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            <title type="main">Freitag, der  1. Juni 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_01">Freitag, 1. Juni 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_02">Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> teilt mir mit, dass das Rostocker-Projekt<lb/>
mit über 4,3 Mia. Schilling nicht Österreich bekommen kann,<lb/>
weil die Finanzierungskosten mit 70 Mio DM höher liegen, als bei<lb/>
vergleichenden Offerten. Die Preise und die Technik wäre genau so<lb/>
gut, wie er behauptet. Ich erfahre es als <choice><choice><sic>ersters</sic><corr>erstes? erster?</corr></choice></choice> und ich ersuche<lb/>
ihm, dass ich sofort mit GD <rs type="person" ref="#per__97315">Apfalter</rs> sprechen kann. Dieser ist<lb/>
über die Absage nicht überrascht, denn dieses Projekt wurde den<lb/>
Franzosen versprochen. Er ist fast davon überzeugt, dass wir das<lb/>
Konverterstahlwerk um 5 Mia. Schilling bekommen. Wir vereinbaren,<lb/>
dass er sofort mit <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs> spricht und meine Enttäuschung zum Ausdruck<lb/>
bringt, damit wir beim nächsten Projekt besser berücksichtigt wer<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Was ist dabei herausgekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_04">Dir. <rs type="person" ref="#per__114722">Hübl</rs>, Entsorgungsbetriebe Simmering, legt eine Kalkulation,<lb/>
wonach er 75 Mio Liter Ethanolalkohol für die Beimischung zum Ben<lb break="no"/>zin erzeugen kann, ohne dass er eine besondere Stützung braucht. Da<lb/>
wir insgesamt höchsten 150 Mio heimischen können, verbleibt für die<lb/>
Agrarindustrie Gmünd resp. für die Zuckerindustrie nur mehr die zweite<lb/>
Hälfte. <rs type="person" ref="#per__114722">Hübl</rs> dürfte es sich mit der Landwirtschaft, NÖ Verband, GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117174">Lunacek</rs>, bereits gerichtet haben. Was wir jetzt dringend brauchen<lb/>
ist ein Gutachten über die Preise und vor allem aber auch über die<lb/>
Möglichkeit den Bleigehalt im Benzin zu senken, wenn man eben 2.5%<lb/>
reinen Alkohol beimischt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> soll beides sofort verschaffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_06"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> kommt mit den von der Sektion Handel, <rs type="person" ref="#per__121792">Steidl</rs> für den Erdöl<lb break="no"/>handel, und Vertretern der Tankstellen, <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__150292">Brunner</rs></sic><corr>Brunnbauer</corr></choice></choice><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>??, sowie mit <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs>,<lb/>
um die Handelsspannenregelung beim neuen Benzinpreis zu besprechen.<lb/>
Überrascht bin ich, dass <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> mitteilt, die Multis hätten ihm<lb/>
gesagt, dass der Handel überhaupt nichts bekommen dürfe und dass<lb/>
höchstens die Tankstellen 1.5 Groschen erhalten dürften. Im Prinzip<lb/>
erkläre ich mich bereit, in der Preiskommission für eine Erhöhung<lb/>
einzutreten. Die Handelskammer muss uns nur entsprechende Vorschläge<lb/>
machen. Mir war von vorneherein klar, dass die Tankstellenbesitzer<lb/>
und Pächter, aber vor allem auch der Handel eine vollkommene unzu<lb break="no"/><pb n="48-0627" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-01_0627.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>längliche Spannenerhöhung niemals akzeptieren werden. MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs><lb/>
wollte mir gegenüber zumindestens auch den Handel vorerst über<lb break="no"/>haupt keine Spannenerhöhung geben. Da ich ihm aber mit plein<lb/>
pouvoir ausgestattet habe und gar nicht einen Kompromissvorschlag<lb/>
den er mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> besprochen hat, hören wollte, habe ich um den<lb/>
Vorsitzenden und die Preiskommission nicht zu einer reinen Ja<lb break="no"/>sagerfunktion abzuwerten, darauf bestanden, dass beides erst in der<lb/>
