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            <title type="main">Freitag, der 25. Mai 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band48_1979-05-25</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_01">Freitag, 25. Mai 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_02">Bei der Ausstellung im Messegelände, Austria Glas, eine Fach<lb break="no"/>messe, hat die Brunner Glasfabrik ihre Isolierglasfenster prä<lb break="no"/>sentiert. Sie haben zu einer Pressekonferenz eingeladen, wo aller<lb break="no"/>dings nur 2 Journalisten von Fachzeitschriften erschienen sind.<lb/>
Daraus ersieht man, dass das Interesse am Energiesparen äusserst<lb/>
gering ist. Der für die Innungen zuständig Stadtrat <rs type="person" ref="#per__126257">Neusser</rs> hat<lb/>
mir vorgeschlagen auch den Ausstellungsstand der Kramsacher Fach<lb break="no"/>schule zu besichtigen. Der Direktor hat mich dann nach Kramsach ein<lb break="no"/>geladen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bei der nächsten Tirol-Reise vormerken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_04">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__126257">Neusser</rs> wird bei der Herbstmesse einige Stände über<lb/>
Energiesparen vom Gewerbe betreuen und aufbauen. Unter anderem<lb/>
sollen die Rauchfangkehrer, die jetzt auch in Wien bereit sind<lb/>
mitzuwirken. Nach <rs type="person" ref="#per__126257">Neusser's</rs> Meinung wäre es notwendig, dass das<lb/>
Wissenschaftsministerium jetzt ein geschlossenen Konzept über<lb/>
Energiesparen mit allen Beteiligten abspricht und dann eine ent<lb break="no"/>sprechende Finanzierung sicherstellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Mit Energiesektion besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_06">Interessant für mich waren auch die Sicherheitsgläser. Bei der<lb/>
Hammerprobe habe ich den Hammerstiel abgebrochen, das Glas<lb/>
konnte ich nicht zersplittern. Als neuestes wurde mir auch ge<lb break="no"/>zeigt ein durchsichtiges Glas, welches bei Hitzeentwicklung,<lb/>
d.h. Feuer, dann entsprechenden Isolierschaum entwickelt, wo<lb break="no"/>durch 90 Minuten das Feuer abgehalten wird. Dies eignet sich am<lb/>
besten für die Kaufhäuser. Die entscheidendste energiesparende<lb/>
Massnahme wurde mir von allen bestätigt, ist aber die Fenster<lb break="no"/>isolierung. Nicht nur allein bei Glas, sondern auch bei den Rahmen<lb/>
resp. beim Mauerwerk müssten hier mit geringsten Aufwänden die<lb/>
grösstmöglichen Energiespareffekte erzielt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte die Fensteraktion mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und<lb/>
Energiesektion jetzt endlich starten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_08">Direktor <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, Verbundgesellschaft, Dir. <rs type="person" ref="#per__113016">Peter</rs>, Illwerke,<lb/>
Bgm. <rs type="person" ref="#per__137052">Stecher</rs>, Bludenz, wollten von mir eine endgültige Lösung<lb/>
des Problems, oder wie <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> sich ausdrückte, der Causa<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs>. Dieser hat angeblich falsche Zeugenaussagen Zusammen<lb break="no"/>arbeit mit <choice><choice><sic>den deutschen Stromabnehmer</sic><corr>dem deutschen Stromabnehmer? den deutschen Stromabnehmern?</corr></choice></choice> zu Ungunsten der Illwerke<lb/>
begangen und wegen ihm ist eine Reihe von Auszeichnungen von<lb/>
Illwerke-Mitarbeitern unterblieben. Da ich nun im nächsten Monat<lb/>
den Illwerken einen Besuch abstatten werde, der Anlass ist die Er<lb break="no"/>öffnung eines Kraftwerkes der Vorarlberger Kraftwerksgesellschaft,<lb/>
muss jetzt die Ordensverleihung geklärt werden. Die Vorarlberger<lb/>
Genossen sprechen sich ganz entschieden dagegen aus, <rs type="person" ref="#per__137052">Stecher</rs><add>[teilte?]</add> mir mit<lb/>
es gibt einen diesbezüglichen Klubbeschluss der Vorarlberger Land<lb break="no"/>tagsfraktion. Dir. <rs type="person" ref="#per__113016">Peter</rs> erklärte, er würde auf die Auszeichnung ver<lb break="no"/>zichten, wenn gleichzeitig auch <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> die vom Bundespräsident<lb/>
