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            <title type="main">Freitag, der 15. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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               <persName>Gustav Graf</persName>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_01">Freitag, 15. Juni 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_02">Der ORF, Herr <rs type="person" ref="#per__123169">Schiejok</rs>, möchte eine Art Konsumentenparlament<lb break="no"/>sendung machen. Als erstes Thema hat er sich die Ölsituation,<lb/>
insbesondere Preisbildung vorgenommen. Ich bin sehr gespannt, wie<lb/>
dies verlaufen wird. Eine ähnliche Sendung hatte ich einmal schon<lb/>
im Steyr-Daimler-Puch-Haus am Ring, wo die neue auch stattfinden<lb/>
soll, mitgemacht. Beabsichtigt ist, wie er mir erzählt, dass nicht<lb/>
das Podium, wo die drei Vertreter der Partei, Dr. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs><lb/>
und ich, sowie Prof. <rs type="person" ref="#per__114484">Lenz</rs> von der Technischen Universität <add>sowie Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97556">Hirnigel</rs></add> gegen<lb break="no"/>einander diskutieren, sondern mit dem Publikum diskutiert wird.<lb/>
Im Publikum werden aber wieder, nicht wie bei eigener Sache, die Pro<lb break="no"/>minenz in der ersten Reihe sitzen, sondern es soll richtig verstreut<lb/>
der ARBÖ, ÖAMTC, Gewerkschaft der Handelskammer usw. eingeladen<lb/>
werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Kümmere Dich mit <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> bitte über diese weitere<lb/>
Entwicklung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_04">Generalbevollmächtigter und gleichzeitig Generalkonsul <rs type="person" ref="#per__150251">Schön</rs>, kamen<lb/>
wegen der Gegengeschäfte mit Oerlikon, 1 Mia. Schilling Feuerleit<lb break="no"/>geräte, mit mir verhandeln wollen. Oerlikon, die zu 2/3 Zivilpro<lb break="no"/>duktion hat und nur 1/3 Militär, hat noch niemals ein Pönale, wie<lb/>
es bei unseren Gegengeschäften übrig ist, in einem Vertrag ver<lb break="no"/>einbart. Vor allem wollten sie nicht höher als 5% gehen. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
verlangt 15%. Ich habe sofort als Gegenvorschlag, um nicht jetzt<lb/>
im Prozentfeilschen zu enden. <rs type="person" ref="#per__150251">Schön</rs> erklärt, ich könnte mir vorstel<lb break="no"/>len, dass wir diese Bestimmung aus dem Vertrag überhaupt heraus<lb break="no"/>nehmen und dafür im vertraulichen Briefwechsel festlegen. <rs type="person" ref="#per__150251">Schön</rs><lb/>
wird deshalb seinen Verwaltungsrat fragen, da die Finanzierung<lb/>
dieses Feuerleitsystems für das Jahr 1980 und 1981 von der Oerlikon<lb/>
durchgeführt wird, glaubt er, dass jetzt auch das Verteidigungs<lb break="no"/>ministerium endgültig abschliessen kann. und wird. Der Vertrag<lb/>
sollte bis 30. Juni fertig sein, denn <rs type="person" ref="#per__150251">Schön</rs> ist fest davon überzeugt,<lb/>
dass das Landesverteidigungsministerium jetzt ebenfalls akzeptieren<lb/>
wird. Ich erklärte sofort, an dem Problem der Garantieleistung,<lb/>
dass alle Gegengeschäfte durchgeführt werden, wird es nicht scheitern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_05"><rs type="person" ref="#per__150251">Schön</rs> hat mir auch offeriert, er könnt eine ölfördernden ameri<lb break="no"/>kanischen Konzern, der sich an ihm gewandt hat, namhaft machen,<lb/>
der Rohöl verkaufen will. Seiner Meinung kommt dafür nur die<lb/>
ÖMV in Frage. Mit Privaten will dieser Konzern angeblich nichts<lb/>
zu tun haben. Ich habe ihm versprochen die ÖMV darauf aufmerksam zu<lb/>
machen, die sich mit ihm sicherlich in Verbindung setzen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte ÖMV vertraulich verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_07">Ein gewisser <rs type="person" ref="#per__150252">Schrimpf</rs> hat mitgeteilt, dass er bezüglich Ionisierung<lb/>
ein System entwickelt hat, welches ölsparend wirkt. Da er bei mir<lb/>
