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            <title type="main">Mittwoch, der 13. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band48_1979-06-13</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_01">Mittwoch, 13. Juni 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_02">Da Hofrat <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs>, Pressereferent, mit Ende des Jahres auf<lb/>
alle Fälle in Pension geht und da er derzeit infolge seines<lb/>
schlechten Gesundheitszustandes nur äusserst schwer seinen Dienst<lb/>
versieht, entschloss ich mich, Mag. <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> als Zweitzuteilung ins<lb/>
Pressereferat zu versetzen. Ich muss ehrlich gestehen, ich bin<lb/>
überrascht, wie Min.Rat <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> für diese Notwendigkeiten immer<lb/>
grosses Verständnis aufbringt, obwohl er, sei es bei <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> oder<lb/>
jetzt bei <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> seine besten Leute verliert. <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs> hat sich auch<lb/>
schon Gedanken gemacht und meinte, es gibt nur zwei, die er mir vor<lb break="no"/>schlagen könnte, an erster Stelle wäre <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> gestanden. Eine Rück<lb break="no"/>sprache mit ihm hat dann ergeben, dass er bereit wäre, diese Zweit<lb break="no"/>zuteilung zu akzeptieren. Ich erklärte ihm die notwendigen, wich<lb break="no"/>tigsten Arbeiten, die er sofort in Angriff nehmen müsste. Was wir<lb/>
dringendst brauchen, ist mehr Kontakt zu den Massenmedien. Das Haus<lb/>
kennt <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> sehr gut aus seiner bisherigen Tätigkeit, nämlich die<lb/>
Anfragebeantwortungen im Parlament. SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> hat unverzüg<lb break="no"/>lich, wie es im Gesetz vorgesehen ist, die Personalvertretung da<lb break="no"/>von informiert.Ich bin auf deren Reaktion sehr gespannt. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, letzterer hat es mir besonders versprochen, wird alles<lb/>
unternehmen, um <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> seinen Einstieg zu erleichtern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__117023">Pein</rs> soll sofort mit der Arbeit be<lb break="no"/>ginnen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_04">SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat wegen der Frage des ortsüblichen Preises – die<lb/>
Firma BP wurde von der Handelskammer aufmerksam gemacht, dass sie<lb/>
gegen den ortsüblichen Preis durch die hohen Importpreise für<lb/>
Dieselkraftstoff dagegen verstösst, sofort eine Gegenstrategie<lb/>
entwickelt. Selbstverständlich können wir weder das Gesetz negie<lb break="no"/>ren, noch können wir als Handelsministerium uns gefährlich präju<lb break="no"/>dizieren. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> schlug deshalb vor, dass wir den Preis von 8.30<lb/>
Schilling für die Importware gegenüber 7.20 Schilling aus der In<lb break="no"/>landsproduktion keinerlei Stellungnahme dazu beziehen. Er hat aber<lb/>
der Firma mitgeteilt, dass es sich erstens um ein Verwaltungs<lb break="no"/>verfahren handelt – und nicht wie diese erwartete – ein Gerichtsver<lb break="no"/>fahren und dass zweitens das Handelsministerium dem Landes<lb break="no"/>hauptmann eine Berichtpflicht vorschreiben wird. Dies bedeutet,<lb/>
dass es wahrscheinlich doch jetzt zu weiteren Importen kommen kann<lb/>
<pb n="48-0671" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-13_0671.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte auf nächste Jour-fixe AK und ÖGB<lb/>
setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_06"><rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat auch vom Gewerberechtsstandpunkt die Energiespar<lb break="no"/>probleme, die die Landeshauptleute betreffen, analysieren lassen.<lb/>
Danach müsste das Ölfeuerungsgesetz, Feuerpolizeigesetz und<lb/>
Luftreinhaltegesetz von den Landesregierungen herangezogen werden<lb/>
resp. auf Energiesparpunkte novelliert. Da diese Probleme auch<lb/>