verliehene Auszeichnung bekommen wird. Damit wird, wie <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs><lb/>
sagt, das Eklat noch grösser. Ich habe kein Recht, die bereits vom<lb/>
Bundespräsident ins Handelsministerium bereits geschickte Aus<lb break="no"/>zeichnung nicht zu übergeben. Wenn, wie seinerzeit gefordert<lb/>
wurde, der Rechnungshof jetzt bei seiner Prüfung auf irgend<lb break="no"/>welche strafbaren Tatbestände draufkommen sollte, wird die Anzeige<lb/>
zu erstatten sein und dann eben ein Gerichtsverfahren abzuwickeln.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs> ist in Vorarlberg auch bei seinen eigenen Parteigenossen,<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__118211">Kessler</rs> angefangen, bis zu dessen Gegenspieler, Statthalter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116913">Mandl</rs>, sehr umstritten. <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> bemerkte aber zu Recht, dass<lb/>
erst in der <rs type="person" ref="#per__113017">Berchtold</rs>-Periode seit 1967 die Vorarlberger Elektri<lb break="no"/>zitätswirtschaft nach Österreich hinein geführt wurde. Die Koor<lb break="no"/>dinierungsverträge, die Donauverträge und die 380-KV-Leitung<lb/>
wurde erst unter seiner Ägide und Mitwirkung überhaupt ermöglicht<lb/>
Wir einigten uns zum Schluss darauf, dass das Parteipräsidium in<lb/>
Vorarlberg die Sache noch einmal besprechen wird und ich dann end<lb break="no"/>gültig Bescheid bekomme. Für die anderen Illwerke-Mitglieder<lb/>
wird auf alle Fälle die Ordensauszeichnung bei meinen nächsten<lb/>
Vorarlbergbesuch durchgeführt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte alle Vorbereitungen treffen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_10"><rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> berichtet <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und mir über seine Verhandlungen mit<lb/>
dem Schweizer<add>[Energieversorgungsunternehmen]</add> ATEL. Die Verbund wird nicht in diesem Winter,<lb/>
sondern erst im nächsten, 3 Jahre Vorlieferung aus dem Kern<lb break="no"/>kraftwerk Gösgen, 100 MW beziehen. Nachher wird 1 Jahr Ruhepause<lb/>
<pb n="48-0592" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-25_0592.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>liegen und dann muss Österreich 3 Jahre dieselbe Strommenge<lb/>
plus 6% Verzinsung in Natura zurückzahlen. Diese Zeitverschiebung<lb/>
um 1 Jahr war notwendig, weil die Verbundgesellschaft nicht die<lb/>
Rücklieferung in Natura früher garantieren konnte. Die Verhand<lb break="no"/>lungen über das Kohlekraftwerk in Tullnerfeld gehen rüstig vo<lb break="no"/>ran. Im Juni soll der Kaufvertrag mit Donau-Chemie abgeschlossen<lb/>
werden. Mit den Polen ist ein Kohlevertrag auf 108 Schilling/10^6 WE,<lb/>
ein äusserst günstiger Preis, in Verhandlung. Für diesen Winter<lb/>
ist noch eine Zusatzlieferung der Wiener möglich geworden. Die<lb/>
Verbund wird der Gemeinde Wien im Sommer, Mai, Juni, Juli je<lb/>
100 MW und wenn es die Wasserführung erlaubt und Wien übernehmen<lb/>
kann, sogar mehr noch liefern. Derzeit sind es 300 MW, weil die<lb/>
Flüsse günstige Wasserführungen haben. Im Winter wird dann die<lb break="no"/>selbe Energiemenge von Wien an die Verbund zurückgeliefert, mit<lb/>
einem Aufpreis von 12 Groschen. Wien hat also – und jetzt muss man<lb/>
sagen Gott sei Dank – seine Kapazität stärker ausgebaut, als<lb/>
es eigentlich seinen unmittelbaren Bedürfnissen entspricht. Die<lb/>
Politik hat seinerzeit Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> eingeleitet und<lb/>
auch entgegen mancher Genossen durchgezogen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Die Verbund soll jetzt die Import-und<lb/>
Exportregelungen für dieses Jahr und dem nächsten Jahr zusammen<lb break="no"/>stellen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_12">Der Wiener Landesinnungsmeister für die Glaserer beschwerte sich<lb/>