Preiskommission besprochen und letzten Endes beschlossen wird.<lb/>
Das Ergebnis war, dass die Tankstellen 4 Groschen und der Handel<lb/>
1/2 Groschen bekommen haben. Damit möge gar niemand zufrieden ge<lb break="no"/>wesen sein. Durch diesen Entscheid ist es aber geglückt, die Gefahr,<lb/>
dass zu Pfingsten in grösserem Ausmass gestreikt wird, abzuwenden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_07">MR <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> teilt mir mit, dass er jetzt mit den Verträgen RAG und ÖMV<lb/>
zu Ende kommen wird. Die RAG hat sich verpflichtet, dasselbe zu<lb/>
machen, was die ÖMV an Aufsuchung usw. durchführt. Ein Mindest<lb break="no"/>aufsuchungsprogramm von 5 Jahren wird jetzt vereinbart. Die Auf<lb break="no"/>suchungsgebiete müssen nach Bundesländern geregelt werden und nicht<lb/>
nach verschiedenen geologischen Einheiten. Wenn eine Aufsuchung<lb/>
in der 5-Jahres-Periode nicht mehr durchgeführt werden kann, ist sie<lb/>
in die nächste 5-Jahres-Periode automatisch aufzunehmen. Ich bin mit<lb/>
dieser Lösung einverstanden. Das wichtigste erscheint mir, dass<lb/>
es überhaupt zu einer einvernehmlichen Regelung zwischen Ministerien<lb/>
und Ölgesellschaften kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Lass Dir mitteilen, wann endlich der Ab<lb break="no"/>schluss erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_09">Das Gespräch über die weitere Arbeitsmarktaktivität bei Sozialminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> mit den Interessensvertretungen der Arbeitnehmer und<lb/>
damit lauter Sozialisten ergab eine interessante Diskussion. Die<lb/>
Arbeitsmarktmittel, 1,3 Mia. Schilling im vergangenen Jahr, die auch<lb/>
heuer wieder aufgewendet werden müssen, sind durch Einnahmen aus<lb/>
der Arbeitslosenversicherung nicht gedeckt. Die Arbeitslosigkeit<lb/>
Ende Mai war zwar nur 47.000, um 9.000 weniger als im Vormonat,<lb/>
aber doch um 1.000 mehr als im Vorjahr und liegt mit 1.6% noch sehr<lb/>
günstig. Trotzdem reichen die Beiträge nicht aus. Die Referenten<lb/>
der Arbeiterkammer stellen sich natürlich vor, dass weitere Leistun<lb break="no"/>gen aus dem Budget erfolgen müssen. Dies halte ich für ganz unmöglich<lb/>
Der Finanzminister kann in der jetzigen Budgetsituation nicht neue<lb/>
Subventionen beginnen. Die einzige Möglichkeit für ihm ist, eine<lb/>
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da müsste er aber unbedingt ein Solidaritätsbeitrag durch Prag<lb break="no"/>matisierte, die ja auch aus der Vollbeschäftigung profitieren, he<lb break="no"/>rangezogen werden. An den 1,3 Mia. könnte sich <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> aus der<lb/>
PAF, produktive Arbeitsmarktfürsorge 140 Mio. Schilling, die<lb/>
er für das Baugewerbe ausgibt, manchmal wurden dort warme Unterhosen<lb/>
angeschafft, zu einem beträchtlichen Teil ersparen. Die Bauarbeiter<lb break="no"/>gewerkschaft hat dies aber alles genau entschieden kategorisch abge<lb break="no"/>lehnt. Ich legte bei meinem Diskussionsbeitrag besonderen Wert darauf,<lb/>
dass wir unbedingt bei der Art Finanzierung von Direktförderung,<lb/>
sprich Investitions- und Betriebsmittelhilfe durch das Sozial<lb break="no"/>ministerium bleiben müssten. Jedwede andere Lösung über Fonds<lb/>
oder über sonst Selbstverwaltung oder über ein anders Ministerium<lb/>
würde uns international nur Schwierigkeiten bereiten. Durch die<lb/>
Umschulung, Warnung und was es sonst noch alles gibt, haben wir<lb/>
international nicht den Ruf den die Schweden haben, dass wir unsere<lb/>
Industrie direkt und indirekt subventionieren. Schwierig wird es,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> ausgeführt hat dann, wenn, wie z.B. EUMIG 70 Mio.<lb/>
Schilling für Fohnsdorf versprochen worden sind und er bei besten<lb/>
Willen unter Ausnützung unter aller Gesetzesmöglichkeiten nicht<lb/>
einmal die Hälfte zustande bringt. Noch schwieriger ist es aber, wenn<lb/>
wie bei Ford und General Motors jetzt grosse Subventionen wie 1/3 der<lb/>
Investitionssumme zugesagt werden ohne dass er dafür eigentlich<lb/>
