>
im Anhang zum Preisgesetz die optimal grösste und gesetzlich ge<lb break="no"/><pb n="48-0693" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-18_0693.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>deckt mögliche ist. Einschränken kann ich jede Preisregelung<lb/>
durch einfachen Bescheid oder Verordnung. Dies wird von der Land<lb break="no"/>wirtschaftskammer ganz entschieden bestritten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-18_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97584">JAGODA</rs> UND <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte diese Rechtsmeinung sofort<lb/>
prüfen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 18.6.1979</head>
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