bei mir über die Preispraktiken einer gewissen Firma Aglas. Den<lb/>
Fall soll MR <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> genau kennen, da bereits einige Beschwerden<lb/>
im Handelsministerium anhängig sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte den ganzen Fall prüfen und mit dem<lb/>
Wiener Innungsmeister sich in Verbindung setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_14">Der bulgarische Botschafter hat mich ersucht, ich sollte der<lb/>
Festveranstaltung 1.300 Jahre Bulgarien im Jahre 1981 beitreten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> und <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> haben schon zugesagt, der Vorsitzende<lb/>
wird NR <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, der Obmann der bulgarisch-österreichischen Gesell<lb break="no"/>schaft, sein. Selbstverständlich habe ich sofort zugestimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_15">Der syrische Kulturattache hat mir vom Handelsminister <rs type="person" ref="#per__150306">IMADI</rs><lb/>
eine Einladung zur syrischen Messe am 4.7. überreicht. Zum<lb/>
Glück bin ich da wirklich mit dem Schweizer und deutschen<lb/>
Wirtschaftsminister bei Gesprächen. Ich habe daher sehr höflich<lb/>
aber bestimmt abgelehnt. Im Antwortschreiben an <rs type="person" ref="#per__150306">Imadi</rs> werde<lb/>
ich mich für die Einladung herzlichst bedanken, aber gleichzeitig<lb/>
mitteilen, dass die syrische Seite uns wissen liess, dass er<lb/>
jetzt in eine neue Funktion, angeblich Bankdirektor berufen wird.<lb/>
Ich werde mich daher für die Zusammenarbeit bedanken, gleichzeitig<lb/>
vorschlagen dann, mit dem neuen Handelsminister Kontakt aufzu<lb break="no"/>nehmen. Früher oder später muss ich ja doch einmal Syrien be<lb break="no"/>suchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte dies im Briefentwurf ohne konkreten<lb/>
Termin festhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_17">Beim Jour-fixe mit AK und ÖGB<add>[und?]</add> Dr. <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs>, der für die Koordination<lb/>
im Gesundheitsministerium verantwortlich ist, beschwert sich über<lb/>
den mangelnden Kontakt mit dem Handelsministerium. Sowohl in<lb/>
Genf bei den nichttarifarischen Handelshemmnissen, als auch bei<lb/>
den österreichisch-schweizerischen Wirtschaftsgesprächen in Bern<lb/>
wurden die Vorschläge resp. Stellungnahmen des Gesundheits<lb break="no"/>ministeriums entweder nur sehr mangelhaft vertreten oder über<lb break="no"/>haupt gar nicht berücksichtigt. Allerdings stellte sich dann<lb/>
heraus, dass scheinbar vom Gesundheitsministerium an der inter<lb break="no"/>ministeriellen Vorbesprechung niemand teilgenommen hat. <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs><lb/>
hat insbesondere grösste Bedenken im Rahmen des Accordino das<lb/>
Rahmenkontingent von 120 auf 220 Tonnen aufzustocken. Damit seien<lb/>
die österreichischen Salamierzeuger ruiniert, die Qualität ent<lb break="no"/>spricht übrigens nicht einmal den österreichischen Vorschriften.<lb/>
Einziger Interessent sei die Firma Groninger, der die Importe<lb/>
durchführt. Arbeiterkammer und ÖGB schliessen sich sofort dieser<lb/>
Meinung von <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs> an. In den Accordino-Verhandlungen soll des<lb break="no"/>halb nur der Qualitätswein ?? von 13 auf 20.000 hl und der Typen<lb break="no"/>wein von 4 auf 8.000 hl in Literflaschen erhöht werden. Dafür kann<lb/>
das Einstellvieh 3.200 auf 4.200 Stück und die Käse von 810 auf<lb/>
1.306 Tonnen Erstkompensation erhöht werden. Der Landeshaupt<lb break="no"/>mann von Tirol hat sich bei mir in einem Brief für den weiteren<lb/>
Ausbau des Accordinovertrages eingesetzt. Der Kontakt mit <rs type="person" ref="#per__114160">Psota</rs><lb/>
wird in Hinkunft von <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> durchgeführt, denn der bisherige<lb/>
