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            <title type="main">Donnerstag, der 17. Mai 1979</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_01">Donnerstag, 17. Mai 1979<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_02">Ing. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> als Zentralausschuss- und Dienststellenaus<lb break="no"/>schussvertreter wollte mit mir ein Gespräch, um wie er sich<lb/>
ausdrückte – Missverständnisse zu beseitigen. Überrascht war<lb/>
er, dass ich zu diesem Gespräch <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> zugezogen habe. Er schil<lb break="no"/>derte lang und breit, wie sich die Situation in den letzten<lb/>
Jahren entwickelt hat und wie er trotz politischer gegenteili<lb break="no"/>ger Auffassung zwischen uns mich als Person stets geschätzt und<lb/>
dies selbst in den Rundschreiben immer herausgestrichen hatte.<lb/>
Die Personalaufnahmen in der letzten Zeit sind nur für sie voll<lb break="no"/>kommen unerträglich. Formell haben sie in der Vergangenheit die<lb/>
Unterlagen bekommen über die Bewerber im Ministerium. Jetzt be<lb break="no"/>kommen sie sie nicht mehr, er hat auch festgestellt, dass Be<lb break="no"/>werbern gar nicht mehr geantwortet wird. Seit 1.1.1976 sind 89<lb/>
Personen aus dem Ministerium ausgeschieden, 57 ÖVPler, 20 Partei<lb break="no"/>lose und 12 Sozialisten. Aufgenommen wurden aber 12 ÖVPler, 19<lb/>
parteilose und 56 Sozialisten. Die nächsten Personalvertretungs<lb break="no"/>wahlen werden daher in einem Ministerium, das früher nur eine<lb/>
ÖAAB-Liste gehabt hat, jetzt 5 ÖVPler und 4 Sozialisten ergeben.<lb/>
Meine sehr kühle Antwort – ich ging auf die persönlichen Bezie<lb break="no"/>hungen zwischen uns gar nicht ein – war, dass für Personalfragen<lb/>
jetzt SChef <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs> zuständig ist, den ich sofort zuziehen werde.<lb/>
Die Personalaufnahmen haben genau nach dem Gesetz zu erfolgen,<lb/>
wenn Bewerber keine Antwort bekommen, muss dies sofort abgestellt<lb/>
werden. Bezüglich der Vertretung des SChef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> erklärte ich,<lb/>
muss eine Regelung gefunden werden, die ich aber mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> selbst<lb/>
besprechen werde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__112949">Kazda</rs>, Dir, <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> und mir ein<lb/>
Gespräch vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_04">MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat auch wegen der Vertretung <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl's</rs> bei mir vorge<lb break="no"/>sprochen und erwähnte, dass dieser, bevor er ins Spital gegangen<lb/>
ist, ihm nominell ersucht hätte, er müsste mehr Vertretung machen.<lb/>
Eine schriftliche Feststellung hat er aber nicht herausgegeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Bitte kläre, was <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> wirklich beabsichtigt.<lb/>
hat.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_06">3 Tankstellenvertreter, Frau <rs type="person" ref="#per__150311">Windbrechtinger</rs>, Mobil Tank<lb break="no"/>stelle am Tiefen Graben, Hr. <rs type="person" ref="#per__150312">Lanschützer</rs>, Elan-Tankstellen<lb/>
Servicecenter West, und aus Niederösterreich <rs type="person" ref="#per__150313">Gaschler</rs>, einer<lb/>
der 5 Gremialmitglieder, die zurückgelegt haben, wollten, dass<lb/>
ich ihnen zustimme, dass sie mindestens 20 Groschen brauchen.<lb/>
Die Handelskammer hat nicht ganz 10 Groschen eingereicht, womit<lb/>
sie nicht das Auslangen finden können. Manche Pächter müssen<lb/>
schon 28–30 Groschen, maximal sogar 40 Groschen für den Pacht be<lb break="no"/>zahlen. Dies wird von ihnen als ein Wucherpacht bezeichnet.<lb/>