das Gerät Ionisierung der Luft von <rs type="person" ref="#per__127045">Knoblich</rs><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> gesehen hat, warnte er<lb/>
mich, dass es, wie Untersuchungen ergaben, silikosefördernd wirkt.<lb/>
Ich habe ihm mit <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> bekanntgemacht, damit man gegebenenfalls<lb/>
das Gesundheitsministerium einschaltet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__98040">Toni Wais</rs> fragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_09">Die vorgeschlagene Sitzung bei SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> mit den Interessens<lb break="no"/>vertretungen und sonstigen Beteiligten Ministerien über Ölspar<lb break="no"/>massnahmen verlief, wie ich eigentlich erwartet habe. Alle er<lb break="no"/>klärten neuerdings, dass wir sparen müssten, insbesondere der Ver<lb break="no"/>treter der Ölfirmen. Keiner wollte sich aber konkret festlegen.<lb/>
Das einzige was heute schon fix ist, dass die Elektrizitätswirtschaft<lb/>
in Hinkunft anstelle von Öl, Gas resp. Kohle für konventionelle<lb/>
Kraftwerke verwenden wird. Wie weit eine Umstellung von derzeit<lb/>
800.000 Tonnen Öl ist 7.5% des Verbrauches von bestehenden Kraft<lb break="no"/>werken möglich ist, wird weiter untersucht und bedarf sicherlich<lb/>
einer finanziellen Unterstützung. Ähnlich liegt es bei der Indu<lb break="no"/>strie, die 13% verbraucht. Der Vertreter des Finanzministeriums,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134162">Ferchenbauer</rs>, wollte unbedingt wissen, wie viel die einzelnen Be<lb break="no"/>rechnungen für den Ölpreis und für Kohle, sowie für Gas ange<lb break="no"/>setzt haben. Er selbst sprach davon das Heizöl schwer in Deutsch<lb break="no"/>land jetzt schon 2.300 Schilling die Tonne kostet und was allge<lb break="no"/>meine Verwunderung bei allen Anwesenden auslöste, denn der tat<lb break="no"/>sächliche Preis in Deutschland ist 1.700 Schilling maximal bis<lb/>
1.900 Schilling wie ich sofort korrigierte. Es ist unwahrschein<lb break="no"/>lich<add>[, wie]</add> manche Beamte leichtfertig mit Ziffern herumwerfen. Der Fach<lb break="no"/>verbandssekretär <rs type="person" ref="#per__137297">Messinger</rs>, Alkohol zu Benzin beabsichtigen, da<lb/>
müssten wir unbedingt eine westeuropäische Harmonisierung dafür<lb/>
<pb n="48-0681" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-15_0681.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>herbeiführen. Mit unserem Alkoholprojekt haben wir also sicherlich<lb/>
dort entsprechenden Widerstand zu erwarten. Ing. <rs type="person" ref="#per__114585">Schmidt</rs> von der<lb/>
<choice><choice><sic>Austro-Ferngas</sic><corr>Austria Ferngas</corr></choice></choice> teilt mir mit, dass jetzt bezüglich des Algerien<lb break="no"/>gases und vor allem Substitution von Heizöl schwer durch Gas die Elek<lb break="no"/>trizitätswirtschaft und die Gaswirtschaft eine Arbeitsgemeinschaft<lb/>
gegründet haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_10">ANMERKUNG BEI <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs>: Bitte erkundige Dich bei ihm, was hier im<lb/>
Detail geschehen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_11">Dr. <rs type="person" ref="#per__97764">Musil</rs> vom Wirtschaftsforschungsinstitut hat das Aschacher Alko<lb break="no"/>holprojekt durchgerechnet und festgestellt, dass dort mehr Energie<lb/>
eingesetzt wird, als Energie durch die Alkoholbeigabe im Benzin<lb/>
dann erspart werden kann. Seiner Berechnung nach ist der input<lb/>
grösser als der output. Ich habe ihm nachher sofort versucht zu<lb/>
erklären, dass, selbst wenn diese Berechnungen stimmen, wir allein<lb/>
wegen der Verarbeitung von überschüssigen Getreide diese Idee vom<lb/>
Landwirtschaftsminister und mir weiter verfolgt wird. Ausserdem<lb/>
ersuchte ich ihm um Bekanntgabe der Berechnungsmethode und Ergeb<lb break="no"/>nisse. <rs type="person" ref="#per__97764">Musil</rs> erklärte, er muss dazu noch Herrn <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> von<lb/>
Aschach fragen, da es sich um eine vertrauliche Information und<lb/>