<pb n="48-0594" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-25_0594.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Kontakt mit Dr. <rs type="person" ref="#per__114739">Goldmann</rs> von der Industriesektion hat Koordinations<lb break="no"/>fehler im Handelsministerium ergeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Dr. <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> soll eine interministerielle<lb/>
Accordinositzung mit den obigen Kompromiss unter Beiziehung von<lb/>
einem Tiroler Vertreter durchführen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_19">Bei der Mineralölpreiserhöhung ist die AK und der ÖGB nicht bereit<lb/>
von ihrer Stellungnahme, alles muss weiter preisgeregelt sein,<lb/>
abzugehen. Ich hätte am liebsten, nachdem sich jetzt im Westen bei<lb/>
der Dieselölversorgung Schwierigkeiten ergeben, den Dieselöl<lb break="no"/>preis freigegeben. Dadurch hätte ich auch die Möglichkeit ge<lb break="no"/>habt, die Handelsspannenforderung und vor allem die Tank<lb break="no"/>stellenspannenerhöhung dort unterzubringen. Ich bin überzeugt, dass<lb/>
eine wesentliche Erhöhung nicht möglich gewesen wäre und dann die<lb/>
Argumentation trotzdem weggefallen wäre, dass ich die Handels<lb break="no"/>spannen und insbesondere die Tankstellen zu sehr benachteilige.<lb/>
Dass einzige Zugeständnis, das Dr. <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs> gemacht hat ist, dass<lb/>
man wahrscheinlich die ganzen Öl- und Benzinpreise nicht mehr einmal<lb/>
im Jahr nur erhöhen kann. Die sonst übliche Jahresfrist wird hier<lb/>
sicherlich nicht mehr eingehalten werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_20">Das Energieplanspiel wird jetzt von SChef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> einvernehmlich mit<lb/>
Oberst <rs type="person" ref="#per__123328">Fenz</rs> von der Wirtschaftlichen Landesverteidigung durchge<lb break="no"/>führt. Die Ölfirmen werden wahrscheinlich nur sehr zögernd mittun,<lb/>
die AK und der ÖGB zeigten daran überhaupt kein Interesse. Sie stehe<lb/>
auf dem -Standpunkt, das müsste auf Grund des Ölbevorratungsge<lb break="no"/>setzes das Handelsministerium jederzeit ohne Zustimmung der<lb/>
Interessensvertretungen durchführen können. Theoretisch mag dies<lb/>
stimmen, in der Praxis würde sich dann sehr bald herausstellen,<lb/>
dass es sich dann um eine reine Zahlenspielerei handelt, hinter<lb/>
der überhaupt kein praktischer Nutzen steht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll auch mittun und gleichzeitig<lb/>
die Bewirtschaftung, sprich Benzinrationierung, neuerdings über<lb break="no"/>prüfen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_22">Im Entwurf des Mieterschutzgesetzes hat Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> analog dem<lb/>
Patentgesetz einen Entgeltanspruch für die Arbeitnehmer vorge<lb break="no"/>sehen. Dagegen hat sich Dr. <rs type="person" ref="#per__150307">Schönherr</rs> von Unternehmerseite ausge<lb break="no"/><pb n="48-0595" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-25_0595.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sprechen. Die AK, Dr. <rs type="person" ref="#per__114716">Knittler</rs>, interveniert dass unbedingt die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs>-Fassung in die Begutachtung gehen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte Entsprechendes veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_24">Die Behauptung der Schweizer Nationalrätin <choice><choice><sic><rs type="person" ref="#per__134063">Hagen</rs></sic><corr>Uchtenhagen</corr></choice></choice><add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>?? aus Zürich,<lb/>
dass in Schweden die Industrie so hoch gestützt wird, als das<lb/>
schweizerische Budget, 16 Mia. sfr, insgesamt ausmacht, wird von<lb/>
allen als überhöht und unmöglich bezeichnet. Die Nationalbank<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, wird es aber übernehmen, eine Studie darüber auszuar<lb break="no"/>beiten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_25"><rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> hält fest, dass von März bis Mai die Devisen- und Valuten<lb break="no"/>bestände von 55 Mia. auf fast 40 Mia. zurückgegangen sind. Der<lb/>
Aufbau des Jahres 78 von 35 Mia. auf 60 Mia. ist damit in den ersten<lb/>
