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            <title type="main">Dienstag, der  5. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band48_1979-06-05</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_01">Dienstag, 5. Juni 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_02">Im Ministerrat wurde von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gefragt, ob vom Verfassungs<lb break="no"/>dienst festgestellt, dass wir als geschäftsführende Regierung<lb/>
demissionieren müssen, ansonsten müsste uns der Bundespräsident<lb/>
entlassen. Die Neubestellung wurde deshalb sehr formell durchge<lb break="no"/>zogen, da jedermann weiss, dass es zu einer Regierungsumbildung<lb/>
im Herbst kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_03"><rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> berichtete, dass die Arbeitslosenrate im Mai 1.7%<lb/>
wahrscheinlich betragen wird, die endgültige Ziffer kann er<lb/>
erst dann sagen, bis der Beschäftigtenstand bekannt ist. Gegen<lb break="no"/>über dem Vorjahr, wo die Arbeitslosenrate 1,6% beträgt, eine leichte<lb/>
Verschlechterung, aber noch immer natürlich eine traumhafte Be<lb break="no"/>schäftigungssituation.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_04">Vor der Sitzung – und dann bei einer Ministerratsnachbesprechung –<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> das Benzin- und Dieselpreisproblem zur Sprache ge<lb break="no"/>bracht. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hatte mir bereits vorher<lb/>
gesagt, dass die Dieselfreigabe bei den Bauern einen Sturm der<lb/>
Entrüstung auslöst, da der Transportausgleich jetzt wegfällt,<lb/>
müssen die Bergbauern im westlichen Gebiet mehr für den Diesel<lb/>
bezahlen als die reicheren Marchfeldbauern. Sowohl <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> als<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> haben sich meiner Meinung angeschlossen, dass, wenn<lb/>
wir aus der politischen Verantwortung der ständig zu erwartenden<lb/>
Preissteigerung auf diesem Sektor herauskommen wollen, nur eine<lb/>
Preisfreigabe möglich ist. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> glaubt, dass wenn das Argument<lb/>
wegfällt, jetzt haben die Ölgesellschaften die Möglichkeiten alles<lb/>
auf den Dieselpreis zu überwälzen, was übrigens sicherlich nicht<lb/>
stimmt, dann würde er die Situation leichter ertragen. Das Haupt<lb break="no"/>problem wurde einvernehmlich festgestellt, ist die Lösung des Heizöl<lb/>
extra Leichtpreis. Dieser wird als Sozialpreis immer wieder be<lb break="no"/>hauptet, entsprechend tief bleiben. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bemerkt zu recht, dann<lb/>
müsste man auch eine entsprechende Sozialpreisgestaltung bei Holz,<lb/>
Kohle, Gas, elektrischen Strom, der sogar degressive Tarife hat,<lb/>
einführen, was natürlich vollkommen unmöglich ist. Ich erklärte<lb/>
dass jetzt in der nächsten Zeit Besprechungen fraktioneller Art<lb/>
mit der ÖMV und den Sozialpartnern stattfinden müssten und werden,<lb/>
um für dieses Problem eine Lösung zu finden. Ich werde natürlich<lb/>
<pb n="48-0634" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-05_0634.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>weiter versuchen einen Konsens zu erreichen, war allerdings<lb/>
sehr schwierig sein wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bemerkte zu Recht, dass es<lb/>
halt sehr problematisch ist, mit dem Arbeiterkammerreferenten<lb/>
zu einer Einigung zu kommen, wenn die wirtschaftliche Lage ganz<lb/>
was anderes erfordert. Die ganze Energiefrage wird im erweiterten<lb/>
Präsidium besprochen, weshalb <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> und ich uns dort bereithalten<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_05">Im Parlament habe ich dann mit dem Repräsentanten der Pensionisten<lb/>
NR <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs>, über die Frage der verbilligten Ölpreisempfänger fälsch<lb break="no"/>lich als Rentner bezeichnet, gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> sagt mit Recht,<lb/>
es gibt kaum eine Lösungsmöglichkeit über Zuteilung oder Abgeltung.<lb/>
Die 300.000 Ausgleichszulagenempfänger können dafür kaum herange<lb break="no"/>zogen werden, denn wenn einer nur um 1 Schilling mehr hat, wird<lb/>