Berechnung gehandelt hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte unbedingt die Berechnung verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_13">MR <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> berichtet mir von dem EG-Österreich Gemischten Ausschuss.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114457">Duchateau</rs>, für Österreich zuständig, hat sich insbesondere über<lb/>
die Strumpfhosenregelung mokiert. Sonst war die Aussprache sehr<lb/>
freundschaftlich und brachte auch keinerlei konkrete Ergebnisse.<lb/>
Viel wichtiger berichtet mir <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> – und da hat er vollkommen<lb/>
recht – ist es jetzt, die Verhandlungen mit Griechenland nach dem<lb/>
EWG Beitritt. Derzeit ist Österreich diskriminiert, weil die Grie<lb break="no"/>chen mit den EG-Staaten und auch anderen bereits entsprechende<lb/>
Zollermässigungen vereinbart haben. Die EG beginnt deshalb<lb/>
bei 32 % den Zollabbau 1981. Österreich muss bei 100% des griechi<lb break="no"/>schen Zolls beginnen. Dies wird nicht nur länger dauern, sondern<lb/>
auch, so langsam abgebaut werden, dass die österreichische Wirt<lb break="no"/>schaft bei Export nach Griechenland sehr stark auch in Zukunft<lb/>
diskriminiert sein würde, wenn es nicht gelingt, eine bessere Lö<lb break="no"/><pb n="48-0682" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-15_0682.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Lass Dich bitte ständig informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_14">Die Veranstaltung von AMC, einer amerikanischen Verkaufs<lb break="no"/>organisation, die heute ihren Sitz aber in Deutschland hat<lb/>
und sündteures Stahlgeschirr, ähnlich dem Tupperware durch<lb/>
Kundenbesuch verkauft, hat mich in einer Art und Weise<lb/>
begrüsst, wie ich es noch nie erlebte. Die tüchtigsten Ver<lb break="no"/>käufer waren zu diesen Treffen nach Wien eingeladen und die<lb/>
paar hundert Leute tobten im wahrsten Sinne des Wortes vor<lb/>
Freude, dass ich sie begrüsse. AMC muss daher – so hatte ich den<lb/>
Eindruck – bis jetzt immer von der Öffentlichkeit diskriminiert<lb/>
worden sein. Ich selbst bin hauptsächlich dort hingegangen, um<lb/>
den versammelten Management nahezulegen, in Österreich eine Produk<lb break="no"/>tionsstätte aufzumachen. Der österreichische Vertreter und Leiter<lb/>
der rund 700 Beschäftigten, 630 Handelsreisenden und 70 in der<lb/>
Hauptverwaltung, die neu gebaut wird, machen einen Jahresumsatz<lb/>
von derzeit ca. 200 Mio. Schilling. Wichtig war mir nur, dass ein<lb/>
kleiner inländischer Holzverarbeiter bereits eingeschaltet ist.<lb/>
Das Management hat mir nachher zugesagt, sie werden weitere Pro<lb break="no"/>duktionsmöglichkeiten in Österreich prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__150253">Rothensteiner</rs>, der eine gute Information<lb/>
lieferte, soll dies weiter verfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_16">Im Jour-fixe wurde über die Frage der Nahversorgung, insbesondere<lb/>
Aufhebung der Preisregelung für sozial kalkulierte Artikel, wie<lb/>
dies auch der Freie Wirtschaftsverband verlangt, lang und breit<lb/>
diskutiert. Immer wenn es um Lockerung bzw. Aussetzung der<lb/>
Preisregelung geht, legt sich die Arbeiterkammer aber auch der<lb/>
ÖGB quer. Die Handelskammer möchte jetzt, dass sozial kalkulierte<lb/>
Preise nicht nur von der Preiskommission als Höchstpreise fest<lb break="no"/>gesetzt werden, sondern gleichzeitig auch ein Mindestpreis fixiert<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> vom Gewerkschaftsbund könnte sich vorstellen, dass<lb/>
man sich über dieses Problem diskutiert, wenn gleichzeitig auch<lb/>
eine Importpreisregelung durch die Paritätische Kommission von der<lb/>
Handelskammer zugestanden wird. Dies ist taktisch ein guter Gegen<lb break="no"/>zug, kann aber niemals zu einem Ergebnis führen. Darüber hinaus<lb/>
sollen gegen den Verkauf unter Einstandspreis nur der Lieferant<lb/>
klageberechtigt sein. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> wieder meinte, es wäre eine Mög<lb break="no"/>lichkeit, die gesamte Preisregelung aufzuheben, wenn auch die<lb/>