so leicht eine gesetzliche Deckung finden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte lass Dich von der AK und ÖGB ständig am<lb/>
laufenden halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_11">Beim Jour fixe mit AK und ÖGB diskutieren wir über die Regelung des<lb/>
Ofenheizöl-extraleicht-Preises. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> ist der Meinung, es müsste<lb/>
mit 1. Jänner 1980 eine zweckgebundene Energieabgabe für Förderungs<lb break="no"/>massnahmen eingeführt werden. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> stellt sich vor, dass ein So<lb break="no"/>zialausgleich für die Rentner oder Kleinölmengenbezieher gefunden wird<lb/>
Tatsache ist, dass wir mit dem jetzigen System und vor allem den Prei<lb break="no"/>sen die Versorgung nicht einmal im Sommer, geschweige denn im Winter<lb/>
garantieren können. Da ich mich sofort ausserstande erkläre über<lb/>
Steuern zu verhandeln – ich will dies nicht und werde dies auch in<lb/>
Hinkunft nicht tun – muss die ganze Frage mit dem Finanzminister<lb/>
besprochen werden. Wir werden eine interfraktionelle Besprechung ein<lb break="no"/>berufen und vom Finanzministerium einen Genossen beiziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs> <add><rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs></add>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> und Finanzministerium<lb/>
Termin vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_13">Die Getreidepreisverhandlungen müssten im Juni abgeschlossen werden.<lb/>
Der bereits durchgeführte Stützungsabbau bei Getreide muss jetzt in<lb/>
den neuen Preis, zuzüglich der neuen Preisforderung der Bauern ein<lb break="no"/>bezogen werden. Dazu kommen auch noch Kollektivvertragslohnerhöhun<lb break="no"/>gen und Produktionskosten und Spannenerhöhungen, sodass doch we<lb break="no"/>sentlich mehr zusammenkommen wird, als man ursprünglich erwartet hat.<lb/>
Das wirkliche Problem wird aber der Termin. Ein weiteres Verschieben,<lb/>
obwohl dies mengenmässig möglich wäre, es liegen genug alte Vorräte<lb/>
noch in den Lagern, wird aber nicht in Erwägung gezogen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_14">Die Milchpreisforderung und der Stützungsabbau soll mit 1.1.1980<lb/>
erfolgen, verlangt <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> vom ÖGB. Ich bin nicht überzeugt, dass<lb/>
es uns gelingen wird, eine <choice><choice><sic>Zwitdifferenz</sic><corr>Zeitdifferenz?</corr></choice></choice> bei den jetzigen Belastungen,<lb/>
die die Bauern erklären tragen zu müssen, unter anderem jetzt auch<lb/>
die Dieselpreiserhöhung, verschieben zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Die fraktionellen Besprechungen müssen auch für<lb/>
diesen Punkt intensiviert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_16">Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, Verein für Konsumenteninformation, beschwert sich, dass<lb/>
nur Lozelach <add>[= Scherze, Witze; Anm.]</add> jetzt überall wegen des Energiesparens angeregt und<lb/>
koordiniert werden. Die wirklich grossen Probleme und Vorschläge<lb/>
werden nirgends durchgezogen. Er kennt den Ministerratsvortrag<lb/>
vom Bundeskanzler, dem der Vorsitzende der Koordinationsgruppe,<lb/>
SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ausgearbeitet hat, noch nicht. Optisch wird nämlich<lb/>
verhältnismässig sehr viel für das Energiesparen getan. Ich stehe mehr<lb/>
denn je auf dem Standpunkt, wir dürften nur 1 oder 2 Schwerpunkte<lb/>
setzen. Bis jetzt war der Schwerpunkt, Kohlekraftwerke anstelle<lb/>
von Ölkraftwerken. Dies ist geglückt bei der Elektrizitätswirt<lb break="no"/>schaft durchzusetzen. Der nächste Schwerpunkt muss jetzt sein,<lb/>
den Staatsvertrag 15a wegen der Wärmedämmung und der Heizungsan<lb break="no"/>lagenregulierung und Kontrolle durchzusetzen und dann auch tat<lb break="no"/>sächlich zu kontrollieren. Der dritte Schwerpunkt wäre dann nach<lb/>
-<choice><choice><sic>einem</sic><corr>meinem?</corr></choice></choice> Vorschlag, wenn es gelänge, dass die Konsumenten die Fenster<lb/>