er nichts mehr bekommen. Ein weiterer Einwand von mir war, dass es<lb/>
auch heute wahrscheinlich Familien gibt, die ein geringeres Ein<lb break="no"/>kommen haben als Rentner und die würden dafür nichts bekommen.<lb/>
Alle sind wir uns aber einig, dass die Hauptfrage überhaupt die<lb/>
Versorgungssicherung ist. Selbst 1 Schilling mehr würde von <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs><lb/>
akzeptiert werden, wenn tatsächlich dann die Versorgung gesichert<lb/>
wäre. <rs type="person" ref="#per__97926">Schranz</rs> möchte wissen, wieviel von den Ölofenbesitzer Pen<lb break="no"/>sionisten sind, was ungeheuer schwierig zu erfahren ist. Aus dem<lb/>
Mikrozensus 78 hat <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> festgestellt, gibt es 61% Einzelheizungs<lb break="no"/>haushalte, 31 davon Ölofenheizer. Dies wären rund 20% der Haushalte.<lb/>
Vielleicht kann man eine Schätzungsziffer aus anderen Kriterien<lb/>
finden, wieviel davon Pensionisten oder vielleicht gar geringe<lb/>
Einkommensbezieher sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte das Statistische Zentralamt befragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_07">Weiter wäre es sehr wichtig, wenn wir jetzt den durchschnitt<lb break="no"/>lichen Verbrauch eines Wohnungsbesitzers errechnen könnten, der<lb/>
kein Einfamilienhaus, kein Schwimmbad usw. besitzt, um die Be<lb break="no"/>lastungen für einen normalen Ölofenheizer zu errechnen. Eine ge<lb break="no"/>wisse Hilfe könnte sein, wenn man aus den Mikrozensus entnehmen<lb/>
könnte, ob es sich um einen Ölofen handelt oder um einen Ölofen,<lb/>
der für eine ganze Etagenheizung verwendet wird. In diesem Fall ist<lb/>
nämlich anzunehmen, dass er sicherlich einen Vorratstank hat und<lb/>
sogar wahrscheinlich einlagert und nicht mit dem Kanister zur Tank<lb break="no"/>stelle Öl kaufen geht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Erkundige Dich, ob es Durchschnittsberech<lb break="no"/>nungen gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_09">Im Parlament wurde dann zuerst im Klub die Klubobmänner <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs>, <rs type="person" ref="#per__109808">Anneliese Albrecht</rs> und <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> als Stellvertreter neu,<lb/>
dann die 20 Klubvorstandsmitglieder ebenfalls alles einstimmig<lb/>
gewählt. Neu ist nur die Kollegin <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> und für die Steier<lb break="no"/>mark <rs type="person" ref="#per__114677">Schlager</rs>. <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> fragte, warum jetzt kein Kärntner<lb/>
mehr im Klubvorstand ist. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> vom Freien Wirtschaftsverband<lb/>
wird <choice><choice><sic>im</sic><corr>in den</corr></choice></choice> Klubvorstand kooptiert, da er wahrscheinlich Kontrollob<lb break="no"/>mann wird. Für den Bundesrat wurde wieder <rs type="person" ref="#per__97958">Skotton</rs> gewählt. Für die<lb/>
Präsidenten <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__125303">Thalhammer</rs> einstimmig bestimmt. Als Ordner<lb/>
wird <rs type="person" ref="#per__141657">Kittl</rs> ebenfalls einstimmig gewählt. Gleichzeitig werden als<lb/>
Neuerung Sektorenordner <rs type="person" ref="#per__137298">Egg</rs>, <rs type="person" ref="#per__97809">Pfeifer</rs> und <rs type="person" ref="#per__127077">Rechberger</rs> gewählt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_10">In der Parlamentsabstimmung erhält dann <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> von 180 164, <rs type="person" ref="#per__97743">Minko<lb break="no"/>witsch</rs> 158 und <rs type="person" ref="#per__125303">Thalhammer</rs> 110, da 40 für die <rs type="person" ref="#per__109808">Anneliese Albrecht</rs> und<lb/>
18, glaube ich, für den FPÖler <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> abgegeben werden. Neu für mich<lb/>
war, dass Präsidenten des Nationalrates, wenn sie einmal gewählt<lb/>
sind, in dieser Legislaturperiode nicht mehr abgesetzt werden können,<lb/>
es sei denn, sie machen sich eines kriminellen Verbrechens schuldig.<lb/>
Weder mit 2/3-Mehrheit, noch mit Mißtrauensantrag können Präsidenten<lb/>