von der Energiesektion bearbeitet werden, ersuchte ich <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
direkt mit SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> Kontakt aufzunehmen. Ich wollte zuerst,<lb/>
dass dies vielleicht Dr. <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> machen soll, habe dann aber<lb/>
sofort meine Meinung revidiert, weil ich neuerdings daraus eine<lb/>
schwierigere Kontaktaufnahme und Verhandlung zwischen den beiden<lb/>
Sektionen sehe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> vorsichtig informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_08">Dr. <rs type="person" ref="#per__114965">Dorn</rs> von der Bundeshandelskammer ist bei SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> erschie<lb break="no"/>nen, um ihm mitzuteilen, ich sei einverstanden, dass so wie bisher<lb/>
die Handelskammer von den BÜRGES-Anträgen eine Durchschrift be<lb break="no"/>kommt. Abgesehen davon, dass bei den letzten Jour-fixe die Han<lb break="no"/>delskammer immer wieder diese Wünsche an mich herangetragen hat,<lb/>
ich aber niemals eine Zustimmung dazu gegeben habe, ersuchte ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> nur, er soll weiterverhandeln, um in einem grossen Paket,<lb/>
wo auch Forderungen, die das Handelsministerium hat, eine end<lb break="no"/>gültige Lösung auch in diesem Punkt erzielt werden soll. Von einer<lb/>
Zustimmung, die ich angeblich bereits gegeben habe, erklärte ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, kann keine Rede sein. Ich werde doch nicht ohne irgend<lb/>
ein Gegengeschäft <rs type="person" ref="#per__97584">Jagodas</rs> Verhandlungsspielraum beschneiden. Ähn<lb break="no"/>lich ist es auch bei der Bestellung des Handelskammerwahlkommissär<lb/>
für die Bundeskammer bestellt wird. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hätte dagegen gar nichts<lb/>
einzuwenden, müsste nur eben gleich bei allen neun Landeskammern<lb/>
ebenfalls das Wahlkommissär-Problem lösen. Für Wien schlägt er den<lb/>
Leiter der Magistratsabteilung Gewerberecht, <rs type="person" ref="#per__116988">Leitner</rs>, vor. Bei dem<lb/>
wird die Handelskammer auch kaum etwas einzuwenden haben. Die Wiener<lb/>
Handelskammer dagegen hat angeblich einen anderen Vorschlag und<lb/>
grosse Bedenken. Für mich ist es selbstverständlich, dass <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs><lb/>
<pb n="48-0672" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-13_0672.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>einen Verhandlungsspielraum braucht und daher sehr wohl ent<lb break="no"/>sprechende Lösungen nur von ihm kommen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_09">Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> hat an uns ein Schreiben gerichtet, dass<lb/>
er für die ERP-Fachkommission für den Fremdenverkehr anstelle des<lb/>
wahrscheinlich zu auszuscheidenden <rs type="person" ref="#per__136644">Figdor</rs>, einen Kärntner entsen<lb break="no"/>den möchte. Auf telefonische Rückfrage hat <rs type="person" ref="#per__98038">Wagner</rs> mir dann entwe<lb break="no"/>der den Obmann des Freien Wirtschaftsverbandes oder den wirklichen<lb/>
Fremdenverkehrsspezialisten Dkfm. <rs type="person" ref="#per__150254">Meier</rs>, bei Kuratorium Weiterent<lb break="no"/>wicklung des österreichischen Fremdenverkehrs mitgewirkt, hat ei<lb break="no"/>nen guten Ruf, ist ein ausgezeichneter Fachmann und soll – auf der<lb/>
Gerüchtebörse wird dies erzählt – ins Handelsministerium als Staats<lb break="no"/>sekretär kommen. Da die Bestellung letzten Endes durch die Partei<lb/>
erfolgt, resp. bestätigt werden muss, werde ich einen diesbezüg<lb break="no"/>lichen Brief an das Zentralsekretariat schreiben. Fraglich ist<lb/>
nur, ob <rs type="person" ref="#per__136644">Figdor</rs> tatsächlich jetzt schon ausscheiden wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Kläre bitte wann die Fachkommission umbesetzt<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_11">Bundesrat <rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs> von den Kinderfreunden erörtert mir, dass<lb/>