Bei der letzten Preiserhöhung haben sie 5 Groschen Tankstellen<lb break="no"/>erhöhung bekommen, 3.2 Groschen linear und 1.8 Groschen ist bei<lb/>
den Multis und der ÖMV in den Topf gegangen, woraus kleinere<lb/>
Tankstellen, die es dringend brauchen, grössere Zuschüsse bekommen<lb/>
sollten. Ausgenommen waren die Tankstellen bei den Autobahnen.<lb/>
Im Falle der AGIP hatten sie dann festgestellt, dass aus den Topf<lb/>
die Brennerautobahn-Tankstelle, die es gar nicht braucht, 10 Gro<lb break="no"/>schen Erhöhung bekommen hat. Ich habe ihnen zugesichert, dass<lb/>
sie Gelegenheit bekommen mit der Preiskommission, sollte diese<lb/>
ablehnen, dann sicherlich mit dem Vorsitzenden, MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>, ein<lb/>
Gespräch zu führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> soll diese Topf-Regelung genau prüfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_08">Die Betriebsräte von Ingelen sind mit der Metall- und Privat<lb break="no"/>angestelltengewerkschaft gekommen. Ich habe sie über unser Er<lb break="no"/>gebnis mit GD <rs type="person" ref="#per__149376">Hainisch</rs>, ITT, und <rs type="person" ref="#per__150258">Rosenbaum</rs> von Standard Electric<lb/>
Lorenz informiert. Sie waren über meinen Einsatz sehr erfreut<lb/>
und sagten, im Betrieb heisst es, nur der <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> kümmert sich<lb/>
um sie. Das ist stark übertrieben, doch hat sicherlich mein Ver<lb break="no"/>mittlungsgespräch auf die ITT-Leute einen entsprechenden Einfluss<lb/>
gehabt, dass sie jetzt bereit sind Lösungen zu akzeptieren und<lb/>
über die Probleme mit den Betriebsräten inklusive des Sozial<lb break="no"/>planes intensiver und positiver zu verhandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: Die Industriesektion soll feststellen.<lb/>
wieweit es hier noch unbereinigte Differenzen gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_10">Beim Staatspreis für die schönsten Bücher Österreich hatte ich<lb/>
den Protokollfehler begangen, dass ich gleich selbst begrüsste<lb/>
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geringen Exportmöglichkeiten hinwies und dann gleich die Di<lb break="no"/>plome und den Staatspreis vergab. Anschliessend hat dann der<lb/>
Präsident des Hauptverbandes erst seine Ausführungen machen<lb/>
können. Dies war diesmal aber sehr gut, denn er ging auf die<lb/>
Entwicklung auf dem Buchsektor ein und er kritisierte ganz be<lb break="no"/>sonders, dass jetzt der einheitliche Verkaufspreis ins wanken kommt,<lb/>
denn Diskonter und Märkte beginnen jetzt mit ihrer Preispolitik<lb/>
auch in den Buchhandel einzudringen. Hätte ich wie vorgesehen als<lb/>
Zweiter gesprochen, müsste ich auf diese Kritik und Vorwürfe ein<lb break="no"/>gehen. Dies wollte und will ich aber nicht, denn für mich ist<lb/>
ganz klar, dass eben jetzt dieser, von der Konkurrenz geschützte<lb/>
einheitliche Ladenpreis zusammenstürzt. Dagegen – davon bin ich<lb/>
fest überzeugt – gibt es gar keine Möglichkeit Massnahmen zu<lb/>
setzen, ausser durch eine gesetzliche Regelung, dazu müsste das<lb/>
Preisregelungsgesetz novelliert werden, welches Mindestpreise dann<lb/>
bestimmt. Wenn die Entwicklung anhält – und ich zweifle nicht da<lb break="no"/>ran – werden wir dieses ganze Problem bei der Frage Verkauf unter<lb/>
dem Einstandspreis, sowieso behandeln müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Lass die Gewerbesektion über dieses Problem<lb/>
nachdenken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_12">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> und die Bezirksvorstehung der Landstrasse, Bezirks<lb break="no"/>vorsteher-Stellvertreter <rs type="person" ref="#per__113122">Schmid</rs>, aber auch Vertreter der Bauunterneh<lb break="no"/>men ersucht mich, den Besitzer des Sünnhof auf der Landstrasse, der<lb/>