Monaten wieder verlustig geworden. Er hat angenommen dass die<lb/>
Exporte entsprechend zurückgegangen sind und die Einfuhren wesent<lb break="no"/>lich gesteigert wurden. Die jetzt zur Verfügung stehenden ersten<lb/>
4 Monatswerte zeigen aber, dass die Einfuhr um 11%, die Ausfuhr<lb/>
aber doch noch um 12% gestiegen ist. Für den Monat April waren<lb/>
die Ziffern 10% und 12%.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_26">Dir. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>, ÖIAG, stellt fest, dass die verstaatlichten Betriebe<lb/>
jetzt eine gute Periode vor sich haben. Im Grundstoffbereich sind<lb/>
nicht nur grössere Mengen, sondern auch wesentlich bessere Preise<lb/>
erzielt worden. Selbst in den schlechten Branchen, wie Edelstahl<lb/>
wurde der Verlust des Vorjahres halbiert. Einzig und allein gibt<lb/>
es jetzt Probleme im Industrieanlagenbau. Hier hat die VÖEST und au<lb/>
auch andere Betriebe in der letzten Zeit einige Projekte nicht<lb/>
bekommen, die sie dringendst gebraucht hätten. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> hat mir<lb/>
nachher vertraulich mitgeteilt, dass jetzt die Mitterberger Kupfer<lb break="no"/>bergbau, die ja in Liquidation ist, bilanzmässig von der ÖMV über<lb break="no"/>nommen werden soll. Dadurch würde die ÖMV eine entsprechende Ver<lb break="no"/>lustvortragsquote bekommen, ihre Bilanz also dadurch auf Kosten<lb/>
des Fiskus verschlechtern können. Die ÖIAG würde durch diese Lösung<lb/>
die Verlustliquidation der Mitterberger Kupferbergbau ehestmög<lb break="no"/>lich los werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_27">Ein Gespräch mit den Arbeitsbauern und Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__115605">Schneider</rs> als<lb/>
Obmann und Nationalrat <rs type="person" ref="#per__97809">Pfeifer</rs> sowie den Sekretär <rs type="person" ref="#per__115606">Fux</rs> zeigte<lb/>
<pb n="48-0596" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-25_0596.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mir, dass ihr Kontakt zum Landwirtschaftsminister nicht gerade<lb/>
der beste sein dürfte. Sie haben zwar alle ihre Probleme angeb<lb break="no"/>lich auch mit <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> besprochen, wollten von mir aber wissen,<lb/>
ob sie ähnlich dem Bauernbund, der über die Landwirtschaftskammer<lb/>
jetzt Getreide und Milchpreiserhöhungsantrag jetzt eingebracht hat,<lb/>
ebenfalls ein solches Verlangen stellen sollte. Ich habe ihnen<lb/>
selbstverständlich sofort erklärt, dass ein solcher Antrag rein<lb/>
optisch für sie sicherlich notwendig sein wird. Bis jetzt hat<lb/>
immer der Arbeitsbauernbund, wenn die Landwirtschaftskammer einge<lb break="no"/>reicht hat, ein solches Verlangen gestellt. Da ja bei den Bauern<lb/>
die Aktivität der Landwirtschaftskammer doch <choice><choice><sic>weitesgehndst</sic><corr>weitestgehend; weitgehendst</corr></choice></choice> als<lb/>
Bauernbundaktivität empfunden wird, bleibt dem Arbeitsbauernbund<lb/>
gar nichts anderes über als ebenfalls entsprechende Forderungen zu<lb/>
stellen. Sie werden aber <choice><choice><sic>vzu</sic><corr>im</corr></choice></choice> Unterschied von den vergangenen Jahren<lb/>
angeblich heuer keine ziffernmässige Forderung fixieren, sondern<lb/>
nur eine Verbesserung der Preise verlangen. Innerhalb des Arbeits<lb break="no"/>bauernbundes gibt es derzeit natürlich auch eine heftige Dis<lb break="no"/>kussion, ob die Weinbauern, deren Preis von fast 8 Schilling<lb/>
im Schnitt auf 4.5 Schilling zurückgegangen ist, oder die Schweine<lb break="no"/>produzenten, deren Preis von 22 Schilling auf 14 Schilling zu<lb break="no"/>rückgegangen ist, die am meisten Benachteiligten sind. <rs type="person" ref="#per__97809">Pfeifer</rs><lb/>
als Weinproduzent hat dies mit Recht angeschnitten, <rs type="person" ref="#per__115606">Fux</rs> als<lb/>
Waldviertler Bauer hat wieder auf die schlechte Ertragslage in<lb/>
dieser Region verwiesen und meinte, schon allein aus den Einheits<lb break="no"/>werten kann man<add>[dies?]</add> feststellen. wie sehr die Bauern eine differenzierte<lb/>