des Nationalrates, es sei denn, sie legen freiwillig selbst zurück,<lb/>
von diesem Posten entfernt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_11"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat im Klub dann einen entsprechenden politischen Bericht<lb/>
gegeben. der sich natürlich primär mit den aussenpolitischen Problemen<lb/>
beschäftigt. Er ist fest davon überzeugt, dass die Rechte in Europa,<lb/>
ja sogar in der Welt gehofft hat, dass es zwischen der UdSSR und<lb/>
China zu einer härteren Auseinandersetzung kommt, er erwartet sich<lb/>
aber, dass die beiden einen modus vivendi finden. Es besteht in<lb/>
Europa, so hoffen die Rechten, ein konservativer Trend, denn auch<lb/>
die österreichischen Wahlen sind nach deren Meinung konservativ<lb/>
gewesen, weil sie auf die Erhaltung des Bestehenden ausgerichtet<lb/>
waren. In Italien wollte die KP stärker werden durch den Euro<lb break="no"/>kommunismus und die eigene Linie, jetzt wird man abwarten müssen,<lb/>
ob nicht doch eine Radikalisierung eintritt, was letzten Endes<lb/>
aber für ganz Europa schlecht wäre. Neu für mich war aber, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> behauptet, es gibt keine Lagermentalität bei den öster<lb break="no"/><pb n="48-0636" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-05_0636.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>reichischen Wählern. Die Kinder wählen nicht wie die Eltern.<lb/>
Dies steht im Gegensatz zur Äusserung <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl's</rs>, der immer wieder<lb/>
sagt, seine Meinungsumfragen ergeben eindeutig, dass die Kinder im<lb/>
grossen und ganzen so wie die Eltern wählen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Versuche einmal zu klären, wie die IFES<lb/>
dieses Problem im Detail sieht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_13">Handelsrat <rs type="person" ref="#per__114374">Krüger</rs> von der DDR beschwert sich bei mir, dass die<lb/>
Firma Ing. <rs type="person" ref="#per__150290">Brandstetter</rs>, ihr Importeur für Elektromotore, den An<lb break="no"/>trag auf 8 Mio. Schilling Einfuhr nicht genehmigt bekommen hat.<lb/>
Man hat angeblich als Kompromiss ihm zugesagt, er kann 5 Mio. vidiert<lb/>
bekommen, wenn er den 8 Mio. Schilling Antrag zurückzieht. Im Vor<lb break="no"/>jahr wurde aus der DDR für 23 Mio. Schilling Elektromotoren impor<lb break="no"/>tiert, jetzt 1979 bereits für 6,750.000. Die Begründung von MR<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> war, dass man eben für das erste Halbjahr die Hälfte der<lb/>
vorjährigen Importe zugrunde legen wollte. Dies entspricht, wenn<lb/>
-<choice><choice><sic>an</sic><corr>man?</corr></choice></choice> weitere 5 Mio. der Firmen gibt. Die bisherigen Genehmigungen<lb/>
wurden nur zum Teil ausgenützt. <rs type="person" ref="#per__114374">Krüger</rs> meinte, es müssten bei den<lb/>
Einfuhren aus der DDR berücksichtigt werden, dass sie 19 bis 22%<lb/>
Zoll und weitere 5.3% bezahlen müssen und dadurch gegenüber den<lb/>
anderen zollfreien Importen aus der EG/EFTA und teils auch noch<lb/>
bei Entwicklungsländern wesentlich zollermässigt, oder zollfreie<lb/>
Einfuhren als Konkurrenzofferten gegenüberstehen. Die Industrie<lb/>
wieder beschwert sich, dass seit 1975 der Preis bei deutschen Motoren<lb/>
nicht geändert wurde, obwohl die Paritätische Kommission seit<lb/>
diesem Zeitpunkt den Preis um 19.8% erhöht hat. <rs type="person" ref="#per__114374">Krüger</rs> argumentiert<lb/>
dagegen, dass Rabatte bis zu 64% des Preises gegeben werden, die<lb/>
zeigen, wie alle diese Listenpreise rein auf dem Papier stehen. Dem<lb break="no"/>gegenüber hält aber <rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> fest, dass die überhöhten Rabatte<lb/>
bei dem Preisvergleich herangezogen wurden. <rs type="person" ref="#per__114374">Krüger</rs> erwartete näm<lb break="no"/>lich, dass diese sozusagen unberücksichtigt blieben. Der Marktan<lb break="no"/>teil der DDR-Motore bewegt sich zwischen 0.14 und 2.83%. Das Handels<lb break="no"/>ministerium hat ein hearing durchführen wollen, welches die DDR aber<lb/>
als eine Diskriminierung empfindet. Erstmals würden dazu Ausländer<lb/>