denkmalgeschützt und einsturzgefährdet ist, den Ölmillionär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123817">Gordon</rs> dafür zu gewinne, dass er eine Stiftung ermöglicht, z.B.<lb/>
für ein Studentenheim. <rs type="person" ref="#per__123817">Gordon</rs> und seine Vertreter haben dies<lb/>
nicht im Sinne, sie wollten von der Gemeinde eine kommerzielle<lb/>
Nutzung unter Wahrung des Denkmalschutzes erreichen. Es gelang<lb/>
mit dann letzten Endes, zumindestens <choice><choice><sic>zie</sic><corr>die?</corr></choice></choice> Zusage von <rs type="person" ref="#per__123817">Gordon</rs> zu<lb/>
erhalten, dass er sich vorstellen könnte, die Hälfte der Fläche<lb/>
kommerziell zu nützen und die Hälfte für einen humanitären Zweck<lb/>
zur Verfügung zu stellen. <rs type="person" ref="#per__116209">Zilk</rs> verhandelte sehr hart, erklärte<lb/>
die Gemeinde wird Ersatzvornahme machen, d.h. das Haus erhalten,<lb/>
auf Kosten des Besitzers und von ihm die Kosten eintreiben, wo<lb break="no"/>durch <rs type="person" ref="#per__123817">Gordon</rs> oft innerlich sehr in Wut geraten ist. Umso leichter<lb/>
konnte ich konziliant Kompromisslösungen anstreben. Sein Vertreter<lb/>
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der Gemeinde Wien klären, welche Möglichkeiten es für das von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123817">Gordon</rs> akzeptierte Kompromiss gibt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_13">Der tschechische Botschafter <rs type="person" ref="#per__122209">Kadnar</rs> hat mir vom slowakischen<lb/>
Minister <rs type="person" ref="#per__149800">Hanus</rs> die Planung der Lagen für das Donaukraftwerk<lb/>
Wolfsberg gebracht. <rs type="person" ref="#per__149800">Hanus</rs> hat ihm auch mitgeteilt, dass er be<lb break="no"/>reit ist, drei Experten zu empfangen und die offenen Probleme<lb/>
zu besprechen. Ich habe dies sofort Dir. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> von der DoKW<lb/>
übermittelt und er wird sich mit <rs type="person" ref="#per__122209">Kadnar</rs> ins Einvernehmen setzen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122209">Kadnar</rs> hat auch wegen des langfristigen Handelsvertrages gefragt.<lb/>
Ich – und vor allem auch der dann zugezogene MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> – setzten<lb/>
ihm auseinander, dass wir im Prinzip grosse Schwierigkeiten<lb/>
haben, die Vidierung, welche die Tschechen unter allen Umständen<lb/>
im neuen langfristigen Handelsvertrag weg haben wollen, betrifft<lb/>
nur 17 Produkte, mit nicht einmal 1 Mio. Dollar Umfang. Die von<lb/>
der CSSR gewünschten Zollkonzessionen sind nach unserer Auf<lb break="no"/>fassung, da sowohl sie als wir GATT-Mitglieder sind, nicht GATT-<lb/>
konform. <rs type="person" ref="#per__122209">Kadnar</rs> hat zugegeben, dass die Vidierung unbedeutend ist<lb/>
und das tatsächlich über die Zölle gewisse Regelungen von<lb/>
tschechisch-österreichischen Firmen sich abzeichnen. Natür<lb break="no"/>lich fragt er an, wie in der Wiener Zeitung die Äusserung des<lb/>
SChef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, dass jetzt die Zölle alle wieder gesenkt werden<lb/>
sollten, zu verstehen ist. Er nahm zur Kenntnis, dass es sich<lb/>
hier um eine Privatmeinung von <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> handelt, der jetzt leider<lb/>
längere Zeit im Spital sein wird und dass, wie er es ausdrückt,<lb/>