Agrarprodukte unter diese Aufhebung fallen würden. In diesem Fall<lb/>
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Da es sich hier um ein Verfassungsgesetz handelt, bräuchte man die<lb/>
Verhandlungen nur so zu führen, dass die ÖVP nicht zustimmt, resp.<lb/>
zustimmen kann. Nach meinen jahrzehntelangen Erfahrungen weiss<lb/>
ich aber, dass es dann letzten Endes doch wieder zu einem Kom<lb break="no"/>promiss kommt. Niemand getraut sich ernstlich die Preisregelung<lb/>
als solche auslaufen zu lassen. Im Hinblick auf die Handels<lb break="no"/>kammerwahl im nächsten Jahr, habe ich aber mit aller Deutlich<lb break="no"/>keit von den Konsumentenvertretern verlangt, wir müssen eine<lb/>
Konzeption entwickeln, die vor dieser Wahl noch zu einem Ergebnis<lb/>
führt. Letzten Endes muss es auch im Interesse AK, ÖGB liegen,<lb/>
dass der Freie Wirtschaftsverband nicht bei den Wahlen wegen Ver<lb break="no"/>nachlässigung der Klein- und Mittelbetriebe vom Wirtschaftsbund,<lb/>
sprich Handelskammer, ebenfalls attackiert wird. Nur über diesen<lb/>
Zeitplan bestand Einigkeit. Ansonsten werden AK und ÖGB Überlegun<lb break="no"/>gen anstellen und ich werde dann mit der Handelskammer im kleinsten<lb/>
Kreis, <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs>, <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> vom Konsum, <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs>, Handelskammer,<lb/>
entsprechende Gespräche aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte versuche die Fronten zu klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-15_18">Bezüglich der Dieselversorgung konnte auch keine einvernehmliche<lb/>
Auffassung erzielt werden. AK und ÖGB möchten am liebsten die<lb/>
Ölfirmen nach den Kartellgesetz und sicherlich auch nach den Preis<lb break="no"/>treibereibestimmungen prüfen und womöglich bestrafen. Genau diese<lb/>
Politik kann ich jetzt bei der kritischen Dieselversorgung nicht<lb/>
brauchen. Natürlich ist das Verhalten der Ölfirmen mir gegenüber,<lb/>
wie selbst loyale Beamte mir mitteilten, eine Schweinerei. Nicht<lb/>
ob ich aber Recht oder Unrecht habe, wird diese Situation lösen,<lb/>
sondern ob eben entsprechende Massnahmen gesetzt werden ist entschei<lb break="no"/>dend. Ich schlug deshalb vor, wir sollten in der Energiesektion<lb/>
eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Dr. <rs type="person" ref="#per__110944">Zluwa</rs> bilden, wo je ein<lb/>
Vertreter der Interessensvertretungen jeden Beschwerdefall über<lb/>
Nichtbelieferung behandelt. Niemand war von diesem Vorschlag be<lb break="no"/>geistert. SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat, wie mir nachher <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> berichtet,<lb/>
dies überhaupt abgelehnt. Er meint eine solche Kommission ist zum<lb/>
Krenreiben, denn sie hat keinerlei gesetzliche Fundierung. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs><lb/>
möchte wieder einmal womöglich eine Bewirtschaftungsregelung ge<lb break="no"/><pb n="48-0684" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-15_0684.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>setzlich einführen. Ich werde versuchen ihm den Plan klar zu<lb/>
machen. Mir kommt es primär darauf an, dass nicht die Ölfirmen<lb/>
ihre verheerende Politik fortsetzen können und die Handels<lb break="no"/>kammer und auch die Landwirtschaftskammer, da sie entweder davon<lb/>
nichts weiss oder falsch informiert ist, ihnen noch Schützenhilfe<lb/>
gibt. Wenn sie, wie dies 1974 bei der Ölkrise der Fall war, die<lb/>
einzelnen Fälle kennt und auch teilweise bearbeiten und lösen<lb/>
muss, dann werden die Landwirtschaftskammer und Handelskammerver<lb break="no"/>treter eine andere Stellungnahme einnehmen oder zumindestens neu<lb break="no"/>tralisiert werden.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Agrarindustrie Gmünd</occupation>
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               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Erich</forename></persName>
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