herangezogen werden, um Rede und Antwort stehen zu müssen. Ich schlug<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112973">Hillebrandt</rs> vor, er soll mit dem Fachverband folgende Regelung ver<lb break="no"/>suchen. Es wird jetzt der Antrag von 8 Mio. Schilling der Firma<lb/>
<rs type="person" ref="#per__150290">Brandstetter</rs> noch einmal vidiert, gleichzeitig wird aber versucht<lb/>
im Juli, August eine endgültige Regelung dieses Problems herbei<lb break="no"/><pb n="48-0637" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-05_0637.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zuführen. Ich bin zwar nicht überzeugt, dass dies wirklich ge<lb break="no"/>lingen wird, doch müssen wir unbedingt eine Geste des guten<lb/>
Willens gegenüber der DDR setzen, da wir ja jetzt einige ganz<lb/>
grosse zusätzliche Lieferungen, sei es bei Anlagen aber vor<lb/>
allem auch von 70 Mio. Schilling Konsumgüter durchgesetzt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte lass Dir über den Fortgang berichten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_15">Im Präsidium auf der Landstrasse hatten wir eine Aussprache mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113061">Kaditz</rs> und <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> vom Konsum. Durch die Änderung ihrer Politik,<lb/>
der ehemalige Direktor <rs type="person" ref="#per__97890">Sagmeister</rs> wollte nur die entsprechend<lb/>
unrentablen Läden schliessen, die jetzige Geschäftsleitung will<lb/>
zwar rentable, aber ein dichteres Netz auf der Landstrasse auf<lb break="no"/>bauen, kam es zu unliebsamen Diskussionen in einzelnen Sektionen.<lb/>
Der besonders davon betroffene Sektionsleiter und gleichzeitig<lb/>
Generalsekretär des Freien Wirtschaftsverbandes, <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs>, wird<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> einen Lösungsvorschlag ausarbeiten. Während in anderen<lb/>
Bezirken der Anteil vom Konsum bei ca. 20% der Versorgung liegt,<lb/>
sind es auf der Landstrasse nur 3,4%. Der Konsum ist daher bren<lb break="no"/>nendst daran interessiert, irgendwie bessere Filialen neu zu er<lb break="no"/>richten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_16">Ich habe im Präsidium dann auch das Gespräch auf den Profil-Artikel<lb/>
gebracht. Ein Teil der Präsidiumsmitglieder hatten den Artikel be<lb break="no"/>reits gelesen. Übereinstimmend wurde mir bestätigt, dass selbst<lb break="no"/>verständlich das Ganze jetzt sich gegen mich richten wird. Die Ge<lb break="no"/>nossen erwarten, was auch ich sehr begrüsse, eine eingehende Unter<lb break="no"/>suchung der Gemeinde über die Vorfälle bei der Betriebsansiedlungs<lb break="no"/>gesellschaft betreffend den Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__114117">Mayerhofer</rs>. Trotzdem<lb/>
ist mir vollkommen klar, dass, obwohl ich mit diesen Geschäften,<lb/>
das haben sie mir sicherlich geglaubt, nichts zu tun habe, dass<lb/>
sich dies auch gegen mich richten wird. Ich gebe mich da gar keiner<lb/>
Illusion hin.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-05_17">In der Ausschussitzung gab ich einen politischen Bericht und wahr<lb break="no"/>scheinlich infolge der Hitze gab es nur eine Diskussion von 5<lb/>
Rednern von Initiative über Energie, autofreien Tag bis zur Ab<lb break="no"/>fertigungsfrage und den Staatsschulden, die für mich vielleicht<lb/>
unangenehmste dann, warum <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs> nicht dritter Präsident wurde.<lb/>
Diese Frage einer Genossin war für mich deshalb schwerer zu beant<lb break="no"/><pb n="48-0638" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-05_0638.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>worten, weil auch ich auf dem Standpunkt gestanden bin, das wäre<lb/>
optisch äusserst günstig gewesen, anstelle <rs type="person" ref="#per__125303">Thalhammer</rs> <rs type="person" ref="#per__109808">Albrecht</rs><lb/>
zu nominieren und ich habe mich ja immer dafür eingesetzt. Richtig<lb/>
ist, dass sie jetzt als stellvertretende Klubobmännin natürlich<lb/>
ein politisch stärkeres Gewicht hat und mehr mitreden kann, als<lb/>
wenn sie nur repräsentative dritte Präsidentin geworden wäre.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 165. Ministerratssitzung, 5.6.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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