daher eine nicht aktuelle Frage angeschnitten wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__108746">HAFFNER</rs>: <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> soll mit Finanzministerium eine Sprach<lb break="no"/>regelung vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_15">Die Firma <rs type="person" ref="#per__150315">Feyer</rs>, ein Kleinbetrieb mit 10 Beschäftigten, hat mir<lb/>
einen Brief geschrieben, dass ich scheinbar nur Grossbetriebe<lb/>
besuche. Da er jetzt ein 60-jähriges Firmenjubiläum hat, hat<lb/>
er zu einem Heurigenbesuch eingeladen. Da ich den Heurigen<lb/>
sicher nicht besuchte, habe ich mich direkt in die Firma be<lb break="no"/>geben. Der Chef hat sie mir in allen Details erklärt, war sehr<lb/>
überrascht, dass ich gekommen bin und wahrscheinlich noch mehr,<lb/>
dass ich mich über die Details so informiert gezeigt habe. Liebe<lb break="no"/>voll hat er in der Werkstatt dann ein Brötchenbuffet für alle<lb/>
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und Appetit gewünscht und mich natürlich dann verabschiedet. Da<lb/>
er auch einen Fotografen bestellt hat, der ständig fotografierte,<lb/>
bin ich überzeugt, wird er mir entsprechende Bilder schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__109811">BURIAN</rs>: Vielleicht kann man eines auch in der Ar<lb break="no"/>beiter-Zeitung mit entsprechendem Text unterbringen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_17">In einer Sektion auf der Landstrasse haben zwei alte verdiente<lb/>
Genossinnen die Viktor-Adler-Plakette bekommen, die ich ihnen<lb/>
mit entsprechenden Glückwünschen überreichte. Beide wussten<lb/>
davon gar nichts und waren sehr überrascht. Da sie nicht nur<lb/>
schon sehr lange bei der Partei sind, sondern auch nach 34<lb/>
illegal gearbeitet haben, haben wir sofort einen entsprechenden<lb/>
persönlichen Kontakt gefunden und konnten den Jugendlichen einiges<lb/>
aus dieser Zeit erzählen. Dass bei der Überreichung Freudentränen<lb/>
geflossen sind, brauche ich nicht besonders hervorheben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band48_1979-05-17_18">Kaplan <rs type="person" ref="#per__140362">Pöschl</rs> aus Eisenstadt hat in Wien etliche Wohngemein<lb break="no"/>schaften gegründet und bekommt zur Instandhaltung vom Ministerium<lb/>
doch grössere Beträge. Die in der Elisabethstrasse wird in einer<lb/>
Grosswohnung von ca. 20 Mädchen bewohnt und wurde mit Mitteln des<lb/>
Ministeriums wirklich sehr wohnlich eingerichtet. Die Unter<lb break="no"/>bringung dieser Mädchen ist äusserst schwierig und die Tätig<lb break="no"/>keit <rs type="person" ref="#per__140362">Pöschl's</rs>, den ich der Arbeiterkammerzeit her kenne, sehr segens<lb break="no"/>reich. Die Mädchen selbst haben mir bestätigt, dass sie lieber in<lb/>
Wohngemeinschaften zusammengefasst sind, als in Mädchenheimen.<lb/>
Jetzt sind es nicht nur mehr Burgenländer, sondern auch aus anderer<lb/>
Bundesländern, eine war sogar aus Osttirol.<lb/>
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und sollten sie auch unterstützen.<lb/>
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               <persName type="label">Haffner, Konrad</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Burian, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Burian</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR, Büro des Bundesministers</occupation>
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               <persName type="label">Kadnár, Milan</persName>
               <persName><surname>Kadnár</surname><forename>Milan</forename></persName>
               <occupation>Botschafter CSSR</occupation>
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               <persName type="label">Kazda, Josef</persName>
               <persName><surname>Kazda</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Beamter Bautenministerium/HM</occupation>
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