Ertragslage haben. <rs type="person" ref="#per__115605">Schneider</rs> aus dem Getreidegebiet hat am besten<lb/>
abgeschnitten. Die einzige Möglichkeit innerhalb der Agrarwirt<lb break="no"/>schaft, die ganz verschiedenen Einkommen einigermassen anzuglei<lb break="no"/>chen, besteht darin, dass man eben in die schlechten Gebiete ent<lb break="no"/>sprechende zusätzliche Verdienste durch Nebenerwerbsbauernein<lb break="no"/>künfte bringt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_28">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> hat in meiner Vertretung bei<lb/>
der Ministerratsvorbesprechung Probleme gehabt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte<lb/>
zuerst, dass mein Vorschlag zur Regierungserklärung viel zu lang<lb/>
gewesen ist. Da ihm scheinbar Kabinettschef <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> meinen Begleit<lb break="no"/>brief gegeben hat, hat er die Punktation mit über 30 Seiten auch<lb/>
als einen entsprechenden Entwurf zur Regierungserklärung verstanden.<lb/>
Beabsichtigt war aber nur die 5 Seiten und wahrscheinlich davon<lb/>
<pb n="48-0597" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band48/48_1979-05-25_0597.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>einen geringeren Teil in die Regierungserklärung einzubringen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat es aber sicherlich noch viel mehr gestört, dass ich<lb/>
ihm nicht konkrete Vorschläge, wie z.B. Autofreien Tag, gegebenen<lb break="no"/>falls Benzinrationierung im Zuge der Energiesparmassnahmen vor<lb break="no"/>geschlagen habe. Dies gedenke ich aber deshalb nicht zu tun,<lb/>
weil ich noch immer glaube, dass wir ohne diese drastischen<lb/>
Mitteln durchkommen werden. Sollte er solche Vorschläge in die<lb/>
Regierungserklärung aufnehmen, dann soll dies wirklich auf seine<lb/>
Initiative geschehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_29">In der Ministerratssitzung hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> dann auch, wo Vizekanzler<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> den Vorsitz geführt hat, Schwierigkeiten mit dem<lb/>
Energiebericht gehabt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat zwar in der alten Legislatur<lb break="no"/>periode den Energiebericht passieren lassen, jetzt dürften seine<lb/>
Beamten aber darauf gekommen sein, dass darin gewisse Verpflich<lb break="no"/>tungen des Finanzministers festgelegt wurden. Dagegen hat sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meiner Meinung nach mit Recht ausgesprochen. Ich habe<lb/>
mich bei <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> für seinen Einsatz herzlichst bedankt. Bei dieser<lb/>
Gelegenheit hat <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> mir mitgeteilt, dass <rs type="person" ref="#per__112148">Schober</rs> jetzt zum<lb/>
geschäftsführenden Präsidenten des Arbeitsbauernbundes bestellt<lb/>
werden soll. Dies wurde mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, nicht aber mit ihm abgespro<lb break="no"/>chen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> befürchtet mit Recht, dass <rs type="person" ref="#per__112148">Schober</rs> dann als Politiker<lb/>
für den Arbeitsbauernbund entsprechende Forderungen aufstellen<lb/>
wird, die er dann als Minister womöglich entgegen der Meinung des<lb/>
Staatssekretärs nicht verwirklichen wird können. Daraus dürfte<lb/>
sich eine gewisse Spannung zwischen Arbeitsbauernbund und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
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absoluter Alkohol, den wir jetzt erzeugen können, dem Benzin beige<lb break="no"/>mischt wird. Ich versprach ihm, mit der ÖMV über dieses Problem<lb/>
jetzt dringend noch einmal Gespräche führen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-25_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__107956">SATZINGER</rs>: Bitte sofort die notwendigen Veranlas<lb break="no"/>sungen dafür treffen.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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