sie jetzt ein neues Kuratorium für kinderfreundliche Fremdenver<lb break="no"/>kehrsbetriebe und Gemeinde geschaffen haben. Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__127593">Irschik</rs><lb/>
soll dort das Sekretariat machen. 40.000 Betriebe kommen dafür in<lb/>
Frage und sie haben jetzt Richtlinien für kinderfreundliche<lb/>
Betriebe und Gemeinden ausgearbeitet. Die Firmen sollten Anspruchs<lb break="no"/>formulare ausfüllen und dann wird das Kuratorium prüfen, ob und<lb/>
inwieweit ein Kennzeichen – 2 Kinder in einem Herz – entsprechend<lb/>
ausgezeichnet werden. Die Kinderfreunde möchten eine Enquete darü<lb break="no"/>ber veranstalten und neben der Frau Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__97899">Sandner</rs>,<lb/>
gleichzeitig Obmann der Kinderfreunde auch mich in das Kuratorium<lb/>
entsenden. Ich habe selbstverständlich zugestimmt und auf Wunsch<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs> mit Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, Österreichische Fremdenverkehrswer<lb break="no"/>bung, Kontakt aufgenommen. Dieser erklärte sich bereit, entsprechend<lb/>
mitzuwirken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte verfolge die weiterer Tätigkeit von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127015">Matzenauer</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_13">Für Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und die Ordensüberreichung an ihm,<lb/>
habe ich im Bristol ein Mittagessen gegeben. So viel ich mich<lb/>
erinnern kann, ist es überhaupt das erste und einzige Mittag<lb break="no"/>essen, welches ich in meiner 10 jährigen Tätigkeit gab. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
war über den hohen Grad der Auszeichnung sehr erfreut. Ich habe<lb/>
mich sehr gewundert, wie sehr doch noch immer wieder solche<lb/>
Orden bei an und für sich – wie ich glaube intellektuell hoch<lb/>
über diesen Dingen stehenden Personen – einen Eindruck haben.<lb/>
Dass die verleihende Ordensbürokratie sich gegen diese hochgradi<lb break="no"/>gen Orden, die ich jetzt doch an die Wirtschaft verleihen kann,<lb/>
dagegen ausspricht, erscheint mir erklärlich. Der Beamte be<lb break="no"/>trachtet die Ordensverleihung als einen Teil oder Entschädigung<lb/>
für seine Tätigkeit. Da sie behaupten, dass sie gegenüber den<lb/>
Spitzen der Wirtschaft – und das trifft dort sicher zu – wesentlich<lb/>
schlechter bezahlt sind, betrachten sie dies wahrscheinlich auch<lb/>
als eine Art Entschädigung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_14">Die Oberösterreichische Ferngas, Dir. <rs type="person" ref="#per__116012">Amon</rs> und Prokurist <rs type="person" ref="#per__128855">Sommer</rs><lb/>
haben mir schriftlich jetzt mitgeteilt, dass sie mit der Arbeiter<lb break="no"/>kammer Oberösterreich ihre Gaspreisregelung vereinbart haben.<lb/>
Bei dieser Vorsprache haben sie mir gleichzeitig versichert, sie<lb/>
wollen so schnell als möglich ihre sehr differenzierten Gasver<lb break="no"/>träge mit ihren Abnehmern vereinfachen und vereinheitlichen. Die<lb/>
Oberösterreichische Ferngas hat 1,265,000.000 cbm im Vorjahr ab<lb break="no"/>gesetzt und hat heuer 1,280.000.000 vorgesehen. Wenn es tat<lb break="no"/>sächlich gelingen sollte dass Russengas mehr angeliefert wird,<lb/>
Algeriengas kommt und trotzdem dann noch der iranisch-russische<lb/>
Vertrag zusätzliche Gasmengen bringt, sieht die Oberösterreichi<lb break="no"/>sche Ferngas wegen der Absatzmöglichkeiten keine Probleme. Ganz<lb/>
im Gegenteil rechnen sie fest damit, dass in Oberösterreich noch<lb/>
eine wesentliche Ausdehnung des Gasbezuges möglich ist. Ich glaube<lb/>
dies auch, bin allerdings davon überzeugt, dass dies weniger eine<lb/>
Frage des Wollens, als vielmehr eine Frage des Preises ist. Wenn<lb/>
der Gaspreis wesentlich über die anderen Energiearten steigen wird,<lb/>
dann wird auch das Interesse nach diesem Produkt sehr nachlassen.<lb/>
Wir haben in der Vergangenheit mit Oberösterreich diesbezüglich<lb/>
schlechte Erfahrungen. Als die UdSSR den ersten Gasliefervertrag<lb/>
abschliessen wollte, wurde zuerst eine grössere Menge vorgesehen,<lb/>