dichten. In so einem Fall würden wir schon entsprechende Energie<lb break="no"/>mengen sparen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Wie weit steht es mit den Besprechungen<lb/>
der Industrie wegen Wärmepumpen?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_18">Die AK beschwert sich, dass Existenzgründungen lt. den Richtlinien<lb/>
erfolgen, die wirklich kaum notwendig sind, u.a. wurden die Prä<lb break="no"/>mie für Tabaktrafiken, für Boutiquen am Graben und in der Mariahil<lb break="no"/>fer Strasse gegeben. Strittig ist schon, ob wir einem Friseur, der<lb/>
in einem Nobelviertel aufmacht, eine solche Prämie vorenthalten<lb/>
sollen. Wir einigen uns darauf, dass die Richtlinien neu überar<lb break="no"/>beitet werden und vor allem solche Extremfälle ausgeschaltet werden<lb/>
müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_20">Die Nichtversorgung in einzelnen Gemeinden wird von <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> dazu be<lb break="no"/>nützt, um zu erklären, wenn die Kettenläden, der Konsum und andere<lb/>
Diskonter und Märktebetreiber, die Möglichkeit bekommen von Be<lb break="no"/>dienungs- auf Selbstbedienungsläden umzusteigen und dafür auch einen<lb/>
Zuschuss zu erhalten, so würden sie die Versorgung in einzelnen Ge<lb break="no"/>meinden aufrecht erhalten. Ich erkläre sofort aus optischen Gründen<lb/>
kann ich mir nicht vorstellen, dass der Konsum, oder irgend eine<lb/>
andere grosse Handelskette von der Bürges in irgend einer gearteten<lb/>
Form einen Zuschuss bekommt. Mir erscheint es wichtig und als einzig<lb/>
richtiger Weg, wenn eine Unterstützung auch der Grossen erfolgen<lb/>
muss, damit sie in gewissen Gemeinden die Versorgung aufrecht er<lb break="no"/>halten, dann müsste dies von der Arbeitsgruppe Strukturwandel im<lb/>
Handel mir einvernehmlich vorgeschlagen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte den Vorsitzenden des Ausschusses<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__97860">Rauter</rs> informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_22">AK und ÖGB beschweren sich bitter, dass Chemie Linz den Kunst<lb break="no"/>düngerpreis erhöht hat, ohne den Kompromissvorschlag des Preisunter<lb break="no"/>ausschuss der Paritätischen Kommission mit 7% zu akzeptieren.<lb/>
AK und ÖGB waren sehr grosszügig bei allen anderen Preisen, Poly<lb break="no"/>ethylen, Polypropylen, Melanin, Kunstharz, Kunstlackstoffe usw.<lb/>
Sie sind über GD <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> sehr verärgert und erwarten, dass ich sofort<lb/>
wenn § 3 Antrag kommt, die notwendigen neuen Preise festsetze.<lb/>
Dies sage ich sofort zu. Ich bin gespannt, wie lange die Landwirt<lb break="no"/>schaft dazu braucht, einen solchen Preisantrag zu stellen. Der<lb/>
ÖGB hat sich sogar mit der Absicht getragen, er selbst wird einen<lb/>
<pb n="48-0631" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-01_0631.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>solchen Preisantrag unmittelbar einbringen. Dies wäre aber<lb/>
optisch und politisch nicht sehr günstig.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_23">Eine Besprechung am Pfingstsamstag mit <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> und <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> ergab, dass<lb/>
die Regierungserklärung sich noch einige Zeit hinziehen wird und<lb/>
wir wahrscheinlich noch einige Male damit beschäftigt werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> hat bereits einige Entwürfe ausgearbeitet aufgrund von<lb/>
Unterlagen, die ihm die Ministerien geschickt haben. Jetzt hat<lb/>
er eine neuerliche Formulierung versucht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt aber erst<lb/>
am Sonntag von Amerika zurück und erst dann wird man sehen, wie er<lb/>
die Regierungserklärung sich überhaupt vorstellt resp. wie er sie<lb/>
dann zum x-ten Male wieder umändert. Interessant für mich war, dass<lb/>