weil man geglaubt hat, dass auch die Oberösterreicher mitpartizi<lb break="no"/>pieren wollen. Die Oberösterreicher haben aber dann, als sie die<lb/>
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haben, sofort abbestellt und haben sich ausschliesslich auf Öl<lb/>
eingestellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte die Vereinbarung jetzt der Energie<lb break="no"/>sektion übermitteln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_16">Eine Aussprache mit dem Verbund und DoKW-Vorstand ergab, dass<lb/>
letzterer auch einsieht, zur Sanierung der Verbundbilanz heran<lb break="no"/>gezogen zu werden. Ich habe nur, ohne vorher mit <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> darüber zu sprechen, sofort vorgeschlagen, dass, wenn das<lb/>
Kernkraftwerk irgendwann einmal in Betrieb genommen wird, dann die<lb/>
Kapitalherabsetzung und damit Leistung der DoKW an die Verbund<lb break="no"/>gesellschaft wieder rückgängig gemacht werden muss. Da in diesem<lb/>
Fall die Verbundgesellschaft günstiger abschneidet, die Erträge<lb/>
würden von einer abgeschriebenen Anlage kalkuliert werden, muss man<lb/>
gerechterweise dann der DoKW dann ihren finanziellen Aderlass<lb/>
wieder ersetzen. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> wollte dafür dann auch noch eine Art<lb/>
Verzinsungsentschädigung. Diese habe ich natürlich abgelehnt. Da<lb/>
in einem Akt im Ministerium derzeit die beabsichtigte oder mög<lb break="no"/>liche Inbetriebnahme von Zwentendorf nicht aufscheinen sollte,<lb/>
die Atomgegner könnten dies letzten Endes sofort wieder zugespielt<lb/>
bekommen, wird im Ministerium über diese Lösung überhaupt nichts<lb/>
deponiert. Die Verbundgesellschaft wird nur der DoKW auf deren<lb/>
Anfrage ein diesbezügliches Schreiben der finanziellen Rückzahlung<lb/>
der Kapitalherabsetzung für die jetzige Kapitalherabsetzung mit<lb break="no"/>teilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_17">Die DoKW hat jetzt eine Berechnung angestellt, wie die Stromver<lb break="no"/>sorgung in der unteren Donau, d.h. ab Wien aussehen wird. Ur<lb break="no"/>sprünglich waren zwei Donaukraftwerke in Regelsbrunn und ein ge<lb break="no"/>meinsames mit der CSSR in Devín-Wolfsthal vorgesehen. Teurere<lb/>
Berechnungen haben ergeben, dass es nicht nur finanziell besser,<lb/>
sondern auch wasserwirtschaftlich und vor allem auch elektrizi<lb break="no"/>tätswirtschaftlich interessanter ist, nur ein Kraftwerk in Hain<lb break="no"/>burg – also auf österreichischem Gebiet – vor der Marcheinmündung<lb/>
zu bauen. Da wir mit der CSSR die guten Beziehungen nicht trüben<lb/>
wollen, wird die Verbundgesellschaft resp. die Donaukraftwerk AG<lb/>
bei einem Besuch in Bratislava dieses Problem neuerdings bespre<lb break="no"/>chen. Der nächste Woche nach Wien kommende tschechische Energie<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__122215">Ehrenberger</rs>, wird, wenn es eine günstige Gelegenheit gibt,<lb/>
<pb n="48-0675" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-13_0675.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auch mit dieser Frage befasst. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> ist fest davon überzeugt,<lb/>
dass die Tschechen dagegen kaum etwas einwenden können, denn be<lb break="no"/>reits vor längerer Zeit wurde ein gemeinsames Protokoll abgefasst,<lb/>
wo die tschechische Seite zur Kenntnis genommen hat und zustimmte,<lb/>
dass dieses gemeinsame Kraftwerksprojekt als endgültig erledigt<lb/>
zu betrachten ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_18">Seit 1919 gibt es eine Legalkonzession für Oberösterreich, Nieder<lb break="no"/>österreich und Wien, an der Donau. Danach erwarten sich alle drei<lb/>
Länder, dass sie für den Ausbau der Donaukraftwerke entsprechende<lb/>
Vorteile eingeräumt bekommen. Oberösterreich erhielt seinerzeit<lb/>
40 Mio. Schilling Entschädigung und hat diesen Betrag sofort als<lb/>
Kapital wieder in die DoKW eingebracht. Ausserdem wurden ihr zwei<lb/>
Aufsichtsräte in der DoKW zugesichert. Für Wien und Niederöster<lb break="no"/>reich wurden seinerzeit 45 Mio. Schilling angeboten, wenn sie eben<lb break="no"/>falls diesen Betrag sofort wieder als Kapital einbringen. Dies<lb/>
wurde aber abgelehnt. In der Zwischenzeit wurde das Wasserrecht<lb/>
1934 und ganz besonders 59 neu gestaltet. Die DoKW und Verbundge<lb break="no"/>sellschaft sind der Meinung, dass dadurch alle Rechtsansprüche<lb/>
von Wien und Niederösterreich erloschen sind. Ein Rechtsgutachten<lb/>
bestätigt diese Meinung. Ich habe auch diesen Standpunkt zur Kennt<lb break="no"/>nis genommen. Ich bin nicht davon so überzeugt, dass dadurch das<lb/>
Problem auch tatsächlich schon erledigt ist. Die Niederösterreicher,<lb/>
aber auch die Wiener werden eben so wie die Kärntner, Vorarlber<lb break="no"/>ger, Oberösterreicher und jetzt auch die Salzburger und Tiroler<lb/>
versuchen aus den Ausbau ihrer Wasserkräfte durch die Verbund<lb break="no"/>gesellschaft oder durch eine Sondergesellschaft der Verbund einen<lb/>
entsprechenden Vorteil zu ziehen. Die Stellung der einzelnen Län<lb break="no"/>der ist, dass sie auf ihr Wasser verzichten und dafür entspre<lb break="no"/>chend entschädigt werden müssen. Die Hauptforderung von Nieder<lb break="no"/>österreich und wahrscheinlich auch von Wien ist derzeit mit 50%<lb/>
an den Ausbau beteiligt zu werden. In Melk wurde der Niederöster<lb break="no"/>reichanteil mit 12% einvernehmlich festgelegt. Für mich uner<lb break="no"/>klärlich ist, dass seinerzeit <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> den Kärntnern zugesagt<lb/>
hat und einen Optionsvertrag gegeben hat, dass dieses Bundesland<lb/>
sich an der Donau bis 8% beteiligen kann. In Altenwörth hat Kärnten<lb/>
diese Option in Anspruch genommen und den Strom sofort vertraglich<lb/>
der Verbund zurückgegeben, weil sie ihn gar nicht brauchen können.<lb/>
Bei allem aber ist Kärnten <choice><choice><sic>auss eratdne</sic><corr>außerstande?</corr></choice></choice>, die dafür notwendigen Bau<lb break="no"/>kostenzuschüsse aufzutreiben. Ich hoffe, dass es auch gelingen wird<lb/>
<pb n="48-0676" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-13_0676.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>für das nächste Kraftwerk, nämlich Greifenstein, eine einvernehm<lb break="no"/>liche Lösung zu erzielen und nicht die ganzen Kraftreserven dann<lb/>
auf die Länder, zumindestens mit einem grossen Anteil verteilen<lb/>
zu müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> davon informieren, damit auch<lb/>
das Handelsministerium sehr vorsichtig die Verbund und DoKW unter<lb break="no"/>stützt.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_20">Die Paritätische Kommission dauerte, trotzdem ich den Vorsitz<lb/>
führte, nicht die üblichen paar Minuten. Dies ist darauf zurück<lb break="no"/>zuführen, weil über die Ölproduktenpreise kein Einvernehmen er<lb break="no"/>zielt werden konnte. Die Landwirtschaftskammer hat sich ganz ent<lb break="no"/>schieden dagegen ausgesprochen, dass der Heizöl-schwer-Preis von<lb/>
1.530.– auf 1.700 pro Tonne erhöht wird. Da hier keine Einigung<lb/>
erzielt werden konnte, dies wurde in einem Beschluss auch festge<lb break="no"/>stellt. Nach der Vereinbarung würde jetzt 6 Wochen der Preis unver<lb break="no"/>ändert bleiben müssen und dann käme wegen Nichteinigung die Firma<lb/>
in die Lage, jeden Preis verlangen zu können. Dagegen sprach sich<lb/>
aber Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> entschieden aus und meinte, es gibt keine<lb/>
Laufzeit mehr. Dieser Punkt der Vereinbarung sei überholt. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs><lb/>
meinte dann auch, um der Automatik auszuweichen, das Handelsmini<lb break="no"/>sterium müsste gegebenenfalls den Heizöl-Schwerpreis amtlich preis<lb break="no"/>regeln. Da 6 Wochen Zeit sind, ich auch gar nicht weiss, ob die<lb/>
Ölfirmen wirklich so lange zuwarten, werde ich derzeit nichts unter<lb break="no"/>nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_21">Ein ähnliches Problem war der Düngemittelpreis. Die Chemie Linz hat<lb/>
um 11% ihren Preis mit 1. Juni erhöht. da zu diesem Zeitpunkt<lb/>
das neue Düngemitteljahr beginnt. Im Preisunterausschuss, resp.<lb/>