alle anderen dort anwesenden Nichtgenossen wie z.B. <rs type="person" ref="#per__150294">Schranz</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__150295">Walter</rs> usw. gar nicht wussten, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in Amerika ist, sondern<lb/>
glaubten, er sei noch immer in Mallorca. Allerdings muss ich zugeben,<lb/>
auch durch einen Zufall davon erfahren zu haben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> tarnt ir<lb break="no"/>gendwelche Auslandsbesuche, die zur Untersuchung sei es des Auges oder<lb/>
seiner Gesundheit dienen, sehr geschickt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_24">Die Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> und <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs>, später kam dann noch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> dazu, am Pfingstsonntag auf der Hohen Wand, hat mich bestärkt<lb/>
dass es gar nicht so einfach sein wird, das Mandat wirklich zu<lb break="no"/>rückzulegen. Zum Unterschied von anderen Ländern, wie z.B.Frankreich<lb/>
wo man automatisch dann wieder das Abgeordnetenmandat erhält,<lb/>
wenn man das Regierungsamt verliert, würde bei uns nur die Möglich<lb break="no"/>keit bestehen. Es muss deshalb, wie <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> richtig bemerkt, die<lb/>
ganze Frage parteimässig geklärt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-06-01_25"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> ist nach wie vor besorgt, dass der Devisenabfluss in den<lb/>
letzten Wochen anhält und dann zu einer katastrophalen Situation<lb/>
in der Nationalbank führen würde. Durch die Dollar-Aufwertung sind<lb/>
jetzt die ganzen Spekulationsgelder, die letzten Endes doch nach<lb/>
Österreich hereingekommen sind, wieder zurückgeflossen. Die Niedrig<lb break="no"/>zinspolitik wirkt sich nach Meinung<add>[von]</add> <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> jetzt sehr schlecht aus.<lb/>
Ich bin immer sehr persönlich sehr froh, wenn ich auf diesem Sektor<lb/>
keine Kompetenz habe, hier müssen sich die verantwortlichen Stellen<lb/>
mit dem Finanzminister eben einigen. Die höheren Zinssätze sollen<lb/>
dann im Herbst in Kraft gesetzt werden, damit es überhaupt möglich<lb/>
sein wird, die entsprechenden Anleihenwünsche unterzubringen<lb/>
<pb n="48-0632" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-06-01_0632.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Mein Schwager <rs type="person" ref="#per__114117">Mayerhofer</rs> teilt mir mit, dass das Profil gegen<lb/>
ihm recherchiert. Ich habe mit der ganzen Angelegenheit weder<lb/>
direkt noch indirekt auch nur das Geringste zu tun. Trotzdem bin<lb/>
ich sehr gespannt, ob sie mich hineinziehen werden.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 1.6.1979</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Lunacek, Heinrich</persName>
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               <occupation>Verband ländlicher Genossenschaften; evtl. ident mit A Lunacek, GD Fa.
                  WÖV</occupation>
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               <persName type="label">Meszaros, Kurt</persName>
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               <occupation>Branchenreferent HM</occupation>
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               <persName type="label">Apfalter, Heribert</persName>
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               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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               <persName type="label">Blecha, Karl</persName>
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               <occupation>Wr. Betriebsansiedlungsgesellschaft, Schwager Staribachers</occupation>
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               <persName type="label">Moser, Josef</persName>
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               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Weißenberg, Gerhard</persName>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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