dann in der Präsidentenbesprechung hat, oder hätte man sich ge<lb break="no"/>einigt, den Düngemittelpreis mit 8% festzusetzen, wenn die Handels<lb break="no"/>kammer dem zustimmt. Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> sollte mit Chemie Linz<lb/>
die Verhandlungen führen. In der Paritätischen Kommission hat dann<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> dagegen Stellung genommen. Er meinte, dass, ob<lb break="no"/>wohl Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> dieser Lösung schon zugestimmt hat, die<lb/>
Bauern nicht bereit sind, jetzt den Düngemittelpreis, der ursprüng<lb break="no"/>lich nur mit 3.5% laut Vorschlag der Landwirtschaftskammer erhöht<lb/>
werden sollte, dann auch 7% raufgehandelt wurde, jetzt neuerdings<lb/>
mit 8% fixiert werden soll. Erst nachdem etliche Beschlüsse<lb/>
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in diesem Punkt insofern eine Einigung zu erzielen, als Vize<lb break="no"/>präsident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> mit GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> versuchen wird, mit 8% abzuschlies<lb break="no"/>sen. Sollte es zu keiner Vereinbarung kommen, dann wird die Land<lb break="no"/>wirtschaftskammer bei mir eine Preisfestsetzung nach §4, Preis<lb break="no"/>regelungsgesetz, beantragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-13_22">Eine lange Diskussion gab es auch bezüglich der Freigabe von<lb/>
Lohnforderungen der Metallarbeiter. Die haben seit eh und je stets<lb/>
in einer Kollektivvertragsgemeinschaft zwischen Industrie und<lb/>
Gewerbe verhandelt. Jetzt versucht die Handelskammer dass die Füh<lb break="no"/>lungnahme für die Industrieverhandlungen gleich erfolgen sollen,<lb/>
für das Gewerbe aber erst mit Ende Juli die Freigabe erfolgen<lb/>
dürfe. Letzten Endes einigten wir uns dann auf 15. Juli. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat<lb/>
hier nachgegeben, damit es überhaupt zu einen Beschluss kommt.<lb/>
Die Metallarbeiter sind sehr verärgert, dass die Presse bereits<lb/>
heute geschrieben hat, Forderung der Metallarbeiter 9% Kollektiv<lb break="no"/>vertrag und 6% Istlohnerhöhung. Die Metallarbeiter haben die<lb/>
Gewohnheit, vor der Freigabe bereits im kleinsten Kreis mit<lb/>
den Unternehmern über die beabsichtigte Lohnhöhe Gespräche zu<lb/>
führen. Die im vertraulichen Rahmen geführten Verhandlungen haben<lb/>
dann wahrscheinlich durch die Information der vielen Fachverbände<lb/>
nicht dicht gehalten und sind eben jetzt, sogar noch in die von<lb/>
der Handelskammer finanzierte Zeitung, Die Presse, gelandet. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
konnte mit Recht sagen, dass er über diese Entwicklung nicht er<lb break="no"/>freut ist, denn dies bedeutet, dass bei den Verhandlungsbeginn<lb/>
ein sehr schlechtes Klima dadurch geschaffen wurde. Für die Unter<lb break="no"/>nehmer ist der 6% resp. 9%ige Erhöhungswunsch eine grosse Über<lb break="no"/>raschung. Selbst GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> von VÖEST-Alpine hat mir mitgeteilt,<lb/>
wenn er diese Forderung erfüllen muss, dann kann er die Sanierung<lb/>
seiner Gruppe nicht durchführen. Er beabsichtigt sogar aus der<lb/>
Tarif-Kollektivvertragsgemeinschaft auszusteigen. Dies halte ich<lb/>
nicht für möglich und habe ihm auch diesbezüglich reinen Wein ein<lb break="no"/>geschenkt. Ein weiterer Wunsch von <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> – und wahrscheinlich<lb/>
der gesamten Industriegruppe – war es, den Vertrag rauszuschieben<lb/>
und nicht bereits nach Ablauf 1 Jahres, wie viele andere Gruppen,<lb/>
jetzt auch den Metallarbeitern eine neue Lohnerhöhung zuzugestehen.<lb/>
Auch hier wird eine Verlängerung-über 13 Monate halte ich es über<lb break="no"/>haupt für unmöglich – ja selbst mit 13 Monaten schon grosse Schwie<lb break="no"/><pb n="48-0678" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-13_0678.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>rigkeiten bereiten. Ich bin über den Fortgang dieser Verhandlungen<lb/>
sehr gespannt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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